Edlef Köppen Heeresbericht

(20)

Lovelybooks Bewertung

  • 22 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 5 Rezensionen
(12)
(4)
(3)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Heeresbericht“ von Edlef Köppen

In diesem 1930 veröffentlichten Roman erzählt Edlef Köppen (1893-1939) die Geschichte des Kriegsfreiwilligen Adolf Reisiger, der an den Fronten des 1. Weltkriegs alle Illusionen verliert und schließlich psychisch zusammenbricht. Dabei montiert der Autor in das Geschehen immer wieder offiziöse Verlautbarungen wie Kaiserreden, Propagandaartikel und Heeresbericht ein, um die immer krasser werdende Distanz zwischen der Front und der Heimat sinnfällig zu machen. (Quelle:'Flexibler Einband/01.12.2014')

Stöbern in Sachbuch

Sex Story

Ein tolles informatives Buch

Ginger1986

No Mommy's Perfect

Angenehm witzige Abwechslung vom, hohen Erwartungsdruck geplagten, Alltag einer Mama.

JosefineS

Hygge! Das neue Wohnglück

Ein vor Ideen sprühendes und mit vielen guten Tipps gespicktes Einrichtungsbuch, das Glück und Gemütlichkeit vermittelt. Einfach Hygge

MelaKafer

Atlas der unentdeckten Länder

Humorvolle Lektüre von Orten jenseits der klassischen Reiseziele. Die gute Beobachtungsgabe vom Author gab mir das Gefühl mitgereist zu sein

ScullysHome

Das geflügelte Nilpferd

Mir hat der Read auf jeden Fall sehr gefallen und mir wahnsinnig viel Klarheit und Einsicht gegeben und Handlungsspielraum geschenkt!

JilAimee

Das Mysterium der Tiere

Sehr informativ und interessant

Amber144

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Dem Krieg so unglaublich nah

    Heeresbericht

    VeraPestel

    22. June 2014 um 16:58

    8 255 534. Damit endet der Roman. Eine unvorstellbare Zahl. Im Roman ausgeschrieben. Das sind die Menschen, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren haben. Er zählt auf, wie viele Deutsche unter ihnen waren, wie viele Franzosen, Amerikaner, Engländer usw. Wer hat die Toten gezählt, die Soldaten, die Zivilisten, die Menschen von nebenan, die plötzlich nicht mehr da waren? Mütter und Väter verloren ihre Söhne, Frauen ihre Männer, Kinder ihre Eltern. Und das oftmals freiwillig. Sie gingen freiwillig in den Krieg. Wie Edlef Köppen. Als er zurückkehrte, schrieb er seine Erlebnisse auf. Im Roman heißt er Adolf Reisiger. Adolf Reisiger zieht in den Krieg. Er hält es für notwendig, seinem Vaterland zu dienen. Wer sich drückt, gilt als Feigling. An die Westfront wird er geschickt, liegt im Schützengraben und fragt sich, wo der Krieg ist, wo der Feind ist. Was bedeutet eigentlich Krieg? Er lernt ihn kennen, als die ersten Kameraden neben ihm sterben, er selbst verwundet und später sogar einmal verschüttet wird. Er erlebt das Grauen und wird nicht von der Vorstellung geheilt, dass Krieg „normal" ist, dass Krieg eine Sache ist, die getan werden muss. Es wird nicht klar, ob Reisiger überhaupt weiß, wie es so weit kommen konnte. Die politischen Verstrickungen sind nicht Gegenstand des Buches, es sind die menschlichen Schicksale. Der Tod wird zum Alltag, die Menschen werden zum Material, das nach Belieben eingesetzt wird. Wie verarbeiten die Soldaten das Erlebte? Es wird nicht so recht klar. Köppen schreibt: „Ein Soldat redet nicht über das, was ihm befohlen ist." Von der Westfront wird Reisiger abkommandiert an die russische Front. Dort bleibt er nicht lange. Waffenstillstand. Für Soldaten gibt es nichts zu tun. Deshalb werden sie zurück nach Frankreich abkommandiert, dort soll etwas los sein. Reisiger schreibt Tagebuch und fragt sich immer öfter, wozu das Morden gut sein soll. Er schreibt zwei Gedichte, die in einer Zeitung veröffentlicht werden und sich kritisch mit dem Krieg auseinandersetzen. Er benutzt deutliche Worte. „..., dass ich den Krieg allmählich für die größte Sauerei halte, die es gibt." Das stößt auf Unmut bei den Vorgesetzten. Er wird strafversetzt und muss Schreibtischarbeiten verrichten, was ihm nicht zusagt. Er hadert mit dem Krieg, möchte aber nicht fern von ihm sein. Dann wird er befördert, soll dadurch von der Sache überzeugt werden, und wird nach Frankreich geschickt, wo die letzte Schlacht für ihn stattfindet, kurz vor dem Ende des Ersten Weltkrieges. Diese Schlacht erweist sich als besonders zäh, sie kann nicht mehr gewonnen werden. Edlef Köppen erzählt aus den Schützengräben. Das ist sein Schauplatz, sein Leben für viele Jahre. Man könnte meinen, dass diese Sichtweise auf ca. 300 Seiten (E-Book) irgendwann langweilig wird. Wird sie nicht. Er erzählt detailliert von den Schwierigkeiten im Schützengraben, von der Unsicherheit, der Angst. Seine Erzählkunst lässt uns weiterlesen, Schlachtszenen erleben wir atemlos, seine Worte bringen uns immer dichter heran, seine Figuren leben, sind menschlich und verdammt. Es gibt immer neue Aspekte und Nuancen des Grauens und der Sinnlosigkeit. Krieg in diesem Sinne ist für uns heute unvorstellbar, im Schützengraben, im Dreck, verlaust und hungrig, stinkend, es war ein Krieg mit einfachen Mitteln. Krieg passiert heute anders und überall, er ist mit den modernen Mitteln manchmal fast lautlos geworden. Die klassischen Schlachtfelder haben sich gewandelt. Gekämpft wird heute nicht nur mit der Waffe in der Hand, Soldaten sitzen am Computer und können Menschen mit Drohnen umbringen, Staaten und Geheimdienste überwachen uns, sammeln unsere Lebensdaten, Kameras hängen an vielen Orten. NSA ist auch Krieg. Das einfache Leben ist eine Illusion geworden. Krieg ist mittlerweile immer. Krieg ist Kampf. Krieg braucht einen Gegner. Und der lauert überall. Wir laufen glücklich und unwissend auf dünnem Eis. Wer weiß, wie oft wir uns am Rande einer Katastrophe befinden? Man sagt es uns nicht. Ruhe und Frieden herrschen niemals. Köppen zeigt uns einen rudimentären Krieg, der noch nicht live geführt wurde. Heute ist Krieg viel perfider und hat weniger Erdgeruch. Der Geruch ist aber unbedingt notwendig, damit wir uns ins Gedächtnis rufen, wovon wir reden, wenn wir über Krieg reden, oder von ihm hören. Im Schützengraben war es etwas übersichtlicher.

    Mehr
  • Leserunde zu "Heeresbericht" von Edlef Köppen

    Heeresbericht

    Matzbach

    09. February 2014 um 15:11

    Anlässlich des Jahrestages des Beginns des Ersten Weltkriegs plane ich, noch einmal den Roman "Heeresbericht" von Edlef Köppen zu lesen. Im Gegensatz zu Remarques "Im Westen nichts Neues" hat Köppen den Krieg aus eigener Erfahrung geschildert. Gibt es Mitstreiter, die ebenfalls Interesse an der Lektüre haben? Für diesen Fall würde ich eine Leserunde gestalten. Das Buch ist derzeit in einer gebundenen Ausgabe für 8,99 € erhältlich.

    Mehr
  • Rezension zu "Heeresbericht" von Edlef Köppen

    Heeresbericht

    BertieWooster

    30. August 2010 um 18:49

    Ein Buch das nachdenklich macht. Es erzählt die Geschichte des Kriegsfreiwilligen Adolf Reisiger während des 1. Weltkrieges. Wie viele wollte er ganz euphorisch schnell den Krieg gewinnen. Als junger Mann kommt er vielleicht auch etwas naiv an die Front. Schnell lernt er jedoch die Schrecken des Krieges kennen. Die ersten Toten hält er anfangs noch für schlafende Soldaten. Im Laufe des Krieges nimmt das Grauen jedoch immer mehr zu. Von Trommelfeuer bis zu Gaskrieg bekommt er alles mit. Während neben ihm alle sterben bleibt er wie durch Zufall am Leben. Aber auch dies kann einen psychologisch beeinträchtigen. Wie gelingt es in dieser Hölle zu überleben? Der Mensch wird zur Maschine, der nur dem Befehl gehorcht. Der Mensch nimmt den Tod seiner Kameraden nur noch zur Kenntnis. Aber je länger der Krieg dauert, desto öfter beginnt Reisiger nach dem Sinn des Krieges nachzudenken. Denken ist jedoch bei der Heeresleitung unerwünscht. Genauso wie kritische Briefe in die Heimat. Den autobiographischen Inhalt unterstützt der Autor durch eine ausdrucksvolle Sprache. Ruhige Passagen, z.B. in der Etappe oder im Lazarett, wechseln mit einer fast stakkatohaften Sprache ab, die der Autor bei den Fronterlebnissen einsetzt, wenn er z.B. um sein Leben rennen muss, um dem feindlichen Feuer zu entgehen. Die Sätze erscheinen wie die Gedanken, die Reisiger in dieser Hölle durch den Kopf jagen. Es werden jedoch auch die Absurditäten des Krieges geschildert, so z.B. als er in einem anscheinend friedlich daliegenden französischen Dorf einkaufen fährt und zwei Straßen weiter alles zerbombt ist. Den besonderen Reiz machen jedoch die Dokumente auch, die der Autor immer wieder einstreut. Die Presseverlautbarungen der Heeresleitung und die Reden der Politiker zeigen den Gegensatz zu den persönlichen Erlebnissen der Soldaten. Es zeigt mit welcher Menschenverachtung und Zynismus die militärische Führung die Soldaten in sinnlosen Materialschlachten verheizt. Der Mensch selbst wird selbst zum Menschenmaterial. Als 1915 einige einigermaßen vernünftige obere Militärs einsehen, dass der Krieg nur noch mehr Tote fordern wird, aber nicht mehr zu gewinnen ist, werden diese abgelöst und durch die Kriegstreiber Ludendorff und Hindenburg abgelöst. Auch wenn sich vielleicht die Kriegsführung geändert haben sollte, lehrt dieses Buch, dass man offiziellen Stellungnahmen zum Kriegsverlauf äußerst skeptisch gegenüberstehen sollte. Dies gilt auch für manche Kriegsberichterstattung, die oft genug von den Militärs gesteuert wird.

    Mehr
  • Rezension zu "Heeresbericht" von Edlef Köppen

    Heeresbericht

    RalfderPreusse

    09. June 2009 um 15:55

    Für mich eine Entdeckung. Literarisch besser als "Im Westen nichts Neues". Die Geschichte eines Artllleristen vom begeisterten Kriegsfreiwilligen 1914 bis zum geistig gestörten Leutnant 1918, der an West- und Ostfront zu Einsatz kam. Stark autobiographisch geprägt.Kollagetechnik.
    Für mich völlig unverständlich, dass dieser große Roman erst jetzt wiederentdeckt wurde.

  • Rezension zu "Heeresbericht" von Edlef Köppen

    Heeresbericht

    Jens65

    26. July 2008 um 19:12

    Neben Remarques "Im Westen nichts Neues" ist dieses Buch wohl eines der erschütternsten Bücher über den ersten Weltkrieg. 1914 meldet sich Köppen als Freiwilliger zum Krieg und wird zum Kriegsgegner. Er verweigert Befehle und landet schließlich in einer Psychiatrie. Dieses Buch ist halb Tagebuch und halb Roman. 1930 wurde es von den Nazis verboten. Ernst Toller sagte über Heeresbericht: "Das klassische Werk der Antikriegsliteratur, das hunderttausende Leser finden müsste in Deutschland und in allen anderen Ländern."

    Mehr
  • Rezension zu "Heeresbericht" von Edlef Köppen

    Heeresbericht

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. March 2008 um 22:14

    So gut wie "Im Westen nichts Neues".
    Der Roman erzählt die Geschichte des Artilleristen Adolf Reisiger, der im WK I sowohl an der West- als auch an der Ostfront kämpfen muss. Interessant ist die Kontrastierung der Romanhandlung mit historischen Dokumenten.

  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks