Edmund Hartsch Böhse Onkelz - Danke für nichts

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Inhaltsangabe zu „Böhse Onkelz - Danke für nichts“ von Edmund Hartsch

Ehrliche Biographie und fast so, als blicke man ins Familienalbum.

— KyraCade
KyraCade

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    Böhse Onkelz - Danke für nichts
    KyraCade

    KyraCade

    02. February 2017 um 17:09

    Der erste Gedanke war: Wenn diese Biographie als einzige im BO-Shop verkauft wird, müssen BO damit einverstanden sein - und vielleicht entsprechend "manipuliert" haben. Warum kommt eigentlich sofort ein negativer Gedanke, wenn man an das Quartett denkt? Ist man so weit indoktriniert von den Massenmedien und den "Hatern", dass man an BO kein gutes Haar mehr lassen kann? Vielleicht. Ich jedoch wollte etwas über die vier lesen, noch eine Biographie, noch ein paar Infos, noch ein paar Lügen und Wahrheiten. Wer sich auf die Suche nach der Geschichte der Frankfurter macht, hat entweder das Glück, einen oder alle vier einmal selbst zu treffen und mit ihnen zu sprechen, oder bombt sich voll mit Artikeln, Büchern, Kommentaren, Meinungen und Infos und bildet sich eine eigene Meinung. "Danke für nichts" beginnt am Anfang, bei Tex Weidner, Stephans Vater, dessen Lebensweg sich gar nicht so sehr von dem seines Sohnes unterscheidet (nein, nicht die Puff- und Knastgeschichten, aber die Ausschweifungen, die Art, die Autorität, die Arroganz). Danach wird man in die Leben von Stephan und Kevin geschmissen, muss sich mit kalten Elternhäusern voller Abneigung, Gewalt und Alkohol konfrontiert sehen, die irgendwann vieles erklären, wenn nicht gar alles. Der Weg von Kevin und Stephan, später auch der von Gonzo, ist vorgezeichnet, das hätte gar nicht viel anders kommen können, so meint man. Pe allerdings ist ein bisschen außen vor, zwar ein Außenseiter, aber kein extrovertierter, saufender Schläger, sondern der stille Beobachter, der erst gar nicht so recht in die Gruppe passen möchte. Hartsch nimmt wenige Blätter vor den Mund. Er erzählt vom Schmerz, von Tränen, von Enttäuschungen, von Schlägerein, Drogen und Alkoholexzessen. Von der enttäuschten Liebe, von den Gönnern, von den wertlosen Managern. Vom eigenen Versagen der Band, von eigenen Träumen und Hoffnungen - und wieder von den Enttäuschungen. "Danke für nichts" ist gespickt mit vielsagenden Bildern und leeren Promofotos, mit Erinnerungen, die eine Band mit den Lesern teilt, vielleicht in der Hoffnung, endlich verstanden zu werden. Die Biographie möchte keinen der vier in Schutz nehmen und als Lichtgestalt darstellen - naja, vielleicht doch, aber dazu später -, dieses Buch rotzt dem Leser vier Leben und einen Werdegang hin, den dieser erstmal schlucken muss. Auffällig und vielleicht auch bezeichnend für BO und den Erfolg der Band ist, dass die Biographie sehr viel von Stephan erzählt, von seinem Vater, seiner Schwester Monica (Carmen bleibt außen vor und wird nur am Rande als geboren erwähnt), seiner ersten Frau Pia, von seinen Gefühlen, seinen Saufgelagen, seinen Schlägerein, seiner Band ... Nun kann man Stephan als arroganten Wich*** betrachten, der sich hier nur noch mehr profilieren möchte. Das steht ja jedem frei. Man kann aber auch ein bisschen weiterlesen und -denken und diesen Weidner von einer anderen Seite kennenlernen (als nicht BO-Fan, als Fan mag das anders sein). Von einer nachdenklichen, sensiblen Seite, von der kämpferischen Seite, von der Seite des kleinen Jungen, der Zuneigung und Anerkennung gesucht hat, der ein Zuhause und Akzeptanz brauchte, mehr nicht. Je weiter man liest, desto mehr versteht man die Texte, versteht manche Aussagen der Band, versteht auch, was die Trennung 2005 bedeutet haben muss. Ebenso kann man plötzlich Kevin anders betrachten. Seine Geschichte macht nichts ungeschehen oder ungesagt, aber sie verdeutlicht den Menschen Kevin Russell, der auch eine Biographie hat, die stellenweise mehr als deutlich beschreibt und erklärt, warum er geworden ist, wie er ist. Gonzo und Pe sind die beiden, die ein bisschen zurück und unbeachtet bleiben. Immer wieder gibt es kurze Einwürfe, dass sie auch mal etwas erlebt haben und dabei waren, aber ihre Gedanken und Gefühle treten hinter den starken Persönlichkeiten Stephan Weidner und Kevin Russell weit zurück. Da muss man sich andere Literatur suchen, um sich den beiden ein bisschen zu nähern. Die Biographie ist aussagekräftig und lässt sich großteils flüssig lesen. Ob die Veröffentlichung im Eigenverlag die beste Idee war, darüber kann man streiten. Ich persönlich möchte hier und da gerne mal den Rotstift zur Hand nehmen, nicht nur wegen der Flüchtigkeitsfehler, auch einfach, um ein bisschen zu strukturieren oder die Sätze flüssiger zu machen. Hier und da werden Fragen aufgeworfen, die einfach nicht beantwortet werden. Trotzdem ist es eine gelungene Biographie, sehr offen und persönlich gestaltet, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und die dunklen Seiten zu verschweigen. Wenn Stephan jemandem auf die Fresse gehauen hat, dann wird das auch genauso geschrieben. Wenn Kevin sich H reingezogen hat, steht das deutlich auf den Seiten. Diese Blöße muss man sich auch geben, wenn das (neben anderen) Kritikpunkte sind, die der Band immer wieder vorgeworfen werden. Man hätte als offizielle Biographie auch vieles verschweigen können. Aber das haben die vier wohl nicht im Sinn gehabt. Was fehlt? Wie es weiterging! Es ist definitiv Zeit, die Biographie zu erweitern - bzw. einen zweiten Band herauszubringen und die erste vielleicht noch einmal zu überarbeiten (ein schöner Ghostwriterjob im Übrigen ;) ) Fazit: Eine offene, ehrliche und sehr persönliche Biographie, die gar nicht oder nur ganz wenig geschönt ist, und leider Gonzo und Pe ein bisschen vernachlässigt.

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  • Rezension zu "Böhse Onkelz - Danke für nichts" von Edmund Hartsch

    Böhse Onkelz - Danke für nichts
    BRB-Jörg

    BRB-Jörg

    13. December 2009 um 01:58

    Um es vorweg zu nehmen: Bei der Onkelz-Biografie handelt es sich um eins der besten Bücher, das ich je gelesen habe. Es begleitet die Band auf 270 großformatigen und reich bebilderten Seiten von ihren Anfangstagen als rebellische Schüler, über die Punk- und Skin-Phase bis hin in die 90er Jahre, wo die Band kurz vor dem Höhepunkt ihres Erfolgs stand, schon mit jedem Album die Chartspitze eroberte und dennoch nie den Ruhm bekam, der ihr zweifelsohne zugestanden hätte. Bekanntlich schaffte die Band dann im neuen Jahrtausend doch noch irgendwo den Sprung in den Mainstream, bevor sie sich 2005 auflöste, nachdem zwei bewegende Abschlusskonzerte vor je 110.000 Leuten gespielt wurden, übrigens die größten Einzelkonzerte deutschsprachiger Künstler überhaupt. Doch das kommt im Buch leider nicht mehr vor, da die Biografie auf dem Stand von 1997 ist. Aber was wird geboten? Ein offener Rückblick, nichts beschönigend, nichts verschweigend, allerdings an den entscheidenden Stellen relativierend und erklärend. Ein Versuch der Erklärung des ewigen Zwistes mit den hiesigen Medien. Und letztlich eine Berichterstattung über einen Triumphzug ohne Vergleich, den es vollkommen ohne mediale Unterstützung im deutschsprachigen Raum so noch nie gegeben hat und vermutlich auch nie wieder geben wird. Alles in allem also eine bunte Mischung, angereichert mit einer Übersicht aller gespielter Konzerte und einer ausführlichen Diskografie. Wohl kaum einem Fan der Onkelz muss ich diese Veröffentlichung empfehlen - jeder dürfte sie längst kennen. Wer sich der Band bzw. dem Mythos aber einmal von anderer Seite nähern möchte, als der seit Jahren von den Massenmedien verbreiteten, dem sei "Danke für Nichts" wärmstens ans Herz gelegt. Es ist zum Thema Böhse Onkelz das mit Abstand beste Werk - und trotz der Nähe des Autoren zu Band zugleich das objektivste.

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