Edmund Leach Claude Lévi-Strauss zur Einführung

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Inhaltsangabe zu „Claude Lévi-Strauss zur Einführung“ von Edmund Leach

Claude Lévi-Strauss (*1908) ist einer der wenigen Universalgelehrten, die die Geistes- und Kulturwissenschaften des 20. Jahrhunderts um einen neuen theoretischen Zweig bereichert haben. Müßig und unerheblich sind inzwischen alle Spekulationen, ob er nun der Vater des Strukturalismus oder gar der Begründer eines »Panstrukturalismus« ist. Mit guten Gründen hat Lévi-Strauss sich gegen diese Etikettierungen gewehrt. Edmund Leach, der Nestor der britischen Sozialanthropologie, gibt in diesem Band zunächst eine kurze Chronologie des Forscherlebens von Lévi-Strauss und interpretiert dann aus kritischer Distanz die anthropologischen Studien und die strukturalistische Methode des Ethnologen, der von sich sagte: »Ich verabscheue Reisen und Forschungsreisende.«

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  • Rezension zu "Claude Lévi-Strauss zur Einführung" von Edmund Leach

    Claude Lévi-Strauss zur Einführung

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. September 2011 um 16:26

    Diese Einführung ist wirklich mit Vorsicht zu genießen. Die Junius-Reihe steht ja sonst für ziemlich kompetente Einführungen und vor allem für gute Zusammenfassungen aktueller Werkzusammenhänge. Umso seltsamer ist es, dass dieses Einführungsbuch von Sir Edmund Leach (seines Zeichens selbst Ethnologe), das in den 70ern des 20. Jahrhunderts erschien, bis über die Jahrtausendwende hinaus verlegt wurde. In Anbetracht der großen Wirkungs des Werks von Levi-Strauss auf viele andere moderne Denker - man mag seinem Schaffen gegenüberstehen wie man will - ist das eine recht lange Zeit, um den Charakter eines grundlegenden Einführungswerks mit gutem Gewissen aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund ist dieses Buch von Edmund Leach in der Junius-Reihe wohl auch im Jahr 2008 durch eine zeitgemäßere Einführung - spät aber doch - ersetzt worden. Nichts desto weniger verdient diese Einführung - vor allem wegen der recht interessanten Ausgangssituation - doch einen genaueren Blick. Der Autor macht gleich zu Beginn des Buches klar, dass er dem Werk Levi-Strauss' absolut kritisch gegenübersteht. Das ist auch die Erklärung für die durchwegs abwertende Darstellung des Strukturalismus. Leach rechnet sich dem anthropologischen Zweig des "Funktionalismus" zu, der - mit prominenter Galliionsfigur Bronislaw Malinowski - in krassem Gegensatz zur "Methode" von Levi-Strauss verstanden wird. Gerade dieser - explizit so verstandene - Gegenatz ist es aber, der es dem Autor erlaubt, einige Theoriekonzepte von Levi-Strauss mit einer wirklich lebhaften Sprache und recht ungewohnt zu beschreiben. Man tut Leach Unrecht, wenn man ihm vorwirft, einzig die Nachteile und Fehler von Levi-Strauss hervorzukramen. Er findet sogar das ein oder andere Positive an dessen Lebenswerk. So muss also gesagt werden, dass dieses Einführungsbuch nicht unbedingt geeignet ist, eine wirkliche Grunddarstellung des Levi-Straussschen Werks anzubieten. Auf der anderen Seite ist das Buch aber gerade wegen der ungewohnten und ablehnenden Position amüsant und durchaus erhellend. Da es strukturalistische Grundkonzepte auf die Sprache und das Verständnis einer "Gegenseite" herunterbricht. (Inwieweit sich die Positionen wirklich diametral gegenüberstehen, müsste wohl noch genauer erklärt werden, was die recht parteiische Darstellung Leachs nicht zu leisten vermag)

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