Edmund de Waal

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Edmund de Waal

Lebenslauf von Edmund de Waal

Edmund de Waal wurde 1964 in Nottingham geboren und studierte in Cambridge. Er ist Professor für Keramik an der University of Westminster und stellte u.a. im Victoria and Albert Museum und in der Tate Britain aus. Er lebt in London.

Neue Bücher

Die weiße Straße

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Neu erschienen am 26.10.2018 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Edmund de Waal

Die weiße Straße

Die weiße Straße

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Erschienen am 26.10.2018
Der Hase mit den Bernsteinaugen

Der Hase mit den Bernsteinaugen

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Erschienen am 16.07.2012
Der Hase mit den Bernsteinaugen (MP3-CD)

Der Hase mit den Bernsteinaugen (MP3-CD)

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Erschienen am 06.06.2017
The White Road: a pilgrimage of sorts

The White Road: a pilgrimage of sorts

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Erschienen am 30.06.2016

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Edmund de Waal

Neu
JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Die weiße Straße" von Edmund de Waal

Reine Leidenschaft
JulesBarroisvor 2 Jahren

Die weiße Straße: Auf den Spuren meiner Leidenschaft - Edmund de Waal (Autor), Brigitte Hilzensauer (Übersetzer) 464 Seiten, Paul Zsolnay Verlag (26. September 2016), 26 €, ISBN-13: 978-3552057715

Ohne Leidenschaft bleibt jedes Tun und Handeln ein Flickwerk. Die Leidenschaft garantiert das berühmte Quäntchen Engagement, welches über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Und Erfolg hat er.

Edmund de Waal nennt sich selbst „potter“, einen Töpfer. Hier stapelt er natürlich etwas tief, denn immerhin ist er einer der bekanntesten Keramiker, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert mit Porzellan arbeitet. Edmund de Waal ist ein Künstler, dessen Porzellanarbeiten in Museen und Galerien auf der ganzen Welt ausgestellt sind.

In diesem Buch begibt er sich auf Spurensuche nach Porzellan. Seine Absicht hinter diesem Buch beschreibt er so: „Es ist eigentlich ganz einfach, eine Art Wallfahrt zu den Anfängen, eine Chance, den Berg zu besteigen, von dem die weiße Erde kommt. […] Ich habe vor, drei Orte aufzusuchen, wo das Porzellan erfunden oder wiedererfunden wurde, drei weiße Berge in China und Deutschland und England.“ (Seite 17)

Er begibt sich auf die Reise, die er uns in drei Hauptabschnitten schildert: China, Dresden, Cornwall – jeder hat seine Hügel und jeder seine weißen Objekte. Seit Jahrhunderten wussten nur die Chinesen, wie Porzellan zu machen ist. Sie hatten zwei Mineralien entdeckt, die sie miteinander mischten: Petuntse, was weißer Ziegel bedeutet und Kaolin. Beide sind weiß. Beide müssen in den richtigen Verhältnissen abgebaut, gereinigt und gemischt werden. Bei intensiver Hitze von 1300° C verschmolzen die beiden. Porzellan ist fast eine Form von Glas.

Auf über 400 Seiten reiht de Waal aneinander: Namen, Ereignisse, Wunder, Elend, Reiseerlebnisse, geschichtliche Anmerkungen, Kaiser und Königen, Handwerkern, Bergleuten, Arbeitern, Luxusgüter und Gebrauchsgegenstände, Alchimisten und Mystiker, Künstler und Macher, persönliche Eindrücke, alles um seine Leidenschaft, dem Stoff der Welt, alles um Porzellan.

Was ist das: eine Biographie, eine Geschichte, ein Reisebericht, eine philosophische Betrachtung? Auf jeden Fall ein bisschen von allem.

Es gibt keinen Zweifel, dass „Die weiße Straße“ eine gewaltige Leistung ist. Hut ab vor Edmund de Waal, der wie ein Besessener Geschichte und Geschichten zusammenführt und sie in diesem Buch verarbeitet. Und dann ist er doch erleichtert, als er wieder an seiner Töpferscheibe sitzt und 2453 weiße Gefäße herstellt. „Ich verwende all das vollkommene, vorläufige, tröstliche, melancholische, bedrohliche, leuchtende Weiß von meiner Reise.“ (Seite 456)

Das ist De Waals unbestrittenes Talent: obsessive Forschung zu betreiben, zu suchen, zu stapeln und zusammen zu führen, den Leser an dieser fast hektischen Reise zu beteiligen und Notizen zu machen und zu Lesen. Und dann das Ganze in ein Buch voller Charme, mit einem gewissen selbstironischen Humor zu gießen. Es ist ein elegantes, aber fast atemloses Buch.

Lassen Sie sich von diesem Buch verführen. Unausgesprochen übt es eine sogartige Wirkung aus. Wenn Ihnen Porzellan bisher nur wenig sagte, werden Sie ihm verfallen.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Paul Zsolnay Verlages

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-weisse-strasse/978-3-552-05771-5/

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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Ferrums avatar

Rezension zu "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Edmund de Waal

Die perfekte Symbiose
Ferrumvor 5 Jahren

Dieses Buch erzählt die Geschichte der Bankiersfamilie Ephrussi über die letzten ca. 150 Jahre hinweg. Und es ist - für mich jedenfalls - ziemlich einzigartig in der Art, wie es persönliches Schicksal, Familiengeschichte und Weltgeschichte miteinander verknüpft. Unaufgeregt, mit mehr - vielleicht sogar zuviel - Verständnis, als man erwarten würde. Nie polemisch, nie mit dem erhobenen Zeigefinger drohend, immer sachlich und dennoch auf eine geradezu unheimlich subtile Art immer den Finger in offene Wunden legend und den Punkt exakt treffen, auf den es ankommt.

Einzigartig die Akribie, mit der etwa für das Gemälde "Frühstück der Ruderer" von Renoir beschrieben wird, wer und warum er auf diesem Bild zu finden ist. Es ist, als ob sich die Szenerie plötzlich zu bewegen beginne und man Teil dieses Frühstücks wird


Meine Wege führen mich oft am Familienpalais der Ephrussis vorbei, einem wunderschönen Prachtbau an der Wiener Ringstrasse, Ecke Schottengasse. Nie wieder werde ich dieses Gebäude mit den gleichen Augen betrachten können wie vor dem Lesen dieses Buches. Beste (Familien-)Biographie, die ich in den letzten Jahren zu Gesicht bekommen habe. Ein echter Glücksgriff

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UteSeiberths avatar

Rezension zu "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Edmund de Waal

Eindrucksvolle jüdische Familiengeschichte
UteSeiberthvor 5 Jahren

Hinter diesem ungewöhnlichen Titel hatte ich keine so interessante jüdische Familiengeschichte vermutet! Der Autor ist ein Nachkomme der jüdischen Bankiersfamilie Ephrussi die an Reichtum und Einfluss den Rothschilds durchaus ebenbürtig war. Die Erforschung der Familie beginnt ungefähr 1870 in Paris , wo der erste Charles Ephrussi mit seiner Familie aus Odessa nach Paris kam.Er war sehr gebildet und konnte mit seinem Reichtum Sammler und Mäzen der Impressionisten werden.Außerdem war er mit Proust befreundet und wurde von ihm in einigen seiner Werke porträtiert.In dieser Zeit waren die Netsuke ("der Hase mit den Bernsteinaugen") in Frankreich Mode und wurden auch von ihm gesammelt.Später zog ein Teil  der Familie nach Wien und dahin wurden diese Netsuke-Sammlung verschenkt.Sie lebten bis zum Anschluß Österreichs an Deutschland privilegiert in Wien und  nach Hitlers Aufstieg wurde die Familie enteigent und in alle Welt zerstreut. Der Autor ist ein Nachkomme  einer der Töchter, die nach England emigrieren konnte und es ist unglaublich , wie anschaulich und einfühlsam er versucht seine Familiegeschichte zu rekonstruieren.Von dem unermesslichen Reichtum waren diese kleinen Figürchen das Einzige was eine loyale Angestellte retten konnte und nun haben sie einen besonderen Platz in dem Leben des  Sohnes Ignaz in Tokio.Ein so intesive Familiengeschichte habe ich schon lange nicht mehr gelesen und ich kann sie nur weiter empfehlen!

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Gespräche aus der Community

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curlysues avatar
Guten Abend, liebe Bücherfreunde! Ich hab vor ein paar Tagen als Geburtstagsgeschenk das Buch "Der Hase mit den Bernsteinaugen" bekommen. Und ich möchte - als Frischling hier in der Community - das gleich zum Anlass nehmen, eine Leserunde zu eröffnen. Ich freue mich auf Eure Beiträge. Alles Liebe und viel Vergnügen! Susanne
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Edmund de Waal im Netz:

Community-Statistik

in 112 Bibliotheken

auf 16 Wunschlisten

von 5 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

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