Edmund de Waal Der Hase mit den Bernsteinaugen

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Inhaltsangabe zu „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ von Edmund de Waal

264 Netsuke, Miniatur-Schnitzereien aus Holz und Elfenbein aus Japan, liegen in der Vitrine des britischen Keramikkünstlers Edmund de Waal, Nachkomme der jüdischen Familie Ephrussi. Wie sie dorthin gelangten, erzählt de Waal in einem Erinnerungsbuch, das vom Paris der Belle Époque ins Wien des Fin de siècle führt und vom Tokio der 1950er Jahre über Odessa nach London. Die Ephrussi, einst an Reichtum und Einfluss den Rothschilds ebenbürtig, erlebten mit dem „Anschluss“ 1938 den Niedergang - ihr gesamtes Vermögen wurde arisiert. Eine außergewöhnliche Familiengeschichte, eine Wunderkammer, eine brillant geschriebene Erkundung über Besitz und Verlust, über das Leben der Dinge und die Fortdauer der Erinnerung.

Fantastisches, bewegendes Buch, welches wirklich jeder lesen sollte!

— Himmelfarb
Himmelfarb

Eine sehr schöne Idee, die Familiengeschichte anhand kleiner Kunstwerke- Netsuke aufzurollen. Mit sehr viel Liebe und Mühe recherchiert.

— Ofelia
Ofelia

Grossartig. Hat mich so sehr berührt wie schon lange nichts mehr.

— Ferrum
Ferrum

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  • Die perfekte Symbiose

    Der Hase mit den Bernsteinaugen
    Ferrum

    Ferrum

    19. May 2014 um 12:04

    Dieses Buch erzählt die Geschichte der Bankiersfamilie Ephrussi über die letzten ca. 150 Jahre hinweg. Und es ist - für mich jedenfalls - ziemlich einzigartig in der Art, wie es persönliches Schicksal, Familiengeschichte und Weltgeschichte miteinander verknüpft. Unaufgeregt, mit mehr - vielleicht sogar zuviel - Verständnis, als man erwarten würde. Nie polemisch, nie mit dem erhobenen Zeigefinger drohend, immer sachlich und dennoch auf eine geradezu unheimlich subtile Art immer den Finger in offene Wunden legend und den Punkt exakt treffen, auf den es ankommt. Einzigartig die Akribie, mit der etwa für das Gemälde "Frühstück der Ruderer" von Renoir beschrieben wird, wer und warum er auf diesem Bild zu finden ist. Es ist, als ob sich die Szenerie plötzlich zu bewegen beginne und man Teil dieses Frühstücks wird Meine Wege führen mich oft am Familienpalais der Ephrussis vorbei, einem wunderschönen Prachtbau an der Wiener Ringstrasse, Ecke Schottengasse. Nie wieder werde ich dieses Gebäude mit den gleichen Augen betrachten können wie vor dem Lesen dieses Buches. Beste (Familien-)Biographie, die ich in den letzten Jahren zu Gesicht bekommen habe. Ein echter Glücksgriff

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  • Eindrucksvolle jüdische Familiengeschichte

    Der Hase mit den Bernsteinaugen
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    17. June 2013 um 18:22

    Hinter diesem ungewöhnlichen Titel hatte ich keine so interessante jüdische Familiengeschichte vermutet! Der Autor ist ein Nachkomme der jüdischen Bankiersfamilie Ephrussi die an Reichtum und Einfluss den Rothschilds durchaus ebenbürtig war. Die Erforschung der Familie beginnt ungefähr 1870 in Paris , wo der erste Charles Ephrussi mit seiner Familie aus Odessa nach Paris kam.Er war sehr gebildet und konnte mit seinem Reichtum Sammler und Mäzen der Impressionisten werden.Außerdem war er mit Proust befreundet und wurde von ihm in einigen seiner Werke porträtiert.In dieser Zeit waren die Netsuke ("der Hase mit den Bernsteinaugen") in Frankreich Mode und wurden auch von ihm gesammelt.Später zog ein Teil  der Familie nach Wien und dahin wurden diese Netsuke-Sammlung verschenkt.Sie lebten bis zum Anschluß Österreichs an Deutschland privilegiert in Wien und  nach Hitlers Aufstieg wurde die Familie enteigent und in alle Welt zerstreut. Der Autor ist ein Nachkomme  einer der Töchter, die nach England emigrieren konnte und es ist unglaublich , wie anschaulich und einfühlsam er versucht seine Familiegeschichte zu rekonstruieren.Von dem unermesslichen Reichtum waren diese kleinen Figürchen das Einzige was eine loyale Angestellte retten konnte und nun haben sie einen besonderen Platz in dem Leben des  Sohnes Ignaz in Tokio.Ein so intesive Familiengeschichte habe ich schon lange nicht mehr gelesen und ich kann sie nur weiter empfehlen!

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  • Rezension zu "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Edmund de Waal

    Der Hase mit den Bernsteinaugen
    sumsidie

    sumsidie

    08. October 2012 um 11:07

    In "Der Hase mit den Bernsteinaugen" lernen wir die reiche jüdische Familie Ephrussi kennen. Von Odessa, nach Paris, Wien und Tokio verfolgen wir die Geschichte einzelner Familienmitglieder und erleben en passant auch die Geschichte der Judenverfolgung in Europa. Doch nicht nur aus dieser Perspektive handelt es sich um eine geistreiche und sehr gelungene Familienbeiographie, in der sich die Weltgeschichte nur allzu gut spiegelt. Edmund de Waal gelingt es so gut durch die pompösen Straßen Paris und Wiens zu gehen, die Gebäude und deren Geschichte anhand der Familie Ephrussi zu entschlüsseln, dass man sich tatsächlich das Lebensgefühl der reichen Oberschicht in den einzelnen Städten zu Beginn des 20.Jahrhunderts vorstellen kann.

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  • Leserunde zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    »Ich hab doch meine Freiheit, und Freiheit ist so viel wert. Das Wort ist klein, aber der Inhalt ist riesig.« Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter auch auf dem Weg in die Gaskammer nicht von der Seite gewichen, hätten nicht die Nazis selbst sie aufgehalten. Der argentinische Autor Ariel Magnus will diese Frau, seine Oma, näher kennenlernen und beginnt, ihr Fragen zu ihrer Vergangenheit zu stellen. Entstanden ist ein überaus humorvolles und unkonventionelles Porträt einer Holocaust-Überlebenden, die seit 50 Jahren in Brasilien lebt und die in ihrer Authentizität mit allen Klischees bricht, die ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid zeigt, wie vielschichtig das Leben ist, auch in den dunkelsten Zeiten. Ariel Magnus und seine temperamentvolle Großmutter reisen dabei zwischen Deutschland, Brasilien und Argentinien hin und her, sie streiten, provozieren, überraschen, und so entfaltet sich vor dem Leser ein Kaleidoskop von unpathetischer Menschlichkeit, familiärer Wärme und pragmatischen Lebensentscheidungen. (Leseprobe zum Download) Mir wurde der Roman "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus bereits vor einigen Monaten vom Verlag Kiepenheuer & Witsch zum Probelesen gegeben und ich war von der ersten Seite an begeistert. Selten habe ich so einen unterhaltsamen und leichten Bericht über die damalige Zeit gelesen, der trotzdem unheimlich berührend ist. Es gibt so wahnsinnig viel Lektüre und Filme über das Thema, weswegen wir oft leider schon abgestumpft sind und uns kaum mehr ein Bericht von damals die tatsächlichen Eindrücke zu vermitteln mag. Aber Ariel Magnus berichtet so normal vom Zusammensein und den Berichten seiner intelligenten und lustigen Großmutter, dass man sogleich Seite an Seite reiht und kaum mehr aufzuhören vermag diese Frau zu bewundern und ihren Lebensweg weiterzuverfolgen. Ich würde mich freuen, wenn ich Euch mit meiner Begeisterung über diesen kleinen Literaturschatz anstecken kann! Weitere Informationen zu Buch und Autor gibt es auf der Verlagswebsite.  Zusammen mit Kiepenheuer & Witsch suchen wir 25 Testleser für "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering". Hast Du Lust mit uns das Buch zu lesen, darüber zu diskutieren und im Anschluss eine Rezension dazu zu schreiben? Hinterlasst einfach bis zum 12. September 2012 einen Kommentar, warum Euch gerade dieser Roman interessieren würde. Ich freue mich auf Eure Beiträge und die darauffolgende Diskussion! Selbstverständlich ist auch jeder, der das Buch in der kommenden Woche nicht gewinnt, herzlich einzuladen mit dabei zu sein und uns beim Lesen und dem Austausch zu begleiten! Ariel Magnus, geboren 1975 in Buenos Aires. Studium in Deutschland, schrieb für verschiedene Medien in Lateinamerika, die taz in Berlin und Spiegel Online und lebt heute als Autor und literarischer Übersetzer in Buenos Aires. Er hat bislang neun Bücher veröffentlicht. 2007 wurde er für seinen Roman »Ein Chinese auf dem Fahrrad« mit dem internationalen Literaturpreis Premio La otra Orilla ausgezeichnet. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und wurde ein internationaler Bestseller. "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" ist sein zweiter Roman, der auf Deutsch erscheint.

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  • Rezension zu "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Brigitte Hilzensauer

    Der Hase mit den Bernsteinaugen
    Sarah_O

    Sarah_O

    31. May 2012 um 12:47

    Mit "Der Hase mit den Bernsteinaugen" erzählt der Autor Edmund de Waal, Professor für Keramik in London, die Biographie seiner Vorfahren, der reichen jüdischen Kaufmannsfamilie Ephrussi. Kern seiner Familienrecherchen sind die 264 Netsuke, kleine geschnitzte Figürchen aus Japan, die nach dem Tod seines Großonkels in Tokio in seinen Besitz übergingen. Besonders gefallen hat mir "Der Hase mit den Bernsteinaugen" durch die einnehmende Art des Autors selbst, der mit ausgeprägtem Entdeckergeist und spürbarer Leidenschaft auf den Spuren der Vergangenheit seiner Familie wandelt, sich für jede neue Erkenntnis, für jedes noch so kleine Puzzlestück begeistern kann und seine Begeisterung in einem mitreißenden Erzählstil mit vielen liebevollen Details auch dem Leser nahe bringt. De Waal beginnt seine Nachforschungen in Paris, wo die Sammlung der Netsuke Ende des 19. Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Der Ephrussi-Sohn Charles, der sich ohne die Verpflichtungen seiner älteren Brüder und mit dem Geld seiner Familie, die sich in Odessa im Getreidehandel ein beachtliches Vermögen erarbeitet hatte, ließ sich in Paris nieder und verbrachte seine Zeit im stattlichen Familiensitz vor allem mit Kunst. Neben Bekanntschaften mit vielen namhaften Künstlern interessierte sich der Neu-Pariser für die Kunststücke Japans und erwarb Stück für Stück die Netsuke, die als Hochzeitsgeschenk von Paris aus den Weg zu seinen Verwandten nach Wien nahmen. Zu Viktor und dessen Frau Emmy, de Waals Urgroßeltern. In Wien bei seinen direkten Vorfahren angekommen, werden de Waals Erzählungen noch einmal deutlich intensiver, da er nun auch Kindheitserinnerungen seiner Großmutter und seines Großonkels einbinden kann, die er aus erster Hand oder aus Aufzeichnungen in ihren Nachlässen direkt erfährt. Er berichtet, wie die Kunstsammlung im Ankleidezimmer seiner Urgroßmutter einen Ehrenplatz fand und zum begehrten Spielzeug der Kinder des Hauses wurde. In Wien brach dann auch, nach ersten Verlusten im ersten Weltkrieg, der Nationalsozialismus über die jüdische Familie herein, die zu dem Zeitpunkt schon über die ganze Welt verteilt war. De Waal berichtet von Enteignung, vom Verlust ihrer Heimat, von der Flucht und davon, wie ausgerechnet die 264 japanischen Figuren wieder in den Besitz der Familie kamen, wohingegen fast alles andere verloren ging. Zu guter Letzt machten sich die Netsuke im Gepäck des Großonkels wieder auf die Reise in ihrer Heimat nach Japan. Insgesamt eine lesenswerte Biographie, die besonders durch den wundervollen Schreibstil des Autors und dessen Begeisterung für das Entdecken der eigenen Familiengeschichte besticht. Sehr empfehlenswert (auch wenn man nicht darauf warten sollte, dass der namensgebende "Hase mit den Bernsteinaugen", der den Schutzumschlag ziert, eine tragende Rolle spielen wird)!

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  • Rezension zu "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Brigitte Hilzensauer

    Der Hase mit den Bernsteinaugen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. December 2011 um 19:19

    Der Autor beschreibt die Geschichte der reichen jüdischen Familie Ephrussi, die seine Vorfahren waren. Als roten Faden verwendet er eine Sammlung von Netsuke, japanische Miniaturen aus Elfenbein und Holz, die fast als Einziges vom Familienreichtum übrig geblieben sind. Es folgt eine Reise in die Vergangenheit, von Paris nach Wien, Odessa und Tokio, gespickt mit Details, die nicht immer nachvollziehbar sind. Es wird Einsicht in das Leben der Reichen gewährt, der Titelgegenstand hingegen spielt keine Rolle, zumal seine asiatische Funktion in Europa verloren ging. Tragisch interessant ist, wie ein Familien Imperium durch politische Zwänge zerschlagen wird. Die bekannten Grausamkeiten der Nazizeit sind angerissen wobei der Name Ephrussi vorkommt. Etwas langatmig zu lesen.

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  • Rezension zu "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Brigitte Hilzensauer

    Der Hase mit den Bernsteinaugen
    Clari

    Clari

    25. October 2011 um 18:15

    Assimilation und Antisemitismus am Beispiel einer Familienchronik. Edmund De Waal ist Nachfahre jener berühmten jüdischen Bankiersdynastie Ephrussi, die Mitte des 19. Jahrhunderts von Odessa aus ihren Weg in die Welt antrat. Aus einem kleinen Getreidehandel hatte Charles Joachim Ephrussi 1860 ein riesiges Unternehmen gemacht, das zu den größten Getreideexporteuren der Welt aufstieg. Die Familie schickte ihre Abkömmlinge zunächst nach Wien, andere nach Paris, wo sie eine den de Rothschilds ebenbürtige Bank gründeten. Von dem Vorfahr Charles Ephrussi,1849 -1905, einem gebildeten, hoch interessierten Kunstsammler, Mäzen und Freund Marcel Prousts, erhielt Edmund De Waal eines Tages als dessen Nachfahre 264 Netsuke. Es sind japanische geschnitzte Kleinplastiken, die Charles im Laufe seines Lebens zusammen getragen hatte. Ausgehend von diesen Figuren macht sich Endmund De Waal auf den Weg, seine Familiengeschichte zu erforschen und zu erzählen. De Waal ist selber ein Keramikkünstler, der mit ungewöhnlicher Sensibilität und Genauigkeit den einzelnen Zweigen seiner Familie nachgegangen ist. So ist eine Studie auch über die Entwicklung jüdischer Kaufleute und Bankiers entstanden, die reizvoll und vielversprechend mit vielen Details den Lebenswegen mit Erfolgen und Niederlagen der einzelnen Familienzweige nachgeht. Diese Wege führten von Odessa über Wien, Paris bis nach London und Japan. Vor uns entfaltet sich die ganze Pracht und Herrlichkeit eines gebildeten, erfolgreichen, kunstbeflissenen, weltläufigen und unermesslich reichen Familienclans. Die Jahre 1871 -1899 sind der Kunst und dem Aufstieg des französischen Zweiges der Familie gewidmet. Vielfarbig und detailgenau kann man dem Pariser Gesellschaftsleben folgen und den Künstlern, die mit Charles Ephrussi befreundet waren. Danach sieht man sich in der Familie zunehmend mit einem fortschreitenden Antisemitismus konfrontiert, der zum Ende des Jahrhunderts in der Dreyfusaffäre seinen Höhepunkt fand. Edmund De Waal hat mit großer Empathie, ungeheurem Interesse und Fleiß die Chronik dieser außergewöhnlichen Familie nachgezeichnet. Sie bietet ein anschauliches Zeitgemälde des im ausgehenden 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gelebten Judentums. Mit dem gesellschaftlichen Wandel und der weitgehend praktizierten Assimilation gelang jüdischen Mitbürgern der Aufstieg zu Wohlstand und Bildung. Gleichzeitig behielt ein unterschwellig bis offen gelebter Antisemitismus weiterhin die Oberhand. Edmund De Waal zieht als Fazit zum Ende seiner Aufzeichnungen: “Ich habe das etwas mulmige Gefühl des Biographen, mich unbefugt am Rande des Lebens anderer Menschen herumzutreiben. Lass es einfach. Hör auf zu suchen und Dinge aufzuheben, beschwört mich die Stimme. Fahr heim und lass die Geschichten.“ Und genau so ist es: unergründlich und reich an Erfahrungen mit der Vergangenheit verlässt der Autor sein Werk, das er unendlich noch fortführen könnte. Es ist ein weit gefasstes Panorama, fein ziseliert und tiefgehend erforscht.

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  • Leserunde zu "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Edmund de Waal

    Der Hase mit den Bernsteinaugen
    curlysue

    curlysue

    Guten Abend, liebe Bücherfreunde! Ich hab vor ein paar Tagen als Geburtstagsgeschenk das Buch "Der Hase mit den Bernsteinaugen" bekommen. Und ich möchte - als Frischling hier in der Community - das gleich zum Anlass nehmen, eine Leserunde zu eröffnen. Ich freue mich auf Eure Beiträge. Alles Liebe und viel Vergnügen! Susanne

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