Edoardo Albinati

 3,3 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf

Italienische Bestseller: Edoardo Albinati, geboren 11. Oktober 1956 in Rom, ist ein italienischer Schriftsteller. Nach seinem Schulabschluss übte er verschiedene Jobs aus. Er bearbeitete Filmskripte, Übersetzte Literatur aus dem Englischen und arbeitete als Redakteur für die Zeitschrift „Nuovi Argomenti“. Sein Debüt als Autor gab er 1988 mit seinem Roman „Arabeschi della vita morale“. Darauf folgten dann weitere Werke, von denen einige erfolgreich verfilmt wurden. Darunter sein Roman „Il polacco lavatore di vetri“ im Jahr 1998. 2004 gewann er den Premio Viareggio für seinen Roman „Svenimenti“. 2016 wurde er Autor mit dem Premio Strega ausgezeichnet. Außerdem schrieb er schon zahlreiche Drehbücher, wie den Fantasy-Film „Il racconto die racconti“. Wenn er nicht gerade schreibt, arbeitet er als Lehrer im Gefängnis in Rom, schreibt Gedichte und veröffentlich Essays auf wissenschatlichen Plattformen.

Alle Bücher von Edoardo Albinati

Cover des Buches Ein Ehebruch (ISBN: 9783827014078)

Ein Ehebruch

(2)
Erschienen am 04.11.2019
Cover des Buches Die katholische Schule (ISBN: 9783827013590)

Die katholische Schule

(2)
Erschienen am 15.10.2018

Neue Rezensionen zu Edoardo Albinati

Cover des Buches Die katholische Schule (ISBN: 9783827013590)
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Rezension zu "Die katholische Schule" von Edoardo Albinati

wandablue
Rom in den 70ern des 20. Jahrhunderts.

Rom in den 70ern des 20. Jahrhunderts.
Das Verbrechen von Circeo, die brutale Vergewaltigung und der Mord von einer der zwei entführten jungen Frauen in Rom in den 70ern durch (ehemalige) Schüler des katholischen Jungeninternats San Leone Magno, abgekürzt SLM, einer geistlichen Schule, die auch der Autor himself durchlaufen hat, nimmt Albinati zum Anlass, ein Sittengemälde Roms, seiner Stadtviertel, seiner Gewohnheiten, Denkweisen und Gebräuche vorzustellen. Zeitlich liegen wir im wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg, sind zentriert in den 70er Jahren und bilden Ausläufer bis in die Gegenwart.

Der mit mehr als 1200 Seiten umfangreiche Roman ist sowohl eine Art Autobiografie wie auch eine Abrechnung mit der Gesellschaft. Eine Abrechnung mit allem: Familie, Erziehung, Tradition(en), Kirche. Religion. Regeln. Ethik. Erwartungsdruck und männliche Identität. Und gleichzeitig eine Aufarbeitung. Wie es Maike Albath auf „Lesart“ (vom 2.11.2018) schreibt „changiert der Roman zwischen Psychogrammen, Essays, regelrechten Erzählungen und Gegenwartssplittern“.

Da der Autor so viele Seiten zur Verfügung hat, stellt er sehr gemächlich, von einem Thema zum anderen springend, die Umgebung seiner Jugend vor: die Schule, die Lehrer, die Schüler, die Familien und sich selbst. Es gibt nicht sehr viel echte Handlung, vielmehr ist der Roman eine Art Vorwärtsphilosophieren, ein Nachdenken über sich, die Zeit, die Ethik allgemein und im besonderen im Lichte christlicher Betrachtung (keineswegs richtig verstanden), über Verantwortung, Schuld und Geschichte. Ein Nachdenken über Prägung. Der Versuch, etwas zu begreifen. War das Geschehen zwangsläufig? Etwa den Umständen, der Zeit, der Schule, der Ausbildung, der Vereinnahmung durch die Religion, der Unterdrückung von Sexualität geschuldet? Verlustängsten.

Ein raumgreifendes Thema ist die Pubertät und männliche Sexualität sowie die misogyne Haltung der männerdominierten Gesellschaft Italiens sowie des Katholizismus.

Dieses umfassende Sittengemälde aus Autors Sicht verlangt dem Leser viel ab. Er muss sich in die Gedankenwelt des Autors hineinversetzen, ist ihr ausgeliefert und will doch gar nicht alles Private wissen. Überdies ist er womöglich nicht mit jeder Deutung einverstanden. Vielmehr erliest er auch eine Menge Wehleidigkeit und falsche Opferrolle.

Fazit: Edoardo Albinati schrieb ein ausuferndes, objektive wie subjektive Elemente enthaltendes, Sittengemälde Italiens um ein brutales Verbrechen herum. Gleichzeitig dient der Roman der Aufarbeitung und dem Erklärungsversuch männlicher brutaler Sexualität. Dennoch bleibt das Geschehen unmenschlich und unfassbar. Vor allem wäre es vermessen, eine überreligiöse Erziehung für alles verantwortlich zu machen, wiewohl sie durchaus eine (untergeordnete) Rolle gespielt haben mag.

Kategorie: Philosophischer Roman. Anspruchsvoll.
Berlinverlag, 2018.


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Edoardo Albinati wurde am 11. Oktober 1956 in Rom geboren.

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