Eduard Graf von Keyserling Dumala

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Inhaltsangabe zu „Dumala“ von Eduard Graf von Keyserling

Drei Männer buhlen um die Gunst der schönen Baronin Karola. Der erotische Winterroman aus dem Baltikum endet mit einem Mordanschlag und mit der Einsamkeit der Zurückgebliebenen.»Eduard von Keyserling ist einer der besten Psychologen ... der Jahrhundertwende- Literatur.« Hellmuth Karasek

Wie immer wunderbar bildhafte Sprache, tolle Landschaftsbeschreibungen und Zwischenmenschliches sehr gut eingefangen.

— Apfelgruen
Apfelgruen

Kleine Geschichte über Glaube, Wahrnehmung und Pflicht, über Sehnsucht und Versagen- und ein bisschen Spannung ("Stürzt Baron Rast?")

— Beust
Beust

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  • Einer der besten Erzähltexte von Keyserling und damit einer der besten Erzähltexte überhaupt!

    Dumala
    Schelmuffsky

    Schelmuffsky

    07. May 2015 um 21:49

    Angeregt durch Illies' 1913 begann ich vor zwei Jahren, Keyserling zu lesen, Am Südhang bildete den Anfang einer inzwischen langen Reihe von Texten und war gleich einer der gleißenden Gipfel der Erzählkunst Keyserlings, Im stillen Winkel kam nahe an die Qualität dieses zuerst gelesenen Buches heran, Wellen sowieso, Die dritte Stiege als naturalistischer Roman war ganz anders und auch dieser den besten Beispielen des Naturalismus absolut ebenbürtig. Jetzt also Dumala. Ich kann vorausschicken: ein unglaublich guter Roman, Dialoge von einer Qualität, die ihresgleichen sucht, eine psychologische Studie (die vom Pastor Werner), die sämtliche Abgründe der Seele auslotet, einzigartige Naturbeschreibungen, für sie ist Keyserling ja bekannt, in Dumala werden Winterszenen in einer Klarheit beschrieben, dass man die Kälte auf der Haut brennen spürt, das Knirschen des Schnees hört, Details erinnert wie zum Beispiel das Knistern, das die trabenden Hufen im vereisten Moos verursachen. Alleine für diese Winterszenen lohnt die Lektüre dieses schmalen Buches, von dem jede Seite so ausdrucksstark ist wie anderswo ganze Kapitel nicht. Keyserling hat zudem ein phantastisches Gespür für die verschiedenen Charaktere, für den durch seine körperliche Einschränkung zu einer äußerst sarkastischen Lebenshaltung gezwungenen Baron von Dumala zum Beispiel, seine allseits kokette und lebenslustige Frau, ihre diversen glücklich und unglücklich verliebten Verehrer, den Pfarrer und seine naiv treusorgende Frau, die zahlreichen Bediensteten mit all ihren Sorgen, Schwächen und scheiternden Versuchen, dem Alltag zu entfliehen. Bei letzteren knüpft er an an seine Betrachtungen des Arbeitermilieus in Die dritte Stiege. Natürlich ist auch Dumala wieder absolut Happy end-frei, sämtliche Figuren sind am Schluss wieder bis ins Mark desillusioniert. Das sollte man wissen und Keyserling gar nicht erst in Erwägung ziehen, wenn positives Denken und andere Wahlsprüche des modernen Kapitalismus das eigene Gedankengut bestimmen oder vor allem süße Unterhaltung gesucht wird. Nein, dann ist Keyserling nichts. Allen anderen aber empfehle ich jeden einzelnen Text von Keyserling und Dumala ganz besonders.

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  • Rezension zu "Dumala" von Eduard von Keyserling

    Dumala
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. December 2010 um 16:58

    Der mit Lene verheiratete Pastor Erwin Werner verfängt sich im Charme der ein klein bisschen koketten, aber wohl eigentlich nur nach ein wenig Leben hungernden Baronin Karola Werland, deren Lebensaufgabe darin besteht, ihren siechen Mann zu pflegen. Karola bricht aus dieser „Gefangenschaft“ aus und wendet sich heimlich dem weltmännischen Behrent Rast zu. Dies löst bei Werner und bei Pichwitt, dem Sekretär des Barons, der sich gleichfalls in Karola verguckt hat und wie Erwin Werner der Baronin hinter die Schliche gekommen ist, nicht nur eifersüchtige Gefühle aus. Als Karola schließlich mit Behrent Rast flieht und der Baron stirbt, finden Karola und Erwin Werner wieder in ihre Einsamkeit zurück. Von Keyserling hat in diesem um die Wende zum 20sten Jahrhundert spielenden Roman meisterhaft die Denkweise dieser Zeit eingefangen. Fast noch größere Meisterschaft beweist er aber in der Schilderung der handelnden Charaktere. Diese Charaktere besitzen zeitlose Gültigkeit. Wie der Pastor sich selbst betrachtet, wie Lene nahezu instinkthaft die „Konkurrenz“ spürt, wie der Baron und der Pastor miteinander verkehren, wie Behrent Rast und Erwin Werner sich mit konventionellen Worten duellieren, könnte rund 100 Jahre später psychologisch kaum konturierter gezeichnet werden. Ein Buch von gestern und doch Menschen wie von heute.

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  • Rezension zu "Dumala" von Eduard von Keyserling

    Dumala
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. June 2010 um 12:35

    Im Dorf Dumala lebt der Pastor Erwin Werner mit seiner jungen Frau Lene und hütet seine Gemeinde. Just die Herrin des Gutshofs, Baronin Karola, stellt ihn auf eine schwere Probe. Lene bemerkt in ihrer direkten, recht kindlichen Art, dass die Baronin "die Männer verliebt in sich machen will". Und sie spürt, dass auch Erwin zu denen gehört, die dem Charme der Baronin verfallen sind. Karolas Page Pichwitt himmelt seine Herrin an und aus dem Nachbarort kommt Behrent von Rast auffällig oft zu Besuch. Keyserling schafft es, auf nur rund 120 Seiten die Atmosphäre in und auf Dumala bestens einzufangen. Der Adel lebt reich und geachtet, ihm fehlt jedoch in dieser Gegend das verbindende soziale Netz. Verständlicherweise sucht sich Karola einen Zeitvertreib und nutzt ihre Schönheit dafür aus - viel Auswahl hat sie für ihr Vergnügen wohl nicht. Je häufiger die Besuche des Herrn von Rast werden, umso eifersüchtiger wird Erwin, der von Karola nur als Pastor wahrgenommen wird und mit ansehen muss, wie Rast mit der Baronin im Herrenhaus fröhlich umher spaziert, während er bloß salbungsvolle Sprüche für den schwer kranken Ehemann finden soll. Die Rast'schen Besuche bleiben aus; kein Wunder, haben sich die Treffen inzwischen doch in die Nacht verschoben. Und so kommt es, dass der liebeskranke Pichwitt von Erwin, dem über alles erhabenen Pastor, ein Einschreiten fordert. Doch dem Pastor fällt - selber liebeskrank - nur eine sehr dramatische Lösung ein, die vermutlich der Auslöser ist, dass das heimliche Paar nach Florenz durchbrennt. In dem Buch sind alle einsam und damit umzugehen, ist vordringliches Ziel. Angefangen bei der Pastorenfrau Lene, die wenig Gegenüber im Dorf hat und ihren Mann in den Fängen der schönen Baronin sieht, weiter bei Pichwitt, der im einsamen Herrenhaus lebt und sich eine Liebe aussucht, die nie wahr werden kann, dann Erwin, der durch seine Position als Übervater im Dorf gesehen wird und seine typischen Schwächen weder zeigen noch darüber sprechen kann und nicht zuletzt das Paar Werland, die außer einer Eheschließung nichts zusammen hält. Die Sprache Keyserlings finde ich sehr sparsam. Er beschränkt sich auf ein Minimum an Geschehen und Worten, vermittelt aber sehr präzise, wie seine Personen leiden, aneinander vorbei leben und in ihren Gefühlen gefangen sind. Selbst dieses sprachliche Minimum lässt spüren, warum sich Erwin so sehr quälen kann, dass er für die Lösung des Ehebruchs fast bis zum Mord gehen würde. Die Einsamkeit ist das eine, das andere, was mir aufgefallen ist, ist das gesellschaftliche Korsett, das an der Situation nicht ganz unschuldig ist. Eine klare Bestandsaufnahme kommt in kleinen Nebenhandlungen, wenn Erwin zum Beispiel einen trinkenden Mann zur Raison bringen will. Am Ende steht das bittere Fazit von Erwin: "... da glaubt man, man sei mit einem andern schmerzhaft verbunden, sei ihm ganz nah, und dann geht ein jeder seinen Weg und weiß nicht, was in dem andern vorgegangen ist. Höchstens grüßt einer den anderen aus seiner Einsamkeit heraus."

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  • Rezension zu "Dumala" von Eduard von Keyserling

    Dumala
    serpent

    serpent

    05. March 2010 um 18:45

    Keyserlings Buch "Dumala" erzählt Werner und Karolas Geschichte. Werner ist der Pfarrer eines kleinen Dorfes zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Zunächst erledigt er seine Arbeit gewissenhaft: er hält Predigten, kümmert sich um kranke und scheint ein typischer, frommer Mann zu sein. Schnell wird aber klar, dass er mehr für die Baronin Karola Werland empfindet, als ihm zusteht. Karola ist jung und lebenslustig, aber durch ihren schwer kranken Mann an ihr zu Hause Dumala gefesselt. Aus der Sicht Werners erlebt der Leser nach und nach mit, wie die Fassade des Normalen zu bröckeln beginnt, wie der Pfarrer sich in seine Sehnsucht hineinsteigert, sogar böse Pläne schmiedet und Karola ihrerem Freiheitsdrang nachgibt - nur um zu scheitern. Das Scheitern an der Freiheit ist es wohl, was Keyserling seinem Leser hier besonders vor Augen führt. Selbst wenn man etwas wagt, war es zu der Zeit nicht einfach sein Glück zu finden und letztendlich findet keiner der Protagonisten das, was er sich wünscht. Das Drama hat mich nicht besonders beeindruckt, wie es manch andere Stücke aus der Zeit schon getan haben, dennoch war "Dumala" lesenwerte und hinterließ mich nachdenklich. Die Charaktere des Buches waren interessant und ihnen bei ihrem Handeln "zuzusehen" hatte etwas spannendes, das ich nicht in Worte fassen kann. Für jeden, der gerne Klassiker liest - auch die etwas unbekannteren - ist dieses Drama absolut empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Dumala" von Eduard Graf von Keyserling

    Dumala
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    02. December 2009 um 13:15

    Wenn ein Pastor die Leidenschaft verspürt ... Dieser im Jahr 1908 erstmals erschienene Roman des 1855 auf Schloss Paddern im Kurland als Sohn einer deutschstämmigen Adelsfamilie geborenen und 1918 in München verstorbenen Eduard von Keyserling ist ein sehr dichtes, psychologisch feines Bild eines Menschen, der, obwohl er sich mit größter Vehemenz dagegen wehrt, der Leidenschaft erliegt und dadurch fast einige Leben zerstört. Erwin Werner; der gottestreue, gutaussehende, mit einer hübschen Frau gesegnete und mit schönem vollen Bariton ausgestattete Pastor von Dumala, einer kleinen Stadt im Baltikum, lernt bei seinen Hausbesuchen die aufregend schöne Baronin Karola kennen, die ihren bettlägerigen Mann selbstlos betreut. In seiner Ehe eigentlich unglücklich, ist er rasch von der scheinbar lebensfrohen und so anders blühenden Karola fasziniert. Er verfällt er ihr immer mehr und ist bald Teil eines Trios um Karola buhlender Männer, das vom "unmäßigen Weiberkonsumenten" Baron Rast und dem schüchternen und devoten Pagen Pichwit komplettiert wird. Er spürt ihre prinzipielle Offenheit zu einer außerehelichen Verwicklung und wird von Eifersucht aufgezehrt, als er merkt, dass der Frauenheld Baron Rast durch Entschlossenheit und humorvolles Auftreten Karolas Gunst erobert hat. Subtil deutet Keyserling die emotionelle Verbundenheit des Pastors an, melancholisch fügen sich so alle Teile zu einem harmonischen Ganzen zusammen. "Werner stand noch eine Weile da und schaute dem Schlitten, dem Wehen des blauen Schleiers auf dem Fischottermützchen nach, er schützte die Augen mit der Hand vor der Sonne, um länger und besser sehen zu können." Durch einen Hinweis entdeckt er des Barons nächtliche Kutschenfahrten zur Residenz Karolas und beobachtet, frierend und sich verzehrend, das hinter geschlossenen Vorhängen stattfindende Treiben vom Hof des Guts Werland aus. Als einzige Rettungsmöglichkeit sieht er den inszenierten Tod seines Kontrahenten; ein Tötungsversuch, der zu einer moralischen Zerreißprobe für den Geistlichen wird. Psychologisch und literarisch großartig die Szene, in der die beiden, Pastor Werner und der Baron Rast, ihre Positionen in einem Gasthaus klären. Ein glaubwürdiger und unerbittlicher Dialog, in dem keiner der beiden Männer nachgibt und Pastor Werner einsehen muss, dass er seine leidenschaftlichen Gefühle zurückstecken muss und seine einzige Hoffnung nur die moralische Rettung der Baronin Karola sein kann, die nun mit Rast durchgebrannt ist und ein neues Leben in Italien gestalten möchte. Keyserlings klare, feine und immer der Entwicklung des Romans dienende Sprache ist bestechend präzis. Jeder Dialog, jedes Wort ist wichtig für die weitere Entwicklung. "Dumala" ist ein winterlich trauriges Buch, das in vielen abwechslungsreichen Weißtönen gehalten ist und kompromisslos auf das den damaligen Konventionen überhaupt nicht entsprechende Ende zutreibt. "Dumala" ist ein kleines literarisches Meisterwerk. (erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at)

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  • Rezension zu "Dumala" von Eduard Graf von Keyserling

    Dumala
    glowinggloom

    glowinggloom

    30. September 2008 um 20:41

    Trauer und Einsamkeit, Liebe und Sehnsucht im Verhältnis von Baronin Karola, Pastor Werner und Kavalier Rast. Baron Werland mit anschaulichen religionskritischen Äußerungen.
    Der kurze (130 Seiten) Roman, hat mir, wie bisher alle Keyserling Romane gut gefallen.