Eduard Habsburg Lena in Waldersbach

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Inhaltsangabe zu „Lena in Waldersbach“ von Eduard Habsburg

<p>Auf den Spuren von Büchners Lenz irrt die siebzehnjährige Lena durch das Gebirge am Rand der Vogesen. Sie hat etwas zu verbergen und läuft vor irgend etwas davon. In starken Bildern zeichnet Habsburg eine massive Verstörung. Atmosphärisch dichte Naturbeschreibungen sind Gegenbilder innerer Zustände. Lena lebt den kranken Lenz nach, seine Angstvisionen und Wahnzustände, und verwandelt die Geschichte von Lenz im Steintal in ihr Leben. Sie denkt in Büchners Worten und sieht die Welt durch die Augen der kranken Hauptfigur. Schlüsselszenen des Lenz, die kein Leser je wieder vergisst, werden von ihr neu durchlebt. Man ahnt: was Lena für ihr Trauma hält, ist in Wahrheit eine psychologische Verschiebung, um ihr eigentliches Trauma zu verdecken. Habsburg erzählt die Geschichte raffiniert und mit subtiler Ironie. In Waldersbach findet Lena Aufnahme bei einem Pastorenpaar, doch birgt das Pfarrhaus einen geheimnisvollen weiteren Gast. Das Geschehen treibt auf eine Eskalation zu, doch auf dem Höhepunkt zeichnet sich eine völlig überraschende Wendung ab, die vieles auf den Kopf stellt...</p>

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  • Sog in den Wahn

    Lena in Waldersbach
    Juana

    Juana

    24. June 2013 um 14:23

    In seinem zweiten Roman schickt Eduard Habsburg eine Schülerin aus Frankfurt am Main allein in die Vogesen, ohne Handy und Laptop, aber mit einer zerfledderten Reclam-Ausgabe von Büchers „Lenz“ im Rucksack. Der Pfarrer von Waldersbach und seine Frau nehmen sie freundlich auf und staunen darüber, dass eine 17-Jährige so fasziniert vom „Lenz“ und dem historischen Vorbild ist, dass sie bei Ihnen auf dessen Spuren wandeln will. Was sie nicht wissen: Lena identifiziert sich so sehr mit dem traumatisierte Lenz, dass sie dessen Ängste und Wahnvorstellungen nachlebt. Der Leser ahnt schnell, dass Lenas eigentliches Problem ein anderes ist, das Ende des Romans überrascht dann doch. Von Habsburg spielt gekonnt mit Fantasie, Illusionen, Wahn und Realität und zeigt, welche Kraft Literatur entfalten kann, wenn sie auf fruchtbaren Boden trifft.

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  • Wahnsinn in Literatur und Leben

    Lena in Waldersbach
    cosima73

    cosima73

    26. March 2013 um 16:25

    Lena wandert auf den Spuren von Büchners Lenz durch die Vogesen. Sie irrt durch die Täler und auf Berge, auf der Suche nach den beschriebenen Örtlichkeiten und durchlebt dabei Lenzens Wahnsinn, dessen Wahnzustände. Kreuz und quer durch das Steintal, durch all die Orte, die sie kannte und doch nicht kannte, hinauf auf das Gebirg und kreuz und quer über das Gebirg, mit wenig Ruhepausen. Kein Wunder, dass sie zum Umfallen erschöpft war und eigentlich nur noch weinen wollte, aber die grösste Prüfung stand ihr ja noch bevor. Lena findet Unterschlupf bei einem Pastorenpaar, erfährt da eine Geborgenheit, die sie im Leben vermisste, der sie aber nicht trauen kann. Ein Durcheinander von Realität und Einbildung treibt sie immer mehr in die Enge einer Verstörung, die sie gegen alles und jeden misstrauisch werden lässt.. Alles in Lena revoltierte. Sie musste den Deckel fest geschlossen halten, konnte keinen Augenblick die Kontrolle verlieren, durfte sich keine Blösse geben. Eduard Habsburg erzählt die Geschichte eines Mädchens, das sich in ihrem wahren Leben nicht mehr geborgen fühlt und sich aufmacht, ein anderes Leben zu ergründen, das von Büchners Lenz. Sie taucht so sehr in dieses Leben ein, dass sie die Welt durch dessen Augen sieht und schliesslich Wahrheit und Schein nicht mehr auseinander halten kann. Natürlich hat das Ganze einen Auslöser, welcher im Laufe der Geschichte immer mal vage erwähnt wird, dann aber immer klarer ans Tageslicht tritt. Habsburg versucht, durch die Figur der Lena den Lenz in die heutige Zeit zu holen. Einige moderne Attribute wie SMS, Facebook und Google Maps helfen dabei. Dazwischen blickt der Leser auf Sätze und Bilder aus Büchners Original. Lenas Hang zum Wahnsinn wird in der Erzählung von Habsburg auf einen Bruch in ihrem Leben zurückgeführt, die Hinwendung zu Lenz resultiert aus diesem. Das hebt Lena von Lenz ab, bei welchem der Ursprung für seine Krankheit im Dunkeln bleibt. Es bleibt ein gewisses Fragezeichen ob der Plausibilität des Ganzen zurück. Zwar versteht man schlussendlich die Besessenheit von Lena in Bezug auf Büchners Lenz, die gemeinsamen Wahnvorstellungen wirken fragwürdig und im vergleich zu Büchners Lenz bei Lena eher farblos. Fazit: Ein verwirrendes Buch über Verirrungen und Verwirrungen. Abgründig, geheimnisvoll und ausgefallen.

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  • Wahnsinn in Leben und Literatur

    Lena in Waldersbach
    cosima73

    cosima73

    24. March 2013 um 11:47

    Lena wandert auf den Spuren von Büchners Lenz durch die Vogesen. Sie irrt durch die Täler und auf Berge, auf der Suche nach den beschriebenen Örtlichkeiten und durchlebt dabei Lenzens Wahnsinn, dessen Wahnzustände. Kreuz und quer durch das Steintal, durch all die Orte, die sie kannte und doch nicht kannte, hinauf auf das Gebirg und kreuz und quer über das Gebirg, mit wenig Ruhepausen. Kein Wunder, dass sie zum Umfallen erschöpft war und eigentlich nur noch weinen wollte, aber die grösste Prüfung stand ihr ja noch bevor. Lena findet Unterschlupf bei einem Pastorenpaar, erfährt da eine Geborgenheit, die sie im Leben vermisste, der sie aber nicht trauen kann. Ein Durcheinander von Realität und Einbildung treibt sie immer mehr in die Enge einer Verstörung, die sie gegen alles und jeden misstrauisch werden lässt.. Alles in Lena revoltierte. Sie musste den Deckel fest geschlossen halten, konnte keinen Augenblick die Kontrolle verlieren, durfte sich keine Blösse geben. Eduard Habsburg erzählt die Geschichte eines Mädchens, das sich in ihrem wahren Leben nicht mehr geborgen fühlt und sich aufmacht, ein anderes Leben zu ergründen, das von Büchners Lenz. Sie taucht so sehr in dieses Leben ein, dass sie die Welt durch dessen Augen sieht und schliesslich Wahrheit und Schein nicht mehr auseinander halten kann. Natürlich hat das Ganze einen Auslöser, welcher im Laufe der Geschichte immer mal vage erwähnt wird, dann aber immer klarer ans Tageslicht tritt. Habsburg versucht, durch die Figur der Lena den Lenz in die heutige Zeit zu holen. Einige moderne Attribute wie SMS, Facebook und Google Maps helfen dabei. Dazwischen blickt der Leser auf Sätze und Bilder aus Büchners Original. Lenas Hang zum Wahnsinn wird in der Erzählung von Habsburg auf einen Bruch in ihrem Leben zurückgeführt, die Hinwendung zu Lenz resultiert aus diesem. Das hebt Lena von Lenz ab, bei welchem der Ursprung für seine Krankheit im Dunkeln bleibt. Es bleibt ein gewisses Fragezeichen ob der Plausibilität des Ganzen zurück. Zwar versteht man schlussendlich die Besessenheit von Lena in Bezug auf Büchners Lenz, die gemeinsamen Wahnvorstellungen wirken fragwürdig und im vergleich zu Büchners Lenz bei Lena eher farblos. Fazit: Ein verwirrendes Buch über Verirrungen und Verwirrungen. Abgründig, geheimnisvoll und ausgefallen.

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