Das dunkle Ende des Laufstegs

von Eduardo Mendoza 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Das dunkle Ende des Laufstegs
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Ein Krimi der anderen Art! Liebenswert, schelmisch und satirisch...

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Inhaltsangabe zu "Das dunkle Ende des Laufstegs"

Im Barcelona der 1980er Jahre lässt eine obskure Clique alter Männer ein Model verschwinden und versucht den Mord einem Damenfrisör anzuhängen. Der beginnt zu ermitteln und entdeckt eine weitverzweigte Verschwörung von Unternehmern, die die wirtschaftliche Öffnung des Landes verhindern wollen, um ihre zwielichtigen Geschäfte zu schützen. Offenbar wusste die junge Frau zu viel. Mit viel Humor führt uns Eduardo Mendoza durch einen temporeichen Krimi der anderen Art. Den Fall löst der verrückte Detektiv erst zwanzig Jahre später auf. Eduardo Mendoza ist als Meister der spannenden Komödie in seinem Element – ein literarischer Coup und in Spanien ein Bestseller.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783312010295
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:336 Seiten
Verlag:Verlag Nagel & Kimche AG
Erscheinungsdatum:13.03.2017

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    Duffys avatar
    Duffyvor 7 Monaten
    Eine Krimikomödie mit Augenzwinkern

    Das Franco-Regime hat ausgedient und Spanien öffnet sich auch wirtschaftlich. Das will eine Gruppe alter Herren verhindern, weil sie fürchtet, dass man ihnen ihre Pfründe abgräbt, Diese Gruppe hat in der Vergangeheit ihr Vermögen nicht ganz legal ins Ausland verschoben. Das Model Olga Baxter gerät durch Zufall in die Aktivitäten der Gruppe und wird ermordet. Diese Tat wird einem mittellosen Friseur in die Schuhe geschoben, der von sich aus versucht, den Fall aufzuklären mit der Hilfe einer Transvestitenfreundin, die er bei der Recherche kennenlernt. Er joggt durch Barcelona, weil er sich noch nicht mal die öffentlichen Verkehrsmittel leisten kann, und versucht, Informationen zusammenzutragen, die Licht ins Dunkel bringen. Ganz überraschend klärt sich der Fall.
    Eduardo Mendoza, seit vielen Jahren in Spanien ein Bestsellerautor und auch bei uns nicht mehr ganz unbekannt, ist ein großartiger Erzähler und bei seiner Liebe zu Barcelona darf sich der Leser auch auf interessante Streifzüge durch die Stadt freuen. Der Autor hat hier keinen Krimi geschrieben, eher eine Komödie, die er mit viel hintergründigem Humor und kleinen Seitenhieben auf lokale Ungereimtheiten würzt. Dramaturgisch ist der zweite Teil, der das Ganze noch einmal Jahre später unter die Lupe nimmt und den ganzen Fall mit Abstand der vergangenen Zeit erzählt, ein gekonnter Griff in die Stilmittelkiste. Mendoza ist auch so einer, der gar  keine schlechten Bücher schreiben kann. So ist auch dieses ein gelungenes Werk, mit vielen kleinen Überraschungen und geprägt von der Lust des Autors am Schreiben und an Wortspielen, sodass man es dem werten Leser, der Unterhaltung auf hohem schriftstellerischen Niveau zu schätzen weiß, nur empfehlen kann.

    Kommentare: 1
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    Miamous avatar
    Miamouvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Krimi der anderen Art! Liebenswert, schelmisch und satirisch...
    Ein Held ohne Geld und Waffen...

    "Schon seit einiger Zeit arbeitete ich bei einem Chinarestaurant, ein Job, den ich zum einen ergattert hatte, weil ich aus Barcelona kam und die Stadt kannte, wie meine Westentasche, zum anderen, weil ich - für den Fall, dass die Polizei mich anhielt – nachweisen konnte, dass mit meinen Papieren alles in Ordnung war!“ So stellt sich der Protagonist zu Beginn von „Das dunkle Ende des Laufstegs“ vor. Eines Tage begegnet er bei einer seiner Auslieferungen einer älteren Dame mit einem Hund und erinnert sich, was vor gut 20 Jahren passiert ist, als ihm ein Mord in die Schuhe geschoben wurde und er alles daransetzte, die wahren Drahtzieher und Täter zu finden.

    Der Roman gliedert sich in zwei Teile, wobei im ersten die Erinnerungen des Protagonisten (er bleibt namenlos) eine bedeutende Rolle spielen. Er erzählt von dem Mord an Senorita Baxter, seiner Rolle dabei und seiner Verfolgung durch die Polizei. Er erzählt, wie er verschiedenste Menschen kennenlernte, die ihn bei seiner Suche unterstützten und wie er sich trickreich Zugang zu den verschiedensten Informationen verschaffen konnte. Die Suche nach dem wahren Mörder treibt den Detektiv durch ganz Barcelona. Der zweite Teil spielt 30 Jahre später. Der Protagonist konnte seine Unschuld nicht beweisen und saß seine Gefängnisstrafe ab. Nun aber begibt er sich erneut auf die Suche nach dem Mörder von Senorita Baxter und trifft viele Bekannte wieder, die sich sehr unterschiedlich und ganz anders als man als Leser annehmen möchte, entwickelt haben.

    Um es gleich mal vorwegzunehmen: Der Roman lässt sehr viele Lesarten zu – er ist Detektivgeschichte, Wirtschaftskrimi und gleichzeitig Sozialsatire. Die eigentliche Handlung, nämlich die Lösung des Mordfalls, tritt nie in den Hintergrund und trotzdem muss man bei diesem Buch zwischen den Zeilen lesen um es wirklich so richtig genießen zu können. Bisweilen habe ich wirklich Tränen gelacht, was vor allem an den wirklich gekonnt gezeichneten Charakteren lag, in denen der Autor aber gleichzeitig auch eine große Gesellschaftskritik übt. Der erste Teil des Buches spielt in der Zeit, als Spanien von der Diktatur in die Demokratie ging und ganz Barcelona befindet sich in einem euphorischen Aufbruch, wo alles möglich zu sein scheint. Besonders stark macht Eduardo Mendoza dies an der Figur der Senorita Westinghose fest, deren Träume fast schon ein hollywoodmäßiges Ausmaß annehmen. Der zweite Teil spielt im Barcelona von heute, wo diese damaligen Wünsche und Träume überhaupt keine Rolle mehr spielen. Ganz im Gegenteil: Die Figuren haben das genommen, was sie kriegen konnten und haben gefälligst damit zufrieden zu sein.

    Hinterrücks gibt es verschiedenste Machenschaften, der distinguierten Gesellschaft Barcelonas, die schon fast mafiaähnliche Züge haben, wobei der Autor auch diese restlos durch den Kakao zieht. Die alteingesessenen Unternehmerfamilien in Barcelona wollten nach Ende der Diktatur ihr Geld nicht in Spanien investieren und transferieren es in die Schweiz. Dazu wird ein erfahrener Finanzexperte gesucht, der in Senor Magin gefunden wird. Als der Transfer jedoch auffliegt, wird dieser zum Ausgestoßenen und trotzdem wird von den Unternehmensfamilien alles darangesetzt ihn warmzuhalten, da er das Geld ja auch irgendwie wieder zurücktransferieren muss.

    Nachdem sich in der Geschichte ein sehr fein gesponnenes Netz aus Verdächtigungen und Vermutungen herausgebildet hat, glaubt man schon fast, dass Senorita Baxter ein Opfer der Stadt Barcelona geworden ist. Doch dann endet der erste Teil mit einem Knalleffekt. Aber auch der zweite Teil lässt am Ende keine Wünsche offen. Alle, wirklich alle, egal ob arm oder reich werden zur Rechenschaft gezogen.

    Wie bereits erwähnt, ist das Buch eines, über das man wirklich lachen kann, obwohl die Themen darin an sich gar nicht zum Lachen sind. Eduardo Mendoza hat einen unglaublich pointierten und sehr sarkastischen Schreibstil, nicht nur was die Aussagen seiner Figuren betrifft, sondern auch wie er sie in treffendster Weise beschreibt. Sie sind zum Teil ein Widerspruch in sich und gleichzeitig auch sehr charmant – schelmisch dabei.

    Da ich Bücher dieser Art sehr gerne mag, konnte dieses hier vollends bei mir punkten und ich habe es daher in kürzester Zeit ausgelesen. Von mir gibt es daher eine unbedingt Leseempfehlung. Ich freue mich schon auf weitere Bücher dieses Autors.

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