Eduardo Mendoza Mauricios Wahl

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Inhaltsangabe zu „Mauricios Wahl“ von Eduardo Mendoza

Da ist er irgendwie hineingerutscht: Mauricio, Zahnarzt und politisch nicht sonderlich interessiert, sieht sich unversehens in der Wahlkampagne der Sozialisten engagiert. Zugleich findet sich der erotisch eher unverbindliche Junggeselle plötzlich in Beziehungen mit gleich zwei Frauen wieder. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Die angehende Rechtsanwältin, eine großherzige, aber nicht ganz leicht zu handhabende Skeptikerin, bedeutet Mauricio die wohlvertraute bürgerliche Welt; die andere dagegen, "die Kifferin", fasziniert ihn mit ihrer etwas grellen Schönheit und ihrer Geradlinigkeit; sie macht ihn ratlos. Und beide Frauen liebt er. Oder etwa nicht? Je mehr er Klärung schaffen will, um so fataler schlittert er in die Verwicklungen hinein. Nicht daß er keine Überzeugungen hätte, aber wie sich daran aufrichten, wenn die Welt so viel Erstaunliches, Befremdliches bereithält? Gut, daß es da Menschen gibt, die scheint's wissen, was richtig ist. Seltsame Wesen sind sie ihm aber doch.

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  • Rezension zu "Mauricios Wahl" von Eduardo Mendoza

    Mauricios Wahl
    Duffy

    Duffy

    16. November 2010 um 08:26

    Mauricio, ein eigentlich durchschnittlicher Zahnarzt, findet sich in einer kurzfristigen Episode als Kandidat der Sozialisten, steckt in zwei Beziehungen zu Frauen, die unterschiedlicher gar nicht sein können und versucht, mit so wenig Aufwand wie möglich, sein Leben nicht in Schlingerkursen verlaufen zu lassen, was mitunter nicht gerade einfach ist. Mit leichtem, fast schon beschwingtem Erzählstil nimmt uns Mendoza mit in die kleinen Kämpfe, die diesen Alltag bestimmen, zeichnet Mauricio als einen Zeitgenossen, den man "irgendwie" immer gerne haben muss und bringt uns Melancholie und Tolpatschigkeit als ungewolltes Lebenskonzept näher. Humor und Sensibilität machen auch aus diesem Roman wieder ein Buch, dass sich nahtlos in das Mendoza-Werk einreiht

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  • Rezension zu "Mauricios Wahl" von Eduardo Mendoza

    Mauricios Wahl
    HeikeG

    HeikeG

    15. August 2008 um 16:03

    Politische und persönliche Unentschlossenheiten - ein Zeitengemälde Kataloniens der 80er Jahre Die bisher erschienenen Romane des katalanischen Autors Eduardo Mendoza prägte stets ein Hang zu parodistischer Übertreibung sowie ein skurriler und karikaturesk überzogener Humor. Trotzdem sein neuestes Werk - "Mauricios Wahl" - aus dieser stilistischen Kennzeichnung ausbricht, hat es sich trotzdem ein typisches Charakteristikum bewahrt: Mendozas schonungslosen "gesellschaftlichen Röntgenblick". Eduardo Mendoza konfrontiert den Leser stets mit konträren Gesellschaftsschichten, unter dem Prisma eines prototypischen Helden, in einem subtilen ironischen Prozess, der nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen ist. Das Lesen seiner Romane bedingt einen ebensolchen "Röntgenblick", um nicht Gefahr zu laufen, im "Geplätscher der Handlung" unterzugehen oder mit der Frage konfrontiert zu werden: Was will uns der Autor eigentlich sagen? Stets offenbaren seine Bücher auf den ersten (oberflächlichen) Blick eine gewisse Handlungsleere, fast wie eine Geschichte in Großbuchstaben ohne Stofflichkeit. Die umständlichen, teils possenhaften Geschichten dümpeln vor sich hin, kommen und kommen einfach nicht in Schwung. Der Leser wartet darauf, dass es "doch wohl jetzt endlich mal losgehen müsse". Doch dies ist Mendozas stilistische Art von "Kälte", einer Art methodischer Leichtigkeit. Unter dieser Leere offenbaren sich zumeist tiefe, klüngelhaft-provinzielle Abgründe seiner katalanischen Heimatstadt Barcelona. Einer Metropole, die sich eigentlich spätestens seit der Austragung der Olympischen Spiele weltweit den Ruf als fortschrittliche und kosmopolitische "heimliche Hauptstadt" Spaniens erobert hat. Doch hinter den modernistischen Fassaden hält sich ein anachronistischer Mief, der direkt auf alte Protektionen und Privilegien aus der Franco-Zeit zurückgeht. Auch "Mauricios Wahl" berichtet davon. Mendoza-typisch ist wiederum seine Roman-Strukturierung: die Verflechtung von zwei literarischen Segmenten, ein historisch-gesellschaftliches auf der einen Seite und ein feinsinniges Persönlichkeitsbild auf der anderen. Beide "ernähren" sich gegenseitig, sie dialogisieren. Wobei das zweite Niveau dieses Mal eine gewisse Bevorzugung bekommt: Eine Geschichte um Liebe, menschliche Vergänglichkeit, Schmerz und auch Frömmigkeit. Erzählt in der dritten Person, folgt der Leser den Schicksalswendungen seines "Helden" - dem Zahnarzt Mauricio Greis - in einer Zeit zwischen der zweiten Legislaturperiode von Jordi Pujol (der Selbstverwaltung Kataloniens) und Barcelonas Zuerkennung der Austragung der Olympischen Spiele 1992. Der Zeit der politischen Unentschlossenheit setzt Mendoza einen nicht minder unentschlossenen Protagonisten entgegen. Als er nach langer Zeit seinen alten Schulkameraden Fontán wieder begegnet und dieser ihn zu einer Party einlädt, lernt er dort die angehende Rechtsanwältin Clotilde kennen und lässt sich außerdem von Freunden dazu überreden, sich bei den nächsten Regionalwahlen auf die Liste der Sozialistischen Partei Kataloniens zu setzen. Am nächsten Morgen erwacht er mit dem Gefühlt, "in seinem Leben habe eine irreversible Veränderung stattgefunden". Doch es sollte noch "schlimmer" kommen. Auf einer der folgenden Wahlkampfveranstaltungen, wo er sich mit dem alten Revolutionär Brihuegas sowie dem Arbeiterpfarrer Serapio, der ihm - dem bürgerlich Angepassten - unverhohlene Ablehnung entgegenbringt, herumschlagen muss, läuft ihm auch noch die schlichte und großherzige, aber dafür umso faszinierendere Adela, die Porritos, "die Kifferin", über den Weg. Plötzlich sieht sich Mauricio, dessen Maxime bisher "ich lebe und lasse leben" waren, neben den politischen auch noch zu sehr persönlichen Entscheidung gedrängt. Er glaubt, beide Frauen zu lieben: Clotilde und die Porritos. Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, sei es in ihrer Charakterisierung oder ihrer Herkunft: zwei Arten, "in der Welt zu überleben" (eine Kategorisierung, die der Autor aus Barcelona nie vernachlässigt). Gerade die Beziehung Mauricios mit der "Porritos" bietet dabei einen sehr tiefgründig, dramatischen Einblick und brillante Selbstbeobachtungen. Einige Dialoge, manche Umrisse eines Augenblicks oder einige sekundär Handelnde lassen den Leser immer wieder schmunzeln. Mendoza ist, gerade in Szenen, wo man es nicht vermutet, ein Meister der Situationskomik. Gleichzeitig zeichnet er jedoch ein nüchternes Bild seiner Heimatstadt und deren Menschen unter dem Mantel einer großen Generations-Traurigkeit. "Trotz der Aussicht auf die Olympischen Spiele war die Stadt in eine Art ungemütliche Traurigkeit verfallen. Die Gespräche welkten dahin, die gesellschaftlichen Zusammenkünfte waren langweilig. Niemand fand die Gedanken der anderen interessant, nicht einmal die eigenen. (…) Es herrschte ein Zustand allgemeiner Unzufriedenheit." Diese Unzufriedenheit überträgt sich zu dominant auf den Leser. Mauricios permanentes Zögern - "Er baute darauf, dass ein Zufall oder die Zeit die Dinge zurechtrücken würden" - prägt auch die Syntax dieses Romanes. Alles in allem mangelt es diesem Buch an Schlüssigkeit. Am Ende hat man zwar eine leidlich unterhaltsame Geschichte über einen unentschlossenen und sich nicht klar positionierenden Mann gelesen, aber ein tiefer Blick in den Charakter Mauricios und auch den damit verbundenen politischen Zeitgeist Kataloniens bleibt dem Leser verschlossen. Mendoza erzeugt beim Außenstehenden ein Gefühl der Leere und des Unverständnisses, ohne hilfreich-erklärend einzugreifen. Mir persönlich war das ein bisschen zu wenig.

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