Edvarts Virza

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Autor von Straumēni.

Lebenslauf von Edvarts Virza

Edvarts Virza (1883–1940) wurde als ältestes von neun Bauernkindern unter dem Namen Jēkabs Eduards Liekna auf dem zemgalischen Land bei Iecava geboren. Nach einem höheren Schulabschluss begann er 1902 in Riga ein technisches Studium. Schon nach kurzer Zeit zog es ihn nach Moskau, wo er juristische Vorlesungen besuchte. Als 1905 die Russische Revolution ausbrach, kehrte er zurück nach Lettland und veröffentlichte 1907 seinen ersten Gedichtband »Biķeris«. Während des Ersten Weltkriegs wurde seine Familie aus dem heimatlichen Zemgale vertrieben, Virza wurde zur Armee eingezogen. Ab 1918 arbeitete er für Zeitungen und Zeitschriften und setzte sich für die Unabhängigkeit Lettlands ein. 1920/21 leitete Virza das lettische Pressebüro in Paris, zurück in Lettland trat er dem Bauernverband, der lettischen Bauernpartei, bei und verantwortete bis zu seinem Tod den Literaturteil der Parteizeitung »Brīvā Zeme«. Außerdem leitete er einige Jahre das Daile-Theater in Riga. Während der Sowjetzeit fielen seine Schriften der Zensur zum Opfer, dennoch überdauerte sein Ruhm vor allem wegen »Straumēni«, das er 1933 verfasst hatte. Nur wenige Monate vor der Sowjetischen Okkupation Lettlands starb Virza im März 1940 in Riga.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Edvarts Virza

Cover des Buches Straumēni (ISBN: 9783945370254)

Straumēni

 (1)
Erschienen am 19.02.2020

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Rezension zu "Straumēni" von Edvarts Virza

Eine Zeitreise der poetischen Art
Born_to_readvor 9 Monaten

Das von Edvarts Virza 1933 geschriebene und nun von Berthold Forssman aus dem Lettischen übersetzte und mit einem Nachwort versehene Straumēni, ist mit Sicherheits eines der meditativsten und sinnlichsten Bücher, die ich jemals gelesen haben. Straumēni, ein fiktiver Hof um die Jahrhundertwenden im lettischen Zemgale, ist der Schauplatz und der eigentliche Protagonst dieses Prosapoems. Es ist eine Reise durch das Jahr und die jeweils in den Jahreszeiten anfallenden Aufgaben. Ein jeder und eine jede der Bewohner!nnen hat und kennt die jeweilige Aufgabe. Sei es bei der Aussaat, beim Schlachten oder bei der Ernte.

Beim Lesen wird man förmlich in diese ländliche Welt, die es so nicht mehr gibt, hineingezogen. Der Rhytmus der Sprache, die Liebe zu diesem Leben und die Wehmut darüber, dass es nicht mehr so ist und nie wieder so sein wird, schwingt in jedem Satz mit und entfaltet eine Welt, die so nah an den Leser, die Leserin kommt, dass man die Bienen summen und das Heu nahezu riechen kann. Wenn man sich einlässt, geht man auf eine Zeitreise und entdeckt eine besondere Welt, in der der einzelne Mensch einerseits eine untergeordnete und gleichzeitig eine extrem wichtige Rolle spielt. Ein jeder hat seinen Platz, bei der Arbeit genau so wie beim Feiern.

Der Übersetzer Berthold Forssmann hat den Text mit einem Nachwort versehen und erklärt Ortsnamen und Begriffe. Fazit: Ein ganz besonderes Leseerlebnis

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