Edvins Snore Sowjet-Story

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Inhaltsangabe zu „Sowjet-Story“ von Edvins Snore

Der dunkelrote Albtraum des Terrors Dies ist die Geschichte einer alliierten Macht, die die Nazis bei der Bekämpfung der Juden unterstützte und die selbst die Abschlachtung des eigenen Volkes in industriellem Ausmaß betrieb. Mit dem Westen verbündet, erlebte diese Macht ihren Triumph am 9. Mai 1945. Ihre Verbrechen wurden zum Tabu erklärt und die Geschichte des mörderischsten Regimes Europas ist nie erzählt worden. Bis heute ... Die Sowjet-Story untersucht auf fesselnde Weise jene Ereignisse, die dazu führten, dass Nazis und Sowjets gemeinsame Sache machten, sowie das gewaltige Ausmaß der Kollaboration sowohl vor als auch während des Zweiten Weltkriegs. Der Film analysiert den Charakter beider Systeme. Er betrachtet die theoretischen Grundlagen von Sowjetkommunismus und Nationalsozialismus und zeigt frappierende Ähnlichkeiten der beiden Theorien und ihrer praktischen Anwendung auf. Georges Watson, Historiker an der Universität Cambridge, bringt diese These im Film auf den Punkt: "Ich denke, dass nur wenige wissen, dass im 19. und 20. Jahrhundert ausschließlich Sozialisten offensichtlich für den Genozid plädierten." Die vielen erschütternden Bilder - Massengräber, Leichenberge, perverse Gewalt gegen Unschuldige - und die erschütternden Augenzeugenberichte der letzten Überlebenden des Terrors sind Zeugnisse eines menschenverachtenden Systems, das den Nazis in nichts nachstand. Unmittelbar nach ihrer Uraufführung im Europäischen Parlament sorgte Die Sowjet-Story für einen weltweiten Aufruhr. Nur in der deutschen Presse und im deutschen Fernsehen wird der Film bis heute ignoriert. Die russischen Staatsmedien inszenierten einen massiven Propagandafeldzug, um den Film und seinen Regisseur zu verunglimpfen. Die öffentliche Hysterie gipfelte in Protesten in Moskau, in deren Verlauf eine Puppe des Regisseurs Edvins Snore verbrannt wurde. The Economist schrieb: "Auf den Straßen Moskaus von nationalistischen Schlägertrupps als Puppe verbrannt zu werden, muss als eine Art Oscar gelten, wenn man ein lettischer Filmemacher ist, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Blindheit des modernen Russlands gegenüber der verbrecherischen Geschichte der Sowjetunion aufzuzeigen."

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  • Der verdrängte Holocaust

    Sowjet-Story

    R_Manthey

    08. July 2015 um 10:55

    Mit dem Wort Holocaust verbindet man immer den Völkermord an den Juden in Deutschland. Doch im 20. Jahrhundert gab es bereits zuvor ein nicht minder schlimmes Verbrechen in Europa, über das gerne der Mantel des Schweigens gelegt wird. Dieser Film ist den geschätzten 20 Millionen Opfern stalinistischer Abschlachtungsorgien gewidmet. Er wurde vom Europaparlament finanziert und auch dort uraufgeführt. Dass er heftige Reaktionen im heutigen Russland auslöste, verwundert nicht, denn dort werden die Schlächter, soweit sie noch leben, als Veteranen oder gar Helden verehrt. Einige dieser Leute könnten auch ohne Angst vor Strafverfolgung in Großbritannien leben, denn auch dort ist ihre Verfolgung durch ein Gesetz verboten, das nach dem Sieg der Alliierten erlassen wurde. Wenn man ein Beispiel für eine Geschichtsschreibung durch Sieger sucht, dann ist das faktische Totschweigen der stalinistischen Massenmorde ein besonders abscheulicher Fall. Im Gegensatz zur Schreckensherrschaft der Nazis in Deutschland, über die eigentlich alles bekannt und dokumentiert ist, weil man an die entsprechenden Unterlagen nach Deutschlands Niederlage leicht herankam, ist das wahre Ausmaß der Verbrechen unter Stalin nicht völlig bekannt. Nur in der kurzen Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion kamen einige wenige Dokumente ans Licht der Öffentlichkeit. Heute werden sie in Russland gerne als Fälschungen bezeichnet. Der Film beginnt mit der von Stalin 1932/33 inszenierten Hungersnot in der Ukraine. Dabei ging es um die "Vernichtung der Kulaken als Klasse". Die Kulaken waren Klein- und Mittelbauern, die den Vorstellungen von einer sozialistischen Landwirtschaft im Sowjetreich entgegenstanden. Zunächst mussten sie alle Getreidevorräte und später alles Essbare abliefern. Die Bilder, die hier dann gezeigt werden, stehen Aufnahmen, die in deutschen Konzentrationslagern nach dem Sieg der Alliierten aufgenommen wurden, in ihrer Schrecklichkeit nicht nach. Menschen, oftmals noch lebend, aber nur noch aus Haut und Knochen bestehend, werden auf Lastwagen und dann in Massengräber geworfen. Überlebende wissen, wo ihre Vorfahren verscharrt wurden. Doch dort steht auch heute noch kein Denkmal. Man schätzt, dass ungefähr sieben Millionen Menschen auf diese Weise umgekommen sind. Um die Städte wurden "Schutzzonen" eingerichtet, in die hungernden Menschen nicht eindringen durften. Das ihnen weggenommene Getreide wurde exportiert, unter anderem ins Deutsche Reich. Nebenher lief die systematische Tötung von "Feinden des Volkes". Und zwar nach Quoten. Auf diese Weise fielen fast die gesamte Armeeführung und große Teile der Intelligenz den "Säuberungsaktionen" zum Opfer. Bekanntlich wurde die nach dem 1. Weltkrieg verbotene deutsche Aufrüstung unter anderem auch dadurch verdeckt, dass die Wehrmacht in der Sowjetunion Truppen und Stäbe unterhielt, die gemeinsame Manöver mit der Roten Armee abhielten. Doch in diesem Film werden noch ganz andere Ebenen der Zusammenarbeit offengelegt. Gezeigt werden Dokumente, die eine Kooperation zwischen der SS und dem sowjetischen NKWD (sowjetisches Innenministerium) beweisen. Insbesondere lieferte das NKWD in die Sowjetunion geflohene deutsche Juden und Kommunisten an die SS aus. Entsprechende Listen werden im Film vorgelegt. Die Macher dieses Films und zahlreiche in ihm zu Wort kommende Historiker transportieren durch ihn die Botschaft, dass die Nazi-Ideologie und die Lehre, auf die sich Stalin berief, zum gleichen Ergebnis führten. Während die Nazis aus rassischen Gründen Völkermord betrieben, waren es bei Stalins Schergen "Klassenkampfgründe". Der Stalinismus wird auch heute nicht selten als eine Art Unfall betrachtet, der allein auf den Tyrannen selbst zurückzuführen sei, keineswegs jedoch auf die Idee des Sozialismus. Doch im Film kommt der auch heute noch verehrte sozialistische irische Schriftsteller George Bernard Shaw im Original zu Worte. Er spricht sich für die Tötung von "Parasiten der Gesellschaft" aus und hätte dazu gerne ein "humanes Gas". Das wurde dann später bekanntlich von den Nazis eingesetzt. Was Shaw indirekt ausspricht kennzeichnet beide Systeme: Selbsternannte Weltverbesserer halten sich für die besseren Menschen, die sich gottgleich im Besitz der einzigen Wahrheit wissen. Und nach dieser Selbsterhöhung nehmen sie sich das Recht zur Beseitigung anderer heraus. Das Massaker von Katyn, das ebenso die Spezialeinheiten des sowjetischen Innenministeriums anrichteten, ist im Maßstab des gesamten Gemetzels, das durch diese Leute betrieben wurde, nur ein kleines, aber wenigstens bekanntes und aufgeklärtes Ereignis. Bis heute sind jedoch die Taten innerhalb der Sowjetunion ungesühnt. Sie werden auch im restlichen Europa tabuisiert. Fazit. Dies ist ein erschütternder und lehrreicher Film. Mit ihm stellt sich die Frage, wieso die Massenabschlachtung von Menschen unter Stalin, deren Dimension den Holocaust unter Hitler noch übertrifft, nicht auf dieselbe entsetzliche Stufe gestellt wird, sondern in der jüngeren europäischen Geschichte und ihren politischen Konsequenzen einfach faktisch keine Rolle spielt.

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