Edward Abbey Die Monkey Wrench Gang

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Inhaltsangabe zu „Die Monkey Wrench Gang“ von Edward Abbey

«SCHEISSE, DA GEHT’S AB!» (taz). «Jeder sollte ein Hobby haben», findet Doc Sarvis. Er selbst hat für seins immer einen Benzinkanister im Kofferraum. Denn der angesehene Chirurg fackelt in der Freizeit gern Reklametafeln ab. Und dabei bleibt es nicht: Zusammen mit drei weiteren Exzentrikern macht er sich daran, der gebeutelten amerikanischen Natur wieder zu ihrem Recht zu verhelfen. Das große Ziel: die Sprengung des Glen-Canyon-Staudamms ...

4 Öko-Anarchisten zeigen es den bösen Kapitalisten. Oder versuchen es. Spannend. Aufregend. Ein Lesevergnügen. Mit langem Atem

— Fritz_Nitzsch
Fritz_Nitzsch

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  • Ein wilder Trip, der einen langen Atem braucht

    Die Monkey Wrench Gang
    Fritz_Nitzsch

    Fritz_Nitzsch

    18. April 2017 um 13:55

    4 Öko-Anarchisten. George Hayduke, ein ehemaliger Green Beret, der im Vietcong für den Vietcong agierte, Seldom Seen Smith, Mormone, aus dem Mormonenstaat Utah (mit drei Ehefrauen), Doc Sarvis, Chirurg aus Albuquerque, New Mexico, mit einem Faible fürs Straßenschilder und Reklametafeln zerstören und dessen Arzthelferin, Bonnie Abbzug, dem realitätsfernen Hippie-Mädel aus der Bronx. Durch Zufall lernen sie sich auf einer Bootstour, geleitet von Smith, kennen und merken schnell: sie eint ein Interesse: der Kampf gegen die großen kapitalistischen Konzerne, die die Natürlichkeit der Gegend um das 4-Corner-Eck in eine zivilisatorische Nüchternheit mit ihren teuflischen Maschinen zu verwandeln. Sie beginnen damit, Sabotageakte durchzuführen. Die Story nimmt Fahrt auf. Auch auf der interpersonellen Ebene geschieht viel: die Rollenverhältnisse klären sich, der wilde Hayduke, der anfangs noch die Rolle der Opposition einnimmt in der Gang, nimmt immer mehr die Rolle des Anführers ein und begibt sich in eine Liaison mit der süßen Bonnie.Eine irrwitzige Abenteuergeschichte, die meisterhaft die einzelnen, allesamt plausiblen Charaktere zeichnet. Die anarchistischen Überzeugungen des Autors selbst stören dabei nicht. Machen den Trip aber auch nicht unbedingt authentischer oder zwingender. Die Handlung gleicht einer Sinuskurve, worin die große Schwäche des Buches besteht. Es bedarf eines langen Atems. Ein Höhepunkt jagt den Nächsten. Und alles steuert immer wieder auf diesen Höhepunkt zu. Und dann? Fällt alles wieder ab. Und dann? Baut sich alles wieder auf. Das Ende ist versöhnlich. Vielleicht zu sehr. Pathetisch. Kurz um das adäquate Ende eines Trips. Die überspitzten Illustrationen von Robert Crumb (Fritz the Cat) erfüllen dabei ihren Zweck: Entschärfung der politischen Sprengkraft und Übermalen der Konstruktion einer Fiktion.

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  • Rezension zu "Die Monkey Wrench Gang" von Edward Abbey

    Die Monkey Wrench Gang
    thursdaynext

    thursdaynext

    09. August 2012 um 12:45

    Eine Gemeinschaftsrezi von Rallus und Thursdaynext mit freundlicher Unterstützung von Bri "Jessas, dachte sie, krimineller Anarchismus muss ja eine langweilige Arbeit sein" Nicht mit der Monkey Wrench Gang. Bei dieser ökoanarchistischen, aussergewöhnlichen, zutiefst amerikanischen 70er Jahre Bonnie und Clyde Geschichte mit absoluter Aktualität gilt : " Nur die Harten kommen in den Garten" Im tiefsten Südwesten Amerikas nahe der Staatsgrenzen von Utah und Arizona steht ein Monument des Unfriedens. Unfriedens für alle die die freie Natur lieben, die reine Luft und den wildfliessenden Fluss. Das Übel ist der Glen-Canyon Dam eine Staumauer die den Colorado River anstaut und den Lake Powell zum zweitgrößten Stausee der USA macht. Bei einer Touristenfahrt im unteren Colorado River treffen sich unsere 4 Freunde und eine Idee wird geboren, welche, pragmatisch amerikanisch eben, sogleich in Aktion mündet. Bewaffnet mit einer inneren Wut, einem Drang der Natur ihrem Recht zu verhelfen machen sich die 4 Idealisten auf den Weg die amerikanischen kapitalistischen Naturzerstörer aufzuhalten. Dabei darf aber NIEMALS ein Mensch zu Schaden kommen, soviel Umsicht muss sein! Wichtigstes Werkzeug hierzu, abgesehen von vier unterschiedlichen Motiven, die sich in einer gemeinsame Überzeugung der gezielten Sabotage wiederfinden: der Universalschraubenschlüssel und viel Sand! Mit diesen bewaffnet versucht die Gang den Lauf der Dinge umzudrehen und auch ein wenig ihre eigenen Problemen zu entfliehen. Gewaltfrei und effektiv zu bleiben ist dabei gar nicht so einfach, besonders mit einem vietkongerfahrenen Waffennarren. Zweifel am Tun bleiben da nicht aus. "In der Stille der Wüste, unter einem sternenübersäten Himmel, der von den ersten Strahlen einer schnell ziehenden Sonne gefärbt wurde, starrten sie - drei kleine , schwache, ängstliche Sterbliche - einander an. Noch immer Zeit, dachte sie, noch -immer Zeit dachten sie alle. ......_ Noch immer Zeit für nüchterne Gedanken, für Ordnung, Schicklichkeit, gesunden Menschenverstand; für alles was gut und sicher und anständig ist, um Himmels willen!" Gerade die bunte Mischung amerikanischer Charaktere ihre Überspitzung und die umwerfende Komik machen den besonderen Charme dieses Buches aus. Die Hauptfiguren entwickeln sich paralell zur Geschichte mit ihr und wer gute Dialoge und teils derben Witz zu schätzen weiß wird sie ebenso liebenlernen wie wir. Bonnie Abbzug, die einzige Frau der Gang hat es auch nicht immer leicht. " Ein Mann allein kann ja manchmal ziemlich blöd sein, aber was die richtige, waschechte Dummheit betrifft, da ist wohl die Arbeit im Team unschlagbar" "Die Hoffnung sprudelt ewiglich - in männlichen Keimdrüsen", davon sind auch Seldom See Smith - abgeleitet von seinem seltenen Auftauchen bei seinen drei Ehefrauen und bekennender R-Mormone - und Hayduke betroffen. Die männlichen Träume von Doc ähneln Crumbs Frauenbild und Hayduke erscheint als eine Mischung aus Bukowski und Crumb, mit seinem tierischen Trieb und dem glorifizierten Alkoholismus. Bonnie kommt mit ihren männlichen Gang-Kollegen dennoch bestens zurecht, weiß sie zu nehmen..... Man spürt und atmet die Liebe des Autors zu dieser ganz besonderen Flora und Fauna die er mit viel Sachkenntnis dergestalt beschreibt, dass man sich in die Wüste hineinversetzt fühlt. Man atmet die Luft, spürt die Hitze,den Duft des Salbeis und kreist wie ein philosophischer Geier über dem Geschehen, so wie es die Geier des Canyon zuweilen bei der Arbeit der Gang tun. Seine Figuren - selbst die Gegenspieler wie Bischof Love (!) - agieren aus purer Leidenschaft und weil sie von ihrem Tun überzeugt sind. Abbey läßt uns an dem Innenleben seiner Figuren teilhaben und so entsteht ein plastisches Bild auch des Amerikas der 70er Jahre. Fast überzeichnet er die Darstellung all der Maschinen, des Fuhrparkes die in den "Genuss" des Universalschlüssels kommen und danach ächzend, schnaufend und zitternd ihr Leben aushauchen, die Kolben verschmelzen und wie in einem Herzinfarkt auf den Boden sinken. Komplementiert wird die Gang durch die (leider zu wenigen) Zeichnungen des Untergrundzeichners Robert Crumb, mit dem Abbey eng zusammen gearbeitet hat. Ein durch und durch amerikanisches Buch was zu Recht nach seinem Erscheinen 1975 zum Kultbuch wurde, aber in den vielen Jahren nicht an Aktualität eingebüßt hat. Volle Punktzahl, beim Lesen ist dann doch öfters die Faust nach oben ausgerutscht: "YIAAAHHHH" und der Drang mitzusabotieren wurde nur von der fesselnden Lektüre behindert die gegen Ende keinen Lesestopp mehr zuließ. Wie schon Günter Eich sagte: "Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind! Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen! Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird! Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet! Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt" Ein Buch welches unsere Herzen gefüllt hat!

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  • Rezension zu "Die Monkey Wrench Gang" von Edward Abbey

    Die Monkey Wrench Gang
    rallus

    rallus

    09. August 2012 um 12:06

    Eine Gemeinschaftsrezi von Thursdaynext und Rallus mit freundlicher Unterstützung von Bri "Jessas, dachte sie, *krimineller Anarchismus muss ja eine langweilige Arbeit sein" Nicht mit der Monkey Wrench Gang. Bei dieser ökoanarchistischen, aussergewöhnlichen, zutiefst amerikanischen 70er Jahre Bonnie und Clyde Geschichte mit absoluter Aktualität gilt : " Nur die Harten kommen in den Garten" Im tiefsten Südwesten Amerikas nahe der Staatsgrenzen von Utah und Arizona steht ein Monument des Unfriedens. Unfriedens für alle die die freie Natur lieben, die reine Luft und den wildfliessenden Fluss. Das Übel ist der Glen-Canyon Dam eine Staumauer die den Colorado River anstaut und den Lake Powell zum zweitgrößten Stausee der USA macht. Bei einer Touristenfahrt im unteren Colorado River treffen sich unsere 4 Freunde und eine Idee wird geboren, welche, pragmatisch amerikanisch eben, sogleich in Aktion mündet. Bewaffnet mit einer inneren Wut, einem Drang der Natur ihrem Recht zu verhelfen machen sich die 4 Idealisten auf den Weg die amerikanischen kapitalistischen Naturzerstörer aufzuhalten. Dabei darf aber NIEMALS ein Mensch zu Schaden kommen, soviel Umsicht muss sein! Wichtigstes Werkzeug hierzu, abgesehen von vier unterschiedlichen Motiven, die sich in einer gemeinsame Überzeugung der gezielten Sabotage wiederfinden: der Universalschraubenschlüssel und viel Sand! Mit diesen bewaffnet versucht die Gang den Lauf der Dinge umzudrehen und auch ein wenig ihre eigenen Problemen zu entfliehen. Gewaltfrei und effektiv zu bleiben ist dabei gar nicht so einfach, besonders mit einem vietkongerfahrenen Waffennarren. Zweifel am Tun bleiben da nicht aus. _"In der Stille der Wüste, unter einem sternenübersäten Himmel, der von den ersten Strahlen einer schnell ziehenden Sonne gefärbt wurde, starrten sie - drei kleine , schwache, ängstliche Sterbliche - einander an. Noch immer Zeit, dachte sie, noch immer Zeit dachten sie alle. ...... Noch immer Zeit für nüchterne Gedanken, für Ordnung, Schicklichkeit, gesunden Menschenverstand; für alles was gut und sicher und anständig ist, um Himmels willen!"_ Gerade die bunte Mischung amerikanischer Charaktere ihre Überspitzung und die umwerfende Komik machen den besonderen Charme dieses Buches aus. Die Hauptfiguren entwickeln sich paralell zur Geschichte mit ihr und wer gute Dialoge und teils derben Witz zu schätzen weiß wird sie ebenso liebenlernen wie wir. Bonnie Abbzug, die einzige Frau der Gang hat es auch nicht immer leicht. " Ein Mann allein kann ja manchmal ziemlich blöd sein, aber was die richtige, waschechte Dummheit betrifft, da ist wohl die Arbeit im Team unschlagbar" "Die Hoffnung sprudelt ewiglich - in männlichen Keimdrüsen", davon sind auch Seldom See Smith - abgeleitet von seinem seltenen Auftauchen bei seinen drei Ehefrauen und bekennender R-Mormone - und Hayduke betroffen. Die männlichen Träume von Doc ähneln Crumbs Frauenbild und Hayduke erscheint als eine Mischung aus Bukowski und Crumb, mit seinem tierischen Trieb und dem glorifizierten Alkoholismus. Bonnie kommt mit ihren männlichen Gang-Kollegen dennoch bestens zurecht, weiß sie zu nehmen..... Man spürt und atmet die Liebe des Autors zu dieser ganz besonderen Flora und Fauna die er mit viel Sachkenntnis dergestalt beschreibt, dass man sich in die Wüste hineinversetzt fühlt. Man atmet die Luft, spürt die Hitze,den Duft des Salbeis und kreist wie ein philosophischer Geier über dem Geschehen, so wie es die Geier des Canyon zuweilen bei der Arbeit der Gang tun. Seine Figuren - selbst die Gegenspieler wie Bischof Love (!) - agieren aus purer Leidenschaft und weil sie von ihrem Tun überzeugt sind. Abbey läßt uns an dem Innenleben seiner Figuren teilhaben und so entsteht ein plastisches Bild auch des Amerikas der 70er Jahre. Fast überzeichnet er die Darstellung all der Maschinen, des Fuhrparkes die in den "Genuss" des Universalschlüssels kommen und danach ächzend, schnaufend und zitternd ihr Leben aushauchen, die Kolben verschmelzen und wie in einem Herzinfarkt auf den Boden sinken. Komplementiert wird die Gang durch die (leider zu wenigen) Zeichnungen des Untergrundzeichners Robert Crumb, mit dem Abbey eng zusammen gearbeitet hat. Ein durch und durch amerikanisches Buch was zu Recht nach seinem Erscheinen 1975 zum Kultbuch wurde, aber in den vielen Jahren nicht an Aktualität eingebüßt hat. Volle Punktzahl, beim Lesen ist dann doch öfters die Faust nach oben ausgerutscht: "YIAAAHHHH" und der Drang mitzusabotieren wurde nur von der fesselnden Lektüre behindert die gegen Ende keinen Lesestopp mehr zuließ. Wie schon Günter Eich sagte: "Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind! Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen! Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird! Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet! Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt" Ein Buch welches unsere Herzen gefüllt hat!

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  • Rezension zu "Die Monkey Wrench Gang" von Edward Abbey

    Die Monkey Wrench Gang
    einMalTee

    einMalTee

    22. June 2011 um 17:37

    Vor einigen Monaten brachte die Video-Kolummne von Iris Radisch mich auf dieses Buch aufmerksam und den Kauf habe ich nicht bereut. Thema: Öko-Terrorismus in den 70er-Jahren. Die vier anarchischen, sympathischen Helden des „Kultklassikers“ (New York Times) haben nur eins im Sinn: Mit einer Menge Wumms der Natur das zu geben, was ihr zusteht.Wie? Mit Dynamit, allerhand Werkzeug und den unfassbarsten Ideen all das in die Tat umzusetzen. George Hayduke ist der größte Anarcho mit einem Hass alldem gegenüber, was nach staatlicher Organisation aussieht. Doc Sarvis ist der in die Jahre gekommene Finanzier der Aktion, Bonnie Abbzug seine attraktive Begleiterin. Seldom Seen Smith kennt sich in der Gegend der Taten wie kein Zweiter aus. Das Großprojekt: Die Sprengung des des Grand Canyon Damms. Ob das gelingt, will ich nicht verraten. Geschrieben ist es allerdings sehr vergnüglich. Der Humor ist ein wenig versaut, passt aber zu den Charakteren, die Landschaftsbeschreibungen zwar manchmal zu detailliert, aber passend vorstellbar. Phasenweise lassen sie das Buch langatmig erscheinen. Die irren Ideen von Abbey schaeffen aber ein freudiges Weiterlesen. Robert Crumb hat zu dieser besonderen Ausgabe etwa fünfzig Zeichnungen beigesteuert, die dem Leser eine kleine Vorlage geben aber nicht die Phantasie rauben. Schöne Comic-Bilder machen dieses Buch zu einem ganz tollen Schätzchen. Am liebsten wollte ich beim/nach dem Lesen diverse Dinge auseinandernehmen, ein paar Dynamitstangen zusammenbinden und irgendwas großes in die Luft jagen. Weil es einfach Spaß macht; also das Lesen. Eine abgedrehte Geschichte, die wunderbar gestaltet ist, lohnt sich in jedem Fall zu lesen.

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  • Rezension zu "Die Monkey Wrench Gang" von Edward Abbey

    Die Monkey Wrench Gang
    bücherelfe

    bücherelfe

    08. April 2011 um 11:18

    Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich durch die heftige und kontroverse Diskussion im Literaturclub. Da musste ich mir doch glatt selber ein Bild von machen. Und, voilà hier ist es. Grundsätzlich erst einmal ein Lob an den Walde und Graf-Verlag für die Gestaltung. Das Buch macht nicht nur äusserlich, sondern mit dem ungewöhnlichen Schriftbild und den Illustrationen von Robert Crumb auch schon beim ersten Durchblättern richtig Lust aufs Lesen. Gleich auf der ersten Seite werden die vier Protagonisten mit Bild und Text kurz vorgestellt. So erfahren wir, dass Doc Sarvis nicht nur ein echter Dr. med. sondern des Nachts auch ein angesehener Abfackler von Plakatwänden ist und das Bonnie Abbzug eine Frau der Tat ist („Reden, reden, reden, das ist alles, was ihr könnt. Ihr labert zu viel und macht zu wenig“.) Aber ich will hier mal nicht zu viel verraten... Über meinen ersten Eindruck hatte ich ja am 30. März auf dem Elfbox-Blog schon geschrieben. Da war auch dieser witzige Trailer dabei. Die Monkey Wrench Gang ist eine wilde Geschichte vierer Naturliebhaber, die sich nur einem verschrieben haben: Mutter Natur zu schützen. Und wenn Entscheidungsträger die Mutter mit Schildern, Brücken, Staudämmen oder sonstigen Monströsitäten belästigen, sehen sie sich verpflichtet.... Es wird abgefackelt, gesprengt, sabotiert wo immer nötig. Wobei sie jeweils sorgfältig darauf achten, dass weder Menschen noch Flora und Fauna zu Schaden kommen. Es kommt, wie es kommen muss; schon bald haben die vier einen ganzen Tross von Verfolgern und die ganze Sache nimmt ordentlich Fahrt auf. „Ich sehe Lichter“, sagt Bonnie. „Ich auch, Süsse, und ich würde sagen, das ist ein zarter Hinweis darauf, dass wir besser weiterdüsen sollten.“ Zugegeben, ein Weilchen hat es schon gedauert, bis ich in der Geschichte drin war. Aber – ich kann rückblickend gar nicht sagen ab welchem Kapitel, geschweige denn ab welcher Seite – hat sich das Lesen mehr und mehr zu einem riesigen Spass entwickelt. Die vier Helden, pardon, die drei Helden und die Heldin, bei ihrer ganz eigenen Art von Naturschutz zu begleiten und ihre zeitweilig recht absurden Diskussionen und Gedanken zu belauschen war höchst unterhaltsam. Dass dieses Buch nach der Erstveröffentlichung im Jahr 1975 als Kultklassiker eingestuft wird, wundert mich jedenfalls nicht. Fazit: Diesmal gibt es sogar zwei: 1. Ein witziges, rasantes Katz- und Mausspiel und ein Heidenspass! 2. Ein Verlag, den ich schon alleine wegen der wunderbaren Gestaltung des Buchs im Auge behalten werde.

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