Edward Carey

 3.5 Sterne bei 11 Bewertungen

Neue Bücher

Alle Bücher von Edward Carey

Cover des Buches Heap House (ISBN:9781471401596)

Heap House

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Erschienen am 07.08.2014
Cover des Buches Das verlorene Observatorium (ISBN:9783935890113)

Das verlorene Observatorium

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Erschienen am 01.09.2002
Cover des Buches ALVA AND IRVA (ISBN:9780330396059)

ALVA AND IRVA

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Erschienen am 05.03.2004
Cover des Buches Foulsham (ISBN:9781471401633)

Foulsham

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Erschienen am 02.07.2015
Cover des Buches Observatory Mansions (ISBN:0375709231)

Observatory Mansions

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Erschienen am 01.01.2002
Cover des Buches Little (English Edition) (ISBN:9781910709405)

Little (English Edition)

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Erschienen am 02.10.2018

Neue Rezensionen zu Edward Carey

Neu

Marie Groholtz wird 1761 im Elsass geboren. Ihre Mutter zieht mit der kleinen Marie bald nach Bern und kommt dort als Haushälterin zu Doktor Curtius. Als Maries Mutter stirbt, kümmert sich Curtius um das kleine Mädchen. Dort kommt Marie auch mit der Kunst in Berührung, verschiedenste Körperteile (hauptsächlich Organe) aus Wachs herzustellen. Diese fertigt Curtius für das Berner Krankenhaus. Doch als Curtius plötzlich fasziniert von Köpfen ist, kommt es zum Bruch mit dem Krankenhaus und Curtius muss mit Marie verschwinden. Die beiden kommen nach Paris und haben große Hoffnung in das dortige Leben. Doch bald müssen sie erkennen, dass diese Stadt erkämpft werden muss.

 

Der Weg führt Marie von der herrischen Witwe Picot über Versailles zurück zur französischen Revolution bis nach London, wo sie dann das Wachsfigurenkabinett eröffnet. Doch bis dahin ist es ein sperriger Weg, auf dem Marie nicht nur fasziniert von Wachsköpfen ist, sondern auch in einem Schrank leben muss, die Liebe erst spät erleben darf und viele viele Male über sich hinauswächst.

 

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und nimmt den Leser mit auf diesen Weg. Gerne bin ich Marie gefolgt und habe mit ihr gelitten, geweint, gehofft und ihre Hingabe beobachtet. Dass sie ein solch aufregendes Leben hatte, war mir nicht bewusst. Ihre Faszination für Menschen aus Wachs kommt in dem Roman gut hervor.

 

Der Autor Edward Carey ist selbst bildender Künstler und konnte sich vermutlich sehr gut in den Charakter der Marie hineinversetzen. Ebenfalls ausdrucksstark wurde die Witwe Picot gezeichnet, die mit ihrer herrischen, dominanten Art Marie das Leben zur Hölle machte. Curtius wird hier als weichherzig und abhängig dargestellt. Er erkennt Zeit seines Lebens nie das große Potential, welches in ihm steckte. Zum Glück hat Marie irgendwann den Schritt gesetzt, sich zu emanzipieren und gegen die Unterdrückung aufzustehen.

 

Der Schreibstil ist etwas ungewöhnlich, man muss sich an die Schreibweise gewöhnen bevor man in der Geschichte versinken kann.

 

Ich habe zwar das Wachsfigurenkabinett in London noch nie gesehen, doch nun kenne ich zumindest ein wenig die Geschichte Madame Tussauds. Gerne vergebe ich für diesen Roman 4 Sterne.

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Carey erzählt die Lebensgeschichte der Madame Tussaud aus ihrer Sicht,versehen mit vielen kleinen Zeichnungen. Zunächst muss man sich an die Erzählweise gewöhnen. Alles ist sperrig und etwas merkwürdig. Die Schreibweise, die Personen, die Umstände.

Marie Grosholtz wird 1761 im Elsass geboren und nach dem Tod ihrer Eltern von dem exzentrischen Curtius als Dienstmädchen aufgenommen. Curtius fertigt Wachsabgüsse menschlicher Körperteile und ist ein von der Gesellschaft isolierter Sonderling. Marie bringt ihn auf die Idee, Köpfe anzufertigen. Doch bis sie ihrer untergeordneten Stellung entkommt und ihr berühmtes Wachsfigurenkabinett in London eröffnet, soll noch einiges geschehen. Ihr Weg führt sie von Bern nach Paris; in eine Schneiderei mit verstorbenem Schneider, ein verlassenes Affenhaus, an den Königshof von Versailles und zu den Köpfen der französischen Revolution.

Ich hatte keine Ahnung, dass Madame Tussauds ein derart bewegtes Leben hatte. Ehrlich gesagt habe ich mich nie für sie oder ihr Wachsfigurenkabinett interessiert und bin nur an dem Buch hängengeblieben, weil es so schön aufgemacht ist und mir die Schreibweise gefiel. Tatsächlich muss man sich erst daran gewöhnen, dass ständig merkwürdige, morbide und schwer erklärbare Dinge geschehen. Der Fokus liegt auf Maries Erlebnissen in Frankreich und vor allem der französischen Revolution. Es ist keine Biographie, sondern ein am Leben der Marie Grosholtz angelegter Roman, der sich erstaunlich oft an der Grenze zum Phantastischen bewegt.

Ein interessantes Leseerlebnis auf jeden Fall, aber es bleibt doch immer etwas sperrig und manchmal auf langatmig. Insgesamt kann ich das Buch empfehlen, würde aber dazu raten, die ersten Seiten probezulesen, um herauszufinden, ob man sich mit dem Stil anfreunden kann.

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Rezension zu "Das außergewöhnliche Leben eines Dienstmädchens namens PETITE, besser bekannt als Madame Tussaud" von Edward Carey

Von Köpfen, Wachs und einer kleinen Frau mit starkem Willen
Naburavor einem Monat

1761 wird in einem kleinen Dorf im Elsass Marie Grosholtz geboren, die später eine als Madame Tussaud berühmt werden soll. Bald zieht sie gemeinsam mit ihrer Mutter nach Bern und ins Haus von Doktor Curtius. Während ihre Mutter dort als Haushälterin arbeitet, ist Marie fasziniert von den wächsernen Abbildungen verschiedenster Organe, die Curtius für das Berner Spital anfertigt. Als er auf die Idee kommt, von interessierten Kunden Wachsköpfe anzufertigen, wird das vom Spital nicht gern gesehen. So gelangt er mit Marie, die mit der Zeit zu seiner Assistentin geworden ist, nach Paris. Die Stadt hält ganz neue Herausforderungen und Abenteuer für sie bereit.

Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von Marie erzählt, die als alte Frau auf ihr Leben zurückblickt und ihre Geschichte mit dem Leser teilt. Sie beginnt bei ihrer Geburt in ärmlichen Verhältnissen und dem anschließenden Umzug mit ihrer Mutter nach Bern. Dort begegnet sie Doktor Curtius, von dem sie lernt, Köpfe aus Wachs herzustellen.

Ich konnte mich schnell in Marie hineinfühlen, die mit klarer Stimme von ihren Erlebnissen berichtet und mich an ihren Emotionen teilhaben ließ. Der Verlust ihrer Eltern und der Umzug nach Paris sind einschneidende Erlebnisse für sie. Sie kann bei Curtius bleiben, wird aber von einer neuen Frau in seinem Leben zum Dienstmädchen degradiert. Doch Marie hat einen starken Willen und will sich mit dieser Position nicht zufrieden geben. Sie ist aufmerksam und lernt schnell.

Maries Jahre in Frankreich nehmen in diesem Roman den größten Platz ein. Als Dienstmädchen in Curtius’ Haushalt erlebt sie mit, wie die Nachfrage nach Wachsköpfen immer mehr steigt. Durch eine zufällige Begegnung wird sie schließlich nach Versailles beordert wird, wo sie einige Jahre an der Seite von Princesse Èlisabeth verbringen soll und eine Menge über gesellschaftliche Strukturen lernt. Die Französische Revolution mischt schließlich alle Karten neu und lässt Marie Schreckliches sehen und erleben.

Der Autor hat seiner Fantasie in dieser fiktiven Biographie von Madame Tussauds freien Lauf gelassen. Er hält sich an die wichtigsten historischen Fakten, hat aus dramaturgischen Gründen aber auch so manches verändert und die Lücken mit Fabulierkunst gefüllt. Daraus entstanden ist ein abenteuerlicher Bericht über das Leben von Marie Grosholtz bis hin zu ihrer Übersiedlung von Frankreich nach London, wo sie Jahre später ihr berühmtes Museum eröffnen soll.

Es gibt zahlreiche amüsante und skurrile Szenen, aber auch viele nachdenklich stimmende. Lange führt Marie ein fremdbestimmtes Leben, sie muss für andere arbeiten und erhält dafür nicht einmal einen Lohn. Doch ihr fehlt die Perspektive für ein anderes Leben. Das Buch enthält zahlreiche gelungene Zeichnungen, die das Erzählte, vor allem die Faszination für Organe, Köpfe und ganze Körper aus Wachs, noch greifbarer machen. In der zweiten Hälfte des Buches, in dem die Französische Revolution eine große Rolle spielt, verlor das Buch für mich zunehmend an Schwung. Ich hätte mir an dieser Stelle eine straffere Erzählung und dafür ein paar Worte mehr über das anschließende Leben in England gewünscht, das am Ende auf nur fünf Seiten zusammengefasst wird.

"Das außergewöhnliche Leben eines Dienstmädchens namens PETITE besser bekannt als Madame Tussaud“ ist ein Titel, der meine Neugier wecken konnte und auch in der Umsetzung überzeugen kann. Abwechslungsreich wird hier das (fiktive) Leben der Marie Grosholtz aus der Ich-Perspektive erzählt. Ich habe ihr gern gelauscht und konnte ihre Faszination für Wachs zunehmen nachvollziehen. Ein unterhaltsamer Roman mit schaurig-schönen Zeichnungen, den ich gerne weiterempfehle!

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