Edward Lee Haus der bösen Lust

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Inhaltsangabe zu „Haus der bösen Lust“ von Edward Lee

Nachdem Justin Collier das Hotel betreten hat, bemerkt er, wie ungeheuer scharf er heute ist. Er kann an nichts anderes mehr denken als an Sex. Aber er irrt sich – nicht er ist so geil, es ist das Haus. Und als es Nacht wird, hallt durch die leeren Räume ein gieriges Flüstern, und Mädchen, die schon vor langer, langer Zeit starben, kichern unheilvoll. Amazon.de: "Lee testet bei dieser Geschichte in allen Belangen die Grenzen aus und zeigt, was 'Kreatives Schreiben' bedeutet." Horror Reader: "Ein perverses Genie." Der Verlag warnt ausdrücklich: Edward Lee ist der führende Autor des Extreme Horror. Seine Werke enthalten überzogene Darstellungen von sexueller Gewalt. Wer so etwas nicht mag, sollte die Finger davon lassen. Für Fans dagegen ist Edward Lee ein literarisches Genie. Er schreibt originell, verstörend und gewagt – seine Bücher sind ein echtes, aber schmutziges Erlebnis. Deutsche Erstausgabe. Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik. Originaltitel: THE BLACK TRAIN

Ein typischer Lee! Krasser Roman, der einen fesselt.

— Plateau
Plateau

Spannend und unterhaltsam. War aber leider nicht der Schocker, den ich von Lee erwartet habe.

— Zinu
Zinu

Mit das beste Buch von Lee!

— Power86
Power86

Etwas langatmig.

— MrsLinton
MrsLinton

Spannend und extrem! Hat mich zum Fan gemacht!

— pudelbirne
pudelbirne

Es ist ein Lee, was erwarten die Leute. Wer sich nicht richtig informiert, selbst Schuld.

— Gizmo_DO
Gizmo_DO

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  • Ok... aber... steigerungswürdig

    Haus der bösen Lust
    PeWa

    PeWa

    11. June 2016 um 13:48

    Das ist mal ein Werk von Edward Lee, wo der Horror eher hintergründig daher kommt - eigentlich völlig untypisch für den Autor, zumal man hier die Splatterelemente ebenfalls vergeblich sucht. Nichts desto Trotz hat mich die Story wirklich fasziniert, auch wenn ich verstehe, dass einige Leser das Ganze teilweise zu langatmig und eher langweilig fanden.Mein Hauptkritikpunkt ist, dass es keinen "Showdown" gibt und sich der Hauptprotagonist letztlich einfach zurück zieht, bevor es richtig eskaliert. Auch wird nicht geklärt, ob das Haus seinen Bewohnern und Gästen nun wirklich gefährlich werden kann oder ob es bei einem bisschen Grusel und einer gesteigerten Libido bleibt. Ist dem Autor am Ende die Lust oder die Kreativität abhanden gekommen oder wird eine Fortsetzung geplant? Man weiß es nicht...

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  • Spukhaus meets Bürgerkriegshorror

    Haus der bösen Lust
    Graf Zahl

    Graf Zahl

    Im letzten Jahr erschienen bei Festa einige Romane denen das Etikett Extrem-Horror angehaftet wurde, die dann mit Slogans der Art: „Das Heftigste, was je zu lesen war“ beworben wurden. Das ist jetzt nicht unbedingt etwas, was mich mich von vornherein anspricht. Ein guter Horror-Roman zeichnet sich für mich nicht nur durch Aneinanderreihungen von Ekligkeiten und Obszönitäten aus. Auch wenn so etwas, wenn es gekonnt gemacht ist, natürlich durchaus seinen Reiz hat. Aber anscheinend scheint solche Werbung zu ziehen. Und wenn ich einem Verlag von ganzem Herzen Erfolg und gute Verkaufszahlen wünsche, dann dem Festa Verlag. Ich habe mir von den sogenannten „Extrem-Horror-Sachen“ bisher jeweils zweimal Tim Curran und Bryan Smith und einmal Nate Southard zu Gemüte geführt. Jetzt war es also mal Zeit für Edward Lee. Anders als die drei vorher genannten veröffentlicht Lee schon etwas länger. Erste Romane von ihm stammen schon aus den 1990er Jahren und 2001 und 2003 brachte Heyne eine Übersetzung seiner Fantasyromane „City Infernal“ und „Infernal Angel“ heraus. Letztes Jahr erschienen dann sechs seiner Bücher auf deutsch. Einer bei Voodoo Press und fünf bei Festa. Die erste Festa-Veröffentlichung war „Haus der bösen Lust“ mit einer Warnung des Verlags vor überzogenen Darstellungen von sexueller Gewalt. Zum Inhalt: Das „Haus der bösen Lust“ ist zu Zeiten vor und während des amerikanischen Bürgerkriegs Wohnsitz der Familie Gast in Tennessee, also im tiefsten Süden der USA. Harwood Gast ist ein Plantagenbesitzer, der sich in Kopf gesetzt hat, eine Eisenbahnstrecke von seinem Wohnort, der später nach ihm benannt wird, zu einer stillgelegten Munitionsfabrik nach Maxon, Georgia zu bauen. Angeblich um Munitionsnachschub für den sich anbahnenden Krieg zu gewährleisten. Seine Frau ist alldieweil sexuell äußerst umtriebig und ihretwegen werden einige Sklaven und Bahnarbeiter ihres Mannes hingerichtet. - 150 Jahre später ist das Gast-Haus mittlerweile eine Pension, die von der Familie Butler, einer ca. 65-Jährige älteren Dame mit ihren erwachsenen Kindern Lottie und Jiff, geführt wird. In diese Pension mietet sich Justin Collier ein. Er ist Bierexperte mit eigener Fernsehsendung, der zu Recherchezwecken für sein neues Buch in Gast gelandet ist. In dem Haus passieren zwei Dinge mit Collier: zum einen hat er Albträume, in denen er Geschehnisse aus der Zeit der Familie Gast in verschiedenen Rollen äußerst real miterlebt und zum anderen steigert sich seine, in letzter Zeit brach liegende Libido in ungeahnte Höhen. Er ist also spitz wie Nachbars Lumpi. Aber auch die Familie Butler ist in dieser Hinsicht nicht zu unterschätzen. Ihr sexuelles Verlangen ist ebenfalls enorm und sie zeigen es auch. Das alles scheint in der Vergangenheit des Hauses und den schrecklichen Taten ihrer Bewohner seinen Ursprung zu haben. Zu allem Überfluss verliebt sich der durch das Haus dauergeile Collier in eine Braumeisterin, die in einer Art selbstauferlegtem Zölibat lebt. Kann das gutgehen? Ja, die Darstellung von sexueller Gewalt ist extrem. Gerade in den Rückblenden und Albträumen, die im 19. Jahrhundert spielen. Ich musste während der Lektüre schon zwei-dreimal schlucken. Aber sie ist kein Selbstzweck. Sie ist nicht dazu da, dass man sich aufgeilt oder nur eine tumbe Aneinanderreihung sämtlicher sexueller Perversionen, die Edward Lee eingefallen sind. Nein. Man liest die teilweise unvorstellbaren Grausamkeiten und ist angewidert. Und das ist etwas, was guten Horror ausmachen kann (Es gibt natürlich noch einige andere, subtilere Sachen, die guten Horror ausmachen können). Die Darstellung extremer Szenarien, die zwar fiktiv sind, aber durchaus Bereich des Möglichen liegen. Szenarien, die man sich lieber gar nicht vorstellen und schon gar nicht in der Realität erleben möchte. Aber anders als in der Realität werden diese Taten im Horrorgenre gnädigerweise oftmals durch eine übernatürliche Kraft verursacht. Das macht es erträglicher für den Leser als beispielsweise Nachrichten zu schauen. Das wird in diesem Roman geliefert. Als Überbau dient eine Spukhaus-Geschichte, gepaart mit dem faustischen Thema des Seelenverkaufs. Die sexuelle Gewalt wird durch die Reflexion der Protagonisten als das gezeigt, was sie ist: verabscheungswürdig. Das macht aus dem Buch für mich sogar, trotz alles expliziter Szenen, ein moralisches Buch. Ob die sexuell abstinente Braumeisterin jetzt aber das erstrebenswerte Idealbild ist, sei einmal dahingestellt. Aber ist gibt in diesem Roman Szenen, die noch verstörender sind, als alle Obszönitäten des Buchs zusammen. Das beschriebene Geschehen in der Fabrik am Endpunkt der von Gast und seinen Leuten gebauten Eisenbahnlinie. Der Originaltitel „The Black Train“ hebt diesen Aspekt auch mehr hervor als der Titel der Übersetzung. Die in mir beim Lesen sofort aufkeimenden und später auch im Text angestellten Vergleiche zu den Konzentrationslagern des Dritten Reiches, haben mir wieder einmal vor Augen geführt, dass die Realität in den allermeisten Fällen schlimmer ist als jede Fiktion. Und das ist der wahre Horror. Und das ist der Grund, warum es so eine Art Literatur geben muss. Literatur, die verstört, aber auf eine Art und Weise, dass man mit sich selbst ausmacht, dass das Gelesene Fiktion bleiben muss und keinen Platz in der realen Welt bekommt. Fazit: Spukhausgeschichte mit durchaus extremer Darstellung von Gewalt und Sexualität. Manchmal gibt es auch nur Andeutungen der Gewalt, die aber die eigene Fantasie anregen und auf mich dadurch noch extremer wirken. Wenn man möchte, kann man in der Geschichte einiges an Tiefgang finden. Muss man aber nicht. Es ist auch so ein gutes Stück Horrorliteratur, das wirklich rockt. Meine von der Werbung stark herunter gedrosselte Erwartungshaltung wurde ums mehrfache übertroffen. Absolute Leseempfehlung für Freunde des Genres. Die Rezension erschien zuerst im Blog Horror & Co.

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    • 2
  • Bester Lee bis jetzt! Nicht nur brutal sondern auch total gruselig!

    Haus der bösen Lust
    Power86

    Power86

    06. April 2015 um 03:24

    Bin total begeistert von diesem Buch. Habe mich schon lange nicht mehr so gegruselt. Musste beim Lesen das Buch echt mal aus der Hand legen, sonst hätte ich mir in die Hose gemacht. Lach! Hatte eigentlich einen typischen brutalen Lee erwartet, aber habe eine sehr interessante Gruselstory bekommen. Natürlich ist das Buch auch sehr brutal, aber es passt alles zu den Geschehnissen und wirkt nicht wie sonst so aufgesetzt um zu schocken. Ich fand die Verknüpfung zu der Vergangenheit im Bürgerkrieg sehr gut gemacht und gelungen. Humor gab es auch reichlich, musste öfter mal schmunzeln. Die Hauptperson Justin Collier ist überaus sympathisch, die anderen Personen waren aber auch alle auf ihre Weise sympathisch. Dazu war das Buch noch total spannend. Ich habe mich nicht eine Sekunde lang gelangweilt. Hätte nicht erwartet das ich so eine Geschichte von Lee geliefert bekomme. Jetzt muss ich ehrlich sagen das es mir der Autor doch angetan hat. Das Buch bekommt von mir 4,5 Sterne aufwärts!

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  • 'Haus der bösen Lust' - Edward Lee

    Haus der bösen Lust
    Wrathchild

    Wrathchild

    Justin Collier. Autor, Moderator und Bierexperte. Als wir auf Collier treffen steht seine Fernsehkarriere mehr oder minder vor dem Aus. Und so nimmt er sich die Zeit, um die Recherchearbeit für sein geplantes Buch zu beenden. Der abschließende Eintrag in dem Buch soll einem speziellen Bürgerkriegsbier gewidmet sein, welches in der Ortschaft Gast in Tennessee, welches eher für seinen Whiskey berühmt ist, gebraut wird. Vor Ort angekommen, quartiert sich Collier im Branch Landing Inn ein. Die Inhaberin, Helen Butler, eine alte, aber durchaus adrette Frau freut sich über den berühmten Gast und heißt ihn herzlich willkommen. Doch schon beim Betreten des Hauses verspürt unser Autor ein lang vermisstes Gefühl in den Lenden. Diese neuentdeckte Begierde macht auch vor der Dame des Hauses nicht halt. Und auch die Tochter, die zurückgebliebene Lottie, weckt den Trieb. Von der plötzlich aufkeimenden Geilheit verstört, stürzt sich Collier in die Arbeit und dabei stößt er auf die dunkle Vorgeschichte der Stadt. Und so muss er sich nebst einer aktiven Libido, auch mit sehr realitätsnahen Albträumen rumschlagen. Je länger Colliers Aufenthalt andauert, umso mehr wird er mit der Geschichte von Gast vertraut. Einige Informationen erhält er von dem Sohn von Frau Butler, welcher sich jedoch eher bedeckt hält und lieber dem Alkohol frönt. Einzig der Historiker der Stadt gewährt dem Fremden einige recht verstörende Einblicke in die Vergangenheit dieses Ortes. Und diese Gespräche fördern noch weitere interessante Neuigkeiten zu Tage. Das Branch Landing Inn war damals der Wohnsitz von Harwood Gast, nachdem die Stadt benannt wurde, und seiner nymphomanischen Ehefrau. Und langsam dämmert es Collier, dass seine Lust nicht auf einem natürlichen Trieb begründet ist. Edward Lee schreibt mit die Geisterhausgeschichte neu. Die Geschichte lebt nicht wirklich von einem Spannungsbogen - im Gegenteil. Lee schafft es vielmehr den Leser mit eher klassischen Elementen zu fesseln. Ein abgelegener Ort. Skurile Bewohner. Ein dunkles Geheimnis. Man begibt sich somit auf eine regelrechte Schnitzeljagd mit dem Protagonisten Justin Collier und kommt so dem Geheimnis von Gast immer näher. Dafür, dass der Schrifsteller laut dem FESTA-Verlag als führender Autor des Extreme-Horror gilt, zeigt er sich hier ausgesprochen handzahm. Wer aufgrund des Titels Sex in seiner obszönsten Art erwartet, wird enttäuscht werden. Vielmehr bedient sich Lee im Bereich des Mystischen, gepaart mit etwas Grusel.   Der Roman überzeugt durch seine geniale Geschichte.

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    • 2
    Floh

    Floh

    21. August 2014 um 11:33
  • Rezension zu "Haus der bösen Lust" von Edward Lee

    Haus der bösen Lust
    Elmar Huber

    Elmar Huber

    18. January 2013 um 09:44

    „Hier in der Gegend gibt es eine Menge Gespenstergeschichten. Das ist typisch für jede Bürgerkriegsortschaft. Komisch ist nur, dass unsere Geschichten ein bisschen härter als die meisten sind.“ INHALT Justin Collier ist ein Experte für Biere, der auf dem Kochkanal eine eigene Fernsehsendung unterhält. Auf der Suche nach einem abschließenden Beitrag für sein geplantes Buch, recherchiert er in der Ortschaft Gast in Tennessee, wo ein spezielles Bürgerkriegsbier gebraut werden soll. In Gast steigt Collier im Branch Landing Inn, dem Gästehaus von Helen Butler ab, wo er bereits beim Betreten des Hauses einen lange vermissten Zug in den Lenden verspürt und sich sein plötzliches Interesse gleich auf (die nicht sonderlich attraktive) Mutter und Tochter Lottie richtet. Selbst von seiner plötzlichen Geilheit verstört, versucht sich Collier abzulenken und konzentriert sich auf Gasts Geschichte. Von einem örtlichen Historiker erfährt der Neuankömmling verstörende Einzelheiten über die Geschichte des Ortes und besonders über das Branch Landing Inn, das früher der Wohnsitz von Harwood Gast und seiner nymphomanen Ehefrau war. „Nun, ich möchte mich jetzt nicht ordinär anhören, aber ich kann Ihnen sagen, dass viele, viele Gäste des Hauses – bis zurück vor langer Zeit – von einem merkwürdigen … Einfluss berichtet haben. Einem … nennen wir es triebhaften Einfluss.“ MEINUNG Gemäß der Werbung des Festa Verlags und der ausdrücklichen Warnung auf der Coverrückseite, gilt Autor Edward Lee als „führender Autor des Extreme Horror“, was auch gleich mit einer wahren Veröffentlichungsschwemme begleitet wird. Die Erwartungen sind demgemäß hoch. Bescheinigt werden muss Lee auf jeden Fall, dass er sein Schreiberhandwerk beherrscht und sein Publikum von Beginn an voll im Griff hat. Das liegt nicht zuletzt an der deftigen Eröffnungsszene, mit der Lee schon gleich auf das Kommende einstimmt. Wer nun allerdings eine unmotivierte Aneinanderreihung brutaler und obszöner Szenen erwartet, wir enttäuscht (oder – je nach Gusto - beruhigt), denn HAUS DER BÖSEN LUST schwenkt schon bald auf relativ klassische Erzählpfade ein. Außerdem baut Lee eine bedrohlich-fiebrige Stimmung auf, die nahezu über die gesamte Romanlänge gehalten wird. Im Grunde haben wir es bei HAUS DER BÖSEN LUST mit einer formelhaften Haunted House-Geschichte zu tun, die Edward Lee mit einigen gewalttätigen und gewagten erotischen Spitzen (obwohl nichts für zarte Gemüter, hält sich die Derbheit hier in Grenzen) aufgepeppt hat. Dass der Fluch des Hauses Gast nicht aus einer ungesühnten Einzeltat resultiert, wie in klassischen Spukhausgeschichten, sondern aus einem massiven Bürgerkriegs-Holocaust, ist ein Zugeständnis an die angestrebte Härte des Romans. Auf einer zweiten Zeitebene werden nach und nach eben diese grausamen und schamlosen Ereignisse geschildert, deren Auswirkungen letztendlich bis in die Gegenwart reichen und das Haus zu einer Quelle der Geilheit machen. Völlig unglaubwürdig wirkt hingegen Colliers Tete á Tete mit der unglaubwürdig keuschen Bierbrauerin, was den Roman einiges an Intensität kostet. Das Taschenbuch ist gewohnt hochwertig und in exklusiver Festa-Lederoptik gefertigt. Für das Covermotiv wurde eine (wenn auch nicht inhaltlich, so auf jeden Fall stimmungsvoll) passenden Fotografie von Tina Marie Enos verwendet, das die Festa-Grafiker wieder mit einem passenden Autoren-/Titellayout versehen haben, das sich auch auf den folgenden Lee-Büchern bei Festa findet. FAZIT Edward Lee peppt hier ein klassisches Geisterhaus-Szenario mit brachialen und verstörend-erotischen Elementen auf. Ein gelungener Einstand des Autors im Festa Verlag.

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  • Rezension zu "Haus der bösen Lust" von Edward Lee

    Haus der bösen Lust
    delijha

    delijha

    17. December 2012 um 23:51

    Ich muss schon sagen, dass der Name des Buches, bzw. die Übersetung des Titels, schon ein ziemlicher Abtörner ist. Gefällt mir so gar nicht. Der Inhalt konnte mich allerdings begeistern. Eine absolut solide Story. Hat mir Bighead schon gefallen, überzeugt mich Haus der bösen Lust auf ganzer Linie. Kann sein, dass das Buch hier und da eine Schwäche hat, ich hab sie dann auf jeden Fall nicht bemerkt und habe mich durchgehend unterhalten gefühlt. Wenn ich hier wirklich auf hohem Niveau frotzeln will, würde ich sagen, hätte es für mich diese Beziehungskiste zwischen Collier und der Frau nicht geben müssen, aber okay… die soziale Komponente und so. Der Grund, aus dem mich das Buch mehr anspricht als Bighead, ist wohl auch, dass mich persönlich diese ganze “Pakt-mit-dem-Teufel”-Geschichte absolut viel mehr reizt, als wenn es nur Geschnetzel und Geschlachte ohne interessanten Hintergrund gibt. Seele verkaufen, Besessenheit… das sind meine Themen. Ich finde auch, es gibt einfach zu wenig davon und das schon seit vielen Jahren. Hinzu kommt, dass sich Lee meiner Meinung nach selbst übertroffen hat, was die Details und Grausamkeiten des Plots angeht. Absolut Interessante Geschichte, die während des amerikanischen Sezessionskriegs seinen Lauf nimmt. Die Sprünge in die Vergangenheit und dann wieder in unsere Gegenwart wurden vorsichtig gesetzt, so nerven und verwirren sie nicht. Rückblicke neigen dazu, mich zu langweilen. Hier ging das auf jeden Fall klar. Man erfährt nach und nach, was in dem Haus/der Pension, in dem der Hauptcharakter untergekommen ist, damals vorgefallen ist. Viele Bewohner/Gäste werden von Albträumen geplagt, sehen Geister, hören Geräusche und vor allem ist ihre sexuelle Lust enorm gesteigert. Die Beschreibungen des Hauses lassen eine unglaubliche Atmosphäre entstehen, habe mich schon lange nicht mehr so angenehm gegruselt. Die Charaktere sind durchweg interessant, gut ausgearbeitet und fügen sich gut in ihre Rollen ein. Ich habe mir bei dem ein oder anderen Charakter schon noch extremere Auftritte gewünscht. Alles in allem bin ich hier zwar zufrieden, aber hatte, aufgrund von Bighead, mit extremeren Rollen und Szenen gerechnet. Aber absolut nicht schlimm, dadurch wird nur gezeigt, dass Lee auch anders kann – er dosiert hier regelrecht – entgegen allen Kritikern, die behaupten, er hätte nix außer Ekel, Extrem-Gore und Verstörung drauf. Der Schreibstil ist locker flockig… besser als bei Bighead, weil weniger Umgangssprache. Nicht zuviel Blabla, gerade soviel, dass die Story schlüssig erzählt wird. Trotz der harten Worte lässt der Schreibstil den Autor erschreckend normal und sogar richtiggehend nett erscheinen. Ich mags. Fazit: Wieder ein dicker Brocken von Lee. Wer andere Werke von Lee mochte, sollte hier zugreifen! Wer bei Bighead noch meinte: Ja, ging, aber die Story hätte dicker und die Gore-Effekte weniger sein können, sollte hier auch zugreifen. Dem Buch mangelt es absolut nicht an Perversität, nur ist sie hier, meiner Meinung nach, mit der kompletten Handlung verstrickt und im absoluten Einklang. Also: Sex, mehr Sex, Gewalt, Mord, Massenmord, Geister, Paranormales, Besessenheit und ein absolut genialer Blick in die Abgründe der menschlichen Seele… alles drin – ich könnte die Liste ewig weiterführen. Kaufen!

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  • Rezension zu "Haus der bösen Lust" von Edward Lee

    Haus der bösen Lust
    steffi_schaaf

    steffi_schaaf

    09. October 2012 um 18:49

    Bierspezialist Justin Collier sucht für sein Buch über die besten amerikanischen Biere noch eine spezielle Marke. Ein Hinweis führt ihn in das kleine Städtchen Gast in Tennessee, das in Bürgerkriegszeiten Geschichte schrieb, allerdings nicht nur positive. Es gibt ein Haus, das mittlerweile als Pension dient, in dem in der Vergangenheit schreckliche Dinge passiert sein sollen. Als Justin das Haus betritt, spürt er bereits eine Veränderung an sich, vor allem in seiner Lendengegend. Doch nicht nur seine Libido steigt, Albträume verfolgen ihn und er beginnt zu halluzinieren. Er muss aus diesem Haus raus, so schnell er kann. Das Haus der bösen Lust, ein Titel über den ich in der letzten Zeit immer wieder stolperte. Zahlreiche gelesene Rezensionen überzeugten und verleiteten mich schließlich, mir dieses Buch zu besorgen. An dieser Stelle geht ein großes Dankeschön an Frank Festa vom Verlag, der mir ein Exemplar zur Verfügung stellte. Die ersten gelesenen Seiten lassen mich erst einmal kräftig schlucken. Ich erwartete nicht gleich zu Beginn eine geballte Ladung von abgetrennten Körperteilen, Vergewaltigung und Erniedrigung. Natürlich war ich vorbereitet durch andere Leser, aber selbst damit konfrontiert zu werden, ist etwas anderes. Das Buch erzählt zwei Geschichten in unterschiedlichen Zeiten. Die Rückblenden führen zurück zum Bürgerkrieg, sie beschreiben das Leben der Konföderierten und der Sklaven sowie die Entstehung des Städtchens Gast. Sie erzählen außerdem, was sich hinter dem dunklen Geheimnis der Familie Gast versteckt, schaurige, obszöne Einzelheiten werden offenbart, die den Leser schocken. Die Passagen um den Bürgerkrieg waren recht interessant zu lesen und sehr bildlich beschrieben. Der Autor sieht die Geschehnisse von damals durch verschiedene Charaktere, so dass jede Gesellschaftsklasse ihre Sichtweise darstellen kann. In der Gegenwart versetzt Edward Lee den Leser recht schnell in die Rolle des Bierkenners Collier. Das Haus, in dem er während seines Aufenthaltes wohnen soll, jagt ihm von Anfang an einen Schauer über die Haut. Ihn verfolgen Albträume, er verspürt vermehrt sexuelle Gelüste und er leidet an Halluzinationen. Auf seiner Suche nach dem letzten Bier für sein Buch erfährt er auch immer mehr über dieses Haus und dessen düsteres Geheimnis. Wow, was für ein Buch! Die Verknüpfung von historischen, mystischen, bizarren und obszönen Elementen gelingt dem Autor Edward Lee perfekt. Das Haus der bösen Lust liest sich flüssig und es ist ein Buch, welches man nur schwer zur Seite legen kann, auch wenn einige Passagen den Leser sicherlich hin und wieder dazu verleiten mögen. Der Verlag warnt auf seiner Seite vor den übertriebenen Darstellungen sexueller Gewalt. Es gab einige Stellen im Buch, die ich als Frau missbillige, die ich auch wirklich eklig fand. Ich hatte definitiv noch Schlimmeres erwartet und war froh, dass sich die wirklich harten Stellen nur auf einzelne Seiten beschränkten. Zudem sollte man sich im Klaren sein, dass Festa keine Märchenbücher verkauft und wahre Fans des Extreme Horrors werden mit Edward Lee sehr gut bedient.

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  • Rezension zu "Haus der bösen Lust" von Edward Lee

    Haus der bösen Lust
    Sarah-the-1

    Sarah-the-1

    05. October 2012 um 10:16

    Dies war mein erstes Buch von Edward Lee und es hat mich deshalb angelacht, weil der Autor offensichtlich Jemand ist, der extrem stark polarisiert.Die Mischung aus Horror und Sex hat mich sehr gereizt, weil ich noch nie etwas Vergleichbares in der Kombination gelesen habe. Da ich ja "vorgewarnt" war hinsichtlich Ausführungen von sexueller Gewalt, habe ich mich gedanklich schon auf das Schlimmste vorbereitet.Im Nachhinein kann ich nun sagen, dass alles halb so wild ist.Natürlich sind gewisse Szenen wirklich mal richtig abartig, pervers, widerlich und an der Ekelgrenze.Aber auf die Gesamtheit des Buches bezogen sind diese Szenen nicht so häufig und meiner Meinung nach absolut zu ertragen - und das, obwohl es von der Thematik her eigentlich schon zentral um das Thema Sex/Sexbesessenheit/kranke sexuelle Vorlieben geht .Dass Edward Lee stark polarisiert kann ich sehr gut nachvollziehen, denn für Zartbesaitete ist "Haus der bösen Lust" ganz sicher nichts. Meiner Meinung nach hat das Buch auf jeden Fall das gehalten was es versprochen hat.Die Grusel- und Ekelmischung war eindeutig gegeben und auch super umgesetzt und ich war so gefesselt, dass ich's kaum aus der Hand legen mochte.Ich fand es auch sehr interessant gemacht, dass sich die gleiche Geschichte in zwei Zeitzonen abgespielt hat. Allerdings hatte ich irgendwie doch gehofft, nicht ganz so viel mit Fluch und Spuk zutun zu bekommen, da ich mich für solch übersinnlichen Kram überhaupt nicht begeistern kann.Als Erklärung jedenfalls war mir das einfach zu schwach, auch wenn man sich von Anfang an denken konnte, dass es darauf hinauslaufen würde. Des Weiteren hat mich gestört, dass sich doch sehr viel um Brüste als zentrales Lustobjekt gedreht hat.Irgendwann wird es halt langweilig, wenn der Mann immer gleich geil wird, nur weil er ein üppiges Dekolleté präsentiert bekommt oder nichts Besseres zutun hat als bei jeder Frau, die in sein Blickfeld Gerät, direkt als Erstes auf ihre Oberweite glotzt - Geilheit hin oder her.Hier hätte ich mir in jedem Fall einen größeren Ideenreichtum beim Autor gewünscht. Das Letzte, was ich zu bemängeln habe ist die doch etwas sehr kitschig-romantische Liebesgeschichte zwischen Justin und Dominique.Zum einen passt sie nicht so recht in die doch ansonsten sehr harte und brutale Story des Buches und wirkt zum anderen auch noch total unlogisch.Ein Mann, der vor Geilheit fast zerspringt und am liebsten auf der Stelle alles v... würde was ihm über den Weg läuft ist plötzlich in der Lage, die Tatsache zu akzeptieren, dass die Dame seines Herzens aus Überzeugung den Zölibat praktiziert und er wohl nie in den Genuss kommen wird, mit ihr zu schlafen?Liebe und die damit verbundene Akzeptanz gewisser Dinge hin oder her, aber DAS war mir dann doch wirklich etwas zu unrealistisch und unpassend konstruiert.In Groschenromanen mögen die Leute darauf reinfallen - aber nur da gehört eine solche Illusion auch hin! Alles in allem kriegt das Buch von mir 3 Sterne - lesenswert ist es definitiv und wer Spaß am Übersinnlichen hat und auch mal realitätsfremd denken kann, dem wird dieses Werk mit Sicherheit mehr Sterne wert sein. ;-)

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  • Rezension zu "Haus der bösen Lust" von Edward Lee

    Haus der bösen Lust
    LaComtesseNoire

    LaComtesseNoire

    20. September 2012 um 08:33

    Ihr kennt bestimmt folgendes Szenario: Ein Buch (beliebig abzuändern auf Film, CD, etc.) erscheint endlich, nachdem Ihr Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre darauf gewartet habt! Ihr freut Euch natürlich wie verrückt, aber dann gibt's die ersten Bewertungen und die sind leider eher mittelmäßig. Jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit diesem "Problem" umzugehen. Entweder Ihr kümmert Euch nicht um andere Meinungen und lest einfach drauf los oder aber Ihr zögert den Lesebeginn etwas raus, weil Ihr Euch ein klein bisschen betrogen fühlt. Um ganz ehrlich zu sein, gehöre ich zu der zweiten Gruppe. Natürlich wirken Bücher auf jeden anderes, aber dennoch dämpft es die Lesefreude etwas, wenn die Kritiken nicht so bombastisch ausfallen wie man sich dies erwartet hatte. So habe ich nun etwas zugewartet, bis ich mich (natürlich mit gemischten Gefühlen) auf meinen allerersten Edward Lee gestürzt hab. Ich war auf das Schlimmste gefasst und hab mich auf elendslange, langweilige Ausführungen eingestellt, aber bekommen hab ich etwas, mit dem ich so gar nicht gerechnet habe - vielleicht mag das für Euch maßlos übertrieben und extra dramatisch klingen, aber das ist nun mal mein Zugang, und ja, mir ist klar, dass sich dies ein ganz kleines bisschen wahnsinnig anhören muss, aber was soll ich sagen, ich hab nie behauptet, dass ich diesbezüglich normal" bin (sonst würde ich wohl auch nicht solche Geschichten lesen ...). Kurzum: Ich hatte eine Meinung von diesem Roman im Kopf, musste mir im Nachhinein jedoch eingestehen, dass ich vollkommen falsch damit lag - mehr dazu könnt Ihr in der nachfolgenden Rezension lesen. Die Suche nach einem wahrlich außergewöhnlichen Bier führt Justin Collier nach Tennessee in den Ort Gast". Am Ziel angekommen, checkt Collier in einer netten, kleinen Pension ein und merkt promt, dass er ungeheuer scharf ist. Nicht nur die 60-jährige Pensionseigentümerin hat es ihm angetan, auch deren Tochter Lottie wirkt eine ungeheure Anziehungskraft auf ihn aus. Doch nicht nur die Damen in der Pension erwecken Colliers Libido zu neuem Leben, auch die anderen Frauen in Gast würde er am liebsten auf der Stelle vernaschen. Als er jedoch im Zuge seines Aufenthaltes in Gast mehr über die Geschichte des kleinen Ortes erfährt, wird ihm bewusst, dass das entflammen seiner Lust keineswegs natürliche Ursachen hat, denn Gast ist ein ganz besonderes Städtchen, dessen blutige und perverse Vergangenheit bis in die Gegenwart reicht. Neben der Story rund um Collier (die in der Gegenwart spielt) gibt es eine zweite Zeitebene, zu der Lee immer wieder wechselt. Genauer gesagt geht es um die Zeit vor und während des Sezessionskrieges (= Amerikanischer Bürgerkrieg, 1861 bis 1865). Diese beiden Zeitebenen haben mich nicht gestört, ganz im Gegenteil - ich fand die Zeitsprünge durchaus interessant und spannend zu lesen, vor allem weil die Geschehnisse von damals ja der Grund dafür sind, warum Gast heute der Ort ist, der er nun mal ist. Als ich damals die ersten Rezensionen und Meinungen zum Roman gelesen habe, hatte ich folgendes Bild im Kopf: Sex, viel Sex und wenn es ausnahmsweise gerade mal keinen Sex gibt, wird Bier gebraut (was natürlich auch in allen Einzelheiten beschrieben wird). Gut, wie Ihr wisst, hab ich nichts gegen Passagen mit viel Fleischeslust, ABER da ich mich relativ schnell langweile, hätte es dennoch passieren können (was heißt, es hätte passieren können" - es wäre definitiv so gewesen ...), dass ich mich spätestens nach 100 Seiten so dermaßen gelangweilt hätte, dass der Roman mich nicht befriedigt hätte (dieses Wortspiel musste jetzt einfach sein). Und jetzt stellt Euch mal vor, wie schnell mich Ausführungen über den Bierbrauvorgang genervt hätten ... nicht auszudenken. Glücklicherweise sind meine Befürchtungen nicht eingetroffen. Es gab natürlich viel Sex und es wurde auch das eine oder andere Wort über Bier gewechselt, aber nichts davon war zu extrem oder wurde zu sehr breitgetreten. Ich hab zwar bis zu diesem Roman noch nichts von Lee gelesen, jedoch ist der Gute bekannt dafür, dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt und gerne mal die eine oder andere Gewaltszene sehr detailliert beschreibt. Nun, auch im vorliegenden Roman schmeißt er dem Leser ein paar richtig harte Brocken hin. Verglichen mit anderen Romanen gab es in der Geschichte zwar relativ wenige Gewaltszenen, die, die es jedoch gab, hatten es absolut in sich. Nun, wer jetzt glauben sollte, dass die Geschichte mit etwas Brutalität, Sex und Bier erzählt ist, der irrt. Lee hat zusätzlich zu den gängigen Horrorromanelementen (Gewalt und Sex) der Story etwas Mystisches und Übernatürliches angeheftet. Ich gebe ehrlich zu, dass ich Gruselromane liebe, nur leider gibt es viel zu wenige davon, was definitiv eine Marktlücke ist. Rohe Gewalt und Sex findet man in vielen Romanen, aber das "gewisse Etwas", das einem Gänsehaut über den Körper laufen lässt, ist eher selten. Die Gruselkomponente alleine reicht ja nicht, der Autor muss die Stimmung richtig transportieren, sonst ist es nicht mehr als eine 0815-Geistergeschichte. Worauf ich hinaus will (ihr ahnt es bestimmt bereits) ist, dass Edward Lee es geschafft hat, dass ich beim Lesen teilweise tatsächlich ein mulmiges Gefühl hatte, weil er bestimmte Passagen mit solch düsterer Überzeugung erzählt hat. Dafür gibt es einen riesen Pluspunkt, weil ich erstens nicht mit einem mystischen Element in der Geschichte gerechnet habe und mich zweitens wirklich ab und an gegruselt habe. Die Figuren hat Lee allesamt sehr interessant und außergewöhnlich gezeichnet. Normalos" gibt es im Roman kaum. Justin Collier ist hier noch - trotz permanenter Geilheit - die durchschnittlichste Person von allen. Ob alle Figuren in der Geschichte notwendig" sind, sei dahingestellt, jedoch trägt jede Persönlichkeit ihren Teil bei und hilft dabei, die Story richtig schön abzurunden. Das Haus der bösen Lust" lebt von dem düsteren Geheimnis, auf dessen Fährte der Leser gebracht wird, nicht von Spannung oder Action; und genau das ist der Clou, denn eigentlich bin ich eine Liebhaberin von schnellen Geschichten. Dass mich eine Erzählung fesseln konnte, die verhältnismäßig eigentlich eher spannungsarm ist, spricht a) für den Schriftsteller und b) für die Geschichte an sich, was mich, nun ja, doch sehr beeindruckt hat. Täuscht Euch jedoch bitte nicht: Edward Lee ist keineswegs immer so handzahm". Solch subtiler Horror, wie man ihn in Das Haus der bösen Lust" findet, ist bei ihm eher selten. Vielmehr ist er als obszöner Provokateur und führender Autor des Extreme Horror" (Zitat Festa Verlag) bekannt. Dem Roman Bighead" zum Beispiel, der vor kurzem ebenfalls im Festa Verlag erschienen ist, wurde das sehr aussagekräftige Prädikat most disturbing book" verliehen - das bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Der Roman Das Haus der bösen Lust" hat mich in seiner Gesamtheit überzeugt. Geniale Geschichte, außergewöhnliche Protagonisten, viel Sex und zum Drüberstreuen der eine oder andere Einblick in den Abgrund der menschlichen Seele. Edward Lee versteht es zweifellos, seine Leser zu fesseln und macht definitiv Lust auf mehr! Weitere Rezensionen und Artikel findet Ihr unter www.blutundbeuschel.com.

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  • Rezension zu "Haus der bösen Lust" von Edward Lee

    Haus der bösen Lust
    steffis-und-heikes-Lesezauber

    steffis-und-heikes-Lesezauber

    20. August 2012 um 17:11

    Inhalt Der TV-Star und Autor Justin Collier reist in das gemütliche Dorf Gast um sein Buch über verschiedene Biersorten fertig zu stellen. Dort angekommen quartiert er sich in einer Pension ein und merkt dabei schon, das seine Gefühlswelt etwas durcheinander kommt. Er fühlt sich zu der Pensionsinhaberin, einer alten Dame um die 60 Jahre, hingezogen und auch ihre Tochter, die nicht sprechen kann, dafür aber top aussieht, lässt ihn nicht kalt. Er ist leicht verwirrt über diese sehr emotionalen, schon sehr leidenschaftlichen Gefühlen. Und nicht nur diese beiden, sondern alles was zwei Beine und Brüste hat, treibt ihn zu unkeuschen Gedanken. Auch der Geruch nach Urin lässt ihn vermuten, das mit dem Haus irgendetwas nicht stimmen kann. Die seltsamen Albträume in der Nacht werden immer mehr, und er beschließt, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Leider erfährt er mehr, als ihm lieb ist........ Meinung Das Buch ist echt gut gelungen. Spannung pur, nichts für Zartbeseitete, aber nicht so schlimm, wie der Verlag auf der Rückseite des Buches angegeben hat. „Haus der bösen Lust“ spielt in zwei Zeitebenen, einmal Südamerika zu Zeiten des Bürgerkriegs und der Sklavenhaltung und einmal aus Sicht von Justin Collier aus der Gegenwart. Diese Sprünge finde ich ganz gut, weil man dadurch die Geschichte des Buches besser verstehen kann und man erklärt bekommt, das die Handlungen von damals einen ziemlichen Einfluß auf das Heute haben. Es gibt teilweise wirklich grausame Szenen, vorallem über Ermordung und Vergewaltigung der Sklaven, wer das nicht mag, sollte die Finger von dem Buch lassen. Der Schreibstil von Edward Lee flüssig und einfach, teilweise aber auch hart. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, und beschreibt alles richtig real. Das lässt sich einfach gut lesen und ist von Anfang bis Ende spannend und lebensecht geschrieben. Einfach grandios. Einziger Kritikpunkt für mich ist die Person Jiff (Sohn der Pensionsinhaberin). Ich kam mit seinem Sprachstil nicht ganz zurecht. Die abgehackten Sätze sind nichts für mich und irgendwie passte er nicht so ganz in die Geschichte hinein. Charakteren Der Autor stellt seine Charkateren im Buch ziemlich authentisch dar. Sie werden alle sehr gut beschrieben und man kann sich in sie hineinversetzen. (teilweise mit Schrecken und teilweise sehr emotional) Er zeigt die Menschen und deren Handlungen so wie sie sind, wenn es auch manchmal pervers, brutal oder abartig klingen mag. Es wird nichts verschönt, so soll es ja auch bei einem solchen Horor-Thriller sein. Er überlässt dem Leser die Entscheidung, was er von jedem Charkater im Buch halten will. Cover Mir als eingefleischte Horror/Thriller-Leserin gefällt das Cover gut, man ist gespannt darauf um was es geht, ist aber nichts Besonderes. Gut gefallen hat mir auch noch, das bei jedem Kapitel in der oberen Ecke eine abgedruckte Hand ist. Das macht was her und passt super zu dem Buch. Fazit Für mich ein absolutes Muß-Buch zum Lesen, das ich nur weiterempfehlen kann. Nicht für Zartbeseitete, aber auch nicht so grausam wie angegeben. Einziger Kritikpunkt die Figur Jiff, mit der ich nicht warm werden konnte. Ich bin gespannt, ob es bald wieder Neues von Herrn Lee gibt, welches ich dann auf jeden Fall lesen werde. Somit erhält diese Lektüre von mir 4 von 5 Sternen.

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  • Rezension zu "Haus der bösen Lust" von Edward Lee

    Haus der bösen Lust
    Thrill

    Thrill

    07. August 2012 um 18:51

    Justin Collier ist der Bier-König, er recherchiert für sein neues Buch, in dem es sich um Biersorten dreht, in dem kleinen Ort Gast. Kaum dort angekommen überfällt ihn eine komische Atmosphäre. Die Pension wird von einer alten Dame und deren Kinder der geistig zurückgebliebenen Lottie und dem auf den ersten Blick hinterwäldlerischen Jiff geleitet. Doch widererwartend erweckt die alte Dame die eingeschlafene Libido Colliers. Und nicht nur sie, nein alles was zwei Beine und Brüste hat beschert dem durch den Fernseher prominenten Collier unkeusche Gedanken. Doch etwas scheint mit dem Haus nicht zu stimmen, ständig umweht ihn ein ekelerregender Geruch von Urin und er wird von unheimlichen Träumen geplagt die mit dem furchterregenden verstorbenen Besitzer des Hauses und dessen sexbesessener Frau zu tun haben... Auch als er seine große Liebe in dem Ort kennenlernt steuert er unaufhaltsam immer weiter in sein Verderben. Ein hammer-mässiges Buch. Nichts für zartbesaitete aber nicht sooo schlimm wie auf der Warnung des Verlages auf der Rückseite des Buches angegeben. Es gibt diverse schlimme Szenen, die sich meist um die Sklaverei in Südamerika und die Zustände damals drehen. Wer das nicht abkann - Finger weg. Ansonsten ein unheimlich spannendes, atmosphärisch sehr dichtes Buch.

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  • Rezension zu "Haus der bösen Lust" von Edward Lee

    Haus der bösen Lust
    dark_angel

    dark_angel

    18. July 2012 um 09:52

    Um sein neuestes Buch fertig zu stellen, reist der TV-Star und Bierkönig Justin Collier in die Kleinstadt "Gast" in Tennessee. Hier soll ein Bier gebraut werden, das es wert sein könnte, in sein Buch aufgenommen zu werden. Nach einer langen Reise kann er endlich in der Pension einchecken. Doch kaum ist er durch die Tür getreten, kann er an nichts anderes mehr als an Sex denken. Das Haus und die Einflüsse aus der Vergangenheit sind lebendiger denn je... "Haus der bösen Lust" spielt in zwei Zeitebenen. Der Leser begleitet Justin Collier in der Gegenwart und erlebt zeitgleich die schrecklichen Taten des reichen Plantagenbesitzers Harwood Gast in den Zeiten des Bürgerkriegs. Taten und Handlungen, die vielleicht vergessen worden sind, aber immer noch Einfluss auf die Gegenwart üben. Der Verlag warnt ausdrücklich vor überzogenen Darstellungen von sexueller Gewalt. Dies ist nicht nur ein Marketing-Trick, sondern sollte durchaus ernst genommen werden. Vor allem die Passagen in der Zeit des Bürgerkriegs sind nicht ohne. Da wirkt die Geschichte in der Gegenwart schon fast harmlos, was aber zugleich als Ausgleich dient, um von den schrecklichen Geschehnissen im Bürgerkrieg wieder runterzukommen. Edward Lee schreibt auf einer Ebene ziemlich "normal", um dann zwischen provozierend, verstörend und beängstigend zu wechseln. Sein Stil ist sehr direkt und klar. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er seine Charaktere agieren lässt. Er zeigt die Menschen und deren Handlungen so, wie sie sind; vielleicht sogar menschlich und "normal", aber auch erschreckend real, brutal oder gar pervers und abartig. Dabei wirkt er nicht belehrend, sondern überlässt dem Leser selbst die Entscheidung, was er von der betreffenden Person halten soll. Erfreulich war auch, dass er sozusagen mit Verstand schreibt. Er liefert keine billige Geschichte mit sinnlosen Gewalttaten, um den Leser so stark wie möglich zu schockieren. Nein, was er schreibt lässt sich sogar nachvollziehen bzw. wirkt logisch und rund. Sogar der übersinnliche Aspekt passt hinein und trotz all der Grauen gibt es auch Szenen, in denen geschmunzelt werden darf. Wer also nicht vor harten Thrillern mit übersinnlichem Touch zurückschreckt, sollte sich "Haus der bösen Lust" nicht entgehen lassen.

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