Edward Lewis Wallant Der Pfandleiher

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Inhaltsangabe zu „Der Pfandleiher“ von Edward Lewis Wallant

Sol Nazerman ist der Pfandleiher von Spanish Harlem. Sein Laden ist ein Umschlagplatz für verlorene Träume und verpfuschte Leben. Abends fährt er zurück nach Mount Vernon, wo er zusammen mit seiner Schwester, ihrem Mann und ihren Kindern lebt, die er mit den Erträgen seines Geschäfts unterstützt. Sol ist dem Holocaust entkommen - anders als seine Frau und Kinder. Er musste miterleben, wie sie im Konzentrationslager ermordet wurden. Emotional abgestumpft beobachtet er die Verzweiflung, die ihn umgibt, und führt seine Pfandleihe mit der Härte und Verschlossenheit eines Gangsters. Erst ein dramatischer Einbruch in die Gleichförmigkeit seiner Tage löst seine Erstarrung und lässt ihn vielleicht einen ersten Schritt zurück ins Leben machen. Edward Lewis Wallants wichtigstes Buch ist eines der bewegendsten Werke der modernen Literatur.

Erschreckend, schaurig und traurig - aber in einer wunderbaren Sprache geschrieben!

— tanteruebennase
tanteruebennase

Könnte nicht aktueller sein, kommt aber sehr unaufgeregt daher - exzellente und unkomplizierte Lektüre!

— BettinaR87
BettinaR87

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  • Der Pfandleiher

    Der Pfandleiher
    Kleine8310

    Kleine8310

    30. April 2016 um 22:48

    "Der Pfandleiher" ist ein Roman des Autors Edward Lewis Wallant. In diesem Buch erzählt der Autor die Geschichte des Protagonisten Sol Nazerman. Sol Nazerman arbeitet als Pfandleiher in Spanish Harlem. In seinem Laden begegnet er den unterschiedlichsten Menschen und erfährt von vielen verschiedenen Schicksalen. Sol lebt gemeinsam mit seiner Schwester, seinem Schwager und ihren Kindern in einem Haus. Seine Frau und seine Kinder hat Sol verloren, als sie in einem Konzentrationslager ermordet wurden. Er konnte nur durch Glück dem Holocaust entkommen.  Diese ganzen Erlebnisse und Schicksalsschläge haben aber ihre Spuren bei Sol hinterlassen. Er lässt keine Gefühle an sich heran und auch seine Pfandleihe führt er sehr streng und ohne Mitgefühl, bis ein Geschehnis Sol's gleichförmigen Alltag aus der Bahn wirft und auch in dem ernsten Pfandleiher etwas verändert ... Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, denn der Klappentext hat mich absolut neugierig gemacht. Ein Pfandleiher mit einem schweren Schicksal, dem in seiner Pfandleihe immer wieder Menschen mit unterschiedlichen Schicksalen begegnen, das klang für mich nach einer tollen, emotionalen Geschichte. Sol Nazerman hat mir als Protagonist sehr gut gefallen. Er ist ein Mann, der viel durchlitten hat und sich mit vielen Verlusten auseinandersetzen musste. Seine Weigerung die Schicksale anderer und die zugehörigen Emotionen an sich heranzulassen wirkt als eine Art Selbstschutz sehr authentisch, auch wenn es manches Mal sehr bedrückend war.    Edward Lewis Wallant schafft in diesem Roman eine wunderbare Atmosphäre, in der er viele wichtige Dinge thematisiert. Hiermit hat der Autor mich nicht nur emotional berührt, sondern er regt auch zum Nachdenken an. Aber nicht nur Sol hat bei mir einen Nerv getroffen, sondern auch ein paar der Nebencharaktere, die den Protagonisten in seiner Pfandleihe aufsuchen.   Die Handlung ist spannend und auch wenn sie manchmal ein bisschen sehr bedrückend war habe ich die Entwicklung interessiert verfolgt. Sol's Entwicklung war am deutlichsten zu erkennen und manche Reaktionen oder Entwicklungen gingen mir sehr unter die Haut.    "Der Pfandleiher" ist ein ehrliches Buch, in dem man auf schlimme Schicksale trifft und es hat mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgenommen!

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  • Wunderbare Sprache

    Der Pfandleiher
    tanteruebennase

    tanteruebennase

    30. March 2016 um 10:03

    Erschreckend, schaurig und traurig - aber in einer wunderbaren Sprache geschrieben! Das Leben des Holocaust-Überlebenden Sol wird in seiner Tristesse und traurigen Gleichgültigkeit so wunderbar beschrieben, dass man den Staub und den Schweiß in der Nase zu spüren vermag. Es ist nicht anklagend, nicht reißerisch, einfach das was es ist - ein Mensch, dem das Schlimmste widerfahren ist und der Tag für Tag weitermacht - eine traurige, faszinierende Geschichte weil sie eben so wahr sein könnte.  

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  • Das Leben verpfändet

    Der Pfandleiher
    BettinaR87

    BettinaR87

    22. December 2015 um 11:34

    Die Kritik Gerade in dieser Zeit ist es unfassbar wichtig, dieses Buch zu lesen. Es erlaubt einen Blick in eine absolut geschundene Seele, die sich irgendwie an dieses Leben klammert und nicht weiß, wieso. Im KZ gefoltert, kriminalisiert und geschändet, stand der Hauptcharakter nach der Befreiung plötzlich vor einem neuen Leben - nur, dass sich das alte nicht abschütteln ließ. Was fängt man mit einem Leben an, das eigentlich nur noch den Tod als nahe Endstation kennt? Wie lebt man mit den Erinnerungen aus dem KZ? Wie mit den Bildern deiner ermordeten Kinder, deiner geschändeten Frau? Das Thema ist eigentlich so unfassbar hart und krass, dass der Unterschied zur Aufbereitung im Buch eine Schlucht darstellt. So tiefgreifend der Nazi-Abschnitt seines Lebens war, so normal lebt er weiter und das ist das eigentlich Erstaunliche an dem Buch. Selbst seine größten Ängste werden einfach zur Normalität. Womit willst du so eine Person auch noch schocken können? Dabei ist das Buch wunderbar zu lesen. Wir alle kennen ja Klassiker, die eine eher komplizierte Wortwahl und Satzstruktur haben - der Pfandleiher liest sich, als wäre er vielleicht erst vor zehn Jahren geschrieben worden. Eine exzellente Lektüre mit harten Themen, die extrem unaufgeregt daher kommt und sich unkompliziert lesen und verstehen lässt. Die Frage ist ja, warum es so lange nicht übersetzt wurde! Es würde sich allein inhaltlich so viel besser in den Deutschunterricht einfügen als so manch andere "klassische" Lektüre. Der Pfandleiher punktet insofern mit einer sehr persönlichen Sicht, die die Deutschen nicht pro forma ins Abseits stellt und verteufelt, sondern die Menschen insgesamt, die zu dieser Art der Grausamkeit fähig waren - das hat mit der Nationalität der Täter im ersten Moment nichts zu tun. Der Autor stellt meines Erachtens keine Schuldfrage, sondern eher die nach dem "Wie damit leben?". Dafür porträtiert er neben seinem Hauptcharakter auch andere Wahlmöglichkeiten, die die Überlebenden dieser Zeit haben. Vom Schmarotzer, der sich hinter der Schuldfrage einen dicken Ranzen anfuttert. Von dem von Schuldgefühlen geplagten, weil er ganz klar überleben wollte und dabei seine eigenen moralischen Grenzen hinwegfegen musste. Von Unbeteiligten, die nun die Überlebenden in ihre Gesellschaft integrieren wollen und müssen - was ein ganz eigener Knochenjob gewesen sein muss, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch bevor ich mich hier ins Nirvana texte, das Fazit: Oy, lesen, und zwar jedermann!

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