Edward Shorter Die Geburt der modernen Familie

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Inhaltsangabe zu „Die Geburt der modernen Familie“ von Edward Shorter

Mit Tab. 366 S. (Quelle:'Sonstige Formate/01.02.1990')
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  • Rezension zu "Die Geburt der modernen Familie" von Edward Shorter

    Die Geburt der modernen Familie
    Sokrates

    Sokrates

    24. July 2012 um 19:17

    Edward Shorter hat mit diesem in den 1980er Jahren sehr weit verbreiteten Forschungsansatz Wissenschaftsgeschichte geschrieben: er geht grundsätzlich von einer allgemeinen Emotionslosigkeit der frühneuzeitlichen Gesellschaft aus, die erst mit dem Beginn des 18., spätestens jedoch mit dem 19. Jh. ein Ende findet. Dies will er aus dürftigen Beschreibungen, Quellen und bildhaften Überlieferungen ableiten. Liebe war weniger verbreitet, Mutterliebe schon garnicht. Die Ehe diente einzig und allein der weitgehend emotionslosgeführten Fortpflanzung. Sexualität war liebesfrei.(Ausnahmen gab es natürlich dennoch.) - Mich konnte weder sein Forschungsansatz noch sein Buch überzeugen. Der Schreibstil ist gerne etwas salopp; immer wieder meldet Shorter selbst dürftige Quellenlage an, hält sich dann aber mit einem historischen Urteil nicht zurück. Normalerweise bliebe man dann reserviert und würde eine ausgleichende Position bevorzugen - Shorter statt dessen vertritt lieber einen restriktiven Standpunkt, der mittlerweile - 20 Jahre später - von der Alltags- und Kulturgeschichte vielfach widerlegt worden ist. Das Buch eignet sich daher (für den Wissenschaftler) nur noch als Argumentationshilfe, sofern eine Forschungsdiskussion angebracht erscheint. Ansonsten ist das Buch allenfalls für den interessierten Laien eine nette und zuweilen unterhaltsame Lektüre.

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