Edward St Aubyn Nette Aussichten

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Inhaltsangabe zu „Nette Aussichten“ von Edward St Aubyn

Adel vergiftet

Eine englische Gartenparty im Februar, bei der degenerierte Herzöge, adelsgeile Emporkömmlinge, abgehalfterte Popstars und heiratswütige Pfarrerstöchter aufeinanderprallen. Ausgerechnet vor der Kulisse dieses Jahrmarkts der Eitelkeiten vertraut Patrick Melrose erstmals einem Freund sein übermächtiges Kindheitstrauma an - den jahrelang andauernden Missbrauch durch seinen Vater. Das gesellschaftliche Großereignis wird zur aberwitzigen Folie, vor der die Abgründe des Menschlichen nur umso deutlicher werden.

Nominiert für den renommierten Booker Prize.

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  • Letzter Teil der Melrose-Trilogie

    Nette Aussichten

    Duffy

    24. June 2013 um 15:40

    Dritter Teil der Melrose-Geschichte, die zur Geschichte des Sohnes Patrick geworden ist, der hier seine Drogensucht überwunden hat, aber immer noch einen Platz in einem Leben sucht, das vom Vater und dessen Kindesmissbrauch geprägt ist. Ausgerechnet bei einer typisch englischen Gartenparty, zu der sogar Prinzessin Margaret geladen ist, kommt Patrick bei der Aufarbeitung seiner Vergangenheit ein gutes Stück weiter. Das erste Mal vertraut er vor der Party einem Freund sein Kindheitstrauma an und verbalisiert seine inneren Zerrissenheiten, um der Qual der permanenten Präsenz seiner Erinnerungen zu entkommen. Die Party an sich benutzt St Aubyn zu einem Rundumschlag gegen dieses unnütze, gelangweilte und snobistische Establishment. Ohnehin ein großartiger Stilist, tobt sich der Autor im Sumpf dieser grotesken Figuren und ihrer Gesprächsthemen aus, überzeichnet absurde Affären und schafft eine Plattform für alles, was diese Gesellschaft für den "normal Sterblichen" zum Feindbild macht. St.Aubyn brilliert mit einer geschmeidigen Wortakrobatik und sein Repertoire reicht von Traurigkeit bis zum absolut Lächerlichen. Seine Hauptfigur Patrick Melrose kommt endlich ein Stück weiter, indem er versucht, den Hass auf seinen Vater zu kanalisieren, ihm Facetten und Alternativen zu geben, damit er überwunden werden kann, vielleicht sogar von der Ursache her verstanden wird. Er schafft es wirklich, seinen Standpunkt oder zumindest einen neuen Ansatz zu finden. Wenn auch nicht zwingend notwendig, wird empfohlen, vor der Lektüre des Buches die beiden vorangegangenen Teile zu lesen. Vieles wird dadurch nicht nur transparenter sondern auch intensiver.

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  • Rezension zu "Nette Aussichten" von Edward St Aubyn

    Nette Aussichten

    Thaila

    13. February 2012 um 20:33

    Nette Aussichten ist der letzte Teil einer Trilogie um Patrick Melrose. Patrick ist Angehöriger der britischen Upper Class. Sein Vater, ein Sprössling einer der ältesten Familien Englands, ist ein Sadist, der die Mutter demütigt und Patrick als Kind missbraucht. Als Erwachsener betäubt Patrick sein Trauma mit Drogen. Im dritten Band nun stellt sich Patrick seiner Vergangenheit. Seine Drogensucht hat er einigermaßen in den Griff bekommen und zum ersten Mal erzählt er seinem besten Freund ausgerechnet auf einer Party auf einem mondänen Landsitz mit royaler Beteiligung vom Missbrauch durch seinen Vater. Zum ersten Mal in seinem Leben ist Patrick in der Lage so etwas wie einen Schlussstrich zu ziehen. Der erster Teil der Reihe ist grandios und gehört zu dem bedrückensten und eindringlichsten, dass ich in letzter Zeit gelesen habe. Der zweite Band hingegen fiel ziemlich stark ab. Zum Glück knüpft der dritte Band wieder an den Anfang an, indem St Aubyn das tut, was er am besten kann: über die englische High Society schreiben. Die Welt, die er beschreibt, ist absolut albtraumhaft. Missgunst, Ennui und ein unglaublicher Sobismus verbergen sich kaum unter einer dünnen, hauchdünnen Schicht von Schicklichkeit. In dieses Welt, die von Kaltherzigkeit geprägt ist, ist Kindesmissbrauch eigentlich nur eine logische Konsequenz. Diese Beschreibungen könnten albtraumhaft zu lesen sein, wenn St Aubyn nicht gleichzeitig so viel Humor hätte. Ein bitterer, ein tiefschwarzer Humor ist es allerdings.

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  • Rezension zu "Nette Aussichten" von Edward St Aubyn

    Nette Aussichten

    hellokaddi

    14. August 2009 um 22:44

    Die Eindrücke aus dem Leben der englischen Upper-Class waren trotz aller tragischen Momente unglaublich langweilig.

  • Rezension zu "Nette Aussichten" von Edward St Aubyn

    Nette Aussichten

    Lyz

    13. August 2009 um 20:14

    Das Buch habe ich mir eigentlich eher spontan gegriffen, weil ich ein kurzweiliges Buch für den Sommer brauchte. Die Inhaltsangabe hat sich eigentlich interessant angehört, aber so wirklich angesprochen hat mich das Buch dann nicht. Adel verpflichtet. Aber müssen auf nicht einmal 200 Seiten so viele Charaktere eingeführt werden, die auf die unterschiedlichsten Weisen miteinander verknüpft sind? Durch so viele Menschen hat sich nie eine Geschichte mit Charme geschweige denn Inhalt ergeben können. Zu den komplizierten Verflechtungen kam dann noch die Sprache dazu, die auch manchmal etwas anstrengte. Das Klischee des Adels wurde trotzdem gut beschrieben. Man kann das Buch durchaus lesen, aber zu viel sollte man sich dennoch nicht erhoffen (und das trotz niedriger Ansprüche meinerseits in diesem Fall).

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