Edward St Aubyn Schöne Verhältnisse

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Inhaltsangabe zu „Schöne Verhältnisse“ von Edward St Aubyn

Über die Hölle, die Familie heißt Eine ungeheuerliche Geschichte, ebenso komisch wie erbarmungslos.

Stilistisch geschliffenes kurzes böses Buch über die Upper-Class Tristess

— rallus
rallus

Eine sehr gute, messerscharfe Milieustudie von der englischen Oberschicht.

— schokoloko29
schokoloko29

Kurzweilig, schockierend und anspruchsvoll. Nichts für zwischendurch, aber auf jeden Fall lesenswert.

— sparks88
sparks88

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  • Upper-Class Tristess

    Schöne Verhältnisse
    rallus

    rallus

    29. June 2017 um 14:51

    Romane um die 200 Seiten bezeichne ich meistens als 'Haps' für zwischendurch. Meist sind sie schnell nach ein, zwei Tagen ausgelesen und viele verblassen schon nach ein paar Tagen.Das liegt auch ein wenig an der Länge, da man sich zeitlich weniger mit den Büchern beschäftigt. Das hier vorliegende Buch ist so ein Happen zwischendurch, aber ein Happen der manchmal quer im Halse stecken bleibt. Man trifft sich bei der Familie Melrose in Lacoste, dort wo auch Marquis de Sade sein Unwesen trieb, so treibt heute wohl die Upper-Class ihre perfiden Spielchen. Der Vater ertränkt lustvoll Ameisen mit dem Gartenschlauch, die Zigarre wird auch des öfteren bei Überlebenden Insekten verwendet. Die Mutter ertränkt sich selbst im Alkohol und lässt sich von ihrem Mann niederhalten, der Sohn ist schon mit seinen fünf Jahren hochneurotisch und von der Lebensweise seiner Eltern irritiert.Wen wundert es, dass sich die Ehefrau beim Heimkommen Wunschträumen hingibt. "Eleanor war hocherfreut über Davids Abwesenheit, als sie in den Eingangsflur traten. Vielleicht war er in der Badewanne ertrunken. Aber das wäre wohl zu viel verlangt." Bei der Ankunft zweier Paare die übers Wochenende bleiben, spürt man deren zynischen Umgang miteinander. "Wenn sie dann immer noch nicht erschien, würde er 'Frühstück' rufen. Anne hatte ihn erst gestern deshalb geneckt und gesagt: 'Ach Liebling, das wäre doch nicht nötig gewesen.' 'Was?' 'Frühstück zu machen.' 'Habe ich auch nicht.' #Ach so, ich dachte, wenn du Frühstück rufst, meinst du, dass es fertig ist.' 'Nein, ich meine, dass ich aufs Frühstück warte.'" Irgendwie will jeder flüchten, doch kann es aus unverständlichen Gründen nicht, es gibt ein Klebemittel was alle zusammenhält, bis über die Grenzen des Grundstückes hinaus. Denn der Tod würde das sichere Ende und Vergessen bedeuten. "'Die Toten sind tot', fuhr er fort, 'und die Wahrheit ist doch, dass man die Menschen vergisst, wenn sie nicht mehr zum Abendessen kommen. Es gibt natürlich Ausnahmen - nämlich die Menschen, die man schon während des Abendessens vergisst." Ein herrlich sarkastisches, lakonische, bitterböses Buch, was leider viel zu schnell vorbei ist und mich die Frag beschlichen hat: Was wollte uns der Autor nur sagen? Gibt es hier eine Message?Dazu ist es dann doch viel zu dünn das Büchelchen, aber Spaß hats gemacht.

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  • Die gelangweilte englische Oberschicht

    Schöne Verhältnisse
    schokoloko29

    schokoloko29

    22. January 2016 um 22:05

    Es wird in diesem Buch die englische Oberschicht genaustens szeziert. Ihr Hang zu Drogen und zur Homosexualität, ihre Boniertheit, das Gefühl dabei sein zu müssen. Es wird aber auch gezeigt, welche Menschen auch, wenn sie sich selbst verraten und verkaufen, die niemals in dem "Club" dazugehören. Dies wird alles sehr lapidar und ohne jedes Mitgefühl für die Opfer der Gesellschaft geschildert. Mir fiel der Einstieg nicht sehr leicht. Doch mit der Zeit hat mich das dünne Büchlein gepackt. Als Leser ist man teilweise wirklich angewidert und entsetzt über diese "Schöne Verhältnisse", die hier in diesem Buch geschildert werden. Doch ich fand es total lesenswert und wirklich richtig gut geschrieben.

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  • Erschreckend und fesselnd

    Schöne Verhältnisse
    dream_

    dream_

    27. November 2015 um 19:47

    Eine Ansammlung von Grausamkeiten. Ohne Ende. Dieses Buch nimmt einem den Atem, trotz all der Grausamkeiten und Gemeinheiten kann man es nicht mehr aus der Hand legen.  Hier wirft man einen allzu deutlichen Blick hinter die schönen Kulissen der englischen Oberschicht. Gegenseitige Erniedrigungen, die Flucht zum Alkohol und zu Tabletten, ganz nebenbei die Vergewaltigung des kleinen Sohnes, gemeinsames boshaftes Lästern über andere "Freunde"... man hat den Eindruck, dass für die Charaktere dieses Buches aus Langeweile nur Grausamkeiten interessant sind.  Sie sind belesen, redegewand, böse und herzlos. Besonders erschreckend wirkt, dass sobald auch nur etwas Gefühl, Verständnis oder Mitleid für den 5-jährigen Sohn durchbricht, es sofort wieder im Keim erstickt wird. Das Ausmaß der Grausamkeit findet bei einem gemeinsamen Abendessen mit Freunden seinen Höhepunkt. Eigentlich findet jeder der Anwesenden den Abend und das eigene Leben unerträglich - doch befreien kann sich niemand davon. Selbst eine junge Frau, die samt Koffer mitten in der Nacht los stapft um sich mit einem anderen Mann zu treffen, kehrt nach kurzer Zeit zurück.  So ein Szenario möchte sich niemand vorstellen - umso erschreckender, dass "Schöne Verhältnisse" autobiographisch ist.  Nichts desto trotz ist der Schreibstil von Edward St Aubyn unvergleichbar und brillant!

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  • Kurz, pointiert und nachdenklich stimmend

    Schöne Verhältnisse
    sparks88

    sparks88

    18. November 2014 um 12:37

    Der Inhalt in aller Kürze: Eine Geschichte über Sein und Schein. Familie Melrose, reich, wohnhaft in einer Villa in Südfrankreich und der perfekte Gastgeber für Dinnerparties. Hier könnten alle Träume wahr werden. Doch der Herr des Hauses ertränkt gerne Ameisen mit Hilfe des Gartenschlauches, seine Ehefrau versucht bereits morgens unbemerkt an ihren ersten Brandy zu kommen und der fünfjährige Sohn spielt ohne Aufsicht auf dem Brunnenrand mit seinem Leben. Welche Abgründe sich in der Welt der Schönen und Reichen noch auftun können, beschreibt Autor Edward St Aubyn auf ebenso komische wie auch erbarmungslose Weise. Die Protagonisten: Sehr berührend ist die Geschichte rund um den fünfjährigen Patrick, der von seinem Vater drangsaliert und von seiner Mutter vernachlässigt wird. Er geht in dem Trouble des Alltags vollkommen unter und sucht sich daher seinen eigenen Spielplatz, der Gefahren birgt, die er in seinem Alter nicht einschätzen kann. Obwohl der schüchterne Junge Liebe und Nähe brauchen würde, wird ihm genau dies von seinen Eltern verwehrt. Seine Eltern, Eleonore und David, sind sehr vielschichtige Charaktere, die es nicht schaffen sich in diesem Buch zu entfalten. Ihre Beziehung wird durch einen Satz sehr deutlich: Er hat Gefallen daran, dass sie wie ein Hund vom Boden isst und demütigt sie auch vor Freunden und Gästen. Freunde, die zu einem Dinner eingeladen werden, unterstreichen die Vielschichtigkeit, mit der der Autor seine Charaktere zum Leben erweckt. Man blickt hinter die perfekten Fassaden und entdeckt Erschreckendes. Der Schreibstil und die Wirkung des Buchs: Auf den wenigen Seiten schafft es der Autor eine Fassungslosigkeit und einen Hass zu erzeigen, den ich so sehr selten in Büchern gespürt habe. Die Charakterschwächen der einzelnen Protagonisten werden in manchen Szenen beinahe greifbar. Man fragt sich nicht nur, wie Menschen solch ein Wesen haben können, sondern auch, wie viel von diesem Schlechten man selbst in manchen Situationen oder Personen gegenüber zeigt. Die soziologischen und psychologischen Einsichten sowie manch ein Dialog lassen das Buch anspruchsvoller werden, aber nicht weniger unterhaltend. Abschließendes Fazit: Kurz, pointiert und nachdenklich stimmend. Eine Geschichte über Sein und Schein und die Erkenntnis, dass wir alle nur Schauspieler auf einer kleinen Bühne sind.

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  • Rezension zu "Schöne Verhältnisse" von Edward St Aubyn

    Schöne Verhältnisse
    Stundenblume

    Stundenblume

    Ein tag in südfrankreich mit einer familie die krank ist. ich kann mir etwas schöneres vorstellen. die personen sind messerscharf und grausam. ich wollte dieses buch lesen, da es ein stück biographie des autors sein soll. Die wortwahl ist sehr gut und der wechsel der szenen interssant. ein und die selbe welt aus den augen eines kindes und dann aus denen einer frau, das fasziniert. aber ich fand das buch grausam und bin auch nicht zu neuen erkenntnissen über den adel gelangt. ich habe es nach der hälfte in die ecke geworfen und wollte nicht mehr lesen, hab es mir aber zu ende angetan, da ein buch ja auch zum schluss die rettende szene zeigen könnte. nix, nur grausamkeiten. auch kein aha effekt. würde es niemandem empfehlen! liegt vielleicht an mir aber so ist das ja mit den büchern.

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    • 2
  • Verhaltene Verhältnisse

    Schöne Verhältnisse
    Duffy

    Duffy

    21. June 2013 um 10:21

    Die Upper-Class-Familie Melrose lebt in einer Villa in Südfrankreich. Der Hausherr ist ein Despot, die Dame des Hauses alkoholsüchtig, der fünfjährige Sohn ein Opfer der Umstände. Flankiert wird diese Szenerie von Besuchern, die sich absichtlich und unabsichtlich unter den Bann des exzentrischen Melrose begeben, die aber alle mindestens genauso gestört und verlogen sind, wie die Familie selbst. Die kleinen, selbstmörderischen Exzesse werden allerdings noch von einem Ereignis überboten ... Sittengemälde der gelangweilten Oberschicht würde man das wohl nennen. Mit einem ausgewogenen und wortreichen Stil führt der Autor durch die klassenimmanente Langeweile und die daraus entstehenden Zwangsverbindungen. Mit psychologischem Geschick und philosophischen Farbtupfern verharrt er allerdings so manches Mal zu lange in einzelnen Situationen, die Figuren agieren zu wenig und manchmal will man das Buch weglegen, doch dann packt es wieder. Es gibt zwei weitere Teile und das ist gut zu wissen, denn das Ende ist unbefriedigend, und erfährt hoffentlich im nächsten Teil seine Berechtigung.

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  • Rezension zu "Schöne Verhältnisse" von Edward St Aubyn

    Schöne Verhältnisse
    Thaila

    Thaila

    14. February 2012 um 15:13

    Der deutsche Titel "Schöne Verhältnisse"beschreibt schon sehr gut den zynischen Grundton dieses Buches. Schön sind die Verhältnisse in der Familie Melrose nur an der Oberfläche. Sie lebt in einem wunderschönen Landhaus in Südfrankreich, haben Geld und berühmte Freunde. David Melrose, der Vater der Familie, macht diesen Traum jedoch zu einem Alptraum. Sein Sadismus zeigt sich bereits in der grandiosen Eingangsszene, als er eine Hausangestellte zwingt ein freundliches Gespräch mit ihm zu führen, während sie schwere Wäsche trägt. David Melrose Sadismus ist kultiviert und glatt und darum um so schlimmer. Seine Frau zwingt er verdorbene Früchte mit dem Mund vom Boden zu essen und seinen Sohn vergewaltigt er als Strafe für eine Lappalie. In St Aubyns Roman wird ein einiziger Tag im Leben der Familie beschrieben. Die Figurenkonstellation erinnert an ein Kammerstück. Alles läuft auf ein abendliches Dinner mit Freunden hinaus, wiederum eine einzige Inszenierung von Davids Menschenhass. David Melrose ist der wirklich bösartige Charakter dieses Romans, aber auch die anderen Charaktere sind kaum besser. Fast alle scheinen die Angehörigen der englischen Upper Class vollkommen frei von moralischen Überlegungen zu sein. Einziges Ziel ist es den guten Ton perfekt zu treffen. St Aubyn zieht einen in eine wahnwitzige Welt von Snobismus, Ennui und vollkommenem Desinteresse an anderen Menschen. So sind die Berichte über Davids Verhalten gegenüber seiner Frau für die Beteiligten nicht viel mehr als pikante Anekdoten. Das könnte so unerträglich sein, dass man es nicht schafft, dieses Buch zu lesen, aber St Aubyn balanciert seinen Roman aus, mit einem scharfen, bösen Humor. Man schwankt zwischen Lachen und Grauen. Ein phantastischer Roman, mit das beste, was ich in letzter Zeit gelesen habe.

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  • Rezension zu "Schöne Verhältnisse" von Edward St Aubyn

    Schöne Verhältnisse
    Ritja

    Ritja

    03. May 2010 um 10:06

    Ein böses und zynisches Buch, das kein gutes Haar an seinen Protagonisten lässt. Die Figuren haben unzählige Macken und Fehler, lästern mit Vorliebe über ihre "Freunde" und kennen keine Grenzen, was Neid und Bösartigkeit angeht. Alkoholismus, Missbrauch, Misshandlung und Demütigung sind nur ein Teil der "vornehmen" Gesellschaft.

  • Rezension zu "Schöne Verhältnisse" von Edward St Aubyn

    Schöne Verhältnisse
    Anja_Lev

    Anja_Lev

    06. July 2009 um 10:13

    Ich habe das Buch zwar schnell gelesen, aber weniger, weil die Personen und die Geschichte mich gefesselt hätten, sondern vielmehr,um die unwahrscheinlich unsympathischen Personen wieder "loszuwerden". St Aubyn schildert eine von höchst exzentrischen, egoistischen und geld- und statusfixierten Personen bevölkerte Welt in der jeder der 6 Erwachsenen ausschließlich dem eigenen Geltungsbewusstsein gemäß lebt und das Kind, das selbst schon einige Störungen und Symptome von Machtfixion aufweist, lediglich anstrengendes Accessoires ist. Leider scheint auch die Geschichte zwischen diesen Personen nicht recht in Gang zu kommen, die ca. 190 Seiten sind eher eine ausfürhliche Vorstellung der einzelnen Figuren und ihrer Beziehungen, ohne das man wirklich versteht, warum diese so sind und so handeln. Keines der drei Paare ist glücklich miteinander, die anscheinend befreundeten Männer wetteifern eher um Status als wirklich aneinander interessiert zu sein und jeder macht sich über den Anderen lustig. Ich hatte - auch wegen des Klappentexts - eine unterhaltsamere und etwas leichtere Geschichte erwartet, was St Aubyn erzählt, ist mir zu zynisch und abstoßend, als dass ich es hätte wirklich genießen können.

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  • Rezension zu "Schöne Verhältnisse" von Edward St Aubyn

    Schöne Verhältnisse
    papalagi

    papalagi

    14. May 2009 um 10:20

    was da alles zu Tage kommt, einfach furchtbar!

  • Rezension zu "Schöne Verhältnisse" von Edward St Aubyn

    Schöne Verhältnisse
    asita

    asita

    17. January 2009 um 16:56

    das cover nichtsagend. beige, zurückhaltend. ein gesellschaftsroman. alles paletti ... dachte ich mir. füße hoch im park und lesen. aber der stoff, der da zum vorschein kommt ist alles andere als zurückhaltend. ‚schöne verhältnisse’ von edward st aubyn ist schwarzer humor pur. die geschichte: vierundzwanzig stunden der familie melrose in ihrem haus in südfrankreich. britische high society. nach außen stimmt alles, die heile welt. aber das trügt!! in wirklichkeit herrschen dominanz und resignation und zynismus. das buch beginnt mit der szene, in welcher der vater versucht mit einem gartenschlauch ameisenkolonien zu ertränken, während seine frau oben im schlafzimmer den tag mit pillen und alkohol beginnt. der fünfjährige sohn dazwischen, der sich in seine phantasiewelt zurückzieht. und am abend kommen die gäste ... aber bis dahin passiert noch einiges. st aubyn wechselt ständig die erzählenden personen. der vater, der gerne quält, weil er alles zu langweilig findet, und so nebenbei seinen sohn missbraucht. um sich so beweisen zu können. seine frau, die von ihrem mann erniedrigt wird, z.b. knieend auf allen vieren feigen zu essen. sie hängt zwar an ihrem sohn, aber er wurde durch eine vergewaltigung ihres mannes an ihr gezeugt. und dieses bild verfolgt sie jeden tag ... da helfen nur noch tabletten und alkohol. ich könnte jetzt so weiterschreiben, aber dann? st aubyn selbst stammt aus einer englischen adelsfamilie und kennt diese ‚geschichten’ zum teil aus seiner eigenen jugend, wie er es verlauten ließ. er veröffentlichte das buch 1992 und es gehört zu einer trilogie über melrose und co. ich hoffe die zwei anderen bücher werden auch ins deutsche übersetzt. kann es kaum erwarten.

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  • Rezension zu "Schöne Verhältnisse" von Edward St Aubyn

    Schöne Verhältnisse
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. November 2008 um 19:58

    Der erste Teil der Melrose-Trilogie hat in mir sehr unterschiedliche Gefühle geweckt. Allen voran Abscheu vor den männlichen Protagonisten der Geschichte, außer dem kleinen Patrick, der hilflos auf der Suche nach Liebe, zwischen Angst vor seinem Vater und dem beginnenden Hass auf alles und jeden, durch sein freudloses Leben stolpert. Mitleid ist wohl das am zweithäufigsten empfundene Gefühl, Mitleid für die tabletten- und alkoholsüchtige Eleanor, die nie die Kraft fand, sich gegen ihren sadistischen Mann David zu wehren, die nicht einmal versuchte, sich ihm zu entziehen und sich ihm auf unterschiedlichste und absolut entwürdigende Weise unterwirft. Verachtung, weil keine der Figuren auch nur ansatzweise zu sich selbst und der eigenen Meinung stehen kann. Diese Geschichte beschreibt Menschen, die sich dem ewigen Kampf um Anerkennung verschrieben haben, dabei sich selbst, aber noch häufiger andere demütigen, nur um einige Momente vermeintlicher Aufmerksamkeit zu genießen. Eigentlich armselig und zum Kotzen, um es mal so direkt zu beschreiben wie der Autor, doch durch dessen großartigen Schreibstil wieder so gut, dass man einfach bis zum Ende diese tragischen Gestalten begleiten muss. Trockener, schwarzer Humor zaubert bisweilen sogar ein Lächeln auf die Lippen, um es auf der nächsten Seite sofort wieder durch eine schockierende Aussage oder Tat zu entfernen. Dass der Autor hier seine eigene Lebensgeschichte aufarbeitet, macht die Lektüre noch intensiver und bewegender. Seine in die Story eingebaute Erklärung für das Verhalten und Handeln der Figuren, erklärt zwar einiges, entschuldigt aber angenehmerweise nichts. Krass, aber nicht wirklich so abwegig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Absolut empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Schöne Verhältnisse" von Edward St Aubyn

    Schöne Verhältnisse
    Gruenente

    Gruenente

    11. November 2008 um 18:56

    David Melrose, dünkelhafter Engländer der besten Gesellschaftsschicht, kam durch Heirat zu sehr viel Geld. Er liebt es, andere Menschen zu demütigen und alle Kreaturen zu quälen. Seinen Frau ist alkoholsüchtig, der 5jährige Sohn wird emotional vollkommen vernachlässigt (im besten Fall). Erziehungsmaxime: "wenn er diese Kindheit ertragen hat, erträgt er alles". Sie verbringen Ihre Zeit auf einem grossen Anwesen in Südfrankreich. Sie erhalten dort Besuch von weiteren reichen und schrägen Menschen. Fassade ist alles. Diese Menschen sind so reich und dünkelhaft, das sie überhaupt nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen. Die einen flüchten sich in Alkohol, Taletten oder Drogen, die anderen in Gehässigkeit, so dass über jeden nicht-Anwesenden hergezogen wird. Auf alle wird nur herabgesehen. Menschlichkeit, Güte, Freundschaft oder Liebe sind anscheinend unbekannte Begriffe. Die Perspektive wechselt oft, vor allem die Teile aus Sicht des grausamen David und des armen Jungen sind sehr eindringlich beschrieben. Dieser Roman hat wohl autobiographische Züge. Es ist ein Wunder, das jemand aus diesem Elend ausbrechen konnte.

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  • Rezension zu "Schöne Verhältnisse" von Edward St Aubyn

    Schöne Verhältnisse
    lokoschade

    lokoschade

    19. December 2007 um 13:04

    GRANDIOS

  • Rezension zu "Schöne Verhältnisse" von Edward St Aubyn

    Schöne Verhältnisse
    HeikeG

    HeikeG

    18. April 2007 um 16:08

    Bestialische Idylle Edward St. Aubyn lässt uns tief in das Leben und die Psyche der britischen Aristokratie blicken. Er erzählt uns in diesem Buch vom abgründigen Leben der Upper Class Englands und das unfassbar elegant und distinguiert. Aubyn schildert 24 Stunden im Leben der Familie Melrose: Man befindet sich in Südfrankreich in der Sommerfrische: Früh am Morgen beginnt Vater David sein Tagwerk, indem er Ameisen mit dem Gartenschlauch ertränkt, derweil Mutter Eleanor ihre ersten Tabletten mit einer halben Flasche Cognac herunterspült. Ihrem kleinen Sohn schenkt sie keine Beachtung. Paare und Passanten geben sich bei ihnen die Klinke in die Hand, man ist amüsant, gebildet, witzig, stinkreich und unbeschreiblich herzlos - man führt Gespräche, die vor Dummheit und Zynismus strotzen. Das Ganze kulminiert in einem Dinner bei den Melroses und endet mit einem Horrortraum des vergewaltigten Patrick. Er - Patrick - bleibt die einzige nicht monströse Figur im Buch, neben dem Hausmädchen Yvette und der Amerikanerin Anne, der es vorbehalten bleibt, erfrischende Wahrheiten auszusprechen. Edward St Aubyn erzählt mit betörender Leichtigkeit und verblüffender psychologischer Scharfsicht über eine Hölle, der er selbst nur knapp entkommen ist: Es ist ein autobiografischer Roman. Edward St. Aubyns Vater hat gedroht, ihn umzubringen, wenn er "dieses Buch" je schriebe. Wenn man es liest, versteht man beide: den Sohn, weil er diese Kindheit zu Literatur machen musste; den Vater, weil die Verhältnisse in jener britischen Aristokratenfamilie derart desaströs sind, dass jedes Wort, das davon durch die dicken Mauern des Landsitzes dringt, eines zuviel ist. Dennoch ist dieser Roman alles andere als ein plumper Racheakt am mittlerweile verstorbenen Vater. Die Art und Weise der Schilderungen haben stilistisch höchstes Niveau. Außerdem wird das Schreckliche beiläufig, ohne moralische Bewertung, erzählt. Seine Erzählhaltung bleibt immer unparteiisch, er schlägt sich nicht auf eine Seite. Vielmehr entlarvt St. Aubyn die feine Gesellschaft - und schlägt sie mit ihren Waffen: erbarmungslos pointierten Beobachtungen und rabenschwarzem Humor. St. Aubyn schreibt sehr wohltemperiert. Vor allem die bitterbösen und galligen Dialoge sind exakt gearbeitet. Von Abschnitt zu Abschnitt wechselt St Aubyn die Perspektive: Schauen wir gerade noch mit dem Dienstmädchen über eine Mauer hinweg, sehen wir im nächsten Absatz die Welt mit den Augen von David Melrose. Fazit: Es ist ein äußerst lesenswerter Roman über die stilvolle Leere von Konventionen und die Gewalt hinter dem schönen Schein. Bisweilen kann jedoch die Lektüre auch etwas mühsam werden, wegen der etwas üppigen Darreichung von Vergleichen und Adjektiven. Und am Ende bleibt man nach dieser Übung in Niedertracht und Monströsität etwas ratlos zurück. Trotzdem gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

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