Edwidge Danticat

 4 Sterne bei 41 Bewertungen
Autorin von Kein anderes Meer, Atem, Augen, Erinnerungen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Edwidge Danticat

Die amerikanische Schriftstellerin Edwidge Danticat wurde 1969 auf Haiti geboren und emigrierte im Alter von 12 Jahren nach Brooklyn, USA. Sie studierte Literatur an der Brown University in Providence. Ihre Kurzgeschichten und Romane handeln meist über ihre Emigration und die Geschichte Haitis.

Alle Bücher von Edwidge Danticat

Cover des Buches Kein anderes Meer (ISBN: 9783746632872)

Kein anderes Meer

 (26)
Erschienen am 17.02.2017
Cover des Buches Der verlorene Vater (ISBN: 9783293206311)

Der verlorene Vater

 (1)
Erschienen am 11.07.2013
Cover des Buches Kein anderes Meer (ISBN: 9783446249004)

Kein anderes Meer

 (0)
Erschienen am 24.08.2015
Cover des Buches Wide Sargasso Sea (ISBN: 9780393352566)

Wide Sargasso Sea

 (24)
Erschienen am 12.01.2016
Cover des Buches Their Eyes Were Watching God (ISBN: 9780062001702)

Their Eyes Were Watching God

 (10)
Erschienen am 16.11.2010
Cover des Buches Breath, Eyes, Memory (ISBN: 9781616955021)

Breath, Eyes, Memory

 (2)
Erschienen am 24.02.2015
Cover des Buches The Dew Breaker (ISBN: 1400034299)

The Dew Breaker

 (2)
Erschienen am 30.03.2010

Neue Rezensionen zu Edwidge Danticat

Cover des Buches Their Eyes Were Watching God (ISBN: 9780062001702)
Catastrophias avatar

Rezension zu "Their Eyes Were Watching God" von Zora Neale Hurston

Zu Recht ein feministischer Klassiker.
Catastrophiavor 4 Monaten

Zora Neale Hurstons 1937 erschienener Roman "Their Eyes Were Watching God" ist mittlerweile ein Klassiker afroamerikanischer feministischer Literatur. Der Roman entstand innerhalb weniger Wochen auf Haiti, die Handlung selbst spielt in Florida.

Erzählt wird die Geschichte der jungen Janie Crawford, deren ehemals versklavte Großmutter sie mit dem Argument der finanziellen Sicherheit von der Heirat mit einem deutlich älteren Mann überzeugt. Über diverse Umwege erkennt Janie jedoch, dass dies nicht das Leben ist, dass sie sich wünscht und versucht, sich von den sie umgebenden Konventionen zu befreien. Sie verstößt gegen so ziemlich jede davon, aber um Spoiler zu vermeiden, bleibe ich an der Stelle sehr vage und empfehle die sehr lohnenswerte Lektüre des Buchs.

Markantestes Merkmal des Romans ist das African-American Vernacular English der Figuren, d.h weite Teile des Buchs und insbesondere die direkte Rede weichen deutlich von der Standardsprache ab und erfordern deshalb gerade am Anfang etwas Gewöhnung und "inneres Aussprechen", um die Wörter zu erfassen. Dafür wurde Hurston zunächst verlacht, mittlerweile gilt genau das als Qualitätsmerkmal des Romans. Ich empfehle deshalb auch, das Buch im Original zu lesen, denn ich stelle mir die Reproduktion der dadurch hervorgerufenen, sehr greifbaren und lebhaften Atmosphäre in einer deutschen Übersetzung schwierig vor. 


Die Handlung ist abwechslungsreich und dicht, das Buch ist relativ schmal. Die Figuren zeichnen sich durch eine starke Ambivalenz aus, weder sind einzelne Charakter grundsätzlich liebenswert oder Hassfiguren. Dabei ist es gerade die nahbare, einfach gehaltene Sprache, die auch das Innenleben der Figuren in seiner Komplexität deutlich macht. Hurston beweist dabei nicht nur eine scharfe Beobachtungsgabe, sondern arbeitet auch Generationenkonflikte innerhalb der Schwarzen Community Anfang des 20. Jahrhunderts heraus: Während für Janies Nanny, die von den Erfahrungen der Sklaverei geprägt ist, finanzielle Sicherheit und die Möglichkeit, als feine Dame den Tag im Schaukelstuhl zu sitzen, als erfülltes Leben gelten, sind es genau diese Tagesabläufe, die Janie langweilen. Ihre individuelle Emanzipation steht zwar im Zentrum des Texts, wird jedoch immer wieder mit den Prozessen Schwarzer Communitybildung verbunden. 

Manche Teile des Plots mögen klischeehaft wirken, aber das liegt auch an der zeitlichen Perspektive. Denn Hurston ist die Urheberin, nicht die Nutzerin dieser "Klischees" und die Handlung schafft es durchaus, zu überraschen. 

Ich bin froh, Hurston nun doch gelesen zu haben, nachdem ich vor Jahren vom Black Vernacular eingeschüchtert nach wenigen Seiten abgebrochen hatte - zu Unrecht, denn nach kurzer Gewöhnung liest es sich sehr flüssig.  

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Cover des Buches Create Dangerously (ISBN: 9780307946430)
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Rezension zu "Create Dangerously" von Edwidge Danticat

Beeindruckend
nonostarvor einem Jahr

Ich weiß gar nicht so genau, wie man dieses Buch am besten beschreibt. Es ist eine Mischung aus Essay und persönlichen Geschichten/Erfahrungen. Der Klappentext betitelt es "In this deeply personal book, the celebrated Haitian-American writer Edwidge Danticat reflects on art and exile, examining what it means to be an immigrant artist from a country in crisis." Danticat schreibt viel über das Erschaffen von Kunst aber auch über Familie und Freundschaft, über Haiti selbst und v.a. über die Menschen und ihre Kultur. Sie schreibt auch über das Sterben und wie es ist, so weit voneinander entfernt zu sein.

Ihre 12 Texte fühlen sich gleichzeitig sehr persönlich und allgemein betrachtet an. Ich gebe zu, ich habe mich bisher nicht so sehr mit Haiti oder haitianischen Künstlern beschäftigt, doch Danticat hat mir mit diesem Buch sehr viel neuen Input gegeben. Sie nennt zahlreiche Werke und Künstler, die sie teils beeinflussthaben oder mit denen sie befreundet war. Doch was von außen betrachtet recht trocken und sachlich klingt, hat sie durch ihre Sprache und den Erzählstil unglaublich spannend, informativ und lehrreich gestaltet. Sie hat mich neugierig gemacht auf ihre anderen Veröffentlichungen und auf all die Werke, die sie nennt.

"Create Dangerously" hat mich äußerst positiv überrascht und mich am Ende des Tages irgendwie erschüttert aber gleichzeitig auch sehr beeindruckt zurück gelassen und Danticat wird mich mit dem Geschriebenen wohl noch eine Weile beschäftigen.

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Cover des Buches Claire of the Sea Light (ISBN: 9781782068518)
walli007s avatar

Rezension zu "Claire of the Sea Light" von Edwidge Danticat

Ville Rose
walli007vor einem Jahr

In Ville Rose, einem Ort auf Haiti, verschwindet die kleine Claire an ihrem siebten Geburtstag. Ihr Vater Nozias, der sich liebevoll um sie kümmert, ist in heller Aufregung. Endlich hat er die Tuchhändlerin Gaëlle überredet, die Kleine zu adoptieren. Er selbst schafft es kaum sein Kind, dessen Mutter bei der Geburt starb, zu versorgen. Als beinahe mittelloser Fischer möchte er, dass es sein Kind einmal besser hat. Bisher hat er sein bestes gegeben, ist liebevoll mit seiner Tochter umgegangen und mit regelmäßigen Besuchen am Grab der Mutter, hat er versucht, eine Art Erinnerung aufzubauen. Seiner Meinung nach reicht das nicht.


Die Geschichte von Ville Rose und der einiger Bewohner über etliche Jahre entfaltet sich in diesem Roman. Ausgehend vom Geburtstag und dem Verschwinden der kleinen Claire gewinnt man einen Einblick in das Beziehungsgeflecht zwischen den Einwohnern des pittoresken Örtchens am Meer. Es gibt wohlhabendere und ärmere Menschen, Glückliche und Unglückliche, Gesetzestreue und solche, die es damit nicht so genau nehmen. Und die fremden Weißen sind weit weg. Über verschlungene Pfade, auf deren Weg man sich gebannt der Erzählung hingibt, gelangt man schließlich wieder zum Tag des Verschwindens des kleinen Mädchens.


Welch ein schöner Roman, dessen Entdeckung man dem Zufall verdankt. Auf sehr vielschichtige Art und Weise sind die Schicksale der Dorfbewohner miteinander verwoben. Die teils dramatischen Geschichten von Liebe, Geburt und Tod, von Verbrechen und Leidenschaft greifen häufig überraschend ineinander. Dadurch gerät die Lektüre der berührenden Lebensgeschichten geradezu spannend. Es entfaltet sich ein Kaleidoskop von Menschlichem und allzu Menschlichem, das einen mitreißt in eine karibische Wirklichkeit, die nicht immer einfach ist, aber häufig auch von einer anrührenden Schönheit. Für diesen wunderbaren Roman, der unter dem Titel „Kein anderes Meer“ auch auf Deutsch erschienen ist, gibt eine Leseempfehlung.


4,5 Sterne

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Gespräche aus der Community

Poetisch und farbenprächtig: Eine märchenhafte Reise in eine fremde Welt 

Claire verschwindet an ihrem siebten Geburtstag spurlos am Strand von Ville Rose auf Haiti. Ahnt sie, dass ihr Vater Nozias sie heute fortgeben will? Nach dem Tod von Claires Mutter kümmerte er sich allein um seine Tochter, doch dem armen Fischer fällt es immer schwerer, für ihren Unterhalt aufzukommen. Deshalb hofft er, dass Claire bei der reichen Tuchhändlerin Gaëlle ein besseres Leben hab wird. Aber Claire versucht mit aller Macht, sich dieser Trennung zu widersetzen und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand ...

Hier zur Leseprobe!

Über Edwidge Danticat

Edwidge Danticat, 1969 in Port-au-Prince geboren, wuchs auf Haiti auf und in New York auf. Nach dem Studium unterrichtete sie Creative Writing an der New York University und der University of Miami. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane. „Kein anderes Meer” war 2014 ein “Notable Book of the Year” der New York Times. Edwidge Danticat lebt in Miami.

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230 BeiträgeVerlosung beendet
S
Letzter Beitrag von  SLovesBooksvor 5 Jahren

Zusätzliche Informationen

Edwidge Danticat wurde am 19. Januar 1969 in Port-au-Prince, Haiti geboren.

Community-Statistik

in 76 Bibliotheken

von 21 Leser*innen aktuell gelesen

von 1 Leser*innen gefolgt

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