Edwin Klein

 4.1 Sterne bei 19 Bewertungen
Autor von Der König von Sibirien, Bitterer Sieg und weiteren Büchern.

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Edwin KleinDie Paulus-Papiere
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Die Paulus-Papiere
Die Paulus-Papiere
 (2)
Erschienen am 10.02.2010
Edwin KleinBitterer Sieg / Bis alle Schuld vergeht / In Neptuns tiefstem Keller / Meine kleine Robbe Laura
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Bitterer Sieg / Bis alle Schuld vergeht / In Neptuns tiefstem Keller / Meine kleine Robbe Laura
Edwin KleinBitterer Sieg
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Bitterer Sieg
Bitterer Sieg
 (1)
Erschienen am 21.03.2014
Edwin KleinDie Akte Paulus
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Die Akte Paulus
Die Akte Paulus
 (1)
Erschienen am 10.06.2017
Edwin KleinDer Krebskandidat
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Der Krebskandidat
Der Krebskandidat
 (1)
Erschienen am 21.09.2012
Edwin KleinDer Kuss des Todes
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Der Kuss des Todes
Der Kuss des Todes
 (0)
Erschienen am 24.03.2016
Edwin KleinDas sechste Kreuz
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Das sechste Kreuz
Das sechste Kreuz
 (0)
Erschienen am 04.11.2013
Edwin KleinGrauer Sturm
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Grauer Sturm
Grauer Sturm
 (0)
Erschienen am 01.11.2005

Neue Rezensionen zu Edwin Klein

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Nisniss avatar

Rezension zu "Die Akte Paulus" von Edwin Klein

Zeit des widerlichen Schweigens – Geheimtipp! Kompakt, komplex und hoch spannend
Nisnisvor einem Jahr

Der junge geistliche Thomas Simmerling wird nach Rom berufen und mit der Sonderaufgabe betraut, eine Festschrift über den Apostel Paulus zu verfassen. Paulus Werdegang, sein Gedankengut und somit sein Einfluss auf das Christentum, sollen sprachlich der Neuzeit angepasst werden, um der Jugend, die eine Kirche zum Anfassen verlangt, eine Modifizierung und Vermarktung Paulus zu präsentieren.

In Rom angekommen stirbt auf rätselhafte Weise Thomas Kontaktperson Bonifazius, nach einem kurzen aber intensiven Austausch. Im Angesicht des Todes nimmt Thomas Bonifazius noch die Beichte ab, bevor der für immer seine Augen schließt. Womit er Thomas ein grausames Erbe aus groteskem Wissen hinterlässt. Thomas wird damit zu einem gejagten Geheimnisträger und er ist zutiefst schockiert und erschüttert, als er von den fundierten und akribisch gesammelten Spuren Bonifazius liest, die die Verfehlungen von ranghohen Geistlichen offenbaren. Als Thomas das ganze Ausmaß des Vermächtnisses bewusst wird und seine Recherchen in eine gefährlich Richtung weisen, ereignen sich weitere, mysteriöse Todesfälle im Vatikan. Zudem wird Thomas mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert und befindet sich plötzlich in höchster Gefahr.

Zeitgleich bittet man Allen Ward, einen Bostoner Polizisten, zum Leichnam eines ranghohen, verstorbenen Kardinals, um im Vorfeld jedwede Spekulationen über die Todesursache des einst des Missbrauchs beschuldigten zu vermeiden. Ward muss jedoch erkennen, dass hier jemand längst sämtliche Spuren beseitigt hat und der anschaulich in Szene gesetzte Suizid, womöglich nicht stattgefunden hat.

In Massachusetts erfährt Kathy, eine junge Frau, dass sie millionenschwer geerbt hat. Ohne jede Ahnung, wer der Erblasser ist, bittet sie Ward um Hilfe. Seine Ermittlungen weisen bald in eine Richtung, die seine eigenen Befürchtungen und Ahnungen kreuzen.

Kreuzen tun sich auch die Wege von Ward und dem Geistlichen Benelli. Benelli leitet eine vom Vatikan eigens eingerichtete Abteilung, die Verfehlungen von Geistlichen rechtzeitig vor bekanntwerden in der Öffentlichkeit unter den Tisch kehren soll. Ohne jeden Skrupel werden Zeugen beeinflusst, Opfer eingeschüchtert und Zeugnisse beseitigt.

Eine brisante und spannende Jagd beginnt.

Der Autor:

Geboren 19.06.1948 in Konz bei Trier, zwei Tage vor der Währungsreform („Kopfgeld“ für jeden DM 40,-) Volksschule, Gymnasium und Abitur, Studium Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Referendariat, auch in Mainz. 1977 zurück nach Trier an ein Gymnasium. Sport: Deutscher Meister 1967, 1968 (Junioren) und 1971, 1972 und 1974 bei den Senioren im Hammerwurf, Teilnehmer an zwei Olympischen Spielen, 1972 München und 1976 Montreal, jeweils im Finale, insgesamt etwa 40 Länderkämpfe für Deutschland. Der Olympiaboykott von Moskau beendete 1980 die sportliche Laufbahn. Seit 1990, als sein Erstling DECKNAME BILOG erschien, ist er nicht mehr im Schuldienst und arbeitet als freier Autor. Edwin Klein schreibt action-orientierte Polit-Thriller, die er sowohl in der Bundesrepublik als auch im internationalen Milieu ansiedelt.

Reflektionen:

Wie schon anhand der Inhaltsgabe zu erkennen ist, handelt es sich bei dem Thriller Die Paulus Akte um einen äußerst kompakten und komplexen Thriller. Das erschreckende daran: Edwin Klein vermischt Fiktion und intensiv fundierte Recherche zu einem authentischen Worst Case Szenario, das vor Wahrheitstreue nur so strotzt.

Die Akte Paulus ist ein actionreicher Thriller, der bereits auf den ersten Seiten ein hohes Tempo vorlegt und eindeutig ein Geheimtipp für Thriller-Fans ist.

Thematisch neigt man dazu, diesen Thriller mit Dan Browns mystischen Romanen zu vergleichen, doch dieser hier ist bei weitem echter und realitätsgetreuer. Einem jeden sind sicherlich noch die Presseveröffentlichungen präsent, die die Verfehlungen von Geistlichen und den Missbrauch in kirchlichen Stätten aufdeckten und genau darum geht es hier.

Fast gänzlich unblutig und ohne missbräuchliche Abscheulichkeiten im Detail zu beschreiben, erzählt Edwin Klein dennoch auf eine Weise, die den Leser erschüttert und schockiert, da die Grenze zwischen Fiktion und Authentizität verschwommen ineinander übergeht.

Edwin Kleins intensiv und ausführlich gezeichneten Charaktere, lernt man angenehm und maßvoll, mit Fortschreiten der Handlung kennen. Ihre Legenden sind vielschichtig, lebhaft und interessant dargestellt, sodass Die Akte Paulus zu einem wahren Page Turner wird. Verschachtelt greifen einige Legenden ineinander, doch bis Auflösungen präsentiert werden, schwebt der Leser in einem ahnungslosen Zustand, der viel Raum für eigene Spekulationen bietet.

Neben den Verbrechen die geschehen, liegt der Fokus der Handlung auf der Verschleierung von Missbrauch durch Geistliche und auf der Nichteinhaltung von Zölibatsverpflichtungen und deren Folgen. Es ist unglaublich, wie weit die Kirche in diesem Roman geht, um widerliche, missbräuchliche Handlungen und Verbrechen zu verschleiern. Zeugen werden entmündigt, Zeugnisse vernichtet und dabei wird deutlich, wie respektlos die verbrecherischen Geistlichen mit den Leben und Psychen der Opferkinder umgehen, die ein Leben lang gezeichnet sein werden.

Die Figur des jungen Geistlichen Thomas spiegelt zunächst auch die Ahnungslosigkeit der Gesellschaft wieder und folgend den Schock, als die abscheulichen Missbrauchsfälle und die gebrochenen Zölibatsverpflichtungen ans Licht kommen. Die Kirche lügt nie in den Augen der Gläubigen, doch das Ausmaß und die Weise der Vertuschung bringt Thomas Glaube ernsthaft ins Wanken. Alle Unebenheiten, die das Leben mit sich bringt, hatte er bis dahin als Gottes Prüfung verstanden, doch die Verfehlungen die ihm nun bekannt werden, kann er nicht mehr als permanente Prüfungen entschuldigen.

Thomas innere Zerrissenheit wird unterstrichen und deutlich, in dem der Autor die Figur Thomas maßvoll Zweisprache halten lässt. Die Verfehlungen der Geistlichen widern ihn an und er kann die Völlerei, den Hunger nach Macht und Reichtum der Kirche und das Töten im Namen des Herrn nicht fassen. Enttarnte Geistliche werden abberufen oder versetzt, als wenn man dadurch schreckliche Verfehlungen ungeschehen machen könnte.

Ebenfalls fokussiert stellt die Story die Angst vor Entdeckung und die, ein Geheimnisträger zu sein, immer wieder in den Vordergrund. Diese und weitere Emotionen hat Edwin Klein anschaulich dargestellt, sodass man eine kalte Hand spürt, die einem beim Lesen langsam in den Nacken greift. Besonders intensiv und schmerzhaft entwickeln sich die Emotionen Wut, Hilflosigkeit und Zweifel, denn erneut ist man der erschreckenden Realität so nah.

Atemraubende Spannung produziert der Autor scheinbar mühelos. Spannungsexplosionen unterbrechen nur kurz, die ruhelose, leise knisternde und düstere Stimmung des Thrillers, sodass der roten Faden niemals abreist.

Edwin Klein schreibt nicht in sichtbar unterteilten Kapiteln. Zunächst kann das kurz irritieren, aber Absätze als Trennung, kann man leicht akzeptieren. Sein Stil ist sehr flüssig und schnörkellos, wenn man von den kurzen Gesprächen philosophierender Geistlicher absieht. Edwin Kleins Ausdruck ist direkt, obwohl er niemals in einen umgangssprachlichen Stil abdriftet. Klug und ansprechend formuliert gelingt es ihm trotzdem, Widerlichkeiten ohne ekelbehaftete Worte in Szene zu setzten.

In Details von Nebensächlichkeiten verliebt, die jedoch ebenso fundiert recherchiert zum großen Ganzen gehören und unverzichtbar die Handlung auf maßvolle Weise bereichern, ist dieser Thriller ein Meisterwerk aus Verflechtungen und originalgetreuer Recherche.

Fazit und Bewertung:

Die Akte Paulus ist eine Symphonie der menschenmöglichen Empfindung „Erschütterung“. Die Vertuschung der Kirche und die missbräuchlichen Verfehlungen von Geistlichen tanzen einen Tanz aus fiktiven und authentischen Elementen, die absolut schockieren. Edwin Klein zeichnet damit ein authentisches Worst Case Szenario, das vor Wahrheitstreue nur so strotzt.
Hoch spannend, komplex und weitgehend unblutig, kann man diesen Thriller definitiv nicht mehr aus der Hand legen.

Geheimtipp.

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Atis avatar

Rezension zu "Der Krebskandidat" von Edwin Klein

Rezension zu "Der Krebskandidat" von Edwin Klein
Ativor 6 Jahren

Der Krebskandidat handelt von Philipp. Der kann sich offenbar ohne medizinische Behandlungen selbst heilen. Die Pharmaindustrie interessiert sich für ihn, birgt doch Philipps genetische Veranlagung die Chance, ein Mittel gegen die todbringende Krankheit entwickeln zu können. Dadurch steht sein Leben von heute auf morgen Kopf und ihm werden verlockende Angebote gemacht. Doch bei Weitem nicht jeder sieht in der Ergründung seines Geheimnisses einen absoluten Segen. Faktisch drohen der Pharmaindustrie herbe Verluste, weil sich mit gesunden Menschen kein Geld verdienen lässt. Philipp wird zu einem Problem …

Diese spannende Grundidee offenbart sich nach einem schnellen Blick auf die Rückseite des Buches. Wer vermutet, dass sich Klein ausschließlich auf Philipp und seine wundersame Veranlagung bzw. auf die sich für ihn ergebenden Folgen konzentriert, wird schnell eines Besseren belehrt. Tatsächlich spielt er eine genauso große oder kleine Rolle wie alle anderen Charaktere, die man im Buch findet. Egal ob es sich um seine Freundin Gilla handelt, die ihn irgendwann managt, da ihm die Sache recht schnell über den Kopf wächst. Seinen Freund und Hausarzt Holger oder Gillas Ex-Freund und Computercrack Kurt. Peter Farmer, den Chef eines großen Pharmaunternehmens, dessen als Wissenschaftlerin tätige Geliebte, seinen zwielichtigen Sohn Walter, seinen profitgierigen Schwiegervater oder dessen gleichgesinnte Freunde, die im Hintergrund ähnlich Marionettenspielern die Fäden ziehen. Da gibt einen Fremdenlegionär und dessen Helfer, die sich für andere die Hände schmutzig machen. Und noch etliche weitere Charaktere, mal mehr mal weniger beleuchtet, zwischen denen der Autor munter hin und her springt.

Auch bei den Handlungsorten spart Klein nicht. Er schickt seine Figuren an verschiedene Orte in Europa, in den Vereinigten Staaten von Amerika und auf dem afrikanischen Kontinent und lässt sie eine Fülle an Dingen erleben, Aktionen planen und ausführen, verlieren und gewinnen. Die 382 Seiten sind wirklich prall gefüllt mit Erzählsträngen, die sich einander unterschiedlich temporeich nähern und wieder auseinanderdriften, ohne dass einer dieser Stränge verloren geht oder offen endet. Sie handeln auf den ersten Blick zwar durchaus von Philipp, mehr jedoch von den überaus korrupten, absolut profitgierigen, machthungrigen und erschreckend menschenverachtenden Motiven derjenigen, die an der Spitze großer Pharmaunternehmen stehen. Wer Freund oder Feind ist, erschließt sich dabei nicht gleich auf den ersten Blick.

Ein Ideenszenario ganz nach meinem Geschmack. Eigentlich. Denn tatsächlich handelt es sich bei Der Krebskandidat um ein Buch, das mir nach einem interessanten Auftakt einiges an Durchhaltevermögen abverlangte. Mehrere Male war ich kurz davor, es endgültig vor der Lektüre des letzten Kapitels beiseite zu legen. Immer wieder stolperte ich über die gleichen Schwachstellen und brauchte, was bei mir extrem lange ist, sechs Wochen, bis ich besagtes Kapitel beenden konnte. An der Grundidee lag es nicht, denn die finde ich nach wie vor spannend. An den vielen Informationen, die man im Bezug auf Krebserkrankungen und Untersuchungsmethoden ganz nebenbei erfährt, ebenso wenig. Firmenpolitische Erwägungen, Intrigen und Verwirrspiele, Anschläge und Rückschläge - all das hätte mich grundsätzlich fesseln können, wäre es denn anders beschrieben worden.

Obwohl ich nicht behaupten kann, dass mir irgendeine der Figuren absolut unwirklich vorkam, blieben mir durchweg alle fremd. Sympathie, Antipathie und so etwas wie Mitgefühl kam allenfalls ansatzmäßig auf.

Das erklärt sich nicht nur damit, dass der Autor sich diverser Klischees bedient und seine der Figuren alle hypergescheit und umfassend informiert gestaltet. Es liegt sicherlich auch daran, dass lebendige Dialoge fehlen. Zu vieles spielt sich in den Köpfen der Figuren ab. Ihre Gedankengänge wirken abgeklärt-distanziert, muten fast wie abstrakte Selbstgespräche an. Teils sind es auch Selbstgespräche, die dazu noch allzu häufig im Konjunktiv I formuliert wurden. Selten habe die Worte werde, solle, müsse oder könne in einer derartigen Fülle gelesen. Unterschiede zwischen den Figuren kann man hier kaum erkennen. Dadurch scheint die Geschichte insgesamt eher präsentiert zu werden, als sich zu entwickeln. Kommt es tatsächlich zu einem Dialog, artet dieser allzu schnell in etwas aus, dass sich am besten als Fachsimpelei beschreiben lässt. Die ist zwar durchaus interessant, wirkt jedoch trocken. Emotionen gehen auf diese Weise zudem vollkommen unter. So habe ich beispielsweise angesichts der Gefahr, in der Philipp sich im Laufe der Geschichte befindet, keine Angst bei ihm erkennen können, da er sich durchweg rational verhält. Auch Gillas Verhalten erscheint eher gewinnorientiert als andeutungsweise besorgt. Wut wird erwähnt, doch erstickt keine der Figuren daran, machen sie sich doch sofort und überaus vernunftbegabt an die Umsetzung von eventuellen Rachegelüsten.

Auch die bildhafte Beschreibung der Handlungsorte fehlt oder geht, sofern sie denn vorhanden ist, in allzu anschaulichen Ausführungen mit Sachbuchcharakter unter. Klein erwähnt viele Vorkommnisse aus dem realen Leben, verknüpft sie mit seiner Romanhandlung. Beides finde ich grundsätzlich spannend und interessant. Allerdings zog sich das Geschehen in diesem Fall stellenweise unerträglich in die Länge, gerade aufgebaute Spannung flachte schlagartig wieder ab. Letzteres auch deshalb, weil sich durch die Perspektivwechsel eine gewisse Vorhersehbarkeit einschlich.

Hinzu kommt, dass die Figuren - Philipp und Gilla sozusagen als Normalbürger, Farmer als Chef eines riesigen Konzerns, Walter als sein Handlanger oder der Fremdenlegionär der für Geld alles tut - über Ressourcen und Möglichkeiten verfügen, die sie fast auf gleicher Augenhöhe operieren lassen. Und, obwohl der eine schlauer und gewiefter ist als der andere, Fehler machen und Dinge außer Acht lassen, die ebendies in Frage stellen. Kriminelle Machenschaften werden durch Verträge ausgebremst und die wiederum durch kriminelle Machenschaften ausgehebelt. Sinn und Zweck mancher Aktion bleiben so mitunter fast auf der Strecke.

Grundsätzlich - Roman hin oder her - wirken Kleins Gedankengänge zu den profitorientierten Interessen der Pharmaindustrie im Medikamentenbereich nicht völlig unglaubwürdig. Dazu gab es in der Vergangenheit bereits zu viele entsprechende Skandale. Krankheit ist ein wesentlich lukrativeres Geschäft als Gesundheit. Allerdings wirkt der von ihm präsentierte Erzählstrang bezüglich der vordergründig angestrebten Herstellung DES MEDIKAMENTS gegen Krebs grundsätzlich ebenso wie der mehrfach im Buch angesprochene, eng gesteckte zeitliche Rahmen etwas weit hergeholt.

Das Ende hat mich dennoch in gewisser Weise völlig überrascht, wobei ich mich hier nicht auf das letzte Kapitel im Buch beziehe. Doch insgesamt betrachtet ist die Idee des Drahtziehers hinter allem zu konstruiert-bemüht. Die Motivation ist zwar klar herausgearbeitet und angesichts des enormen Gewinns für diese Figur auch nicht gänzlich unglaubwürdig. Doch die Entwicklung beruht einerseits auf zu vielen geschickten Planungen und andererseits auf allzu passenden Zufällen. Hätte der Hausarzt nicht reagiert, wäre ein weiterer Arzt nicht in Aktion getreten. Wäre dieser nicht in Aktion getreten, hätte Philipp niemals den ersten Schritt in die Öffentlichkeit gemacht. Ohne diesen Schritt wäre aber die Folgereaktion nicht zu erwarten gewesen und so weiter. Die drahtziehende Figur im Hintergrund scheint einzig und allein einfach alles bedacht zu haben, selbst die Reaktionen von Konkurrenten. Praktischerweise denken jedoch sowieso nur amerikanische und deutsche Pharmaunternehmen ernsthaft daran, die ebenso verblüffende wie hoffnungsmachende Anomalie Philipps gewinnbringend für sich zu nutzen.

Fazit:

Der Autor spannt einen detailverliebten weiten Bogen ausgehend von einer Krebsdiagnose und den daraus resultierenden Entwicklungen, über erschreckende Testreihen und gewinnbringende Falschmeldungen sowie Versuchen an Menschen bis hin zur Gier nach Macht und Reichtum, die alles überstrahlt. Das grundsätzlich interessante Ideenszenario verliert jedoch an Reiz angesichts der Gedankenfülle, die der Autor zum Ausdruck bringt. Einiges wirkt zu komprimiert. Anderes eindeutig zu ausführlich. Insgesamt nicht immer spannend, aber auch nicht durchgehend langweilig. Richtig gut gefiel mir das Buch nicht, da es mir zu viel Durchhaltevermögen abverlangt hat. Wirklich schlecht fand ich Kleins Roman jedoch keinesfalls, weshalb ich drei von fünf Punkten dafür vergeben möchte.

Copyright ©, 2013 Antje Jürgens (AJ)

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Rezension zu "Die Paulus-Papiere" von Edwin Klein

Rezension zu "Die Paulus-Papiere" von Edwin Klein
T1000vor 8 Jahren

Die Welt der katholischen Kirche ist ein Universum für sich. Und wie jedes Universum birgt
es unzählige Geheimnisse, die faszinieren, die uns erschaudern lassen. In seinem Thriller 'Die Paulus-Papiere'
lässt der Bestseller-Autor Edwin Klein seine Leser eintauchen
in das geheimnisvolle Universum katholische Kirche. Es geht dabei um den jungen Priester Thomas Simmerling.
Während seiner Recherche für eine Paulusschrift werden ihm im Vatikan von Pater Bonifaz wichtige
Informationen zugespielt. Als Pater Bonifaz wenig später bei einem Unfall
ums Leben kommt, ist Simmerling überzeugt, dass sein ehemaliger Studienkollege einem Verbrechen
zum Opfer fiel.
Hinzu kommt, dass er mittlerweile selbst in größte Gefahr gerät. Zu seinem Entsetzen muss er feststellen,
dass gewisse Kreise im Vatikan sogar vor Mord nicht zurückschrecken. Bei seinen weiteren Ermittlungen stößt
der junge Priester auf seine eigene, doch sehr mysteriöse Vergangenheit.

Edwin Klein, Jahrgang 1948, war in den 60er und 70er Jahren ein erfolgreicher
Sportathlet. Als Hammerwerfer wurde er mehrmals Deutscher Meister und nahm 1972 und 1976 an
den olympischen Spielen teil. Seit 1990 ist er als Buchautor tätig. Zu seinen viel beachteten Büchern zählt
unter anderem die Biografie 'Wer mit dem Ball tanzt' über Torwartlegende Sepp Meier. Auch die Biografie 'Meine
Welt ist eine Scheibe' über den Diskuswerfer Lars Riedel wurde von Edwin Klein verfasst.

Mit 'Die Paulus-
Papiere' hat Edwin Klein einen atmosphärisch
dichten Thriller vorgelegt,
der alle Zutaten für einen spannenden
Vatikan-Krimi bietet: Verstrickungen
von eigentlich ehrenwerten
Kirchenmännern zur organisierten
Kriminalität, perfide Vertuschungen,
sexuelle Verfehlungen und nicht zuletzt
die ohnehin geheimnisvolle Welt
des Vatikans.

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