Efrain Vedder Weg vom Leben

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Inhaltsangabe zu „Weg vom Leben“ von Efrain Vedder

Bereits als Efraín Vedder drei Monate alt war, geriet sein Leben aus der Bahn. Als Säugling wurde er von der berüchtigten deutschen Sekte Colonia Dignidad in Chile entführt und zwangsadoptiert. Über dreißig Jahre hielt man ihn in der Siedlung fest, er wurde mißbraucht, gefoltert, ausgenutzt. Erst mit 35 Jahren gelingt ihm der Ausstieg. Seine Erinnerungen sind das erschütternde Zeugnis eines jungen Mannes, dessen Wille dennoch nicht gebrochen werden konnte.

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  • Rezension zu Unser geraubtes Leben

    Unser geraubtes Leben
    KruemelGizmo

    KruemelGizmo

    Buchrückseitentext: Missbrauch, Elektroschocks, Zwangsarbeit und Psychofolter - Alltag in der deutschen Auswanderersekte "Colonia Dignidad" in Chile. Sektenführer Paul Schäfer hatte unter dem Deckmantel bayrischer Idylle ein perfides Schreckensregime errichtet. Liebe war darin ein Fremdwort. Dennoch gab es sie. Heimlich.Gudrun und Wolfgang Müller, deren Liebesgeschichte dieses Buch erzählt, haben fast fünfzig Jahre Gehirnwäsche und Folter überlebt. Dann erfuhren sie die bittere Wahrheit über Paul Schäfer und zogen die einzige Konsequenz, die ihnen richtig schien: Sie verließen ihr mit Stacheldraht abgeriegeltes Gefängnis in Chile, das sie fast ihr ganzes Leben als Heimat betrachtet hatten… Unser geraubtes Leben stammt aus der Feder von Ulla Fröhling Mit diesem Buch bekommt man einen kleinen Einblick in die schreckliche Welt die der Sektenführer Paul Schäfer erschaffen hat. Unter dem Deckmantel seiner Religionsauslegung bereitete sich Paul Schäfer ein Paradies, in dem er über Jahrzehnte ungestraft seinen pädophilen Neigungen nachgehen konnte. Aus heutiger Sicht ist für mich vieles schwer nachzuvollziehen, vor allem das Verhalten der Eltern die ihre Kinder einfach abgegeben haben, oder die Behörden und Ämter, die nicht reagieren, keine Anzeige erstatten, nicht unter einander kommunizieren und so Paul Schäfer es ermöglichten sein Unwesen zu treiben, aber in der Nachkriegszeit war Pädophilie ein absolutes Tabuthema, etwas was es „nicht gab oder geben durfte“. Leider konnte mich die Umsetzung des Buches nicht so überzeugen, die Autorin springt leider nicht nur zeitlich immer wieder hin und her, sondern auch von einer Person zur anderen, was dem verfolgen des Ganzen doch etwas mühsam gestaltete. Auch ist der Sprachstil bzw. Schreibstil sehr nüchtern gehalten, eher wie eine reine Faktenaufzählung, was auf mich oft sehr leblos wirkte. Es werden in diesem Buch die verschiedensten Personen vorgestellt und ihr Lebens- und/oder ihr Leidensweg aufgezählt, dabei sind Gudrun und Wolfgang nur eine von ihnen. Die angekündigte Liebesgeschichte spielt keine wirkliche Rolle, sie nimmt erst zum Ende des Buches etwas Raum ein, und wurde für mich durch durch den Erzählstil nicht wirklich greifbar. Wer sich mit den Geschehnissen in der Colonia Dignidad intensiver auseinander setzen möchte, wird wohl auf andere Bücher oder Medien zurück greifen müssen, da dieses Buch doch nur sehr an der Oberfläche kratzt. Mein Fazit: Interessant, aber zu wenig Tiefe, und leider in der Umsetzung nicht gut gelungen.

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  • Rezension zu "Weg vom Leben" von Efrain Vedder

    Weg vom Leben
    parden

    parden

    35 JAHRE IN DER COLONIA DIGNIDAD... Nach außen schien die deutsche Sekte Colonia Dignidad in Chile ein Musterbetrieb zu sein. Hier lebten und arbeiteten mehr als 250 Deutsche unter der Leitung von Sektenchef Paul Schäfer. Ein Blick über die Mauern mit Stacheldraht offenbarte jedoch ein Arbeitslager, in dem die Bewohner Tag und Nacht arbeiten mussten und durch seelischen und körperlichen Terror in Abhängigkeit gehalten wurden. Schäfer, der wegen Pädophilievorwürfen seit über 40 Jahren von Interpol gesucht wurde und seit 1997 untergetaucht war, hatte durch seine Kontakte zum chilenischen Regierungsapparat bis zu Beginn des neuen Jahrtausends alle Anklagen unbeschadet überstanden: Folterungen politischer Gefangener, ungeklärte Todesfälle auf dem Sektengelände und engste Verflechungen zu (Ex-)Diktator Augusto Pinochet. Unter den Augen seiner politischen Freunde und der Sektenbewohner missbrauchte Schäfer immer wieder minderjährige männliche Bewohner seiner Sekte. Einer dieser Jungen war der Chilene Efrain Vedder, der als Baby seinen Eltern weggenommen und in der Kolonie zwangsadoptiert wurde. Er wurde von Schäfer über viele Jahre missbraucht und unter Drogen gesetzt. Obwohl auch Vedder im bigotten Zeitgeist der 1950er Jahre und in religiöser Abhängigkeit erzogen wurde, schaffte er es, nach 35 gestohlenen Lebensjahren die Sekte aus eigener Kraft zu verlassen un sich ein neues, eigenes Leben aufzubauen. Geschrieben wurde dieses Buch in einer Co-Autorenschaft. Ingo Lenz wurde Efrain Vedder zur Seite gestellt, da letzterer in der Colonia Dignidad kaum die Schule besucht hatte und bis zum Entstehungszeitpunkt des Buches nicht ausreichend Schreiben gelernt hatte. Die Sprache ist einfach, und obwohl der Bericht eine Anklage darstellt, ist das Buch weder dramatisieriend noch kitschig geschrieben. Vedder stellt sich nicht nur als Opfer dar, das er sicherlich war, sondern schlicht als Menschen, der versucht, von nun an das Beste aus seinem Leben zu machen... Um eine Vorstellung der Diktatur des inzwischen verstorbenen Paul Schäfer zu bekommen - hier ein Auszug aus wikipedia: "...erwarb Schäfer eine heruntergewirtschaftete Finca größeren Ausmaßes nahe der Stadt Parral – etwa 350 Kilometer südlich von Santiago de Chile. Er nannte sie Colonia Dignidad – Kolonie der Würde. Gegenüber den chilenischen Behörden gaben Schäfer und Baar vor, sich dort um chilenische Waisenkinder kümmern zu wollen. Damit war beabsichtigt, der Colonia "familienlosen" Nachwuchs zuzuführen. In der Geschlossenheit der Colonia Dignidad gelang es ihm, die von ihm verwandten Unterdrückungsmechanismen weiter zu entwickeln. Von seinen Anhängern verlangte er totale Unterwerfung und setzte diese auch mit Gewalt durch. Der Arbeitstag in der "Kolonie der Würde" hatte 16 Stunden. Ruhetage, Gottesdienste und Gebetszeiten, die es vorher gegeben hatte, wurden als "sinnlos vertane Zeit" abgeschafft. Die Hörigkeit der Sektenmitglieder wurde so stark, dass jede Kraft zum Widerstand erlosch. Es gab streng getrennte Frauen-, Männer- und Kinderhäuser. Private Gespräche waren verpönt, nach und nach strikt verboten. Zuwiderhandlungen hatten harte Strafen zur Folge. Jeder musste fürchten, denunziert zu werden, jeder konnte ein Spitzel sein. Die Kolonie wurde zu einer Art Festung ausgebaut. Palisadenzäune mit Wachtürmen und Stolperfallen sowie bewaffnete Wachposten sorgten dafür, dass eine nach außen hin hermetisch abgeriegelte Diktatur entstand." Vor diesem Hintergrund ist es um so erstaunlicher, dass Efrain Vedder es tatsächlich geschafft hat, aus eigener Kraft die Sekte zu verlassen. Beeindruckend!

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    Floh

    Floh

    28. May 2016 um 12:31