Egbert Neumüller

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Lebenslauf

Journalist Roger Lowenstein ist Autor mehrerer Bestseller. Er schrieb viele Jahre für das Wall Street Journal - sowohl als Redakteur als auch als Kolumnist unter anderem für die beliebte Serie "Heard on the Street". Heute schreibt er für das "Smart Money Magazine", das "New York Times Magazine" und das "Wall Street Journal".

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Egbert Neumüller

Cover des Buches Die Gesetze des Reichtums (ISBN: 9783864706202)
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Rezension zu "Die Gesetze des Reichtums" von Daniel Crosby

Wie gut, dass es Psychologen gibt
Dr_Mvor 5 Jahren

Sieht man sich das Cover dieses Buches an, dann muss man entweder lachen oder man hat das Gefühl, dass es jetzt losgeht mit dem Reichwerden. Naiven Zeitgenossen wird glauben gemacht, dass es irgendwelche Gesetze des Reichtums geben würde, wobei schon diese Wortkonstruktion komisch ist. Und dann folgen: 10 Regeln, 4 Methoden und 5 Strategien. Zackzack. Und fertig ist das Rezept für den Anlageerfolg. So einfach ist das. Und so lustig.

Der Autor wird dem geneigten Leser als Psychologe, Experte für Behavioral Finance und als Asset-Manager vorgestellt. Nebenbei ist er noch Bestsellerautor und gefragter Redner. Interessant ist an dieser Aufzählung nur der Asset-Manager. Über seine Performance erfährt man allerdings nichts, obwohl gerade das doch interessant gewesen wäre.

Es gibt ein paar wenige Regeln für den Anlageerfolg. Von denen ist jedoch in diesem langatmigen Text keine Rede. Sie lauten einfach: (1) Wähle oder erfinde eine zu deiner Persönlichkeitsstruktur passende erwiesenermaßen profitable Methode, (2) habe ausreichend Kapital dafür und (3) befolge diese Methode mit der nötigen Selbstdisziplin. Profitable Methoden existieren zur Genüge. In diesem Buch findet man jedoch keine von ihnen. Stattdessen geht es lediglich sehr geschwätzig um Psychologie. Um das zu verdeutlichen seien hier die zehn Regeln des Autors aufgeführt. Er nennt sie "Regeln des verhaltensorientierten Selbstmanagements":

(1) Man kontrolliert, worauf es am meisten ankommt
(2) Man schafft das nicht allein
(3) Schwierigkeiten sind Chancen
(4) Wenn man begeistert ist, ist es eine schlechte Idee
(5) Sie sind nichts Besonderes
(6) Der beste Maßstab ist Ihr Leben
(7) Vorhersagen sind etwas für Meteorologen
(8) Überfluss dauert niemals an
(9) Diversifizierung bedeutet, dass man immer etwas zu bedauern hat
(10) Risiko ist kein Paragraf.

Wer glaubt, dass er damit Reichtum erlangt, ist mit Sicherheit auf dem Holzweg, denn tatsächlich handelt es sich bei dieses "Regeln" lediglich um Allgemeinplätze, die nicht falsch sind, aber keinen praktischen Nutzen bringen, wenn man sich selbst nicht wirklich kennt oder die Wahrheit gerne verdrängt. Erst wenn man seine Schwächen akzeptiert, kann man Veränderungen herbeiführen, sofern man dazu überhaupt in der Lage ist. Ob man tatsächlich auch unter Druck selbstdiszipliniert bleiben kann, lässt sich einfach testen: Man fahre einfach einmal einige Tage Auto nach den angezeigten Geschwindigkeitsvorgaben und beobachte sich dabei. Selbstdisziplin ist ein Schlüssel zum Erfolg, nicht nur an den Finanzmärkten.

Schaut man sich nun die obigen Regeln detailliert an, dann wird es schnell besonders amüsant. Regel (2) ist nämlich der Offenbarungseid des Autors. Dort steht am Ende folgende Handlungsanweisung: "Die Hilfe eines Beraters in Anspruch nehmen, der das Verhaltenscoaching als eine seiner wichtigsten Aufgaben betrachtet". Am besten natürlich den Autor selbst. Von Deutschland aus wird das etwas umständlich ausfallen. Und mir ist nicht wirklich klar, wie und wo man bei uns einen solchen Coach finden soll. Noch interessanter gestalten sich dann wahrscheinlich seine Honorare. Vermutlich muss man sehr viel Kapital besitzen und ziemlich erfolgreich bei dessen Anlage sein, um diesen Experten zu bezahlen und dabei nicht gleichzeitig ins Minus zu rutschen. Vermutlich ist es billiger, sich gleich eine Vermögensverwaltung zu suchen, womit das Buch schließlich obsolet wird.

Wie man unter diesen Umständen auf die Idee kommen kann, dieses Werk sei für Börsenneulinge geschrieben worden, ist mir ein Rätsel.

Cover des Buches Doppeltes Momentum für doppelte Gewinne (ISBN: 9783864703591)
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Rezension zu "Doppeltes Momentum für doppelte Gewinne" von Gary Antonacci

Genial: "Dual momentum investing: An innovative strategy for higher returns with lower risk"
Dr_Mvor 6 Jahren

Dieser Originaltitel ist (wie fast immer) viel aussagekräftiger als seine reißerische Eindeutschung. Und obendrein wiegt der Inhalt dieses Buches auch doppelt schwer, was leider aus der Produktbeschreibung überhaupt nicht hervorgeht. Tatsächlich ist dies eines der besten je geschriebenen Börsenbücher für Investoren. Es enthält einen einfachen Algorithmus, der als solcher auf Seite 138 grafisch dargestellt ist. Man kann ihn ebenso kurz erklären, was ich sogleich tun werde. An ihm zeigt sich wieder einmal, dass geniale Ideen immer einfach und folgerichtig sind.

Antonacci belegt anschließend mit Zahlen die Wirksamkeit seiner umgesetzten Idee. Das hätte er eigentlich nicht machen müssen, denn jedem, der sich ein wenig mit den Finanzmärkten auskennt, sieht sofort, dass der Autor einfach eine Lücke gefüllt hat, in die alle diejenigen stürzen, die in den Gesamtmarkt investieren wollen, weil sie am Wirtschaftswachstum teilhaben möchten und dann nicht wissen, was sie in Krisenzeiten machen sollen. Wenn man nur diesen Algorithmus und seine Daten kennenlernen möchte, reichen ein paar Seiten aus. Doch der Text bis dahin rechnet schonungslos mit den ganzen mathematisch begründeten Pseudotheorien über die Finanzmärkte ab, die offensichtlich nicht funktionieren. Dieser Teil liest sich für Laien nicht einfach, war jedoch für mich eine Lektüre von großer Heiterkeit, weil endlich einmal ein Mensch aus diesem Milieu diese ganze Scheinwelt als das entlarvt, was sie ist – ein einziger Hokuspokus. Auch ohne große mathematische Vorbildung kann man das sofort verstehen, wenn man diese Theorie bis aufs Wesentliche entkleidet. Für Volkswirte scheint das jedoch eine Nummer zu groß zu sein, selbst wenn sie einen Nobelpreis erhalten haben, der eigentlich keiner ist, weil Nobel ihn nicht gestiftet hat. Ich komme darauf gleich zurück.

Zum Algorithmus: Zunächst muss man den Begriff "Momentum" verstehen. In diesem Fall ist es eine dynamisch wirkende Umschreibung von Trägheit. Höhere Kurse ziehen Menschen an, was in der Folge zu noch höheren Kursen führt. Das Gleiche gilt (allerdings gewöhnlich kürzer) für fallende Kurse. Geht erst einmal eine Verkaufswelle los, dann geraten immer mehr Marktteilnehmer entweder in Panik oder in Zwänge und verkaufen ebenso. Die Bewegung hält also eine Weile an, was man mit dem Begriff "Momentum" umschreibt. Besonders gut wird dies im Buch nicht erklärt, was jedoch nicht schlimm ist, denn eine solche Erklärung spielt keine wirkliche Rolle beim Verständnis des Ganzen.

Antonacci benutzt für seinen Ansatz zwei Aktien-Indizes (den S&P 500 und einen Weltindex ohne US-Aktien, den MSCI All Country World, kurz ACWI ex USA) sowie die US-Schatzwechsel. Zu Beginn eines jeden Monats werden die Renditen der drei Märkte über die vergangenen 12 Monate verglichen. Dieser Zeitraum hat sich nach Antonacci als optimal erwiesen. Liegt die entsprechende Rendite des S&P über der des ACWI, werden anschließend die Renditen des S&P und der Schatzwechsel verglichen. Je nach Ausgang wird dann in die Klasse mit der besseren Rendite gewechselt. Falls der S&P nicht den ACWI übertrumpft, vergleicht man den ACWI und die Schatzwechsel und wechselt dann zur besseren Rendite. Man ist folglich immer investiert, und zwar in die Wertpapier-Klasse, die in den letzten 12 Monaten die beste Rendite gebracht hat. Antonaccis Zahlen beweisen die Wirksamkeit dieses Vorgehens. Insbesondere schlägt dieses Vorgehen eine Investition in einen reinen Aktien-Indexfond.

Antonaccis Buch beginnt mit einer Betrachtung des Momentums und geht dann zur kritischen Hinterfragung von vielen Legenden der sogenannten modernen Finanztheorie über. Volkswirte besitzen eine offenbar neurotische Veranlagung zur Mathematisierung ihrer Lehre. Leider zeugen die daraus entstandenen Modelle, dass die dahinterstehenden Systeme nicht wirklich verstanden werden. Schon 1952 entwickelte Harry Markowitz eine ausgeklügelte Möglichkeit, ein effizientes Portfolio zu konstruieren. Bis heute hält sich hartnäckig der Mythos, dass dies tatsächlich funktioniert, obwohl alle Krisen genau das Gegenteil bewiesen haben. Das Gleiche gilt für das sogenannte Capital Asset Pricing Model, eine Weiterentwicklung der Markowitzschen Ideen. Ebenso beliebt ist die sogenannte Markt-Effizienz-Hypothese, die kompletter Blödsinn ist.

All diese Theorien (übrigens auch die Black-Scholes-Theorie über den fairen Optionspreis) sind mathematisch sauber, also widerspruchsfrei und in der Tat genial. Nur leider nützen sie nichts, weil sie nur unter Voraussetzungen funktionieren, die keinen Bezug zur Realität haben. Steckt man in ein noch so tolles Modell Müll hinein, kommt am Ende nicht Gold heraus, sondern gewöhnlich auch nur Müll. All diese Theorien lassen nur Berechnungen zu, weil sie lineare Bestandteile aufweisen oder Annahmen über den Zufall in ihnen treffen, die nicht stimmen.

Offensichtlich sind Börsenkurse nicht normalverteilt. Das kann man leicht statistisch überprüfen. Eine andere Verteilung führt jedoch zu erheblichen theoretischen Problemen. Ebenso hängt die zukünftige Entwicklung des Kursverhaltens nicht nur von der Gegenwart ab, sondern sehr wohl von der Vergangenheit, sonst würde es zum Beispiel kein "Momentum" geben. Man kann auch leicht einsehen, dass Modelle über Märkte keineswegs linear sein können, denn Kurse beeinflussen Kurse. Es kommt also zu einer Rückkopplung, was immer ins Nichtlineare führt. Lässt man die Linearität jedoch beim Modellbilden weg, dann muss man eine bestimmte Nichtlinearität wählen und weiß nicht welche. Und selbst wenn man einen plausiblen nichtlinearen Zusammenhang gefunden hat, weiß man nicht, ob man dann das Modell auch bis zum Ende durchrechnen kann. Ähnlich verhält es sich mit der Verteilung des Zufalls. Alles, was nicht normalverteilt ist, führt in der Regel zu erheblichen mathematischen Problemen.

Es ist lustig, dass Markowitz selbst nie praktisch nach seinem Modell vorgegangen ist. Und Samuelson sein Geld lieber bei Buffett angelegt hat als woanders, obwohl nach seiner theoretischen Meinung Buffett niemals so erfolgreich hätte werden dürfen. Inzwischen hat wohl auch der berühmte Eugene Fama eingesehen dass seine Theorie nicht funktioniert. Auch irgendwelche Faktoren werden sein Modell nicht retten, sondern nur Leute beschäftigen, die das praktisch nachweisen werden. So funktioniert eine Arbeitsbeschaffungsmaschine in der Volkswirtschaftslehre.

Würden all diese linearen Modelle funktionieren, dann gäbe es kein Momentum, was wiederum den Autor dieses Buches dazu gezwungen hat, sich mit diesen Modellen zu beschäftigen. Für Laien ist dieser erste Teil sicher kein unbedingtes Lesevergnügen. Für mich war es jedoch eins, weil nach Buffett endlich auch einmal jemand aus der Subkultur der Finanzwelt den Unsinn dieses Popanzes entlarvt hat.

Cover des Buches Das Tao des Charlie Munger (ISBN: 9783864705151)
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Rezension zu "Das Tao des Charlie Munger" von David Clark

"Man sollte niemals dümmer sein, als man muss"
Dr_Mvor 6 Jahren

Während es über Warren Buffett zahlreiche Bücher gibt, bleibt der Vizepräsident von Berkshire Hathaway weitestgehend von einer intensiven Beleuchtung durch die interessierte Öffentlichkeit verschont. Warren und Buffett sind inzwischen über 90 Jahre alt und managen immer noch den wohl erfolgreichsten Fond aller Zeiten. Wer es nicht schon wusste, erfährt aus diesem Buch, dass Buffett erst unter Mungers Einfluss seine Strategie veränderte. Allein schon deshalb sollte es auch interessant sein, etwas über die Denkweise von Charlie Munger zu erfahren.

Damit landet man bei der Frage, mit welchen Quellen der Autor dieses Buches eigentlich arbeitet. Man erfährt von ihm, dass er in Geschäftsberichten, öffentlichen Auftritten und mit Suchmaschinen nach Aussprüchen von Munger gesucht hat, die man kommentiert zu einem Buch zusammenfassen kann. Clark erklärt also Munger. Nun kann man sich nicht darüber beschweren, dass dabei etwas Falsches herausgekommen ist. Einhundertachtunddreißig Mal steht zuerst der Ausspruch von Munger über einem Abschnitt und danach folgen die Erklärungen von Clark, die unterschiedliches Niveau besitzen, von sehr gut bis überflüssig.

Munger selbst zu lesen, macht viel Freude, weil er zu den Menschen gehört, die sagen können was sie wollen und davon auch Gebrauch machen. Man sollte allerdings nicht erwarten, dass man einen konkreten praktischen Nutzen, etwa für persönliche Investments, in diesem Buch finden kann. Zwar wählte Clark mehrheitlich solche Aussagen Mungers aus, aber sie werden eben auch ergänzt beispielsweise durch Weisheiten über die Ehe oder Bemerkungen zu Mozart, der für Munger ein Beispiel dafür ist, was passiert, wenn man über seine Verhältnisse lebt.

Kurz gesagt: Die für dieses Buch ausgewählten Aussagen Mungers kann man sehr oft mit einem gewissen intellektuellen Genuss lesen. Clarks Kommentare halten da nicht immer mit, sind aber gelegentlich auch informativ. Einen Einblick in die Entscheidungsfindungen bei Berkshire Hathaway erlangt mit diesem Buch natürlich nicht.

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