"Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit"

von Ehrenfried Kluckert 
2,0 Sterne bei1 Bewertungen
"Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit"
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Interessante Anekdoten und Details zum Menschen Schiller - aber quälend anstrengend in Zeit-& Ortssprüngen erzählt und grottig lektoriert.

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Inhaltsangabe zu ""Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit""

Der Tag, als aus dem jungen Militärarzt der Dichter Friedrich Schiller wurde. Mit 14 Jahren war er in die Stuttgarter Eliteschule von Herzog Carl Eugen aufgenommen worden, neun Jahre später blieb ihm nur die Flucht aus der fürstlichen Umarmung, die ihm die Luft abschnürte. Kluckert erzählt, wie sich in der Nacht des 22. September 1782 ein Drama ganz eigener Art vollzieht. Schillers Flucht wird zum Symbol für den gesamten Sturm und Drang. Dabei wird wieder der junge Autor sichtbar, der Schiller damals war, wir erleben einen Menschen mit seinen Emotionen, Zweifeln und seinem literarischen Genie.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783451299988
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Verlag Herder
Erscheinungsdatum:05.03.2009

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    franzzis avatar
    franzzivor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Interessante Anekdoten und Details zum Menschen Schiller - aber quälend anstrengend in Zeit-& Ortssprüngen erzählt und grottig lektoriert.
    Schiller mit Kopfschmerzgarantie

    Ob Schiller selbst diesen biographischen Blick auf sein Leben verstanden hätte? Ich wage es zu bezweifeln. Das Missverständnis zwischen Autor Ehrenfried Kluckert und Leser fängt ja schon im Titel an. Da steht deutlich "Ein Tag im Leben des Friedrich Schiller". Und anfangs scheint sich auch alles um den einen Tag der Flucht des jungen Friedrich und seines Freundes Streicher aus den Fängen und Diensten des würtemmbergischen Herzogs Carl Eugen zu drehen.

    Aber dann geht das Chaoskarussell los. Plötzlich erinnert sich Schiller in einem Gespräch mit seiner Frau an diese Tage, während nebenan der Nachwuchs schreit. Plötzlich sitzen wir wieder mit Schillers Mutter in Stuttgart und reden über die bevorstehende Flucht, dann plötzlich Mannheim, nee doch schnell Dresden, oder doch Thüringen? Freunde, Förderer und Verleger werden ohne große Erklärung eingeführt oder tauchen ab. Eben plante er noch seine Flucht, weil ihm der Herzog das Schreiben verbieten will; jetzt kennt er schon Goethe und wird für seine Dramen gefeiert. Da sind erfrischende Freunde und reizende Anekdoten dabei, allein, es ist schwer, sie in das Leben Schillers einzuordnen. Denn obwohl die Kapitel stets mit Daten überschrieben sind, wechselt Kluckert auch innerhalb dieser scheinbar zeitlich verorteten Kapitel die Zeiten und Orte über Erinnerungen und Rückblenden. Da die Orientierung zu behalten, ist anstrengend.

    Und ab der zweiten Hälfte kommt ein zweites Problem dazu: Während Kluckert zu Beginn tatsächlich viel von der Person Schiller erzählt, ihn in den Erzählungen von Wegbegleitern und seinen eigenen Aufzeichnungen sichtbar macht, hangelt er sich gen Ende nur noch an der Entstehungsgeschichte der späten Dramen entlang, Schillers wachsende Kinderschar, seine Freundschaft mit Goethe und anderen, sein Unbehagen in der Weimarer Hofgesellschaft, andere Bekanntschaften - allemal kurz gestreift.

    Klar, das Buch ist dünn, man muss mit Abstrichen rechnen. Aber gerade deshalb hatte ich einen roten Faden erwartet, der durch Schillers Biographie führt. Ich mochte wirklich gern, dass Kluckert über das Schulwissen hinaus einiges an Fakten und Anekdoten (Schillers Liebe zu Meer und Wasser etwa brachte diesen auf die Idee, eine Räuber-Fortsetzung im Piratenmilieu zu schreiben), was das Buch an vielen Stellen lesenswert macht und Schiller ein wenig aus den pathosbeladenen Denkmalgesten heraustreten lässt.

    Dennoch bleibt es im Gesamteindruck blass, konnte ich die Pfade dieses Buches nur dadurch verbinden, dass ich mich schon vorab mit diesem wundervoll sprühenden Idealisten beschäftigt habe. Die Krone des Unmuts setzte mir dann das schlechte Lektorat auf, bei dem einmal einer eine Mine verzieht und auf der nächsten Seite eine Miene, wo ganze Wörter fehlen oder einzelne Buchstaben. Das hätte ein Arbeitstier wie Schiller ganz sicher nicht goutiert.

    Zum Schluss noch eine meiner Lieblingsanekdoten aus dem Buch, die fast den Anschein erweckt, als lebte Schiller heute, mitten in der Pegida-Wut-Welt:

    "Die Dresdner sind ein vollends seichtes, zusammengeschrumpftes, unleidliches Volk, bei dem es einem nie wohl wird", sagt Schiller über sein Dresden, in dem er auf Einladung von Bekannten in den 1780ern seinen grandiosen Don Carlos schrieb.

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