Einar Karason

 3.4 Sterne bei 51 Bewertungen
Autor von Die Teufelsinsel, Versöhnung und Groll und weiteren Büchern.
Einar Karason

Lebenslauf von Einar Karason

Einar Kárason wurde am 24. November 1955 in Reykjavík, Island geboren. Er studierte 1975 bis 1978 Literaturwissenschaften an der Universität Isalnd und ist seitdem als freier Schriftsteller tätig. Er ist einer der wichtigsten Vertreter der skandinavischen Gegenwartsliteratur. Für seinen zweiten Teil der »Sturlungurtrilogie« erhielt er 2008 den isländischen »Ofsi« und den Isländische Literaturpreis »Íslensk Bókmenntaverðlaun«.

Alle Bücher von Einar Karason

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Die Teufelsinsel

Die Teufelsinsel

 (16)
Erschienen am 13.06.2011
Versöhnung und Groll

Versöhnung und Groll

 (9)
Erschienen am 21.02.2011
Feindesland

Feindesland

 (7)
Erschienen am 05.02.2007
Sturmerprobt

Sturmerprobt

 (8)
Erschienen am 03.11.2008
Die Goldinsel

Die Goldinsel

 (4)
Erschienen am 13.06.2011
Das Gelobte Land

Das Gelobte Land

 (3)
Erschienen am 13.06.2011
Die isländische Mafia

Die isländische Mafia

 (2)
Erschienen am 01.08.2003
Törichter Männer Rat.

Törichter Männer Rat.

 (1)
Erschienen am 01.01.1999

Neue Rezensionen zu Einar Karason

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Rezension zu "Versöhnung und Groll" von Einar Karason

Island nach der Schlacht von Örlygsstadir
Minjevor 10 Monaten

"Versöhnung und Groll" von Einar Karason erschien 2008 im btb Verlag. Das Original erschien 2008 unter dem Titel "Ofsi" in Reykjavik.

Inhalt
Island: 15 Jahre nach der großen Schlacht von Örlygsstadir (1283) kehrt Gissur von Norwegen und König Hakon heim nach Island. Gissur möchte nun Frieden und verheiratet einen seiner Söhne (Hallur) mit Ingibjörg, Tochter von Sturla und Helga. Fast alle sind bereit für Frieden. Doch Eyjolfurs Frau Thuridur stachelt ihren Mann auf. Und die Hochzeit endet in einem Flammenmeer.

Meinung
Ich finde es großartig, wie Karason dieses Thema in einem Roman aufbereitet. Ich finde es schön, das man die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erfährt.
Charaktere
Besonders eindrucksvoll sind Eyjolfur und seine Frau. Bei Eyjolfur wird deutlich, das er psychisch auffällig ist und bei seiner Frau, dass sie überfordert ist mit ihm. War ihr bewusst, was sie mit ihrer einen dahingeworfenen Aussage auslösen wird?
Hrafn ist jemand, der in meinen Augen einfach nur feige war, er hätte das Schlimmste verhindern können mit seinem Wissen.
Gissur gefällt mir zwar, ich finde ihn jedoch etwas hinterhältig, da er Eyjolfur vertrieben hat. Dieser hat zwar ein gewilligt, ändert ja aber nichts daran, das er von seinem Grundstück vertrieben wurde.
Bezug zur Geschichte
Die entsprechenden Sagas kenne ich nicht und würde ich auch  nie lesen. Daher bin ich auch dem Autoren zutiefst dankbar, das er den Inhalt dieser Sagas aufbereitet hat.

Fazit
Interessantes Buch über die isländisch- norwegische Vergangenheit.

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Rezension zu "Feindesland" von Einar Karason

Island im 13. Jahrhundert
Minjevor einem Jahr


"Feindesland" von Einar Karason erschien 2001 bei btb. Das isländische Original erschien 2001 in Reykjavik.

Inhalt
Pordur, ein Isländer, lebt in Norwegen. Doch da hört er, dass sein Vater getötet wurde, seine Mutter verarmt ist und er der einzige Überlebende der Familie ist. Soll er zurückkehren?


Meinung

Cover
Mir gefällt das Cover. Es zeigt ein älteres Steinrelief. Dem kann man entnehmen, das es auch im Inhalt um "älteren" Stoff geht. Daher finde ich das Cover passend.

Aufbau
Das Buch besteht aus 67 Kapiteln. Die Kapitelüberschriften zeigen den jeweiligen Ich Erzähler an.
Das Buch hat mir eine wesentliche Frage beantwortet: "Wie lang muss ein Kapitel sein, um ein Kapitel sein zu können? Gibt es eine Mindestlänge?"
Auf Seite 168 bekomme ich hierauf Antwort.
"Mein Bruder ist ein Hundsfott."
Alle anderen Kapitel sind im übrigen länger und enthalten eine bessere Ausdrucksweise.

Perspektive
Karason hat das Buch komplett in der Ich Perspektive geschrieben. Das besondere ist: Wir haben hier verschiedene Ich Erzähler! Wir erfahren also nicht nur was aus Pordurs Perspektive, sondern auch aus der Perspektive seiner Mutter, und aus Perspektive anderer. 
Bisher kannte ich es nur, dass es EINEN Ich Erzähler gibt. So wie in diesem Buch habe ich es noch nie erlebt und es ist Karason gut gelungen, die ganzen Kämpfe so zu schildern.

Charaktere
Mir fallen an Pordur zwei Sachen auf: dass er mit seinem Bruder nicht zurechtkommt (was auch an diesem liegt) und die Einstellung zu seiner Mutter und zu Frauen allgemein. Pordur möchte zwar Rache, doch er möchte, das den Frauen nichts getan wird. Doch wie sieht das sein Bruder? Da ist Konfliktpotential vorhanden.
Und der Grund, warum er zurückkehrt, ist für Pordur: seine Mutter! Das er ihr schlecht geht, damit kommt er nicht zurecht.


Wenn man das so liest, was für eine grausame Zeit das war im 13 Jahrhundert. Echt unvorstellbar, einem Kämpfer das Ehebett zu überlassen. Na, ganz egal ob Ehebett oder einfaches Bett...ich möchte in meinem Bett nicht jemanden drin liegen haben, der gerade gekämpft hat! 


Fazit
Ein Buch, das trotz seiner kriegerischen Handlung gut zu lesen ist und zwar aufgrund seiner interessant gewählten Perspektive.

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letusreadsomebookss avatar

Rezension zu "Versöhnung und Groll" von Einar Karason

Zeitlose Themen, hervorragend umgesetzt
letusreadsomebooksvor 2 Jahren

Island im 13. Jahrhundert ist von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt, die kein Ende finden wollen. Der Mord an Snorri Sturlursson, dem Politiker und Dichter, Autor der Edda und Egils-Saga, hat für bürgerkriegsähnliche Verhältnisse gesorgt. Die Machtkämpfe zweier verfeindeter Familienclans haben zur Spaltung geführt. Nach dem Eingreifen des norwegischen Königs will Gissur Porvaldsson, einer der Anführer, seinen Feinden, dem Clan der Sturlungen, die Hand zu Frieden reichen. Durch eine Heirat soll der Frieden besiegelt werden, doch nicht alle sind von der Idee überzeugt.

Für seinen historischen Roman Versöhnung und Groll geht der isländische Autor zurück in die sogenannte Sturlungen-Zeit. Die Geschehnisse dieser Zeit wurden in der Sturlungen-Saga festgehalten und die Autoren waren selber Zeugen der heftigen Auseinandersetzungen dieser Epoche. Die Ausgangslage zu Beginn des Romans ist einfach und klar: auf der einen Seite Gissur, der Anführer seines Clans und auf der anderen Seite die Sturlungen, die sich ohne Rücksicht bekriegen und jeden Racheakt mit erneuter Rache beantworten. Die Form, die der Autor Einar Kárason für seinen historischen Roman wählt, ist eher ungewöhnlich. Das recht kurze Buch (190 Seiten) besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die aus der Sicht der beteiligten Personen geschildert werden. Diese Darstellungen haben mich an Tagebucheinträge erinnert. Dabei hält der Autor sich nicht lange mit Beschreibungen auf, sondern taucht direkt in die Gedanken- und Gefühlswelt der Figuren ein, wodurch sich bei mir das Gefühl einer Unmittelbarkeit der Handlung eingestellt hat. Was ich sehr reizvoll finde, ist, dass die Charakterisierung der Protagonisten immer durch die Perspektive eines anderen Charakters erfolgt. Neben Gissur kommen verschiedene führende Mitglieder der Sturlungen-Familie zu Wort, sowie weitere Angehörige, Mägde, Bauern und einfache Krieger. Diese vielen Perspektiven sorgen dafür, dass der Leser häufig mehr weiß als die Figuren, was gerade das Ende sehr spannend macht. Das Denken der meisten Personen schwankt zwischen der Sehnsucht nach Frieden und dem immer weiter währenden Wunsch nach Rache:

„Kolbeinn, ich weiß, wie wütend dich das macht. Und ich verspreche dir, wenn sich irgendwann eine Gelegenheit ergibt, an den Dreckskerlen Rache zu nehmen, die unseren Bruder Björn Kaegill geköpft haben, wird uns nichts aufhalten.“

„Und wenn wir nicht zu dieser Hochzeitsfeier nach Flugumýri gehen und stattdessen mit unseren Männern auf eine Gelegenheit warten, Gissur anzugreifen?“, fragte ich.

„Diese Zeiten sind vorbei, mein Bruder, du hast doch diese wunderschöne Braut und ihren Bräutigam gesehen, wie sie den ganzen Tag da gesessen und Händchen gehalten haben. Gissur anzugreifen wäre ein Angriff auf sie. Und da mache ich nicht mit.“

Die tragischste Figur ist Eyjólfur. Er ist verheiratet mit einer der Töchter des ermordeten Snorri und kämpft sein Leben lang um Anerkennung. Doch die wird ihm von seiner Frau und den anderen Männern immer verwehrt. In Alpträumen wird er von abgeschlagenen Köpfen und Hunden verfolgt, versinkt in Schwermut und versteckt sich tagelang im Bett. Doch eigentlich will er ein Held sein und allen zeigen wie tapfer und stark er eigentlich ist – vor allem seiner Frau, die ihn beständig beschimpft und verlacht. So ist bereits nach wenigen Seiten die Katastrophe abzusehen, aber traut man sie als Leser wirklich einem so wankelmütigen und schwachen Charakter wie Eyjólfur zu?

Was mir beim Lesen sehr geholfen hat, sind die Briefe, die der norwegische Bischof Holar an seinen König in Norwegen schickt. Die vielen nordischen Namen waren am Anfang doch recht verwirrend. Die Briefe erklären zum Glück sehr einfach, wer gegen wen warum kämpft und wer welche Interessen verfolgt. Zudem sind die Briefe stilistisch anders gestaltet als die Gedankenwelt der Isländer, was mir gut gefallen hat. Grundsätzlich ist der Stil einfach und klar gehalten, dabei aber sehr präzise, weswegen zumeist wenige Sätze ausreichen, um das Innere einer Figur zum Leben zu erwecken. Gelegentlich sind mir allerdings Wörter aufgefallen, die mir zu modern klangen, wie etwa „Lachnummer“. Ob das nur ein Problem der Übersetzung ist, kann ich nicht beurteilen. Die Suche nach einem klaren Protagonisten und seinem Antagonisten ist vergebens, denn sehr schnell wird deutlich, dass es hier kein gut oder böse gibt, sondern viele Schattierungen und jeweils ganz eigene Interessen und Sichtweisen der Figuren. Das Bild, das so von Island der Sturlungen-Zeit entsteht, ist vor allem durch Härte geprägt und dem Zwiespalt zwischen der Hoffnung auf Frieden und Einigkeit, aber auch von dem fortdauernden Wunsch nach Rache und Macht.

Was mit historischen Romanen möglich ist, zeigt Einár Karason mit seinem BuchVersöhnung und Groll eindrücklich. Durch einfache Mittel, wie etwa der Multiperspektivität und einem gekonnten dramaturgischen Bogen, setzt der Autor die zeitlosen Themen Rache, Sühne und Schuld gekonnt Szene. Obwohl der Roman (leider) nur 190 Seiten umfasst, kann sich der Autor deutlich von der Masse an historischen Romanen absetzen.

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Einar Karason wurde am 23. November 1955 in Reykjavík (Island) geboren.

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