Einar Karason Versöhnung und Groll

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Inhaltsangabe zu „Versöhnung und Groll“ von Einar Karason

Eine der kriegerischsten Zeiten Islands Island, Mitte des 13. Jahrhunderts, in einer der kriegerischsten Zeiten, die das Land je erlebt hat: Der heimtückische Mord an Snorri Sturlusson, dem berühmten Politiker und Dichter, Autor der Edda und der Egils-Saga, hat bürgerkriegsähnliche Zustände entfacht. Brutale Gewalt und zerstörerische Machtkämpfe bestimmen das Bild, zwei verfeindete Familienclans stehen sich unversöhnlich gegenüber. Island ist nunmehr gespalten, wird von der norwegischen Krone regiert. Da reicht einer der vormaligen Kriegstreiber, Gissur Thorvaldsson, dem Clan der Sturlungen die Hand zum Frieden. Eine Heirat zwischen den beiden Parteien soll den Pakt besiegeln, soll dem Land die Einheit geben und der Bevölkerung bessere Lebensbedingungen verschaffen. Aber nicht alle, die zur Hochzeit kommen, sind einverstanden mit diesem Plan ... Ausgezeichnet mit dem Isländischen Literaturpreis.

Zeitlose Themen hervorragend umgesetzt. Nur 190 Seiten, sticht aber dennoch aus der Masse der historischen Romane heraus.

— letusreadsomebooks
letusreadsomebooks

einar karason versteht es das island im 12.jahrhundert meisterhaft rüberzubringen,gut kein buch für mal so nebenbei,aber es lohnt sich

— eulenmama
eulenmama

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  • Zeitlose Themen, hervorragend umgesetzt

    Versöhnung und Groll
    letusreadsomebooks

    letusreadsomebooks

    12. September 2016 um 19:42

    Island im 13. Jahrhundert ist von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt, die kein Ende finden wollen. Der Mord an Snorri Sturlursson, dem Politiker und Dichter, Autor der Edda und Egils-Saga, hat für bürgerkriegsähnliche Verhältnisse gesorgt. Die Machtkämpfe zweier verfeindeter Familienclans haben zur Spaltung geführt. Nach dem Eingreifen des norwegischen Königs will Gissur Porvaldsson, einer der Anführer, seinen Feinden, dem Clan der Sturlungen, die Hand zu Frieden reichen. Durch eine Heirat soll der Frieden besiegelt werden, doch nicht alle sind von der Idee überzeugt. Für seinen historischen Roman Versöhnung und Groll geht der isländische Autor zurück in die sogenannte Sturlungen-Zeit. Die Geschehnisse dieser Zeit wurden in der Sturlungen-Saga festgehalten und die Autoren waren selber Zeugen der heftigen Auseinandersetzungen dieser Epoche. Die Ausgangslage zu Beginn des Romans ist einfach und klar: auf der einen Seite Gissur, der Anführer seines Clans und auf der anderen Seite die Sturlungen, die sich ohne Rücksicht bekriegen und jeden Racheakt mit erneuter Rache beantworten. Die Form, die der Autor Einar Kárason für seinen historischen Roman wählt, ist eher ungewöhnlich. Das recht kurze Buch (190 Seiten) besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die aus der Sicht der beteiligten Personen geschildert werden. Diese Darstellungen haben mich an Tagebucheinträge erinnert. Dabei hält der Autor sich nicht lange mit Beschreibungen auf, sondern taucht direkt in die Gedanken- und Gefühlswelt der Figuren ein, wodurch sich bei mir das Gefühl einer Unmittelbarkeit der Handlung eingestellt hat. Was ich sehr reizvoll finde, ist, dass die Charakterisierung der Protagonisten immer durch die Perspektive eines anderen Charakters erfolgt. Neben Gissur kommen verschiedene führende Mitglieder der Sturlungen-Familie zu Wort, sowie weitere Angehörige, Mägde, Bauern und einfache Krieger. Diese vielen Perspektiven sorgen dafür, dass der Leser häufig mehr weiß als die Figuren, was gerade das Ende sehr spannend macht. Das Denken der meisten Personen schwankt zwischen der Sehnsucht nach Frieden und dem immer weiter währenden Wunsch nach Rache: „Kolbeinn, ich weiß, wie wütend dich das macht. Und ich verspreche dir, wenn sich irgendwann eine Gelegenheit ergibt, an den Dreckskerlen Rache zu nehmen, die unseren Bruder Björn Kaegill geköpft haben, wird uns nichts aufhalten.“ „Und wenn wir nicht zu dieser Hochzeitsfeier nach Flugumýri gehen und stattdessen mit unseren Männern auf eine Gelegenheit warten, Gissur anzugreifen?“, fragte ich. „Diese Zeiten sind vorbei, mein Bruder, du hast doch diese wunderschöne Braut und ihren Bräutigam gesehen, wie sie den ganzen Tag da gesessen und Händchen gehalten haben. Gissur anzugreifen wäre ein Angriff auf sie. Und da mache ich nicht mit.“ Die tragischste Figur ist Eyjólfur. Er ist verheiratet mit einer der Töchter des ermordeten Snorri und kämpft sein Leben lang um Anerkennung. Doch die wird ihm von seiner Frau und den anderen Männern immer verwehrt. In Alpträumen wird er von abgeschlagenen Köpfen und Hunden verfolgt, versinkt in Schwermut und versteckt sich tagelang im Bett. Doch eigentlich will er ein Held sein und allen zeigen wie tapfer und stark er eigentlich ist – vor allem seiner Frau, die ihn beständig beschimpft und verlacht. So ist bereits nach wenigen Seiten die Katastrophe abzusehen, aber traut man sie als Leser wirklich einem so wankelmütigen und schwachen Charakter wie Eyjólfur zu? Was mir beim Lesen sehr geholfen hat, sind die Briefe, die der norwegische Bischof Holar an seinen König in Norwegen schickt. Die vielen nordischen Namen waren am Anfang doch recht verwirrend. Die Briefe erklären zum Glück sehr einfach, wer gegen wen warum kämpft und wer welche Interessen verfolgt. Zudem sind die Briefe stilistisch anders gestaltet als die Gedankenwelt der Isländer, was mir gut gefallen hat. Grundsätzlich ist der Stil einfach und klar gehalten, dabei aber sehr präzise, weswegen zumeist wenige Sätze ausreichen, um das Innere einer Figur zum Leben zu erwecken. Gelegentlich sind mir allerdings Wörter aufgefallen, die mir zu modern klangen, wie etwa „Lachnummer“. Ob das nur ein Problem der Übersetzung ist, kann ich nicht beurteilen. Die Suche nach einem klaren Protagonisten und seinem Antagonisten ist vergebens, denn sehr schnell wird deutlich, dass es hier kein gut oder böse gibt, sondern viele Schattierungen und jeweils ganz eigene Interessen und Sichtweisen der Figuren. Das Bild, das so von Island der Sturlungen-Zeit entsteht, ist vor allem durch Härte geprägt und dem Zwiespalt zwischen der Hoffnung auf Frieden und Einigkeit, aber auch von dem fortdauernden Wunsch nach Rache und Macht. Was mit historischen Romanen möglich ist, zeigt Einár Karason mit seinem BuchVersöhnung und Groll eindrücklich. Durch einfache Mittel, wie etwa der Multiperspektivität und einem gekonnten dramaturgischen Bogen, setzt der Autor die zeitlosen Themen Rache, Sühne und Schuld gekonnt Szene. Obwohl der Roman (leider) nur 190 Seiten umfasst, kann sich der Autor deutlich von der Masse an historischen Romanen absetzen.

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  • Rezension zu "Versöhnung und Groll" von Einar Karason

    Versöhnung und Groll
    savanna

    savanna

    14. April 2011 um 22:35

    Die Siedlungsgeschichte Islands wird gern direkt mit den kriegerischen Wikingern in Verbindung gebracht. Die Nordmänner und ihre Nachfahren galten als gewalttätig und stolz. So ist es wenig verwunderlich, dass bis ins 13. Jahrhundert hinein das Kräftemessen herrschender Familien untereinander von Intrigen und Gewalttaten begleitet wird. Mit „Versöhnung und Groll“ hat sich der isländische Autor Einar Kárason nun schon zum zweiten Mal intensiv den alten Chroniken seiner Heimatinsel zugewandt. Im Mittelpunkt dieses historisch basierten Romans steht der letzte isländische Bürgerkrieg, dessen Ablauf und Folgen bis heute in den isländischen Sagas zu finden sind. Die Familie der Sturlungen gehört Mitte des 13. Jahrhunderts zu den einflussreichsten Clans Islands, steht jedoch in offener Feindschaft mit Gissur Porvaldsson und seinen Anhängern. Über weite Regionen Islands wird ein Ruf nach Rache laut, als der beliebte Politiker und Dichter Snorri Sturlusson ermordet wird. In Machtkämpfen verstrickt stehen sich alsbald zwei unbeugsame Familienclans gegenüber, die das Mächteverhältnis Islands über Jahre hinweg entscheidend bestimmen. Da Island zu dieser Zeit der norwegischen Krone untersteht, wird selbst vom fernen Norwegen aus diskutiert, wie die Streitigkeiten friedlich nieder gelegt werden könnten. Ein Friedensangebot geht schließlich von Gissur aus, der seinen Sohn Hallur mit Ingibjörg, einer der Töchter der Sturlungen verheiraten möchte. Dieser Bund soll das Ende der kriegerischen Handlungen einleiten und die beiden Familien auf lange Zeit friedlich stimmen. Das Fest jedoch, welches zur Hochzeit auf Grissurs Hof ausgerichtet wird, zeigt, dass nicht alle Gäste die friedlichen Absichten teilen. Kárason hat sich mit „Versöhnung und Groll“ für wiederholte Perspektivenwechsel entschieden. So hat der Leser die Chance, von den individuellen Beweggründen aus der Sicht beider Familienclans zu erfahren. Dabei kommen sowohl die agierenden Männer, als auch die reagierenden Frauen der Familien zu Wort. Selbst Reisende zwischen Island und Norwegen und amtierende Kirchenvorsteher erhalten so als historische Personen eine Stimme. „Versöhnung und Groll“ lebt von historischen Fakten und charakterlichen Studien. Kárason erhielt für dieses intensiv recherchierte und sprachlich wunderbar aufgearbeitet Werk bereits den Isländischen Literaturpreis. Diese Neuerscheinung reiht sich übrigens ein in eine ganze Liste isländischer Werke, die im Rahmen der diesjährigen Initiative ‘Sagenhaftes Island’ die Literatur der nordischen Insel auch auf dem Deutschen Büchermarkt noch bekannter machen möchte.

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  • Rezension zu "Versöhnung und Groll" von Einar Karason

    Versöhnung und Groll
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    28. February 2011 um 16:46

    Einar Kárason – Versöhnung und Groll Rache und Kampf Duridur Sturludottor wartet seit Jahren, seitdem sie ein Kind war, darauf, dass jemand den Tod ihres Vaters rächt, der einen schmählichen, nicht ehrenhaften Tod bei einer großen Schlacht gefunden hatte. Die Feinde hatten den wehrlos verwundeten wie ein Tier abgeschlachtet. Sie will Rache an Gissur und eine gute Verheiratung ist damals, im 13. Jahrhundert, für eine Frau ein wichtiger Schritt, um Einfluss nehmen zu können. Gissur, einer der wichtigsten Anführer im Island jener Zeit, der sich vor allem auf die Unterstützung des Süden Islands stützen kann, sinnt auf Frieden nach Jahren des grausamen Bürgerkrieges, der das Land, vor allem aber die einfachen Einwohner des Landes an den Rand völliger Erschöpfung geführt haben. Auch dieser Krieg selbst war intensiv von Rache motiviert gewesen, eine der angesehenen Persönlichkeiten Islands, Snorri Sturlusson, war heimtückisch ermordet worden. Wie immer aber liegen noch mehr und verdeckte Interessen im Hintergrund all dieser Kämpfe. Machtstreben, Eitelkeiten, traditionelle Feindschaften, die nur auf einen Funken warten, um offen auszubrechen, Intrigen und heimliche Verbindungen. Verschiedene Kräfte ringen somit um die Vorherrschaft im Land und um ihre persönlichen Genugtuungen. Regiert wird von Norwegen aus und König Hakon lässt sich vom Bischof von Holar berichten, wie die Verhältnisse stehen. Das tut übrigens auch dem Leser ganz gut in dieser Ansammlung von Ränken, fremdartig anmutenden Namen und zunächst verwirrenden gegenseitigen Verflechtungen der Protagonisten. Aus seinem Bericht geht deutlich hervor, dass jeder der Beteiligten seine ganz eigenen Interessen verfolgt und nur sicher zu sein scheint, dass keiner der führenden Männer Islands begeistert ist, aus dem fernen Norwegen regiert zu werden. Der Versuch Gissurs, durch eine Heirat Frieden zu schaffen und die Kräfte des Landes wieder zu einen steht somit unter einem schlechten Stern und, in Person von Dorsteinn Grenja, auch einem Gegner gegenüber, der keine Skrupel kennt und nicht auf die Kräfte der Diplomatie setzt, sondern seine Interessen mit reiner Gewalt durchzusetzen gedenkt. In der Form erzählt Einar Kárason seine Geschichte aus der ständig wechselnden Perspektive seiner vielfachen Figuren und schafft so eine ganz eigene Atmosphäre, die dem Leser immer einen Vorsprung der Ereignisse eröffnet. Die eigentlichen Ziele der Figuren, ihre Verbindungen, Ränke, Strategien und Beweggründe liegen offen vor den Augen, ohne dass den anderen Protagonisten darüber Klarheit herrschen würde. In einfachen, klaren und präzisen Sätzen folgt Kárason den Ereignissen so intensiv auch auf der inneren Ebene seiner Figuren und versteht es meisterhaft, damit diesen Figuren Leben zu geben. Schattierungen, die es schwer machen, einfache Schwarz-Weiß Schemen oder Unterteilungen in vordergründiges Gut und Böse vorzunehmen. Jede der Figuren hat ihre eigenen und, aus ihrer Sicht, durchaus verständlichen Haltungen, die letztendlich nicht überwunden werden können und im Gegeneinander verharren. Mit einer originären Geschichte, in nicht alltäglicher Form erzählt, gelingt Einar Kárason einerseits ein Blick auf ein fast völlig unbekanntes Stück isländischer Geschichte aus dem späten Mittelalter und eine Darstellung von Figuren und Persönlichkeiten, die zeitlos vor Augen führen, wie Menschen durch Verletzungen, Machthunger, alte Feindschaften maßgeblich bestimmt werden. Ein sprachliches und inhaltliches Leseerlebnis von hoher Qualität.

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