Einar Mar Gudmundsson Engel des Universums

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Inhaltsangabe zu „Engel des Universums“ von Einar Mar Gudmundsson

Über die schmale Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit Páll verlebt eine unbeschwerte Kindheit in Reykjavík. Doch in der Schule wird er von Kopfschmerzen heimgesucht. Schließlich wechselt er an eine Kunstschule und begegnet dort Van Gogh und Gaugin; ihnen fühlt er sich näher als seinen Mitmenschen. Langsam verschieben sich die Grenzen, Páll wird in die Nervenheilanstalt Kleppur eingeliefert – und stellt fest, dass er nur einer von vielen Verrückten ist. Einar Már Gudmundsson, einer der größten Dichter der isländischen Literatur, hat die tragische Geschichte seines geisteskranken Bruders zu einem aufsehenerregenden Roman verarbeitet, der irrsinnig komisch und zugleich zutiefst berührend ist. Ausgezeichnet mit dem Preis des Nordischen Rates.

bemerkenswerte Episoden aus dem Leben seines Bruders

— efell
efell

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  • Der Sinn im Wahnsinn

    Engel des Universums
    Ambermoon

    Ambermoon

    10. April 2017 um 09:56

    Geboren wurde Páll am 30. März 1949 in Reykjavik, an dem Tag, als Island in die Nato eintrat und noch niemand ahnte, daß Páll eines Tages verrückt werden würde. Páll wächst in einer Kellerwohnung auf und verlebt eine scheinbar ungetrübte Kindheit, in der Kleppur, die Irrenanstalt, jedoch bereits wie ein Leitmotiv immer gegenwärtig ist. Erst auf dem Gymnasium beginnen die Schwierigkeiten, als er die Ausbildung wegen dauernder Kopfschmerzen abbrechen muss und auf die Kunstschule wechselt. Eines Tages verwandelt er sein Zimmer in eine Arche, und da er schon längst davon überzeugt ist, die Nachbarsfrau sei scharf auf ihn, bietet er ihr an, sie bei der kommenden Sintflut zu retten. Er landet in Kleppur, wo man ihn mit Spritzen ruhigstellt, wenn er wieder einmal meint, er sei Gauguin oder van Gogh oder beide zugleich.Einar Már Gudmundsson hat die tragische Geschichte seines geisteskranken Bruders zu einem aufsehenerregenden Roman verarbeitet...(Klappentext)                                       -------------------------------------------Der Autor schafft es gekonnt den schleichenden Weg der Schizophrenie aus der Sicht eines Erkrankten zu beschreiben und zwar aus der Sicht seines bereits verstorbenen Bruders. Daher enthält dieser Roman zum Teil auch autobiographische Züge des Autors, da er Selbsterlebtes einbringt.Er erzählt wie aus einem normalen und aufgewecktem Jungen ein aggressiver und verängstigter Erwachsener mit Schizophrenie wird.Man spürt die Ängste und innere Zerrissenheit, durchlebt mit dem Protagonisten die stätig wachsende Paranoia, den Gang durch die Dunkelheit und den Nebel zwischen Realität und Wahn, inklusive Filmrisse und taucht ein in seine wirre Gedankenwelt. Man begleitet ihn durch seine Jugend bis hin zu seinen Aufenthalten in der Nervenheilanstalt und lernt Freunde und Mitpatienten kennen.Der Schreibstil ist flüssig und trotz der Thematik manchmal fast schon poetisch. Zusätzlich enthält dieser Roman malerische Beschreibungen Islands zur Zeit der Modernisierung, sowie der damaligen isländischen Lebensweise und der isländischen Bewohner.Leider kommt es manchmal zu einer sehr sprunghaften Erzählweise zwischen den Jugendjahren und den des erwachsenen Páll, was den Lesefluß etwas holprig werden lässt. Dies bessert sich jedoch im Verlauf.Aufgrund der Thematik ist dieser Roman zwar bedrückend, enthält aber auch Szenen die einen schmunzeln lassen. Zudem zeigt sich hier wie schmal der Grat zwischen Normalität und Wahnsinn eigentlich ist und das so mancher Irre normaler ist, als so einige die sich außerhalb einer solchen Anstalt bewegen.Fazit:Ein Roman der einem Einblicke in die Gedankenwelt eines Schizophrenen gewährt. Genauso bedrückend und verstörend, wie auch poetisch und malerisch, der mich begeistert und nachdenklich zurücklässt.Hierfür gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung.

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  • Der große Bruder

    Engel des Universums
    efell

    efell

    21. October 2016 um 15:05

    Sehr einfühlsam erzählt, wenn auch der Inhalt und die Situationen sehr schwierig sind. Dem Autor ist es gut gelungen, eine Normaliät in dieser Realität herzustellen, mit den vielen wertfreien, gefühlvollen Schilderungen seines Bruders in seiner Welt.Schon auf der ersten Seite merkte ich, dass dies ein ganz anderes, besonderes Buch ist, kein Abenteuer...Roman, keine lockere Familiengeschichte sondern die Auseinandersetzung mit einer Krankheit.

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  • Rezension zu "Engel des Universums" von Einar Mar Gudmundsson

    Engel des Universums
    Thora

    Thora

    24. October 2008 um 00:42

    Es ist ein Roman mit autobiographischen Zügen - der Autor hat ihn seinem geisteskranken Bruder gewidmet. Der Hauptprotagonist Páll erzählt seine Lebensgeschichte. Er war ein gewöhnlicher Junge, der seine Kindheit in einer Kellerwohnung in Reykjavík verlebt. Mit seinen Freunden spielt er auf den Straßen, oft unweit der Irrenanstalt Kleppur. Er vermutet nicht, dass sie später mal sein Zuhause sein wird. Als er unter schlimmen Kopfschmerzen anfängt zu leiden, fängt sein Weg dahin an. Er ist bereits im Gymnasium, studiert dann auf der Kunstakademie und fängt an sich selbst für Van Gogh und Gauguin zu halten. Der Kranke erzählt von seinen Gedanken, Erlebnissen, Gefühlen, beschreibt seine Freunde aus der Anstalt und schließlich auch seine Versuche ein neues Leben außerhalb der Anstalt anzufangen. Guðmundsson erzählt sehr poetisch nachdenklich um dann in knappe Sätze überzugehen. Er stellt viele Fragen, sucht die Grenze zwischen der Normalität und dem Wahnsinn. Er versucht dem Leser zu zeigen, wie dünn die Grenze ist. Gleichzeitig beschreibt er Reykjavík, seine Straßen und Viertel, seine Bewohner und Gebäude. Es ist ein interessantes, tiefgründiges Buch, das den Leser zum Nachdenken bringt.

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