Einar Turkowski Es war finster und merkwürdig still

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Inhaltsangabe zu „Es war finster und merkwürdig still“ von Einar Turkowski

-Ausgezeichnet mit Grand Prix der 21. Biennale der Illustration Bratislava 2007 -Troisdorfer Bilderbuchpreis 2007 -Ausgezeichnet mit dem "Lesepeter Bilderbuch" von der AJuM In aller Stille landet ein Mann an einem Strand. Er bezieht ein altes Gebäude, stellt Stangen auf, spannt Leinen, und bald schon hängen Fische daran. Die Stadtbewohner hinter den Dünen beobachten ihn von ferne. Als der Mann zu ihnen kommt, um prachtvolle Fische anzubieten, verstecken sie sich in ihren Häusern. Doch kaum ist er weg, bespitzeln sie ihn wieder mit Fernrohren und unglaublichen Konstruktionen. Endlich ist eines klar: Der Mann fängt Wolken ein und lässt sie abregnen. Die Leute machen es ihm nach - erfolglos. Das Misstrauen wächst, der Mann soll verjagt werden. Als die aufgebrachte Menge in sein Haus kommt, ist er längst abgereist. Da versuchen die Leute erneut, die Wolken einzufangen, und merken nicht, dass ein Sturm aufkommt… Irgendwo, an einer Küste, geht ein Mann an Land. Er stellt Stangen auf, spannt Leinen und wird sich wundern über seinen Fang. Ein Bilderbuch, das auf große Illustrationstraditionen zurückgreift und zugleich in einer genialen Bleistifttechnik etwas völlig Neues schafft: eine surreale Bildwelt, akribisch in der Fantasie und einmalig in der hyperpräzisen Skurrilität.

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    Es war finster und merkwürdig still
    goat

    goat

    10. April 2013 um 21:02

    Das im Atlantis Verlag erschienene Werk von Einar Turkowski umfasst gerade mal 24 Seiten. Das einzig Farbige an dem Buch ist eine durchgängige rote Leine, die sich über den gesamten Buchdeckel zieht. Dass es sich hier um ein Kinderbuch mit einer Altersempfehlung ab fünf Jahren handelt, erschien mir zunächst unverständlich. Aber wer sagt, dass Kinderbücher immer bunt sein müssen und immer nur fröhliche Geschichten erzählen dürfen? Warum kann ein Kinderbuch nicht auch die dunkle Seite des Lebens "beleuchten"? Der Erfolg gibt Einar Turkowski recht: im Dezember 2005 bekam "Es war finster und merkwürdig still" den Lese-Peter - eine Literaturauszeichnung der Kinder- und Jugendliteratur. Im Jahr 2006 gewann es den zweiten Preis beim 16. Troisdorfer Bilderbuchpreis. 2007 wurde Einar Turkowski mit dem Grand Prix der Internationalen Biennale der Illustration ausgezeichnet. 2009 gewann er den Grand Prix des 45. Golden Pen of Belgrade mit seinem Buch "Mondblume". Der 1972 in Kiel geborene Illustrator hat für dieses Buch nicht nur sämtliche Zeichnungen gefertigt, sondern auch noch die sehr eindrucksvolle Geschichte verfasst. In dieser Geschichte, die an der Küste spielt, geht es um einen geheimnisvollen Fremden, der an einem finsteren Herbsttag sein Schiff auf eine Sandbank treiben lässt und dort festmacht. Er bezieht ein verlassenes Haus in den Dünen. Die Menschen in der kleinen Stadt hinter den Dünen sind sich sofort sicher, dass mit diesem fremden Mann etwas nicht stimmen kann. Niemand weiß, wer er ist, woher er kommt, noch was er in der eingeschworenen Küstengemeinschaft zu suchen hat. Die merkwürdigen Dinge, die alsbald um dieses Häuschen drum zu geschehen, lässt die Bewohner misstrauisch werden. Stäbe mit allerlei Sonderbarem darauf ragen plötzlich aus der Erde und früh morgens stecken mindestens ein Dutzend Fische mit den Köpfen im Boden oder hängen aufgereiht an einer Wäscheleine. Doch keiner der Städter traut sich, den Fremden aufzusuchen und ihn zu fragen, was er dort macht. Stattdessen beziehen sie Posten, um ihn rund um die Uhr zu beobachten und hinter sein Geheimnis zu kommen. Mit Vermutungen sind sie schnell bei der Hand und unterstellen dem Mann so einiges. Die einen meinen, seine Frau sei ihm weggelaufen und er hätte den Verstand verloren, andere wiederum sind davon überzeugt, dass es sich um einen Wissenschaftler handelt, der gefährliche Experimente macht. Als der Mann eines Tages mit einem Korb voll schönster Fische in die Stadt kommt, um sie zu verkaufen, drehen sie ihm übel gelaunt den Rücken zu. Eines Tages jedoch kommt ein Bewohner endlich hinter das Geheimnis der Fische: Der Sonderling fängt mithilfe einer Seilharpune die Wolken und bindet diese mit Seilen über seinem Haus fest. Der morgendliche Wind sorgt dafür, dass die Wolken abregnen und der Fremde muss nur noch aufsammeln, was auf den Boden fällt. Die Gegenstände kommen zum Trocknen auf die Stäbe und die Fische werden, nachdem sie sorgfältig geputzt worden sind, auf die Leine gehängt. Von diesem Tag an ersetzt der Neid die Neugier der Bewohner. Der Fremde ist nicht länger interessant für sie - viel zu sehr sind sie damit beschäftigt, sich darüber zu ärgern, dass sie nicht selbst auf die Idee mit den Wolken gekommen sind. Um sich das lohnende Geschäft mit dem Fisch nicht entgehen zu lassen, binden sie von nun an alle Wolken, die sie kriegen können, über den Dächern ihrer Stadt fest. Doch während es über dem Haus in den Dünen weiterhin Fische regnet, ernten die Städter nicht einen einzigen Fisch. In ihrer maßlosen Verärgerung wenden sich die Leute an den Stadtrat und beschließen in einer Versammlung: Dieser Mann muss weg! Der nicht beantragte Gewerbeschein und die somit nichtige Aufenthaltsberechtigung des Fremden geben ihnen recht - die Fische können nur den Bewohnern allein gehören. Ein Schriftstück wurde aufgesetzt, welches besagte, dass der Fremde sein Haus in den Dünen mit sofortiger Wirkung zu verlassen habe. Doch als dieses Schriftstück zugestellt werden soll, müssen sie feststellen, dass der Fremde bereits fort ist. Eilig beziehen die Städter das Haus in den Dünen und streiten um die besten Plätze für die Haken, Netze und Fangleinen. Jede vorbeiziehende Wolke wird an die Leine gelegt, doch keine Einzige von ihnen lässt es regnen. Stattdessen braut sich ein Unwetter zusammen, weil die nachfolgenden Wolken an den festgebundenen nicht vorbeikommen und sich auftürmen. Immer heftiger streiten die Städter, sodass keiner von ihnen bemerkt, was geschieht. Und plötzlich ergreift ein mächtiger Windstoß das Haus mit samt seinen Insassen und trägt es fort. Noch in der Ferne ist das Schimpfen und Jammern der unzufriedenen Leute zu hören. Und irgendwann ist dann der Sturm vorüber und Stille tritt ein ... Turkowski hat ein wundervolles Buch über einen sonderbaren Einzelgänger geschrieben, der mit voller Wucht erfahren muss, dass "Anderssein" in dieser Welt nicht akzeptiert wird und jeder Erfolg von Neid und Missgunst begleitet wird. Auch wenn das Buch von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen gelesen werden kann, finde ich die Leseempfehlung ab fünf Jahre etwas zu niedrig angesetzt. Hier sollten Eltern die Geschichte mit ihren Kindern gemeinsam erarbeiten, was mithilfe der Zeichnungen auch kein Problem darstellen sollte, denn gerade hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Auf der Homepage Turkowskis gibt es einige Zeichnungen zu sehen. Interessant finde ich die Informationen, dass für die Erstellung aller Zeichnungen in diesem Buch 400 Bleistiftminen verbraucht wurden und die Dauer der Herstellung des Buches drei Jahre in Anspruch nahm. Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen und hat jede Auszeichnung mehr als verdient. Ich habe dieses Buch zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen, von einem Menschen, in dem ich auch ein wenig von dem Wolkenfischer wiederfinde. Genau, wie auch ich mich in diesem Buch wiederfinde, wird sich jeder Mensch wahrscheinlich dort erkennen können. Ob nun die eine oder die andere Seite, bleibt jedem selber überlassen, denn der Klappentext beschreibt es schon ganz treffend: Die Geschichte eines Sonderlings. Oder sind eher die anderen Leute sonderbar??? Mir hat das Buch viel Freude bereitet und ich kann es guten Gewissens weiterempfehlen. Aus diesem Grund vergebe ich fünf Sterne für "Es war finster und merkwürdig still".

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