Ela Angerer Bis ich 21 war

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Lovelybooks Bewertung

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Inhaltsangabe zu „Bis ich 21 war“ von Ela Angerer

Eine Mutter, die lieber am anderen Ende der Welt mit Omar Sharif Bridge spielt. Ein Vater, der seine Tochter zu hässlich findet, um sich mit ihr auf der Straße zu zeigen. Das ist die Situation der Ich-Erzählerin, und die verschärft sich noch, als die Mutter den Vater für einen Multimillionär verlässt. Die Eltern sind abwesend, das Personal hilflos. Mit dreizehn beginnt das Mädchen eine Affäre mit einer jungen Krankenschwester und nimmt Drogen. Das fällt sogar den Eltern auf - die Tochter kommt ins Internat und lernt dort, dass es das Böse wirklich gibt. Ela Angerer erzählt in ihrem autobiographischen Roman vom Ungeheuerlichen, das einem Kind widerfahren kann, schonungslos, offen und eindringlich.

Schockierend und einfach nur traurig

— dieFlo
dieFlo

Ein erschreckendes ehrliches Buch, brillant zu lesen!

— Sophiiie
Sophiiie

Konstante, berührende Geschichte. Nicht Weltbewegend aber Interessant.

— jana_confused
jana_confused

Interessant, spannend und bunt, ohne jemals zu klischeehaft zu werden - auch wenn der Klappentext dem Roman nicht gerecht wird.

— lamarie_books
lamarie_books

Eine interessante Geschichte über ein namenloses Mädchen, aufgrund des Klappentextes hatte ich jedoch Schlimmeres erwartet.

— LeseBlick
LeseBlick

Ein Leben in Saus und Braus ist nicht immer beneidenswert - wenn nämlich wie hier das Sausen und Brausen nur die materielle Seite betrifft!

— TochterAlice
TochterAlice

Brutal ehrlich. Ein anspruchsvolles Buch, das den Leser nicht schont. Sicherlich nicht für Jedermann.

— leselea
leselea

Ein fesselndes Buch, welches einem den Atem raubt!

— MiraBerlin
MiraBerlin

Man spürte die Kraft der Protagonistin, die sich eisern durch die Steine, die ihr in den Weg gelegt werden, durchsetzt.

— inflagrantibooks
inflagrantibooks

eine Geschichte mit Tiefgang, die wirkt, als wäre sie eine einzige, erschütternde Beichte... Absolut lesenswert!

— Marjuvin
Marjuvin

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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  • Bis ich 21 war | Rezension vivreavecdeslivres

    Bis ich 21 war
    vivreavecdeslivres

    vivreavecdeslivres

    06. March 2017 um 21:01

    Von 'Bis ich 21 war' habe ich viel erwartet. Die Geschichte hört sich nicht nur spannend an, sondern das ganze Drumherum scheint interessant - dass alles eine Autobiographie ist, die Erfahrungen der Autorin, die Form, wie das Buch in zwei Teil geteilt ist. Irgendwie fühlte sich das Buch anders an, als andere Bücher.Und es war tatsächlich anders, aber anders als ich erwartet habe. Leider kann ich fast nicht aufhören, Kritikpunkte zu finden und Details zu bemängeln. Das Buch begann zwar ziemlich gut, anfangs wollte ich mich in das Buch stürzen und habe die ersten 100 Seiten innerhalb kürzester Zeit gelesen, dann jedoch ging es langsam voran, weil es schlechter wurde. Schon zum Ende des ersten Teils hin, der ein bisschen kürzer ist als der folgende, verleidete mir das Buch, der Schreibstil, die Geschichte und so ziemlich alles andere. Und die nächsten 100 Seiten brauchten mehr als 2 Wochen, um von mir gelesen zu werden. Normalerweise, und das wisst ihr, fällt es mir schwer, ein Buch mit autobiographischen Elementen schlecht zu besprechen. Jedoch nahm ich Ela Angerer diese Bruchteile nicht ab, da sie so klischeehaft wie aus einem Lehrbuch über die Nachkriegszeit und verwöhnten Neureichen erzählt. Ein Bündel frischer Geldscheine auf Knopfdruck aus der Hosentasche gezogen und der Tochter hingestreckt, wenn sie mal nicht so will. Auf Internate - weg - geschickt. Die Tochter selbst stürzt sich in Drogen und probiert alles, wirklich alles aus. Alles kennt man schon, und doch scheint uns das Buch neu lehren zu wollen, indem alles überspitzt dargestellt wird. Ganz einfach, es ist 'over the top'. Vielleicht, hofft man dann, ich zumindest, macht der Schreibstil dies dann wieder wett. Tut er aber nicht. Er ist nüchtern und gespickt voller kleinen Ausdrücke, die absolut komisch waren und mich das Buch geschockt, Tränen lachend und einfach verwirrt sinken liessen - meistens befand ich dann, für den Tag genug gelesen zu haben. Das Buch hat ja nur 200 Seiten, und wenn ich euch dann dafür abraten kann, dann lese ich es auch durch. Es war aber keine einfache Reise, obwohl die Schilderung dafür umso einfacher waren.Mir fehlte auch eine gewisse Distanz, mit der die Erlebnisse angeschaut werden. Aber eben, es wird schlicht erzählt und dies auf keine ergreifende Weise, sondern eher gelangweilt wie in einem Schulaufsatz, der nicht unbedingt für seine Originalität oder für den Ausdruck von der Lehrperson hochgelobt werden könnte. So wird vollkommen emotionslos erzählt und ohne irgendwelche Gemütszustände auszudrücken. Weder kritisiert noch gross hinterfragt wird dabei, was mich ein bisschen traurig stimmt. Natürlich drückt das ganze Buch eine gewisse Kritik an sich selbst, an ihrer Jugend aus, dennoch finde ich wenige Passagen, in denen Ela Angerer wirklich rüberbringen konnte, was sie vermeintlich meinte. Anscheinend versuchte sie dies durch Übertreibung auszuglätten, was meiner Meinung nach ein Schlag ins Leere war. Deswegen kann ich euch das Buch leider nicht wirklich empfehlen.www.wonderful-ne-books.blogspot.de

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  • Bis ich 21 war

    Bis ich 21 war
    Minnie

    Minnie

    29. September 2015 um 18:01

    Ein autobiografischer Roman über ein junges Mädchen das in ihrer eigenen Welt erwachsen wird. Sie wird von ihren Eltern nicht geliebt und lebt nach der Trennung bei der Mutter, diese beschäftigt sich aber mehr mit ihrem reichen Liebhaber als um ihre Tochter und dessen Gefühlswelt. Denn als es ihr zuviel wird, schiebt sie ihre Tochter in ein Internat ab. Ich persönlich fand das Buch interessant, aber ich hatte einwenig Probleme beim lesen und verstehen. Es wird aus der Sicht des Mädchen geschrieben, dessen Namen man nicht erfährt, sie lässt uns in ihre Sicht des Lebens eintauchen.

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  • BIS ICH 21 WAR - EIN MÄDCHEN IN EINEM SCHLOSS

    Bis ich 21 war
    BuecherFeenkiste

    BuecherFeenkiste

    INHALT: EIN MÄDCHEN, DAS IN EINER WELT VON NEUREICHEN, PARVENÜS UND PSYCHOPILLEN AUFWÄCHST, SPÜRT SICH SELBST NUR IM ÜBERSCHREITEN ALLER GRENZEN - EIN ATEMBERAUBENDES DEBÜT. Eine Mutter, die lieber am anderen Ende der Welt mit Omar Sharif Bridge spielt. Ein Vater, der seine Tochter zu hässlich findet, um sich mit ihr auf der Strasse zu zeigen. Das ist die Situation der Ich-Erzählerin, und die verschärft sich noch, als die Mutter den Vater für einen französischen Multimillionär verlässt. Die Eltern sind meist abwesend, das Personal hilflos. Mit dreizehn beginnnt das Mädchen eine Affäre mit einer jungen Krankenschwester und nimmt alles an Drogen,  was zu bekommen ist. Das fällt irgendwann sogar den Eltern auf - die Tochter wird ins Internat gesteckt und lernt dort, dass es das Böse wirklich gibt. Autorin: Ela Angerer erzählt in ihrem autobiografischen Roman vom Ungeheuerlichen, das einem Kind widerfahren kann, schonungslos, offen und eindringlich. Die Wienerin Ela Angerer überrascht mit ihrem autobiografischen Debütroman über ihre Kindheit, was aber auch nicht alles von ihr erlebt wurde, aber das meiste von allem wurde erlebt! Cover: Das Cover ist absolut schön, und ich glaube sogar, dass das ein Bild - Foto von Ela Angerer sein kann, wo sie in ihren jungen Jahren sehr schön zeigt, wie hübsch sie ist. Es zeigt ihr inneres Leben - Liebe - nach der sie sich so sehr gesehnt hat, und nie von der Umgebung, ihrer Eltern, Internat usw. erhalten hat.  Besonders gefällt mir die Seifenblase auf dem Cover, was sehr gut zum Inhalt des Buches passt, genauso die Schrift und der Text des Buches. Ich liebe das Cover, den Buchrücken in Rot - in der Farbe der Liebe gehalten. Meine Meinung: Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr, teilweise sehr sarkastisch, aber definitiv sehr schön und lehrreich. Es gibt "keine Kapitel", was mich Anfangs ein wenig verwirrt zurück gelassen hat, sowie, wie heisst denn die Protagonistin - ich habe sie für mich einfach Ela getauft, denn es wurde in der Ich-Perspektive, der Protagonistin beschrieben. So kam ich sehr gut mit dem Buch klar, auch ohne Kapitel. Ich habe mir das Foto von Ela einfach immer vor Augen gehalten. Was für eine Jugend, in welchem Milieu, schon als sehr kleines Kind, musste Ela sich alles mit ansehen, es gab Millionen, ein Schloss, Angestellte in allen Bereichen, Bedienstete. Wo sich Ela in Drogen flüchtete und sich in farbige Stimmungen flüchtete, wie farbige Luftblasen, die man in die Lüfte blasen kann. Sie macht sich  Mischungen mit Psychopillen, (die in grossen Dosen vorhanden waren) und mischte diese für sich und ihre Freundinnen. Was für eine Jugend, keine Liebe, keine Zuneigung, kein Verständnis....! Alles spielt sich in den siebziger Jahren ab! Die Mutter zieht in ein "Vorarlberger Schloss " wo sie zum 2. Mann - dem Cadillacfahrer zieht. Viele Reisen, viel Feiern, nur wo sind die Gefühle der Ela gegenüber geblieben ( den Kindern) ? Die Kinder werden vernachlässigt und ignoriert! Niemand nimmt die Drogenexperimente mit Alkohol & Pillen von Ela war. Ela muss in ein Internat, auf Wiener Ausflügen nehmen ihre Drogenexzessen zu! Internat - was war das denn für ein Internat, schlechter könnte keines mehr sein, ( mit schlechtem Essen, miese Lehrer, ausgrenzende Mitschülerinnen), die Englischprofessorin, nimmt sie ernst. Genauso eine unerwartete (Liebes) Beziehung zu einer Mitschülerin. Irene, was man ja, (Die Friedliche) nennt, gab Ela wunderschöne, gemütliche Stunden zurück, was sie oft sehr vermisste. Eine verwahrloste "Wohlstands " Kindheit. FAZIT: Das Buch kann ich definitiv jedem empfehlen, der imstande ist, sich mit einem Thema auseinander zu setzen, wo vielen, ja, sicherlich vielen, sehr fremd ist, genauso Eltern, Wohlstands-Familien & genauso Jugendlichen. Wie übersteht man so eine Kindheit? Warum endet der Text so abrupt, bei dem 18. Geburtstag? Wie ging das Leben mit der Frau weiter? Viele offene Fragen....? Ich hoffe, dass ich von der Autorin noch was hören werde. Es würde mich sehr freuen, wenn die Geschichte weiter gestrickt würde, es einen 2. Band oder vielleicht sogar noch einen 3. Band geben würde. Ich vergebe diesem Buch definitiv: 4.5 EULEN!!! Hiermit möchte ich mich noch einmal ganz herzlich für das wundervolle Buch bei der lieben Autorin Ela Angerer & dem Hanser Verlag - Deuticke bedanken, & dass ich mitlesen konnte. Alles Liebe Bücher Feenkiste

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    • 3
  • Geschichte einer Kindheit

    Bis ich 21 war
    sofie

    sofie

    23. October 2014 um 20:30

    Ein Mädchen reicher Eltern, das mehr vom Hauspersonal als von der eigenen Mutter erzogen wird. Die dann sehr früh mit Drogen in Kontakt kommt, ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit anderen Mädchen macht und schließlich von den Eltern in einem Internat abgestellt wird. So hart das jetzt klingt – besonders da es sich um einen autobiografischen Roman handelt – so wirklich neu war das jetzt nicht. Mich hat es vor allem an Romane von Bret Easton Ellis erinnert. Die schonungslosen Beschreibungen von Drogenkonsum und Sex (wobei „Bis ich 21 war“ nicht ganz so schonungslos ist), die reichen abwesenden Eltern, denen im Grunde egal ist, was ihre Kinder vor lauter Langeweile eigentlich treiben und das Ganze erzählt von einem Ich-Erzähler. Das heißt nicht, dass „Bis ich 21 war“ ein schlechtes Buch ist. Es zeigt die Kindheit und Jugend der Ich-Erzählerin sehr gut, die immer auf der Suche nach dem ist, was mit ihr nicht stimmt und die immer wieder von einem „normalen“ Leben träumt oder zumindest von dem großen Ereignis, das alles verändern wird. Besonders gefallen hat mir, wie anhand von einigen Fotografien beschrieben wird, wie sich die Dinge verändern. Die Protagonistin spricht davon, dass gerade das, was auf den Bildern nicht zu sehen ist, diese ausmacht. Davon hätte ich mir insgesamt aber noch etwas mehr gewünscht. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

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  • Ein wenig mehr als gutes Mittelmaß für ein Debüt

    Bis ich 21 war
    jana_confused

    jana_confused

    29. September 2014 um 16:50

    Bis ich 21 war überzeugt zunächst mit einem angenehmen, flüssigen Schreibstil. Besonders ist hier, dass der erste Teil eine Reihe von Ereignissen aus der Vergangenheit wieder gibt und der zweite Teil quasi in der Gegenwart geschrieben ist. Namen spielen wenig eine Rolle, Ela Angerer benennt ihre Charaktere aus Sicht der Protagonistin mit Worten, gibt ihnen abstrakte Spitznamen, welche die Person beschreiben. So ist auch das kleine Mädchen, von dem wir so viele Dinge aus der Kindheit erfahren, namenslos. Vielleicht ein Punkt der deutlich macht, dass der Roman autobiographisch ist, Ela sich aber nicht komplett mit dem Mädchen identifiziert. Damit schafft sie es dem Leser zu ermöglichen sich in das Mädchen hinein zu fühlen und selbst noch einmal die eigene Vergangenheit Revue passieren zu lassen.   In der Leserunde auf Lovelybooks wurde dies sehr deutlich. Alle fühlten sich angesprochen, haben ihre eigenen Erfahrungen preis gegeben und gemerkt wie oft sich Kindheitserinnerungen über schneiden. Besonders Interessant war hier: Wie unterschiedlich die Wahrnehmungen von Kindern und Erwachsenen sind.   Aber Ela Angerer spielt nicht nur mit Worten, sondern auch mit Farben. Es hat ein bisschen etwas von der Entwicklung des Schwarz-Weiß-Films bis zum Farbfilm. Zu mindestens in den Gedankengängen des Mädchens. Denn für mich bleibt dieses Buch Schwarz-Weiß. Ich suchte von Seite zu Seite nach einem Sinn hinter diesem Buch. Ist es nur eine Art Tagebuch? Was soll es den Lesern sagen? Und auch am Ende konnte ich mir diese Fragen nicht beantworten. Dennoch ließ es mich nachdenklich zurück. Und Redebedarf für eine Leserunde war definitiv gegeben.   Schade auch, dass das im Klappentext groß Angekündigte "Böse", sich im Buch total verliert. Einen Höhepunkt gab es nie, die Geschichte an sich bleibt eher konstant.   Bis ich 21 war ist einfach mal etwas anderes, dass macht es schwierig zu greifen und in Worte zu verpacken. Auf der einen Seite weckte es bei mir Mitgefühl, Empathie und das Gefühl helfen zu wollen - auf der anderen Seite ließ es mich unbefriedigt und unwissend zurück. 3,5 - 4 von 5 Sternen für eine konstante aber berührende Geschichte. Ich möchte das Buch nicht Himmelhoch loben, aber fühle mich auch nicht zu Tode betrübt. 

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  • Leserunde zu "Bis ich 21 war" von Ela Angerer

    Bis ich 21 war
    ElaAngerer

    ElaAngerer

    „Erwachsene interessieren sich für uns. Nicht weil sie uns mögen, sondern weil sie einsam sind.” —  Ein Mädchen, das in einer Welt von Neureichen, Parvenüs und Psychopillen aufwächst, von Anfang an allein und ganz auf sich gestellt, spürt sich selbst nur mehr im Überschreiten aller Grenzen:  Eine Mutter, die lieber am anderen Ende der Welt mit Omar Sharif Bridge spielt. Ein Vater, der seine Tochter zu hässlich findet, um sich mit ihr auf der Straße zu zeigen. Das ist die Situation der Ich-Erzählerin, und die verschärft sich noch, als die Mutter den Vater für einen französischen Multimillionär verlässt. Die Eltern sind meist abwesend, das Personal hilflos. Mit dreizehn beginnt das Mädchen eine Affäre mit einer Krankenschwester und nimmt alles an Drogen, was zu bekommen ist. Das fällt dann irgendwann sogar den Eltern auf — die Tochter wird ins Internat gesteckt und lernt dort, dass es das Böse wirklich gibt. Mein Roman "Bis ich 21 war" kommt am 25. August im Deuticke Verlag heraus. Habt Ihr Lust auf eine Leserunde? Ich freue mich schon sehr darauf und verschenke 15 Bücher.

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    • 308
  • Eine schnelle Welt

    Bis ich 21 war
    lamarie_books

    lamarie_books

    20. September 2014 um 10:32

    Der Einstieg in den Roman ist intensiv, fast schon schmerzhaft. Die Protagonistin erzählt von ihrer Kindheit und befindet sich noch in einem Alter, an das die meisten Menschen keine Erinnerung haben. Es ist subtile Psychogewalt, die auf das Kind einprasselt, und die junge Protagonistin erlaubt sich schnelle Rückschlüsse: Sie lebt in einer Welt, die die Erwachsenen reagieren, und doch scheint sie die Älteren, ihren Glamour aber auch ihre Abgründe, zu durchschauen. Gleichzeitig aber bauen sich Zwänge um sie herum auf, die sie in eben solche Abgründe stürzen. Die Welt, in der das junge Mädchen aufwächst, wird von Drogen geprägt: Jede Frau scheint hier Beruhigungsmittel zu nehmen, um ihr Leben aushalten zu können, und es ist nicht schwer, Haschisch und mehr zu bekommen. Die Protagonistin bleibt den gesamten Roman lang namenlos, ein Stilmittel, das sie als wertlos erscheinen lässt. Zaghafte Hinweise zeigen anfangs auf, dass noch mehr folgen wird als nur die anfänglich ab und zu ausprobierten Drogen, und gleichzeitig ist sie als Kind eine Figur, die man beschützen möchte. Es ist eindeutig, dass sie sich selbst weh tut, und doch betrachtet sie ihre eigene Person mit genug Distanz, um dies nicht zu bemerken. Es ist klar, dass dies nicht alles sein kann, das sich in der Welt von ihrer Familie abspielt – aber es ist das Einzige, das das Kind wahrnimmt. Der Schreibstil bleibt dabei eiskalt und auch nüchtern, egal welche abstrakten Zwänge das junge Mädchen sich selbst auferlegt. Fotografie zieht sich als zentrales Symbol durch den Roman, verleiht ihm etwas Künstlerisches – und gleichzeitig weist sie auf einen anderen Aspekt hin: Der Roman wurde als Autobiografie angepriesen, auch wenn Ela Angerer in einem Interview angab, dass beispielsweise die Mutter ihrer Protagonistin keinesfalls mit ihrer eigenen Mutter gleichzusetzen ist. Wer jedoch eine Protagonistin ohne Reue erwartet, wird enttäuscht, denn dieses Mädchen ist eindeutig mehr als das: Sie liest für ihr Leben gerne Kafka und ist sehr intelligent; auch bringt sie nicht den Mut auf, sich gegen Gewalt zu wehren. Sie ist tough nach außen, aber insgeheim bleibt sie zerbrechlich. Sie versucht, sich an andere anzupassen, und doch wird sie nie so akzeptiert wie sie es verdient hätte. Der Schreibstil wird neben seiner Kälte auch dadurch gekennzeichnet, dass es kaum lebendige Szenen gibt. Stattdessen wird mehr erzählt als gezeigt und der Leser baut dieselbe Art von Distanz zu der Protagonistin auf, die auch sie zu ihrer eigenen Person hält. Dies könnte schief gehen und vom Leser mit Langeweile quittiert werden, was die Kürze des nur knapp 190 Seiten starkem Roman aber geschickt ausbügelt. Enttäuschend fand ich ausschließlich das Ende, das dramatischer und auch tragischer sein könnte. Es wird nicht deutlich, warum der Titel “Bis ich 21 war” gewählt wurde, denn dieses Alter scheint keine spezifische Rolle zu spielen, und auch das Böse, das die Protagonistin im Internat erfährt, von dem im Klappentext die Rede ist, kann ich mir nicht ganz erklären. Einen Hochpunkt hat der Roman damit nicht. Ob dies den Leser unbefriedigt lässt oder viel mehr ein weiteres Stilmittel ist, das zeigt, dass auch das Leben der Protagonistin monoton weiterläuft, muss jeder Leser selbst entscheiden. Als ich diesen Roman erhielt, hatte ich große Erwartungen an ihn und gleichzeitig Angst, dass er diese nicht erfüllen könnte: Ich befürchtete, er könnte voller Klischees, Drogen, Sex & Co. sein, um auf alle erdenklichen Weisen die Aufmerksamkeit der Leser und auch der Medien auf sich zu ziehen. So ein Roman ist es jedoch nicht. Er hat Tiefgang und gleichzeitig spielt er mit einer Distanz, die nicht nur der Leser zu der Protagonistin sondern in der Welt, in der sie aufwächst, jeder zu jedem aufbaut. Ihre Geschichte könnte nicht glaubwürdiger sein. So wie ihr die Drogen das Gefühl geben, zu etwas Größerem zu gehören, hatte ich bei diesem Roman das Gefühl, etwas Literarisches in der Hand zu halten. Der Roman hat mich nachdenklich gemacht und mich noch nicht wieder losgelassen, denn er fordert den Leser, hat mit Sicherheit auch das Zeug, um zu überfordern, ist gleichzeitig aber auch echter Lesegenuss, denn Ela Angerer kann eindeutig schreiben.

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  • Bis ich 21 war

    Bis ich 21 war
    LeseBlick

    LeseBlick

    08. September 2014 um 16:01

    Inhaltsangabe Eine Mutter, die lieber am anderen Ende der Welt mit Omar Sharif Bridge spielt. Ein Vater, der seine Tochter zu hässlich findet, um sich mit ihr auf der Straße zu zeigen. Das ist die Situation der Ich-Erzählerin, und die verschärft sich noch, als die Mutter den Vater für einen Multimillionär verlässt. Die Eltern sind abwesend, das Personal hilflos. Mit dreizehn beginnt das Mädchen eine Affäre mit einer jungen Krankenschwester und nimmt Drogen. Das fällt sogar den Eltern auf – die Tochter kommt ins Internat und lernt dort, dass es das Böse wirklich gibt. Ela Angerer erzählt in ihrem autobiographischen Roman vom Ungeheuerlichen, das einem Kind widerfahren kann, schonungslos, offen und eindringlich. Meine Bewertung Ein kleiner Makel gleich zum Beginn, dass Buch ist in Ich-Erzählung geschrieben und daher wird der Name der Protagonistin nicht genannt und eine Protagonistin ohne Name ist für mich schwer zu akzeptieren bzw. schwer in Erinnerung zu behalten. Auch bei diesem Buch bin ich wieder vollends geschockt, unter welchen familiären Bedingungen Kinder aufwachsen können. Dem Mädchen wird ins Gesicht gesagt, dass sie unerwünscht ist und dass sich vor allem ihre Mutter ein ganz anderes Leben, ein Leben ohne Kinder gewünscht hatte. Unheimlich grausam. Die Mutter lebt in ihrer Welt, wo es nur um Schönheit, Geld und andere materielle Dinge geht. Und ihre einzige erzieherische Maßnahme besteht darin, dies ihren Kindern vorzuleben bzw. sie mit in diese Welt einzubeziehen. Liebe, Anerkennung, Geborgenheit? Alles Fremdwörter in dieser Familie. Hier herrschen Kälte, Ignoranz und Abscheu der eigenen Kinder. Der Leser erfährt vom frühen Kontakt mit Pillen, Drogen und dem Thema Sexualität, welche sich durch das gesamte Buch ziehen. Das schockierende ist, dass all dies im Laufe der Zeit, fast im Zustand des Realitätsverlustes, zunimmt. Menge und Intensität steigern sich und das Mädchen stürzt sich immer weiter in den Abgrund und NIEMAND hat ein Auge darauf. Die Eltern unternehmen nichts anderes, als sie in eine „Nationale Lehr- und Erziehungsanstalt“ zu stecken, aber ich denke eher aus dem Hintergrund, um ihr Luxusleben in Ruhe zu verleben. Das Internatsleben mit Regeln, welche das Mädchen nie erfahren hat, lässt sie nur noch mehr gegen alles und jeden ankämpfen. Kritikpunkte sind für mich zu einen, wie schon erwähnt, diese Namenslosigkeit. Andere mag dies vielleicht nicht stören, ich fand es komisch. Des Weiteren war die Story im Verlauf etwas vorhersehbar. Die Probleme häuften sich gar nicht so sehr zunehmend, es wurde alles nur noch intensiver und daher hat man sich immer wieder mit der gleichen Thematik auseinander gesetzt. Und zu guter Letzt hätte ich mir einen „vernünftigen, in der Realität lebenden Charakter“ gewünscht. Egal wo und auf wen das Mädchen traf, alle rissen sie nur noch mehr in den Sumpf. Es gab kein Vorbildverhalten im Buch, was das erschreckende Thema natürlich in einer Hinsicht förderte. Fazit Ein gelungenes Debüt der Autorin, jedoch nicht ganz mein Geschmack. Ich kann mich mit diesen Themen einfach ganz schwer identifizieren, weil ich selbst eine ganz andere Kindheit erfahren habe. Trotzdem war es sehr interessant zu lesen und Respekt an Ela Angerer, welche ein Buch verfasst hat, welches ausschließlich grausame Themen behandelt und leider kein Happy End hat.

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  • Meine Ankunft am Bahnhof des Lebens, auf der Suche nach dem richtigen Zug…

    Bis ich 21 war
    inflagrantibooks

    inflagrantibooks

    Meinung: Biographien: Ein Ort, den ich selten betrete, da ich weiß, welche Gefahr von ihm oftmals ausgeht. Eine Gefahr, die in der Realität stattfindet, uns allen passieren könnte. Anderen wirklich passiert ist. Und das Schlimmste: Der Ort ist gnadenlos zu seinen Bewohnern. Autobiographien sind da aber noch von einer viel sensibleren Sorte, denn die Bewohner sind gleichzeitig die Erzähler. Sie verunsichern mich ehrlich gesagt etwas mehr als die Biographien. Denn die Angst, dass ich jemanden mit meiner Meinung verletzen oder angreifen könnte, ist allgegenwärtig. Direkter. Und dennoch werde ich versuchen, meine ehrliche Meinung mitzuteilen und die Gefühle, die ich empfand, darzustellen. Wie ich mich während dem Lesen gefühlt habe, wie ich die Protagonistin wahrnahm. Das hat Autor von seinen Leser verdient. Alleine für den Mut, diese Dinge mit einer Buchveröffentlichung zu verarbeiten und sie jedem offenzulegen. Das hat Ela Angerer verdient, und genau das wird sie hier in meiner Rezension auch bekommen. Meine Ankunft am Bahnhof des Lebens, auf der Suche nach dem richtigen Zug… Die Neugierde packte mich, als ich von dieser Geschichte hörte, mir den Klappentext durchlas und sich automatisch Vermutungen über den Inhalt in meinen Verstand ein nisteten. Was geschah einer Person, dass es unbedingt aufgeschrieben werden musste? Auch wenn ich wusste, dass ich wieder mal einen etwas anderen Ort betreten müsste: Ich war neugierig und bereit, in das Leben der Autorin einzutauchen. So geschah es, dass ich am Bahnhof des Lebens angekommen war. Ich blieb stehen, versuchte, nicht in der Menschenmenge, die sich dort herumtrieb, unterzugehen. Es waren Schaulustige unter ihnen, die mit ihren gierigen Mäulern bereit waren, sich auf das Geschehen zu stürzen. Interessierte Leser, wie ich selbst einer bin aber auch schattenhafte Gestalten, die ich nicht einordnen konnte. Nach und nach lief ich an den unterschiedlichsten Zügen vorbei, blieb kurz stehen, lauschte den ständig aufkommenden Durchsagen. Versuchte, die EINE Durchsage herauszuhören. Menschen fanden derweil ihre Züge und stiegen ein, andere liefen aber auch noch unentschlossen herum. Dreck war überall vertreten. Die Züge sahen auch mehr mitgenommen als fahrtüchtig aus. Und doch erblickte ich, zwischen all den leblosen Zügen, einen ganz besondere. Einen, bei dem ich sofort wusste, dass ich dort einzusteigen habe. Er wirkte kleiner, verletzlicher, unsicherer aber gleichzeitig gerade dadurch stärker, da er es zwischen all den anderen Zügen immer noch schaffte, aus der Masse hervorzustechen. Mit einem letzten Blick auf meinen Fahrschein, betrat ich den ICE, das Ticket fest umgriffen in meiner Hand. Die Zahl 21 sollte mein Platz werden und so durchlief ich das erste Abteil. Ich wusste bis dato noch nicht, dass ich auf meinen Weg bis zur 21, auf jede Menge Menschen treffen sollte. Menschen, die die Protagonistin kennenlernte, die ihr Leben veränderten. Im Positiven sowie im Negativen. So genau kann ich das nicht beurteilen. So genau weiß es nicht mal die Protagonistin. Alle hatten ihre Geschichten zu erzählen, doch nur die eine hier zählte. Aber was hatten die anderen Menschen dann hier zu suchen? Schnell merkte ich, dass dieser ICE kein normaler Zug war, dass diese Menschen, die mit ihm fuhren, mehr Schaden anrichteten, als das es dem Zug geholfen hätte. Sie waren keine Fahrgäste, die das Leben schöner machten, dem Zug richtig geholfen haben. Als mich diese Erkenntnis Abteil für Abteil immer intensiver einholte, hielt ich kurz inne. Blieb mitten im vollbepackten Abteil stehen, schloss meine Augen und konzentrierte mich auf die Zugdurchsage, die ununterbrochen ihre Geschichte erzählte. Die der Hauprotagonistin. Sie erzählte von den Dingen, die man einem kleinen Mädchen angetan, die sie durchlebt und durchlitten hatte. Wie die Erwachsenen alles, was man nur falsch mit einem Kind machen konnte, getan hatten. Ihr Selbstvertrauen schon an dem Tag der Geburt ins Lächerliche zogen, indem sie abfällige Bemerkungen über das äußere eines Neugeborenen losließen. Wie sich diese Tortur Jahr für Jahr verschlimmerte. Dieses Mädchen wollte normal sein, wusste aber nicht, wie sich normale Kinder verhalten sollten. Sie tat alles, um den Erwachsenen zu gefallen, und tat es am Ende doch nur falsch. Denn die Erwachsenen in ihrer Welt nutzten das aus, und zwar mit den schlechtesten Gedanken, die man einem Kind NICHT zumuten sollte. Ohne jegliche Gedanken darüber, wie es dem Mädchen ergehen könnte. Es gab stellen, da musste ich ganz schon schlucken, aber mehr, weil meine Fantasie sich den Rest denken konnte. Auch die Gedanken, die Durchsagen des Mädchens, waren so Altersfremd für mich. So unwirklich. Dadurch wurde mir verdeutlicht, dass sie anders dachte als ich, aber nur, weil sie nichts anderes kannte. Sie war in ihrem Leben bereits viel rumgekommen, verbrachte mehr Zeit mit der Einsamkeit, mit sich selbst. Irgendwie schien ihr das richtige, Sozialverhalten zu fehlen. Aber das machte sie in meinen Augen nur glaubhafter und keineswegs unsympathischere. Sie war authentisch, gerade in Anbetracht ihrer Umstände. Ihres Lebensstils. Allerdings verzichtet die Autorin meiner Meinung nach auf einen gewissen Tiefgang, verbleibt nie zu lange an einer Stelle. Der Zug raste mit immer stärkerer Geschwindigkeit auf den Gleisen, ohne mir einen langen Blick durch und aus dem Zug zu gewähren. Ich habe mich lange gefragt, woran das alles liegen könnte, denn genau hier steckt auch mein größter Kritikpunkt: Es geht zu schnell an mir vorbei, wird nur kurz aufgegriffen und so „belanglos“ erzählt, dass man ernsthaft meinen könnte, es sei gar nicht schlimm. Aber das erschreckende an der Tatsache: Es war schlimm und NICHT normal. Jetzt stellt sich mir die Frage: War das ein, von der Autorin absichtlich herbeigerufener Nebeneffekt oder eher unabsichtlicher Punkt, den ich kritisieren sollte? Denn so sehr ich mich auch dem Mädchen nähern, eine Verbindung aufbauen wollte, desto sehr sorgte die Autorin mit ihrer Schnelligkeit für das genaue Gegenteil. Auch, das der Erzählstil mit der Zeit gefühlsmäßig gleich blieb, er nicht mal kurz angehalten wurde und in mehr Dialoge überging...ich empfand es mehr als einen Kritikpunkt, denn dadurch, dass diese Schnelligkeit im gesamten Buch beibehalten wurde, wurde so viel Potenzial verworfen. Auch wenn mein Interesse immer noch aufmerksam zuhörte, konnte ich nun mal durch all die erzählten Informationen herauslesen, was ich alles verpasst hatte. Was mir nicht so genau gezeigt wurde. Und es sollte mich nicht traurig stimmen, denn solche Bücher sollen mich nicht Unterhalten, aber ich hatte meine Erwartungen, die nicht ganz erfüllt wurden. Ela Angerers Erzählstil bleibt trotz alldem auf einem hohen Niveau und sie stellt an den richtigen Stellen die richtigen Fragen, lässt Erkenntnisse aufblicken und offenbart tiefgründige Botschaften, über die wir uns alle Gedanken machen sollten. Es wurde von einer auf den ersten Blick goldenen, reichen Welt erzählt, die aber beim näher hinschauen erschreckende Abgründe offenbarte. Abgründe, die die Protagonistin, die Autorin, meistern musste und es auch schaffte. Schaffte und daraus lernte, nur um wieder in den nächsten Abgrund gestupst zu werden, die eine weitere Narbe auf den Schienen ihres Lebens hinterließ. Wie die Höhen und Tiefen des Erwachsenenwerdens komplett falsch durchlebt werden mussten, weil sie hier keine andere Wahl hatte. Das Erzähltempo wurde hin und wieder zu rasch aufgegriffen. Ehe ich etwas richtig ausgelesen hatte, kam schon wieder etwas Neues auf mich zu. Das ich aber wiederrum nicht richtig verarbeiten konnte, denn der Zug raste, die Zeit schien knapp zu sein. Ich versuchte mich an einem Griff im Abteil festzuhalten, wusste aber, dass es vergeblich war. Die Autorin befahl dem Zug, wie er zu fahren hatte. Also gab ich mich dem Tempo hin, ließ mich fallen, ließ alles auf mich einwirken. Gewöhnte mich daran, denn die Zugfahrt hatte einfach zu wichtige Durchsagen, die ich keinesfalls verpassen durfte. Fazit: Das ganze Buch las sich wie eine ICE-Fahrt, der auf den Schienen des Lebens seinen Weg bis zum Lebensabschnitt 21 zu fahren hatte. Er startete mit rasanter Geschwindigkeit, hielt selten bei für mich wichtigen Abschnitten an, blieb dabei aber stets auf hohem „Durchsagen-Niveau“. Dem Leser wird keine andere Wahl gelassen, als meiste Zeit an den Seiten zu kleben. Fasziniert und gleichzeitig geschockt über den Umgang, den man hier miteinander pflegte. „Bis ich 21 war“ ist ein leicht angehauchter, autobiographischer Roman, der in meinen Augen sensible Themen nicht verschweigt, sie aber auch nicht so direkt anspricht, wie es vielleicht hätte getan werden können. Die Autorin offenbart es zwar sichtbar, aber verpackt es hin und wieder zu gut in Luftpolsterfolie, so als hätte sie vielleicht die Angst gehabt, dass es zu viel für den Leser sein könnte. So schnell wie alles erzählt wurde, so schwer konnte ich mich auch in das alles hineintasten. Das gerade Erzählte nicht richtig verarbeiten. Denn binnen weniger Seiten wurde man schon mit neuen Lebensabschnitten konfrontiert, die, ehe ich es versah und überhaupt verarbeiten konnte, genauso sehr verschwanden, wie seine Vorgänger. Dabei behält die Autorin aber immer die Kontrolle und ihre Protagonistin, ihr Geschichte, wirkte nie zu übertrieben oder aufgesetzt. Es war glaubhaft, obwohl solche Erfahrungen für mich persönlich befremdlich waren. Ich es mir schwer vorstellen konnte, wie man Menschen so behandeln und aufziehen konnte. Ich denke, das genau hier die größte Stärke der Autorin und ihrer Biographie liegt: Man spürte die Kraft der Protagonistin, die sich eisern durch die Steine, die ihr in den Weg gelegt werden, durchsetzt. Wie sie zerbrochene Brücken nicht anstarrte sondern sich einen anderen Weg suchte. Wie sie den Narben auf ihren Schienen nicht lange Beachtung schenkte und weiter machte. Bewertung: Hier tue ich mich wirklich schwer….aber ich denke, 4 von 5 Marken sind absolut verdient und ausreichend. Drei wären viel zu wenig, wenn man sich nur mal das schreiberische Können anschaut. 5 zu viel, wenn ich meine Kritikpunkte betrachte. Also nehme ich die Mitte: 4. Es grüßt ~ Jack

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    • 3
    inflagrantibooks

    inflagrantibooks

    05. September 2014 um 14:43
    Floh schreibt möchte ich auch noch lesen. Tolle Rezi!

    Danke dir und sag bescheid, falls du loslegst. :D

  • Auf der Suche

    Bis ich 21 war
    solveig

    solveig

    03. September 2014 um 15:01

      Worin besteht der Sinn meiner Existenz? Diese Frage beschäftigt die Protagonistin des Romans das ganze Buch hindurch. Bereits in ihrer Kindheit ist sie davon überzeugt, „ein schlechtes Kind“ zu sein, den Anforderungen ihrer Mutter nicht zu genügen, ein „Fehler“ zu sein. Dieses Gefühl bleibt auch ihre ganze Jugend hindurch präsent.   Packend und aufrüttelnd schreibt Ela Angerer vom Leben der Tochter aus reichem Hause, deren Eltern geschieden sind. Als Ich-Erzählerin gibt sie Episoden aus ihrer frühen Kindheit wieder, schreibt von ihren Erlebnissen der 60er bis in die 80er Jahre, also „bis ich 21 war“.     Nach der Scheidung ihrer Eltern lebt sie mit Mutter und Schwester bei einem Stiefvater, der für sie aber nur Geldgeber und „der Cadillacfahrer“ ist. Die Mutter ist mit ihrem eigenen gesellschaftlichen Leben so beschäftigt, dass sie kaum Zeit für ihre Kinder hat. Die Nähe und Zuwendung, die das Mädchen in seiner Familie so schmerzlich vermisst, sucht es schließlich bei Freunden, flüchtet sich in Drogen und sexuelle Experimente. Während sie die Pubertät durchlebt, dreht sich diese Spirale immer schneller. Der Leser fühlt mit ihr, bangt und hofft, dass endlich jemand ihre wahren Probleme erkennt und sich ihrer annimmt. Kindheit und Jugend der Protagonistin erleben wir in raschem Erzähltempo, wie im Zeitraffer.   Angerer will mahnen und aufrütteln, dabei aber auch unterhalten. Ein schwieriges Unterfangen, aber es ist ihr gelungen, meiner Meinung nach.   Die Autorin gibt dem Mädchen und seiner Familie keine Namen. Es bleibt anonym für den Leser, doch durch die Erzählform wird eine mögliche Distanz aufgehoben. Die grundlegenden Fragen, die sie quälen, hat sich jeder schon einmal gestellt; ihre Probleme, kann auch so mancher nachvollziehen. Aber sie bleibt allein damit, hat keinen wirklichen Halt – das ist es, was den Leser berührt. Diese Einsamkeit wird schon im Buchcover ausgedrückt: das Schwarz-Weiß-Porträt eines Teenagers, in nachdenklicher und verletzlicher Pose, auf der Suche nach einem Sinn.

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  • Ein schwieriges Buch

    Bis ich 21 war
    SmilingKatinka

    SmilingKatinka

    „Bis ich 21 war“ handelt von einer namenlosen Protagonistin, die genau die Art von Kindheit und Jugend erlebt, die man keinem wünscht. Die Eltern stehen ihr gleichgültig gegenüber, der neue Freund der Mutter hat zwar Geld, aber keine Liebe und da materielle Besitztümer so viel unbedeutender sind als ideelle, flüchtet sich das junge Mädchen in eine Welt voller Drogen und Sex, in eine Gleichgültigkeit und Abgestumpftheit, die den Leser immer wieder schockiert und fassungslos zurücklässt. Wie kann ein junges Ding nur soviel ertragen?   Ela Angerer versteht ihr Handwerk. Mit deutlicher, zynischer Sprache und perfekt durchdachten Sätzen nimmt sie den Leser mit in die Welt des Mädchens und je tiefer wir eindringen, desto mehr ergreift uns die Abgestumpftheit und Gleichgültigkeit der Protagonistin. Den Leser so zu packen und in einen Sog der Gleichgültigkeit zu reißen ist nicht leicht. Doch für mich lag genau da das Problem des Buches. Ich bin ein Herzmensch, Gleichgültigkeit liegt mir fern und ich suche nach Zusammenhängen und Sinn. In diesem Buch wird, wie es auch zu dem Mädchen passt, ein Ereignis ans andere gereiht. Es gibt keinen Faden, den man verfolgen, an dem man sich festhalten kann und das hat es mir zeitweise sehr schwer gemacht, mich in das Buch einzufinden. Auch der Schluss hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Viele von uns hatten die ein oder andere Hürde in ihrer Kindheit zu überwältigen, das ein oder andere Missverständnis zu verkraften oder eine gedankenlose Bemerkung der Eltern falsch verstanden.  Manche wachsen daran, manche lernen damit umzugehen und manche zerbrechen. Die Art, wie die Protagonistin damit umgeht, ist nicht immer leicht zu verstehen und so denke ich, dass dieses Buch nicht für jedermann zu empfehlen ist. Es steckt sehr viel dahinter, vieles, was den Leser zum nachdenken animieren kann und auch wird, doch es muss der richtige Leser zur richtigen Zeit sein und ich denke, dass ich entweder nicht für das Buch gemacht bin oder es einfach die falsche Zeit war.   Ein schwieriges Buch, welches vor allem eines geschafft hat: mich ratlos zurückzulassen.

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    • 3
    SmilingKatinka

    SmilingKatinka

    03. September 2014 um 13:32
  • so gar nicht nach meinem Geschmack

    Bis ich 21 war
    Kendra

    Kendra

    „Bis ich 21 war“ von Ela Angerer ist ein Buch, dass mich leider so gar nicht überzeugen konnte, im Gegenteil, ich war schlichtweg von der sehr kaputten Welt bzw das Verhalten eines für mich sehr seltsamen Mädchens schockiert. Das Buch hat etwas deprimierendes und zieht den Leser herunter. Zitat Seite 62: „Möglicherweise ergab also nichts einen Sinn, und diese Depression trieb die Welt in Ihrem Inneren an“ Ja diese Worte entsprechen auch irgendwie diesem Buch. Denn für mich ergab hier nichts einen Sinn! Insbesondere das sehr offene Ende, lässt mich fast vor Verzweiflung los schreien? Was hatte man sich dabei gedacht? Es ist genauso planlos wie das sehr zerstörerische Leben von unserer Hauptperson, die bereits mit 7 Jahren über Selbstmord nachdenkt, und mir manchmal schon so vorkommt, wie ein abgehalfterter Rockstar der bereits alle Schattenseiten des Leben kennen würde....Irgendwie konnte ich sie zu keinem Zeitpunkt der Handlung leiden, im Gegenteil, ich konnte ihr Selbstmitleid (das in meinen Augen manchmal einfach nur unverständlich war) nicht im geringsten verstehen. Jeder von uns hat in der Vergangenheit seine Leichen mit sich herumzutragen, und dennoch rutscht nicht jeder automatisch in die Drogenszene und versucht dort anscheinend seinen Lebenskick zu erhalten. Auch dass sie sexuell bereits in sehr jungen Jahren aktiv und probierfreudig war, ist für mich etwas seltsam ( ich selbst hatte da noch mit Barbiepuppen gespielt lach) Die Handlung an sich besteht eigentlich nur aus 2 großen Themen, Sex und Drogen. Und natürlich die sträfliche Nichtbeachtung ihrer Mutter und dessen neuen Freundes. Aber da sie zum Glück über genügend Geld verfügen, und unsere Hauptperson genügen Taschengeld erhält um sich ihre Leidenschaft der Drogen zu erfüllen, ist somit für sie der Weg geebnet, um richtig abrutschen zu können. Doch ich empfand leider nicht einen Hauch von Mitleid mit ihr, da sie als Typ sehr verbittert, sehr verschlagen und auch einfach nur sehr gleichgültig herüberkommt. „Armes reiches Mädchen“, mit einem ironischen Unterton geschrieben^^ Zitat Seite 162: „Wie alle intimen Momente zwischen Erwachsene und Jugendliche hatte auch dieser etwas Beklemmendes“ Das kann ich unterschreiben, die Momente dieses Buches hatten auf mich wirklich etwas Beklemmendes an sich! :-) Ich fand es einfach nur langatmig und ein nicht enden zu wollender Kreislauf an zerstörerischen Handelns. Auch der Titel des Buches habe ich nicht so recht verstanden...da dieser irgendwie keinen Sinn für mich ergab. Ein Buch das eine Welt aufzeigt,die so gar nicht die meine ist und bei mir leider auch auf kein Verständnis trifft. Kurzzeitig hatte ich mich dann doch in sie hineinfühlen können, denn manchmal überkam mich beim Lesen der Gedanke: Vielleicht liest es sich auf Drogen aufregender? :-) Natürlich ist das nur meine Sicht der Dinge, ich jedenfalls konnte so gar nichts mit diesem Inhalt anfangen und werde auch keine näheren Bedeutungen und Lehren daraus ziehen, außer das ich das Buch vielleicht an jemanden verschenken werde....dann aber an eine Person die nicht bereits Selbstmord gefährdet ist! :-)

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    • 3
  • Ein Buch, das den Leser (über)fordert.

    Bis ich 21 war
    leselea

    leselea

    Jedem seine eigene Dunkelheit. (S. 146) Ella Angerer erzählt die Geschichte eines namenlosen Mädchens, das in einer Welt aufwächst, in der Geld wichtiger ist als Liebe, Reisen um die Welt mehr zählen als richtige Kommunikation und in der dem äußeren Schein das eigene Seelenleben geopfert wird. Das Mädchen verliert sich früh in dem Gefühl der Sinnlosigkeit und im Selbsthass; zu seiner Umgebung verhält es sich gefühllos und abgestumpft. Einzig allein das Flüchten in sexuelle Abenteuer und in den Drogenrausch scheint ihm das Gefühl zu geben, am Leben zu sein. Bis ich 21 war ist ein Buch, bei dem ich während der Lektüre und auch jetzt, beim Schreiben dieser Rezension, nicht weiß, was ich von ihm halte. Ich kann nicht wirklich sagen, dass es mir gefallen hat, dass ich mit der Protagonistin mitfiebern konnte oder dass mich die Story in Atem gehalten hat. Der Stil ist so zynisch und nüchtern, dass ich mich gemeinsam mit dem Mädchen in der Stumpfheit verloren haben; das Leben der Protagonistin ist mir so fremd, ihr Verhalten so kühl, dass ich mich schwer mit ihr identifizieren konnte; eine richtige Story gibt es nicht, viel mehr reiht sich eine Szene an die nächste und immer wird die Grausamkeit größer und unfassbarer. Andererseits kann ich nicht leugnen, dass das Buch mich beschäftigt, da es mich gleichzeitig abstößt und fasziniert. Es ist fordernd, über viele Strecken auch überfordernd. Man – bzw. zumindest ich – wird gezwungen, sich mit einem Leben, einer Gefühlswelt und einer Umgebung auseinanderzusetzen, die einem selber völlig fremd ist. Es ist außergewöhnlich, kein Durchschnitt, abseits vom Mainstream. Positiv hervorzuheben ist der Stil: Ela Angerer kann definitiv schreiben! An die schonungslose Nüchternheit muss man sich gewöhnen: In dem Buch steckt ein Zynismus, der dem erzählenden Ich in Fleisch und Blut übergegangen ist. Die Geschichte ist daher schonungslos und brutal und sicherlich nicht für jedermann. Bis zum Ende hin war das Buch für mich ein 4-Sterne Buch, allerdings hat mich das Ende sehr ratlos und irgendwie auch nicht befriedigend zurückgelassen. Auch den Titel fand ich rückblickend nicht gut gewählt; zumindest bei mir hat er Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden konnten. Daher 3,5 von 5 Sternen. Bis ich 21 war ist für mich ein Versuch, den der Leser wagen muss – ungewiss, ob es ihm gefällt oder nicht. Einige werden seine Ehrlichkeit feiern, andere von ihm abgestoßen sein; wiederum andere bleiben wie ich unentschlossen. Jedoch glaube ich, dass es keinen unberührt lassen wird und dass die Story jedem Leser lange im Gedächtnis bleiben wird.

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    • 3
  • Ein Leben in Saus und Braus

    Bis ich 21 war
    TochterAlice

    TochterAlice

    01. September 2014 um 16:33

    ...führt die Protagonistin von Ela Angerers Roman "Bis ich 21 war": ein junges Mädchen das namenlos bleibt - zumindest in materieller Hinsicht steht ihr so einiges offen - was viele nur aus der "Bunte" kennen: Jet-Set, die schicken Strände, Diner mit den Reichen und Schönen: für das Mädchen aus diesem Buch gehört das alles schon seit ihrer Kindheit zum Alltag. Aber so richtig ist das nichts: die Eltern sind nämlich voll damit beschäftigt, Geld zu verdienen (Vater) und es auszugeben (Mutter) bzw. sich aus Langeweile mit anderen Gespielen die Zeit zu vertreiben, weswegen die Kernfamilie auch bald auseinanderbricht und das Mädchen in ein Leben mit Mutter und einem - ebenfalls namenlosen - Cabriofahrer gestoßen wird. Der Cabriofahrer, der neue Stiefvater also, kümmert sich um sie - zumindest, was das Materielle angeht. Bei allem anderen muss sie selbst zurechtkommen und so reift sie früh heran, liest einerseits schon vor dem Teenageralter anspruchsvollste Literatur, ist andererseits aber in allem so alleingelassen, dass sie sich zunächst daran macht, die Welt sexuell erforschen und bald auch die Drogen für sich entdeckt. Für mich eine Welt fernab des Realen, die Autorin ist mein Jahrgang, trotzdem jedoch habe ich nichts so erlebt wie es bei ihr der Fall war. Um eine Markenjeans musste ich monatelang verhandeln und bekam sie dann zum Geburtstag anstelle von anderen Geschenken - dafür aber hatte meine Mutter stets Zeit für mich, um jedes Problemchen selbst im Ansatz wegzufedern - wenn ich denn die Ansprache wollte und anforderte. Ein eigenartiger, auf jeden Fall sehr gekonnter Erzählstil ist es, den die Autorin hier einsetzt. Ausgesprochen distanziert erzählt sie, nur wenige Figuren - vor allem während der Internatszeit des Mädchens - haben Namen, was noch die Schonungslosigkeit und Ehrlichkeit der Inhalte unterstreicht. Starker Tobak ist es durchaus, die Jugend im Kreise der Reichen und Schönen im Österreich der 1970er und 80er Jahre. Durch diesen Erzählansatz prallt es aber auch an mir ab in der Hinsicht, dass ich die genaueren Darstellungen wahrscheinlich bereits in Kürze vergessen habe werde - ihnen fehlt die Eindringlichkeit, das Wesentliche, ich werde einfach nicht erreicht. Trotzdem gibt es von mir eine Leseempfehlung für dieses durchaus anspruchsvolle Buch!

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