Ela Aslan

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Ela AslanPlötzlich war ich im Schatten
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Plötzlich war ich im Schatten
Plötzlich war ich im Schatten
 (4)
Erschienen am 01.01.2012

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Rezension zu "Plötzlich war ich im Schatten" von Ela Aslan

Rezension zu "Plötzlich war ich im Schatten" von Ela Aslan
gurkevor 6 Jahren

Eigentlich gefällt es Ela in ihrer Heimat recht gut. Sie liebt ihre Großeltern, ihren Vater und ihre Mutter und natürlich auch ihre manchmal recht anstrengenden Geschwister. Ihr Leistungen in der Schule sind glänzend und sie fühlt sich einfach rundum glücklich und wohl. Doch eines Tages ändert sich alles in ihrem bis dato noch kurzem Leben. Aus irgendeinem Grund ist die Polizei hinter ihrem Papa her und er muss fliehen. Sein einziger Ausweg: Deutschland. Allerdings als Illegaler. Es dauert nicht lang, bis Ela auch gezwungen wird, als illegale in Deutschland zu leben. Mit gerade mal zwölf Jahren besteht ihr Leben nur noch aus einer für sie fremden Welt, einer anderen Kultur, einer neuen Sprache, einem Dasein ohne Freunde und vor allem: immer auf der Hut und auf der Flucht.
Das Schlimme - ihre Geschichte ist nicht einfach nur fiktiv, sondern bittere und traurige Realität.

Ela erzählt von Anfang an ihre eigene Lebensgeschichte. Es geht mit ihren Erinnerungen aus ihrer Kindheit in der Türkei los. Sie beschreibt herzergreifend ihre Gefühle. Dabei lässt sie nichts aus, sondern erzählt schonungslos von ihren Erlebnissen und von ihren Problemen und ihrer Liebe zu ihrem Land und vor allem auch ihre Treue ihrer Familie gegenüber.

Der Leser wird gezwungen über Dinge nachzudenken, die eigentlich ganz weit weg sind. Denn die Probleme mit illegalen Einwanderern ist keine Erfindung, sondern wahr. In "Plötzlich war ich im Schatten" erleben wir das Ganze auch mal von der anderen Seite und beleuchten bekannte Vorurteile ganz anders. Außerdem wird wieder einmal klar, dass viel zu oft Kinder die zu Unrecht Leidtragenden sind, wenn Erwachsene Fehler machen.

Das Buch selbst ist recht kurz und sehr schnell gelesen, haben aber dennoch bei mir sehr viele Gefühle geweckt. Ich konnte mich sehr gut in Ela hineinversetzen und habe meinen vollen Respekt vor ihr und wie sie ihr Leben gemeistert hat.
Ich finde es sehr positiv, dass sie ihre Geschichte veröffentlicht hat. Diese hat mich nicht nur sehr nachdenklich gestimmt, sondern ich möchte an dieser Stelle sagen, dass "Plötzlich war ich im Schatten" definitiv gelesen werden sollte.

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LenaBos avatar

Rezension zu "Plötzlich war ich im Schatten" von Ela Aslan

Rezension zu "Plötzlich war ich im Schatten" von Ela Aslan
LenaBovor 7 Jahren

Inhalt: Ela ist 12 Jahre alt, als sie von der Türkei nach Deutschland fliegt. Dort warten bereits ihre Eltern und Geschwister die schon zwei Jahre zuvor aus ihrem Heimatland geflüchtet sind. Fortan sieht sich das Mädchen mit einer anderen Kultur und einer fremden Sprache konfrontiert. Doch das ist nicht das Schlimmste, mit dem sie zu kämpfen hat. Ela und ihre Familie leben als Illegale in Deutschland, ständig auf der Flucht vor deutschen Behörden.

Meine Meinung: Mit ‘Plötzlich war ich im Schatten – Mein Leben als Illegale in Deutschland’ ist diesen Monat der sechste und neuste Band der ‘Mein Leben…’ Bücher erschienen. Während ich von allen bisherigen Teilen bereits sehr ergriffen war, so übertrifft dieses Buch die bisherigen Bände in puncto Emotionalität um Längen.

‘Plötzlich war ich im Schatten’ ist chronologisch aufgebaut. Während Ela zunächst von ihrer sorgenfreien Zeit in der Türkei erzählt, wendet sich das Blatt recht schnell und sowohl Ela als auch der Leser sehen sich mit einer gefährlichen Zukunft voller Angst konfrontiert. Von einen Tag auf den anderen wird Ela von ihren Eltern in der Türkei zurückgelassen, wo sie fortan bei ihren Großeltern leben soll. Erst einige Zeit später soll sie ihrer Familie nach Deutschland folgen. Über die wahren Gründe für die Flucht ihrer Eltern nach Deutschland tappt der Leser genau wie Ela zunächst im Dunkeln und kann daher unheimlich gut mit der Protagonistin mitfühlen und eine Beziehung zu ihr aufbauen. Ela lässt von Beginn an einen tiefen Einblick in ihre Seele zu, was die emotionale Ebene noch weiter verstärkt.

Angekommen in Deutschland ist die Geschichte geprägt durch drei verschiedene Komponenten; Angst, Wut und Hoffnung.
Als illegale Einwanderer bestehen die ersten Jahre für die Familie Aslan aus purer Furcht. Immer wieder müssen sie von einem Ort zum anderen flüchten, sodass sie sich niemals wirklich zu Hause fühlen und richtig ankommen können. Besonders ergreifend ist dabei die Erzählweise Elas. Ihre Angst besteht nicht nur davor, von den deutschen Behörden aufgegriffen zu werden, sondern vielmehr darin, dass sich ihre gesamte Familie und vor allem ihr eigenes Leben so schlagartig geändert haben. Was für unsereins völlig selbstverständlich ist, ist für Ela pure Ungewissheit. Keiner kann ihr sagen, was die Zukunft ihr bringen mag oder ob sie jemals Freunde in Deutschland finden wird. Ela muss viel zu früh erwachsen werden, als ältestes Kind verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen und ihre eigenen Wünsche und Ziele hinten an stellen. Ein solches Schicksal zu lesen, wenn man selbst eine wohlbehütete Kindheit hatte, hat mich persönlich sehr mitgenommen. Aufgrund der dramatischen Geschichte lernt man Kleinigkeiten im Leben wieder richtig zu schätzen.
Auch die Gefühle Wut und Zorn spielen in diesem Buch eine immer wiederkehrende Rolle. Ela fühlt sich zu Recht von ihren Eltern nicht ernst genommen. Einerseits ist sie alt genug, um Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister zu übernehmen, nicht selten sogar den Haushalt komplett allein zu schmeißen oder aber in Deutschland Behördengänge zu unternehmen. Andererseits wollen ihre Eltern Ela zunächst aber nicht erklären, wieso sie ihrer Heimat den Rücken kehren mussten. Aufgrund nicht ausgesprochener Differenzen lebt sich die Familie immer weiter auseinander. Jedes Familienmitglied verändert sich emotional, was die unterschiedlichsten Gründe hat.
Ela betont in ihrer Geschichte nicht nur die negativ prägenden Momente in Deutschland. Es gibt Menschen, die Ela und ihrer Familie unterstützend zur Seite standen und jahrelang für ihr Aufenthaltsrecht gekämpft haben. Familienmitglieder, die Kirche, Sozialpädagogen und neu gefundene Freunde sorgen für glückliche Zeiten in Elas Leben.

Durch ‚Plötzlich war ich im Schatten‘ wird einem deutlich gemacht, was es für Flüchtlinge bedeutet, ein neues Leben in einem fremden Land zu beginnen. Ela erzählt ihre Geschichte so detailliert, emotional und auf erschütternde Art und Weise, dass man als Leser nicht umhin kommt, tiefes Mitgefühl für die Protagonistin zu empfinden. Mir fehlen die Worte, um auch nur ansatzweise auszudrücken, als wie imponierend und stark ich die Protagonistin Ela während des Lesens empfunden habe.

Fazit: ‘Plötzlich war ich im Schatten’ geht unter die Haut, macht wütend, traurig, aber auch glücklich. Es ist unvorstellbar, dass ein junges Mädchen wie Ela in ihren jungen Jahren schon so viel härter kämpfen musste, als manch anderer Erwachsener in seinem gesamten Leben.

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