Elaine Garvey

 3,4 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf

Elaine Garvey stammt aus County Sligo, Irland, und studierte Creative Writing am Trinity College, Dublin. Ihre Kurzgeschichten wurden im Dublin Review und der Anthologie Winter Papers veröffentlicht. Garvey wird als Schriftstellerin vom Irish Department of Arts unterstützt. Die Frau hinter der Bühne ist ihr Debütroman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Elaine Garvey

Cover des Buches Die Frau hinter der Bühne (ISBN: 9783426448144)

Die Frau hinter der Bühne

(7)
Erschienen am 01.04.2025

Neue Rezensionen zu Elaine Garvey

Cover des Buches Die Frau hinter der Bühne (ISBN: 9783426448144)
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Rezension zu "Die Frau hinter der Bühne" von Elaine Garvey

Buch_puttel
Schönes Cover

Mairead ist eine junge Frau, 21 Jahre alt. Sie zieht aus einem kleinem Dorf in Irland nach London. Dort möchte sie Theaterregisseurin werden. Sie nimmt eine Anstellung als Assistentin der Kostümbildnerin kennen und muss dort mit den hohen Erwartungen an sie umgehen. Der Coming of Age Roman beschäftigt sich mit Themen wie Unsicherheiten, Emanzipation und Selbstfindung. Es ist spannend zu "beobachten" wie sie sich entwickelt. Die Geschichte klingt gut - und könnte auch gut sein, allerdings bin ich nicht reingekommen. Ich fand den Schreibstil gewöhnungsbedürftig und konnte oftmals mit Redewendungen oder Metaphern nicht viel anfangen. Das Buch nimmt einen ruhigen Verlauf, was nicht das Problem war. Das Cover ist aber ein absoluter Hingucker!

Cover des Buches Die Frau hinter der Bühne (ISBN: 9783426448144)
M

Rezension zu "Die Frau hinter der Bühne" von Elaine Garvey

M.Lehmann-Pape
Entwicklungsroman auf allen Ebenen

Da hat man seinen Traum. Für eine junge Frau wie Mairead eigentlich ganz normal. Wobei es schon noch etwas Besonderes ist in der Gegenwart, dass die bunte Welt des Theaters es der jungen Frau so angetan hat. Vor allem, als sie ihre ersten Erfahrungen an diesem Theater in London macht. Das hat wenig mit jener Kunst zu tun, die Mairead sich für sich vorstellt, eher trifft sie auf Formen der Fronarbeit, Handreichungen, Dinge in Ordnung halten und in Ordnung bringen. Und als sie einem der „Stars“ näherkommen könnte, zumindest mit einigen Worten mal auf sich aufmerksam machen könnte, versagen ihr nicht nur die Nerven, sondern auch eine Naht. Mit überaus peinlichen Folgen.  

 

Ein Auftakt des Romans im ersten Teil, der zwar ausführlich und vielschichtig auf die „kleine Theaterwelt“ im Angesicht der „Bretter, die die Welt bedeuten“ eingeht, der Lesern- und Leserinnen auch Mairead natürlich nahebringt, aber zugleich auch mit vielen Volten, viel Personal (von dem nun wirklich nicht alles wichtig und bedeutsam ist) eher assoziativ erzählt. Es ist nicht einfach, den roten Faden und den Überblick in all dem Gewirr am Theater zu bewahren. Warum nun genau Mairead das alles über sich ergehen lässt, das mag an naiver Hoffnung oder einem gewissen irischen Dickkopf liegen, sympathisch und erstrebenswert erscheint einem diese Welt erst einmal nicht. Rauer Ton, raue Sitten, kaum Empathie und eine Sammlung von Egozentrikern, die man im Alltag kaum um sich haben wollen würde.

 

Wobei vielleicht die Theaterwelt eher von Garvey dazu benutzt wird, ihre Geschichte von einem naiven, jungen, nicht sonderlich von sich überzeugten jungen Menschen nahe zu bringen und wie man aus dieser Falle entfliehen kann.

 

Denn als Mairead aufgrund einer familiären Angelegenheit nach Hause in die ländliche Provinz Irlands reisen muss, vollzieht sich zwar ein gewisser Orts- und Personenwechsel, aber das Setting bleibt sich gleich, Mairead passt auch dort nicht hinein. Erlebt Kritik, Befremden und das doppelt schmerzlich, denn das ist doch eigentlich ihre vertraute, lebenslang bekannte Welt.

 

„Hier geht es nicht um Fairness! Wir müssen es einfach hinter uns bringen“.

 

Und genau das möchte Mairead nicht. Und am Ende des Romans ganz und gar nicht mehr. Irgendwas machen, sich biegen und beugen für ein Ziel, das anscheinend nur eine Illusion, vor allem aber nicht sonderlich anstrebenswert wirkt.

 

Und doch, dem kann man im Orman dann am Ende ganz gut folgen, es geht nicht immer um die technisch beste Entscheidung für oder gegen einen konkreten Weg. Es geht auch darum, sich nicht ständig von anderen aus dem Tritt und aus der Balance bringen zu lassen.

 

Ob das Mairead tatsächlich gelingen kann? Das bleibt ob des offenen Endes des Romans eben offen. So dass am Ende genauso wenig klar oder unklar ist, wie zu Beginn der Lektüre.

Das ist in Teilen durchaus lebendig zu lesen und auch mit einem gewissen Humor versehen, kommt insgesamt aber emotional zu wenig nahe, um auf Dauer zu fesseln.

Cover des Buches Die Frau hinter der Bühne (ISBN: 9783426448144)
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Rezension zu "Die Frau hinter der Bühne" von Elaine Garvey

Hyperikum
Unterhaltsam aber nicht rund

Die junge Mairéad folgt ihrem Traum. Sie geht aus einer dörflichen Provinz Irlands ins multikulturelle London, um Theaterregisseurin zu werden. Um ihr WG-Zimmer halten zu können, arbeitet sie an einem kleinen Theater unter Margaret, der dortigen Kostümbildnerin. Margaret ist anspruchsvoll, distanziert, sparsam und trockene Alkoholikerin. Sie verlangt Mairéad einiges ab, deren Alltag aus waschen, nähen, ausbessern, bügeln und Einkäufen besteht.

Mairéad muss Scott Gilbourne vermessen. Der schottische Schauspieler raubt ihr den Atem. Sie ist kurz angebunden und geht nicht auf seine Witze ein. Seine Fragen beantwortet sie ausweichend. Als sie vor ihm in die Knie gehen muss, gibt die Naht ihrer Hose nach und entblößt ihren Hintern vom Becken bis zum Schritt. Mairéad stürmt aus dem Raum zur Toilette und weint, bis sie Nasenbluten hat.

Die Mitarbeiterin Jacquis, die zweite des Kleiderateliers, steht auf den Produzenten Oliver Bow. Sie glaubt, dass er ihr zu einer Karriere verhelfen könnte, dass er ein arroganter Unmensch ist, weiß sie zu ignorieren. Erst kürzlich hatte er seine Assistentin mit Dicken-Witzen vergrault, weil sie volle Bezahlung für all ihre Stunden verlangte. Er bringt Schauspielerinnen zum Weinen und hackt auf schwulen Mitarbeitern rum, aber im Grunde macht er auch nur seinen Job.

Fazit: Elaine Garvey hat mich in ihrem Debütroman mitgenommen, um mich in die Welt des Theaters hinter die Kulissen abtauchen zu lassen. Hier herrscht ein rauer Ton und die Mitarbeiter dürfen nicht zimperlich sein. Interessant fand ich, wie die Autorin ihre Protagonistin ausgearbeitet hat. Sie ist eine schüchterne junge Frau aus der Provinz, gefüttert mit den Anweisungen eines tadellosen Benehmens und der Zugehörigkeit zur katholischen Kirche. Ihrem Vater rutscht leicht die Hand aus und er und ihre Mutter liefern sich von je her erbitterte Zweikämpfe, ringen um die familiäre Aufmerksamkeit. Die Autorin hat sich für eine Ich-Erzählung entschieden und schildert alles aus Mairéads Sicht. Der Konflikt zwischen ihrem Vater, der wollte, dass sie spurt und den Männern am Theater, die zu Machtmissbrauch neigen, gefällt mir. Was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass die Autorin beim Lesenden einiges voraussetzt. Sie lässt Personen und deren Äußerungen einfließen, als müsste ich sie kennen. Ebenfalls erschwert hat mir meinen Lesefluss die Aneinanderreihung von Szenen, die ich mir aber nicht so recht vorstellen konnte. Insgesamt eine unterhaltsame Geschichte, die vielleicht etwas zu viel von mir erwartet hat. 

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