Elaine Pagels

 3.3 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Das Geheimnis des fünften Evangeliums, Apokalypse und weiteren Büchern.

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Elaine PagelsDas Geheimnis des fünften Evangeliums
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Das Geheimnis des fünften Evangeliums
Das Geheimnis des fünften Evangeliums
 (8)
Erschienen am 01.08.2006
Elaine PagelsDas Evangelium des Verräters
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Das Evangelium des Verräters
Das Evangelium des Verräters
 (1)
Erschienen am 01.04.2011
Elaine PagelsApokalypse
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Apokalypse
Apokalypse
 (1)
Erschienen am 12.02.2013
Elaine PagelsVersuchung durch Erkenntnis - Die gnostischen Evangelien
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Versuchung durch Erkenntnis - Die gnostischen Evangelien
Elaine PagelsApokalypse: Das letzte Buch der Bibel wird entschlüsselt
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Apokalypse: Das letzte Buch der Bibel wird entschlüsselt
Elaine PagelsSatans Ursprung
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Satans Ursprung
Satans Ursprung
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Erschienen am 01.05.1999
Elaine PagelsReading Judas
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Reading Judas
Reading Judas
 (0)
Erschienen am 27.03.2008
Elaine PagelsBeyond Belief
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Beyond Belief
Beyond Belief
 (0)
Erschienen am 21.01.2005

Neue Rezensionen zu Elaine Pagels

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M

Rezension zu "Apokalypse" von Elaine Pagels

Was hinter den endzeitlichen Bildern zu finden ist
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Die Apokalypse nach Johannes ist ein ganz besonderes, ganz anderes, verschleiertes, in seiner Bildsprache kaum auf Anhieb zu verstehendes Buch in der Bibel. Ein „Buch der Rätsel“. Mit „Sieben Reitern und sieben Kelchen“, mit dem Bösen als Zahlenkombination „666“, mit Posaunen die zum Ende der Welt und damit zu Gottes Strafgericht blasen, mit „Zeichen“ des nahen Unterganges. Mit dem „Lamm Gottes“, in dem alles zusammenfließen wird.

 

Faszinierende „Visionen“ zunächst, die nicht nur für Hollywood Produktionen oder manchen Thriller der Neuzeit die Blaupause gebildet haben, sondern seit langem auch der theologischen Wissenschaft Rätsel aufgaben und zu intensiven Untersuchungen und Meinungsbildungen geführt haben.

 

Die Religionswissenschaftlerin Elaine Pagels nähert sich diesem Buch der Bibel nun mit einem anderen, durchaus frisch zu nennenden Blick in durchaus differenzierter Weise von seiner Entstehung an her. Woher stammen die zugrunde liegenden „Offenbarungen“? Welche Interessengruppen haben das Buch entstehen lassen? Gegen wen oder was wenden sich die Bilder und Visionen? Warum haben die Schriften, die in der Apokalypse des Johannes zusammenfließen, einerseits  soviel Widerstand hervorgerufen, so viele Versuche, dieses Buch der Bibel zu unterdrücken und warum wurde es andererseits so intensiv „kämpferisch“ genutzt?

 

Fragen, denen Pagels sachlich-nüchtern nachgeht. Fragen, die vor allem in die (je) politische Dimension dieses biblischen Textes führen. In diese Richtung verläuft im Kern die grundlegende Ausrichtung von Pagels Sicht der Dinge.

 

Von Beginn an mit politischen Hintergründen versehen ist dieser biblische Text, folgt man Pagels Darstellung der historischen Auseinandersetzung im Zuge der Kanonisierung der Bibel.

 

Wobei sowohl schon hier, in den Anfängen der biblischen Kanonisierung, wie auch im weiteren Verlauf des „Umgangs mit der Apokalypse“, Elaine Pagels nicht aus einer „Glaubensrichtung“ her ihre Gedanken und Thesen entwickelt, sondern sich den Schriften der Apokalypse rein als geschichtliche Dokumenten nähert und stringent auf dieser „innerweltlichen“ Betrachtungsweise des biblischen Buches verharrt.

 

Eine Betrachtungsweise mit Folgen. Denn die teils brachialen Bilder der Apokalypse und die stringente Trennung zwischen „Gut“ und „Böse“ in diesem Buch der Bibel, wurde zu allen Zeiten intensiv in der Auseinandersetzung beteiligter Parteien genutzt. „Kampf und Krieg gegen Gegner“, das war die ursprüngliche Intention der Texte, das kennzeichnet die Nutzung der Apokalypse durch die Geschichte hindurch in den Augen der Autorin.

 

Sei es bei der Entstehung der Textsammlung als „Kampfmittel“ gegen eben „anders Denkende im gleichen Glauben“ (ursprünglich wohl gerichtet gegen Paulus und seine Anhänger), bis hin zur neueren Geschichte mit seinem „Kampf gegen das Reich des Bösen“, mit dem Kommunismus und Terrorismus in gleicher Form bezeichnet wurden und damit zunächst der Gewalt gegen anders Denkende und dem Kampf gegen andere Systeme als dem eigenen eine „religiöse, mythische Überhöhung“ in „archaischer Formulierung“ gegeben wurde.

 

Nichts anderes also als ein biblisches Buch zur „göttlichen Überhöhung“ der eigenen „weltlichen Ansprüche“, gegen das „Böse“ mit allen Mitteln zu bekämpfen. Genutzt von „Urgemeinden“ gegeneinander, von der Inquisition, von weltlicher, sich „christlich überhöhender Politik“.

 

Eine These, die Pagels sehr breit historisch und am Text belegt. Textstellen, das historische Umfeld, die Konkurrenzen und der religiöse Hass, der schon um das Jahr 90 n.C. zu finden war, all das legt Pagels durchaus schlüssig vor die Augen des Lesers.

 

Jene andere Lesart des Buches allerdings (die ebenfalls seit Beginn der Kanonisierung die „Gemüter bewegt“), die inneren, assoziativen, meditativen, glaubensorientierten Versuche des Zugangs zur Apokalypse, diese Seite aber vernachlässigt die Autorin völlig.

So verbleibt, bei aller Klarheit der Argumente, auch der Eindruck, dass hier aus der Apokalypse genau jene Bilder und jene Entwicklungslinien entnommen wurden, welche die Argumentation der Autorin stützen und andere Interpretationsschulen oder unpassende Textstellen nicht wahrgenommen wurden.

 

Alles in allem eine interessante Annäherungsweise mit geschichtlichen „Aha“ Effekten, die allerdings sehr einseitig argumentiert im Raum steht.

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Rezension zu "Das Evangelium des Verräters" von Elaine Pagels

Rezension zu "Das Evangelium des Verräters" von Elaine Pagels
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Schon lange hatte man vermutet, dass es ein Judasevangelium geben müsse, vor allem durch die Hinweise seiner frühchristlichen Kritiker. 1978 endlich wurde es überraschend in Mittelägypten gefunden. Doch erst 2002 durften die Wissenschaftler sich mit dem zerbröselnden Codex befassen. Das taten sie dann sehr intensiv und so konnte 2006 eine erste Übersetzung veröffentlicht werden. Sie wurde damals vom Sender National Geographic weltweit im Fernsehen übertragen und erregte einiges Aufsehen, wird doch in diesem Evangelium Judas Ischariot, der Jesus nach den Überlieferungen des Neuen Testamentes für 30 Silberlinge verriet zu d e m Lieblingsjünger Jesu, der in einer Art Geheimwissen allein die wahre Bestimmung seines Herrn und Meisters Jesus kennt.

Natürlich haben sich insbesondere in den USA sofort zahlreiche Verschwörungstheoretiker und Esoteriker auf das Evangelium gestürzt und es für ihre jeweiligen Interessen zu instrumentalisieren versucht.
Elaine Pagels, die einem deutschen theologisch interessierten Publikum schon seit ihrem 1987 bei Suhrkamp veröffentlichen Buch Versuchung durch Erkenntnis. Die gnostischen Evangelien" bekannt gewordene Religionswissenschaftlerin hat nun zusammen mit der Kirchenhistorikerin Karen L.King zum ersten Mal eine Ausgabe des Judasevangeliums vorgelegt und sie um einen ausführlichen Kommentar ergänzt. Besonders lesenswert auch für ein theologisches Laienpublikum, aber auch für jeden Berufstheologen erhellend und informativ ist ihre kirchen- und religionsgeschichtliche Einführung unter dem Titel Das Evangelium des Verräters", das auch dem ganzen Buch seinen Namen gab.

Wie in keiner anderen uns heute bekannten Schrift des frühen Christentums", schreibt Elaine Pagels in ihrem Vorwort, spürt man im Judasevangelium diese schmerzliche Leidenschaft und Wut, wie sie manche Christen angesichts des grausamen Todes ihrer Angehörigen und Freunde empfunden haben müssen: die qualvolle Hinrichtung durch die römischen Behörden. Diese Wut richtete sich jedoch weniger gegen die Römer als gegen die eigenen christlichen Führer, die die Christen aufforderten, das Martyrium als gottgewollt auf sich zu nehmen, gleichsam als benötigte Gott diese gemarterten Körper zu seinem Ruhm. Und wir spüren in diesem Text die instinktive Weigerung einen solchen Gott anzubeten."

Man kann sich vorstellen, warum dieses Evangelium von den schließlich im Glaubensstreit des frühen Christentums siegreichen Theologen so vehement bekämpft wurde: die totale Infragesellung des Todes Christi als Opfer und die Ablehnung der Sinnhaftigkeit des Martyriums legen die Hand an die gerade sich bildenden dogmatischen Fundamente des Christentums. Erst in der Neuzeit wurde, vor allem durch die feministische Theologie diese Opfertheologie wieder stark in Frage gestellt.

Die beiden Autorinnen vertreten eine differenzierte Haltung und kommen zu folgender vorläufigen Bewertung:
Schriften wie das Judasevangelium gehören nicht in den Kanon, sie gehören aber auch nicht aus dem Bewusstsein getilgt. Ihr Platz ist vielmehr in der Geschichte des Christentums, wie wir versucht haben zu zeigen. Viele dieser Texte sind jedoch zugleich Teil einer Literatur der spirituellen Erneuerung, die von Christen vor mehr als tausendfünfhundert Jahren geschrieben, gelesen, in Umlauf gebracht und geliebt wurden. Diese Texte faszinieren uns bis heute. Schließlich gelangt auch der Verfasser des Judasevangeliums über seinen Zorn hinaus zur Offenbarung -wenn beispielsweise Jesus die Jünger auffordert , ,den vollkommenen Menschen hervorzubringen' und dem Judas das strahlende, von Gottes Liebe erleuchtete Reich des Geistes offenbart. Die Erforschung dieser Texte bereichert also nicht nur unsere Kenntnis von Vergangenheit und Gegenwart, sie eröffnet uns auch Perspektiven, die sehr viel breiter gefächert sind, als uns der überlieferte Kanon glauben machen will."

Ein für Theologen und interessierte Laien gleichermaßen empfehlens- und lesenswertes Buch, das in der Lage ist, die Diskussion um die Bedeutung von Jesu Tod zu bereichern und ggf. zuzuspitzen.
Ob es wirklich glaubhaft und plausibel ist, dass Jesus seinen eigenen Opfertod selbst herausgefordert hat, weil er Judas zum Verrat sozusagen anstiftete, sei hier dahingestellt. Weitere Forschungen werden zeigen, welche Rolle das neu entdeckte Judasevangelium in der frühchristlichen Literatur, der Kanonbildung und der Dogmen- und Apologiegeschichte gespielt hat.

Höchste Anerkennung gebührt den beiden Autorinnen für die Präsentation eines ansonsten nur den Fachleuten vorbehaltenen Themas für ein breites, interessiertes Publikum. Professionelle Theologen, die im Verkündigungs-und Predigtdienst stehen, können mit diesem Buch ihre eigene Passionstheologie einer erneuten Prüfung unterziehen.

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elRinass avatar

Rezension zu "Das Geheimnis des fünften Evangeliums" von Elaine Pagels

Rezension zu "Das Geheimnis des fünften Evangeliums" von Elaine Pagels
elRinasvor 8 Jahren

Sehr erhellend, was da eine konfessionell nicht gebundene Religionswissenschaftlerin zusammenzutragen im Stande ist und das Johannes- dem Thomas-Evangelium gegenüberstelt. Da wollte man doch sicher mit Johannes etwas zurechtrücken
was der aufstrebenden und dann jungen Staatsreligion des Imperium Romanum
nicht mehr in den zentralistischen Kram passte: All diese allzu eingendünkeligen Erweckungsbewegungen in der Pluralität des Ur-Christentums...
Knapp erwischt, sonst hätten wir heute vielleicht einen weltweiten Mithras-Kult
;-)
Den Rest erledigte dann Konstantin mit seiner Verschmelzung des Kaiser-, Sol-Invictus- und Jesus-Kultes und seiner imperialistsichen Bautätigkeit...
nachzulesen bei Rudolf Leeb: Konstantin und Christus

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Gespräche aus der Community

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SiColliers avatar
Hallo allerseits,

nicht zu einem Roman, sondern zu einem Sachbuch würde ich gerne eine Leserunde vorschlagen.


Zum Inhalt (Quelle: Verlagsangabe auf dem Buchrücken)

Die Offenbarung des Johannes gibt viele Rätsel auf: Was bedeutet die Zahl 666? Wer ist die große Hure Babylon? Wie kündigt sich das Weltende an? Und wer hat das Buch überhaupt geschrieben?
Elaine Pagels betrachtet die Schrift im Vergleich mit anderen frühchristlichen Apokalypsen, erklärt ihre einzigartige politische Bedeutung und bietet so einen neuen Schlüssel zum Verständnis des geheimnisvollsten Buches der Bibel.

> Hier auf der Verlagsseite zum Buch < gibt es nähere Informationen: Inhaltsverzeichnis, Pressestimmen und auch eine Leseprobe.


Die Autorin (Quelle: Verlagsangabe)

Elaine Pagels (geb. 1943), Professorin für Religionswissenschaft an der Princeton University, ist als Expertin für die frühchristlichen Schriften international renommiert. Für ihr bahnbrechendes Buch über die gnostischen Evangelien „Versuchung durch Erkenntnis“ (1981, Originalausgabe „The Gnostic Gospels“ ist noch lieferbar) wurde sie vielfach ausgezeichnet.

Ich habe bisher drei ihrer Bücher gelesen; Frau Pagels kann auch komplizierte Zusammenhänge verständlich erklären, ihre Bücher sind sehr gut lesbar.

< Hier der > kurze deutsche Wikipedia-Artikel über die Autorin
Und < hier der > ausführlichere Beitrag im englischen Wikipedia.


Termin

Nach Absprache zwischen Mitte August und November.


Wer liest mit

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SiCollier
SiColliers avatar
Letzter Beitrag von  SiColliervor 5 Jahren
Das wäre kein Hindernis, geht mir nämlich genau so. :-)
Zur Leserunde
elRinass avatar
Gibts denn (außer div. kirchlicher Weltanschauungsreferate: NEWAGE-Schublade) schon jemand, der das Werk und die Kosmologie des Neale Donald Walsch (Gespräche mit Gott usw.) der klassischen Philosophie und traditionellen Theologie religionswissenschaftlich gegenüberstellt? Könnte man nicht eine Elaine Pagels drauf ansetzen?
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