Elaine Pierson Growl

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  • Klischeebehaftet, hölzern und unglaubwürdig

    Growl

    MikkaG

    12. October 2013 um 22:09

    Cover: Ansprechend und sehr passend - verrät direkt, welche Art von Geschichte man zu erwarten hat. Originalität: Ein Mädchen mit Telekinese flieht vor seinen Eltern, um nicht als menschliche Laborrate zu enden, und läuft ausgerechnet Werwölfen über den Weg: den Zwillingen Cole und Jesse, von denen der eine so böse wie der andere gut ist. Diese Kombination an sich ist durchaus neu, aber leider lässt sich ein Großteil der Geschichte auf altbekannte Klischees reduzieren - z.B. wird Lacey oft als starke Heldin angepriesen, bricht aber eigentlich jedes Mal, wenn sie ihre Kräfte einsetzt, hilflos zusammen und muss von starken Männern gerettet werden. (Und das passiert dauernd.) Außerdem verlieben sich natürlich die tollsten Typen unsterblich in sie, ohne dass man wirklich nachvollziehen kann, warum. Glaubhaftigkeit / Logik: Es passieren viel zu viele Zufälle, als dass es noch glaubhaft wäre. Alleine schon, dass Lacey in einer riesigen Stadt innerhalb weniger Stunden direkt auf zwei Werwolfsrudel trifft, ist sehr unwahrscheinlich. Ganz zu schweigen davon, dass ihr anscheinend ständig wildfremde Leute helfen wollen. Ein Mann, der sie per Anhalter mitnimmt, schenkt ihr mal eben so 100 Dollar. Eine Kellnerin bietet ihr direkt an, bei ihr zu leben, solange sie will. Lacey benimmt sich oft unglaublich dumm. Zum Beispiel, was die geschenkten 100 Dollar betrifft: sie hat keinen Job, sie übernachtet auf dem Sofa einer wildfremden Frau, sie weiß nicht, wann sie wieder ein eigenes Einkommen haben wird, und sie gibt direkt am ersten Tag das ganze Geld für Klamotten aus. Außerdem kann man sich darauf verlassen, dass sie grundsätzlich darauf besteht, bei Kämpfen und Ähnlichem dabei zu sein, obwohl das ohnehin nur wieder darauf hinausläuft, dass sie ihre Kräfte einsetzt, zusammenbricht und gerettet werden muss. Es wird erzählt, dass Lacey von ihren Eltern schon einmal in die Kinderpsychatrie eingeliefert wurde, wo diese den Ärzten von Laceys Telekinese erzählt haben. Und anscheinend hat sich da niemand drüber gewundert, sondern es wurde direkt damit begonnen, mit Lacey alle möglichen Tests zu machen und sie schließlich zu foltern (!!!), um sie dazu zu bringen, ihre Kräfte anzuwenden. Klar, das ist ja in der Kinderpsychatrie an der Tagesordnung...? Es wird auch immer wieder betont, dass sich Lacey auch unter Folter standhaft geweigert hat, ihre Telekinese zu benutzen. Später sagt sie dann, dass sie ihre Kräfte noch nie kontrollieren konnte, und so verliert sie auch tatsächlich ständig bei der leichtesten Provokation die Kontrolle. Es gibt eine Szene, in der zwei Werwölfe mitten in der Stadt fliehen müssen. Statt in ihrer menschlichen Form zu fliehen, in der sie gerade sind, verwandeln sie sich in Wölfe. Sehr unauffällig...? Apropros: anscheinend müssen sie dafür ihre T-Shirts zerreissen, können aber die Hosen anlassen. Ein paar Jäger, die nichts von Werwölfen wissen, benutzen zufällig Silberkugeln. Und ich könnte noch viel mehr logische Ungereimtheiten aufzählen! Spannungsaufbau: Es passiert schon eine Menge, wobei es meist darum geht, dass sowohl die Guten als auch die Bösen Lacey unbedingt für sich haben wollen. Aber das Meiste ist so vorhersehbar, dass richtige Spannung für mich trotz der ganzen Action nicht aufkam. Charaktere: Wie schon gesagt fand ich Lacey oft unerträglich dumm, und ich konnte mit ihr nie wirklich warm werden. Man erfährt auch sehr wenig über sie, abgesehen von ihren Kräften und dass sie mit ihrer Mutter noch nie klarkam. Liebenswürdig wirkte sie auf mich nur selten, und so fand ich völlig unverständlich, warum jeder sie nach kürzester Zeit total toll findet! Vielleicht liegt es daran, dass sie in fremden Küchen direkt ganz selbstverständlich an den Kühlschrank geht und für alle Frühstück kocht? Jesse ist der gute, selbstlose Werwolf, der Menschen rettet (obwohl er sie gar nicht sonderlich mag) und versucht, seinem bösen Bruder die Stirn zu bieten. Cole ist der fiese Fiesling, der Menschen verachtet und zum Spaß jagt und tötet. Die beiden sind natürlich unheimlich heiß - und ziemliche Abziehbilder, die man schon in unzähligen Romantasy-Büchern ganz ähnlich erlebt hat. Auch die anderen Charaktere blieben für mich blass, eindimensional und stereotyp. Schreibstil: Die Autorin steht anscheinend mit der Grammatik auf Kriegsfuß, besonders mit den richtigen Zeitformen... Auf jeder Seite finden sich diverse Fehler, und manchmal springt die Geschichte jäh von der Vergangenheit in die Gegenwart und zurück. Das war für mich sehr störend und ablenkend. Außerdem ist der Schreibstil oft sehr einfach, so nach dem Schema: "Sie tat dies, und dann tat sie das, und dann tat sie jenes." Tempo: Das Tempo ist schon ok, nur für die Charakterentwicklung hätte ich mir mehr Zeit und Raum gewünscht. Romantik: Die Romantik hat mich nur wenig berührt, wahrscheinlich, weil ich mich mit den Charakteren nur so wenig anfreunden konnte. Und es geht einfach zu schnell: Lacey und Jesse kennen sich weniger als 24 Stunden bevor sie sich auch schon unglaublich lieben.

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