Elan Mastai

 3.6 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Die beste meiner Welten, Die beste meiner Welten und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Elan Mastai

Screenwriter-turned-novelist: Der kanadische Roman- und Drehbuchautor wurde bekannt für sein Drehbuch zum irisch-kanadischen Film „The F-Word - Von wegen nur gute Freunde!“ aus dem Jahre 2013 mit Daniel Radcliffe und Zoe Kazan in den Hauptrollen. Der Sohn einer Kanadierin und eines Israelis hat Film an der Queens Universität in Kingston und an der Concordia Universität in Montréal studiert. Sein Romandebüt „All Our Wrong Todays“ (dt. „Die beste meiner Welten“) erschien 2017 und ist ein Science-Fiction-Roman über einen Mann, der mit einer Zeitmaschine aus seiner idealen Welt ohne Armut und Krieg in die Vergangenheit reist. Elan Mastai lebt mit seiner Frau, seinen Kindern und einem Australian Shepherd in Toronto.

Alle Bücher von Elan Mastai

Die beste meiner Welten

Die beste meiner Welten

 (9)
Erschienen am 23.04.2018
Die beste meiner Welten

Die beste meiner Welten

 (4)
Erschienen am 20.04.2018
All Our Wrong Todays

All Our Wrong Todays

 (1)
Erschienen am 07.02.2017

Neue Rezensionen zu Elan Mastai

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MelEs avatar

Rezension zu "Die beste meiner Welten" von Elan Mastai

Zeitreisender
MelEvor 3 Monaten

" Die beste meiner Welten" ist sehr wissenschaftlich belegt, was mitunter den Lesefluss etwas gestört hat, ansonsten ist es eine solide Story, die amüsante Momente aufweist und durch die direkte Ansprache an den Leser so wirkt, als wäre der Roman nur für mich geschrieben worden. Ich habe es als sehr persönlich wahrgenommen und mir oftmals die Frage gestellt, wie es wäre, wenn ich die Zeit ändern könnte, um Dinge zu verändern? Tom / John, der Protagonist dieses Romans ist nicht immer sympathisch, da er egoistisch wirkt und oftmals wenig liebenswert. Es dauert lange, bis man mit ihm warm wird und dann folgen wieder Begebenheiten oder Aussagen, die mich dazu verleiten würden, ihm ganz gewaltig in den Hintern zu treten, um ihn zur Vernunft zu bringen. Ein Antiheld sozusagen, dem echtes Potential fehlt, wobei dieses natürlich für den Roman enorm wichtig ist, damit das Ende auf den Leser einwirken kann. Das Ende reißt meine geteilte Meinung noch einmal so richtig rum, da die Botschaft wirklich wertschätzend ist, wobei dieses dem Roman bis dahin gefehlt hat. Tom / John plätschert vor sich hin und weiß mit seinem neuen Leben nichts anzufangen. Sich auf Zeitreisen zu begeben kann halt auch gefährlich sein. Man befindet sich in einer anderen Zeit, trägt einen anderen Namen und wird komplett als verrückt gehalten. So wirkt Tom / John tatsächlich, denn die intensiven Selbstzweifel und Selbstgespräche werden auf Mitmenschen und Leser übertragen. 

Ich brauchte einige Seiten, um mich auf den Roman einzulassen. Die direkte Anrede ist manchmal überfordernd und irritierend, ist aber ausschlaggebend für die Story. Es benötigte meinerseits eine leichte Anlaufzeit. Im Gesamteindruck hat der Autor mich dennoch überzeugt, denn diese Zeitreise ist definitiv anders, da der Protagonist seine innere Haltung ändert, was dann letztendlich doch begeistert. Da, wo ich mich zuvor leicht langweilte kommt dann doch noch etwas wie Spannung oder auch Emotionalität auf. Eine  Leseempfehlung an ein Buch, welches anders war als erwartet, dadurch aber nicht schlechter, sondern geistreich und letztendlich auch wortgewandt. 

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sursulapitschis avatar

Rezension zu "Die beste meiner Welten" von Elan Mastai

Ein höchst origineller Zeitreiseunfall
sursulapitschivor 5 Monaten

Dieses Buch wollte ich eigentlich das Hörbuch hören, stellte aber fest, dass mir der Sprecher überhaupt nicht gefällt. Er zelebriert jedes einzelne Wort und verleiht dem Text ein Pathos, das er nicht hat und auch nicht haben will. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass das Buch ein großer Spaß sein muss. Selten habe ich so ein verrücktes Buch gelesen. Hier schreibt sich Tom Barren den Frust von der Seele.

„Die Sache ist also die: Ich komme aus der Welt, die wir haben sollten. Das sagt Ihnen natürlich nichts, denn sie leben hier, in der beschissenen Welt, die wir haben. Aber die hätte nie so werden sollen. Und daran bin ich schuld – na ja, ich und in einem geringeren Maße mein Vater und, ja, ein bisschen vermutlich auch Penelope.“

Tom hat ein Problem. Er hat versehentlich die Zeitlinie verändert. Man hat ihn in das Chrononautenprogramm aufgenommen, aber nur weil es von seinem genialen Vater geleitet wird. Seine Fähigkeiten hätten ihn nicht dafür qualifiziert. Und die erste aller möglichen Zeitreisen vermasselt er so gründlich, dass bei seiner Rückkehr alles anders ist. In diesem Jahr 2016 haben sie nicht seit 50 Jahren kostenlose, saubere Energie durch die Gottreider-Maschine und deshalb wurde manch segensreiche Technik nicht entwickelt. Man kocht sich tatsächlich sein Essen selbst! Allerdings ist sein Vater plötzlich liebevoll statt genial, seine Mutter wurde nicht von einem Hovercar überfahren und er hat eine Schwester, die vorher nie geboren wurde.
Tom ist hin und her gerissen. Wie kommt er wieder heraus aus diesem Schlamassel und will er das überhaupt?

Höchst unterhaltsam erzählt Elan Mastai von einem Zeitreiseunfall, den man sich kaum vorstellen kann, der aber durch und durch schlüssig und nachvollziehbar dargelegt wird. In einem sehr originellen Erzählstil, der Schnodderigkeit wunderbar mit Eloquenz verbindet, erzählt er Toms Geschichte, wie es zu der Katastrophe kam und welche Konsequenzen das für Tom und sogar die ganze Welt hat. Neben brandneuen physikalischen Theorien bringt er auch originelle philosophisch-moralische Gedanken auf den Tisch. Das Lesen ist ein großer Spaß.
Nach und nach wird die Geschichte immer verrückter und nimmt nahezu absurde Formen an. Man liest und staunt. Einzig das Ende hält dann nicht ganz, was das Buch versprach. Es ist ein wenig brav für so ein Spektakel. Ich habe mit einem großen Knall gerechnet und bekam einen Knallfrosch. Schade.

Trotzdem ist es ein sehr lesenswertes Buch. Science Fiction, die origineller nicht sein könnte, ein Spaß und ein Erlebnis. Absolute Empfehlung.

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thursdaynexts avatar

Rezension zu "Die beste meiner Welten" von Elan Mastai

Lovestories in Zeitreisen
thursdaynextvor 5 Monaten

Elan Mastais Debüt glänzt mit einem überraschenden, lockenden Beginn:

„Die Sache ist die: Ich komme aus der Welt, die wir haben sollten. Das sagt Ihnen natürlich nichts, denn Sie leben hier, in der beschissenen Welt, die wir haben.“

Fast schon rotzig erzählt der 32 jährige Tom Barren seine Geschichte, wie es dazu kam, dass wir nicht in einer futuristischen, fast perfekten gerechten Welt mit unbegrenzter sauberer Energie und frei von kriegerischen Konflikten leben. Alle Dinge des täglichen Bedarfs werden mit Maschinen problemlos hergestellt und ebenso einfach wieder recycelt. Man kann kochen oder seine Nahrung bequem generieren lassen – eine wunderbare Welt. Die Luft ist rein und frei von Schadstoffen, Teleportieren eine gängige Reisemethode.

Ein faszinierendes verlockendes, alternatives 2016 ist es, das der Protagonist schildert, nicht ohne deutlich zu betonen, dass er es versaut hat. Mastai lässt ihn sich in seinen Schuldgefühlen suhlen, mutet dem Leser einen larmoyanten, schwachen, schwer zu ertragenden Erzähler zu, der zudem noch zwischen den Berichten wechselt, indem er kurze, sachlich schlichte Zusammenfassungen des Erzählten liefert. Stilistisch ist das wenig gefällig, weder der Ich-Erzähler noch die redundante Zusammenfassung. Mich lockte der Science – Fiction-Anteil der Geschichte – die Zeitreisen, diese sind zwar wenig wissenschaftlich und teils logisch, zumindest für mich, nicht gänzlich ohne Lücken, aber komplex und in der Erschaffung der alternativen Welten durchaus spannend, auch wenn sich weder Ich- Erzähler Tom noch Autor mit den wissenschaftlichen Details intensiver befassen. Ausgehend von der nicht gänzlich falschen Annahme, dass die meisten Leser dem sowieso nicht folgen könnten. Das ist schlitzohrig verbrämte Bequemlichkeit, die etliche Leser sicher sehr goutieren werden.

Schwer erträglich war für mich die Liebesgeschichte zwischen dem ewig jammernden Loser Tom, der gerne die Schuld in den Umständen und bei seinen Eltern sucht, und der gescheiterten, zielstrebig ehrgeizigen Astronautin Penelope, die eigentlich nur aus Toms Perspektive Liebe ist. Diese Vermengung unterschiedlicher Genres, Zukunftsroman mit Zeitreisen und Lovestory und Entwicklungsroman trägt zwar die gesamte Geschichte, macht sie aber auch so unerfreulich zu lesen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob der mich störende Stil, sprachlich nicht auch der Übersetzung anzulasten ist. Aus Tom Barren wird im Verlauf der Ereignisse John Barren und auch ein Victor Barren erscheint als Alternativpersönlichkeit auf der Bildfläche. Astro – und Chrononautin Penelope wird in einer anderen Zukunft zu Penny einer Buchladenbesitzerin die Tom läutert und tatsächlich liebt und auch seine Eltern sind wandelbar, sogar eine Schwester taucht auf.

Lionel Gottreider, der Erfinder der Gottreider Maschine, in der zerstörten Alternativwelt hochverehrt als Heils- und Segensbringer der unbegrenzten Energie, spielt ebenfalls eine tragende Rolle und die verschiedenen Gottreider-Persönlichkeiten hat der Autor elegant eingeflochten und psychologisch gut begründet. Mit der Figur Gottreiders ist ihm auch eine zusätzliche Erzählung einer großen Liebe geglückt, die sogar mich überzeugt hat.

Ich bin hin und her gerissen. Für ein Debüt ist die Geschichte in ihrer Grundidee und Komplexität wirklich herausragend, obwohl der Autor sich recht unverhohlen an den Klassikern des Genres bedient hat, und sie kann trotz des mir unliebsamen Protagonisten und der teils kitschigen Liebesgeschichte ihre Stärken entwickeln. Etwas Poesie, ein weniger jämmerlicher „Held“ und genauer skizzierte Charaktere hätten das Lesevergnügen in Zusammenhang mit einem gefälligeren Schreibstil sicher erhöht. So bleibt ein großartiges Storyboard, das sich SciFi Fans unter dem Vorbehalt, dass sie in Anlehnung an Jules Verne und frühe Zukunftsvisionen, die hier en masse zu finden sind, nicht entgehen lassen sollten. Vielleicht ist für den einen oder anderen Leser „Die beste meiner Welten“ aber auch nur eine kitschige Lovestory über die Zeiten und Welten hinweg die gewiss eine andere Leserschaft finden und in ihren Bann zu ziehen vermag.

So bleibt ein Science-Fiction Roman für Menschen die lieber eine etwas ungewöhnlichere Liebesgeschichte lesen wollen, eine Hommage voller Reminiszenzen – beabsichtigt oder unbeabsichtig – an die früheren Größen des Genres, an die Mastai jedoch nicht heranreicht.



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