Elanor Dymott Bevor sie mich liebte

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Inhaltsangabe zu „Bevor sie mich liebte“ von Elanor Dymott

Erst ein halbes Jahr ist vergangen seit jener Mittsommernacht, in der Alexanders Frau Rachel einem brutalen Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Auf Bitten ihres ehemaligen Literaturprofessors kehrt Alexander zurück an den Tatort, das verschneite Worcester College in Oxford, und erfährt dort allmählich von einem ihm unbekannten Leben seiner Frau. Hat die Geschichte der Ermordung bereits während Rachels Studium ihren Anfang genommen? Weshalb hat Rachel ihm trotz ihrer glücklichen Ehe Dinge vorenthalten?
Die analytisch nüchterne Art des Anwalts, der den Mord zu verarbeiten versucht, trifft auf die ausschweifende Erzählweise des Literaturprofessors, der mehr zu wissen scheint, als er anfangs zugibt. Die Stränge verweben sich, lassen bedrohliche Schatten hervortreten und wahren doch in ihrem Innern einen warmen und versöhnlichen Kern.

Weniger spektakulär, als man nach Klappentext vermuten könnte.

— SitataTirulala

Collegeluft in Oxford schnuppern und die Abgründe der Mitmenschen ergründen - das kann man bei der Lektüre dieses atmosphärischen Krimis.

— TochterAlice

ein Buch für alle, die tragische Liebesgeschichten mögen. Und für die, die mal einen Blick in einen britischen Campus werfen wollen...

— readingrat

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  • Nett, aber wenig spektakulär

    Bevor sie mich liebte

    SitataTirulala

    21. July 2014 um 11:21

    "In der Liebe wird aus Verlangen irgendwann Bedürfnis. Dann reicht es nicht mehr, das Begehrte besessen zu haben, und man erkennt, dass man von diesem Menschen nie genug haben wird, so viel man auch bekommen mag." Seit Rachel und Alex, die sich noch aus College Zeiten kennen, sich auf der Hochzeit von Alex bestem Freund Richard wiedergetroffen haben, sind sie praktisch unzertrennlich. Einen alten Sommerflirt wieder aufleben lassend heiraten sie kurz danach und ihr gemeinsames Leben erfüllt beide mit großer Zufriedenheit, bis sie eines Abends zu einem Ehemaligentreffen nach Oxford zurückkehren. Rachel will nur noch einmal runter zum See, um im Mondschein in alten Erinnerungen zu schwelgen - und wird dort ermordet. Alex ist am Boden zerstört und hat in seiner grenzenlosen Trauer mit den alltäglichsten Dingen zu kämpfen, während die Ermittlungen kaum nennenswerte Fortschritte machen. Dann erhält er eine Einladung von Rachels ehemaligem Professor, Harry Gardner, den sie an jenem Abend in Oxford besucht haben. Er verspricht ihm ein paar von Rachels alten Habseligkeiten zu geben, doch was Harry Alex dann erzählt könnte der Schlüssel zu Rachels Tod sein. Ein Mann verliert seine Frau und muss nach ihrem Tod durch andere erfahren, dass sie nicht der Mensch war, für den er sie gehalten hat. Die Story an sich klang schon mal nicht verkehrt und hat mich irgendwie gereizt. Am Anfang kann man sich auch gut in Alex hinein versetzen und teilt seinen Verlust, da die Verbindung zwischen ihm und Rachel etwas wirklich Besonderes gewesen zu sein scheint. In seinen Erinnerungen an seine Frau erzählt der Protagonist oft verworren, mal Begebenheiten aus ihrer oder seiner College Zeit, mal welche aus ihrem gemeinsamen, alltäglichen Leben. Hier ist nicht immer ganz klar auseinander zu halten, wo er gerade gedanklich ist und es ist nicht ganz einfach, ihm zu folgen, zumal viele Schnipsel eingestreut werden, die man zu diesem Zeitpunkt unmöglich einordnen kann. Das ist in vielen Thrillern oder Krimis so, sicher, aber für mich hatte es in diesem Roman eher den Nachgeschmack von: Aha, und was genau sollte das jetzt? Und auch die Geschichte, die Rachels ehemaliger Dozent da ausgräbt und präsentiert, erschien mir wenig spektakulär. Ohne zu viel verraten zu wollen: Rachel hatte einfach eine wilde College Zeit, die hier reichlich melodramatisch als Enthüllungsstory aufgezogen wird. Dazu kommt, dass die "heutige" Rachel überhaupt nichts mehr mit dem selbstsüchtigen, wilden Mädchen vom College gemein hat und quasi die Unschuld in Person ist. Es fällt schwer nachzuvollziehen wo in ihrer Charakterentwicklung diese abrupte Wendung vollzogen wurde. Überhaupt hat sich wenig bis gar keine Empathie mit den Charakteren eingestellt und das, obwohl es um das große Gefühl der Trauer ging. Elanor Dymott pflegt zwar einen sehr angenehmen und sehr detailreichen Schreibstil, aber oft entstand bei mir beim Lesen das Gefühl, dass viel "unnötiges" beschrieben wurde, also dass zu viele Details aufgenommen wurden, die von der eigentlichen Geschichte ablenken, einen immer wieder raus- und aus dem Konzept bringen. Schlussendlich war "Bevor sie mich liebte" eine weiß Gott nicht unangenehme, aber eben auch keine herausragende Lektüre für zwischendurch. Dafür gibt es 3 solide Sterne von mir. >> Rezension zu finden auf: http://licentiapoeticae.blogspot.de/2014/07/br-elanor-dymott-bevor-sie-mich-liebte.html <<

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  • Leserunde zu "Bevor sie mich liebte" von Elanor Dymott

    Bevor sie mich liebte

    KEIN & ABER Verlag

    Was bedeutet ein Mord - ist er das Ende eines Lebens oder der Anfang einer Geschichte? »Wenn ich zu meiner Frau befragt werde, müsste ich von vornherein sagen, dass ich nicht viel von ihr weiß. Jedenfalls nicht so viel, wie ich dachte.« Bei einem Ehemaligentreffen in Oxford wird Alexanders Frau Rachel brutal ermordet. Nach und nach enthüllt sich dem fassungslosen Anwalt eine abgründige Geschichte, die sich um Rachels ausschweifende Vergangenheit rankt. Bestechend in ihrer Nüchternheit und Ausdruckskraft webt Elanor Dymott ein dichtes Netz aus Entdeckungen und Erinnerungen und erzeugt eine ungeahnte Spannung. Ein Roman, der mehr ist als die Aufklärung eines Mordes: BEVOR SIE MICH LIEBTE ist eine ergreifende Liebesgeschichte und ein sprachliches Meisterwerk, das virtuos die Möglichkeiten des Erzählens auslotet.   Eine Leseprobe findet Ihr hier:  http://www.keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/dymott_bevor_sie_mich_liebte/index.html   Elanor Dymott wurde 1973 in Chingola, Sambia, geboren. Sie ging in den USA und in England zur Schule und verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Südostasien. Nach einem Englischstudium in Oxford, wo sie sich auch zur Chorsängerin ausbilden ließ, entschied sie sich für eine Anwaltslaufbahn. Für kurze Zeit kehrte sie nach Singapur und Indonesien zurück, um als Finanzjuristin zu arbeiten. Sie lebt inzwischen in London, arbeitet als Gerichtsreporterin u. a. für The Times und spielt in einer Jazzband. Bevor sie mich liebte ist ihr erster Roman.  Wir suchen 20 Leserinnen und Leser, die Lust haben, Dymotts Roman zu lesen und eine Rezension zu schreiben. Hierfür verlosen wir Bücher inklusive eBook-Download, damit Ihr das Buch klassisch gebunden oder praktisch auf Eurem Reader lesen könnt. Wenn Ihr neugierig auf BEVOR SIE MICH LIEBTE geworden seid, dann beantwortet bis zum 3. Mai folgende Frage: Was bedeutet ein Mord - ist er das Ende oder erst der Anfang einer Geschichte? Wir freuen uns auf Eure Antworten! Euer Kein & Aber Team

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    • 332
  • Was verschwieg sie?

    Bevor sie mich liebte

    britta70

    09. July 2013 um 01:05

    In einer Mitsommernacht wird Rachel nach einem Ehemaligentreffen in Oxford brutal ermordet. Ihr Mann Alex steht zunächst unter Tatverdacht, doch er hat seine Frau nicht umgebracht. Wer war es dann?  Eine Bitte des ehemaligen Literaturprofessors Harry führt Alex zurück zum Tatort. Harry scheint mehr zu wissen, als er zuzugeben bereit ist. Neben seiner Trauerarbeit berichtet Alex in Rückblenden, was er von Harry über Rachel und ihre Vergangenheit erfährt. Obwohl Alex seine Ehe mit Rachel als glücklich empfand, hat sie ihm wohl entscheidende Details über sich vorenthalten. Nun muss er das Bild, das er bislang von Rachel hatte ergänzen und merkt wie fremd ihm seine Frau doch eigentlich war. Offensichtlich sind die Gründe für Rachels Ermordung in ihrer studentischen Vergangenheit zu suchen. Doch WER hatte WARUM einen Grund, Rache zu nehmen? Eleanor Dymott ist ein wunderbarer Roman gelungen, der beides zugleich ist: Liebesgeschichte und Krimi. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des Anwalts Alex, der widerum permanent zwischen Beschreibungen seiner gegenwärtigen Trauerbewältigung und Rückblenden in Rachels studentische Vergangenheit wechselt. Zahlreiche Begebenheiten an unterschiedlichen Orten und zu verschiedenen Zeiten ergeben am Ende ein großes Ganzes, nachdem man ähnlich wie bei einem Puzzle alle Teilchen zusammengesetzt hat. Die Erzählweise und der Sprachstil konnten mich ebenso überzeugen wie die Vielschichtigkeit der plastisch beschriebenen Charaktere. Das Thema ist hochaktuell und brisant: Wie genau kenne ich jemanden wirklich und wie gehe ich damit um, wenn das vertraute Bild bröckelt und sich dahinter Fremdes zu erkennen gibt? Ein sehr lesenswerter Roman mit ansteigendem Spannungsbogen, der mich gefesselt hat und dessen Lektüre ich wärmstens empfehle.

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  • Ein tolles Buch!

    Bevor sie mich liebte

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Erst ein halbes Jahr ist vergangen seit Alexanders Frau Rachel einem brutalen Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Auf Bitten ihres ehemaligen Literaturprofessors kehrt Alexander zurück an den Tatort, das verschneite Worcester College in Oxford, und erfährt dort allmählich von einem ihm unbekannten Leben seiner Frau. Hat die Geschichte der Ermordung bereits während Rachels Studium ihren Anfang genommen? Weshalb hat Rachel ihm trotz ihrer glücklichen Ehe Dinge vorenthalten? Die analytische Art des Anwalts, der den Mord zu verarbeiten versucht, trifft auf die ausschweifende Erzählweise des Literaturprofessors, der mehr zu wissen scheint, als er anfangs zugibt…. Der sehr ungewöhnliche Schreibstil war für mich sehr angenehm, ist aber bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Der Leser braucht Geduld, denn die Geschichte liest sich nicht schnell runter und manche werden sie als langatmig oder sogar langweilig empfinden. Der Protagonist Alexander war mir sehr sympathisch und ich konnte mich sehr gut in ihn und seine Denkweise hineinversetzen. Obwohl es in diesem Buch um einen Mord geht, ist es kein richtiger Krimi. Die Geschichte ist eher ein Drama, das sehr gut aufzeigt, dass wir einen Menschen nie wirklich genau kennen und kennenlernen werden. Auch wenn wir uns anderen gegenüber öffnen, geben wir nicht alles preis. Das wird hier sehr gut dargestellt. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen und kann ich nur weiterempfehlen. 

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    • 2
  • Ein Krimi der etwas anderen Art

    Bevor sie mich liebte

    MoiHey

    26. June 2013 um 16:55

    Inhalt: Rachel und Alexander sind ein glücklich verheiratetes Paar, das sich erst Jahre nach dem gemeinsamen Collegeabschluss in Oxford wiedergefunden haben. Doch ihr Liebesglück ist nicht von langer Dauer, denn bei einem Ehemaligentreffen der Oxfordabsolventen wird Rachel ermordet. Fassunglos darüber gerät Alexander in ein tiefes Loch und erst ein halbes Jahr danach macht er sich auf die Suche nach Antworten und gerät somit in die wirre Vergangenheit seiner Frau. Meine Meinung: Schwierig, etwas über dieses Buch zu sagen. Ehrlichgesagt bin ich mit der Erwartung eines spannenden Krimis rangegangen. Das Buch ist aber ganz anders. Es ist viel ruhiger und gefühlvoller als ein richtiger Krimi. Dagegen habe ich eigentlich nichts. In diesem Buch hingegen war es mir zum Teil zu ruhig und einige Stellen haben sich wirklich langgezogen. Eine gewisse Grundspannung war dennoch vorhanden, da man sich immer fragte, wer der Mörder wohl sein könnte, aber die ewigen Andeutungen und Zeitspünge waren mir irgendwann zu viel.

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  • Lasch und langatmig

    Bevor sie mich liebte

    Bagirabalu

    17. June 2013 um 14:17

    *Inhalt* Alles beginnt mit einem Mord an Rachel, der Collageliebe von Alex. Nachdem die beiden sich seit ihrer Collagezeit nicht mehr gesehen haben und dann durch Zufall auf einer Hochzeit aufeinandertreffen, geht alles recht schnell. Die beiden heiraten und scheinen sehr glücklich, doch unglückliche Umstände führen dazu, dass Alex sich nach dem Mord an seiner Frau mit deren Vergangenheit auseinandersetzen will und muss, um endlich die Wahrheit über ihren Tod zu erfahren… Erst ein halbes Jahr nach dem Mord macht sich Alex auf die Suche nach Antworten und entdeckt, dass seine Frau nicht diejenige zu sein schein, die er zu kennen dachte. Zwischen Trauer, Liebe, Verwirrung und Unverständnis erleben wir die Geschichte aus Sicht von Alex, der durch Zeitsprünge durch seine Collagezeit reist und interessante Erfahrungen in Bezug auf seine Frau sammelt. *Mein Fazit* Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Alex erzählt, der auf der Suche nach der Wahrheit ist. Es wird immer wieder zwischen Vergangenheit am College sowie der Gegenwart hin und her gesprungen. Was mir überhaupt nicht gefallen hat, ist dieses Laaaaaannnggezogene. Das Buch ist meiner Meinung total langatmig, die ganze Spannung wurde dadurch für mich zum Horror. Das gute ist aber, dass ich für mich gemerkt habe, dass ich wirklich Action, Spannung und zwar schnell brauche. Ich muss von einer Seite zur anderen gefesselt werden und nicht von der ersten zur zwanzigsten. Der Schreibstil dieses Buches ist mir einfach zu lasch. Die Grundidee der Geschichte als Ansatz ist nicht schlecht, jedoch hätte ich mir in Bezug auf einzelne Personen (Cissy und Anthony) mehr Tiefe und Hintergrundwissen gewünscht. Auch die Zeit, als die Drei sich miteinander vergnügten und etwas unternahmen, war mir zu kurz, um mich in die Situation versetzen zu können. Dementsprechend lang kamen mir dagegen die Ausführungen von Harry vor. Durch die verschiedenen Sichtweisen und Rückblenden wird zwar die Spannung gehalten, doch für mich eher langatmig als spannungsgeladen. Alles in allem habe ich ziemlich lange gebraucht für das Buch, weil ich kein Fortkommen sah. Es ist nicht mein Stil, wobei ich nicht sagen möchte, dass die story schlecht ist. Es liegt eben an meinem Geschmack. Ich bedanke mich für die Leserunde und das Buch!!!

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  • Kennt man einen Menschen je wirklich?

    Bevor sie mich liebte

    gusaca

    07. June 2013 um 09:13

    Rachel, die Frau des Anwalts Alex, ist ermordet worden. In Rückblicken wird dem Leben dieser Frau von ihrem Ehemann nachgespürt und er erfährt einige Dinge über seine tote Frau, die er nicht gewußt hat. Der Erzählstil  ist nicht gradlinig, sondern wechselt immer wieder in verschiedene Zeitebenen. Am Anfang hat mich diese Sprunghaftigkeit etwas verstört, aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich an diesen Schreibstil. Im Prinzip folgt Alex zuerst seinen Gefühlen und dann seinem durch den Anwaltsberuf geschulten Verstand, um den Mord an seiner Frau zu verstehen und zu verarbeiten. Harry , der ehemalige studentische Tutor von Rachel, hält direkt nach dem Mord, einige Informationen zurück, um Rachels Andenken nicht zu beflecken. Nach einiger Zeit eröffnet er Alex , aber alles was er weiß und überläßt ihm dann das weiter Vorgehen. Die ganze Vergangenheit Rachels setzt sich Seite für Seite , Stück für Stück wie ein Puzzel zusammen, bis der Leser am Ende des Buches ein fertiges Bild erhält. DAs Ende ist relativ offen gehalten, was der Intention des Buches keinen Abbruch tut. Als LEser hätte man vieleicht doch gerne das polizeiliche Endergebis erfahren. DAs Buch ist in seiner narativen Form nicht einfach zu lesen, hat mich am Ende aber doch von seiner literarischen Qualität überzeugt.

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  • Bevor sie mich liebte

    Bevor sie mich liebte

    Zuellig

    01. June 2013 um 13:33

    Inhalt: Wer hat Rachel ermordet? Ihr Ehemann Alex erfährt nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau Dinge über sie, die er nie für möglich gehalten hätte. Dadurch lüftet sich auch das Geheimnis um ihre Ermordung.  Meine Meinung: Der Schreibstil spiegelt zu Beginn Alex' Verfassung nach dem Verlust seiner Frau sehr treffend wieder. Einerseits der Satzbau mit den vielen "und", andererseits die verschachtelte Zeitstruktur. Er erinnert sich an etwas und schon taucht eine weitere Erinnerung auf, die noch weiter zurückliegt. Ich muss ziemlich gut aufpassen, dass ich weiss, in welcher Zeit wir uns gerade befinden. Die Atmosphäre ist etwas einlullend. Alex erzählt und erzählt und erzählt, man könnte meinen "ins Blaue hinein", aber immer wieder tauchen interessante Details auf, die bestimmt noch wichtig werden. Mir gefällt diese Art des Erzählens. Ich bin sehr gespannt, in welche Richtung sich die Geschichte weiter entwickeln wird. Ich musste zu Beginn des Buches die ganze Zeit darüber nachdenken, weshalb mich diese ungewöhnliche, assoziative Erzählstruktur mit den ständigen Rückblenden und eingeschobenen Erinnerungen so fasziniert und nicht nervt, weil ich sie doch als ziemlich anstrengend empfinde. Schliesslich wurde mir klar, dass es wohl ausschliesslich die Tatsache ist, dass ich vom ersten Absatz an Mitgefühl und Mitleid mit Alex empfand, weil er seine Frau verloren hat. Wäre mir der Protagonist nicht so sympathisch und die Erzählweise so passend, würde ich die Geschichte wohl nicht weiterverfolgen. Durch die vielen erinnernden Rückblicke erfährt man auch sehr viel aus der Jugend von Alex, wobei über den verhängnisvollen Unfall seines Freundes "netterweise", wie über das Rätsel von Rachels Tod, nur in homöopatischen Dosen berichtet wird. Langsam finden dann die ersten Puzzleteilchen ihren angestammten Platz. Alex ist zu Besuch bei Harry und erfährt von ihm so einiges, das er nicht erwartet hätte. Die Ereignisse werden nach wie vor sehr assoziativ erzählt. Auf Rückblenden in die Studienzeit folgen solche in die Kindheit und umgekehrt. In Kapitel 19 wurde ich ungeduldig, weil Alex es immer wieder schaffte, die Geschichte des Ballabends herauszuzögern. Das heisst natürlich auch, dass ich die Story(s) nach wie vor sehr spannend finde und gespannt bin, wie sich alles fügen wird. Von der Struktur her fand ich diesen Teil des Buches weniger interessant als die vorhergehenden. Über viele Seiten wird Harrys Geschichte am Stück wiedergegeben. Studien zum Gebrauch des Konjunktivs würden sich hier anbieten, aber atmosphärisch anziehend fand ich das nicht gerade. Auf der inhaltlichen Ebene ist die Katze jetzt aus dem Sack. Harry hat es geschafft, seine Version zu Ende zu erzählen. Ich werde nicht ganz schlau aus ihm und hoffe sehr, dass da (noch) mehr dahintersteckt. Was ist mit Cissy? Ich wäre sehr enttäuscht, wenn sie in dem ganzen Chaos nicht auch eine entscheidende Rolle spielen würde. Während ich die letzten Seiten des Buches las, überlegte ich mir, wie es mir insgesamt gefallen hat und ich hatte den Gedanken, dass es eigentlich kein "richtiges" Buch, im Sinne einer literarisch verarbeiteten und dargebotenen Geschichte ist, sondern eher die Nacherzählung eines "realen" Gerichtfalles, wo alles unsicher ist und bleibt und nichts "rund" und eindeutig ist. Ich war ziemlich erstaunt, als ich dann in der Erinnerungsphase ganz am Schluss des Buches die Diskussion zwischen Alex und Rachel las, wo es genau um dieses Thema ging. Elanor Dymott hat das Risiko jedenfalls auf sich genommen, und es gewagt, einen Roman zu schreiben, der vieles offen lässt. Mir hat es gut gefallen.

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  • Mehr tragische Liebesgeschichte als Krimi

    Bevor sie mich liebte

    bookgirl

    31. May 2013 um 09:35

    Sie fehlt mir. Damit ist alles gesagt. Sie hat mir gefehlt, ehe ich zu Harry nach Oxford fuhr, und sie hat mir bei meiner Rückkehr gefehlt, und seit letzter Woche, seitdem ich wieder hier bin und überlege, was ich mit mir anfangen soll, empfinde ich ihre Abwesenheit noch stärker. Inhalt Alex und Rachel - eine große Liebe, die nur für eine kurze Dauer bestimmt war. Denn Rachel wird auf brutale ermordert. Aber wer ist der Mörder und wieso wurde sie umgebracht? Auf der Suche nach Antworten kehrt Alex nach Oxford zurück. Dort, wo er studiert und Rachel kennen gelernt hat, hofft er, dass er Erlösung findet und wieder zur Ruhe kommen kann. Doch offenbart ihm seine Reise eine ganze andere Sicht auf seine Frau, die er so nicht kannte. Meine Meinung "Bevor sie mich liebte" zeigt sehr gut auf, dass wir einen Menschen nie wirklich kennen. Wir kennen Facetten und Momentaufnahmen von ihm, aber nie den Menschen an sich. Denn selbst dann, wenn man einen Menschen liebt und sich ihm öffnet, bleibt ein Stück zurück, dass wir alle verschlossen halten. In unsere Seele und in unserem Herzen. Dies muss auch Alex erkennen, der versucht zu ergründen, warum das Leben ihm so übel mitspielt und ihm das kostbarste genommen hat. Rachel und ihn hat eine besondere Liebe verbunden und nun bleibt er mit Schmerz und Trauer zurück und sucht einen Weg, um mit dem Verlust fertig zu werden. Der einzige Grund um überhaupt noch am Leben zu partizipieren, scheint der zu sein, dass er mit Harry spricht, der ihm Stück für Stück ein wenig über Rachel erzählt und damit ein Bild von ihr entwirft, welches Alex teilweise überrascht, teilweise schockiert, aber dennoch nie an seiner Liebe zu ihr zweifeln lässt. Elanor Dymott hat einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil, der sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist. Sie erzählt ihre Geschichte in sehr langsamen, ruhigen Bildern. Wer ein zügiges Foranschreiten der Handlung mag, dürfte hier keine Freude finden. Der Leser braucht Geduld und wer diese nicht hat, wird die Geschichte als langatmig und vielleicht sogar langweilig empfinden. Es ist kein Buch, welches man schnell runter lesen kann. Eine gewisse Konzentration ist unabdingbar, weil man sonst kleine feine Details nicht mitbekommt, die aber für die Handlung wichtig sind. Das Ende war für mein Empfinden zu offen gehalten. Es passt zwar zur Geschichte, aber ein wenig Aufklärung hätte mir trotzdem besser gefallen. Fazit "Bevor sie mich liebte" ist trotz Mordfall kein Krimi, sondern ein Drama, in dem im Vordergrund steht, dass wir zwar einen Menschen lieben, aber nie richtig kennen können. Wer ruhige Bücher, deren Handlung sich in langsamen Bildern entfaltet mag, wird bei diesem hier auf seine Kosten kommen.

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  • Mal ganz anders....

    Bevor sie mich liebte

    LiebesLeseohr

    30. May 2013 um 22:23

    Laut Klappentext erwartet man einen hoch spannenden Krimi. Auch wenn es gleich mit einem geheimnisvollen Mord an Rachel beginnt, und die Suche nach dem Täter seinen Lauf nimmt, so hat man trotzdem eher das Gefühl einen Roman zu lesen. Dieser Roman erzählt die Geschichte von Rachel, bevor sie starb, und ihrem Ehemann Alex, der so sehr um sie trauert. Eigentlich ist er derjenige, der alles offenbart, und man merkt schnell, das die beiden doch eher grundverschieden sind. Während Alex kein Problem hat, sich zu öffnen und über sich und seine Vergangenheit zu reden, so war es bei Rachel zu Lebzeiten anders. Und immer auffälliger wird es für Alex, das Rachel ihm trotz all der Jahre, plötzlich so fremd und anders vorkommt. Die Geschichte lässt sich wunderbar lesen. Sie ist lebendig und energiegeladen erzählt. Die Charaktere sind sehr real wirkend, und man fühlt sich ihnen beim lesen richtig nah. Es ist schon komisch, wie man sich in ein Buch hinein fühlen kann, und wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sich darin verliert! Das war hier der Fall. Hinter diesem schneeweißen und harmonisch wirkenden Cover, versteckt sich eine Geschichte, die fesselt und mitreißt. Deswegen fünf Sterne von mir!

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  • Kennst Du die Vergangenheit?

    Bevor sie mich liebte

    Leseratz_8

    22. May 2013 um 23:23

    „Wenn ich zu meiner Frau befragt würde, müsste ich von vornherein sagen, dass ich nicht viel von ihr weiß.“ Der Roman beginnt mit Rachels brutaler Ermordung während eines Besuchs bei ihrem ehemaligen Literaturprofessor in Oxford. Ihr Mann Alex hört ihren Todesschrei und findet seine Frau am Ufer des Sees. Er nimmt die Tote ein letztes Mal in die Arme, so finden ihn der Sicherheitsdienst und die Polizei und er wird unter Mordverdacht festgenommen. Zwar ist bald erwiesen, dass Alex unschuldig ist, aber vom Täter fehlt jede Spur. Trotz des brutalen Mordes zu Beginn des Buches und der Suche nach Täter und Ursache, liegt der Fokus des Romans auf den Lebensgeschichten von Alex und Rachel. Beide sind vielschichtige Persönlichkeiten mit Schicksalsschlägen in Kindheit und Jugend. Doch gehen sie völlig verschieden mit ihrer Geschichte um, während Alex aus seinem Leben berichtet, verweigert Rachel jede Auskunft. Alex beginnt in Rückblenden Rachels und seine Geschichte zu erzählen, die Geschichte einer großen Liebe. In jedem seiner Sätze spürt man die Trauer um die geliebte Frau, gleichzeitig versucht er ihr Leben zu rekonstruieren und einen Grund für ihre Ermordung zu finden. Je mehr er erfährt und je tiefer er in die Vergangenheit eindringt, umso komplexer wird das Bild seiner Frau. „Bevor sie mich liebte“ besticht durch seine wundervolle Sprache und sein fließendes unaufgeregtes Erzählen. Oft habe ich mich ertappt, wie ich, anstatt weiter zu lesen, vor mich hin geträumt und über das Gelesene nachgedacht habe. Ich habe Zeit gebraucht für dieses Buch. Es ist kein Roman für zwischendurch, er verlangt Aufmerksamkeit und ein Einlassen auf die Geschichte. Ein Dank auch an die Übersetzerin, ich kenne das Original nicht, aber sie hat bestimmt Anteil daran, dass der Roman auch auf Deutsch funktioniert. Zwar hat das Buch gelegentlich einige Längen, aber dennoch bekommt es eine Leseempfehlung. Liebhaber von Lebens- und Liebesgeschichten werden voll auf ihre Kosten kommen. Wer auf der Suche nach einem spannungsgeladenen Krimi ist, sollte allerdings woanders suchen.

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  • Die ganzen Abgründe des menschlichen Wesens

    Bevor sie mich liebte

    TochterAlice

    22. May 2013 um 04:17

    ... zumindest die negativen Aspekte davon bringt die britische Autorin Elanor Dymott in ihrem atmosphärischen Oxford-Roman zum Vorschein.  Ein Akademikerkrimi aus dem elitären Leben der universitären Hochkultur Englands? Nun, wenn es so ist, dann lernen wir hier, dass auch Akademiker - oder vielleicht gerade diese - richtige Schweine bzw. feiner ausgedrückt - Intriganten sein können.  Also: Akademiker ja - auch wenn man sich hinterher betroffen fragt, was einen solchen ausmacht. Krimi dagegen - nur bedingt. Ich würde dieses Buch eher als Gesellschaftsroman mit Spannungselementen bezeichnen. Jede Menge Oxforder Lokalkolorit ist darin enthalten - wer also ausgiebig britische Collegeluft schnuppern will, für den ist dieses Buch ein gefundenes Fressen Worum geht es: auf der Hochzeit seines besten Freundes trifft Alex Rachel wieder, die er vor Jahr und Tag - zu gemeinsamen College-Zeiten in Oxford - bereits liebte, aber nie so recht zu fassen bekam. Nun kommen sich die beiden rasch näher, heiraten bereits nach kurzer Zeit - wenige Monate später wird Rachel nach einem Diner bei ihrem ehemaligen Dozenten vom eigenen Mann ermordet auf dem College-Gelände aufgefunden - er bleibt verzweifelt zurück, bemüht, der Sache auf den Grund zu gehen. Ein Weg, bei dem sich Abgründe erschließen - sowohl in Bezug auf Rachel als auch auf das Drumherum. Aber wer zu sehr auf Spannung setzt - wie ich zum Beispiel - der wird hier trotz einer außergewöhnlichen Geschichte mit facettenreichen, vielschichtigen Charakteren ein wenig enttäuscht und zwar aufgrund der Längen, der weitläufigen Mutmaßungen, des immer wiederkehrendenden Für und Wider, dem sich der Erzähler Alex in aller Ausführlichkeit hingibt und das mich ungeduldig werden ließ. Anstatt zu erfahren, wie es weiterging, musste ich seitenweise die hin- und herspringenden Gedanken des Erzählers über mich ergehen lassen, denen ich nicht immer logisch folgen konnte. Definitiv kein Buch für Pragmatiker, dieser britische Roman. Eher lässt es mich an alle Vorurteile denken, mit denen Naturwissenschaftler die Humanisten überhäufen - zu umständlich, zu weitläufig kommt dieses sicher sehr kluge und in einer schönen, teilweise gar ergreifenden Sprache gehaltene Werk daher. Dadurch geht aus meiner Sicht so einiges von der Spannung flöten. Weniger wäre hier auf jeden Fall mehr gewesen!

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  • Verworrene Gedankengänge

    Bevor sie mich liebte

    Taluzi

    20. May 2013 um 19:34

    „Bevor sie mich liebte“ ist eine Erzählung aus der Ich-Perspektive. Alex verliert durch einen Mord seine geliebte Rachel. Nach ihrem Tod erfährt er mehr über Rachels Leben und wie es zu dem Mord kommen konnte. Alex führt viele Gespräche mit Harry, der Rachels Mentor in Oxford war. Zwischen diesen Gesprächen macht sich Alex in seiner Trauer viele Gedanken. Die Gedanken springen in der Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Das fand ich sehr schwierig zu lesen. Besonders in der ersten Hälfte des Buches dachte ich manchmal ich steig nicht mehr durch. Mich nervten manchmal, diese Anspielungen, z. B. was mit Robbie passiert ist. Jedes Mal wenn man denkt, jetzt erfährt man es, wird wieder über was anderes berichtet. Es wird zwar etwas Spannung aufgebaut, aber es ist manchmal doch enttäuschend, dass man nur erahnt was passiert. Aber nach und nach wird es besser. Irgendwie will man schon Antworten haben auf die Fragen, die aufkommen. Es zieht sich eine leichte Spannung durch das Buch und man rätselt bis zum Schluss was es mit dem Mord auf sich haben könnte. Ganz nebenbei erfährt man von einer Liebesgeschichte, die tiefer geht als man denkt. Am besten gefallen hat mir das Cover. Ein kleiner Mann zwischen großen Bäumen. Alles in schwarz und weiß gehalten. Es drückt Trauer, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit aus. Es passt gut zu der Erzählung.

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  • Eine fasinierende Geschichte über Mord, Liebe, Vertrauen und Glaubwürdigkeit

    Bevor sie mich liebte

    Penelope1

    20. May 2013 um 16:58

    Inhalt: Alexander liebt seine Frau Rachel sehr. Sie genießen ihr Glück, bis es in einer Mittsommernacht ein jähes Ende findet: Rachel wird bei einem Ehemaligentreffen auf dem Gelände der Universität Oxford ermordet. Alexander ist fassungslos, umsomehr, als er von ehemaligen Kommilitonen Hinweise über Rachel’s Vergangenheit erhält, über die sie selbst bisher nie sprechen wollte. Liegen hier die Wurzeln für ihren Mord? Was hat sie ihm verschwiegen – und warum ? Wer war die Frau, mit der er so glücklich war? Je tiefer er – mehr oder weniger unfreiwillig - in die Geschichte ihre Vergangenheit eindringt, umso mehr muss er feststellen, dass sie offensichtlich nicht die Frau war, für die sie sich ausgab. Doch wer war die Frau, die er liebte? Meine Meinung: Dieser Roman ist mehr als ein Krimi – er ist neben der Suche nach dem Mörder von Rachel ein Roman um eine tiefe Liebe, um Vertrauen, um Trauerarbeit – und um das Verständnis und Wahrnehmen von Wahrheit. Elanor Dymott lässt den trauernden Witwer Alexander – kurz „Alex“ genannt, aus seiner Sichtweise die Vergangenheit seiner Frau Rachel entdecken. Dabei ist der Leser hautnah dabei, wenn Alex in eigenen Erinnerungen schwelgt, dabei von einer Anekdote oder Begebenheit zur nächsten treibt, von dort wieder zum nächsten Erlebnis. Dies empfand ich teilweise recht anstrengend, obwohl mir bewusst ist, dass eigene Erinnerungen genauso „funktionieren“: man schweift nur zu oft und gerne ab. Auch waren diese Rückblicke hilfreich, um Rachel – und ihre Beziehung zu Alex – besser kennenzulernen und Zusammenhänge zu verstehen. Trotzdem hatte ich hin und wieder Angst, selbst den Faden zu verlieren und nicht mehr zum Ausgangspunkt zurückzufinden, „verirrte“ mich teilweise regelrecht in den zeitlichen Ebenen und war froh, wenn der Erzähler Alex wieder zu einem Fixpunkt zurückzukehrte und ich gedanklich eine kleine Pause einlegen konnte. Alex‘ Trauer wird sehr deutlich und beeindruckend geschildert, man spürt auf jeder Seite, wie sehr er seine Frau geliebt haben muss und wie sehr er mit sich kämpft, ob er all diese Neuigkeiten, die ihm mehr oder weniger unfreiwillig von Rachel’s ehemaligen Literaturprofessor Harry offenbart werden, überhaupt wissen will. Doch kann er sich wirklich dagegen wehren? Immer deutlicher wird, wie eng Wahrheit, Lüge, Glaubwürdigkeit und persönliche Wahrnehmung zusammenliegen. Der Schreibstil bzw. die Erzählweise erscheint einerseits etwas nüchtern – Alex ist Anwalt – und genauso sachlich und manchmal erschreckend objektiv scheint er auch in seinen Gedanken und Überlegungen vorzugehen: er überdenkt vergangene Ereignisse und die früheren Geschehnisse auf dem College mehrmals, untersucht sie immer wieder in der Hoffnung, hier doch noch einen entscheidenden Hinweis auf ein mögliches Mordmotiv oder zumindest auf ihre Liebe zu ihm entdecken zu können. Andererseits erscheint Alex oft überraschend sentimental und so erhält der Leser gleichzeitig ein berührendes Bild eines trauernden Mannes, der seine Frau ohne Vorbehalte geliebt hat. Am Ende gibt es keine eindeutige Auflösung – diese kann es auch nicht geben, wie auch dem Leser schließlich klar wird. Dennoch werden die einzelnen Fäden schlüssig zusammengeführt, genauer gesagt, Alex führt sie zusammen – Stück für Stück – und lässt dem Leser genügend Raum, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Diese Geschichte hat mich durch die oft recht verwirrenden Zeitsprünge und Ausschweifungen gefordert, mich dabei jedoch gleichzeitig fasziniert und gut unterhalten. Fazit: Ein Roman, der mehr als ein Krimi ist: eine berührende Geschichte über einen Mord, eine tiefe Liebe, über Vertrauen, Wahrheit und Glaubwürdigkeit. Kein „schnelles“ oder gar „einfaches“ Buch, sondern eines, das die Aufmerksamkeit des Lesers einfordert und dabei unterhaltsam, faszinierend und absolut lesenswert ist !

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  • *+*+* Wie gut kann man jemand anders kennen *+*+*

    Bevor sie mich liebte

    Irve

    18. May 2013 um 20:00

    *+ Wie gut kann man jemand anders kennen +* Inhaltsangabe: "Wenn ich Ihnen von meiner Frau erzählen sollte, müsste ich Sie gleich vorwarnen, dass ich nicht viel von ihr weiß. Jedenfalls nicht so viel, wie ich immer dachte."Bei einem Ehemaligentreffen in Oxford wird Alex Frau Rachel brutal ermordet. Nach und nach enthüllt sich dem fassungslosen Anwalt eine abgründige Geschichte, die um eine erotische Dreiecksbeziehung rankt. Bestechend in ihrer Nüchternheit und Ausdruckskraft webt Elanor Dymott ein dichtes Netz aus Entdeckungen und Erinnerungen und erzeugt eine ungeahnte Spannung."Elanor Dymotts Stimme ist auf wunderbare Weise einzigartig." Times Das Cover: Der Buchumschlag ist schwarz-weiß gehalten. Ein Mann geht durch den Schnee. Er läuft auf einem von Bäumen gesäumten Weg. Es könnte Alex sein, der auf dem Campus-Gelände spazieren geht. Das Bild wirkt sehr trostlos auf mich und dürfte zu der Stimmung des Mannes passen, der ein halbes Jahr zuvor seine Frau grausam verloren hat. Der in blutroter Farbe prangende Nachname der Autorin passt zu dem geschehenen Mord. Meine Zusammenfassung: Alex bricht gerade auf zu neuen Ufern. Er möchte von England nach Amerika ziehen, um dort noch einmal von vorne anzufangen. Er versucht die Vergangenheit hinter sich lassen, eine Vergangenheit, die wohl niemand erleben möchte. Ein halbes Jahr zuvor hat er seine Frau Rachel durch einen heimtückischen Mord verloren. Nachdem zunächst Alex als der Hauptverdächtige galt, hat die Polizei nun keine nennenswerte Spur mehr. Der gesamte Roman besteht aus Rückblicken. Alex erinnert sich an seine Kindheit und Jugendzeit, sein Studium in Oxford, wo er auch Rachel kennengelernt hatte. Wir erfahren auch von einem längeren Besuch von ihm bei Harry, einem von Rachels Professoren. Er hat sich aus seinem Wissen seinen eigenen Reim auf den möglichen Tathergang gesponnen. Da er sich nicht sicher ist, ob man dies der Polizei vorsetzen sollte, bittet er Alex, sich seine Geschichte anzuhören und selbst zu entscheiden, wie er vorgehen möchte. Aber auch von einer anderen Seite bekommt Alex durch Zufall einen entscheidenden Hinweis zugeschoben. Dadurch fallen für Alex alle Puzzleteile auf ihren Platz.... Meine Meinung: Wird der Mord gelöst oder nicht? Im Nachhinein, nach der Lektüre dieses wundervollen Buches, muss ich sagen, dass es für mich recht unwichtig ist, ob zum Schluss ein Mörder präsentiert wird oder nicht. Für mein Verständnis ist das Hauptanliegen dieses Buches ein anderes. Auf eindringliche Weise schleicht sich das Wissen in unsere Herzen, wie dramatisch und drastisch man lieben kann. Was Liebe bewirken kann, wie sie einen Menschen ändern kann. Wie verzweifelt zum Beispiel Rachel versucht hat, frühere Verfehlungen vom Hier und Jetzt fernzuhalten, nur um die einzig wahre Liebe ihres Lebens nicht zu vergraulen und das Bild, das Alex vor ihr hat, nicht zu trüben. Der Schreibstil mit den Verschachtelungen der verschiedenen, teilweise ineinander verschlungenen Erinnerungen ist sehr gut gelungen und hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Obwohl die Zeit- und Handlungssprünge teilweise immens waren, hatte ich zu keinem Zeitpunkt ein Problem, dem Geschehen zu folgen. Alex´ Gefühlswelt wurde wunderbar eingefangen und dargestellt. Sehr überzeugend waren für mich zu Beginn des Buches seine schmerzvollen Erinnerungen. Er hüpfte ziellos in den Situationen umher, die ihn mit Rachel verbanden und offenbarte uns hemmungslos ehrlich seine Gedankenwelt. Man kann sehr gut nachvollziehen wie es in ihm aussah. Die Form des Ich-Erzählers unterstützt dieses noch. Die Ausführungen jeglicher Art sind durchgehend sehr langatmig, aber nie langweilig. Es wohnte ihnen eine unterschwellige Spannung bei. Mir kam es so vor, als ob die Fäden, die das Netz spinnen zunächst so hauchdünn waren, dass man sie nur erahnen konnten und zum Schluss hin immer dicker wurden, sodass das Netz letzten Endes doch noch seine Funktion erfüllte und der Mord aufzuklären schien. Aber auch der unglaubliche Zauber der Liebe in seiner Vielschichtigkeit wurde von diesem Netz eingefangen. Mein Fazit: Für romantisch veranlagte Leser und Krimifans, die keine große Action brauchen, ist dieses Buch definitiv zu empfehlen. Über meine 5 Sterne musste ich nicht lange nachdenken.

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