Opfermond - Ein Fantasy-Thriller

von Elea Brandt 
4,8 Sterne bei27 Bewertungen
Opfermond - Ein Fantasy-Thriller
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Positiv (26):
Jasmin_Garbois avatar

Ich liebe diese nicht perfekten, authentischen Protas!

Kritisch (1):
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Eine große Enttäuschung – von einem Thriller kann nicht die Rede sein.

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Inhaltsangabe zu "Opfermond - Ein Fantasy-Thriller"

In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783945493366
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:330 Seiten
Verlag:Mantikore-Verlag
Erscheinungsdatum:16.10.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Zsadistas avatar
    Zsadistavor einem Monat
    Rezension zu "Opfermond"

    Varek ist eigentlich ein Auftragsmörder und nichts anderes. Trotzdem wird er beauftragt, den Mord an dem Sohn eines reichen Alchimisten aufzuklären. Also macht er sich auf den Weg, der Sache nachzugehen. Vor allem, wer dessen alchimistisches Rezeptbuch gestohlen hat.

    Die Hure Idra hat den Mord beobachtet. Doch so einfach will sie Varek nicht helfen. Sie versucht Geld aus der Sache zu schlage, denn ohne Geld geht im Elendsviertel Sha-Quai gar nichts.

    Es bleibt aber beiden nichts anderes übrige, als am Ende zusammen zu arbeiten. Und nichts ist, wie es auf den ersten Blick erscheint.

    „Opfermond“ ist ein düsterer Fantasy Thriller aus der Feder der Autorin Elea Brandt.

    Das Cover selbst macht jetzt nicht so viel daher. Der Untertitel „Fantasy Thriller“ weckte allerdings mein Interesse. Die ungewöhnliche Inhaltsangabe tat dann ihren Rest dazu.

    Das Buch ist kein schillernder Fantasy Roman, wie man ihn aus anderen Geschichten kennt. Die Welt ist dreckig, brutal, blutig und von Morden durchweicht. Gerade das hat mir hier sehr gefallen.

    Kein Glitzer, Blingbling und zarte Liebe, sondern eher Blut, Mord und Elend. Wobei mir die sexuelle Gewalt jetzt auch nicht so gefallen hat. Ich bin kein Fan von brutalem Sex Storys. Aber leider passte es hier dann auch in die Geschichte mit rein.

    Die Charaktere sind auch recht einzigartig. Varek als eigentlicher Auftragskiller, der hier aber Ermittler spielen soll. Der zudem auch noch ein Geheimnis mit sich trägt. Ich fand das erfrischend anders, als sonst in den Storys.

    Auch Idra ist eine ganz eigene Person, mit eigenen Zielen. Eine von vielen muss sie sehen, wo sie am Ende bleibt. Sie ergreift alle Mittel, die sie hat, um zu überleben.

    Der Inhalt des Buches selbst hat mich fasziniert. Die Geschichte ist super gesponnen und spannend bis zum Schluss. Die Autorin schafft es, viele einzelne Stränge am Ende zu einem Ganzen zusammen zu bringen. Auch die Welt an sich war genial erdacht und verwoben.

    Ich fand die Mischung zwischen Fantasy und Thriller sehr spannend zu lesen. Ich kann das Buch wirklich nur weiter empfehlen.

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    Jasmin_Garbois avatar
    Jasmin_Garboivor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ich liebe diese nicht perfekten, authentischen Protas!
    Düstere Story

    Rezension

    >>,,Opfermond“ von Elea Brandt aus dem Mantikore Verlag <<

    Ist überall als E-Book und Print erhältlich.

    Klappentext:
    In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt …

    Charaktere:
    Idra ist das Freudenmädchen aus dem Elendsviertel. Sie hat ein freches Mundwerk und lässt sich von niemanden, außer ihrem Zuhälter was gefallen.
    Im Laufe der Geschichte entdeckt sie ihre sensible Seite und ihre Begabung.

    Varek ist ein zurückhaltender Mann, welcher gegen seinen Willen als Auftragskiller fungiert.
    Im Laufe der Geschichte macht er keine große Entwicklung, aber er kämpft bis zum Schluss gegen das Böse.
    Andere Charaktere wurden detailliert beschrieben, so dass man sich gut in diese hineinversetzen kann. Viele sind sehr düster und bösartig.

    Setting:
    Das Setting spielt in der, erfundenen Stadt Ghor-el-Chras, welche in verschiedene Ortsteile aufgegliedert ist.
    Die Stadtkarte findet man ganz vorne im Buch und ist eine gute Orientierung.
    Die Kulisse erinnert einen an damalige Zeiten, wo es kein fließend Wasser gab und die Straßen voller Fäkalien waren.
    Schreibstil:
    Die Autorin schreibt sehr lebendig und emotional. Sie weiß, wie man Spannung erzeugt. Die vulgären Ausdrücke der Charaktere sind passend.
    Cover/Titel :
    Das Cover wirkt düster und geheimnisvoll und passt zum Inhalt und zum Titel.

    Eigene Meinung zum Buch:

    Das Buch ist der Wahnsinn. Lange habe ich keine Geschichte mehr gelesen, die so vielseitig ist. Es ist dem Fantasy- Thriller zu geordnet, aber eigentlich hat es actionreiche, erotische, historische und grusel Elemente mit drinne.
    Die Autorin hat eine realistische Welt erschaffen, wo Arm und Reich nebeneinander Leben, hinter Mauern in verschiedenen Stadtteilen.
    Es werden ernste Themen aufgegriffen, jedoch auch spannende Thriller-Elemente eingebaut. Ich musste unbedingt wissen, was es mit den geheimnisvollen Leichen auf sich hat.
    Die beiden Charaktere hab ich sofort ins Herz geschlossen, obwohl es keine Helden sind, sondern Menschen die einiges im Leben durch haben. Ich wollte diesen Ort nicht verlassen, obwohl es oft beängstigend war.
    Ich bin so glücklich das die Autorin noch ein Roman in dieser Welt schreibt, leider nicht mehr über Idra und Varek. Aber ich freue mich auf ein neues Abenteuer.

    Fazit:
    Wer auf eine knallbunte Mischung steht, findet hier das gesuchte. Aber Warnung an alle, welche die nicht auf vulgäre Ausdrücke und Handlungen stehen.
    Dieses Buch ist eines meiner Monatshighlights.

    Vielen Dank an den Mantikore Verlag für das bereitstellen des Rezensionsexemplares. Ich freue mich auf weitere Zusammenarbeit. Das bereitstellen des Buches beeinflusste nicht meine Meinung.

    5 von 🌕🌕🌕🌕🌕 5 Mo den.

    Jassy

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    Rodrik-Andersens avatar
    Rodrik-Andersenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine große Enttäuschung – von einem Thriller kann nicht die Rede sein.
    Eine große Enttäuschung – von einem Thriller kann nicht die Rede sein

    Die Hure Idra wird Zeuge eines Mordes. Der Auftragsmörder Varek wird genau auf diesen Mordfall angesetzt. Allmählich kommen die beiden – ganz unabhängig voneinander – einer Verschwörung auf die Schliche, in deren Zentrum ein Kult steht, dessen Weg mit unzähligen Opfern gesäumt ist.

    Auf diesen Titel bin ich bei Recherchen im Internet aufmerksam geworden. Der Roman wurde als Beispiel genannt, wie eine neue, komplexe Welt erschaffen werden kann. Tatsächlich hat die Autorin sehr viel Zeit und Mühe darauf verwendet, die Stadt Ghor-el-Chras zum Leben zu erwecken, die unbestreitbar orientalische Wurzeln hat und in der gnadenlos das Recht des Stärkeren regiert. Der Schreibstil ist eingängig, weist allerdings einen Hang zu Adjektiven auf.

    Leider konnte mich der Roman überhaupt nicht von sich überzeugen. Das fängt bereits mit der Genre-Einordnung und dem Klappentext an. Angeblich soll es sich bei diesem Buch um einen Fantasy-Thriller handeln. Ob es sich dabei um eine Fehleinschätzung der Autorin oder des Verlags handelt, sei einmal dahingestellt. Abgesehen davon, dass es konsequent an Spannung mangelt, erinnert der Aufbau am ehesten an einen Kriminalroman – schließlich soll ein Mord aufgeklärt werden. Zudem deutet der Klappentext an, dass die Hauptfiguren Varek und Idra zusammenarbeiten. Allerdings stellte sich heraus, dass sich die beiden erst in der Mitte des Buches über den Weg laufen. Das genannte „Bündnis“ besteht vor allem aus einem Informationsaustausch. Auch sonst passt bei diesem Buch meiner Meinung nach nicht viel zusammen: Die Wege der Protagonisten sind nur so mit Leichen gepflastert, deren Tod meist gerächt werden will. Und die Ereignisse sind überfrachtet mit belanglosen Nebenschauplätzen und unwichtigen Charakteren, die aufgrund ihrer fremdländischen Namen kaum auseinanderzuhalten sind.

    Fazit: Dieses Buch war für mich eine große Enttäuschung. Weder das angegebene Genre noch der Klappentext halten, was sie versprechen. Von einem Thriller kann auf jeden Fall keine Rede sein. Am Ende bleibt eine Geschichte ohne echte Akzente oder Höhepunkte. Wäre der Plot hingegen als Kriminalroman konzipiert gewesen und hätten die beiden sehr unterschiedlichen Protagonisten tatsächlich von Anfang an zusammengearbeitet, wäre bestimmt ein richtig gutes Buch daraus geworden.

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    Janna_KeJasBlogs avatar
    Janna_KeJasBlogvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein gelungenes Debüt mit durchgehendem Spannungsbogen & einer annehmenden Atmosphäre!
    Fantasy meets Thriller

    | © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

    Das Thriller mehr als gerne von mir gelesen werden, ist wohl kein Geheimnis. Das Genre Fantasy hingegen trifft man eher selten als Besprechung auf diesem Blog an, wobei es einen immer größeren Reiz auf mich ausübt. In diesem Buch treffen sich diese beiden Genres aufeinander und überzeugen mich auf ganzer Linie!

    Willkommen in Ghor-el-Chras

    "Der Tod war ein ständiger Begleiter im Sha-Quai." 
    (Prolog, erster Satz)

    Und eben dieser begegnet der Protagonistin Idra bereits auf den ersten Seiten. Eine Leiche die sich nicht wehren kann, eine junge Frau die die Gunst der Stunde nutzt. Denn Idra ist auf jede noch so kleine Möglichkeit unter der Hand etwas erhaschen zu können angewiesen. Sie lebt inmitten der Armut, verdient ihr Geld mit Sex und ist einem Mann untergestellt, der nicht zimperlich mit seinen Mitmenschen umgeht. Und so nimmt sich Idra das, was sie bei dem Toten findet und verschwindet in den dunklen Gassen.

    Diese Leiche jedoch war nicht irgendein Anwohner des Viertels, sondern ein Mann mit hohen Stellenwert. Seinem Vater ist viel daran gelegen, dass der Mörder gefunden wird und für seine Tat büßt. Und so wird Varek, ein Unbestechlicher, mit der Suche beauftragt.

    Und bevor nur irgendwer von Euch auf den Gedanken kommt – Nein! Hier geht es nicht um eine Liebesgeschichte, wobei verschiedene Protagonist*innen einander nicht abgeneigt sind. Es geht um einen Kult, um die Wüstenstadt und die unerklärlichen Todesfälle.

    Wundervolle Beschreibungen und geradlinige Äußerungen. Und genau diese Art der derben und offenen Beschreibungen liebe ich – es wird kein Blatt vor den Mund genommen! Flüche, Sex und der Tod. Nicht nur die wenigen Sexszenen werden gelungen beschrieben, nicht zu oberflächlich, nicht zu überzogen – die Autorin trifft genau den richtigen Ton für die jeweiligen Momente. Idra ist ein Freudenmädchen, eine Hure, groß geworden in den Straßen Ghor-el-Chras und genau so spricht sie! Auch die auftauchenden Leichen werden in ihrem Zustand detailliert beschrieben. Weder die Autorin, noch ihre Protagonist*innen beschönigen ihre Worte und sagen frei heraus was sie denken oder fordern. Verschiedene Szenen werden gelungen verbildlicht und hauchen den Gedanken ein Gefühl ein.

    "[…] Und da war noch etwas. Dieses dumpfe, beklemmende Gefühl, dass etwas in der Luft lag. […] Es bohrte sich immer tiefer in ihren Leib, wie ein Wurm, der sich durch ihre Eingeweide fraß."
    (S. 129)

    Die Autorin haucht nicht nur den Gedanken Gefühle ein, sondern erweckt die Protagonist*innen zum Leben. Man liest die einzelnen Charaktere durch ihre Sprechweise heraus, unterscheidet sie in ihrer Herkunft. Es wechselt zwischen alkoholisiertem Genuschel, zum Straßenjargon, hinüber zu der gehobenen Ausdrucksweise. Auch die Stadt selbst entsteht durch die detaillierten, aber nicht ausufernden Beschreibungen vor dem inneren Auge. Auf der einen Seite schlurft man noch in dunklen Gassen umher, woraufhin die nächste Seite mit Düften umhüllt. Ich las nicht die Viertel der Stadt, ich sah sie vor mir.

    Leichen pflastern die Wege und die Spannung hält sich auf den gesamten 437 Seiten. Es gibt verschiedene Gewaltszenen die nicht willkürlich für Action sorgen sollen, sondern intensiv beschrieben sind, um die Lebensverhältnisse der Stadt zu verdeutlichen. Auf wenigen Seiten wird auch eine sexuelle Gewaltszene beschrieben, die aufzeigt was geschehen kann, wenn unterdrückte Menschen ihre Gelegenheit beim Schopfe nehmen!

    All das umhüllt von einer einnehmenden Szenerie. Gespickt mit einer toten Stadt und Mythen. Schutzgeister (Diamons) werden angebetet, aber es gibt nur einen Gott in der Stadt Ghor-el-Chas, den Blutigen. Während der Glaube an Schutzgeistern gebilligt wird, so gilt jeglicher anderer Glaube als Ketzerei. Doch wer nun denkt dies ist eine Geschichte voller phantastischer Figuren irrt, denn keiner der Diamons oder der Gott selbst, treten in Erscheinung. Es ist ein Glaube. Aber genau damit erschafft die Autorin die phantastische Atmosphäre. Ist es nur ein Glaube oder verbirgt sich in den dunklen Gassen etwas, das unsere Vorstellungskraft übersteigt? Leichen die zu etwas führen, das es nicht geben dürfte. Hier treffen zwei Genres mit voller Wucht und Überzeugungskraft aufeinander.

    Auch weitere Aspekte des Buches nahmen mich in seinen Bann. Es geht hierbei nicht um gesellschaftliche Kritikpunkte die herausgearbeitet wurden und doch sind es genau solche, auf die ich beim Lesen traf. Szenen die Parallelen aufweisen zu unserer Geschichte und zu aktuellen Ereignissen.

    "Frauen mussten in Ghor-el-Chras wesentlich mehr leisten, um […] Anerkennung zu finden, galten sie schließlich als schwach und gebrechlich."
    (S. 269)

    Elea Brandt streut Situationen und Gedanken ein, die mich das Handeln gewisser Protagonist*innen nachvollziehen, aber auch hinterfragen lassen.
    Die Unbestechlichen, der Abschaum der Gesellschaft. Sklaven, die Sklaven halten. Frauen die nicht mehr wert sind als das, was die Männer von ihnen halten. Reichtum und Armut leben Tür an Tür. Eine Stadt, in welcher nur zu einem Gott gebetet werden darf. Eine Vielzahl an vergangenem und aktuellen traf ich in der Geschichte, doch diese sind so gelungen eingearbeitet, dass ich mich auf keiner Seite davon überrollt fühlte.

    Ein Buch das durch seine ganze eigene Welt einen absoluten Sog ausübt und die Spannung mich durch die Seiten huschen ließ! Für mich gibt es nur einen klitzekleinen Kritikpunkt an dem Buch, welcher durch den Ausgang der Geschichte jedoch wieder wettgemacht wird. Hier jedoch kann ich ohne Spoiler nicht gezielt darauf eingehen … etwas das ich aufgrund einer gewissen Aussage schon erahnt hatte. Eine Erkenntnis die Varek wie ein Schlag trifft, gut eingearbeitet ist, für mich persönlich aber eine Spur Zuviel war. Doch ist der Ausgang der Geschichte nicht das was ich zum Ende hin erwartet hatte und somit störte ich mich an diesem Verlauf nicht weiter.

    Von der ersten bis zur letzten Seite bin ich vollends abgetaucht und durch die Seiten gehuscht. Ich möchte definitiv mehr dieser Art von Elea Brandt lesen!

    Auf dem Blog gibt es innerhalb meiner Rezension noch einen Link zu einem kleinen Quiz, welchen Schutzgeist man selbst hätte.

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    Die_Schnurrbliotheks avatar
    Die_Schnurrbliothekvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender und düsterer Fantasy-Thriller mit authentischen Protagonisten und einem genialen Setting!
    Hitzig, blutig und düster: Willkommen in Ghor-el-Chras!

    In Ghor-el-Chras, der Stadt des Blutigen Gottes, windet sich der Abschaum der Gosse unter flirrender Hitze, während die reichen Bewohner der Stadt ihr dekadentes, aber nicht weniger schmutziges Leben genießen. Mittendrin: Varek, ein Unbestechlicher und Auftragsmörder im Namen der Religion sowie Idra, eine junge Hure mit dem Talent, Ärger anzuziehen wie der stinkende Kanal im Elendsviertel Sha-Quai die Fliegen. Was für Varek als einfacher Auftrag beginnt, führt schon bald zur Aufdeckung einer Verschwörung rund um einen alten, blutrünstigen Kult, der einer mächtigen Gottheit huldigt.
    Opfermond
    ist der Debütroman von Elea Brandt und im Mantikore Verlag erschienen.


    ~ Cover ~

    Das Cover wird beherrscht von einem goldenen Skarabäus, der dem Leser im Verlauf der Handlung öfters begegnet. Im Hintergrund erkennt man einen schmalen, steinernen Gang, der ein wenig an Grabgänge in Pyramiden erinnert – oder an modrige, rattenverseuchte Kanäle. Über allem schwebt der Mond, der dem Buch seinen Namen verleiht. Der Schriftzug Opfermond gefällt mir besonders gut; er passt perfekt zum orientalisch angehauchten Setting. Alles in allem ein harmonisches Cover.


    ~ Darum geht's ~

    Als Unbestechlicher verdingt sich der Protagonist Varek eigentlich als Auftragsmörder im Namen der Chras-Kirche – gezwungenermaßen. Als er den Auftrag erhält, den Tod eines jungen Alchemisten aufzuklären, nimmt er ihn in der Hoffnung an, seine Klinge wenigstens ein Mal sauber halten zu können. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass es um weit mehr geht als eine einfache Mordermittlung: Blutige Intrigenfäden spannen sich vom Elendsviertel bis in die gehobenen Kreise der Stadt. Während seiner Nachforschungen wird Varek nicht nur mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, sondern auch mit der jungen Hure Idra, die ihrerseits versucht, im Dreck des Sha-Quai zu überleben und dabei unfreiwillig zur wichtigsten Zeugin wird. Beide müssen sich zusammenraufen, um die drohende Gefahr abzuwenden, die von einem uralten Kult und dessen Plänen ausgeht.


    ~ Die Figuren ~

    Varek, einst ein Leibwächter, ist aufgrund tragischer Ereignisse in seiner Vergangenheit gezwungen, der Kirche des Blutigen Gottes als Auftragsmörder zu dienen. Gezeichnet von einem Mal auf seiner Stirn wird er als Unbestechlicher gleichermaßen gefürchtet und verachtet. Varek erscheint auf den ersten Blick hart und skrupellos, doch schnell wird klar, dass er seine blutige Arbeit nur widerwillig verrichtet. Seine Gewissensbisse und den inneren Zwiespalt betäubt er mit dem Rauchen von Shir-Sharak und der Gesellschaft schöner Sklavinnen. Als ein einflussreicher Alchemist Varek damit beauftragt, den Tod seines Sohnes aufzuklären, sieht er darin eine willkommene Abwechslung. Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich jedoch nicht annähernd so einfach wie erhofft und Varek muss sich letztlich seiner eigenen Vergangeneit stellen, um endlich die Freiheit zu erlangen, nach der er sich so sehr sehnt.


    Idra, eine junge Frau mit flammend roten Haaren, muss sich seit dem Tod ihrer Mutter alleine durchs Leben schlagen und ihren Körper auf der Hurenstraße des Sha-Quai verkaufen. Während die Kapitel aus Vareks Perspektive den Leser in die gehobenen Kreise der Stadt einführen, begleitet er Idra durch den Staub und Schmutz der Gosse, in der die Vergessenen der Gesellschaft vor sich hin vegetieren. Gewalt und Tod sind an der Tagesordnung und dementsprechend ist Idra abgehärtet und nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie ist sich selbst die Nächste und hat eine durchaus verschlagene Ader – doch im Umgang mit ihrem einzigen Freund Djarid, einem Stricherjungen, wird man Zeuge ihrer weichen Seite.


    Für lange Zeit ermitteln Varek und Idra getrennt voneinander; als die beiden sich schlussendlich zusammentun entwickelt sich eine dynamische Beziehung: Wenn der trockene, melancholische Assassine auf die vorlaute, bissige Hure trifft, sind funkensprühende Dialoge vorprogrammiert. Ich mochte das Zusammenspiel der beiden Protagonisten sehr und war fast schon ein wenig traurig, dass es erst so spät dazu kam.


    Die Nebenfiguren erfüllen allesamt ihren Zweck – mehr aber auch nicht, zumindest in den meisten Fällen. Einzig die Beziehung Idra/Djarid entlockte mir ein schwermütiges Seufzen, während ich Idras Zuhälter am liebsten den Hals umgedreht hätte. Das Schicksal der anderen Nebenfiguren ließ mich hingegen relativ kalt, was ich aber nicht als Minuspunkt werte, da dafür Varek und Idra sehr gut und tief ausgearbeitet sind.


    ~ Sprache & Stil ~

    Ich mag Elea Brandts Stil: Direkt, zuweilen blutig und brutal, schnörkellos. Idras freche Schnauze ist genauso gut getroffen wie der Umgangston unter den Edelleuten. Wenn ich was zu bemeckern habe, dann ist es die übermäßige Häufung des Wortes „Schweiß“ - doch der fließt in einer Wüstenstadt nunmal reichlich, also will ich ein Auge zudrücken :D


    ~ Gesamteindruck ~

    Ich persönlich bin ein riesen Fan von Orient, Wüste und allem, was dazugehört. Das ganze gepaart mit Fantasy, Thrill, Mord und Blut – count me in! Ich bin sehr gerne abgetaucht in diese glühende Stadt, habe mit den Protagonisten geschwitzt (^^) und gelitten. Die Spannung hielt sich konstant und die Seiten flogen nur so dahin. Gerne würde ich Ghor-el-Chras irgendwann einmal wieder besuchen – liebe Elea Brandt, darf ich darauf hoffen? :)

    Mein Fazit: Hitzig, blutig und spannend – ein Fantasy-Thriller ganz nach meinem Geschmack. Das geniale Setting und die Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten haben mich vollends überzeugt!

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    Sandra1978s avatar
    Sandra1978vor 6 Monaten
    Sehr gelungen, stark, grausam und spannend

    Inhalt 

    Indra, eine Hure aus dem Armenviertel Sha-Quai. Varek, ein Söldner im Dienst des blutigen Gottes. In Sha-Quai beobachtet Indra einen Mord. Sie denkt sich nicht viel dabei - in Sha Quai sterben ständig Leute.

    Varek wird vom Vater des Toten, der aus einer sehr wohlhabenden Familie stammt, beauftragt, den Mord an seinem Erben aufzuklären. Varek und Indra wissen aber nichts voneinander. 

    Indra wird durch merkwürdige Ereignisse immer wieder an den Mord erinnert und trifft irgendwann
    auch auf Varek. Eigentlich ist ihr alles egal, doch es geschehen immer mehr seltsame Todesfälle, und als auch Indra direkt betroffen wird, ist sie genauso wie Varek, nur aus anderen Gründen, entschlossen, die Hintergründe aufzuklären.

    Im Zusammenhang mit den seltsam zugerichteten Todesopfern scheint ein Kult wiederaufzuleben, der im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht und der einem Ereignis entgegenfiebert, dass das Ende der ganzen Stadt bedeuten kann: Der Opfermond. 


    Beurteilung 

    Also dieses Buch ist wirklich nichts für zartbesaitete. Erfrischend schonungslos breitet die Autorin die Lebensumstände der von der Gesellschaft Verstoßenen aus: Dreck, Armut, Krankheiten, Mord, Misstrauen und Missgunst sind an der Tagesordnung. 

    Indra mochte ich von Anfang an - sie ist ungebildet, aber schlau. Ein bisschen naiv in manchen Dingen, aber auch tough - sie versteht es zu überleben, hat aber unter der harten Schale immer noch einen weichen Kern, und diese Kombination macht sie einfach liebenswert. 

    Varek ist eben ein Kerl, wie sie aus solchen Lebensumständen wohl hervorgehen: Von der Gesellschaft verachtet, aber als notwendiges Übel akzeptiert, der irgendwie auch das Herz am rechten Fleck hat - aber das gut zu verstecken weiß.
    Parallel werden die Geschichten und Sichtweisenn der beiden erzählt und ganz allmählich immer enger miteinander verknüpft. 

    Abgesehen davon gibt es auch einige ziemlich eklige und blutige Situationen, auch ein paar ein bisschen gruselige, die man wegstecken muss. Insgesamt könnte man denken, man liest einen Krimi, da es sich größtenteils um die Aufklärung eines Mordes dreht. Aber zusammen mit den Geschichten von Indra und Varek und im Zusammenhang mit dem gruseligen Kult ergibt sich auch ohne Zauberei und Magie eine echt wirklich spannende und bis zum Schluss mit Überraschungen aufwartende Geschichte. 

    Das Ende hat mich wirklich fertiggemacht, das war irgendwie nicht so, wie man es von einem Buch gerne hätte - eher so, wie das Leben eben spielt. Aber trotzdem zu Tränen rührend. 

    Opfermond lässt sich super lesen, Elea Brandt beschreibt detailreich und lebensecht, aber trotzdem in einem einfach zu folgenden und gut verdaulichen Stil, der keine Langeweile aufkommen lässt. 

    Daher ist Opfermond für mich ein voller Leseerfolg und bekommt von mir 5 von 5 Rezisternchen.

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    Emmas_Bookhouses avatar
    Emmas_Bookhousevor 6 Monaten
    Wahnsinnig gut

    Opfermond – Elea Brandt
    Verlag: Mantikore
    Taschenbuch: 13,95 €
    Ebook: 9,99 €
    ISBN: 978-3-945493-36-6
    Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2017
    Genre: Fantasy / Thriller
    Seiten: 444
    Inhalt:
    In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...

    Mein Fazit:
    Zum Cover:
    Hier haben wir ein sehr mystisches cover wie ich finde, alles sehr geheimnisvoll. Es passt sehr gut zur Geschichte und ich persönlich mag den Skarabäus besonders. Die Farben sind hier sehr gut gewählt, alles passt perfekt zueinander.
    Zur Buch:
    Hier verlaufen, wie ich finde die Geschichte zweier Protagonisten zu anfange parallel, was aber wirklich gut geschrieben ist.
    Wir haben hier zum einen Idra, die ihren Platz in der Gesellschaft nie gefunden hat und ein hartes Leben führt und zum anderen Varek der eigentlich nur ein Killer ist, doch mit der Zeit zweifelt. Die aber im Laufe des Buches aufeinander treffen.
    Als Idra bei ihren sterbenden Freund ein Amulett findet, ändert sich alles für sie. Plötzlich sterben Menschen auf unerklärliche Art und Weise und sie will herausfinden, woran sie sterben, doch die Angst ist groß bei ihr.
    Varek erhält den Auftrag den Mörder von Rashach´s Sohn zu finden und ihn tot oder lebendig zu ihm zu bringen. Doch dieser Auftrag scheint mehr als ein bloßer Mord zu sein.
    Haben wir es hier mit einem Geheimkult zu tun?
    Wird Varek den Mörder finden?
    Und wie geht Idra´s Leben weiter?
    Fragen die es zu beantworten gibt, aber glaubt mir, ihr bekommt alle Antworten im Laufe der Geschichte.
    Der Schreibstil ist flüssig und spannend und Elea Brandt schafft es mit dieser Geschichte einen in ihren Bann zu ziehen. Ich musste immer weiter lesen, wollte ich doch wissen wie die jeweilige Szene zu Ende geht.
    Die Protagonisten sind alle sehr gut dargestellt und ich konnte mich in den einen oder anderen gut hineinversetzen. In dieser Geschichte hatte ich auch großes Mitleid mit einigen Protagonisten, leben die meisten davon doch in einem völlig verdreckten und verwahrlosten Viertel.
    Auch das wurde gut dargestellt und mich hat es hin und wieder geschüttelt.
    Wir haben hier vielerlei Emotionen und auch Erotik ist vorhanden und explizit dargestellt.
    Alles hat hier einen mittelalterlichen Hauch, bildlich aber super dargestellt, so dass ich mir alles vorstellen konnte und halt mittendrin in der Geschichte war.
    Die Kapitellänge ist in Ordnung, manche waren lang andere wieder kürzer, aber insgesamt waren sie aufgrund der Spannung gut. Ihr wisst ich bevorzuge ja eher kurze Kapitel, ich habe dann immer das Gefühl ich lese schneller. Ja, so hat jeder seins.
    Die Mischung zwischen Fantasy und Thriller ist hier perfekt gelungen und diese Geschichte ist nichts für schwache Nerven.
    Ich bin total begeistert von dem Buch und gebe hier 5 von 5 Sternen, weil ich sehr gut unterhalten wurde.
    Zum Schluss bedanke ich mich beim Mantikore Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und hoffe weiterhin auf gute Zusammenarbeit.

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    Der_Buchdraches avatar
    Der_Buchdrachevor 7 Monaten
    Sehr spannend!

    2017 veröffentlichte Elea Brandt ihren Debütroman »Opfermond«, ein Fantasy-Thriller, der in der rauen Wüstenstadt Ghor-El-Chras spielt und mittlerweile auch für den zweiten Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie Bestes Debüt nominiert ist. Verdient!

    In den finsteren Gassen von Ghor-El-Chras finden sich täglich zahllose Mordopfer, meist nur arme Schlucker, die niemand vermisst. Doch dieses Mal ist der Sohn eines einflussreichen Stadtherren darunter. Der Mörder Varek wird damit beauftragt, den Mörder zu stellen. Auch die Hure Idra ist daran interessiert, den Mord aufzuklären, denn die Täter scheinen auch mit dem Tod ihrer Freunde in Verbindung zu stehen. Zusammen entdecken die beiden dabei jedoch eine viel größere Gefahr, als sie zunächst geahnt hatten.

    Wer mit dem Lesen dieses Romans anfängt, sollte eine Weile einplanen. Nicht etwa, weil das Buch so lang ist, sondern weil es, wenn man erst einmal beginnt, einen nicht mehr los lässt und es so leicht passieren kann, dass dann mal eben ein ganzer Tag rum ist – und ein Buch durchgelesen.

    Der Roman kann nicht unbedingt durch seine absolut unvorhergesehen Plottwists bestechen, denn das sind sie nicht wirklich. Aber das ist nicht schlimm, denn dafür tischt uns Elea Brandt einige wunderbare Charaktere auf. Besonders Idra mit ihrer großmäuligen Art – sie ist absolut nicht auf den Mund gefallen – hat damit einen gewissen Charme. Auch die Dynamik zwischen den Charakteren macht sehr viel Spaß und ist einfach wunderbar zu verfolgen.

    Durch die Konstellation der Protagonisten, ihre Charaktereigenschaften und ihre Hintergründe ergeben sich einige spannende Konstellationen, die den Plot vorantreiben und ihm ein sehr natürliches Empfinden geben. Idra beispielsweise weiß, dass alles seinen Preis hat, was auch für Informationen gilt, weshalb sie das, was sie weiß, nicht so einfach Varek preisgeben will. Hätte sie es gemacht, wäre der Fall wesentlich schneller gelöst, das ahnte sie jedoch zu dem Zeitpunkt noch nicht. Zudem traute sie Varek nicht über den Weg, was allerdings auf Gegenseitigkeiten beruht.

    Ein ganz besonderer Genuss während der Lektüre waren die Dialoge. Sie fühlen sich absolut natürlich an und sind Elea Brandt wirklich gut gelungen. Ich wagte zu behaupten, dass sie wirklich das Beste am ganzen Roman sind. Durch sie bringt Elea die Figuren wunderbar zum Leser und gestaltet sie absolut plastisch. Nichts wirkt irgendwie gekünstelt, alles passt.

    Und dann das Ende! Es ist kein Happy End, kann es vielleicht auch gar nicht geben. Ghor-El-Chras ist ein hartes Pflaster und es geht hier düster und hart zu. Da ein Happy End zu erwarten, hätte einfach nicht gepasst. Vielmehr ist es ein wehmütiges, aber auch sehr gefühlvolles Ende, der Roman hätte nicht passender abschließen können.

    Einziger Wehmutstropfen: Varek, auch wenn er ein Charakter ist, der mir grundsätzlich gefällt, war hin und wieder zu selbstmitleidig. Sein Selbsthass und seine Verachtung für das, was er unfreiwillig tun muss, passt, jedoch kommt es manchmal einfach zu häufig und zu stark durch. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen.

    Das bleibt jedoch nur ein kleiner Kratzer. Trotzdem ist das Buch ein absolut gelungenes Debüt und wird auch nicht mein letztes sein, das ich von der Autorin lese. »Opfermond« ist jedem zu empfehlen, der nicht gerade zart besaitet ist und düstere Fantasy mag.

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    annluvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: sehr düster aber genial im Spannungsaufbau
    Ein düsterer Kult zieht seine Kreise

    „Viel weiß ich natürlich nicht. Heißt, ein ziemlich hohes Tier hätte nach einem Unbestechlichen gesucht. Informationsgewinn. Kein Mord. Und es ist ziemlich dringend.“


    Ghor-el-Chras, die Hauptstadt, ist durchdrungen von Elend und Korruption. Als der Sohn eines Ratsmitglieds ermordet wird, tritt sein Vater an den Auftagsmörder Varek heran. Er soll den Mord aufklären. Während der Unbestechliche erst Spuren suchen muss, hat die Hure Idra den Mord beobachtet. Da sich in ihrer Umgebung, dem Elendsviertel, Ungewöhnliches ereignet, wird ihre Neugierde geweckt und sie beginnt Fragen zu stellen. Beide wissen nicht, dass sie damit einem grausamen Kult zu nahe kommen und in Gefahr geraten.



    Die Geschichte wechselt zwischen Varek und Idra. Varek war einst Mitglied der höheren Gesellschaft, einem Fehler hat er es aber zu verdanken, dass er nun den Unbestechlichen angehört. Diese gehören zu den Unteren der Gesellschaft, werden von allen verachtet, außer den Auftraggebern, die sie für Morde zahlen. Neben der Erinnerung an seine Vergangenheit verfolgt ihn die Angst vor der Finsternis. Obwohl er sich in besseren Kreisen bewegt als Idra sind seine Abschnitte von Gewalt geprägt.


    Idra ist im Elendsviertel aufgewachsen. Nach dem Tod ihrer Mutter blieb ihr nur ein Ausweg – sich als Hure zu verdingen. Dabei geben ihre Abschnitte einen ekligen Einblick in die Hauptstadt. Dafür sorgen nicht nur die Beschreibungen ihrer Umgebung – inklusive des Drecks und Gestanks, sondern auch die durchaus genauen Beschreibungen ihrer Arbeit und der Willkür und Gewaltbereitschaft ihres Zuhälters.


    Die Stadt selbst und ihre Einwohner erinnern an arabische Verhältnisse. Nicht nur die Wüste, die sie umgibt war dafür verantwortlich, auch einige Traditionen, das Essen, Kleidung und besonders die Stellung der Frauen. Einen Part der Erzählung übernimmt eine Frau der höheren Gesellschaft, die sich durch ungewöhnliche Mittel gegen das schlechte Los der Frauen wehren will.


    Die Geschichte um den Mord und die Häufung der Indizien, die Idra unbewusst sammelt fand ich interessant. An die sehr düstere Stimmung musste ich mich allerdings erst einmal gewöhnen. Dann aber gelang es der Geschichte mich immer mehr in ihren Bann zu ziehen. Der Spannungsbogen wurde gekonnt aufgebaut und die Spannung bis zuletzt gehalten. Viel zu meinem Lesevergnügen hat auch Idras Charakter beigetragen.

    !

    Fazit: Düster, manchmal brutal aber sehr spannend – lesenswert!

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    Lovely_Lilas avatar
    Lovely_Lilavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein gelungenes, sehr düsteres Debüt voller menschlicher Abgründe und mit vielschichtigen Figuren. Empfehlenswert!
    4,5 Sterne: Düsteres Debüt voller menschlicher Abgründe...



    * Spoilerfreie Rezension! *

    ~ „Opfermond“ ist ein gelungenes, düsteres Debüt, das mit einem angenehmen, authentischen Schreibstil, liebevoll ausgearbeiteten Figuren, menschlichen Abgründen und einer sehr kreativen Fantasy-Welt punktet. Teilweise ist dieses Buch auch eine Charakterstudie, die einen beklemmenden Einblick in die Welt der Armen, der Prostituierten, der vom Glück Verlassenen und der Auftragsmörder gibt, Emotionen weckt und nachdenklich und vor allem dankbar für das eigene komfortable Leben macht. ~

    Klappentext


    In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...

    Übersicht

    Einzelband oder Reihe: Einzelband
    Erzählweise: Figuraler Erzähler, Präteritum
    Perspektive: abwechselnd aus männlicher + weiblicher Perspektive
    Kapitellänge: mittel bis lang
    Tiere im Buch: ++ Es werden im Buch sowohl Tiere bei blutigen Kämpfen gequält als auch getötet.

    Warum dieses Buch?

    Die Leseprobe des Buches erinnerte mich aufgrund dieser düsteren, mittelalterlichen Welt sofort an jene des grandiosen Video-Spiels „Witcher 3 – Wild Hunt“ – so war mein Interesse sofort geweckt.

    Zitate

    „Und da war noch etwas. Dieses dumpfe, beklemmende Gefühl, dass etwas in der Luft lag. Etwas, das nicht spurlos an ihr vorübergehen würde. Es bohrte sich immer tiefer in ihren Leib, wie ein Wurm, der sich durch ihre Eingeweide fraß.“ Seite 129

    Meine Meinung

    Einstieg

    Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Auf den ersten Seiten begleitet man den Auftragsmörder Varek bei einem Mord an einer schwangeren Frau. Der Schock ist so beim Lesen erst einmal groß, ebenso steigt aber auch die Neugier. Man will wissen, wer dieser Mensch ist, der mit dem Morden seinen Lebensunterhalt bestreitet. Und schon ist man mitten im Geschehen.

    Schreibstil

    Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Autorin schafft es augenblicklich, den LeserInnen ein Gefühl für diese unbarmherzige Stadt und das Leben darin zu vermitteln. Hier geht es auch bei unangenehmen Dingen sehr ins Detail, man kann die stinkenden Gerüche beinahe selbst beim Lesen riechen. Die verschiedenen Kapitel aus der Sicht von Varek und Idra sind sprachlich immer den Figuren angepasst. So werden Idras Kapitel, in denen sie kein Blatt vor den Mund nimmt (auch was ihren Beruf angeht), vielleicht jene LeserInnen abschrecken, die auf ihre (absolut zu ihr passende) vulgäre, brutale „Gossensprache“ nicht vorbereitet sind. Mein Tipp: Lasst euch einfach auf das Buch ein, nach den ersten Seiten werdet ihr euch bestimmt schnell daran gewöhnen.

    Hauptpersonen


    Das Beste am ganzen Buch sind Elea Brandts liebevoll ausgearbeitete Hauptfiguren, die eine unglaubliche Tiefe besitzen. Sie haben mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, mit ihren individuellen Problemen, haben nicht nur sympathische Züge, sondern auch Schwächen und offenbaren ganz unterschiedliche menschliche Abgründe. Nach und nach wachsen einem aber beide immer stärker ans Herz, bis man sie am Ende eigentlich gar nicht verlassen möchte. So muss das sein! Die Beziehung zwischen Idra und Varek, die beide extreme Probleme mit Gefühlen und Vertrauen haben, war für mich ein absolutes Lesehighlight.

    Nebenfiguren

    Es gibt nur wenige Nebenfiguren, denen im Buch eine größere Rolle zukommt. Jene, die jedoch dazugehören, erhalten ebenso ihre ganz eigene Geschichte und Persönlichkeit. Das harte Leben von Djarid und seine Freundschaft zu Idra – dieses Zusammenhalten in den widrigsten Umständen – hat mir beim Lesen ein bisschen das Herz gebrochen. Aber auch der „Bösewicht“ der Geschichte ist nicht nur von Natur aus böse, sondern durch eine furchtbare Vergangenheit vom rechten Weg abgekommen. Man merkt stark, dass die Autorin Psychologie studiert hat und sich mit Menschen und all ihren verschiedenen Facetten sehr gut auskennt. Das macht sich in diesem Thriller mehr als bezahlt.


    Idee & Themen

    Die Autorin hat in diesem Buch eine interessante, ungewöhnliche Fantasy-Welt geschaffen, die man mit jeder Seite besser kennenlernt. Viele neue Ideen sind eingeflossen, so dass es für die geneigten LeserInnen einiges zu entdecken gibt. Interessant ist nicht nur der brutale Glauben des Blutigen Gottes, sondern ebenso die besondere Aufteilung der Stadt in bestimmte Viertel. Die beschriebene Welt ist orientalisch und mittelalterlich angehaucht und auch Magie, Alchemie und Geister finden darin ihren Platz.


    Viele verschiedene Themen werden behandelt. Für mich war dieses Buch jedoch auch vordergründig eine Charakterstudie und eine Beschreibung der unterschiedlichen Lebenswelten von verschiedenen reichen und armen Personen. Sowohl das unbarmherzige, schwere Leben im Armen-Viertel „Sha-Quai“, in dem Krankheiten, Mord, Folter und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind, als auch das moralisch schwierige Leben des Auftragsmörders Varek, der mit Gewissensbissen und Ängsten zu kämpfen hat, haben mich vollkommen fasziniert und betroffen gemacht. Nach der Lektüre freut man sich über die tolle Gesundheitsversorgung in unserem Land, über die soziale Hilfe und das Rechtssystem, das die BürgerInnen schützt.

    Auch andere wichtige Themen wie Freundschaft, Familie, Ehre, Liebe, Schuld und die furchtbaren Konsequenzen, die gut gemeinte Taten haben können, werden tiefgreifend und tiefgründig verarbeitet. Aufgrund expliziter Folter-, Gewalt- und erotischer Szenen ist das Buch für unter 16-Jährige nicht geeignet.

    Atmosphäre & Spannung

    Die Atmosphäre ist durchgehend düster, teilweise sogar hoffnungslos. Immer wieder möchte man ins Buch hineinspringen und Menschen wie Djarid und die anderen Prostituierten im Sha-Quai einfach nur umarmen und ihnen aus ihrer misslichen Lage helfen. Ich fand die erzeugte Stimmung eindrucksvoll, authentisch und beklemmend. Humorvolle Stellen lockern das Buch immer wieder etwas auf (Ich sage nur eines: „Nimm einen Löffel, verdammt!“ :D). Lediglich etwas mehr Tempo und Spannung hätte ich mir stellenweise gewünscht, vor allem, da es sich hier ja um einen Thriller handelt.

    Mein Fazit

    „Opfermond“ ist ein gelungenes, düsteres Debüt, das mit einem angenehmen, authentischen Schreibstil, liebevoll ausgearbeiteten Figuren, tiefen menschlichen Abgründen und einer sehr kreativen Fantasy-Welt punktet. Teilweise ist dieses Buch auch eine Charakterstudie, die einen beklemmenden Einblick in die Welt der Armen, der Prostituierten, der vom Glück Verlassenen und der Auftragsmörder gibt, Emotionen weckt und nachdenklich und vor allem dankbar für das eigene Leben macht.

    Empfehlung: Aufgrund expliziter Folter-, Gewalt- und erotischer Szenen ist das Buch Unterhaltung für Erwachsene und für unter 16-Jährige nicht empfehlenswert. Allen anderen Fans von dreidimensionalen Figuren und düsteren Geschichten sei es aber ausdrücklich ans Herz gelegt.

    Bewertung

    Idee: 4 Sterne
    Ausführung: 4,5 Sterne
    Schreibstil: 4 Sterne
    Personen: 5 Sterne ♥
    Hauptperson: 5 Sterne ♥
    Spannung: 3,5 Sterne
    Emotionale Involviertheit: 5 Sterne ♥
    Regt zum Nachdenken an!

    Insgesamt:

    ❀❀❀❀,5

    Dieses Buch erhält von mir viereinhalb Lilien! Die Autorin werde ich weiter im Auge behalten.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    EleaBrandts avatar
    Liebe Leserinnen und Leser,

    die Tage werden kürzer, die Luft kälter - was liegt da näher, als sich mit einem spannenden Buch auf die Couch zu kuscheln?

    Mein düsteres Fantasy-Debüt "Opfermond" entführt euch nach Ghor-el-Chras, in eine schillernde Stadt voller Gewalt, Intrigen und glühender Hitze. Traut ihr euch, mitzukommen?

    Der Mantikore-Verlag gibt euch die Gelegenheit dazu und spendiert 10 Print-Bücher für eine gemeinsame Leserunde!

    Darum geht es:

    In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...

    Wenn ihr an der Leserunde teilnehmen möchtet, bewerbt euch bitte innerhalb der nächsten Woche und lasst mich wissen:

    Welche/n Fantasy-Helden/in würdet ihr auf die Reise nach Ghor-el-Chras mitnehmen und warum?

    Bitte gebt auch an, wo ihr eure Rezension veröffentlichen werdet und ob ihr einen Buchblog habt, damit ich mal vorbeischauen kann.

    Der Verlag und ich freuen uns schon auf euer Feedback und auf eine spannende gemeinsame Leserunde.

    Und los gehts!

    Viele Grüße,
    eure Elea Brandt



    www.eleabrandt.com

    Ihr findet mich auch auf Facebook und Twitter

    Bücher bereitgestellt vom Mantikore-Verlag


    PS: ACHTUNG, dieser Roman ist nur für erwachsene Leser geeignet und für solche, die sich von Blut und düsteren Themen nicht abschrecken lassen. ;)
    Lovely_Lilas avatar
    Letzter Beitrag von  Lovely_Lilavor 10 Monaten
    Ich werde den Blog auf jeden Fall weiter verfolgen. :)
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