Die Geschichte der getrennten Wege

von Elena Ferrante 
4,5 Sterne bei158 Bewertungen
Die Geschichte der getrennten Wege
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Proteas avatar

Fesselnd, wie die beiden ersten Teile!

Nauberts avatar

Ich las den dritten Teil ebenso begeistert, wie die beiden ersten Bücher. Bin sehr neugierig auf den vierten Teil. Das Buch wartet schon.

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Inhaltsangabe zu "Die Geschichte der getrennten Wege"

Es sind die turbulenten siebziger Jahre und die beiden inzwischen erwachsene Frauen. Lila ist Mutter geworden und hat sich befreit und alles hingeworfen – den Wohlstand, ihre Ehe, ihren neuen Namen – und arbeitet unter entwürdigenden Bedingungen in einer Fabrik. Elena hat ihr altes neapolitanisches Viertel hinter sich gelassen, das Studium beendet und ihren ersten Roman veröffentlicht. Als sie in eine angesehene norditalienische Familie einheiratet und ihrerseits ein Kind bekommt, hält sie ihren gesellschaftlichen Aufstieg für vollendet. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie ständig an Grenzen gerät.
Ganze Welten trennen die Freundinnen, doch gerade in diesen schwierigen Jahren sind sie füreinander da, die Nähe, die sie verbindet, scheint unverbrüchlich. Würde da nur nicht die langjährige Konkurrenz um einen bestimmten Mann immer deutlicher zutage treten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518425756
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:540 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:27.08.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 28.08.2017 bei Der Hörverlag erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Proteas avatar
    Proteavor einem Monat
    Kurzmeinung: Fesselnd, wie die beiden ersten Teile!
    Ein Querschnitt durch die Italienische Gesellschaft

    Im dritten Teil wird noch klarer, was sich in den beiden erten Teilen andeutet: Ein hervorragend ausgearbeiteter Querschnitt der Italienischen Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der Frauenfreundschaft und der Lebenswege der beiden Freundinnen, beginnt man zu verstehen, wie dieses Land funktioniert und warum es heute so viele Probleme hat. Nicht nur die weit verzweigte Verwurzelung der mafiosen Strukturen, sondern auch die abgehobene Verwaltungsgesellschaft und die radikalen politschen Gruppen tragen dazu bei, dass der Egoismus des Einzelnen zur Überlebensstrategie wird. 

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    MilaWs avatar
    MilaWvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die Geschichte nimmt endlich an Fahrt auf. Schmerzhaft realistische Betrachtungen zu Sexualität, Mutterschaft, Situation der Arbeiter(innen)
    keine einfachen Lösungen

    Nachdem in den vorherigen Bänden erschöpfend alle ProtagonistInnen und ihre Familien, Geliebten, Feinde und Verstrickungen miteinander ausgewalzt wurden, geht es endlich zur Sache. Elena veröffentlicht einen Roman, heiratet eine gute Partie und wird Mutter, während Lila sich als Fabrikarbeiterin durchschlägt. Die beiden stehen immer noch in Konkurrenz miteinander und Hass und Liebe sind sich nah.

    Für meine Verhältnisse habe ich gar nicht so lange für diesen Band gebraucht. Während sich die anderen beiden über Monate zogen, genügten hier wenige Wochen. Inzwischen scheine ich warm geworden zu sein. In diesem Band geht es vor allem um Mutterschaft, Sexualität, Arbeitsbedingungen in Fabriken und Feminismus. Mir gefiel es, wie viele Denkansätze geboten werden, aber es keine einfachen Lösungen gibt. Immer noch kein reines Lesevergnügen, aber so schmerzhaft realistisch wie wenig andere Bücher.

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    LesenistLuxuss avatar
    LesenistLuxusvor 3 Monaten
    REZENSION: DIE GESCHICHTE DER GETRENNTEN WEGE VON ELENA FERRANTE

    Kurzbeschreibung 

    Die Wege, die die beiden Freundinnen zu Beginn des dritten Bandes eingeschlagen haben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Lila hat sich gänzlich aus ihrem goldenen Käfig und dem Rione befreit, lebt mit ihrem kleinen Sohn in ärmlichen Verhältnissen und schuftet tagein tagaus in der Fabrik eines alten Bekannten. Auch Elena hat den Absprung aus dem Rione geschafft, ihr Studium erfolgreich beendet und feiert den Erfolg ihres ersten Buches. Zudem ist sie verlobt mit ihrem Studienfreund Pietro, der aus einer bekannten intellektuellen Familie aus Norditalien kommt. Beide Freundinnen geraten mit den politische Querelen der 1970er Jahre in Berührung, Lila eher unfreiwillig, Elena hingegen aus Neugier und auf der Suche nach Material für neue Geschichten. Beide Freundinnen stoßen auf ihrem jeweiligen Lebensweg an ihre Grenzen.

    Rezension Die Geschichte der getrennten Wege

    Auch Ferrantes dritter Band, Die Geschichte der getrennten Wege, ist in seiner eigentümlich nüchternen Erzählweise Seite für Seite ungeheuer spannend, ohne im eigentlichen Sinne spannend zu sein. So sehr ich mich anfangs darüber aufgeregt habe, so sehr bin ich jetzt ein Fan davon. Die vernünftige Elena erntet endlich die Lorbeeren für ihre jahrelange hart erkämpfte Ausbildung. Sie steigt auf, aus dem von der Camorra beherrschten Elend im Rione, in die intellektuellen Kreise von Florenz. Das ist das Leben, welches Elena sich erträumt hat, doch wie Lila, stellt auch sie schon bald fest, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Lila und Elena leben inzwischen in völlig unterschiedlichen Welten und dennoch bricht der Kontakt zwischen ihnen zu keiner Zeit ganz ab, auch wenn zeitweise Funkstille herrscht. Der große Wert ihrer Freundschaft und die Nähe zueinander geben den beiden Frauen ein ums andere Mal Halt.

    Es tauchen auch all die alten Bekannten wieder auf. Denn im dritten Band von Elena Ferrante werden die Karten zwischen den Charakteren nochmal neu gemischt und es entstehen – von mir zumindest – ungeahnte Konstellationen. Nach den ersten paar Seiten dachte ich schon, die Geschichte ist erzählt, für die Eine gibt es ein Happy End und für die Andere nicht, was kann da noch groß kommen? Aufgrund der Wendung, die die Geschichte nimmt, ist der Dritte wohl mein Lieblingsband. Vermutlich liegt es aber auch daran, dass ich mich am besten in die Elena in diesem Altersabschnitt einfühlen kann – endlich habe ich einen Zugang zu ihr, es war ja nicht immer einfach mit uns. Die tiefe Freundschaft der beiden Frauen, finde ich nach wie vor seltsam und auch manchmal nervig, was das Buch für mich aber keinesfalls schlechter macht, im Gegenteil. Die Freundschaft der beiden ist, ebenso wie Lila und Elena selbst, erwachsener geworden, diese Entwicklung hat Ferrante sehr gut hinbekommen. Die Beziehung zwischen Lila und Elena hat meiner Ansicht nach noch mehr Dimensionen als in den Büchern zuvor, boshaft, eifersüchtig, manipulativ, gehässig und trotzdem unerschütterlich und ehrlich.

    Lest mehr Rezensionen unter https://www.lesenistluxus.de



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    Cleo15s avatar
    Cleo15vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Wundervolle Geschichte, doch bevor ich den vierten Band lese, brauche ich erst einmal eine Pause...
    Die Geschichte geht weiter...

    „Die Geschichte der getrennten Wege“  ist der dritte Teil der neapolitanischen Saga um Lila und Elena von der Autorin Elena Ferrante. Ich habe die ersten beiden Teile schnell hintereinander verschlungen und so musste ich natürlich wissen, wie es mit den beiden Freundinnen weitergeht.

    Inhalt:

    Elena und Lila leben nun beide ihr eigenes Leben. Elena inzwischen mit eigener Familie in Wohlstand, Lila getrennt und unter schrecklichen Bedingungen in einer Fabrik schuftend, in Armut. Beide sind unzufrieden und beide wollen ein anderes Leben.

    Charaktere:

    Über Lila erfährt man nur noch etwas aus den Gedanken von Elena, was Lilas wahre Geschichte und ihre Gefühle wohl nicht immer richtig spiegelt. Dadurch bleibt sie verborgen und ein geheimnisvoller Faktor, obwohl sich in dem Buch vieles um sie dreht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie sympathisch finden soll, da sie Phasen hat, in denen sie mir unberechenbar und sogar verrückt erschient. Trotzdem ist sie mir lieber als Elena.

    Elena lebt von ihrer Eifersucht auf Lila. Ohne diesen Antrieb kommt sie nicht voran und das ist es auch, was mich an dieser Freundschaft stört. Sie brauchen sich beide eigentlich nur, um auf die andere eifersüchtig zu sein. Dadurch entsteht ein seltsamer Zusammenhalt, der von beiden am liebsten beendet werden möchte, doch es schafft keine. Die Geschichte erfährt man durch Elenas Augen. Sie möchte eine gute Mutter, Feministin, eine hochgebildete Frau und Ehefrau sein. Und das alles in einer sehr aufwühlenden Zeit des Umbruchs. Sie fängt alles an, doch wirklich ist sie nichts von alledem.

    Schreibstil:

    Elena Ferrante schreibt hier eventuell ihre Biografie und lässt sich damit selbst nicht unbedingt im besten Licht dastehen, was ich gut finde, denn es ist ehrlich. Ihr Schreibstil ist sehr einprägsam. Man erfährt viel über die damalige Zeit und die Nöte der Menschen. Das ist es, was mir am besten an dem Buch gefallen hat. Wenn Elena wieder die Probleme ihres Lebens schildert, hätte ich allerdings am liebsten den Absatz übersprungen, da es mit der Zeit etwas langatmig wird.

    Fazit:

    Ich vergebe aufgerundete 4 Sterne an „Die Geschichte der getrennten Wege“. Das Buch war nicht so gut wie die Vorgänger und ich denke, Band vier werde ich auch erst nach einer längeren Pause lesen.

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    Fantasie_und_Träumereis avatar
    Fantasie_und_Träumereivor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Elena Ferrante schafft es einfach immer wieder mich mit ihrem Sog zu erfassen!
    Die Geschichte der getrennten Wege

    Wochenlang schiebe ich schon die Besprechung von "Die Geschichte der getrennten Wege" vor mir her. Überlege hin und her, was ich schreiben soll. Gerne etwas, was ich in den Rezensionen der beiden ersten Bände noch nicht geschrieben habe, was aber die Genialität, den fesselnden Sog der Reihe wieder gibt. Alles nicht so einfach. Könnte es eigentlich sein, denn im Endeffekt möchte ich euch nur aus vollem Herzen und ganzer Leidenschaft sagen:"Lest diese Bücher!!"

    Die Reihe lebt von den beiden Protagonistinnen, die immer wieder die Balance ihrer Freundschaft aus der Bahn werfen, um dann festzustellen, dass sie genau ohne diese nicht leben können. Balance bedeutet bei diesen beiden jedoch nicht, dass sie gleichberechtigt sind. Es gibt immer eine, die Oberwasser hat. Die an der anderen zieht, während diese sich mitreißen lässt. Eine Ungleichgewicht, das nötig ist, um den Frauen ein inneres Gleichgewicht zu verschaffen. 

    Macht ist dabei ein großes Thema. Macht über die jeweils andere, aber auch über andere Menschen. Ein Wettkampf um Intelligenz, Ansehen, Zuneigung. 

    Ein Objekt des Wettkampfs ist Nino, der nicht hübsche, aber kluge Nino, der so anders ist, als die anderen Jungs, die sie kennen. Der wenig vom Rione in sich trägt. Der insgeheim als eine Fluchtmöglichkeit vor der eigenen Herkunft angesehen wird. Für mich eine extrem schwierig einzuschätzende Persönlichkeit voller Widersprüche und der Neigung dazu andere Menschen auszunutzen. Auf andere Art als Lila. Aber genau deswegen ist er ähnlich faszinierend wie die beiden Freundinnen und in "Die Geschichte der getrennten Wege" handelt er so, dass ich auch für den Abschluss der Tetralogie keine Ahnung habe, wie er sich letztendlich verhalten wird.

    Damit ist er ja nicht allein, denn auch die beiden Freundinnen bleiben weiterhin undurchschaubar. Neben privaten Schikanen fließen in "Die Geschichte der getrennten Wege" historische bzw. politische Ereignisse, der Wandel der Zeit, Wünsche wie Gleichberechtigung, Anerkennung, weniger Diskriminierung, ein. Handlungen, die erschrecken und schockieren und die dafür sorgen, dass ich mich und mein mögliches handeln hinterfrage. 

    Der Abschlussteil der Reihe "Die Geschichte des verlorenen Kindes" steht schon im Regal und wartet aufs Lesen. Ich scheue mich noch ein bisschen davor zuzugreifen, denn dann ist alles vorbei. Dort werde ich Lila und Lenu zum letzten Mal begegnen und das stimmt mich traurig. Andererseits bin ich gespannt, wie es weitergeht. Wie sich alles fügt. Wie alles enden wird. Wenn es denn ein Ende geben wird.

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    wasichgelesenhabevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Wer die ersten beiden Bände mochte, wird auch hier nicht enttäuscht. Einfach großartig!
    Neapolitanische Saga, Teil 3

    Der dritte Teil der neapolitanischen Saga schließt erneut nahtlos an das Ende des zweiten Teiles an. Wir begleiten Elena und Lila nun als erwachsene Frauen.
    Lila lebt mit ihrem Sohn Gennaro und dem Freund aus Kindertagen Enzo zusammen. Sie lebt nach der Trennung von ihrem Ehemann ein ärmliches und einfaches Leben und arbeitet unter erbärmlichen Bedingungen in einer Wurstfabrik am Stadtrand. Im Laufe des dritten Teils gelingt es ihr, sich aus diesen Verhältnissen heraus zu arbeiten.
    Elenas erster Roman wird ein Erfolg, sie heiratet ihren Studienfreund Pietro und bekommt zwei Töchter. Und doch ist sie mit ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter nicht zufrieden, ein neues Buch will ihr jedoch nicht so recht gelingen.
    Der dritte Teil setzt atmosphärisch und erzählerisch genau dort an, wo der zweite Teil aufgehört hat. Die Schilderungen sind wieder sehr atmosphärisch, der Leser findet sich sofort im Italien der 70er Jahre wieder. Obwohl die Handlungsdichte gar nicht so wahnsinnig hoch ist, bin ich durch das Buch geflogen und war permanent gefesselt. Das Buch hat mich definitiv wieder in seinen Bann gezogen.
    Auch habe ich in diesem Band nicht mehr so mit der besonderen Beziehung zwischen Lila und Elena gehadert. Freundschaft kann man es gewiss noch immer nicht nennen, aber irgendwie hat man kein besonderes Band zwischen den beiden mehr erwartet und einfach akzeptiert, dass ihre Verbindung zueinander sehr speziell ist. Gut gefallen hat mir, dass sich Elena etwas von Lila frei gemacht hat, auch wenn sie immer noch enorm wichtig für sie ist.
    Ich freue mich nun auf den vierten Teil, definitiv ein Muss!

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    Hortensia13s avatar
    Hortensia13vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: sehr politisch, teils etwas zu Widerholungen neigend
    Politischer Kampf

    Elena Greco und ihre beste Freundin sind erwachsen geworden. In den siebziger Jahren versuchen sie sich in den unterschiedlichen Rollen, die ihnen nun das Leben bietet, zurechtzufinden. Und das in den gewalttätigen politischen Irrungen und Wirrungen dieser Zeit. Dabei entfernen sich die beiden Freundinnen immer mehr voneinander und ringen um das gegenseitige Verständnis ihrer Entscheidungen und Bedürfnissen.

    Im dritten Teil der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante stehen vor allem die Themen Familie und Politik und Elenas Lebensgeschichte im Vordergrund. Vor allem das Politische war mir letztendlich zuviel. Ohne den richtigen Wissenshintergrund taucht man darin schwer ab. Desweiteren werden die Charakterzüge der einzelnen Hauptpersonen immer wieder wiederholt. Was auch ein Grund ist, dass die Erzählung stückweise eher wie eine Auszählung der Geschehnisse wirkt.

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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Die Frauen werden erwachsen, die Geschichte entwickelt sich immer mehr und am Ende hatte ich das Gefühl, die beiden jetzt schon zu vermissen
    Getrennte Wege

    Nun, im dritten Band der Neapolitanischen Saga, haben sich Elena und Lila voneinander entfernt, nicht nur räumlich auch freundschaftlich. Lila schuftet nach wie vor unter schrecklichen Bedingungen in der Wurstfabrik, während Elena durch ihren Roman einen gewissen Grad an Berühmtheit erlangt.

    Trotzdem prägt sie die gemeinsame Vergangenheit, aus Freundschaft wird eine Art Schicksalsgemeinschaft. Denn beide Frauen sind nicht glücklich mit ihrer Situation. Lila schafft es gemeinsam mit ihrem Freund Enzo sich aus der elenden Lage herauszuarbeiten und werden mit einem eigenen Unternehmen erfolgreich. Aber vor allem Elena hadert mit ihrem Leben.  Mit Pietro, einem jungen Professor aus gebildeten und politisch aktiven Hause, verheiratet, wird sie immer mehr zur Hausfrau und Mutter. Ein Leben, dem sie mit feministischem Aktivismus entgegenwirken will und so weiter schriftstellerisch und journalistisch tätig ist.  Der Vorwurf eines Freundes aus Studienzeiten trifft sie allerdings hart, krampfhaft zu versuchen, sozial aufzusteigen und alles erzählenswerte damit zu überdecken.. Der tägliche Spagat zwischen Haushalt und intellektueller Verwirklichung, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung, als Nino Sarratore wieder in ihr Leben tritt.

    Elena Ferrante hält schon im dritten Teil ihrer Saga den Spannungsbogen über Geschichte der beiden Freundinnen unterhaltsam und gleichzeitig politisch  und sozial kritisch aufrecht. Vor allem die politischen Geschehnisse in Italien  der 70er Jahre bekommen in diesem Buch sehr viel Gewicht. Auch noch insgesamt über 1500 Seiten verliert sich die Lust am Lesen nicht, im Gegenteil, freut man sich schon auf die Fortsetzung.

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    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor 8 Monaten
    Die Herkunft kann man nicht verleugnen

    Im 3. Teil der Tetralogie von Ellena Ferrante, der getrennten Wege, erzählt Lenu, wie es mit ihrem Leben voran geht, die Hochzeit mit ihrem Professor Pietro steht bevor. Ihre Ängste, ihren Eltern ihren zukünftigen Ehemann vorzustellen, wo sie aus so ärmlichen Verhältnissen stammt, macht ihr schlaflose Nächte.

    Wenn sie von Lila erzählt, dann sind das keine selbst erlebten Geschichten mir ihrer Kinderfreundin, sondern das stammt vieles aus dem Erzählen von Freunden und Verwandten.

    Das Leben von Lila hat sich stark verändert. Aus der so willensstarken Person mit Kind ist eine abgearbeitete und immer dünner werdende Frau geworden, die durch Freunde unfreiwillig in einem Arbeitskampf in der Wurst-Fabrik, in der sie arbeitet, gerät. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal und Bruno, der Firmenchef beutet seine Mitarbeiter aus und vor allem die Frauen. Aber, was die Eltern vorgelebt haben, kopieren die Kinder oftmals.

    Die Veröffentlichung von Lenus Roman, nun ist Elena Greco in aller Munde, schlägt hohe Wellen. Während die einen sie loben für ihren Mut, verurteilen die konservativen den Inhalt heftig. Anfangs möchte sie sich eher verkriechen, aber als sie immer wieder Zuspruch erhält und vor allem ihre zukünftige Schwiegermutter ihr den Rücken stärkt, steht sie zu dem, was sie geschrieben hat.

    Dann erleben wir das Leben in ihrem ganzen Alltag, den Lenu nun zu
    tragen hat mit Mann und Tochter. Sie wird unzufrieden und bekommt eine Hilfe an die Seite gestellt. So versucht sie wieder sich dem Schreiben zu widmen. Eh sie aber einen weiteren Roman zu Papier bekommt vergehen Jahre. Denn Lenu ist eine verunsicherte Frau, deren Mann sie nur in die Rolle der Hausfrau und Mutter gepresst hat. Jegliches Selbstbewusstsein kommt ihr abhanden und das lähmt auch ihre Tatkraft. Die Freundschaft zu Lila kühlt über die Entfernung immer mehr ab. 

    Ich bin wieder mal gefangen gewesen in dieser Geschichte. Auch, wenn sich hier vieles um das alltägliche Leben drehte, erfährt der Leser doch auch viel von den damaligen Unruhen und Protesten in den 70er Jahren und den daher gehenden Terror. Auch lässt die Protagonistin uns an ihrem Gefühlsleben teilnehmen, so das man das Gefühlt hat, man erlebt das alles mit. Das ist sicherlich auch das Geheimnis um den Faible zu diesen Büchern. Auch ist hier alles nicht vorhersehbar. 

    Kann es gar nicht erwarten, den letzten Band in den Händen zu halten und zu erfahren, wie es weiter geht. 4 Sterne wegen einiger kleiner Schwächen, die sich auf viele Wiederholungen berufen. 

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    vivreavecdeslivress avatar
    vivreavecdeslivresvor 8 Monaten
    Die Geschichte der getrennten Wege | Buchbesprechung


    Ich muss zugeben, es ist bereits einige Zeit her, seit ich diesen dritten Band gelesen habe, aber dennoch wollte ich eine Rezension dazu schreiben, aus dem einfachen Grund, weil es ein wahnsinnig gutes Buch ist, das mir noch immer viel Freude macht, wenn ich daran denke. In meinem Post über die ersten zwei Bände dieser Reihe (hier kommt ihr dazu), habt ihr bereits gemerkt, dass ich ein grosser Fan von Elena Ferrante geworden bin und das bin ich noch immer. Der dritte Band hat mir bisher am besten gefallen, die Charaktere sind mir richtig ans Herz gewachsen, es schien mir beim Lesen, als würde ich sie schon Ewigkeiten kennen und als wären sie gute Freunde geworden. Die Autorin hat es geschafft, dass ich mich fühlte, als wäre ich selber ein Teil der Geschichte. Wir befinden uns in diesem Teil der langen Geschichte in den turbulenten siebziger Jahren, es wird also sehr politisch. Diese Zeit interessiert und fasziniert mich sowieso schon seit längerem, deshalb war es zusätzlich grossartig, auf diesem Weg mehr davon zu erfahren. Kleine Revolutionen in ganz Italien, ausgehend von den unterschiedlichsten Schichten der Gesellschaft, auf die verschiedensten Arten, alles hängt zusammen und ist super aufregend. Lila und Elena gehen ihre eigenen Wege und wir als Leser begleiten sie gerne dabei. Was ich sehr speziell an der Geschichte finde ist, dass mir keine der beiden Charaktere durch und durch sympathisch ist und ich glaube gerade das macht das Buch so gut. Wir kennen ihre Fehler, wir kennen alle ihre Gedanken und bleiben ihnen trotzdem treu, auch wenn wir merken, dass nicht alles gut ist, was sie machen. Es wird richtig authentisch und ich konnte eine sehr starke emotionale Bindung aufbauen. Das Buch habe ich in den Herbstferien gelesen, also Ende Oktober. Den Post hier verfasse ich im Dezember und ich merke, wie ein gewisses Gefühl von Wehmut in mir aufkeimt, ich vermisse das Lesen dieses Buches, schon jetzt bin ich total gespannt auf den vierten und letzten Teil dieser Reihe. Als ich dort in den Herbstferien war konnte ich mich aber auch zu hundert Prozent auf die Geschichte einlassen, ich war in Italien selbst, ganz in der Nähe des Rione, ich habe das Strassenitalienisch gehört, ich habe die Landschaft gesehen, die Sonne gespürt, ich war am Meer, es hat einfach alles perfekt in die Atmosphäre gepasst und das war wunderschön. Ich könnte noch so viel sagen zu dem Buch, es löst in mir so viele Gedanken aus, so viele Gefühle und Emotionen, die man allerdings selber spüren lernen muss. Elena Ferrante schreibt kein Buch, das eine spezielle Krise anspricht, oder sonst was, sie schreibt ein Buch über das Leben. Ich habe so viel gelernt, es war eine wunderschöne Lesereise und ich lege euch ganz fest ans Herz euch etwas Zeit zu nehmen und in diese Geschichte einzutauchen, man muss sich darauf einlassen und dann ist man auch schon verfallen... 
    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2018/01/die-geschichte-der-getrennten-wege.html

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    101dingo101vor 3 Monaten
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