Elena Ferrante Die Geschichte des verlorenen Kindes

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Inhaltsangabe zu „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ von Elena Ferrante

Elena ist schließlich doch nach Neapel zurückgekehrt, aus Liebe. Die beste Entscheidung ihres ganzen Lebens, glaubt sie, doch als sich ihr nach und nach die ganze Wahrheit über den geliebten Mann offenbart, fällt sie ins Bodenlose. Lila, die ihren Schicksalsort nie verlassen hat, ist eine erfolgreiche Unternehmerin geworden, aber dieser Erfolg kommt sie teuer zu stehen. Denn sie gerät zusehends in die grausame, chauvinistische Welt des verbrecherischen Neapels, eine Welt, die sie Zeit ihres Lebens verabscheut und bekämpft hat.
Bei allen Verwerfungen und Rivalitäten, die ihre lange gemeinsamen Geschichte prägen – Lila und Elena halten einander die Treue, und fast scheint das Glück eine späte Möglichkeit. Aber beide haben sie übersehen, dass ihre hartnäckigsten Verehrer im Lauf der Jahre zu erbitterten Feinden geworden sind.

Für mich der beste Teil des Reihe und ein sehr würdiger Abschluss.

— reisendebuecher

Das Ende der Freundschaft von Elena und Lila

— buchernarr

Ein faszinierender Abschluss dieser Frauenfreundschaft, der auch viel über die italienischen Verhältnisse erzählt.

— Xirxe

Ein runder Abschluss für diese außergewöhnliche Freundschaft.

— Buchina

Berührender Abschluss einer grandiosen Saga!

— biancaneve66

Ein grandioser Abschluss einer beeindruckenden Reihe!

— leserattebremen

Ein großartiger letzter Band; ich konnte das Buch nur sehr schwer aus den Händen legen und bin nun doch traurig, das die Reihe zu Ende ist.

— MrsAmy

Toller Abschluss der Reihe.

— ANATAL

Gelungener Abschluss

— lesefix213

Nachdenkliches Finale der Reihe

— krimielse

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  • Das Ende der Freundschaft von Elena und Lila

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    buchernarr

    17. February 2018 um 23:13

    Einerseits habe ich mich riesig auf den ersten Band gefreut, andererseits bin ich nach dem Lesen traurig , dass diese wundervolle Geschichte, die mich 4 Bände und eine ganze Weile lang begleitet hat, zu Ende gegangen ist. Die Freundschaft von Elena und Lila ist einfach einzigartig, wie ich auch im vierten Band wieder festgestellt habe, und ihre Beziehung wird mit vielen Hinternissen konfrontiert, wobei ich öfters dachte, ob diese Freundschaft wirklich gesund ist. Trotzdem halten die Freundinnen in schwierigen Zeiten zusammen, denn ihr Leben ist nicht nur rosig und sie haben teilweise mit vielen Problemen zu kämpfen, seien es finanzielle Sorgen, Gesellschaftskrisen, Persönlichkeitskrisen, Erziehungsproblemen und vor allem die kontinuirliche Suche nach dem wahren Ich, nach der sich jede von ihnen sehnte. Was mich öfters überrascht hatte war auch die Tatsache, dass, wenn es der einen schlecht erging, die andere einen Höhepunkt in ihrem Leben erreichte und als es dann wieder bergab ging, hatte die erste wieder Glück. Beide Freundinnen zeichneten sich durch ihren eigenen Charakter aus, der sich in keinste Weise ähnelte, und es gab auch viele Jahre, wo sie beide keinen innigen Kontakt hatten. Und doch aren die Wendungen im Leben so, dass sich Elena und Lila wieder traffen und ihre Freundschaft stärkten, obwohl sie nicht immer gut voneinander dachten. Einige Male sogar merkte man, dass die eine die andere beneidete und nicht immer das Beste wünschte, sie waren auch manchmal nicht ehrlich zueinander, aus Angst sich selbst zu verraten, was aber eine wahre Freundschaft nicht ausmacht. Nebenbei spielen natürlich auch die weiteren Personen eine grössere oder kleinere Rolle und wir erfahren auch über deren Lebenswandel. Ich habe einige Zeit gebraucht bis ich mit den Büchern warm wurde, danach konnte ich sie aber nicht aus der Hand legen und ich glaube die gnze Geschichte wird mich noch eine Weile lang begleiten. Vielleicht lese ich sie ja im Sommer nochmal im Schnitt durch, jetzt habe ich ja alle Bände beisammen und muss keine Angst haben in der Zwischenzeit das Meiste zu vergessen. So erging es mir nämlich mit den Nachfolgebändern immerzu. Fazit: falls man alle vier Bände gelesen hat, kann man einfach nicht weniger als fünf Punkte geben, denn das heisst schon von selbst, dass man im Ferrante Fieber steckt.

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  • Das Ende einer Freundschaft, die ich vermissen werde

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    Xirxe

    17. February 2018 um 18:38

    Lila und Lenu, die Ich-Erzählerin, sind nun beide in den Dreißigern und treffen sich im Rione wieder, dem Ort ihrer Kindheit. Lila hat sich gemeinsam mit Enzo, einem Freund ihrer Kindheitstage, ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut, während Lenu nach ihrem Studium eine erfolgreiche Autorin wurde. Für ihre große Jugendliebe Nino hat sie ihren Mann verlassen und ist gemeinsam mit ihren beiden Töchtern zurück nach Neapel gezogen. Noch immer verbindet die beiden Frauen ihre Freundschaft aus Kindertagen und als sie zeitgleich schwanger sind, kommen sie sich fast so nahe wie früher. Doch das Leben Beider erfährt jeweils eine dramatische Wendung, die Alles verändert.So, wie sich die beiden Protagonistinnen im Laufe der Zeit verändern, wandelt sich auch der Stil des Buches. Während in den vorhergehenden Bänden das 'Außenleben' eine wichtige Rolle spielte, sind es nunmehr die Reflexionen der Ich-Erzählerin über sich selbst und ihre Freundin Lila, die überdies zunehmend komplexer werden. Obwohl Lenu mittlerweile gebildet und erfolgreich ist und Lila gerade einmal die fünfte Klasse Grundschule abgeschlossen hat, verspürt Lenu noch immer Minderwertigkeitskomplexe gegenüber ihrer Freundin. Doch man spürt auch, welchen Einfluss der Rione, ihre neue alte Heimat, auf sie hat. Noch immer ist es ein Ort der Gewalt und der Unterdrückung, obendrein ist mit dem Drogenhandel ein neues Geschäftsfeld aufgetaucht. Die gebildete, erfolgreiche Autorin realisiert, dass ihr diese Welt fremd geworden, während ihre Freundin, die den Rione nie verlassen hat, noch immer ein Teil davon ist. Zunehmend fühlt sich Lenu von Lila manipuliert und benutzt, damit diese ihre eigenen Interessen durchsetzt.Beim Lesen war ich immer wieder auf's Neue hin- und hergerissen: Ist Lila tatsächlich so ein Biest, wie Lenu sie gelegentlich beschreibt? Oder ist sie nicht vielmehr eine Art Lichtgestalt, einer der wenigen Menschen, die ihre Werte und Überzeugungen auch dann vertreten, wenn sie ihnen zum Nachteil gereichen? Jemand, die sich der Konsequenz ihrer (eventuellen) Handlungen bewusst ist und entsprechend verstandesmäßig entscheidet? Ihren Verstand stets über ihre Gefühle stellt? Und Lenu nur aufgrund ihrer Komplexe Lila alles Mögliche unterstellt? Ich bin mir sicher, diese vier Bände werden künftigen GermanistikstudentInnen eine Menge Material für Interpretationen und Erörterungen bieten ;-)Ich habe die Figuren dieser Neapel-Saga während des Lesens der vier Bände lieb gewonnen und hatte das Gefühl, mich tatsächlich im Rione ein bisschen auszukennen. Vielleicht sollte ich nun, nachdem ich von dort nichts mehr zu Lesen bekomme, mal selber nach Neapel fahren ;-)

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  • soghaftes Erzählen

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    yellowdog

    17. February 2018 um 12:42

    Während mich der dritte Teil der Saga teilweise langweilte, kann man das von dem abschließenden Teil wirklich nicht sagen.Die Handlung von “Die Geschichte des verlorenen Kindes” setzt in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre ein. Elena ist jetzt 32, hat ihren Mann Pietro verlassen und ist mit Nino zusammen.Die Trennung ist aber schwierig. Es gibt schließlich auch noch ihre Kinder Dede und Elsa.Beruflich zeigen sich neue Erfolge, da ein neues Buch von ihr in Frankreich erscheint. Und schließlich wird ein Buch auch in Italien für großes Aufsehen sorgen, da es offensichtlich sozialkritisch direkt die Umgebung in Neapel zeigt. Elena hatte eigentlich beschlossen, sich erst einmal von Lila fernzuhalten. Doch Lila hat noch Einfluss auf sie. Es geht eine große Energie von ihr aus.Und dann werden beide zeitgleich noch einmal schwanger und ihre alte Verbindung zählt wieder.Gemeinsam ziehen sie ihre Kinder auf. Schließlich ist ihr Schicksal miteinander verbunden.Zu Elena Ferrantes Stil gehört das soghafte und detailreiche Erzählen, verhaftet im Alltag und der Realität, die in Italien neben der latent korrupten Politik auch der Gefahr durch die Camorra und drohende Gewalt bedeutet. Ferrante zeigt mit diesen Romanen ein Zeitportrait und eine Gesellschaftsanalyse.Die 4 Teile der Saga bilden nach meiner Lesweise einen umfangreichen und großen, zusammenhängenden Roman, voller Komplexität und Tiefe.

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  • Wo ist Lila

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    Dominikus

    16. February 2018 um 12:30

    Die Geschichte des verlorenen Kindes ist der vierte Teil und das Finale der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante. Der Stil ist weiter angenehm. Die Personen werden gut und typisch neapolitanisch dargestellt. Die beiden Protagonisten Elena und Lila haben sich weiter entwickelt. Elena ist mit ihren Töchtern wieder nach Neapel. Irgendwie ist sie nicht gerade vom Glück verfolgt, ihre Männerwahl ist nicht so gut. Außerdem trifft sie oft nicht die klügsten Entscheidungen. Lila ist zwar die Praktische aber auch nicht viel besser. Eigentlich sind sie beide schwierige Charaktere. In dem Roman kommen verschiedene Gesellschaftsschichten Italiens ins Spiel typisch italienisch. Sie leben in einem düsteren Teil Neapels, da müssen sie sehen, wie sie überleben. Ich habe alle vier Teile gelesen. Mir gefiel der zweite Teil an Besten und dann wollte ich ja wissen, wo Lila, die von ihrem Sohn vermisst wurde, hin ist. Dieser Teil ist wieder prima. Eine perfekte Geschichte über die Höhen und Tiefen einer Freundschaft. Allerdings erleben wir Lila, nur wie Elena sie sieht. Die Romane kann man gut lesen, aber sie haben auch kleine Längen, die aber nicht groß stören. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum so ein Geheimnis um die Schriftstellerin gemacht werden musste. Ein lesenswerter und spannender Roman

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  • Runder Abschluss

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    Buchina

    15. February 2018 um 09:20

    Dies ist nun der letzte Teil der neapolitanischen Saga. Ein letztes Mal über Elena und Lila zu lesen, machte mich doch wehmütig. Nach drei intensiven Bänden sind die beiden Freundinnen mir doch ans Herz gewachsen, obwohl beide nicht ganz einfach sind. Nun im vierten Band machen beide Frauen noch mal eine Entwicklung durch und vor allem Elena scheint endlich unabhängig von Lila zu werden. Bei Männern scheint sie aber wieder kein Glück zu haben. Sie lässt sich von Nino täuschen, für den sie Mann und Kinder aufgegeben hat. Aber selbst die Warnung von Lila schlägt sie in den Wind. In dieser Hinsicht ist Elena wirklich naiv und/oder blind vor Liebe. Lila dagegen konzentriert sich auf ihre Kariere und ist erfolgreich. Aber mit dem Erfolg kommt es auch zu Machtkämpfen mit der Mafia. Auch in ihrem letzten Teil zeichnet Ferrante ein komplexes Bild Italiens mit seiner patriarchischen Gesellschaft, in dem man als Frau kämpfen muss, um aus den durch Geschlecht und Herkunft bestimmten Zwängen herauszubrechen. Die beiden Protagonistinnen haben unterschiedliche Wege gefunden ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das lag zum Einen an ihren sehr unterschiedlichen Charakteren und zum Anderen an ihrer unterschiedlichen Ausgangslage. Trotz der Unterschiede ist ihr Band der Freundschaft auch über Jahrzehnte nicht zerrissen.  Auch wenn für mich diese Freundschaft immer merkwürdig war, nicht gleichberechtigt, freute ich mich wenn sich die beiden Frauen annäherten und litt mit ihnen als sie sich entfernten. Neben diesem auf und ab der Freundschaft und dem Leben der Frauen gefiel mir, dass Ferrante immer wieder näher auf die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe in Italien einging. Dabei war sie nicht plakativ, sondern webte die Informationen sehr gut in die Leben der Protagonisten ein. Dennoch die größte Stärke auch in diesem Band sind die Charaktere, die Ferrante mit viel Liebe zum Detail zeichnet. Sie sind nicht immer sympathisch, aber für mich sehr real und menschlich.   Für mich bildet der letzte Band einen runden Abschluss, auch wenn es die Autorin wieder geschafft hat mich zu überraschen. Elena und Lila werde ich so schnell nicht vergessen.

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  • Mitreißend bis zuletzt!

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    biancaneve66

    14. February 2018 um 15:15

    Der letzte Band der Saga hat nichts vom altbewährten Stil der Vorgänger-Bände eingebüßt: Ferrante bleibt ihrer Linie treu, in bekannter Manier ist auch dieser Teil der Saga sehr offen und ehrlich verfasst; die oft beeindruckend langen Satzkonstruktionen legen wieder ein enormes Tempo vor. Als Leser hat man bereits so viel aus dem Leben der beiden Freundinnen erfahren dürfen, und dennoch bleibt man neugierig und wach, um nichts von dieser Beziehung zu versäumen. Elena und Lila haben sich so ziemlich auseinandergelebt, aber die tiefe Freundschaft aus Kindertagen lässt die beiden doch nie voneinander los. Ferrante schafft es auch in diesem letzten Band den Leser zu fesseln, sie bringt es wieder fertig, dass man sich ganz auf die Geschichte einlässt und mit den beiden mitleidet und sich mit ihnen freut. Schade, dass die Saga nun ihr Ende gefunden hat – schön, dass sie dort endet, wo der erste Band einst begonnen hatte. Vielleicht sollte man auch als Leser noch einmal von vorne beginnen?

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  • Ein grandioser Abschluss

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    leserattebremen

    14. February 2018 um 10:16

    Mit „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ geht die große neapolitanische Saga von Elena Ferrante in die letzte Runde. Die Freundinnen Elena und Lila sind getrennte Wege gegangen und während Lila in Neapel blieb, lebt Elena in Florenz. Sie hat ihren Mann für ihre Jugendliebe Nino verlassen und muss damit kämpfen, dass sie als berufstätige Frau das Gefühl hat, ihre Töchter zu vernachlässigen. Das Leben mit Nino ist schwierig und von Lügen geprägt, dennoch verschlägt es Elena zurück zu ihm und nach Neapel und eben auch zu ihrer Freundin Lila, die inzwischen ein eigenes Unternehmen hat und sich gegen die mafiösen Strukturen im Rione behauptet. So nah beieinander beginnen die beiden sich wieder aneinander zu reiben, wie es schon ihr Leben lang der Fall war – auch wenn sie im Alter mehr Parallelen aufweisen, als ihnen vielleicht lieb ist. Es ist der letzte Teil über das Leben der beiden neapolitanischen Freundinnen und der Autorin ist ein wirklich fulminanter und alles umfassender Abschluss gelungen. Die beiden sind gestandene Frauen und während der Lektüre der Bücher ist man mit ihnen gewachsen. Nach wie vor überzeugt Ferrante durch detaillierte Orts – und Personenbeschreibungen, die einem die Geschichte so besonders nahe bringen. Wie ein Film im Kopf läuft die Elenas Geschichte beim Lesen ab und berührt einen so auf eine Weise, wie es nicht viele Geschichten können. Die beiden Frauen sind stark, jede auf ihre Art, und gleichzeitig doch mit Ecken und Kanten, teilweise abgeschliffen vom Leben, das sie geführt haben. Als Leser fühlt man mit ihnen und besonders als Leserin kann man Elenas Gefühle und Gedanken gut nachvollziehen, sie ist hin- und hergerissen zwischen Familie und Beruf, der Erfüllung der eigenen Träume und der Verantwortung für ihre Töchter. Sie versucht das Beste daraus zu machen, doch keiner ist fehlerlos und so scheitert auch Elena häufig an ihren Vorstellungen einer idealen modernen Frau. Lila ist nach wie vor ihr Gegenpol, von dieser Spannung leben die Romane ebenso wie von den Beschreibungen des Lebens im Rione, das in diesem Band wieder viel Raum einnimmt und so den perfekten Bogen zum ersten Band „Meine geniale Freundin“ schlägt. Es ist schwer, bei einer so großartigen Reihe das Niveau zu halten und gleichzeitig noch den perfekten Schlusspunkt zu finden, der den Lesern Spielraum für eigene Gedanken lässt, aber dennoch den großen Bogen schlägt und die Geschichte zusammenführt. Elena Ferrante ist dieses Meisterstück mit „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ auf bemerkenswerte Weise gelungen. Es bleibt nur das bittere Gefühl, dass man sich von Elena und Lila jetzt verabschieden muss – zumindest bis man wieder mit Band eins anfängt, um alles noch einmal neu zu entdecken. 

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  • Ferrante überzeugt!

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    MrsAmy

    13. February 2018 um 13:48

    Es ist der letzte Band der vierteiligen Neapolitanischen Sage: Lila und Elena sind erwachsen geworden und stehen mit beiden Beinen fest im Leben. Manch turbulente Jahre liegen hinter, aber auch vor ihnen. Elena hat sich schließlich für Nino entschieden und lässt ihren Mann Pietro, aber auch zeitweise ihre Töchter hinter sich. Doch nach und nach kommt die Wahrheit über den von ihr innig geliebten ans Licht und schließlich zieht Elena wieder nach Neapel und damit in den Einflussbereich von Lila. Lila dagegen scheint unbeirrt ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Sie hat eine kleine IT-Firma gegründet, bietet den Solaras die Stirn und entfaltet ihre besondere Anziehungskraft. Doch im Rione wirken Kräfte, die alles, was stabil zu sein scheint, bis ins Mark erschüttern können. Nachdem mich der dritte Band der Sage ein wenig enttäuscht zurückgelassen hatte, beweist Ferrante mit dem letzten Teil der Neapolitanischen Sage ihr ganzes Können. Die Charaktere erfahren eine große Entwicklung, vor allem Elena wird mündiger. Schien sie bisher stark von Lila abhängig, findet sie nunmehr ihren eigenen Weg. Für mich ist Elena eine selbstbewusste Frau, die – natürlich – auch ihre Fehler hat. Sie lässt sich von Nino blenden, bildet sich tatsächlich ein, sie könnte diejenige sein, die er wirklich und ausschließlich liebt. Doch Nino kann ohne Frauen nicht sein und so lässt sich Elena darauf ein, dass Nino ihr eine Wohnung in Neapel verschafft, immer mal wieder bei ihnen ist, ansonsten aber natürlich bei seiner Frau und seinen Kindern bleibt. Elena schien mir in dieser Hinsicht ein wenig naiv bzw. wirklich blind vor Liebe zu sein. Bereits in den vorherigen Bänden wird deutlich, dass Nino schon sehr viele verschiedene Frauen gehabt hat und sich – wenn bei diesen Beziehungen ein Kind entsteht – nicht wirklich darum kümmert. Warum sollte es ausgerechnet bei Elena anders sein? Lila versucht die Freundin zu warnen. Doch war sie früher zumeist immer verletzend und demütigend, ist sie nun vorsichtiger. Sie scheint zu spüren, dass sie auf Elena nun einen weitaus geringeren Einfluss hat. Im Laufe der Zeit avanciert Elena zur erfolgreichen Schriftstellerin, die auf Männer nicht mehr angewiesen ist. Sie kehrt zurück zu ihren Wurzeln – zieht wieder in den Rione. Hier jedoch wirkt sie mit ihren Töchtern eher wie ein Fremdkörper. Sie gehört der italienischen Bildungselite an, ist eine kleine Berühmtheit geworden und lebt – freiwillig – in Verhältnissen, die eigentlich weit unter ihrem Niveau liegen. Es wird immer wieder deutlich, dass sie gerne zurück in die Welt ihrer Kindheit möchte. Sie braucht Lila nun nicht mehr, um zurecht zu kommen, aber ohne sie, ohne ihren Rat scheint sie am Ende doch nicht leben zu können. Für mich ist die Freundschaft zwischen den beiden Frauen noch immer ein Rätsel, oftmals geht vieles zu Elenas Lasten. Die beiden Frauen werden in ihren 30ern wieder schwanger, bekommen Mädchen. Für einige Jahre befinden sich Lila und Elena im Gleichgewicht. Beide sind erfolgreich, beide stehen im Leben und können sich – wenn es Hilfe bedarf – immer auf ihre Freundin verlassen. Doch dann verschwindet Lilas Tochter und Lila wird den Rest ihres Lebens an diesem schmerzlichen Verlust zu tragen haben. Sie stößt mehr denn je, die Menschen von sich weg, erweist sich ganz und gar als ungesellschaftlich. Ihr Charakter ist sicherlich einzigartig, immer begrenzt sie sich und ihre Genialität, sperrt sich ein in den engen Grenzen des Rione. So viel hätte aus ihr werden können. Am Ende ist sie meiner Meinung nach frei und doch gescheitert mit ihrem Leben. Elenas Leben dagegen war und ist erfüllt, durchdrungen von Höhen und Tiefen. Den späten Jahren wird nur wenig Platz im Buch eingeräumt, es scheint, als hätte das Leben mit Mitte 50 keine Bedeutsamkeiten mehr vorzuweisen. Ich finde es schade, dass Ferrante ihr indirekt dem Leser bedeutet, bis hierin musst du dein Leben gelebt haben, danach kommt nur noch das Alter. Ein Fehler, denn wie viele finden erst im Alter zu sich selbst. Der Roman ist auch immer wieder von Politischem durchdrungen. Politik, Gewalt und Korruption spielen im Italien der 80er Jahre eine große Rolle und so wird auch das Leben der Protagonisten immer wieder von den verschiedensten Großereignissen bestimmt. Alte Schemata lösen sich auf, was stabil schien wankt und hervor kommt eine neue Ordnung, die am Ende doch nur wieder die alte. „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ ist ein großartiger Roman, den man unbedingt lesen sollte!

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  • Die Geschichte des verlorenen Kindes

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    ANATAL

    13. February 2018 um 09:32

    Diesen vierten und damit abschließenden Teil der neapolitanischen Saga habe ich lang ersehnt und wieder einmal mit Begeisterung gelesen. Die Figuren bleiben auch hier allesamt dieselben wie in Vorgängerbänden und sie sind nach wie vor sehr realistisch in ihrer Beschreibung und ihren Handlungen. Hauptsächlich drehen sich die Geschehnisse wieder um Lila und Elena und deren durchwachsene Freundschaft; Ihre Lebensereignisse werden nun in etwa der 1970er bis zur aktuellen Zeit erzählt. In diesem Band spielt auch der Rione und deren mit alternde Bewohner wieder eine größere Rolle. Besonders hat mir die Beziehung von Elena zu Ihrer Mutter gefallen. Auch herausragend finde ich, wie bereits schon in den anderen Bänden, den unglaublich flüssigen Schreibstil der Autorin. Leider ist das nun der letzte Teil der Saga, aber ich denke es wurde nun doch alles erzählt was es zu erzählen gab. Danke Elena Ferrante für dieses wunderbare Lesevergnügen.  

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  • Der Kreis schließt sich

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    Havers

    12. February 2018 um 16:32

    Der Kreis schließt sich in „Die Geschichte des verlorenen Kindes“, dem vierten und letzten Band der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante. Wir sind am Ende angelangt und werden genau mit der identischen Situation konfrontiert, mit der Elenas Lebenserinnerungen gestartet sind: ihre Freundin Lila ist verschwunden. Hat sich wohl, ohne irgendwem eine Nachricht zu hinterlassen, davon gemacht zu haben. Spurlos, als hätte sie nie existiert. Wir sind in den Siebzigern, zurück in Neapel. Elena verlässt ihren Mann, um mit ihrer Jugendliebe zu leben. Ein illusorisches Vorhaben, wie sich recht schnell herausstellt. Wohin gehen? Zurück auf vertrautes Terrain, in den Rione. Und in das gleiche Haus, in dem auch ihre Freundin Lila lebt. Beide Frauen haben die passive Frauenrolle längst hinter sich gelassen und sind erfolgreich in dem, was sie tun. Elena als Schriftstellerin, Lila als Mitinhaberin eines IT-Unternehmens. Die Beziehung der beiden Frauen ist wechselhaft. An einem Tag beste Freundinnen, am nächsten Tag erbitterte Feindinnen. Fast kann man den Eindruck gewinnen, dass sie nicht miteinander, aber auch nicht ohne die andere sein können. Neben den privaten Katastrophen gibt es aber auch Ereignisse anderer Art, die das Leben im Rione beeinflussen und dem Leser die Brüchigkeit der Existenz vor Augen führt. Ganz gleich, ob Erdbeben oder die Einflussnahme der Mafiosi, alles hängt mit allem überall zusammen. Elena Ferrante nimmt den Leser mit auf eine Reise durch ein halbes Jahrhundert italienischer Wirklichkeit. Ausgehend von einer Frauenfreundschaft zeigt sie zum einen die Strukturen dieser patriarchalisch geprägten Gesellschaft auf, zum anderen aber auch exemplarisch anhand der Geschichte ihrer beiden Protagonistinnen deren Emanzipationsbestrebungen. Das Abwerfen der durch Herkunft und Geschlecht auferlegten Zwänge hin zu einem selbstbestimmten Leben. „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ lässt mich mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Geschätzt habe ich die gesellschaftspolitischen Bezüge, genervt war ich von dem ewigen Hin und Her zwischen Elena und Lila. Dazu dann noch die thematischen Wiederholungen, die unnötige Längen kreierten sowie die insgesamt recht simple Sprache. Das geht deutlich besser – deshalb leider nur 3 Sterne.

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  • Würdiger Abschluss der neapolitanischen Saga

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    pizza

    12. February 2018 um 09:43

    Mit ihrer neapolitanischen Saga hat Elena Ferrante etwas erschaffen, was einzigartig ist. Nun hat diese Saga ihr Ende gefunden. "Die Geschichte des verlorenen Kindes" ist der Höhepunkt und der Abschluss der Geschichte zweier Freundinnen. Über den Inhalt möchte ich gar nicht allzu viele Worte verlieren, schließlich gehört das direkte Miterleben der Ereignisse mit Elena und Lila wesentlich zum Lesevergnügen. Mittlerweile befinden wir uns aber in einer Zeit, in der Lila und Elena erwachsene Frauen sind. „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ setzt Mitte der 70er Jahre ein, Elena und Lila gehen getrennte Wege. Jeder, der die ersten drei Bände kennt, wird mit Sicherheit das Verlangen verspüren, auch diesen letzten Band zu lesen. Allen denjenigen, die nicht vom "Ferrante Fieber" ergriffen wurden, ist der Reiz der Geschichte um Lila und Elena vermutlich nur schwer nahezubringen. Aber nicht, weil ihre Geschichte so fernab der Realität oder gar langweilig wäre - ganz im Gegenteil. Ihr Leben, ihre Emotionen, ihre Erfahrungen, ihre Freundschaft... all das ist so real, detailliert und authentisch beschrieben, dass die Geschichte mich als Leserin einfach vollkommen einnehmen konnte. Aber nicht nur in der Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen und komplexer Biografien zeigt Ferrante auch in diesem vierten Teil wieder was sie kann, sondern auch in ihrer Erzählung von den politischen Verstrickungen der Figuren in Neapel.  Mich konnte die neapolitanische Saga von Elena Ferrante vollends überzeugen, auch wenn sie ob ihrer Erzählweise manchmal vielleicht langatmigere Passagen aufwies. Dieser vierte Band bildet da hin und wieder keine Ausnahme, reiht sich perfekt in die Reihe ein, bildet meines Erachtens aber auch einen würdigen Abschluss. Und ich glaube, von allen Ausgaben, die weltweit erschienen sind, gehören die Cover vom Suhrkamp Verlag zu den schönsten. 

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  • Der Abschluss der Reihe

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    buchleserin

    12. February 2018 um 09:30

    „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ ist der vierte und der letzte Band der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante. Es geht um die langjährige Freundschaft zweier Frauen, Elena und Lila, ihre Beziehungen, die Höhen und die Tiefen und das Leben in Neapel. Ein Freundschaft geprägt von Konkurrenz und Neid, die jedoch lange Jahre hält, bis Lila plötzlich verschwindet. In diesem Abschlussband kehrt Elena aus Liebe zurück nach Neapel. Lila ist all die Jahre über dort geblieben. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt. Die Handlung ist unterhaltsam, jedoch auch teilweise mit etwas langatmigen Kapiteln. Den Hype um diese Bücher kann ich nicht nachvollziehen und nicht so ganz verstehen. Ich frage mich jedoch, ob die Elena aus dem Buch auch die Schriftstellerin ist? Evtl. ein biographischer Roman? Sehr hilfreich ist das Personenregister zu Anfang des Buches. Da hat man einen besseren Überblick über die verschiedenen Protagonisten und Nebencharaktere dieser Geschichte. Wer die anderen Bände gelesen hat, sollte natürlich auch zum letzten Band dieser Reihe greifen, um diese Geschichte der beiden Freundinnen abzuschließen. Hier noch die Bände in der richtigen Reihenfolge: 1. Meine geniale Freundin 2. Die Geschichte eines neuen Namens 3. Die Geschichte der getrennten Wege 4. Die Geschichte des verlorenen Kindes

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  • Gelungener Abschluss

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    lesefix213

    11. February 2018 um 21:13

    Wer die anderen drei Teile der Neapolitanischen Saga mit den Titeln "Meine geniale Freundin", "Die Geschichte eines neuen Namens" und "Die Geschichte der getrennten Wege" noch nicht gelesen hat, sollte diese Rezension nicht lesen. Andernfalls wäre dies ein Spoiler!!Elena kehrt nach einigen Problemen und Streitereien mit ihrem Ehemann Pietro zurück nach Neapel, um mit Nino glücklich zu werden. Sie trifft nach langer Zeit wieder auf Lila, die sich sehr verändert hat und nun erfolgreiche Geschäftsfrau ist. Elena möchte sich nicht sofort wieder auf Lila einlassen, doch Lila weiß von Vorgängen innerhalb und außerhalb des Riones, die Elena sehr verunsichern und ihr wird wieder einmal bewusst, wie sehr sie sich verändert hat, seit sie zum Studieren weggezogen ist. Wie wird die Geschichte um die Freundschaft der beiden Frauen enden? Wird es ein glückliches Ende geben oder wird die Welt um Lila und Elena zusammen brechen? Endlich ist der finale Band der Reihe erschienen! Sehr lange habe ich auf das Finale rund um Elena und den Rione gewartet und habe so früh wie möglich begonnen, das Buch zu lesen. Leider muss ich sagen, dass ich wirklich nur sehr schwer in die Geschichte hinein gefunden habe. Es ist einfach schon zu lange her, dass ich den 3. Teil gelesen habe und es gibt viel zu viele Figuren, die mehr oder weniger eine Rolle spielen oder gespielt haben. Zwar gibt es zu jeder Ausgabe ein Lesezeichen, auf dem kurz nochmal Verhältnisse erläutert werden, aber der Abstand zwischen den Erscheinungsdaten war einfach zu groß. Der Schreibstil war exakt wie in den vorherigen Büchern und hat mir wieder gut gefallen. Kein anderer Autor kann Geschichten im Stil von Elena Ferrante erzählen und den Leser so sehr dabei packen. Auch wie die Geschichte letztendlich zu Ende ging hat mir gefallen - wobei ich natürlich nicht zu viel verraten möchte. Zum Schluss möchte ich anmerken, dass Elena im Laufe der Geschichte meiner Meinung nach sich sehr gewandelt hat, was man aber nur merkt, wenn man wirklich darüber nachdenkt. Sie ist zwar durch alle Bände hindurch ein sehr egoistischer Mensch aber man erkennt mit jedem Teil mehr, wie sie erwachsener und gebildeter wird. 

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  • Ein starkes Finale der Geschichte einer Freundschaft

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    Ilary

    08. February 2018 um 19:50

    Da ich eben erst den 3. Band beendet habe, sind mir alle Figuren noch präsent. Für die anderen Leser werden zu Beginn des Buches alle kurz beschrieben und außerdem ist ein Buchzeichen mit Personenregister eingelegt. Nach meinem Dafürhalten ist es auf jeden Fall sinnvoll, in der richtigen Reihenfolge zu lesen, ich denke Quereinsteiger wird es sehr schwer fallen, die Handlung mit viel Spaß zu verfolgen. Das Cover ist wieder sehr geschmackvoll und passt hervorragend zu den Vorgängerbänden.   Mittlerweile sind Lila und Elena im reiferen Alter. Elena will mit ihren beiden Töchtern den Absprung aus der Ehe mit Pietro zugunsten ihres Jugendschwarms Nino schaffen. Nino hingegen wird mir in diesem letzten Band nicht sympathischer. Er besticht durch Flirts und Affären mit anderen Frauen, die ihm in irgendeiner Form nützlich sein könnten, trotzdem bleibt seine Favoritin nach wie vor Lila. Er erinnert mich sehr an seinen Vater Donato. Auf ihn zu bauen, das kann für Elena nur mit einer großen Enttäuschung bzw. einem Disaster enden, aber es drängte sich mir das Gefühl auf, daß sie ihm hörig ist. Als Autorin ist sie erfolgreich, obwohl sie gerade in ihrer Heimat viele Kritiker hat. Der Spagat zwischen Schreiben, Verlagsreisen und Kindern bleibt schwierig.   Lila hingegen interessiert nur Rione und ihre heimischen Umgebung, sie wollte nie  weg. Mittlerweile ist sie eine angesehene Geschäftsfrau, Wohltäterin, gibt vielen arbeitssuchenden Freunden/Nachbarn eine Job in ihrer Firma, gilt als absolute Respektsperson. Aber auch die Themen Mafia, Gewalt und Korruption werden nicht vergessen und ausgeblendet.   Zur gleichen Zeit werden Elena und Lila wieder Mutter. Hier setzt sich die Rivalität, Eifersucht, das Buhlen um die Gunst der Kinder fort und erst im letzten Drittel erfährt der Leser wie es zum Titel des Buches kommen konnte und man taucht tief in die Psyche der beiden ein. Die Erinnerungen bastelt sich aber jeder so, wie es ihm am besten passt. Auch im Alter und am Ende besticht diese Freundschaft durch ein ständiges Auf und Ab.   Die politische Situation in Italien wird immer wieder kurz gestreift und verleiht der Geschichte Authentizität. Das Ende (mehr sage ich dazu nicht) dieser vierbändigen Geschichte um eine  Freundschaft mit all ihren Facetten schlägt eine Brücke zum Beginn des ersten Bandes und hat mir persönlich gut gefallen.   Beim Start dieser Tetralogie hatte ich nicht erwartet, daß die Autorin mich mit ihrer Geschichte so in ihren Bann zieht und fesselt. Für mich war dieser 4. Band der Stärkste, denn er hatte keinerlei Längen, sondern er war prall gefüllt mit der Beschreibung des Zeitgeistes und dieser lebenslangen Freundschaft. Ich werde diese Bücher sehr gerne weiter empfehlen!

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  • Beeindruckendes Finale!

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

    baerin

    07. February 2018 um 20:26

    In diesem vierten und letzten Teil der großen neapolitanischen Saga erzählt Elena weiter von ihrer besonderen Freundschaft zu Lila. In Elenas Leben tut sich einiges: sie verlässt ihren Mann Pietro, um wieder nach Neapel zu ziehen und mit ihrer großen Liebe Nino zusammen sein zu können. Dadurch bringt sie natürlich ihre Schwiegermutter gegen sich auf, bei der ihre beiden Töchter zeitweise leben. Sie bekommt noch eine Tochter zusammen mit Nino, doch der entpuppt sich als große Enttäuschung. Sie zieht mit ihren Kindern zurück in den Stadtteil ihrer Kindheit und wohnt nun ein Stockwerk über Lila, die sich zusammen mit Enzo mit einer Computer-Firma selbständig gemacht hat. Sie sind viel zusammen, beide haben kleine Töchter im gleichen Alter und wenn Elena, die wieder mehr schreibt, auf Lesereise geht, passt Lila auf ihre Kinder auf. Zeitweise verstehen sie sich wieder gut, aber nach einem schweren Schicksalsschlag für Lila kommt Elena erst mal nicht mehr an sie ran. Der vierte Band endet mit der Frage: wo ist Lila abgeblieben? Genau mit dieser Frage begann der erste Teil dieser Reihe. Lila sprach schon immer davon, sich aufzulösen, auszulöschen - nun ist es soweit - sie ist spurlos verschwunden und mit ihr all ihre Sachen, als hätte es sie nie gegeben. Der erste Band konnte mich noch nicht so ganz überzeugen, dennoch habe ich auch die nachfolgenden gelesen. Dieser letzte Teil war meiner Meinung nach der beste, ich konnte ihn kaum aus der Hand legen. Das ganze Auf und Ab in der Freundschaft der beiden, die Wirrungen in der Liebe, die Gewalt im Rione, die politischen Auseinandersetzungen - all das wird in einer anspruchsvollen Sprache erzählt, der man sich nicht entziehen kann. Dafür vergebe ich gerne fünf Sterne!

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