Die Geschichte eines neuen Namens

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Inhaltsangabe zu „Die Geschichte eines neuen Namens“ von Elena Ferrante

Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht – er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt. Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Aber können sie einander wirklich vertrauen? Elena Ferrante hat einen Weltbestseller geschrieben. Ein Gipfelwerk der zeitgenössischen Literatur. Und einen Roman, den man erschüttert und begeistert liest!

Viel besser als der erste Teil!

— baerin
baerin

Großartige Fortsetzung. Wieder wunderschön erzählt. Lila und Elena entwickeln sich und es gibt eine spannende Wendung!

— miro76
miro76

Eine geniale Fortsetzung der Neapel-Saga, die wieder zwischen Rivalität und inniger Verbundenheit zwischen den Protagonistinnen schwankt.

— Barbara62
Barbara62

Ein würdiger zweiter Teil! Ich habe die Figuren wieder gerne begleitet und mit großer Spannung gelesen. 4,5 Sterne!

— Isaopera
Isaopera

Der Anfang fesselnd, später langatmig und der Schluss wieder interessant. Ein gemischtes Leseerlebnis!

— sunlight
sunlight

Starke Sogwirkung, diesmal aber stimmiger, nachvollziehbar zu den beiden Frauen, ihrer Freundschaft und ihren Entscheidungen. Ja!

— StefanieFreigericht
StefanieFreigericht

Die Werbestrategie des Verlags geht auf, man kommt kaum an Ferrante vorbei

— Bibliomarie
Bibliomarie

Endlich packt mich auch das Ferrante Fever - ein großartiges Portrait einer Freundschaft!

— leserattebremen
leserattebremen

Zwei Frauen, zwei Leben und eine faszinierende Freundschaft, die Entzweiung und Bewunderung ebenso wie Neid und Fürsprache verträgt.

— jenvo82
jenvo82

Band 2 der Saga kann überzeugen, hat aber keine Längen.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

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  • "Wir zwei zusammen, Schulter an Schulter, im Kampf gegen den Rest der Welt."

    Die Geschichte eines neuen Namens
    miro76

    miro76

    15. January 2017 um 21:55

    Lila und Elena werden erwachsen und ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Ihre Leben entwickeln sich immer stärker auseinander. Sie waren schon als Kinder ein sehr ungleiches Paar und als Jugendliche prägten sich die Verschiedenheiten aus. Nun kommen noch die Lebensumstände dazu, dass sich die beiden Mädchen immer stärker auseinander entwickeln.Während Lila in ihrer unglücklichen Ehe schwanger werden soll, konzentriert sich Elena auf ihre Ausbildung.Dennoch halten sie Kontakt. Obwohl dies nicht immer freudigen Herzens geschieht. Lila wirkt zum Teil fast bösartig und Elena schafft es nicht, sich in Lilas Welt hineinzudenken. Lila wirkt stark und unbeugsam, doch sie kämpft schwer mit ihrem Alltag und ihrem Umfeld. Bis wieder einmal Ferien auf Ischia alles verändern. Lila bekommt wieder Lust am Leben, lernt endlich zu lieben und setzt alles auf eine Karte. Sie riskiert viel und Elena glaubt alles zu verlieren.Die Beziehung zwischen Lila und Elena ist äußerst vielschichtig. Die beiden sind stark voneinander abhängig, obwohl jede ihren Weg geht. Streckenweise schien es mir beim Lesen, die eine würde die andere ausnutzen, doch dem ist nicht so. Jede geht ihren Weg eben so, wie sie kann. Sie beneiden sich gegenseitig. Sie versuchen voneinander zu lernen und sie verletzen sich auch dabei. Ich bin mir im Moment nicht sicher, ob ich diese Freundschaft positiv bewerten soll, ober ob es eher eine Freundschaft ist, die bei beiden das Schlechteste hervorkehrt.Aber, das Ferrante-Fever hält definitiv an. Ich habe auch diesen zweiten Band verschlungen und er steht dem ersten in nichts nach. Die Entwicklung der beiden Mädchen bzw. jungen Frauen ist spannend und ich bin neugierig, wie es ihnen weiterhin ergeht. Der Ausblick ist bei beiden absolut positiv. Lila ist definitiv alles zuzutrauen und Elena wird ihren Weg sicher weiterhin finden. Sie scheint die stabilere der beiden. Sie hatte aber auch die besseren Möglichkeiten. Lila ist definitiv die talentiertere, aber sie ist äußerst sprunghaft und ihr liegen unendlich viele Steine im Weg. Ich habe sie beide in mein Herz geschlossen und freue mich schon jetzt auf ein Wiederlesen wenn „Die Geschichte der getrennten Wege“ erscheint.

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  • Der zweite Teil...die Geschichte von Lila und Elena geht weiter

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Simi159

    Simi159

    15. January 2017 um 20:40

    Das ist der zweite Teil der italienischen Familiensaga um die beiden Frauen, Lila und Elena. Beide sind bisher in einem armen Viertel aufgewachsen. Während Elena dem vorgezeichneten Weg durch Bildung, sie besucht das Gymnasium und studiert, zu entfliehen will. Hat ihre Freundin Lila, diese flucht schon durch Heirat geschafft. Dass sie durch ihre Eheschließung ihre eigenen Ideale verraten und verkauft hat, merkte sie bereits an ihrem Hochzeitstag. Das war auch der Cliffhanger mit dem der erste Band, von Elena Ferrante, endetet und genau an dieser Stelle steigt man in den zweiten Teil ein. Beide Frauen sind 16 Jahre alt und während Lila nur mit dem Finger zu schnippen, oder ein kurzes Telefonat zu führen braucht, um ihre materiellen Wünsche erfüllt zu bekommen. Muss ihre Freundin hart für die Schule/Universität arbeiten, und kommt doch gefüllt nicht voran. Bildung ebenso wie Frauen in den 60er Jahren nicht viel Wert. Und vor allem Lila bekommt von ihrem Mann, durch körperliche Gewalt gezeigt, wer das Sagen hat.  Auch der gewünschte/geforderte Nachwuchs stellt sich bei ihr nicht ein…. Fazit: Fand ich den ersten Teil noch unterhaltsam, mit kleinen Längen im Mittelteil, so war dieser zweite Teil für mich langatmig und langweilig. Denn so leicht mir der Einstieg in die Geschichte fiel, in die Welt von Elena und Lila, so langsam schreitet die Geschichte voran. Immer wieder gibt es Einschübe, Ausschweifungen, wird dies und das erklärt, beschrieben. Es dauert und dauert, bis die Geschichte voran geht, ohne dass wirklich etwas passiert. Da hätte man locker 100-150 Seiten streichen können. Die Charaktere eine gut beschrieben, wenn auch für mich etwas klischeehaft. Überraschte Lila im ersten Teil noch durch ihre Intelligenz, ihre Energie sich in die Schuhmacherei ihres Vaters einzubringen. Ist sie hier nur die eingeschüchterte Ehefrau, die sich in ihr Schicksal fügt. Auch Elena ist mir zu typisch 60er Jahre, eine junge Frau, die sich ihrem vorgezeichneten Weg, durch Bildung entfliehen möchte. Und doch so langsam begreift, dass dies wahrscheinlich nicht klappen wird.  Beim Lesen hatte ich die meiste Zeit das Gefühl in einer Dauerwiederholung festzuhängen, da die Geschichte sich nicht wirklich entwickelt und das Erzählte gefühlt immer und immer wieder, wiederholt. Schade…ich kann diesen Hype um die Buchreihe und die, mittlerweile nicht mehr unbekannte Autorin Elena Ferrante, nicht nachvollziehen. Von mit gibt es 2,5 aufgerundet 3 STERNE.

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  • Eine in beiden, beide in einer

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Barbara62

    Barbara62

    15. January 2017 um 17:43

    Das Cover lässt keinen Zweifel am Verlauf der Ehe, die Raffaella Cerullo, genannt Lina oder Lila, zu Ende des ersten Bandes Meine geniale Freundin der Neapolitanischen Tetralogie von Elena Ferrante eingegangen ist. Der Brautschleier steht horizontal vom Kopf ab, der Wind reißt die Blütenblätter aus dem Brautstrauß. Nahtlos erzählt Elena Ferrante im zweiten Band Die Geschichte eines neuen Namens die Lebensgeschichten der beiden Freundinnen Lila und Elena, genannt Lenù, aus dem armen Neapolitaner Viertel Rione weiter. Genauer gesagt ist es Lenù, die erzählt, 60 Jahre nach dem Beginn ihrer Freundschaft, als Lila plötzlich verschwindet.Beide Mädchen sind hochbegabt, doch nur Lenù erhält von ihren Eltern widerwillig die Erlaubnis, die Aufnahmeprüfung zur Mittelschule abzulegen. Lila, die noch Begabtere, muss die Schule verlassen und rettet sich mit 16 Jahren in eine Ehe mit Stefano, einem Salumeria-Besitzer und Verbündeten des Camorra-Clans der Solara-Brüder, die ihr einen gewissen Aufstieg sichert, nicht jedoch das Entkommen aus dem Rione. Bereits während der Hochzeitsfeier kommt es zu einem Eklat, die Hochzeitsnacht verläuft traumatisch und Stefano bedient sich, nicht zuletzt, weil er in keinster Weise mit Lilas Wesen zurechtkommt, der im Rione üblichen Prügel. Lila versucht immer wieder, ihre Situation zu verbessern, indem sie sich für eine Sache  begeistert und sich vollkommen hineinstürzt, verliert aber die Lust, sobald sie sie beherrscht. Die Unterdrückung ihrer geistigen Fähigkeiten führt zu dem, was man seit einigen Jahren als „Boreout-Syndrom“, einem Zustand ausgesprochener Unterforderung, bezeichnet.Während einer Erholungsreise nach Ischia, wohin Lila, die zum Ärger ihres Mannes nicht schwanger wird, Lenù als bezahlte Angestellte mitnimmt, entdeckt Lila ihre Liebe zu Nino, Lenùs angebetetem Schwarm, und stürzt sich in eine Affäre mit ihm, die sie auch nach der Rückkehr nach Neapel nicht beendet. Lilu, die sich davon eine Wiederherstellung ihres Selbstwertgefühls verspricht, setzt wie immer auf Risiko, nimmt sich, was sie will, hat keine Angst vor Gespött, Prügel und Verachtung und verliert alles, während Lenù mit einem Stipendium in Pisa studiert und im Alter von noch nicht einmal 23 Jahren als Dottoressa und einem Diplom in Philologie mit Bestnote und Auszeichnung, einem Verlobten aus bester Familie mit Aussicht auf eine Universitätskarriere und einem Vertrag für einen Roman zurückkehrt. Nach langer Zeit sehen die beiden sich wieder, nun unter ganz anderen Vorzeichen als vor ihrem Bruch und ihrer langen Trennung.Zwar bin ich nicht dem Ferrante-Fieber erlegen, aber ich gebe zu, dass ich mich inzwischen zu den Fans dieser vierbändigen Saga zähle und mich jetzt schon auf den nächsten Band in einigen Monaten freue, nicht nur wegen des erneuten Cliffhangers. Ich bin fasziniert von der genauen Schilderung der beiden unterschiedlichen Lebenswege und hatte nie auch nur ansatzweise das Gefühl, der Roman hätte Längen. Beide Schicksale, sowohl Lenùs von unzähligen Selbstzweifeln überschatteter Aufstieg und ihre langsame, aber unaufhaltsame Loslösung aus dem Rione, als auch Lilas verzweifelte Versuche, das Beste aus ihrem Leben zu machen, obwohl man ihr alle Möglichkeiten frühzeitig genommen hat, sind packend erzählt, ebenso wie die Mischung aus Rivalität und inniger Verbundenheit zwischen den beiden Mädchen.Eine dichte, düstere Milieustudie der 1960er-Jahre in schnörkelloser, distanzierter Sprache und ein großartiger Unterhaltungsroman!

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  • Gelungene Fortsetzung über die Jugendjahre der beiden Freundinnen

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Forti

    Forti

    15. January 2017 um 13:20

    "Die Geschichte eines neuen Namens" ist Band zwei der vierteiligen Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante um eine Frauen-Freundschaft. Ich empfehle, zuerst "Meine geniale Freundin" zu lesen, um zu erfahren, wie sich Elenas Freundschaft mit Lila bisher entwickelt hat, und der Handlung besser folgen zu können.Das Buch startet mit einer Übersicht über die beteiligten Personen, nach Familien unterteilt. Das ist (für mich) auch dringend notwendig, da Elena Ferrante ihre Saga mit einem reichhaltigen Personal besetzt hat und man nach einen Wochen Lesepause zwischen den einzelnen Bänden schon mal den Überblick verlieren kann.Elena und Lila sind zu Beginn der Handlung ca. 16 Jahre alt. Die Handlung umfasst etwa 10 Jahre. Ihre Leben entwickeln sich immer unterschiedlicher: Lila ist verheiratet und dadurch zu Wohlstand geraten, Elena geht weiter zur Schule und lebt bei ihren Eltern unter eher ärmlichen Verhältnissen. Interessanterweise beneiden beide einander. Die Freundschaft der beiden ist nicht immer innig und herzlich, es gibt Zeiten, in denen sie wenig Kontakt zueinander haben, aber die Freundschaft besteht und reißt nie völlig ab. Mir gefällt diese ungeschönte Darstellung einer lebenslangen Freundschaft, die ohne Klischees und Kitsch auskommt.Die Handlung wird langsam erzählt - böse Zungen könnten den Erzählstil auch langatmig nennen. Auch ich habe oft ein Problem mit langatmigen Erzählungen, würde hier aber sagen, dass die Atmosphäre Neapels der 1960'er Jahre, die Lebensrealität im Arbeiterviertel und die Situation der Frauen im Speziellen gleichberechtigt neben der eigentlichen Handlung steht und auch - wie schon im ersten Band - den Reiz dieser Reihe ausmacht. Ich fühlte mich jedenfalls nicht gelangweilt, sondern habe gut ins Neapel der 1960'er Jahre und die beiden jungen Frauen hineinversetzt gefühlt.Wie schon bei "Meine geniale Freundin" ist das Ende des Buches kein wirklicher Abschluss, sondern eher ein cliffhanger, der neugierig auf den dritten Band der Reihe machen soll (bei mir hat es funktioniert).

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  • Jugendjahre in einer bewegten Zeit

    Die Geschichte eines neuen Namens
    solveig

    solveig

    13. January 2017 um 11:11

      Ein neuer Name und seine Konsequenzen: in Band zwei der „Neapolitanischen Saga“ erlebt die 16jährige Lila Cerullo -  nun Signora Carracci  -  die Auswirkungen ihrer früh eingegangenen Ehe. Sie und ihre Freundin Lenú, die sich bereits als kleine Mädchen fest vorgenommen haben, dem Elend des Armenviertels Rione zu entfliehen, gehen unterschiedliche Wege, um ihr Ziel zu erreichen. Lila erhofft sich eine bessere Zukunft, indem sie (ganz traditionell) den aufstrebenden jungen Lebensmittelhändler Stefano heiratet. Die weniger selbstbewusste Lenú will sich durch Fleiß und gute Noten in Schule und Studium hoch arbeiten; durchaus nicht selbstverständlich für ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen. Die unterschiedlichen Lebenswege der ehemals besten Freundinnen im Neapel Mitte des letzten Jahrhunderts laufen eine Weile parallel nebeneinander her, trennen sich, treffen aber immer wieder zusammen. Welches der Mädchen kann mit seiner Entscheidung den erhofften Ausbruch aus der Armut erreichen? In schlichter, einprägsamer Sprache, aber sehr eindrucksvoll in farbig, teils drastisch beschriebenen Episoden lässt Ferrante in der Fantasie des Lesers eine Zeit wiedererstehen, in der das Leben von Mädchen und Frauen noch sehr eingeschränkt und vom Willen der Väter und Ehemänner dominiert war,  ihre Rolle festgelegt auf die der zukünftigen Ehefrau und Mutter, dem (Ehe-)Mann untergeben. Die Autorin erschafft lebendige, authentische Charaktere, in die sich der Leser leicht einfühlen kann, und erzählt packend von den Schwierigkeiten, mit denen sich Lila und auch Lenú auseinandersetzen müssen, weil sich beide auf ihre Weise über gesellschaftliche Tabus hinwegsetzen. Eindrücklich und ohne zu beschönigen schildert sie eine Zeit wirtschaftlicher und sozialer Probleme, mafiöse Gesellschaftsstrukturen und den Aufstieg der Camorra, mit denen die Schicksale der Freundinnen verflochten sind. Um den Einstieg zu erleichtern, gibt Ferrante zu Beginn des Buches einen Überblick in der  Art „Was bisher geschah“, eine Personen- und Handlungsbeschreibung der wichtigsten Charaktere ihres Romans, wie man es von Fernsehserien her kennt. Schaffen es die beiden Mädchen, jede auf ihre eigene Weise, das Leben zu führen, das sie sich als Kinder erträumt haben?

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  • Ebenso toll wie der Vorgänger!

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Joodie

    Joodie

    12. January 2017 um 20:15

    Schon seit Wochen konnte ich es kaum erwarten, den zweiten Ferrante-Band endlich in der wunderschönen deutschen Ausgabe in den Händen zu halten. Schon der erste Teil (Meine geniale Freundin) hatte mich im September auf eigenartige Art gefesselt. Elena Ferrante schafft es, aus einem eigentlich unspektakulären Leben eines ständig lernenden Teenagers eine Geschichte zu machen, die man nicht mehr weglegen möchte. Wie gebannt verfolgt man die Ereignisse im Rione, die Streitigkeiten und Rivalitäten, die Liebschaften, die gemeinsamen Projekte - und mittendrin immer Lila und Lenú.Im zweiten Teil der Saga werden aus den beiden kleinen Mädchen junge Frauen. Lila, die am Ende des ersten Teils den Händler Stefano geheiratet hatte, muss feststellen, dass das Eheleben trotz Luxus und Blingbling sie nicht gerade glücklich macht. Auch Elena, die immerzu mit Lernen beschäftigt ist und sich nur über die Schule und ihr Wissen identifizieren kann, wird enttäuscht in ihrer Liebe zum Musterschüler Nino. Beide Mädchen versuchen, ihren eigenen Weg zum Erwachsenendasein zu finden und zu erkennen, was sie im Leben überhaupt wollen. Und das auf so unspektakuläre und gleichzeitig so mitreißende Art, wie ich es bisher nur von Elena Ferrante kenne.Einziges Manko: manchmal geht einem Lila ganz schön auf die Nerven... So störrisch und undurchschaubar kann doch kein Mensch sein! Für meinen Geschmack wird sie manchmal etwas zu übertrieben gezeichnet. Dennoch würde ich die Bücher jedem empfehlen.

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  • Zwei außergewöhnliche Frauen im Neapel der Sechziger Jahre

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Gise

    Gise

    12. January 2017 um 10:49

    Nach der gemeinsamen Schulzeit trennen sich die Wege von Elena Greco und ihrer Freundin Lila. Das vorliegende Buch knüpft fast nahtlos an den ersten Band der Saga um Elena Greco und ihre Freundin Lila an und beschreibt die Jugendjahre der beiden, die zwei völlig gegensätzliche Wege eingeschlagen haben. Während Elena weiter mal mehr, mal weniger eifrig lernt und die Schule besucht, bis hin zum Studium, wird Lila ihre Zeit in der Ehe mit Stefano leben, sich den Regeln des Rione, ihres Wohnviertels in Neapel, zumindest teilweise beugen müssen - wobei sie nicht Lila wäre, wenn sie diese nicht immer zu verändern suche. Trotz dieser sehr unterschiedlichen Lebenswege bleibt die Freundschaft der beiden Mädchen weiter erhalten, sie ist mal mehr, mal weniger aktuell, doch immer noch verbindet sie ein unsichtbares Band, das ab und zu die Konkurrenz der beiden durchschimmern lässt. Nachdem ich bereits im ersten Band die beiden Mädchen kennenlernen konnte, habe ich sie nun sehr intensiv in den Zeiten der Sechzigerjahre begleitet. Sehr schnell habe ich zurückgefunden in die Welt der beiden nunmehr Jugendlichen, in ihre Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen. Als Hilfestellung, um in die Erzählung zurückzufinden, werden auf den ersten Seiten die handelnden Personen beschrieben. Nicht immer konnte ich die Handlungen der beiden Freundinnen wirklich nachvollziehen, dennoch war es sehr faszinierend zu lesen, wie sie ihr Leben in Neapel gestalten. Beide suchen das Glück ihres Lebens, und während Lila es scheinbar findet, ist Elena weiterhin auf der Suche danach. Nebenbei erfährt der Leser einiges über das Leben der Männer und Frauen im Neapel der damaligen Zeit, den Kampf um eine bessere Zukunft, über die Stellung von Frau und Mann in der Gesellschaft, auch wenn beide Mädchen nicht den üblichen Weg einschlagen. Manche Passagen des Buches sind etwas ausufernd, dennoch ist der Autorin eine spannende Fortsetzung gelungen. Das Buch endet zumindest teilweise überraschend anders als erwartet, damit fällt die Wartezeit auf den Folgeband umso schwerer. Während ich beim ersten Band noch eher reserviert war, hat mich dieses Buch tatsächlich fesseln können, das Schicksal der beiden Mädchen hat mich berührt. Parallel dazu empfinde ich den Hype um das Buch nicht mehr so aufdringlich wie vor einigen Monaten. Deshalb kann ich dieses Buch gut weiterempfehlen.

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  • 4,5 Sterne für eine würdige Fortsetzung

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Isaopera

    Isaopera

    12. January 2017 um 08:18

    "Meine geniale Freundin" habe ich erst vor kurzer Zeit gelesen und hatte daher alle Figuren noch sehr präsent. Mir hat der nahtlose Übergang der beiden Bücher sehr gut gefallen und ich war schnell wieder in der Geschichte. Anders als der Klappentext vielleicht erwarten lässt, kommen gar nicht so viele Figuren dazu, sondern es bleibt eigentlich erstmal bei den gewohnten Personen.Ich muss sagen, dass mir das Buch wieder sehr gut gefallen hat, tatsächlich etwas besser als der erste Band! Der Stil war einen Tick flüssiger würde ich sagen. Während es im ersten Band immer wieder Stellen gab, die für mich schwierig zu lesen waren, ist es mir bei diesem Band anders ergangen.Die Handlung an sich ist spannend und gewohnt detailliert, ohne allerdings zu langweilen. Lila ist erneut ein Charakter, der die Leserschaft wahrscheinlich spalten wird. Sie ist ungebremst, leidenschaftlich, oft rücksichtslos...dennoch bewegt mich ihre Geschichte irgendwie sehr.Elena strampelt sich zunehmend frei, wird aber immer noch von Selbstzweifeln geplagt. In diesen hat sie mich teilweise ein wenig genervt, aber nur so weit, wie eine Romanfigur das durchaus mal tun darf ;) Ansonsten finde ich ihren Weg sehr beachtens- und bewundernswert.Das Ende ist offen - natürlich! Muss es ja sein, denn wir warten ja nun alle auf den 3. Band. Allerdings ist es genau richtig offen, ohne nichtssagend zu sein. Für mich ein sehr gelungener zweiter Band, den ich gerne weiter empfehle! Ich freue mich auf Band 3!!

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  • Das Fieber steigt

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    12. January 2017 um 00:27

    Im Sommer letzten Jahres brach es aus, oder wurde vielmehr allerorten beschworen – das Ferrante-Fieber! In allen erdenklichen seriösen oder weniger seriösen Medien, die sich auch nur im entferntesten mit Büchern beschäftigen, wurde „Meine geniale Freundin“ besprochen und vorgestellt und dabei äußerst offensiv beworben. Der Erfolg blieb nicht aus, das Buch gelangte sehr bald und dauerhaft in die Bestsellerlisten.Ich stand diesem Phänomen etwas ratlos gegenüber. Erwartungen wurden geweckt, die selten realistisch sind, andererseits Abwehrmechanismen aktiviert, die dem objektiven Urteil auch kaum nutzen können.Das Buch konnte durchaus unterhalten, zeichnete zumindest ansatzweise interessante Figuren und eine gut entwickelte Geschichte. Zudem wurde die Spannung gehalten und mit einem ungeheuren Cliffhanger geendet. Trotzdem konnte von einem Fieber bei mir keine Rede sein.Ein wenig zögerte ich deshalb vor der Lektüre des zweiten Bandes, zumal über 600 Seiten zu bewältigen waren. Schließlich siegte aber doch die Neugier, die der erste Teil doch erfolgreich geweckt hatte. Außerdem kam mir zu Ohren, dass sich die Tetralogie steigern sollte.Also, „Die Geschichte eines neuen Namens“. Zunächst gleicht sie der genialen Freundin sehr. Eine Art „Rahmenerzählung“ wird gestrickt (im ersten Teil war es die Mitteilung an die nun über 60 Jahre alte Ich-Erzählerin Elena, oder auch Lenu genannt, dass ihre langjährige Jugendfreundin Lila spurlos verschwunden ist, die die Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit in Gang setzt):  hier erinnert sie sich an die Schachtel mit persönlichen Aufzeichnungen, die ihr die Freundin einst, im Jahr 1966 anvertraut hatte und aus denen sie nun neben eigenen Erinnerungen die Jugendjahre der beiden Freundinnen bis ca. Mitte 20 rekonstruiert.Wer den ersten Band gelesen hat (und das sollte man unbedingt vorher tun), erinnert sich, dass dieser abrupt an Lilas Hochzeitstag endete, und zwar mit einem Eclat. Lila entdeckte, dass ihr Mann heimlich gemeinsame Sache mit den ihr zutiefst verhassten Camorra-Brüdern Solara machte. Der Anfang der Ehe, in die sich Lila mit 16 Jahren stürzte, um aus den äußerst bedrückenden Verhältnissen ihres Elternhauses in einem der heruntergekommenen Viertel („rione“) Neapels zu fliehen, barg zugleich ihr Scheitern.Zwar kann der erfolgreiche Lebensmittelhändler Stefano ihr nun ein Leben in relativem Wohlstand bieten, aber ein wirkliches Entkommen aus den Verhältnissen, wie ihn sich die beiden Mädchen erträumten, bietet sich Lila dadurch nicht. Stefano zeigt als Ehemann das vertraute Verhaltensmuster aller Männer aus dem „rione“: Despotie, Machismo, Verachtung und Missbrauch der Frauen, Gewalt. Erschreckend als wie naturgegeben die Frauen und Mädchen hier ihr Schicksal annehmen, zwar mit Verachtung, Hysterie und vor allem Boshaftigkeit ihren Geschlechtsgenossinnen gegenüber zeitweilig aufbegehren, aber nie wirklich einen Ausweg finden oder auch nur suchen. Wie auch, wenn sie sich alle in gnadenloser finanzieller wie gesellschaftlicher Abhängigkeit zu ihren Männern befinden. Der Ausweg aus ihren ungeliebten, oft auch bereits durch Gewalt, vor allem aber auch durch Bitterkeit gekennzeichneten Elternhäusern, den die Mädchen hier in einer Ehe sehen, wird für sie durchweg, spätestens nach der Geburt des ersten Kindes, zu einer selbstgestellten Falle. Nicht nur Lila, sondern auch fast alle ihre Freundinnen geraten in viel zu frühen Jahren hinein. Aus der anfänglichen Liebe wird schnell die Ehehölle. Immer wieder fragt man sich, wie Menschen so miteinander leben konnten (können).Die rebellische, intelligente Lila sieht ihren Fehler schnell ein und entzieht sich ihrem Mann immer mehr, geht eine leidenschaftliche, aber genauso desaströse Affäre ein (der Geliebte flüchtet, wie könnte es anders sein, als sie schwanger wird), kehrt zunächst zu ihrem Mann zurück, trennt sich dann aber endgültig mit Hilfe eines alten Schulfreundes. Aber auch hier natürlich kein Happy-End. Geächtet von der Umgebung im „rione“, sogar der eigenen Familie, lebt Lila in ziemlichen Elend.Hier wird so ziemlich alles demontiert, Liebe, Ehe, Familie, Freundschaft. Auf alle diese (glücksverheißenden) Institutionen wird mit einem äußerst scharfen Blick geschaut. Die Menschen im „rione“ haben schlicht zu viel mit ihrem schweren Alltag zu tun, haben es auch nie gelernt, mit ihnen sorgsam umzugehen. Noch deutlich mehr als im ersten Buch geht es hier auch um die Stellung der Frau, ihre Missachtung in der Gesellschaft, ihre Befreiungsversuche. Dabei kommen aber die Frauen selbst genauso schlecht weg wie die Männer. Das System ist es, wo der Wurm drin steckt.Und hier hat mich das Buch zunehmend gepackt. Sicher hat die Thematik durch das gestiegene Lebensalter der Mädchen an Brisanz gewonnen, endlich kommen auch zeitpolitische und soziale Aspekte hinein, die vorher, vielleicht dem kindlichen Alter der Protagonistinnen geschuldet, eher fehlten. Die Frauenfrage, soziale Umstände, Bildungspolitik. Denn da gibt es natürlich neben Lila noch die Ich-Erzählerin, die mit ihr in Freundschaft, aber auch in ständiger Rivalität und Missgunst verbunden ist. Gerade im ersten Band eine Freundschaft zum Abgewöhnen. Aber auch das macht einen großen Reiz der Bücher Elena Ferrantes aus: Wie ungeschönt, schonungslos und offen diese Lenu selbst über ihre übelsten Gefühle und Gedanken schreibt.Lenu nun geht, obwohl eigentlich weniger begabt als Lila, durch ein wenig Glück, aber vor allem durch großen persönlichen Ehrgeiz befördert, einen anderen Weg. Sie bleibt bis zum Abitur auf der Schule, studiert danach sogar in Pisa und kann sich schließlich den großen Traum erfüllen: ein Roman von ihr wird veröffentlicht.Zwischenzeitlich plagten aber auch sie Ängste. Während die Freundin im schönen Heim mit Mann und eigenem Geschäft lebte, erlebte sie nur unschöne Fummeleien mit ihrem Freund an verbotenen Orten, wurde ihr immer wieder ihre dem Lernen, dem Lesen geschuldete Einsamkeit um die Ohren gehauen. Auch sie ist ein Mädchen des „rione“, auch sie nicht ganz frei von den dort geltenden Verhaltenscodices, deren erster ist, sich als Frau möglichst bald einen Mann zu suchen. Auch stößt sie trotz all ihrer Lernerfolge immer wieder an Grenzen, die durch ihre Herkunft bedingt sind, fühlt sich oft nicht ganz dazu gehörig in der Welt der Bürgerlichen.Auch dieser zweite Band der Tetralogie endet mit einem Cliffhanger. Unmöglich sich der Spannung zu entziehen, wie es weiter geht. Zumal nach anfänglichem Zögern mich die Figuren nun tatsächlich gepackt haben, sie so vertraut geworden sind wie das Personal manch einer Fernsehserie, mit der die Bücher Ferrantes tatsächlich einiges gemeinsam haben. Es ist nun nach über 1000 Seiten einfach nicht mehr egal, wie der Weg der beiden Freund/Feindinnen weiter verläuft. Das Fieber beginnt zu steigen.Dabei sind die Bücher äußerst kunstlos geschrieben. Sie sind gut lesbar, bieten aber keine sprachlichen Höhepunkte. Viel Raum erhalten Dialoge, die auch, dem Milieu entsprechend, recht derb verlaufen können. Den Männern des „rione“ fällt oft nichts anderes ein, als ihren Frauen „die Fresse einzuschlagen.“ Manchmal irritiert diese äußerst anspruchslose Sprache und auch die manchmal leicht dümmliche Perspektive der Ich-Erzählerin. Ja, sie stammt aus einfachsten Verhältnissen, aber immerhin schreibt sie aus dem Alter rückblickend, als studierte Frau, als erfolgreiche Schriftstellerin. Das hat mich im ersten Band aber deutlich mehr gestört, ebenso die eher problematischen Charaktere eigentlich durchweg aller Protagonisten. Und das sind sehr viele. Dem Buch ist zum Glück ein ausführliches Personenregister vorangestellt und in einer Kurzfassung als Lesezeichen beigelegt. Auch für fortgeschrittene Ferrante-Leser äußerst hilfreich.Die Irritationen halten in „Die Geschichte eines neuen Namens“ aber nie lange an. Zu interessant sind die soziologischen Beobachtungen, zu gekonnt das Jonglieren der Autorin mit der Zeit (manch Abschnitt, wie ein mehrwöchiger Ischiaurlaub, wird auf mehr als 200 Seiten gestreckt, Jahre dann wieder auf nicht mehr als 20 oder 30 eingedampft), zu interessant die Verknüpfungen mit Personennetz. Und, das darf man auch nicht vergessen, zu erwähnen: Elena Ferrante kann enorm gut mit Spannung umgehen. Deshalb wird das Ferrante-Fieber wohl diesmal mindestens bis Mai dieses Jahres anhalten. Da soll der dritte Teil erscheinen. Und ich habe läuten hören: Der soll noch besser sein.

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  • Die Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen aus Neapel geht weiter

    Die Geschichte eines neuen Namens
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    11. January 2017 um 11:28

    Die Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen aus Neapel geht weiter. Die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft, wie sie nur unter Frauen möglich ist. Eine Freundschaft, die seit Kindesbeinen bestimmt ist nicht nur von gegenseitiger Liebe und Wertschätzung, sondern immer wieder auch von Konkurrenz, Neid und Missgunst.Elena Ferrante erzählt von den Jugendjahren der beiden Freundinnen Elena und Lila, wobei der Fokus dieses Mal sehr stark auf dem Schicksal von Lila liegt, die aus ihrer unglücklichen und früh geschlossenen Ehe(damit endete der Band 1) flieht und am Ende fast zugrunde geht als ausgebeutete Arbeiterin, die mit ihrem neuen Partner und ihrem Kind in einem regelrechten Loch lebt.Elena hingegen geht mit einem Stipendium nach Pisa, wo sie eine Beziehung mit einem Mitstudenten hat und auch in ihren Leistungen recht erfolgreich ist, ja, sie entwickelt sich geradezu zu einer Vorzeigeschülerin. Dennoch spürt sie immer wieder, dass sie anders ist als ihre Kommilitonen. Sie hat eben nicht den gebildeten Stallgeruch der wohlhabenden Schichten, aus denen die meisten Studenten stammen. Immer wieder kommt sie sich dumm vor und glaubt, nur durch viel Fleiß dieses von ihr als beschämend erlebte Manko ausgleichen zu können.Gleichzeitig muss sie, wenn sie in den Ferien nach Hause zurückkehrt, erleben, dass ihre Bildung, ihre Leistungen und Abschlüsse dort, wo sie herkommt, nichts zählen. Ja, sie entfremden sie regelrecht von dem, was sie dereinst als ihre Heimat bezeichnete.Entfremdet ist auch ihre Beziehung zu Lila, zu der sie lange keinen wirklichen Kontakt hat und der es richtig dreckig geht. Sie spürt, dass ihre Liebesbeziehung zu dem jungen Studenten keine wirkliche Zukunft hat, als sie am Ende des Buches überraschend einem Mann gegenübersteht, den sie schon fast vergessen hatte…Perfekte Spannung für den dritten Band, der im Frühjahr 2017 erscheinen wird.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2017

    LovelyBooks Spezial
    nordbreze

    nordbreze

    Die Themen-Challenge geht 2017 in eine weitere Runde und jeder ist herzlich eingeladen, dabei zu sein! Wenn ihr eine besondere Leseherausforderung sucht, dann seid ihr bei dieser Challenge genau richtig!Der Ablauf ist ganz einfach:Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an.Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich (Marina) oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt dazu eine persönliche Nachricht hier auf LovelyBooks an mich mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag!Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2017 bis 31.12.2017. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man schon vor der Anmeldung zur Challenge im Jahr 2017 gelesen hat.Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen:Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt.Hier findet ihr eine Themen-Übersicht zum Ausdrucken :) Ein Buch, in dem der Protagonist ein Haustier hat Ein Buch, auf dessen Cover ein Fahrzeug zu sehen ist (Flugzeug, Auto, Zug, etc.) Ein Buch, welches in einem Land spielt, in dessen Name kein "a" vorkommt Ein Buch eines bereits verstorbenen Autors Ein Buch, dessen Titel mit demselben Buchstaben beginnt und endet Ein Buch über eine wahre Begebenheit Ein Buch, das einer deiner Freunde bei LovelyBooks in seiner Bibliothek als bereits gelesen gelistet und auch zumindest mit Sternen bewertet hat. (Wenn du noch keine Freunde hast, findest du hier in der Challenge bestimmt ganz schnell welche :-)) Ein Buch, dessen Autor aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt Ein Buch, welches in der Stadt spielt, in der du wohnst (bzw. in der nächstgrößeren Stadt oder in einer Stadt, in der du 2017 mehrmals warst) Ein Buch, dessen Cover vorrangig grün ist Ein Buch, das hauptsächlich in den USA spielt, jedoch nicht in New York Ein Buch, auf dessen Cover die untere Hälfte einer Person abgebildet ist (Beine oder Füße) Ein Buch, welches eine Landkarte enthält Ein Buch, das mindestens 500 Seiten lang ist Ein Buch, dessen Autor im selben Jahr geboren ist wie du Ein Buch, das mindestens 50 LovelyBooks-Mitglieder in ihrer Bibliothek haben. (Du findest die Anzahl, wenn du auf der Buchseite oben mit der Maus über die Sternebewertung fährst.) Ein Buch eines Literatur-Nobelpreisträgers Ein Buch, das du 2016 begonnen, aber nicht zu Ende gelesen hast Ein Buch, das der jeweilige Autor als erstes veröffentlicht hat - das Debüt des Autor Ein Buch, dessen Titel eine Zahl (ausgeschrieben oder in Ziffernform) enthält Ein Buch, dessen Titel nur aus einem Wort besteht Ein Buch, das nicht in unserer Welt spielt (sondern in einer Fantasy-Welt, im Weltraum, etc.) Ein Buch, das maximal 3 cm dick ist Ein Buch, das noch keine einzige Sterne-Bewertung auf LovelyBooks hat. (Auf der Buchseite sind in diesem Fall die Sterne oben grau und nicht gelb.) Ein Buch, das von zwei oder mehr Autoren geschrieben wurde Ein Buch, bei dem Vor- und Nachname des Autors mit demselben Buchstaben beginnt. Ein Buch, bei dem ein Wort (Gegenstand) aus dem Buchtitel auch auf dem Cover abgebildet ist Ein Buch, das du in einer stationären Buchhandlung zum regulären Preis gekauft hast. (Nicht online oder als Mängelexemlar) Ein Buch, das du als E-Book gelesen oder als Hörbuch gehört hast Ein Buch, das auf LovelyBooks mit durchschnittlich 4 Sternen bewertet ist. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch, das höher als 22 cm ist Ein Buch, auf dessen Cover mehrere Streifen zu sehen sind Ein Buch aus einem Verlag, aus dem du 2017 bisher noch kein Buch gelesen hast Ein Buch, dessen Titel nur in Großbuchstaben geschrieben ist Ein Buch, dessen Titel kein "e" enthält Ein Buch, dessen Verfilmung 2017 ins Kino kommt Ein Buch, zu dem es eine Leserunde auf LovelyBooks gibt, an der ihr auch teilgenommen habt (mindestens 5 Beiträge in Leseabschnitten wurden geschrieben). Ein Buch, dessen Hauptfigur über 50 Jahre alt ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 5 Wörtern besteht Ein Buch, in dessen ISBN (ISBN-13) eine Zahl genau 4-mal vorkommtIch wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei?Ein paar zusätzliche Informationen:* Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt!* Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung* Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen.* Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden.* Wichtig ist, dass man das Buch 2017 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal (außer bei Aufgabe 18).* Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com* Jedes Buch kann nur bei einem Thema genutzt werdenWer sein Jahresziel erreicht hat, schreibt bitte kurz eine persönliche Nachricht dazu an mich und gibt auch die Anzahl der geschafften Themen mit an.Teilnehmerliste:AAcida-2Adujaaga2010AglayaAgnes13AleidaAlondriaANATALAnnaboAnne42AnneMayaJannikaAnni04Ann-KathrinSpeckmannAnrubaArachn0phobiAArgentumverdeatsabhasi2Bban-aislingeachBeaSurbeckBecky_Bloomwoodbellast01Bellis-Perennisbeyond_redemptionBiancaWoeB_iniBirkentochterblack_horseBlacksallyBluebell2004BlueSunsetbook_lover_6booksaremybestfriendsBosniBrixiaBuchgespenstBuechermomenteCCaillean79CaroasChattysBuecherblogChucksterClaudia-MarinaCode-between-linesConnyKathsBookscrimesscrumbDdaneegoldDarcydaydreamindia78DieBertadigradivergentDreamcatcher13dreamily1EEla_FritzscheEldfaxiElkeel_loreneEmotionenEngelchen07EnysBookserazer68Ernie1981FfaanieFantwordFeniFlamingoFornikafranzziFrenx51GGelisglanzenteGrOtEsQuEgstHhannelore259hannipalannihappytannyHenny176histerikerHisuiHaruHortensia13IIcelegsichundelaineIgelmanu66IMG_1001isipisiJJadrajala68JamiijanakaJanina84jasaju2012Jashrinjenvo82Josy-Jule16JulesWhethetherJulia_liestjuliane108Julie209KkalligraphinKarin_KehrerKasinkatha_stropheKayvanTeekingofmusicKleine1984kleinechaotinkleine_welleKleinerKometKnoppersKnorkekn-quietscheentchenKodabaerkornmuhmeKuhni77KurousagiLLaDragoniaLadyIceTeaLadySamira091062LaMenschLarii-MausiLarryPiLaurax3lehmaslenicool11LeonoraVonToffiefeelesebiene27LeseJetteLese-KrissiLesezirkelleyaxlieberlesen21LilawandelLilli33LimitLesslinda2271lLissyLit-TripLiz_MacSharylizzie123louella2209Lovely90LrvtcbLuilineLuzi92MmabuereleMali133marpijemartina400MarveyMary2melanie1984MelvadjaMiamouMichicornMimasBuchweltMira20MiracleDayMiriSeemisanthropymisery3103MissErfolgmiss_mesmerizedMissMoonlightMissSnorkfraeuleinMissStrawberryMissSweety86mistellormondyMrs_Nanny_OggMurphyS91NnaninkaNelebooksNewspaperjunkieNightflowerniknaknoitanordbrezenotthatkindofagirlOonce-upon-a-timeOnlyHope1990OphiuchusPPachi10pamNpardenPaulamybooksandmepeedeePhilipPiiPinocaPippo121PMelittaMQQueenelyzaQueenSizeRrainbowlyRitjaRoni88SsameaSanjewelschafswolkeSchlehenfeeSchluesselblumeSeelensplitter (Blog)ShineOnSickSikalSkybabesolveigSomeBodysommerleseSnordbruchSophiiiespozal89StefanieFreigerichtstefanie_skySteffi1611SteffiZisternblutsunlightSuskaTTalathielTaluziTanja13TatsuThe iron butterflythelauraverseTina2803Tine13Tini_STiniSpeechlessToniarwTraumTanteUulrikeuVValabevalle87VroniMarsWwerderanerWilliaWollyXYYaBiaLinaYolandeYvetteHZzazzleszessi79

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    • 1917
  • Soghaft, beeindruckend, fesselnd - „im Kampf gegen den Rest der Welt“

    Die Geschichte eines neuen Namens
    StefanieFreigericht

    StefanieFreigericht

    10. January 2017 um 23:02

    („…im Kampf gegen den Rest der Welt…“ S. 360) befinden sich die Mädchen Elena „Lenù“ und Raffaella „Lila“ auch im zweiten Band der auf vier Bände angelegten Saga nach „Meine geniale Freundin“. Um es kurz zu sagen – der Hype des „#FerranteFever“ trägt. Ich habe den ersten Band gerne gelesen, erst mit diesem zweiten jedoch bin ich dem Fieber erlegen. Wie das, warum die unterschiedliche Wertung? Nun, aus verschiedenen Gründen. Ich hatte den ersten Band noch mit dem ähnlich für Deutschland zur gleichen Zeit angelegten „Das verborgene Wort“ von Ulla Hahn verglichen, da es in beiden um Mädchen aus der Arbeiterklasse geht, die mit ihrem Interesse für Bildung sowohl unter den Beschränkungen gegenüber ihrer Herkunft als auch gegenüber ihrem Geschlecht zu kämpfen haben; Beschränkungen, die sowohl in den Köpfen ihres Herkunftsmilieus herrschen, als auch bei denen, für die Bildung selbstverständlich ist, sowie rein in der schieren Möglichkeit des Zugangs: wo Bildung kostspielig ist, wo Bücher, Brillen, Schulgeld, selbst ein einziger Koffer für den Umzug an die Universität weit über den üblichen Ausgaben liegen, wo Umgangsformen schlicht andere sind, blieb sie vielen verwehrt.Was ist neu, was kann der zweite Band mehr? Vieles. Elena Ferrante gelingt es darzustellen, inwieweit selbst Geld, Ehrgeiz und Intelligenz allein nicht einen sozialen Aufstieg ermöglichen können. Wer von Hause aus keine Theaterbesuche kennt, nicht über weiterführende Ausbildungsmöglichkeiten informiert ist, für wen das Wort „Fakultät“ ein so großes Fremdwort ist, dass eine Entscheidung über ein Studium schon allein an der Entscheidung für eine Ausrichtung scheitert, der wird unweigerlich scheitern. Es lässt tief blicken, als Elena einen Vortrag besucht – so ungewohnt für sie ist das, dass ihr die Situation wie eine Unterrichtsstunde für Erwachsene erscheint. Ungeachtet ihres eigenen Fleißes wird dargestellt, wie eine Weiterführung letztlich nur dank verschiedener Gönner gelingen kann.Auch zum Wettkampf zwischen Elena und Lila, der mir im ersten Band meist seltsam erschien, gibt es hier auch die andere Seite der Medaille zu sehen – während „Meine geniale Freundin“ nur mit den seltsamen Minderwertigkeitskomplexen von Lenù aufwartete, kann man im zweiten Band auch die Sicht von Lila erfahren, darf begreifen, wo ihre Motivation liegt, so Lila zu ihren Aktivitäten: „Vor allem war es eine Möglichkeit..., dir zu beweisen, dass ich etwas gut konnte, auch wenn ich nicht mehr zur Schule ging.“ S. 186 Die Darstellung der Freundinnen wirkt ausgewogener. War mir zuletzt Elena mit ihrem Neid fast unsympathisch, überwiegt jetzt die Wirkung, dass sie von der Autorin nur völlig distanzlos geschildert wird, ohne das Bedürfnis, gefallen zu wollen, sondern als realistische Person.„Die Geschichte eines neuen Namens“ beschreibt zudem ernüchternd das für die Zeit gängige Rollenverständnis eindringlich: „Wir waren mit der Vorstellung aufgewachsen, dass kein Fremder uns anrühren durfte, dass aber unser Vater, unser Verlobter, unser Ehemann uns ohrfeigen durfte, wann immer er wollte, aus Liebe, um uns zu erziehen und uns zu bessern.“ S. 64 Prügel, Vergewaltigung, die Unterwerfung unter den Willen des Ehemannes erscheinen als völlig normal – wer sich „anständig“ benimmt, habe ja nichts zu befürchten. Die Mädchen, besonders Elena, sind ganz eindeutig Kinder ihrer Zeit, so dass sogar Elena genau diese Art von Ehe bei ihrer Freundin Lila beneidet: „Sie [Lila] wollte mich tatsächlich auf die Rolle von einer, die ständig über Büchern hockt, festlegen, während sie dagegen Geld hatte, schöne Kleider, eine Wohnung, einen Fernseher, ein Auto, sich alles nahm, sich alles leistete“. S. 119Elena begreift den Unterschied zwischen ihr und Lila: „Ich blieb zurück, wartend. Sie dagegen nahm sich die Dinge, wollte sie wirklich haben…“ S. 379 – erst gegen Ende des Buches wird hier für beide junge Frauen eine Entwicklung deutlich. Gespannt warte ich auf den nächsten Band der Saga, vor allem dank der von Ferrrante ausgelegten Spuren zu zukünftigen Entwicklungen, Lila wolle das „auslöschen“, was ihr an ihr nicht gefällt, an dem Ich, in das andere sie hinein nötigten.Und, ernsthaft – was kann ein Leser mehr wollen als Neuigkeiten über eine Figur wie Lila, von der geschrieben wird, sie „…versenkte sich bis tief in die Nacht in Romane, Zeitschriften und Zeitungen. Diese Sucht hatte sie erneut gepackt, als interessiere das wahre Leben sie nicht mehr.“ S. 450

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  • Lila und Elena werden erwachsen

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Xirxe

    Xirxe

    10. January 2017 um 19:42

    Nahtlos an den ersten Band anknüpfend, erzählt Elena ihre und Lilas Geschichte weiter. Während die Ehe der 16jährigen Lila bereits vom Tage der Hochzeit an unter keinem guten Stern steht, bleibt Elena ihren Erfolgen in der Schule treu. Sie erzählt von ihren Mühen des Lernens und der ersten Beziehung zu Antonio, den sie mag aber nicht liebt. Doch das Alles sind eher Kindereien im Gegensatz zu Lilas Leben, die versucht sich gegen ihren Mann zu behaupten und dafür teuer bezahlen muss. Trotz der unterschiedlichen Welten, in denen die Beiden den Großteil ihrer Zeit verbringen, herrscht noch immer das Konkurrenzdenken zwischen ihnen vor, was ihre enge Verbindung aber nur zeitweilig unterbricht. Zumindest bis Lila sich ernsthaft in einen anderen Mann verliebt - was im Neapel Anfang der Sechziger Jahre durchaus mit dem Tod enden kann.Keine Frage, auch der zweite Band dieser neapolitanischen Freundschaftssaga hat mich durchweg gefesselt, allerdings gelegentlich ebenso genervt. Immer wieder musste ich mir deutlich machen, dass es sich hier um 16, 17jährige Mädchen handelt, also Teenager. Und dass die stellenweise zickenartigen Verhaltensweisen für dieses Alter wohl einfach normal sind. Doch das, was von diesen jungen Frauen in diesem armen Stadtteil zu jener Zeit gefordert wird, ließ mich stets schnell vergessen, dass es eben keine Erwachsenen sind, von denen diese Geschichte erzählt.Was ich im Gegensatz zum ersten Band vermisse, sind die zahlreichen bildhaften Schilderungen des Umfeldes der beiden Freundinnen. Während ich diese in 'Meine geniale Freundin' als eindrucksvollen und auch wesentlichen Teil des Buches wahrnahm, scheinen es jetzt deutlich weniger zu sein und wirken auf mich eher wie Hintergrundbeschreibungen. Natürlich haben sich die Persönlichkeiten der Protagonistinnen entwickelt und sind damit komplexer geworden, sodass sie jetzt mehr Raum einnehmen. Doch für mich machte gerade die Beschreibung der damaligen Gesellschaft einen großen Reiz des 1. Bandes aus, sodass ich es bedaure, dass davon nicht mehr so viel zu lesen ist.Nichtsdestotrotz war es eine spannende und unterhaltsame Lektüre und ich möchte wissen, wie es weitergeht im Leben der Beiden. Ich freue mich schon auf den dritten Band.

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  • Neapolitansiche Freundinnen

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Bibliomarie

    Bibliomarie

    10. January 2017 um 17:21

    Auch im zweiten Teil der neapolitanischen Familiensaga sind die Freundinnen Elena und Lila die Hauptpersonen.Lila, 16 Jahre alt, heiratet Stefano Carracci aus einer vermögenden Familie. Die Ehe ist nicht sonderlich glücklich, bereits am Hochzeitstag verliert Lila ihre Illusionen. Ihr Ehemann versteht sich als Herr im Haus und scheut nicht vor Gewalt zurück, seinen Anspruch durchzusetzen und der eigensinnigen Lila ihre Flausen auszutreiben. Elena dagegen hat Schwierigkeiten ihren schulischen Ehrgeiz wieder zu wecken und weiß nicht recht, wohin sie die Zukunft führen soll. Das Band der Freundschaft bleibt aber erhalten, auch wenn es Missverständnisse und Abkühlung gibt.Ich habe den ersten Band gern gelesen und war neugierig, wie es weitergeht. Ferrante bleibt sich treu, sie erzählt sehr detailverliebt und ausufernd, wie es zu dieser Familiensaga passt. Das Neapel der 60iger Jahre, vor allem das Viertel der kleinen Handwerker und Arbeiter wird lebendig. Elena und Lila stehen für die zwei Wege, die jungen Frauen in der patriarchalischen, machohaft geprägten Gesellschaft in Süditalien möglich war: entweder möglichst vorteilhaft zu Heiraten oder wie Elena durch Bildung den eigenen Weg zu gehen, auch mit der Gefahr eine Außenseiterrolle einzunehmen.Ich konnte mich nur schwer in die Gefühlswelt der beiden Frauen hineinversetzen, zwar sind mir ihre Träume, Wünsche und Enttäuschungen und Verletzungen verständlich, aber als Personen sind sie mir nicht sehr nahe gekommen. Die Geschichte drehte sich für mich zu sehr im Kreis, auch wenn Lila und Elena auf ihre Weise ihren Weg erfolgreich zu Ende gehen, bleibt doch vieles unausgesprochen. Die von Elena in Rückblenden erzählte Geschichte – nachdem sie als junge Frau die Notizbücher Lilas gelesen hat – hat mir nie erschlossen, warum die Bindung über die Jahre so eng geblieben ist. Denn das Verhältnis der beiden jungen Frauen ist nie frei von Konflikten gewesen, manchmal meinte ich fast so etwas wie Abneigung und Eifersucht zu spüren.Die Faszination, die der erste Band durchaus auf mich hatte, hat sich bei hier in der Fortsetzung nicht mehr so ganz eingestellt.Ausgesprochen nützlich ist das ausführliche Personenregister mit Kurzbeschreibungen, sonst wäre ich in der verschlungenen Geschichte sicher verloren gewesen, denn nicht mehr alle Figuren waren mir noch so präsent.

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    • 3
  • Ein großartiger zweiter Teil

    Die Geschichte eines neuen Namens
    leserattebremen

    leserattebremen

    10. January 2017 um 14:50

    Die Geschichte von Lenù und Lila geht weiter. Während im ersten Buch noch ihre Kinder- und Jugendjahre im Mittelpunkt standen, sind sie jetzt eindeutig erwachsen geworden. Doch die Entfernung der beiden, die sich schon angedeutet hatte, wird mit dem Alter immer tiefgreifender. Die Ehe, in die Lila sich gestürzt hat, ist keineswegs glücklich und so versucht sie immer wieder, aus der Enge der Beziehung auszubrechen, Grenzen zu überschreiten und Freiräume zu schaffen. Das bringt ihren Mann nur immer mehr gegen sie auf, was Lenù ängstlich zur Kenntnis nimmt, ohne einschreiten zu können. Sie hat ein völlig anderes Leben, geht zum Gymnasium und macht ihr Abitur, aber verliebt sich auch und testet sich aus. Der Wettkampf der beiden geht trotz der Freundschaft weiter und dabei geht es dieses unter anderem auch um einen Mann im Leben der Freundinnen. Elena Ferrante beschreibt in „Die Geschichte eines neuen Namens“ das Leben im Süditalien der 60er Jahre und stellt der fleißigen, strebsamen Schülerin Lenù mit Lila einen regelrechten Gegenentwurf gegenüber, der sie ständig ermahnt, fleißig zu sein und ein anders Leben zu erreichen. Gleichzeitig bleibt Lila der Fixpunkt für sie, der sie unweigerlich anzieht und auch immer in den Rione zurückzieht. Selbst in Zeiten, in denen sie ihr aus dem Weg geht und die beiden nicht miteinander sprechen, kann sie den ständigen Vergleich mit Lila nicht fallen lassen und misst alle ihre Handlungen an Lilas möglichen Urteil. Gleichzeitig muss diese in ihrer Ehe einen großen Kampf auskämpfen und sucht einen neuen Platz im Leben. Diese Geschichten erzählt Ferrante so aufrichtig und nah, dass man als Leser jede Distanz zu den Figuren verliert und sich fast in der Geschichte aufzulösen droht. Man fühlt mit ihnen, lebt mit ihnen und gleichzeitig sind ihre Leben so weit weg von der Welt, in der wir heute leben. Nur 50 Jahre trennen uns voneinander, doch Lenù und Lila zeigen uns, was heute für alle Frauen möglich ist und wieviel junge Frauen wie sie für uns heute erkämpft haben. Nachdem ich den ersten Band „Meine geniale Freundin“ noch mit einer leichten Skepsis gelesen habe, hat mich jetzt auch endlich das Ferrante Fever gepackt. Dieses Buch ist ein großartiges Portrait einer Freundschaft und einer ganzen Epoche. Es bleibt am Ende sehr spannend, wie das Leben der beiden im dritten Band weitergeht, der zum Glück schon im Mai 2017 erscheint. 

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