Elena Ferrante Die Geschichte eines neuen Namens

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Inhaltsangabe zu „Die Geschichte eines neuen Namens“ von Elena Ferrante

Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht – er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt. Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Aber können sie einander wirklich vertrauen? Elena Ferrante hat einen Weltbestseller geschrieben. Ein Gipfelwerk der zeitgenössischen Literatur. Und einen Roman, den man erschüttert und begeistert liest!

Mitreißend und eindrucksvoll erzählt

— Wuestentraum
Wuestentraum

Mit viel Leben und Gefühl hat mich Elena Ferrante verzaubern können. Dieses Buch ist ausdrucksstark und gehaltvoll.

— Willia
Willia

Ebenso realistisch und feinfühlig wie Band 1, aber mit einigen Längen. Endete sehr abrupt!

— alasca
alasca

Die Autorin überzeugt mit ihrem besonderen Schreibstil. Der Leser fühlt sich regelrecht nach Italien in die 60-er Jahre versetzt.

— Ekcnew
Ekcnew

Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen, wenn man den beiden Hauptfiguren weiter durch ihre Lebensgeschichte folgt.

— RomeosJuliet
RomeosJuliet

Der zweite Tei war für mich eine Überraschung ... nun verstehe ich, warum dieses Buch so gehypt wird! Ich freue mich auf die Fortsetzung!

— surya
surya

Hat mir noch besser gefallen als der erste Teil.

— Buchina
Buchina

Wer den ersten Band mochte, wird den zweiten lieben!

— leni-klaudi
leni-klaudi

Besser als der erste Band, dennoch eher nett als tief und bedeutungsvoll. Nach wie vor finde ich den Hype nicht gerechtfertigt.

— erinrosewell
erinrosewell

das #FerranteFever geht weiter - mich hat es wieder erwischt!

— coffee2go
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  • Ein schöner zweiter Teil

    Die Geschichte eines neuen Namens
    LadyIceTea

    LadyIceTea

    10. April 2017 um 22:37

    Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht – er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt.Dem ersten Teil stand ich nicht sehr positiv gegenüber, der zweite Teil wurde zum Glück besser.Der Schreibstil ist sich treu geblieben. Nicht zu romantisch oder blumig aber schön bildlich und angenehm zu lesen. Dabei fesselnd und genau richtig zum miterleben mit den Mädchen.Ich mag beide Figuren sehr gerne. Lila und Elena sind sehr unterschiedlich und doch finde ich, dass sie sehr gut harmonieren. Ihren weiteren Lebensweg zu erleben und dabei zu sein, wie sie größer werden und sich weiterentwickeln, hat mir dann doch Spaß gemacht.Ich bin erleichtert, dass dieser Teil besser war, werde mir jedoch noch überlegen, ob ich die Folgeteile lese.

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  • Das Literatursalon Plauderthema

    Literatursalon
    aylareadsbooks

    aylareadsbooks

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    • 668
  • auch der 2. Teil ist wundervoll

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    04. April 2017 um 15:37

    Die sizilianische Saga geht in den zweiten Teil. 1960 wird aus der Schustertochter Raffaela Cerullo Signora Caracci, worauf sich wohl der Titel bezieht. Lila, verheiratet, aufgestiegen zur eleganten Dame, Lenù, die Ich-Erzählerin, besucht anfänglich ein humanistisches Gymnasium, nach der Lauda bewirbt sie sich auf ein Stipendium und wird für ein Studium in Pisa aufgenommen. Lila liebt ihren Mann nicht, verweigert ihm den Beischlaf, provoziert bis ins Unermessliche. Manchmal fragt man sich, ob sie die Schläge provoziert, um wieder fühlen zu können. Eigentlich ist ihr alles egal, ihr Mann, seine Firma, das Geld. Sie lockt ihm die Scheine aus der Tasche, greift in die Kasse, verteilt es an die, die es nötig haben, für Arztrechnungen, Lenù bekommt Geld für ihre Schulbücher. Soziale Strukturen Süditaliens, die Abhängigkeit und Verfechtung der kleinen Geschäftsleute mit der Camorra, die Stellung der Frauen, Frauen und ihre Töchter, eine patriarchalische Gesellschaft, der Roman ist wie der erste Teil ein Abbild der damaligen Gesellschaft des Mezzogiorno. Nach einer Fehlgeburt wird Lila nicht wieder schwanger. Stefanos schickt sie auf Empfehlung auf Sommerurlaub nach Ischia, ihre Mutter Nunzia und die Schwägerin Pinuccia im Schlepptau. Lenù hat eine Anstellung in der Buchhandlung über den Sommer, wird von Lila überredet mitzufahren, wird von ihr bezahlt. Lila fährt nur deshalb mit, weil sie hofft, Nino Sarratore wiederzutreffen. Sie begegnen sich, aber die Sache läuft anders, als von Lenù erhofft.Die Dramaturgie des Romans ist wie im ersten Teil gekonnt, die Figurenzeichnung raffiniert und tiefgehend. Lenù und Lila reiben sich aneinander, finden wieder zusammen und entfernen sich, ein ewiges auf und ab. Die Lehrerin, Maestra Oliviero, spielt eine große Rolle für die beiden Mädchen, insbesondere für Lila. Sie hatte die Intelligenz der beiden Mädchen erkannt, sie gefördert, war traurig, als Lilas Eltern es nicht zuließen, sie weiter zur Schule zu schicken und sie ist stolz auf Lenù. Später wird Lenùs Mutter ihr vorwerfen, die Maestra wäre für sie bedeutender gewesen als ihre Mutter selbst, Lenù hätte nur für ihre Anerkennung gelernt. Lila versucht, der Maestra klarzumachen, dass ihr Leben in Ordnung ist und sie weiß ganz genau, dass sie sich selbst in die Tasche lügt.»›Es heißt Ulysses.‹ ›Geht es um Odysseus?‹ ›Nein, es geht darum, wie seicht das heutige Leben ist.‹ ›Und weiter?‹ ›Nichts weiter. Es geht darum, dass wir den Kopf voller Blödsinn haben. Dass wir aus Fleisch, Blut und Knochen sind. Dass ein Mensch so viel wert ist wie der andere. Dass wir nur essen, trinken und ficken wollen.‹ Nach diesem letzten Ausdruck wies die Maestra sie zurecht wie in der Schule, und Lila gebärdete sich unverschämt und lachte, so dass die alte Frau noch verdrießlicher wurde. Sie fragte, wie das Buch sei. Lila antwortete, es sei schwierig und sie verstehe nicht alles. ›Warum liest du es dann?‹ ›Weil das einer gelesen hat, den ich mal kannte. Aber dem hat es nicht gefallen.‹ ›Und dir?‹ ›Mir gefällt es.‹ ›Obwohl es so schwierig ist?‹ ›Ja.‹ ›Lies keine Bücher, die du nicht verstehst. Das bekommt dir nicht.‹ ›Es gibt vieles, was einem nicht bekommt.‹ ›Bist du zufrieden mit deinem Leben?‹ ›Geht so.‹ ›Du warst zu Großem bestimmt.‹ ›Das habe ich vollbracht: Ich habe geheiratet und ein Kind gekriegt.‹ ›Das kann jeder.‹ ›Ich bin wie jeder.‹ ›Da irrst du dich.‹ ›Nein, sie irren sich, Sie haben sich immer geirrt.‹« Lenù erhält von Lila eine Blechschachtel voll Notizbücher, die sie verstecken soll, denn sie hat Angst, ihr Mann könne sie finden. Aber sie darf sie nicht lesen. Natürlich schaut Lenù hinein und es offenbart sich ihr Lilas Seele, Lila hat gefunden, nachdem Lenù bis zu dem Zeitpunkt suchte. Sie liest die wundervollen Worte hundert mal, verinnerlicht sie und wirft die Hefte voller Wut von der Brüstung des Ponte Solferino in den Arno. Aber auch aus dem Lesen zieht sie später ihren Nutzen für ihren Verlauf. Wie im ersten Teil profitiert sie abermals von Lilas Können. »Ich beschäftigte mich viel mit diesen Seiten, tagelang, wochenlang“, gesteht Elena. „Ich studierte sie und lernte am Ende die Stellen auswendig, die mir gefielen, die mich begeisterten, die mich faszinierten, die mich beschämten.«Eindringlich beschrieben ist der Unterschied von Norditalien und dem Mezzogiorno. Lenù kommt mit dem Stipendium in Pisa an, ärmlich zwischen all den Reichen und nicht nur in der Optik. Sie denkt, ihre Sprache sei ohne Dialekt, doch der kommt durch. Ihr Italienisch ist eher belustigend, sie spricht die Sprache, die in Bücher geschrieben steht, sie spricht zu laut, ist zu auffällig, eben eine aus dem Mezzogiorno. Während Lenù die gesellschaftlichen Treppen immer weiter nach oben geht, stürzt Lila immer weiter ab. Zwischendurch stellt sie fest, dass alle Männer gleich sind, brutal und herrisch. Sie hat den falschen Mann geheiratet. Sie hätte damals den Camorrista Michele Solara nehmen sollen. Es ist egal, welches von den Arschlöchern man auswählt, meint sie, dann wenigstens den mit der meisten Macht, dem meisten Geld.

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  • Die Geschichte eines neuen Namens

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Wuestentraum

    Wuestentraum

    27. March 2017 um 08:54

    Klappentext: Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht – er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt. Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Aber können sie einander wirklich vertrauen? Inhalt: Anfang der 60er Jahre. Lila hat nun zwar geheiratet, um aus ihrem vorherigen Leben herauszukommen, aber glücklicher ist sie dennoch nicht. Ihr Mann ist wohlhabend aber dafür gewalttätig und von Liebe kann man hier wohl kaum sprechen. In dieser Zeit ist es jedoch nicht so, dass eine Frau von irgendwo Hilfe zu erwarten hat. Die Frau hat alles auszuhalten und zu ertragen. Elena hingegen schlägt einen ganz anderen Weg ein, die versucht mit Bildung und Abitur und dann mit einem Stipendium in Pisa studiert, aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen und hofft so auf eine positive Veränderung und mehr Möglichkeiten. Doch schnell muss sie feststellen, dass dies in der neapolitanischen Welt nicht wirklich viel wert ist. Trotz der unterschiedlichen Lebenswege bleiben sie enge Freundinnen. Ein Sommerurlaub auf Ischia bringt jedoch eine Wendung, mit der keine von beiden vorher gerechnet hätte. Sie verlieben sich in den selben Mann, der ihre innige Freundschaft zu zerstören droht. Eindruck: Lila wird irgendwie unnahbar dargestellt, schwer einzuschätzen, welche Ziele oder Gefühle sie wirklich hat. Sie beginnt eine Affäre mit Nino, nimmt sich wie immer was sie will, die Konsequenzen sind ihr egal. Selbst auf die Gefahr hin, ihre beste Freundin zu verlieren. Elena ist klarer, zielstrebig und beflissen, ihr Leben weiterhin positiv zu verändern. Trotzdem wirkt sie immer irgendwie verloren für mich. Leider habe ich den ersten Teil „Meine geniale Freundin" nicht gelesen. Dies warf aber keine Probleme auf, denn auf den ersten Seiten findet sich ein ausführliches Personenverzeichnis mit Erläuterungen zu den bisherigen Ereignissen, welches den Einstieg in diesen 2. Band sehr einfach gemacht hat. Fazit: Vielschichtig und emotional beschreibt Elena Ferrante mit einem ausdrucksstarken, klaren und bildhaften Schreibstil die Geschichte der beiden Freundinnen. Man konnte sich das Neapel der 60er Jahre so vorstellen, als wäre man wirklich dort. Ergriffen las ich, wie schwer es den beiden jungen Frauen fiel, welche Versuche sie anstellten, um sich aus den gesellschaftlichen Konventionen zu befreien, Anerkennung und trotzdem ihren eigenen Weg zu finden, um glücklich zu sein. Eindrucksvoll und mitreißender Roman, der mir sehr gut gefallen hat.

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  • Zwei alltägliche Leben in einer patricharchalischen Gesellschaft

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Havers

    Havers

    25. March 2017 um 07:48

    Es waren einmal zwei Freundinnen, Lila und Lenù (Elena). Schusterstochter die eine, Pförtnerstochter die andere, die im Neapel der fünfziger Jahre aufwachsen, beschrieben in „Meine geniale Freundin“, Band 1 der Reihe, in dem wir die beiden Mädchen bis zu Lilas Hochzeit im Jahr 1960 begleiten. Obwohl nun gerade erst sechzehn Jahre alt, sind die Kinderjahre nun für beide vorbei, und der Ernst des Lebens beginnt. Mit dem Folgeband „Die Geschichte eines neuen Namens“ nimmt die Autorin Elena Ferrante ihre Leser wieder mit nach Süditalien, und begleitet die Entwicklung ihre Protagonistinnen über einen Zeitraum von sechs Jahren, nämlich von 1960 bis 1966. Lila ist der festen Überzeugung, dass sie durch ihre Hochzeit mit dem Kaufmann Stefano, endlich auf der Sonnenseite des Lebens angelangt ist. Ein fataler Trugschluss, wie sich schnell herausstellt, denn ihr Ehemann macht Geschäfte mit der verhassten Camorra. Ihre Kritik daran quittiert er mit Faustschlägen, und die Ehe ist bereits gescheitert, noch bevor sie richtig begonnen hat. Aber im erzkatholischen Süditalien kommt eine Trennung nicht in Frage, im Gegenteil. Frauen haben den Mund zu halten und zu dulden, tun sie das nicht, werden sie selbst von ihren Geschlechtsgenossinnen mit Verachtung bestraft. Aber Lila schafft ihre kleinen Alltagsfluchten und beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einem Studenten. Dabei verschwendet sie keinen Gedanken an Elena, die schon seit längerer Zeit heimlich in ihn verliebt ist. Lila will ihn haben, Elena kann ihm ihre Gefühle nicht vermitteln, also verzichtet die und konzentriert sich wieder auf ihre schulische Ausbildung, macht ihren Abschluss und beginnt ein Studium in Pisa, aber bleibt dort die Außenseiterin, der man die Herkunft aus dem neapolitanischen „Rione“ schon von weitem ansieht. Doch für sie wendet sich das Blatt zum Guten, als sie auf ihre Fähigkeiten vertraut und ihr Leben in die eigenen Hände nimmt. Eine Freundschaft und zwei Frauen, deren Herangehensweise an das Leben verschiedener nicht sein könnte. Die eine verharrt in den vorgegebenen Strukturen, die andere wagt den Ausbruch. Und wieder einmal zeigt sich, dass Bildung und Ausbildung die Tür zu einem selbstbestimmten Leben öffnen kann. Natürlich muss auch Elena Rückschläge einstecken, aber sie ist dafür weit besser gerüstet, und kann sich Schritt für Schritt aus den traditionellen Denkmustern ihrer Herkunft befreien. Obwohl Lila die aktivere der beiden Freundinnen ist, die sich ohne Skrupel das nimmt, was sie haben möchte, ist es doch Elena, die passive, zaudernde, die ihren Weg macht. Wie bereits in dem Vorgänger legt die Autorin ihre Schwerpunkte zum einen auf die detaillierte Charakterisierung ihrer Hauptfiguren, auf die emanzipatorischen Aspekte, die deren Umgang mit den Herausforderungen des täglichen Lebens hat, zum anderen auf die Beschreibung des alltäglichen Lebens in der patriarchalisch geprägten, italienischen Gesellschaft, was aber auch direkten Einfluss auf die Beziehung der beiden Freundinnen hat. Es ist nicht die Zuneigung , die diese bestimmt, sondern die kleinen Rivalitäten. Und dies realistisch und glaubhaft zu transportieren, gelingt Ferrante sehr gut. Für mich alles in allem keine große Literatur, sondern ein netter Schmöker für zwischendurch, nicht besonders anspruchsvoll, aber durchaus unterhaltsam.

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  • Neapolitanisches Stimmungsbild

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Gela_HK

    Gela_HK

    20. March 2017 um 10:16

    Anfang der 60er Jahre beginnt für die sechzehnjährigen Lila und Elena ein neuer Lebensabschnitt. Lila, jetzt Signora Caracci, ist verheiratet mit einem angesehenen Kaufmann, der ihr ein Leben in Luxus und Ansehen verspricht. Doch dafür zahlt sie einen hohen Preis, denn als Ehefrau hat sie zu gehorchen. Elena setzt dagegen auf ihre Schulbildung und geht aufs Gymnasium, wohl wissend, dass sie sich dadurch immer mehr vom Rione ihrer Kindheit entfernt. Als beide sich in den gleichen Mann verlieben, scheint kein Platz mehr für ihre Freundschaft zu sein.Elena Ferrante setzt im zweiten Teil ihrer Romanreihe die Geschichte der Freundinnen, erzählt von Elena (Lenù) in der Ich-Form, nahtlos fort. Auf den ersten Seiten findet sich ein ausführliches Personenverzeichnis mit Erläuterungen zu den bisherigen Ereignissen, das den Einstieg erleichtert. Um die Entwicklung der Protagonistinnen besser verstehen zu können, ist es hilfreich, vorab „Meine geniale Freundin“ zu lesen. Handlungsort ist das düstere, von Gewalt und Brutalität geprägte Neapel in den Jahren 1960 bis 1966. Der Autorin gelingt es, diesen Ort lebendig werden zu lassen, man riecht die muffigen Gassen, sieht die scheelen, misstrauischen Blicke, die einen überall hin begleiten. Im Rione gelten eigene Regeln, an die sich jeder zu halten halt. Um so bemerkenswerter ist es, dass Elena für ihre Bildung kämpft, sich zur Wehr setzt. Doch immer wieder ist es die schöne, unnahbare Lila, die in den Vordergrund rückt. Durch die Heirat hat sich Lila für eine Zukunft als Ehefrau und Mutter entschieden, nicht ahnend, dass ihr geliebter Mann entgegen aller Beteuerungen gemeinsame Sache mit dem Camorra-Clan macht. Ihren Widerspruch und ihr hitziges Temperament zwingt er mit Gewalt in ihre Schranken. „Wir waren mit der Vorstellung aufgewachsen, dass kein Fremder uns anrühren durfte, dass aber unser Vater, unser Verlobter, unser Ehemann uns ohrfeigen durfte, wann immer er wollte, aus Liebe, um uns zu erziehen und uns zu bessern.“ Elena, die um keinen Preis so enden möchte wie ihre Mutter, wird zur Vorzeigeschülerin, doch innerlich brennt ein Kampf in ihr. Fast hätte sie sich an einen Mann gebunden, nur um dazuzugehören, denn Anerkennung für ihre Leistungen findet sie im Rione nicht. Ein Sommerurlaub auf Ischia wird zum Wendepunkt der beiden Frauen. Die vermeintliche Leichtigkeit des Sommers steht im spitzen Gegensatz zu den Emotionen, die schließlich in einem furchtbaren Fiasko enden. Elena wendet sich von Lila ab und erhält ein Stipendium an einer Eliteuniversität in Pisa. Sie scheint einen neuen Weg gefunden zu haben, doch die Erinnerung an Lila lässt sie nicht los."Und ihr Leben taucht beständig in meinem auf in den Worten, die ich gesagt habe und in denen häufig ihre Worte widerklingen; in jener entschlossenen Geste, die eine Nachahmung einer ihrer Gesten ist; in meinem Weniger, das als solches wegen ihres Mehr da ist; in meinem Mehr, das die Umkehrung ihres Weniger ist."Lila, der einstige strahlende Stern des Rione, bleibt als Charakter schemenhaft und schwer durchschaubar. Fast meint man, sie sucht sich ihr Leid selbst aus. Elena dagegen ist für mich sehr klar gezeichnet. Trotz ihrer Zielstrebigkeit beim Lernen und den daraus resultierenden Erfolgen, bleibt sie unsicher, scheint ihren Platz im Leben nicht zu finden. "Aber eigentlich blieb ich eine kulturell allzu angepasste Dilettantin, ich besaß keine Rüstung, in der ich ruhig voranschreiten konnte, wie sie es taten."Eine vielschichtige und emotionsgeladene Studie menschlicher Schwächen macht den Reiz dieses Romans aus. Der tagtägliche Versuch, aus einer gesellschaftlich vorbestimmten Situation auszubrechen, der Kampf um Anerkennung, um Selbstfindung wird eindringlich und fühlbar vermittelt. Auch wenn das #FerranteFever bei mir nicht ausgebrochen ist, tauche ich gern in die atmosphärische Geschichte ein und bin auf die Fortsetzung gespannt.

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    • 2
  • Ein würdiger Nachfolger!

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Kristall86

    Kristall86

    16. March 2017 um 08:52

    Die Geschichte der beiden, mittlerweile, Damen geht fast nahtlos weiter in diesem zweiten Band und zieht einen gleich wieder an den Ort des Geschehens. Der Schreibstil ist wieder wunderbar schnell und kurzweilig. Der Gebrauch der deutschen Sprache ist wie im ersten Teil wieder fulminant umgesetzt. Es ist ein regelrechtes verschlingen des Buches und kein normales lesen. Es ist nicht unbedingt notwendig das man den ersten Teil gelesen haben muss, erleichtert einen aber den Bezug der Personen zueinander und das Geschehen an die verschiedenen Orten. Die Vorfreude auf den dritten und vierten Band ist bei mir unheimlich groß. Das Problem wird nur sein das es kaum eine andere Autorin/Autor geben wird die ihre Leser so in den Bann ziehen wird wie Elena Ferrante, bleibt also nur eins....die Bücher, wenn die Reihe dann komplett ist, immer wieder in einem Rutsch lesen und hoffen das noch mehr von Elena Ferrante folgen wird.

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  • Jugendjahre

    Die Geschichte eines neuen Namens
    BuecherDanny

    BuecherDanny

    14. March 2017 um 14:31

    Der zweite Teil der Neapolitanischen Saga knüpft nahtlos an den ersten Teil an, für Elena und Lila beginnt der Ernst des Lebens. Mit 16 heiratet Lila Stefano, den reichen Lebensmittelhändler. Sie fühlt sich frei, lebt mit Stefano in einer eigenen, schönen Wohnung, ist unabhängig von ihrer Familie. Sie genießt den Luxus soviel Geld auszugeben wie sie möchte. Doch Lila sieht auch die Schattenseite, die Abhängigkeit ihres Mannes von den kriminellen Solara-Brüdern. Sie fühlt sich von ihm betrogen und ihr fällt es schwer sich ins Eheleben zu fügen. Ganz anders verlaufen die Jugendjahre für Elena. Sie verliebt sich in einen Studenten merkt jedoch schnell, dass er nur mit ihren Gefühlen spielt. Sie stürzt sich in ihre Schulausbildung und wird zur Vorzeigeschülerin. Doch ihr Erfolg wird im Rione nicht mit Anerkennung belohnt. Nach der Schulzeit beginnt sie ein Studium in Pisa. Obwohl sie auch hier zu den Besten gehört, fühlt sie, dass sie nicht so richtig dazugehört. Ihre ärmliche Herkunft machen sie unsicher.  Trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswege und Charaktere sind die beiden Freundinnen durch ihre enge Freundschaft auch in schwierigen Zeiten miteinander verbunden. Sie verlieren sich zwar schon mal aus den Augen, kommen aber doch immer wieder zusammen. Der zweite Teil der neapolitanischen Saga hat mir mindestens so gut gefallen wie der erste Band. Ich konnte regelrecht in der Geschichte versinken und hatte Spaß, die Jugendjahre der beiden jungen Frauen mitzuverfolgen. Auch die ganzen Verwicklungen in ihren Familien und ihrem Freundeskreis waren spannend zu lesen. Alle Charaktere und das Leben im Rione entwickeln sich weiter.  Elena Ferrantes Schreibstil ist hervorragend und sie schafft es, die Atmosphäre im Neapel der 1960 er / 1970er Jahre perfekt darzustellen. Die Unterschiede zwischen dem armen Arbeiterviertel Rione in dem Lila bleibt und der “gebildeten Gesellschaft” in der Elena sich bewegt sind sehr gut nachzuempfinden. Es viel mir sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!

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  • Hin- und hergerissen...

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Nuigurumi

    Nuigurumi

    05. March 2017 um 21:23

    … zwischen ihren Gefühlen und ihrer Freundschaft zu Lila ist nicht nur Lenù in diesem zweiten Band der neapolitanischen Saga, sondern hin-und hergerissen war auch ich beim Lesen und bin es jetzt beim Bewerten.  Nachdem der erste Band mit einem Cliffhanger zu Lilas Hochzeit geendet hat, geht es nahtlos mit Lilas und Stefanos Hochzeitsreise weiter. Dann folgt der Ehe-Alltag, für den Lila absolut nicht geeignet ist, und Lenù lernt immer weiter, geht aufs Gymnasium, später zur Uni. Lila ist eifersüchtig auf Lenù, was zu einigen sehr hässlichen Szenen führt, aber selbst Lenù versteht irgendwann, wie schlecht es Lila in ihrer Ehe geht. In Lenùs Leben geht es weiterhin hauptsächlich darum, beim Lernen immer die Beste zu sein, da alles über Stipendien geht und sich in einer Welt zurechtzufinden, die weiter vom Rione entfernt ist, als sie es sich je vorgestellt hätte… Im Gegensatz zum ersten Band, der relativ dünn war, hat dieses Buch über 600 Seiten, was Fluch und Segen zugleich ist. Einerseits taucht man als Leser dadurch völlig ins Geschehen ein und hat wirklich das Gefühl, die beiden Frauen gut kennenzulernen; andererseits zieht die Autorin einige Dinge künstlich in die Länge und es gibt sehr viele Wiederholungen, vor allem was Lenùs Gedanken und Gemütszustand betrifft. Die Handlung an sich finde ich interessant und es ist sehr informativ die italienische Gesellschaft der 60er Jahre aus Lenùs und Lilas Sicht zu sehen. Manchmal gingen mir die beiden total auf die Nerven, wenn sie sich mal wieder monatelang ignoriert haben, aber dann gab es auch wieder sehr schöne Freundschaftsmomente.  Ich bin definitiv nicht im Ferrante-Fieber und habe lange zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt. Aber letztendlich habe ich mich für 4 Sterne entschieden, da es trotz aller Längen und Wiederholungen einige wunderschöne Stellen und Gedanken gibt und weil ich zugeben muss, dass das Buch eine ganz eigene besondere Atmosphäre hat, wie sie nur wenige Romane haben.

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  • Wunderbare Sprache mit Mängeln in der Erzählweise

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Fiordilatte

    Fiordilatte

    26. February 2017 um 14:22

    Der zweite Teil der Ferrante-Saga muss sich hohen Erwartungen stellen: Von Presse und Kritikern hochgelobt und als Folgeroman von "Meine geniale Freundin". Ferrante gibt mit der Saga intime Einblicke über das Leben in Neapel in den 60er Jahren. Auf eine sehr persönliche Art und Weise beschreibt sie Elenas Geschichte, ihre Begegnungen mit anderen, Erlebnisse und was sie bewegt. Besonders bewegend ist ihr sprachlicher Ausdruck, der trotz deutscher Übersetzung durch literarischer Raffinesse überzeugt. Die Handlung lebt von den Unterschieden zwischen "Hochitalienisch", über das sich die Protagonistin identifiziert, und dem neapolitanischen Dialekt, der "Sprache der armen Leute". Dies findet in der Übersetzung leider keine Berücksichtigung, sodass es bestimmt interessanter wäre, das Buch im Original zu lesen. Trotz des sprachlichen Könnens und des tollen Handlungsschauplatzes kann die Erzählweise der Handlung nicht überzeugen. Durch die Erzählperspektive von Elena bekommt sie einen weinerlichen und anstrengenden Touch, der die interessante Geschichte ruiniert und den Lesefluss hemmt. Der Roman überzeugt durch seine sprachliche Stärke und eine realistsche Wiedergabe der neapolitanischen Lebenswirklichkeit, kann allerdings den hohen Erwartungen nicht gerecht werden.         

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  • mittelmäßig

    Die Geschichte eines neuen Namens
    gagamaus

    gagamaus

    24. February 2017 um 14:20

    Es geht weiter mit Lila und Elena. Und man darf auf keinen Fall eine leichte Lektüre erwarten, auch wenn die Mädchen kaum älter als 16 sind in diesem zweiten Teil der Familiengeschichte aus Italien. Es fällt mir schwer, zu ihnen eine Beziehung aufzubauen. Beide sind unreif und getrieben von dem Drang, ihre ärmliche Herkunft in den Slums von Neapel zu verlassen. Lila hat im ersten Band geheiratet und geglaubt, es so zu schaffen. Aber sie ist zu jung für die Ehe und ihr Mann betrügt und schlägt sie. Es läuft so gar nicht nach ihren Plänen. Von Glück und Harmonie keine Spur. Und auch Elena hat es schwer. Sie ist intelligent und strebt nach Karriere und Bildung. Aber auch das war zur damaligen Zeit – in den 60gern - nicht einfach für junge Frauen. Neben den zwei Freundinnen spielen die großen weitverzweigten Familien und deren Verwicklungen ebenso eine große Rolle wie die sozialen und gesellschaftspolitischen Veränderungen. Ferrante hat einen intensiven Erzählstil, der Aufmerksamkeit und Geduld erfordert. Die Hauptdarstellerinnen erwachen langsam aus ihren Jungmädchenträumen. Schade finde ich, dass ihre Freundschaft immer wieder durch Querelen und Neid gestört wird und mir über weite Strecken weder besonders innig noch besonders tragfähig erschien. Allerdings ist das sicherlich auch etwas ihrer Jugend geschuldet und die Vermutung liegt nahe, dass dies sich in den späteren Büchern noch entwickelt. Im Gesamten fehlte mir die Spannung und die Zuneigung zu den Heldinnen. Auch war mir nie so recht klar, was die Autorin mir eigentlich mit dieser Geschichte sagen will, oder wo die Reise hingeht. Werden die Mädchen erwachsen und klüger? Werden sie ihr Glück noch finden? Werden sie sich in der Männerwelt behaupten oder untergehen? Oder wird es weiter so vor sich hinplätschern ohne dass die Frauen wirklich ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen?

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  • Die Geschichte eines neuen Namens

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Minoo

    Minoo

    19. February 2017 um 12:48

    "Meine geniale Freundin" war vergangenes Jahr eins meiner Highlights. Umso mehr freute ich mich auf den Folgeband und darüber, dass dieser mit seinen 624 Seiten rund 200 Seiten mehr von Lila und Lenu beinhaltete. Die erste Seite des Buches beginnt da, wo das vorherige Buch endete. Lila ist nun verheiratet. Was sich in Band 1 bereits andeutete, wird gleich zu Beginn in "Die Geschichte eines neuen Namens" zur bitteren Gewissheit. Die Hochzeit mit Stefano war ein großer Fehler. Er unterdrückt seine Frau, schlägt sie. Lila fordert dies mit ihrem Sturkopf zusätzlich heraus, ist todunglücklich. Durch ihre Hochzeit erlangte Lila Ansehen und Reichtum und teilt diesen gerne mit Lenu oder ihren anderen Freunden. Doch ihre Traurigkeit ist zu jeder Zeit spürbar. "Wir waren mit der Vorstellung aufgewachsen, dass ein Fremder uns keinesfalls anrühren durfte, dass aber unser Vater, unser Verlobter, unser Ehemann uns ohrfeigen durfte, wann immer er wollte, aus Liebe, um uns zu erziehen und uns zu bessern." (S.64) Nachdem mich schon der erste Band der Neapolitanischen Saga sehr berührte, empfand ich diesen zweiten Band als noch emotionaler. Er traf mich bis ins Mark, ich fühlte mit Lila, Lenu aber auch den unzähligen anderen Frauen des Rione. Die Gewalt, die Verzweiflung ist in diesem Band allgegenwärtig und auffälliger als im ersten Band. Die Angst vor Schlägen, sogar vor der Ermordung durch Ehemann, Bruder oder Vater erschütterte mich beim Lesen sehr. Das Schicksal der Frauen ist authentisch und deshalb umso tragischer. Sie haben keinerlei Entscheidungsfreiheit, keinerlei Recht auf eine eigene Meinung. Was daraus resultiert sind Verzweiflung und Verbitterung. Als Lenu die Frauen aus dem Rione beobachtet, kommt ihr folgender Gedanke: "Und, du lieber Himmel, sie waren zehn oder höchstens zwanzig Jahre älter als ich. Trotzdem hatten sie die femininen Züge schon verloren, auf die wir Mädchen so großen Wert legten (...). Sie waren von den Körpern ihrer Männer, Väter und Brüder aufgezehrt worden, denen sie immer ähnlicher wurden, oder von der vielen Arbeit, dem nahenden Alter, von Krankheiten. Wann setzte diese Verwandlung ein?" (S. 130) Die Frauen in diesem Buch heiraten aus vielerlei Gründen, jedoch selten aus Liebe. Meist lernen sie die wahre Liebe nach der Hochzeit kennen, doch den Mann zu verlassen kommt natürlich nicht in Frage. Die Verzweiflung wird tiefer, die Traurigkeit ebenfalls. Doch auch die normalen Probleme junger Menschen kommen hier wieder nicht zu kurz. Das Respektieren des eigenen Körpers, die Angst, dumm zu wirken, enttäuschte Liebe und  Hoffnung bezüglich der Zukunft...all dies sind Themen in diesem Buch. Die Charaktere entwickeln sich allesamt weiter, was mir hier besonders positiv aufgefallen ist. Die Kinder werden erwachsen, durch ihre Schicksale und ihre Erfahrungen lernt man auch deren Eltern besser verstehen. Es gibt eine Szene, in welcher Lenu ihre neuen Schulbücher auspackt und ihre Mutter ins Zimmer kommt. Diese bricht beim Anblick der Bücher in Tränen aus und verlässt den Raum. Genauer wird dieses Verhalten nicht betrachtet, doch als Leserin kam ich nicht umhin, mir Fragen zu diesem Verhalten zu stellen. Reagiert die Mutter so emotional, weil es ihr nicht möglich ist Lenu neue Bücher zu kaufen? Wird sie an ihren eigenen, verwehrten Wunsch zu Lernen erinnert? Sind es Eifersucht, Wehmut oder einfach nur Traurigkeit die die Tränen verursachen? Fazit: Ich könnte unzählige weitere Szenen aus diesem Buch aneinanderreihen und meine Gefühle dazu beschreiben, doch das würde den Rahmen sprengen. Insgesamt bleibt mir zu sagen, dass der zweite Band dieser vierteiligen Reihe dem ersten in nichts nachsteht. Ich empfand ihn als noch emotionaler, noch eindringlicher als den Auftakt und kann dieses Buch letzten Endes nur weiterempfehlen.

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  • Ferrante-Fieber

    Die Geschichte eines neuen Namens
    Ekcnew

    Ekcnew

    15. February 2017 um 17:18

    Ich habe in den bisherigen Meinungen oft gehört, dass es sehr hilfreich ist, wenn man den ersten Teil dieser Neapolitanischen Saga gelesen hat. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen und fand das auch nicht tragisch. Auf den ersten Seiten werden die Familien quasi vorgestellt und auch durch das Geschriebene der ersten Kapitel habe ich das Gefühl, dass neue Leser "auf Stand" gebracht werden.  Es geht um die Freundinnen Elena und Lila in den 1960-er Jahren. Lila ist gerade frisch verheiratet, doch glücklich ist sie nicht. Elena hingegen macht Abitur und entscheidet sich anschließend für ein Studium. Trotz dieser sehr unterschiedlichen Lebensweisen und der vorhandenen Distanzen verbindet die beiden eine sehr besondere Freundschaft.  Die Autorin überzeugt mit ihrem besonderen Schreibstil. Der Leser fühlt sich regelrecht nach Italien in die 60-er Jahre versetzt. 

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  • Zwei Freundinnen und gleichzeitig Konkurrentinnen

    Die Geschichte eines neuen Namens
    sydneysider47

    sydneysider47

    13. February 2017 um 23:37

    Die Handlung: Die Handlung dieses Romans spielt im Neapel (Italien) der 1960er-Jahre. Elena ist die Ich-Erzählerin in diesem Buch. Befreundet ist sie mit Lila, die im Alter von 16 Jahren Stefano geheiratet hat. Ihr Wunsch war es, von der Mittelmäßigkeit in die höhere Gesellschaft einzuheiraten. Das ist ihr auch gelungen – Stefano hat Geld, er kann sich viel leisten. Allerdings betrügt er Lila. Ihr ist außerdem langweilig, sie möchte sich gerne in die Gesellschaft einbringen. Vielleicht würde es ihr gelingen, wenn sie in der Schuhmacherei des Bruders Rino mitarbeiten könnte. Aber das ist nicht geplant.  Während Elena weiterhin eine Schule besuchen kann und ihre Noten – je nach Gefühlszustand – einmal besser und einmal schlechter sind -, ist Lila mit ihrem Leben nicht zufrieden und immer wieder neidisch auf Elena. Es gelingt ihr nicht, von Stefano schwanger zu werden. Stattdessen verliebt sie sich in Nino und betrügt damit ihren Mann Stefano.    Meine Meinung zu dem Buch: Ich habe das Buch gelesen, ohne vorher den ersten Band dieser „Neapolitanischen Saga“ gelesen zu haben. Interessanterweise kam ich schnell in das Buch, denn die darin vorkommenden Charaktere werden vor der Romanhandlung auf einigen Seiten beschrieben. Es ist auch immer wieder hilfreich, während der Lektüre zurückzublättern, wenn neue Personen in dem Roman auftauchen.  Das aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit geschriebene Werk ist gut geschrieben. Immer wieder gibt es wörtliche Rede, aber auch viel indirekte Rede. Elena ist mir sympathisch – ich verstehe ihre Handlungsweise. Sie steht allerdings oft im Schatten von Lila, die einfach die Schönere und Begabtere der beiden Frauen zu sein scheint. Allerdings kann Lila nach der Heirat mit Stefano eventuelle Wünsche einer Weiterbildung nicht mehr realisieren. Sie ist abhängig von ihrem Mann Stefano, der ihr zwar ein Leben mit einem gewissen Luxus bieten kann. Aber Bildung ist zweitrangig. Er hätte gerne ein Kind von Lila.  In ihrer Unzufriedenheit ist Lila oft eifersüchtig auf Elena. Sie versucht, Elena in Beschlag zu nehmen. Das ist spürbar während eines Sommers am Meer. Elena nimmt sich die Launen ihrer besten Freundin sehr zu Herzen – so sehr, dass ihre schulischen Leistungen immer wieder darunter zu leiden haben.  Diese Konkurrenz zwischen Elena und Lila zieht sich fast durch das ganze Buch. Sie ist interessant zu lesen, macht das Buch aber nicht unbedingt spannend. Es gab für mich Phasen beim Lesen der 624 Seiten, die einfach mühsam waren. Da ich aber interessiert war, wie sich Elena und Lila weiterentwickeln, habe ich das Buch zu Ende gelesen. Und das hat sich auch gelohnt, weil sich gegen Ende einige Ereignisse überschlagen. Und dann wird das Buch wirklich spannend, mitreißend und interessant.  Die Ereignisse zum Schluss haben dazu geführt, dass ich das Buch mit vier Sternen bewerte. Eine Weiterempfehlung gibt es ebenfalls.

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    • 2
  • Großartig!

    Die Geschichte eines neuen Namens
    RomeosJuliet

    RomeosJuliet

    08. February 2017 um 21:12

    Bei Buchreihen gibt es ja immer das bekannte Problem, dass die Qualität mit jedem neuen Buch abnimmt. Nicht so bei Elena Ferrante, die mit "Die Geschichte eines neuen Namens" nahtlos an den ersten Band anknüpft und demselben Niveau die Geschichte von Lila und Lenù weitererzählt. Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen, wenn man den beiden Hauptfiguren weiter durch ihre Lebensgeschichte folgt; diesmal die ihrer Jugendjahre. In den Jugendjahren ist alles gleich und doch alles anders, denn Lila ist jetzt verheiratet und damit muss sich auch Lenù an neue Lebensumstände gewöhnen. Die Freundschaft der beiden wird auf eine Probe gestellt und es warten neue Herausforderungen auf die beiden, die es zu meistern gilt. Und obwohl es in Ferrantes Fortsetzung nicht DEN Plot gibt, bleibt die Geschichte durchweg spannend und wird getrieben von einer subtil erzählten Charakterentwicklung. Ferrante gelingt es dabei durch ihre gezielten Ausschweifungen, die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten des Neapels der sechziger Jahre darzustellen und die Atmosphäre der damaligen Zeit für den Leser greifbar zu machen. Alles in allem ist Ferrante hier eine großartige Fortsetzung gelungen, die auf einen ebenso großartigen 3. Teil hoffen lässt.

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