Lästige Liebe

von Elena Ferrante 
3,3 Sterne bei3 Bewertungen
Lästige Liebe
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Inhaltsangabe zu "Lästige Liebe"

Dreimal ruft sie an, sie klingt überdreht und verstört, und eigentlich sollte sie im Zug nach Rom sitzen, unterwegs zu Delia, ihrer Tochter. Wenig später wird ihre halbnackte Leiche an Land gespült. Zur Beerdigung kehrt Delia nach Neapel zurück, in die erstickende, chaotische Heimatstadt, in ihre verhasste Vergangenheit. Und sie bleibt, denn sie muss die Wahrheit wissen: Warum starb ihre Mutter? Und welche Rolle spielt Caserta, ein ehemaliger Freund ihres gewalttätigen Vaters, der plötzlich wieder auftaucht? Er jedenfalls scheint der Letzte zu sein, der die Mutter lebend gesehen hat. Zunehmend verzweifelt läuft Delia durch die Gassen der Stadt und entwirrt Erinnerungen, die sie lange unterdrückt hatte. Noch ahnt sie nicht, wie schutzlos sie sein wird, gegen das schreckliche Geheimnis ihrer eigenen Kindheit …

Lästige Liebe ist ein psychologisches Meisterwerk von schwindelerregender Genauigkeit: eine Mutter-Tochtergeschichte über Liebe und Hass und den unlösbaren Knoten aus Lügen, Eifersucht und Gewalt, der die beiden – schicksalhaft – aneinander bindet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518428283
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:206 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:02.10.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.10.2018 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    WinfriedStanzickvor 13 Stunden
    Ein starker Roman, der die literarische Kraft der späteren Saga schon in sich trägt


     

    Ihr vierbändiges Epos „Neapolitanische Saga“ hat sie nicht nur in Deutschland mit einem Schlag bekannt gemacht und einen unvergleichliche Hype um die italienische  Schriftstellerin Elena Ferrante ausgelöst. Vom Ferrante-Fieber werbetextete der Suhrkamp-Verlag, der nun beginnend mit ihrem literarischen Debüt aus dem Jahr 1992 wohl alle bisherigen Werke der ungewöhnlichen Autorin verlegen und dem deutschen Publikum zugänglich machen will.

     

    Schon bei der Veröffentlichung von „Lästige Liebe“ (L`amore molesto) im Jahr 1992 in Italien hat sich Elena Ferrante dazu entschlossen unter einem Pseudonym zu schreiben und hat das auch nach dem überwältigenden Erfolg der Saga so beibehalten.

     

    „Lästige Liebe“ spielt wie die Saga in Neapel. Wer die vier Bände der Saga gelesen hat, entdeckt in dem nun auf Deutsch vorliegenden Debüt Ferrantes schon die Umrisse von Figuren, Schauplätzen und Motiven, die später in der Tetralogie eine Rolle spielen werden. Als „Lästige Liebe“ 1994 in Deutschland erschien, wurde der Roman nicht wahrgenommen und ging hier eher unter, während Elena Ferrante in Italien schon eine breite Resonanz erfuhr und von der Literaturkritik intensiv gewürdigt wurde.

     

    Delia, die Hauptperson des Romans, 45 Jahre alt und als Comiczeichnerin arbeitend, kehrt nach dem plötzlichen und unerklärlichen Tod ihrer Mutter nach Neapel zurück, in die ihr verhasste Heimatstadt. Ihre Mutter ist wenige Tage zuvor im Meer ertrunken. War es ein Unfall oder hat sich die Mutter selbst umgebracht? Oder hatte beim Tod der Mutter jemand anderes seine Hände im Spiel?

     

    In vielen Rückblenden erinnert sich Delia an ihre Mutter und ihre Kindheit mit einem gewalttätigen Vater. Es geht um viele Geheimnisse und um einen Verrat, als die fünfjährige Delia ihrer Mutter eine Affäre mit einem Geschäftspartner des Vaters angehängt hat.  Doch es steckte etwas ganz anderes dahinter, dunkler Ursprung aller weiteren Verwicklungen, denen die ich-erzählende Delia nun nachspürt. Sie muss dafür tief in ihre Vergangenheit hinabsteigen, ein schmerzhafter Prozess, dessen Psychodynamik Ferrante brillant darstellt. Immer wieder kommen Bilder und Erlebnisse in Rückblenden in Delia hoch, während sie geradezu getrieben versucht, die letzten Stunden ihrer Mutter Amalia, mit der sie mehr verbindet , als sie zunächst zulassen kann, zu rekonstruieren. Warum hat sie wenige Tage vor ihrem Tod so überdreht und verstört geklungen, als sie am Telefon das letzte Mal mit Delia sprach?

     

    Und welche Rolle spielt Caserta, ein ehemaliger Freund ihres gewalttätigen Vaters, der plötzlich wieder auftaucht? Offenbar war er der letzte Mensch, der die Mutter lebend gesehen hat. Und während Delia verzweifelt durch die Gassen der Stadt läuft und Erinnerungen entwirrt, die sie lange unterdrückt hatte,  ahnt sie nicht, wie schutzlos sie sein wird gegen das schreckliche Geheimnis ihrer eigenen Kindheit, das in einem schmerzhaften Prozess ans Tageslicht kommen wird, sodass sie am Ende sagen wird: „Amalia war einmal. Ich war Amalia.“

     

    „Lästige Liebe“ ist ein starker Roman, der die literarische Kraft der späteren Saga schon in sich trägt.

     

     

     

     

     

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    Calanthas avatar
    Calanthavor 6 Jahren
    Tolle Idee, schlechte schriftstellerische Umsetzung

    Nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter, möchte Delia mehr über die eigene Familiengeschichte herausfinden. Wer war der Mann der ihre Mutter nach dem Tod ihres Vaters immer besuchte und seit wann trug sie feine Spitzen-Unterwäsche? 


    Mir ist noch nie eine Hauptperson begegnet, die mir dermaßen unsympathisch war. Der Tod ihrer Mutter scheint die Dame im Grunde gar nicht richtig zu interessieren, allein die Neugierde siegt. Traurigkeit über den Tod ist Fehlanzeige, stattdessen äußert sie dauerhafte Undankbarkeit gegenüber ihrer Familie. Obwohl die Mutter doch ganz offensichtlich für die Familie auf ihr eigenes Glück verzichtet hat, gibt die Tochter ihr auch noch die Schuld. 


     Dieses Szenario ist trotz oder gerade wegen der unsympathischen Hauptfigur sehr interessant. Mir gefällt auch, dass das Thema Liebe im letzten Lebensabschnitt behandelt wird, was ja doch eher selten ist. 
    Was mich jedoch extrem gestört hat, war der Schreibstil. Was im Buch mit italienischer Direktheit erklärt wird, ist für mich stellenweise einfach unter der Gürtellinie. Ich hatte nicht erwartet, bei einem Buch über Familiengeschichte andauernd diverse Informationen über Körperflüssigkeiten der Hauptperson zu lesen. Scheint so, als ob die Autorin von ihrem eigenen Thema nämlich Tabu-Bruch, angestachelt wurde, dies auch auf der schriftstellerischen Ebene auszulassen. Das sollte sie jedoch lieber anderen Autoren überlassen, oder nur dann einarbeiten, wenn es tatsächlich sinnvoll ist. 

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    kamajas avatar
    kamajavor 3 Tagen

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    Kristall86s avatar
    Kristall86vor 4 Monaten
    Da ist das Warten auf „Frantumaglia“ nicht mehr ganz soooo ewig lang hin😉
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