Elena Ferrante Meine geniale Freundin

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Inhaltsangabe zu „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante

Eine Freundschaft als Spiegel einer Stadt, einer Nation, einer ganzen Generation Im Alter von 66 Jahren erfüllt sich Lila einen Traum: Sie verschwindet von einem Tag auf den anderen. Zurück bleibt ihre beste Freundin Elena und schreibt ihre gemeinsame Geschichte nieder: In den 1950er Jahren wachsen sie am Rande Neapels auf. Elena erzählt vom Alltag der kleinen Leute, vom Zugschaffner Donato, der Gedichte schreibt, vom tyrannischen Don Achille, von den Solara-Brüdern, die sonntags mit ihrem Auto den Corso abfahren. Von Mädchenträumen und erster Liebe. Doch auch wenn ihre Lebenswege nicht parallel verlaufen, da Elena das Gymnasium besuchen darf, als Lila schon auf ihre Hochzeit zusteuert, bleibt eines unverbrüchlich: ihre Freundschaft. Theater- und Filmschauspielerin Eva Mattes leiht Elena ihre Stimme. (1 mp3-CD, Laufzeit: 11h 43)

Madonna mia, was für eine schöne Geschichte!

— hello_marlie
hello_marlie

Einerseits faszinierend und schön, andererseits sehr zäh und langatmig. Ich fürchte nach 12 Stunden gehörter Ferrante ist für mich Schluss.

— tanteruebennase
tanteruebennase

Die Geschichte einer Mädchenfreundschaft im Neapel der 1950er Jahre. Interessant, berührend, manchmal etwas langatmig.

— black_horse
black_horse

Anfangs etwas gewohnungsbedürftig, viele Charakter, aber dann lässt das Buch nicht mehr los.

— Mcliv
Mcliv

Etwas zäh und dennoch faszinierender Einblick in eine außergewöhnlichen Freundschaft.

— MelE
MelE

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    Meine geniale Freundin
    SLovesBooks

    SLovesBooks

    14. August 2017 um 09:40

    Meine Meinung: Was ist dran am #FerranteFever? Ist es gerechtfertigt? Das war auch meine Frage, als ich an dieses Hörbuch ging. Ferrante erzählt die Lebensgeschichte von den beiden jungen Mädchen Lila und Elena, welche in den 50er Jahren in Neapel wohnen. Es ist eine Geschichte von Freundschaft, Hass, Neid, Missgunst, Glück, Unglück, Liebe, Kampf, Vertrauen, Enttäuschung usw. Ferrante bedient hier eine große Palette der Gefühle. Die Erzählung beginnt unscheinbar, baut aber mit der Zeit langsam einen Spannungsbogen auf. Mir hat das gut gefallen. Es handelt sich hier vorwiegend um einen Beziehungsroman. Die Autorin beweist Feingefühl für Beziehungen. Deshalb kann sie diese auch sehr authentisch darstellen. Ich habe ihr jeden Charakter genau so abgenommen wie er ist. Die Mädchen verbindet eigentlich eine Hass-Liebe. Keiner kommt damit klar, wenn der andere besser ist und mehr erreicht. Jede möchte die Beste sein. Im Italien dieser Zeit war es sehr wichtig sich hervorheben zu können. Als Frau war es wichtig mit wem man zusammen war und wen man heiratete. Die Mädchen konkurrieren in allen Lebenslagen. Trotzdem ist ihre Freundschaft besonders. Ihr ärmliches Umfeld ist auch von Gewalt gegen Frauen und Minderwertigkeit von Frauen geprägt. Das wirkt zwar alles erschrecken, aber leider erschreckend authentisch. Man leidet und fiebert mit den beiden mit und hofft, dass sie einen sozialen Aufstieg schaffen werden. Mich hat diese Geschichte gepackt, berührt. Mich konnte sie in ihren Bann ziehen. Ich finde, dass die Autorin sehr subtil schreibt und mich menschlich dabei überzeugen konnte. Die sehr detailliert ausgearbeitet Charaktere können überzeugen und binden mich an ihr Schicksal. Ich finde diese Art von Freundschaft gar nicht mal so abwegig. Ich denke, dass jede Frau schon mal Aspekte dieser Freundschaft zwischen Elena und Lila in einer eigenen Freundschaft erlebt hat. Es hat durchaus einen wahren Kern. Konkurrenz unter Frauen ist auch nicht zu unterschätzen. Die Stimme der Sprecherin ist angenehm. Ich finde, dass sie die beiden Protagonisten sehr authentisch in Szene setzt. Ich nehme ihr die Charaktere ab. Dabei gelingt es ihr jeder der beiden ihren ganz eigenen Charakter zu geben. Man kann sie gut unterscheiden. Auch das Zusammenspiel der Charaktere gelingt ihr. Ich mag ihre Umsetzung. Sehr wahrscheinlich ist es die Authentizität in Verbindung mit dem sozialen Kontext der Charaktere, die den Leser so fesseln. Ich kann nach diesem Hörbuch verstehen, dass das #FerranteFever ausgebrochen ist. Ich werde diese Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen.

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  • Einer der eindrücklichsten Freundschaftsgeschichten, die mir jemals begegnet sind...

    Meine geniale Freundin
    hello_marlie

    hello_marlie

    27. July 2017 um 11:04

    Durch puren Zufall und ohne vorher viel über die Handlung, die Autorin oder die Begeisterung für diesen Roman mitbekommen zu haben, kam ich dazu dieses Hörbuch zu hören. Ganz alleine nur deshalb, weil ich gerade wieder eines hören wollte und „Meine geniale Freundin“ in meiner Bibliothek ausleihbar war. Manchmal sind es genau diese (Hör-)Bücher: man stolpert ganz planlos darüber und dann entpuppen sie sich als zukünftige Lieblingsbücher. Tatsächlich kann ich behaupten: Ich bin angesteckt, mit dem Ferrante-Fieber, das doch weit verbreiteter ist, als ich dachte. Aber wenn man sich doch mal anhört, wie wunderbar faszinierend sie hier von einer Kindheit in Neapel berichtet, wie schön und gefühlvoll sie die Emotionen der Erzählerin und die Facetten einer Freundschaft, die über ein ganzes Leben hinweg andauern wird, beschreiben kann: Man kann doch gar nicht anders als sich verlieben in diese wunderbar fesselnde Geschichte! Ich bin mir zum Teil sogar sicher, dass die Autorin, über die man privat nichts weiß, hier mehr als nur eine fiktive Geschichte zum Besten gibt. Oder kann es wirklich Zufall sein, dass die Protagonistin und sie denselben Namen teilen? Zu allem Glück leiht uns Eva Mattes ihre warme und schöne Stimme, um die Geschichte von Elena und Lila zu erzählen und trifft dabei immer den richtigen Ton. Schon alleine durch ihre wirklich schöne Aussprache der italienischen Namen und Wörter. Ohne Eva hätte ich sicher nicht gewusst, wie viele der Namen eigentlich richtig ausgesprochen werden. Ich bin mittlerweile sogar so angesteckt, dass ich die Neapolitanische Saga natürlich nicht nur weiterhören oder lesen möchte, nein ich bin mir ganz sicher, dass ich die gesamte Reihe irgendwann komplett in meinem Bücherregal stehen haben und darüber hinaus sicherlich mehrmals lesen möchte. Den ersten Band habe ich bereits auch als Buch ausgeliehen, und schmökere darin herum, auch wenn ich das Hörbuch eben erst gehört habe.

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    • 3
  • Toller Auftakt einer interessanten Trilogie

    Meine geniale Freundin
    EmmaZecka

    EmmaZecka

    05. May 2017 um 11:11

    GestaltungMeine geniale Freundin wird von Eva Mattes gelesen, die viele von euch wahrscheinlich als Schauspielerin kennen. Mir sagte sie nur vom Namen her was. Ich hatte aber das Gefühl, dass sie hier eine gute Sprecher Wahl sein könnte. Und ich habe mich nicht getäuscht.Eva Mattes kommt definitiv auf die Liste meiner Lieblingshörbuchsprecherinnen. Sie hat Elena Ferrantes Roman einfach - um beim Titel zu bleiben - genial vertont. Ihre Stimme passt perfekt zu der Geschichte. Sie schafft es, die Feinheiten von Meine geniale Freundin gut zu transportieren, ohne die Geschichte zu überladen. Außerdem hat sie eine tolle Betonung der italienischen Namen und Ortschaften.InhaltDer Klappentext fasst Meine geniale Freundin beinahe ziemlich gut zusammen und erwähnt so, auf was man sich bei der Lektüre einlässt. Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Warum beinahe? Lest weiter!Elena Ferrante führt gleich zu Beginn ihres Romanes eines meiner Lieblings Stilmittel ein: Sie erzählt die Geschichte in der Geschichte. Wir lernen Protagonistin Elena kennen, die einen Anruf von dem Sohn ihrer besten Freundin bekommt. Der Sohn ist mittlerweile erwachsen. Dennoch macht er sich große Sorgen. Seine Mutter Lila ist spurlos verschwunden. Nicht etwa, weil sie entführt wurde. Elena und der einsam zurückgebliebene Sohn müssen davon ausgehen, dass Lila freiwillig abgetaucht ist. Nun stellt sich die erste Frage: Warum?Elena fasst einen Entschluss: Sie schreibt die Geschichte von Lila und ihrer Freundschaft nieder. In Meine geniale Freundin nimmt die Trilogie ihren Anfang.Weder der Titel noch der Klappentext lassen erahnen, dass die Freundschaft der beiden nicht immer harmonisch abläuft. Immer wieder ist ihre Beziehung von einer Hassliebe geprägt. Während sie einerseits tiefsinnige Gespräche führen und sich so gut es geht unterstützen, bricht auf der anderen Seite ein Wettstreit aus.Ich-Erzählerin Elena identifiziert sich über Lila. Sie möchte nicht nur genauso gut sein, wie ihre beste Freundin, sondern in manchen Bereichen sogar glänzen und das Ziel vor ihrer Freundin früher erreichen. Wenn Lila ihr einen Schritt voraus ist, wertet Elena ihre eigenen Leistungen ab und hat das Gefühl, das ihr Leben, im Vergleich zu Lilas, belanglos und unwichtig ist.Lila hingegen weiß schon früh, was sie will und ist sehr zielstrebig. Zudem ist sie auch unheimlich dickköpfig, was vielleicht auch mit dem italienischen Temperament zusammenhängt, ich bin mir da nicht so ganz sicher :-). Immer wieder gibt es Momente, in denen Lila Elena fördert und versucht das Beste aus ihr herauszuholen. Nur um ihr dann, nach Erreichen des ersten Etappenziels einen kleinen Stich zu versetzen.Anfangs machten mich diese Szenen wahnsinnig: Die eine, die ständig besser sein möchte, als die andere und so weiter und so fort. Dann wurden die beiden älter und Elena Ferrante zeigte uns weitere Facetten der beiden Protagonistinnen. Ich bekam die Möglichkeit hinter Lilas Fassade zu blicken. Und das machte die Protagonistin, die ich eben noch für arrogant gehalten hatte, plötzlich ziemlich interessant.Spannung Elena Ferrante spinnt hier einen guten Spannungsbogen. Die Handlung ist ausgeglichen. Es gibt keinen Moment, an dem die Geschichte vor sich hin plätschert und nichts passiert. Immer ist irgendetwas los. Entweder im Innenleben der Charaktere oder im Äußeren.Schon bei Meine geniale Freundin wird eine ausführliche Geschichte erzählt. Als das Hörbuch auf das Ende zusteuerte, fragte ich mich, wie Elena Ferrante das wohl hinbekommen würde, ohne die Geschichte mitten im Satz zu beenden. Aber sie hat es geschafft: Und die Vorfreude auf den zweiten Band ist sehr groß.Dennoch ertappte ich mich dabei, wie ich gegen Ende etwas den Überblick verlor. Ich hatte Mühe wichtige Charaktere auseinanderzuhalten. Allerdings glaube ich, dass sich dieses Problem mit der Zeit auch gibt.SchreibstilElena Ferrante hat einen tollen Schreibstil. Dieser Satz ist jetzt so wahnsinnig informativ, aber ich weiß nicht genau, wie ich diesen Schreibstil in Worte fassen soll. (Dann lass es doch einfach, wenn dir nichts einfällt...).Die Autorin bringt mit ihrer Art, Meine geniale Freundin zu erzählen, ein Stückchen Italien direkt zum Leser nach Hause. Ich mochte die Beschreibungen der Dorfbewohner, die auf ein temperamentvolles Viertel schließen lassen sowie die Dialoge der Charaktere.Ich hatte wahrhaftig das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein und wäre gerne noch ein bisschen länger bei Elena und Lila in Italien geblieben.GesamteindruckWie oben bereits erwähnt wurde mir das Buch von einem Leser dieses Blogs empfohlen. Als ich dann bei der Buchmesse erfuhr, dass ein Großteil von Meine geniale Freundin von dem Wettstreit zwischen Lila und Elena handeln sollte, wurde ich etwas misstrauisch. Ich war mir nicht sicher, ob das Buch was für mich ist, obwohl ich diese Identifikation der Protagonistin über ihre Freundin nachvollziehen konnte.Letztendlich war ich vom Inhalt wirklich positiv überrascht..Natürlich spielt der Wettkampf zu Beginn der Geschichte eine große Rolle. Doch je älter die Freundinnen werden, desto stärker kommen die anderen Elemente zur Geltung, die im Klappentext so treffend beschrieben werden.Mit Meine geniale Freundin hat Elena Ferrante den tollen Auftakt einer neuen Buchreihe geschaffen, die in verregneten Frühlingstagen etwas italienisches Flair nach Hause bringt.

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  • Intensive Geschichte, die viele Emotionen auslöst

    Meine geniale Freundin
    missNaseweis

    missNaseweis

    04. May 2017 um 08:29

    Zum Inhalt: Lila und Elena begegnen einander das erste Mal als Kinder. Beide wachsen in einem rauen Viertel in Neapel auf und teilen den Schmerz und die Einschränkungen, die dort an der Tagesordnung stehen. Obwohl sie zunächst Rivalinnen sind und sich stets übertrumpfen wollen, entwickelt sich zwischen ihnen eine Freundschaft, die sie über Jahrzehnte begleiten wird.Ich muss sagen, dass ich vor allem die Cover der Reihe unglaublich schön finde! Da ich aber zu geizig für die Hardcover war, habe ich mich stattdessen für die Hörbücher entschieden und es keine Sekunde bereut.Jedes der insgesamt vier Bücher der Neapolitanischen Saga konzentriert sich auf einen anderen Lebensabschnitt der beiden Frauen. Meine geniale Freundin thematisiert die Kindheit und die frühe Jugend der beiden Mädchen. Mit welchen Familien die beiden  als Kinder Kontakt haben und wie das Viertel insgesamt organisiert ist, wird dabei sehr ausführlich beschrieben. Ihr könnt euch auf eine Menge Namen gefasst machen, die gerade beim Hörbuch zunächst etwas verwirrend sind. Mit der Zeit taucht man allerdings immer tiefer in das dichte Beziehungsgeflecht ein und weiß, welcher Name welcher Person zugeordnet werden muss. Das Schöne dabei ist, dass man nicht nur Elena und Lila, sondern noch unheimlich viele gleichaltrige Charaktere beim Erwachsenwerden begleitet. Alle Figuren, gleichwohl die Erwachsenen, weisen darüber hinaus einen sehr detaillierten Hintergrund auf, der fortwährend in die Geschichte mit einfließt und während die Kinder immer älter werden, verändern sich auch die Erwachsenen. Gerade diese Dynamik fesselt einen.Im Zentrum der Handlung steht jedoch ganz klar Lilas und Elenas Freundschaft. Elena erzählt die Geschichte und mit ihr zusammen trifft man das erste Mal auf die unbeugsame Lila. Von Beginn an konkurrieren die beiden Mädchen miteinander, egal, ob es in ihren jungen Jahren um schulische Leistungen oder später um Jungs und den Freundeskreis geht. Elena, die sorgsam und zurückhaltend ist, fühlt sich von Lila stetig unter Druck gesetzt, gleichzeitig stacheln die Auseinandersetzungen sie immer wieder an, sich selbst zu übertrumpfen. Die Direktheit, mit der die Autorin diese komplizierte Beziehung der beiden beschreibt, die sich sowohl aus Neid und Missgunst als auch aus Sympathie und Treue speist, hat in mir unzählige Emotionen geweckt. Ich war traurig und wütend, habe gelacht und fassungslos den Kopf geschüttelt. Eine solche Freundschaft ist mir in noch keinem Buch begegnet und ich habe auch abseits des Hörbuchs viel über die Mädchen nachgedacht.Sehr intensiv ist außerdem die Beschreibung des Umfelds der Italienerinnen. Gewalt ist keine Seltenheit, die Frauen und Kinder werden von den Männern dominiert, Nachbarschaftsstreitereien enden mit Mord und wer sich nicht wehren kann, wird verprügelt. Elena und Lila stammen aus ärmlichen Verhältnissen und sind somit regelmäßig dieser Grobheit ausgesetzt. Gleichaltrige bedrohen sie und ihre Eltern sähen es lieber, wenn sie statt in die Schule zu gehen, im Laden oder dem Haushalt helfen würden. Aber nicht nur die gesellschaftlichen Problematiken werden thematisiert, auch Politik und Literatur nehmen viel Raum ein.Band zwei habe ich bereits zu hören angefangen und ich kann euch sagen, ich bin weiterhin sehr beeindruckt von Elena Ferrantes Art diese außergewöhnliche Geschichte zu erzählen. Eva Mattes liest auch einfach grandios und spricht die italienischen Namen so aus, dass man sich sofort von der Geschichte forttragen lässt. Wer sich also auf eine Handlung mit Tiefe und zwei konträre, nicht immer gefällige Charaktere einlassen möchte, die in ihrer Persönlichkeit heranreifen, dem sei diese Reihe wirklich ans Herz gelegt! 

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  • Leider zu langatmig

    Meine geniale Freundin
    tanteruebennase

    tanteruebennase

    22. February 2017 um 13:48

    Vielleicht liegt es am Hörbuch-Hören (obwohl ich Eva Mattes sehr gerne mag), vielleicht an der Erwartung, die ein so hochgelobtes Buch mit sich bringt: mich konnte die geniale Freundin leider nicht überzeugen. Zugegeben, Idee, Schauplatz und die beiden Freundinnen Lila und Elena kommen eigentlich gut an - aber ich habe doch vergebens auf den Aha-Moment gewartet, der mich in die Geschichte wirklich reingezogen hätte. Sehr viele Details und dafür sehr wenig Geschehen - der Funke konnte nicht überspringen. Für mich ist nach diesen 12 Stunden gehörter Ferrante leider Schluss mit der neapolitanischen Saga.

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  • Beginn einer lebenslangen Freundschaft

    Meine geniale Freundin
    black_horse

    black_horse

    17. February 2017 um 16:31

    Neapel in den 1950er Jahren. Die Mädchen Elena und Lila wachsen in einer ärmlichen Gegend auf. Beides sind kluge, clevere Mädchen, wissbegierig und lebensfroh, trotz teilweise schwieriger Umstände. Elena, die Tochter eines Pförtners geht nach der Grundschule weiter auf die Mittelschule. Lila, die aus einer Schuhmacherfamilie kommt, hört mit der Schule auf und hilft Vater und Bruder im Familienunternehmen. Während Elena mit exzellenten Leistungen über die Bildung ihren Weg in ein besseres Leben sucht, will Lila das Geschäft ankurbeln und verliebt sich in einen reichen Mann. Nebenher erzählt die Autorin noch viele kleine Geschichten rund um die beiden Mädchen, die Schule, die Freunde, das Viertel, Arm und Reich, Verliebtsein ... So vergeht die Zeit des Hörbuchs wie im Fluge. Das Hörbuch ist sehr angenehm gelesen und die Geschichte so formuliert, dass man ihr problemlos folgen kann. Dieses Buch ist ein Gesellschaftsporträt über das Leben der einfachen Leute am Rande der italienischen Gesellschaft. Über die Träume und Hoffnungen einer Generation, die es besser haben wollte, als ihre Eltern. Auch wenn das Buch nicht "spannend" ist, so konnte ich doch gut mit Elena mitfühlen und mich durch die Erzählung in ihre Welt hineinversetzen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit den Beiden weitergehen wird und freue mich auf den nächsten Teil.

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  • Eine geniale Geschichte

    Meine geniale Freundin
    monerl

    monerl

    19. January 2017 um 15:35

    Das Buch ist in aller Munde, wirklich in ALLER Munde! Nicht immer verheißt das etwas Gutes und deshalb wollte ich eigentlich noch ein bisschen warten, um zu sehen, ob die Geschichte etwas für mich ist. Es klingt seltsam, doch dass #FerranteFever hatte mich dann so unkontrolliert erfasst, dass ich mich gar nicht erwehren konnte. Und ich habe es nicht bereut! Die ungekürzte Lesung landete auf meine Ohren und in mein Herz. Lila, ist verschwunden. Sie hatte es einige Male angekündigt und nun im alter von 66 Jahren umgesetzt. Elena erinnert sich daran, dass Lila sich auslöschen wollte. Ist es ihr jetzt doch endlich gelungen? Ich folge gespannt der erwachsenen Elena, der fiktiven Ich-Erzählerin, in die Vergangenheit und lerne den Rione und das Italien der fünziger Jahre kennen. Wer "Maria, ihm schmeckt´s nicht" von Jan Weiler gelesen oder gehört hat, hat bereits eine (wage) Vorstellung davon, wie sich "italienisches Sippenflair" anfühlt und dass sich Italien und Italiener in vielen Punkten deutlich von uns Deutschen unterscheiden. Alleine schon, wie oft und wie sehr im Buch die reine italienische Sprache, den verschiedenen italienischen Dialekten gegenüber, hervorgehoben und erwähnt wird, mag dem einen oder anderen Leser / Hörer etwas ungewöhnlich erscheinen. Aber es ist auch heute noch so, dass sehr gebildete Menschen und die, die etwas auf sich halten und Karriere machen wollen, unbedingt italienisch (am besten) akzent- und dialektfrei sprechen müssen. Dies wurde mir viele Jahre von italienischen Freunden immer und immer wieder gesagt, erklärt und anhand von Beispielen gezeigt, dass ich es heute absolut verinnerlicht habe.  Jahrelange Urlaube in Italien und Gespräche mit italienischen Freunden bestätigen und zeichnen genau das Bild, das auch Elena Ferrante in ihrer Neapolitanischen Saga beschreibt: Mädchen sehen sich als Rivalinnen, sie kämpfen um das Ansehen untereinander, um den schönsten Jungen, um den besten Ehemann, um die angesehendste Familie, um die Vorherrschaft der eigenen oder eingeheirateten Sippe... Das Mädchen- und Frauenbild, das Elena Ferrante zeichnet ist leider nicht überspitzt. Auch gibt es vielerorts heute noch für viele Mädchen und Frauen keinen anderen (Lebens)Weg als den einer Ehefrau und Mutter. Sie freuen sich auf das Wochenende, machen sich schick für den Lauf entlag des Corsos. Ein Stolzieren, das Sehen und Gesehenwerden, das Präsentieren und Abchecken von potenziellen Bräuten und Bräutigamen ist fast schon eine olympische Disziplin. Und genau mittendrin in diesem Gefüge leben die beiden Mädchen Elena und Lila und werden irgendwann zufällig Freundinnen. Doch beide verbindet nicht die klassische Freundschaft. Eigentlich gibt die unbeugsame, unwillige, vorlaute, sich in Szene setzende, unwirsche und dominante Lila den Ton an und Elena versucht permanent ihr das Wasser zu reichen und bestenfalls, sie zu übertrumpfen. Einen Trumpf hat sie: Elenas Vater ist Pförtner in der großen Stadt, Lilas Vater nur ein kleiner Schuster im Rione, einem ärmlichen Vorstadtviertel von Neapel, wo beide Familien wohnen. Beide Mädchen träumen von einer besseren und schöneren Zukunft, von ihrer Unabhängigkeit und von Reichtum. Sie wollen gemeinsam ein Buch schreiben, reich und berühmt werden. Aber auch da muss Elena feststellen, dass Lila die Gesegnete von beiden ist. Sie hat eine Art zu schreiben und sich auszudrücken, an die sie, Elena, nicht herankommt, obwohl nur sie das Privileg erhalten hat an eine weiterführende Schule gehen zu können. Lila muss im Rione bleiben und ihrer Mutter im Haushalt helfen. Äußere Umstände trennen und verbinden die Mädchen immer und immer wieder. Mal sind sie unzertrennlich, mal sehen sie sich lange Zeit nicht und wechseln kein Wort. In diesen Phasen der "Trennung" scheint aber immer nur Elena unter der Situation zu leiden, da sie sich immer über Lila, Lilas Wesen, Denken und Handeln definiert anstatt ganz eigenständig ihren Weg zu suchen, um Erwachsen zu werden. Diese "Abhängigkeit" hat in mir öfters den Wunsch hervorgebracht, Elena zu schütteln und ihr einen eigenen Weg zeigen zu wollen. War mir anfänglich Elena lieber, schwenkte meine Sympathie in Laufe der Geschichte aber zu Lila. Immer wieder bewunderte ich die Autorin für ihr Fingerspitzengefühl beim Erzählen und Formen der Charaktere. Die Hauptprotagonistinnen und auch alle Nebenfiguren sind so hervorragend beschrieben und bildlich stark, dass es eine Wonne war, ihnen zu folgen und sie beim Erwachsenwerden zu begleiten. Auch die erste Liebe findet ihren Weg in die Geschichte und damit der Kampf der Geschlechter. Das Bild des Mannes der fünfziger Jahre ist kein wirklich schönes. Ehemänner schlagen ihre Ehefrauen und Töchter, natürlich nur aus Liebe. Männer betrügen, Brüder bevormunden, Verlobte fordern, und immer scheint es, als hätten die Frauen wenig bis kaum etwas zu sagen und zu entscheiden. Kriminalität und Korruption sind an der Tagesordnung. Ja, es ist eine epische Erzählung. Sie ist sehr detailreich und intensiv. Doch gelingt es Ferrante ganz langsam eine Spannung zu erzeugen, die den Leser und Hörer immer weiter in die Geschichte treibt. Viele Fragen kommen auf: Wie werden sich die beiden Mädchen entwickeln? Welchen Weg werden sie einschlagen? Wen werden sie heiraten? Werden sie sich aus ihren Zwängen befreien? Werden sie ihre Träume verwirklichen? Wird ihre Freundschaft ein Leben lang halten? Und letztendlich treibt einen die Antwort auf die eigeleitete Frage voran: Was ist mit Lila passiert? Eine geniale Geschichte, die als Hörbuch ganz genial funktioniert! Eva Mattes bringt reinen Hörgenuss. Mein Ohr hing an ihren Lippen. Und nun möchte ich mehr! Auf zu Teil 2, zur Geschichte eines neuen Namens..._____________________________________________________________________________________https://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2017/01/buchvorstellung-meine-geniale-freundin.html

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    • 2
  • "Meine geniale Freundin" von Elena Ferrante

    Meine geniale Freundin
    halloundaufwiedersehen_

    halloundaufwiedersehen_

    07. January 2017 um 11:20

    Zugegeben, zunächst konnte ich mit „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante so gar nichts anfangen. Die vielen Charaktere und deren ähnlich klingenden Namen verwirrten mich endlos und die Geschichte gefiel mir nicht. Ein weltweiter Bestseller, ein im Internet gehyptes Phänomen, das #FerranteFever, viele Freunde und Buchblogger, die fast alle Begeisterung zeigten und ich fand es blöd? Gründe genug, um einen Zweitversuch zu starten. Ich entschied mich also für die Hörbuchfassung aus dem Hörverlag, gelesen von Eva Mattes – und siehe da, das #FerranteFever infizierte nun auch mich. Die ruhige, aber dennoch ausdrucksstarke, an den richtigen Stellen lauter werdende und die Tonart anpassende Stimme der erfahrenen Schauspielerin konnte mich vollends ins Neapel der fünfziger Jahre beamen und mitten hinein in die Geschichte von Lina, Elena und all den anderen Bewohnern des Riones. Aber worum genau geht es nun in der vierteiligen, über alle Kontinente gefeierten Saga? Elena (die fiktive Ich-Erzählerin des Werkes) und Lina (auch Lila genannt) sind von klein auf beste Freundinnen, sie haben so ziemlich alles miteinander erlebt und durchgemacht, was man als Freundinnen, aufgewachsen im Rione, einem ärmlichen Viertel Neapels der fünfziger Jahre, so erlebt. Gewalt, Unterdrückung, Neid, Missgunst, familiäre Streitigkeiten, Armut, Dreck, Schmutz und Elend. Sie träumen davon, es einmal besser zu haben. Ein gesichertes Leben voll Liebe, Zuversicht, Anerkennung, Freude und Reichtum. Dabei sind beide Mädchen von grundauf verschieden. Lina, als die aufbrausende Tochter eines Schusters und Elena, als die eher zurückhaltende Tochter eines Pförtners, beide nach Bildung strebend, beide sich gegenseitig überbieten wollend. Das Leben im Rione macht aus den Freundinnen rivalisierende Kämpferinnen und führt sie dann wieder zusammen. Immer und immer wieder. Von der Jugend, über das Erwachsenenalter bis in die heutige Zeit, in der Lina plötzlich verschwunden ist und die Geschichte um „Meine geniale Freundin“ startet. Warum verschwindet Lina plötzlich? Was ist passiert? Gibt es Gründe aus ihrer Vergangenheit, die zu ihrem Verschwinden führen? Elena nimmt sich dieser Fragen an und erzählt. Erzählt die Geschichte von ihnen beiden, in einer Welt, in der sie sich nicht nur gegenüber strenger Regeln, alten Ordnungen und brutalen Männern behaupten müssen. Hauptsächlich dominiert wird die Tetralogie einerseits durch die Freundschaft zwischen Lina und Elena, die permanent zwischen Harmonie und Rivalität schwankt, sowie des Phänomens des „bösen Mannes“. Lina und Elena treffen immer wieder auf Männer, die betrügen, die schlagen, die lügen, (ihre) Frauen und Töchter schlecht behandeln, die sozusagen dem gängigen, stereotypen Bild eines „starken Mannes“ (nicht nur, aber auch) in den fünfziger Jahren entsprechen. Denn: Ein netter Mann gilt als verweichlicht, als ein, wie man ihn heute bezeichnen würde, Pantoffelheld. Die Freundinnen müssen sich der harten Realität stellen, dass Frauen in den Augen der meisten Männer wenig(er) wert sind und daher umso härter um Anerkennung kämpfen müssen. Beide, Lina und Elena, sind sture, unnachgiebige Mädchen, die zu sturen und unnachgiebigen Frauen heranwachsen, aber sie müssen auch einstecken. Von Vätern, von Vätern ihrer Freunde, von ihren Freunden, von Brüdern und Verlobten und späteren Ehemännern. Das Leben im Neapel der fünfziger Jahre ist also, nicht nur für Lina und Elena, alles andere als leicht. Als Leser folgt man dieser Geschichte teils erstaunt, teils bedrückt, teils fassungslos, aber immer gespannt auf das, was da noch kommt. Ich habe mich selbst dabei ertappt, wie ich immer mal wieder eine der Personen, besonders Elena, anbrüllen oder ihr Ratschläge geben wollte, manchmal schüttelte ich auch einfach nur den Kopf angesichts der vielen Dinge, die Elena macht und die man ihr ausreden möchte. Das ist das Schöne an dieser Form der Ich-Erzählung. Man kann die Protagonistin bis ins kleinste Detail verstehen, man kann und muss ihre Handlungen nicht nachvollziehen können, aber man kann sich einfühlen und das macht enorm viel Spaß, denn dann ist man wirklich angekommen. Angekommen in der Geschichte von Lina und Elena im Neapel der Fünfziger. Ich bin jetzt schon ganz gespannt, wie es in „Die Geschichte eines neuen Namens“ weitergeht und kann die Fortsetzung kaum erwarten.

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    Ihr liebt das gesprochene Wort genauso wie das geschriebene? Und Hörbücher und Hörspiele gehören in euer Bücherregal genauso wie das gedruckte Buch? Dann seid ihr bei der LovelyBooks Hörbuch Challenge 2016 genau richtig.  Ziel der Challenge ist, das wir in diesem Jahr 15 Hörbücher/ Hörspiele hören und rezensieren. Ablauf:  1. Melde dich mit einem Sammelbeitrag zu Challenge an. Ich werde unter diesem Text eine Teilnehmerliste anlegen mit allen Teilnehmern und diese mit Eurem Sammelbeitrag verlinken. 2. Zwischen dem 06.01. und 31.12.2016 hörst zu 15 Hörbücher/Hörspiele mit einer Mindestlänge von 3 Stunden, egal aus welchem Genre oder wann erschienen. 3. Wenn du nun ein Hörbuch/Hörspiel gehört und auf LovelyBooks rezensiert hast, schreibe den Link zur Rezension hier in einem Kommentar. Es werden nur rezensierte Hörbücher und Hörspiele gezählt, deren Rezension auf LovelyBooks erschienen sind. Drei Rezensionen dürfen durch Kurzmeinungen ersetzt werden! 4. Die Unterkategorien dienen dem Austausch untereinander - Du darfst natürlich frei wählen, was Du hören möchtest! 5. Trage den Link zu Deinen Rezensionen auch in Deinen Sammelbeitrag ein. 6. Unter allen TeilnehmerInnen, die die Vorgaben erfüllt haben, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost! Ihr könnt jederzeit einsteigen und mitmachen oder euch wieder abmelden. Denn die Challenge soll vor allen Dingen eins machen: Spaß! Habt Ihr noch Fragen? Dann meldet euch! Ansonsten freue ich mich auf viele Anmeldungen. Falls Eure Links nicht funktionieren sollten, bitte melden!! Teilnehmerliste: AntekAscari0ban-aislingeachblack_horseBücherwurmBuchgespenstbuchjunkie Buchraettin ChrischiDDanni89danielamariaursulaFantworldgemischtetueteglueckGruenenteGinevraIrveJashrinKleine1984KrimielseKuhni77lenikslenisvealesebiene27Lesestunde_mit_MarieLetannalisamLuilineMelEMsChiliMissStrawberrymonerlNele75pardenPucki60robbertaSmilla507StarletStoneheavenTamileinThaliomeeWaylandWedma

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    MelE

    20. October 2016 um 06:08

    "Meine geniale Freundin" ist der erste Teil einer Reihe, der mich mitnahm in die Kindheit und frühe Jugend der Protagonisten Lila und Elena. Ich bin dankbar, das ich in einer Zeit lebe, in der Frauen mehr Rechte zustehen und ich als Frau anerkannt leben darf. Unterordnung und Gewalt wird deutlich und hat mich manches Mal wirklich wütend werden lassen. Das Recht auf Bildung für Frauen ist eher eine Seltenheit. Stattdessen wird Frauen der Mund verboten und sie müssen sich innerhalb ihrer Familie anpassen. Wie kann man dieses aushalten?Die Unterschiede von Lila und Elena werden schnell deutlich. Es wird auch schnell klar, das Elena und Lila zwar Freundinnen sind, aber auch ein leichter Konkurrenkampf vorhanden ist. Während Elena weiterhin die Schule besuchen darf, muss Lila in der Familienschusterei mitarbeiten. Sie entwirft ein paar Schuhe, das immer wieder Hauptthema ist. Es ist anmaßend, das eine Frau über das Geschick und Talent verfügt ein paar Schuhe herzustellen, die nicht nur praktisch sind, sondern auch ins Auge stechen. Leider wird bis zum Ende des Hörbuchs nicht deutlich, warum Lila verschwunden ist. Konnte sie das eintönige Leben in ihrem Dorf nicht ertragen? Das Anpassen und die Unterdrückung? Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein und für Frauen ist definitiv keine Weiterentwicklung möglich.In mehr als 11 Stunden lauschte ich dieser ganz besonderen Freundschaft und bekomme ein recht genaues Bild über die Eintönigkeit in Lilas Leben. Sie ist aufsässig und ohne Furcht. Sie geht ihren Weg der gepflastert ist durch Lieblosigkeit und Gewalt. Ein Leben in einer Welt, in der Frauen wenig zu sagen haben und dem folgen, was das Familienoberhaupt bestimmt. Selten tritt Lilas Mutter für sie ein. Ich kann die innere Rebellion deutlich spüren und es Lila auch nicht verdenken eigene Ziele und Wünsche zu entwickeln. Ich vermute darin ihre Flucht, aber ich lasse mich auch gerne überraschen. Die Story ist hochkarätig und konnte mich sehr begeistern, dennoch muss ich eingestehen, das es mir vielleicht doch mehr gefallen hätte, das Buch selbst zu lesen. Die Stimme von Eva Matthes klingt oft emotionslos und getragen, was manchmal dem Hörfluss etwas einschränkte. Natürlich liegt es auch an der Geschichte die vorgetragen wurde, dennoch gab es auch Elemente, die ein klein wenig mehr Power in der Stimme benötigt hätten. Mein Interesse ließ manchmal ein klein wenig nach und ich schweifte ab, daher benötigte ich hin und wieder einige kleine Pausen, um mich wieder auf das Hörbuch konzentrieren zu können. Da es sich hier nur um einen Ausschnitt der Kindheit und frühen Jugend von Elena und Lila handelt passiert zwar schon sehr viel, verdeutlicht aber noch nicht, warum Lila auszubrechen droht aus dem ihr vorbestimmten Leben an der Seite eines Mannes, der ihr ein bequemes Leben bieten kann. Wird ihr das nicht genügen?Gerne möchte ich eine Hörempfehlung aussprechen, obwohl die Story ein paar wenige Längen aufweisen konnte, ist es doch eine Lebensgeschichte, die der Zeit in der sie spielt angemessen ist. Mir fehlte mitunter die Lebensfreude der Italiener. Aus dieser Sicht betrachtet bietet "Meine geniale Freundin" wenig Freude oder Schönheit.  Geboten bekam ich Unzufriedenheit, Alkoholmissbrauch, Gewalt und Unterdrückung von Frauen. Interessant auf der einen Seite, abstoßend auf der anderen Seite. Trotz allem Unmut meinerseits sehr authentisch geschrieben und interessant in ein anderes Zeitgeschehen einzutauchen.★★★★

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  • Eine neapolitanische Kindheit - voller Gewalt und Gefühl

    Meine geniale Freundin
    Ginevra

    Ginevra

    28. September 2016 um 19:25

    Die Freundschaft zwischen den beiden kleinen Mädchen Lila und Elena beginnt mit einem Abenteuer: die mutigere Lina überredet Elena dazu, den furchteinflössenden, legendenumwobenen Nachbarn Don Achille aufzusuchen. Doch der Nervenkitzel endet im Fiasko: die heißgeliebten Puppen werden von Don Achille einkassiert. Wenige Tage später jedoch erleben die Mädchen eine Überraschung: der alte Herr, dem einige Verbindungen zur Mafia nachgesagt werden, gibt ihnen die Puppen zurück. Lila und Elena wachsen in einem ständigen Spannungsfeld der miteinander verstrickten Familien des Stadtteils Rione auf. Fast alle leben in Armut, der Bildungsstand ist niedrig, so kommt es nicht selten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Mädchen entwickeln sich völlig unterschiedlich, aber bleiben über Jahrzehnte hinweg Freundinnen. Viele Geschichten und Anekdoten zeigen die subtile und alltägliche Verstrickung der Einwohner mit der Mafia. Armut führt zu Gewalt - ob in den Familien, auf den Strassen oder gegenüber den Wohlhabenden, die ihre (meist illegal erworbenen) Besitztümer ebenfalls nicht grade zimperlich verteidigen. Nicht Fleiss und Intelligenz führt zu Reichtum, sondern Verbrechen und Bauernschläue, sich zur richtigen Zeit mit den passenden Menschen "anfreunden", usw. . Lila und Elena wechseln sich darin ab, sich diesen Gesetzen zu beugen oder zu widersetzen - jede auf ihre Weise. Elena Ferrante, die bereits vor Erscheinen dieses Romans zu einer lebenden Legende hochstilisiert wurde, lebt incognito. Experten vermuten eine bekannte italienische Journalistin hinter dem Pseudonym - diese verleugnet es jedoch hartnäckig... Ich habe versucht, dieses Buch ohne Vorurteile auf mich wirken zu lassen - in der Hörbuchversion, gelesen von Schauspielerin Eva Matthes. Mir persönlich hat die bewegte Geschichte der beiden Mädchen aus einer der ärmsten Gegenden Neapels sehr gut gefallen, wobei ich diesen extremen "Hype" nicht ganz nachvollziehen kann. In vielen kleinen Anekdoten wird das Leben in den 1950/60ern deutlich: die ungleichen Chancen zwischen armen und reichen Kindern, der Kampf um die Vorherrschaft im Viertel, die pubertären Eifersüchteleien, aber auch die Solidarität und Zuneigung zwischen einzelnen Personen, allen voran Lila und Elena. Ich würde diesen Roman als gehobene Unterhaltung einstufen. Das Hörbuch wird sehr schön von Eva Matthes vorgetragen, mit dem richtigen Maß an Emotionen. Fazit: auch mich hat das Ferrante-Fieber für drei Tage voll erwischt - 5 Sterne und eine Leseempfehlung! Ich freue mich schon auf die nächste Folge und bin gespannt, wie es mit den Cerullos, den Grecos und den Sarratores weitergeht...

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  • Eva Mattes macht das Buch zu einem wahren Hörerlebnis

    Meine geniale Freundin
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    15. September 2016 um 13:39

    „Meine geniale Freundin“ ist der erste Band einer vierteiligen Romanreihe, die die unter dem Pseudonym Elena Ferrante schreibende italienische Schriftstellerin in den Jahren 2011 ff. unter dem Titel „Neapolitanische Saga“ veröffentlicht hat, und die der Suhrkamp Verlag, der sich die Rechte an dieser Tetralogie gesichert hat, nun in schneller Folge veröffentlicht. Die Bände 2-4 sind alle für das Jahr 2017 angekündigt.Elena erzählt in diesem Werk ihr Leben. Im ersten hier vorliegenden Band geht es um ihre Kindheit und die frühe Jugend und ihre außerordentliche Freundschaft mit Lila, der Tochter eines kleinen Schusters. Beide wohnen in einem armen Stadtteil Neapels, aus dem sie die ersten zehn Jahre ihres Lebens nicht herauskommen.Elena beschreibt das Auf und Ab einer sehr ungewöhnliche Freundschaft zwischen zwei Mädchen, das von ihrer Seite jedenfalls durchgängig geprägt ist von einer Konkurrenz, für die sich Elena oft schämt, aus der sich aber nicht entrinnen kann.  Immer wieder glaubt sie, sich selbst und ihre Freundin zu kennen, genau einschätzen zu können, wie sich ihr Verhältnis gestaltet, und ist dann doch immer wieder überrascht, über die Jahre permanent Neues zu entdecken.Der Roman ist nicht nur eine absolut lesenswerte und spannende Kulturgeschichte  und ein Sittenbild des armen Neapels nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern führt auch in der frühen Lebensgeschichte Elenas, die in den folgenden Bänden  fortgesetzt wird, schon den Einfluss der Camorra ein, die auf das Leben ihrer Freundin Lila bald einen wichtigen Einfluss haben wird.Sechs Jahrzehnte werden Elena und Lila Freundinnen bleiben, bis die eine spurlos verschwindet (dies wird in einem Prolog beschrieben) und die andere daraufhin beginnt, auf alles Gemeinsame zurückzublicken, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.Das Buch und die ganze Reihe ist von der Literaturkritik gelobt worden, wie ich finde zu Recht. Ich halte es für ein mit großer Kraft geschriebenes Meisterwerk über die große Macht und Kraft einer lebenslangen Freundschaft. Ich war atemlos begeistert von diesem auch sprachlich anspruchsvollen Buch und kann es kaum erwarten im Februar 2017 den zweiten Band in Händen zu halten.Der vollständigen Lesung mit einer Gesamtlaufzeit von fast 12 Stunden, die die Schauspielerin Eva Matts für den Hörverlag eingespielt hat, gelingt es hervorragend, das in Dickens`scher Dichte beschriebene Neapel der fünfziger Jahre ebenso lebendig zu machen wie einer unvergleichlichen Freundschaft mit ihrer Stimme Charakter zu verleihen.Eva Mattes macht das Buch zu einem wahren Hörerlebnis.

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