Elena Losian Eisprinz und Herzbube

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Inhaltsangabe zu „Eisprinz und Herzbube“ von Elena Losian

Es gibt drei Dinge, von denen Emilio überzeugt ist. Erstens: Der Lebensgefährte seines Vaters ist ein Sadist und Meister darin, ihn zum Explodieren zu bringen. Zweitens: Die Schule und ganz besonders seine Mitschüler sind einfach mal total für den Arsch. Und drittens: Der schwule Schulsprecher Nicholas ist der arroganteste Kerl unter der Sonne. Emilios ohnehin nicht allzu langer Geduldsfaden wird ein bisschen zu heftig strapaziert, als er durch ein Missverständnis mit Nicholas aneinandergerät – und ein ungewollter Kuss alles verändert ...

Die Polygon Noir Edition startete 2014 im MAIN Verlag und bietet in Zukunft ein kleines, aber erlesenes Programm, das von Casandra Krammer betreut wird. Sie richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene und ist auf Veröffentlichungen im Gay-Genre mit Schwerpunkt auf Romanzen und Erotik spezialisiert. Unsere Bücher haben es zum Ziel, zu unterhalten und im Herzen zu berühren.

Achtung: Nichts für Homophobiker, ebensowenig ungeeignet für alle, die mit Themen wie Coming-Out und erste Liebe nichts anzufangen wissen. Vorsicht: Dieses Buch hat ein Happy-End!

Zum Niederknien

— MrExlibris

Ich habe gelitten und gelacht - aber vor allem habe ich es geliebt :)

— esprite_surveille

Eine bezaubernde Liebesgeschichte zwischen zwei liebenswerten Jungen. Ein wundervolles Buch für jung und alt.

— RicardoEff

Lebendig und mitreißend trotz leichter Schwächen.

— Pulsblau

Ein grossartig geschriebener Roman über die Liebe zwischen Jungs und die Probleme, die daraus entstehen können...

— MissRose1989

Ein süßer Roman über die Akzeptanz der eigenen Orientierung nicht nur gegenüber der Gesellschaft, sondern gerade vor sich selbst

— Tintenglut

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Leasbookworld

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  • Bezaubernd und einfach wunderschön

    Eisprinz und Herzbube

    RicardoEff

    09. September 2016 um 13:35

    Emilio, oder kurz Milo, ist ein 15-jähriger Junge, der mit zwei Vätern aufwächst. Julian ist sein leiblicher vater und Phil sein Ziehvater. Beide liebt Emilio sehr, besonders Phil, der ein sehr lieber Mensch ist und dem sehr viel an Milo liegt. Dieser ist sehr offen und sagt, was er denkt, und dies bringt Milo des Öfteren in peinliche Situationen. Milo befindet sich mitten in der Pubertät und versucht, sich selbst zu finden. Er ist zu Beginn ein eher aufbrausender Charakter, aber man versteht seine Beweggründe und schließt ihn schnell ins Herz. Er mag Mädchen, wird jedoch wegen seiner beiden Väter immer wieder gehänselt. So hat er oft Angst vor Anfeindungen sowie Vorurteilen und macht immer wieder klar, dass er nicht schwul ist und seine Freundin Sophie hat. Nicholas, ein gut zwei Jahre älterer Mitschüler, ist Schulsprecher und offen schwul. Mit diesem gerät Emilio regelmäßig aneinander. Milo hält Nick für einen arroganten Schnösel. Doch Nick verhält sich Milo gegenüber deshalb so, weil er nichts über seinen Hintergrund weiß und ihn für homophob hält. Als sie sich in der Umkleidekabine vor dem Fussballtraining wieder einmal zoffen, verpasst Nick Milo einen unfreiwilligen Kuss. Und dieser stürzt Milo in ein wahres Gefühlschaos, da Milo sich seiner Orientierung plötzlich nicht mehr sicher ist. Auch Nick macht dieser Kuss zu schaffen. Denn obwohl er Milo bisher nicht ausstehen konnte, er viel zu jung für ihn und eher nicht sein Typ ist, spürt er plötzlich ein bisher ungekanntes kribbeln im Bauch. Nach einem unschönen Vorfall, an dem sich Nick die Schuld gibt, entstehenden eine zunächst zaghafte Freundschaft zwischen den beiden. Doch je mehr sie sich kennenlernen, wird diese immer tiefer. Nick mimt in der schule den smarten und perfekten Jungen, der wegen seines guten Aussehens von vielen begehren wird und an der Schule daher auch beliebt ist. Er ist selbstbewusst und lässt sich nichts gefallen, da er sich so am Besten gegen Ressentiments wehren kann. Dabei hat er es zu Hause alles andere als einfach. Seit einem Unfall, bei dem seine jüngere Schwester starb, muss er sich allein um den Haushalt und seine kranke Mutter kümmern. Er trägt schon sehr lange zu viel Verantwortung und leidet darunter, doch er sieht keine Möglichkeit, sich daraus zu befreien. Dieses Thema wurde im Roman gut behandelt, ohne zuviel Raum einzunehmen. Auch Milos Freundschaft zu Etienne spielt eine große Rolle in der Geschichte. Etienne steht Milo immer mit Rat und Tat zur Seite, er ist ein wirklich bester Freund, wie man sich ihn nur wünschen kann. Neben der Liebesgeschichte handelt der Roman auch vom Aufwachsen als Kind schwuler Eltern und von Milos Gefühlen gegenüber seiner nach Jahren wieder auftauchenden Mutter. Alle Charaktere sind unglaublich einfühlsam und authentisch dagestellt. Insbesondere Milos Identitätskrise und Ängste waren für mich sehr gut nachvollziehbar. Seine Ängste etwas falsch zu machen oder das ständige hinterfragen seiner und anderer Gefühle und Handlungen kenne ich aus eigener Erfahrung. Sein Bemühen "normal" zu sein und bloß nicht für schwul gehalten zu werden. Wie er versucht mit den plötzlich aufkeimenden Gefühlen umzugehen und sie dann doch zuzulassen, als er merkt dass es hier um ihn geht und er nur so glücklich werden kann. Aber auch wie überfordert er ist, als zu allem Überfluss auch noch seine Familie auseinander zu brechen droht. Elena Losian hat einen unglaublich angenehmen und flüssigen Schreibstil, der einen mitnimmt und zugleich berührt. Ich konnte daher das Buch kaum aus der Hand legen. Die Geschichte der beiden Jungs ist spannend, denn sie müssen einiges durchmachen, was mit ihrem Umfeld zusammenhängt. Und langsam verändern Emilio auch Nicholas sich durch ihre immer engere Freundschaft. Auf einmal ist nämlich ein vertrauter Mensch da, der einen sieht und sogar versteht. Jemand, der zu einem hält, ganz gleich, was passiert. So habe ich beide auch sehr ins Herz geschlossen. Die Geschichte wird wechselnd von Emilio und Nicholas erzählt. Und so erfährt man auch, was sonst um sie beide herum passiert. Es geht dabei nicht nur um die beiden, sondern genauso um Etienne, um Julian und Phil. Diese Handlungsstränge hat Elena Losian geschickt mit einander verflochten. Dadurch habe ich nicht nur mit den beiden Hauptdarstellern, sondern auch mit allen Anderen mitgefiebert und gehofft, dass am Ende alles gut wird. Insgesamt ist so eine bezaubernde Liebesgeschichte zwischen zwei liebenswerten Jungen entstanden, die aber auch die Geschichten über das Aufwachsen mit schwulen Eltern, einer tiefen Freundschaft, die eigene Identitätsfindung, über Mobbing, über Verantwortung und über das Treffen eigener Entscheidungen erzählt. All dies findet man in diesem wundervolles Buch für jung und alt. Es ist daher absolut empfehlenswert und bekommt von mir 5 Sterne.

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  • <3 Wundervoll!

    Eisprinz und Herzbube

    Cookie02

    31. August 2016 um 14:48

    Dieses Buch ist eine Gay Romance und wird abwechselnd aus der Sicht von Milo und Nick erzählt.Emilio wächst mit zwei Vätern auf. Durch den Klappentext entstand bei mir der Eindruck, der Lebensgefährte seines Vaters, Phil, würde Milo schlecht behandeln oder gar misshandeln - dem ist aber nicht so. Phil ist ein sehr lieber Mensch, dem sehr viel an Milo liegt. Er ist jedoch auch sehr offen und sagt, was er denkt, und dies bringt Milo des Öfteren in peinliche Situationen.Milo befindet sich mitten in der Pubertät und versucht, sich selbst zu finden. Er ist zu Beginn eine kleine Zicke, doch man versteht seine Beweggründe und schließt ihn schnell ins Herz. Er mag Mädchen, ist aufgrund seiner familiären Situation aber gelegentlichen Anfeindungen und Vorurteilen ausgesetzt und versucht deshalb, sich so weit wie möglich von seinen Eltern abzugrenzen. Zu jeder Gelegenheit macht er deutlich, dass er nicht schwul ist und eine Freundin hat. Als er jedoch mit Nick, einem älteren Schüler, aneinander gerät - weil dieser nichts über seinen Hintergrund weiß und ihn für homophob hält -, kommt es zu einem unfreiwilligen Kuss. Und dieser stürzt Milo in ein wahres Gefühlschaos, da er sich seiner Orientierung plötzlich nicht mehr sicher ist. Auch Nick macht dieser Kuss zu schaffen. Denn obwohl er Milo bisher nicht ausstehen konnte, der Kleine viel zu jung für ihn ist und auch überhaupt nicht seinen Geschmack trifft, spürt er plötzlich etwas. Nach einem unschönen Vorfall, an dem sich Nick die Schuld gibt, entsteht eine zaghafte Freundschaft zwischen den beiden.Nick hat es im Leben ebenfalls nicht einfach gehabt, denn nach einem tragischen Unfall ist seine Familie emotional zerbrochen. Er muss sich allein um den Haushalt und auch weitesgehend um seine kranke Mutter kümmern. Er ist selbstbewusst und lässt sich nichts gefallen, da er schon früh gemerkt hat, dass er sich so am Besten gegen Homophobie wehren kann. An seiner Schule ist er sehr beliebt, doch über seine häuslichen Verhältnisse hüllt er sich in Schweigen. Er trägt schon sehr lange zu viel Verantwortung und leidet darunter, doch er sieht auch keine Möglichkeit, sich daraus zu befreien. Schön fand ich, dass auch dieses Thema ausreichend zur Sprache kam, ohne im Mittelpunkt zu stehen.Auch Milos Freundschaft zu Etienne spielt eine große Rolle in der Geschichte. Etienne steht Milo immer mit Rat und Tat zur Seite, er ist ein Freund, wie man sich ihn nur wünschen kann.Obwohl die Liebesgeschichte im Vordergrund steht, nimmt auch ein weiterer Aspekt in diesem Buch viel Raum ein: Wie es ist, als Kind homosexueller Eltern aufzuwachsen. Milos Gefühle bezüglich seiner Väter und seiner verschwundenen Mutter, die plötzlich wieder zum Thema wird, werden sehr authentisch dargestellt. Auch seine Identitätskrise und Ängste waren für mich sehr gut nachvollziehbar. Ich fand es sehr ergreifend zu sehen, wie sehr dieser Junge "normal" sein will; wie er versucht, mit den plötzlich aufkeimenden Gefühlen umzugehen und sie zuzulassen; und wie überfordert er ist, als zu allem Überfluss auch noch seine Familie droht, auseinander zu brechen.Fazit:Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Jungen, eine Geschichte darüber, wie es ist, als Kind homosexueller Eltern aufzuwachsen, eine Geschichte über Freundschaft, über Identitätsfindung, über Mobbing, über Verantwortung und über das Treffen eigener Entscheidungen - all das ist "Eisprinz und Herzbube". Ein wundervolles Buch. Absolut empfehlenswert. 5 Sterne.

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  • schöner Coming-of-Age Roman

    Eisprinz und Herzbube

    Koriko

    18. August 2016 um 12:23

    Story:Der 15-jährige Emilio hat seit jeher mit seinem explosiven Temperament zu kämpfen, was sein Leben in der Schule nicht sonderlich einfach macht. Da er zudem von zwei Männern großgezogen wird, hat er einen schweren Stand bei seinen Mitschülern – sie halten ihn für schwul, obwohl er eine Freundin hat und alles daran setzt, normal zu sein. Lediglich sein bester Freund Etienne hält in allen Punkten zu ihm, ebenso sein Ziehvater Phil, mit dem sich Emilio mit wachsender Begeisterung in den Haaren liegt. Richtig problematisch ist jedoch seine Hass-Beziehung zu dem 17-jährigen Nicholas, der offen schwul und trotzdem an der Schule sehr beliebt ist. Nick geht fest davon aus, dass Emilio homophob ist, was für eine Menge Zündstoff zwischen den beiden sorgt. Ihre Grabenkriege gipfeln irgendwann in einem zornigen Kuss in der Umkleidekabine, mit dem Nicholas unfreiwillig mehr in Gang setzt, als er gedacht hat. Plötzlich ist sich Emilio nämlich nicht mehr so sicher, dass er hetero ist und auch Nicholas‘ Gedanken drehen sich immer mehr um seinen ehemaligen Erzfeind …Eigene Meinung:„Eisprinz und Herzbube“ erschien bei der Polygon Noir Edition, dem Jugendbuch/All Age Label des Main Verlags und markiert sowohl die erste Veröffentlichung innerhalb des neuen Labels, als auch die der Autorin Elena Losian. Es handelt sich um eine typische Coming-of-Age Geschichte mit einer gelungenen Mischung aus Romantik, Familiendrama, Problembewältigung und jugendlichem Gefühlschaos.Die Geschichte um Emilio und Nicholas braucht ein wenig um in Fahrt zu kommen, doch je weiter man liest, umso mehr fesseln den Leser die jugendlichen Probleme der beiden Protagonisten, das chaotische Auf und Ab in ihrem Leben und ihre wachsenden Gefühle füreinander. Dabei geht Elena Losian nicht nur auf die Beziehung von Emilio und Nick ein, sondern beleuchtet auch das familiäre Umfeld der beiden und die die vielen Probleme, die sich daraus ergeben. Während Emilio mit den Vorurteilen zu kämpfen hat, die ihm wegen seiner beiden schwulen Väter entgegen gebracht wird, muss sich Nicholas um seine verwirrte Mutter kümmern, die nach dem Tod ihrer Tochter mental abgerutscht ist und intensive Betreuung braucht. Auch die Probleme von Etienne finden Beachtung und werden mit angeschnitten, ebenso erhält man über Phils Tagebücher einen Einblick in die Vergangenheit von Emilios Väter. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf Emilio, der sich im Laufe der Zeit auch mit seiner Mutter auseinandersetzen muss, die noch immer mit seinem Vater Julian in Kontakt steht. Die daraus resultierenden Probleme bringen sein gewohntes Umfeld ordentlich durcheinander und sorgen dafür, dass man liebend gern mehr über Phil und Julian erfahren möchte, da die beiden ungleichen Männer eine Menge Potenzial bieten.Ob es sich bei „Eisprinz und Herzbube“ um ein klassisches Jugendbuch handelt, muss jeder selbst beurteilen – mir persönlich ist es an einigen Stellen doch zu explizit, was die erotischen Szenen anbelangt, da diese für eine jugendliche Zielgruppe doch recht detailliert geschrieben sind. Sicher gibt es auch Jugendbücher, in denen Sex vorkommt, doch da werden solche Szenen eher kurz abgehandelt und ab einem gewissen Punkt ausgeblendet.Die Charaktere sind sehr sympathisch und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Allerdings ist Emilios Wandlung gegenüber Nick (von Hass zu Freundschaft) fast ein wenig zu schnell, denn es kommt einem so vor, als begraben sie ihren Zwist binnen weniger Stunden, nachdem sie sich ewig nicht ausstehen konnten. Ansonsten sind die Figuren gut gezeichnet – man versteht sowohl Emilio, als auch Nicholas, ebenso die vielen Nebencharaktere, die mal mehr, mal weniger wichtig sind. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten, was sie lebendig und authentisch macht. Während Emilio mit der Zeit erwachsen wird, müssen sich auch seine Väter ihren eigenen Dämonen stellen und mit ihrer Vergangenheit klarkommen. Nicholas‘ Probleme werden ebenfalls intensiv beleuchtet, was dem jungen Mann einen gewissen Tiefgang verleiht und dafür sorgt, dass der Leser automatisch mit ihm mitleidet.Stilistisch ist „Eisprinz und Herzbube“ gut geschrieben und kann durchaus unterhalten Elena Losian hat einen sehr angenehmen Stil, der ein wenig an Katja Kobers „Chaosprinz“ erinnert, wenngleich der vorliegende Roman nicht ganz so viel Situationskomik und Comedy zu bieten hat. Dennoch bietet das das Buch lockerleichte Unterhaltung, die man nicht so leicht aus der Hand legen kann. Die Autorin hat ein Händchen für ihre Figuren und deren Gefühle, ebenso für Dialoge und Beschreibungen.Fazit:„Eisprinz und Herzbube“ ist ein schöner Coming-of-Age Roman, der durch sympathische Charaktere, eine lockerleichte Geschichte und einen angenehmen Schreibstil besticht. Elena Losian legt ein lesenswertes Buch über jugendliche Probleme, Familiendramen und erste Liebe vor, das man gerne liest und das durchaus Lust auf mehr macht. Wer lockerleichte Sommerromane mag und Bücher wie „Chaosprinz“ liebt, dem wird auch „Eisprinz und Herzbube“ gefallen. Zu empfehlen.

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  • Liebevoll und mitreißend

    Eisprinz und Herzbube

    Pulsblau

    15. July 2016 um 14:07

    Emilio ist fünfzehn und ein Hitzkopf ohnegleichen. Nicholas ist siebzehn und wirkt nach außen wie ein formvollendeter Schnösel und Alleskönner. Durch Missverständnisse und Kommunikationsprobleme geraten die beiden immer wieder aneinander – dabei haben sie mehr gemeinsam, als sie ahnen.Der Roman »Eisprinz und Herzbube« von Elena Losian ist in der Polygon Noir Edition des MAIN Verlags erschienen und wird vom Verlag als Jugendbuch bezeichnet. Dazu, warum ich diese Einordnung nicht ganz teilen kann, komme ich später noch. Die Polygon Noir Edition insgesamt steht für »Gay Jugendbücher und New Adult«, und damit ist zumindest die Richtung schon mal passend, denn »Eisprinz und Herzbube« ist unter anderem auch ein Selbstfindungs- und Coming-out-Roman.Losians Hauptcharaktere Emilio und Nicholas haben mich verzaubert. Was auf den ersten Blick wie eine eher oberflächliche, süße Gay Romance wirkt (und »süße Gay Romance« trifft es auf jeden Fall), entpuppt sich nach und nach als hochsensibles Porträt zweier Jungen, die in mehr als nur komplizierten Verhältnissen leben.Achtung, leichte Spoiler:Emilios Mutter, im Teenageralter schwanger geworden, wollte ihr Kind nicht haben und hat sich kurz nach seiner Geburt aus dem Staub gemacht. Aufgewachsen ist Emilio deshalb bei seinem Vater Julian – und dessen Lebensgefährten Phil. Mit Unterstützung ihrer Familien haben die beiden selbst noch sehr jungen Männer den Kleinen behalten und großgezogen, doch um die Umstände seiner Zeugung in totaler Zugedröhntheit und die Ablehnung von Emilios Mutter leider immer ein großes Geheimnis gemacht. Sie haben es gut gemeint und waren selbst überfordert, Emilio machen die Heimlichkeiten aber spätestens zu dem Zeitpunkt schwer zu schaffen, als seine Mutter plötzlich beschließt, ihn kennenlernen zu wollen, und seine beiden Väter darüber unterschiedlicher Meinung sind und sich zerstreiten.Auch Nicholas’ Familie ist weit davon entfernt, heil zu sein. Seit dem Tod seiner kleinen Schwester hat seine Mutter schwerste psychische Probleme, die ihren Höhepunkt erreicht haben, als sie das Geschehene verdrängt und mehr und mehr aufhört, ihre Umwelt wahrzunehmen, ja sogar zum Teil ihren Sohn Nicholas gar nicht mehr wiedererkennt. Hier ist Losian so weise, der psychisch schwerkranken Frau keine namentlich erwähnte Diagnose aufzudrücken. Das Dunkel, das den genauen Verlauf der Erkrankung teils umgibt, macht sie glaubwürdig, während zu detaillierte Informationen womöglich für Risse gesorgt hätten. Nicholas in jedem Fall trägt eine Verantwortung, die zu schwer für sein Alter ist. Sein überforderter Vater stützt sich auf ihn, sein älterer Bruder ist ausgezogen, und Nicholas’ immerwährende Bemühungen, etwas zu leisten, sich zu beweisen, gesehen zu werden, bringen ihm zwar an der Schule Respekt und die Position als Schulsprecher ein, doch in seiner Familie ist er weiterhin nur derjenige, der übersehen wird, sich aber kümmern soll.Emilio und Nicholas prallen mehrfach aufeinander, weil sie gemeinsam im Fußball-Team der Schule sind, und geraten fast permanent in Streit. Emilio wurde, seit er denken kann, wegen seiner schwulen Eltern gehänselt und hat nahezu panische Angst davor, ebenfalls »schwul zu werden« – Nicholas dagegen ist bekennender Homosexueller und versteht Emilios merkwürdige Reaktionen auf ihn vollkommen falsch, während Emilio Nicholas als arroganten Angeber verkennt.Als die beiden sich einmal mehr zornentbrannt gegenüberstehen, kommt es zu einem überraschenden Kuss zwischen ihnen, der provokativ von Nicholas ausgeht. Ab diesem Zeitpunkt erleben beide eine Achterbahnfahrt der Gefühle, fassen aber in all dem Chaos dennoch zögerlich Vertrauen zueinander. Auch für ihre familiären Probleme scheinen sich Lösungen anzubahnen.All das klingt nach einem dichten, tiefgründigen Jugendbuch – und in Bezug auf diesen Handlungsstrang und die jugendlichen Charaktere ist es das auch. Wie schon gesagt, Milo und Nick haben mich verzaubert. Losian beschreibt diese beiden Jungs SO glaubwürdig, lässt den Leser SO nah an sie heran – ich musste sie einfach lieben und mit ihnen bangen. Und zum Schmunzeln bringt mich im Nachhinein, dass Nick, der mir anfangs tatsächlich sehr schnöselig vorkam, sich zu meinem absoluten Lieblingscharakter des Buches entwickelt hat. Durch seine fragwürdige Rolle in seiner Familie konnte ich ihn ab einem bestimmten Zeitpunkt unglaublich gut verstehen und er kam mir so nah wie kein anderer Charakter, obwohl ich Milo ebenso liebhabe.Auch Milos bester Freund Etienne war mir grundsympathisch, genau wie Milos Eltern, ganz besonders der nach außen oft ruppige Phil, der Milo gegenüber der zwar nervigste, anstrengendste, aber auch TOLLSTE Vater ist, den man sich vorstellen kann.Warum dieses bezaubernde Buch von mir dennoch keine vollen fünf Sterne bekommt, ist zum einen der oben schon angesprochene Punkt: Ein reines Jugendbuch ist der Roman für mich nicht. Nicht wirklich. Klar, Milo und Nick sind fünfzehn und siebzehn, und das Buch ist in Bezug auf sie sehr, sehr glaubwürdig. Aber es gibt auch Verhaltensweisen und Szenen im Roman, die ich als nicht gut genug durchdacht für ein Jugendbuch empfinde.Einmal zum Beispiel kommt Phil an Julians Stelle zum Rektor, weil Milo mit einem anderen Schüler und ihrem gemeinsamen Fußballtrainer aneinandergeraten ist – und teilt dort erst mal eine kräftige Runde Beleidigungen aus, was vollkommen folgenlos bleibt. Auch wenn ich fluchende Charaktere liebe und Phils Zorn verstehen konnte: Eine solche Szene vor dem Rektor und dem Trainer könnte in der Realität nicht gänzlich folgenlos bleiben. Ich habe Phil gefeiert für sein Ausflippen, aber damit durchzukommen, suggeriert etwas für mich Falsches in einem realistischen Jugendbuch.Auch ansonsten verhalten sich die Erwachsenen im Roman teils unreifer als die Jugendlichen. Das an sich ist keineswegs unglaubwürdig; es gibt mehr als genug Menschen, die so gravierend als Eltern versagen, obwohl sie es nur gut meinen. Aber all das bleibt weitgehend unreflektiert im Raum stehen, und das finde ich unglaublich schade, denn die Handlung an sich wäre problemlos ab etwa dreizehn Jahren verständlich und empfehlenswert. Als Milo dann doch endlich mal Erklärungen bekommt und Nicks Vater seine Fehler einsieht, geschieht das recht kurz und zusammenfassend, während die beiden jungen Charaktere (Milo mit seinen fünfzehn ist wirklich noch sehr jung) mehrere ausführliche Sexszenen durchleben, die für ein Verständnis der Handlung nicht nötig gewesen wären.Natürlich, es ist Gay Romance. Und natürlich, da erwarten die meisten Leser, dass es auch mal sexuell zur Sache geht. Aber da hätte der Verlag sich meiner Meinung nach entscheiden müssen: Jugendbuch oder New Adult? Die Grundhandlung: unglaublich toll und anrührend, perfekt für ein Jugendbuch ab dreizehn Jahren. Die unreflektierten Handlungen und der Sex: für meinen Geschmack zu extrem für ein Jugendbuch dieser Art.Bitte nicht falsch verstehen: Ich finde auf gar keinen Fall, dass ein Jugendbuch eine heile Pillepalle-Welt zeigen soll. Im Gegenteil, ich fand sämtliche Probleme und Milos und Nicks Kämpfe damit absolut glaubwürdig. Aber ein Buch für Jugendliche herauszugeben und es als solches zu bezeichnen, umfasst auch eine Verantwortung: nämlich die, dass den jungen Lesern die Möglichkeit gegeben wird, das Geschehen wirklich zu erfassen und zu reflektieren. Auch in Bezug auf Etiennes ebenfalls schwierige und sogar von Gewalt geprägte familiäre Lage habe ich mir das oft gedacht.Da wäre ein gutes Lektorat gefragt gewesen. Denn die für mich unpassenden Szenen waren nicht so gravierend, dass man sie nicht mit einem geübten Auge hätte anpassen können, ohne den Charakter der Geschichte und die eigentliche Handlung zu verändern. Auch stilistisch sind mir einige Schwächen aufgefallen, bei denen ich mich fragte, wer um Himmels willen das lektoriert hat.Dennoch: Liebevoll und mitreißend – das sind genau die Adjektive, die ich für »Eisprinz und Herzbube« als am passendsten empfinde. Milo und Nick, Etienne, Milos Eltern – in diesen Charakteren steckt unglaublich viel Herzblut, und das war für mich auf jeder Seite spürbar. Das hatte zur Folge, dass ich spätestens auf den letzten 150 Seiten unglaublich große Angst um die Charaktere hatte – als wären sie Freunde, keine Figuren, wie es mir mit meinen eigenen Charakteren auch nahezu immer geht. Und das ist auch der Grund dafür, warum ich dieses Buch absolut empfehle, trotz der unleugbaren Schwächen. Weil es wundervoll ist. Weil die Charaktere lebendig sind, so sehr, dass es mich nicht gewundert hätte, wären sie plötzlich aus dem Buch herausgeklettert und in meine Küche marschiert, um mal zu schauen, was noch so im Kühlschrank ist.Losians Buch hat bezüglich Stil und Ausarbeitung Schwächen, aber es LEBT. Als bewegten sich da tatsächlich Menschen zwischen den Buchdeckeln. Dafür vier leuchtende Sterne.

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  • Verliebte Jungs - einfach nur klasse geschrieben...

    Eisprinz und Herzbube

    MissRose1989

    27. April 2016 um 02:28

    "Eisprinz und Herzbube" konnte ich im Rahmen einer Blogtour lesen, die über meinen Blog ging und ich natürlich auch das Buch gelesen habe, über das ich berichtet habe. Ich finde das Cover echt ansprechen, die Augen der beiden Jungs sind echt super interessant und auch der Blick zieht einen als Leser an. Auch das Spiel mit den Farben ist echt gut gemacht und rundet das Cover echt sehr schön ab. Emilio, der Milo als Spitzname schöner findet, hat es in seinem Leben wirklich nicht leicht, nicht nur, dass er zu Hause von seinen Väter immer wieder gemobbt und gestichelt wird, er ist auch in der Schule der Aussenseiter, weil er anders ist als die Anderen. Anders sein ist im Alter von 15 Jahren immer eine schwierige Sache und dann trifft Emilio auf Nicholas, der ihn sofort anspricht, aber die beiden raten erstmal aneinander. Ob ein Kuss das alles ändern kann?Emilio und auch alle anderen Charakter in dem Buch beschreibt Elena Losian sehr interessant und lebensnah, was mir sehr positiv aufgefallen ist. Das sind einfach Charaktere, die man einfach ins Herz schliesst und einfach nicht mehr gehen lassen möchte. Eingerahmt werden die schönen Charaktere von einem wunderbar fliessende Schreibstil, der den Leser einfach sehr in die Geschichte zieht und ihn einfach nicht mehr los lässt. Elena Losian beschreibt wirklich lebensnahe Emotionen, was das Buch sehr in die Realität setzt, bleibt aber trotzdem immer wieder überraschend, was den Leser immer wieder ein "Ah!" entlockt, bleibt aber innerhalb der Geschichte immer dem Erzähltempo treu. Was besonders auffällt ist der feinsinnige Humor, den sie mit in die Geschichte einbaut und so auch etwas schwierige Momente aufgelockert bekommt. Das Buch ist nicht nur ein Buch für Jugendliche, auch als Erwachsener kann man sich dem Zauber der Geschichte schlecht entziehen, weil das Thema ja in der Gesellschaft schon alle angeht und eben auch eine wirklich schöne Geschichte ergeben kann. Fazit:Ein tolles Jugendbuch, das sich aber auch für Erwachsene durchaus eignet und lesenswert ist, über ein Thema, was leider immer noch und immer wieder tabuisiert wird, was eigentlich schon lange nicht mehr so sein sollte, aber eben immer noch wird. Gerade die Konstellation um Emilio herum macht das Lesen echt interessant und zu einem wahren Vergnügen und man wird von dem Buch wirklich gefesselt, dass man es kaum noch aus der Hand legen kann, weil man immer wissen will, wie es weitergeht und was zwischen Emilio und Nicholas noch alles passieren wird...

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  • Eisprinz und Herzbube

    Eisprinz und Herzbube

    Tintenglut

    15. March 2016 um 09:29

    Eigene Meinung:Dieses Buch habe ich im Rahmen einer Blogtour lesen dürfen und ich muss sagen: Ich war hellauf begeistert! Allein der Klappentext verspricht Charaktere, die sich gegenseitig nicht mögen, die Verwirrung beim anderen streuen und gleichzeitig tiefe Gefühle anfangen sich zu bilden. Emilio ist Zehntklässler und wird von fast allen seiner Stufe ausgelacht und dafür gemobbt, dass er zwei Väter hat, weil sie sich nun einmal lieben. Emilio ist sich sicher, dass er nicht schwul ist und diesen arroganten Schnösel von Schulsprecher kann er gerade mal drei Mal nicht leiden, viel eher geraten sie sich sehr oft und gerne in die Haare. Wie kommt nur sein bester Freund Etienne mit diesem Idioten von Nicholas zurecht? Als Etienne, der gemeinsam mit Nicholas und Emilio im Fußballteam der Schule ist, beschließt, den Fußball aufzugeben und sich ein neues Hobby zu suchen, beginnt eigentlich der wirkliche Wandlungsprozess bei Emilio. Zuzüglich zu den verwirrenden Gefühlen, die sich bei Emilio breit machen und sein Denken einnehmen, kommt noch ein Brief seiner leiblichen Mutter hinzu, das zum Chaos führt und das Mobbing in der Schule nimmt zu. Kann ja nicht angehen, dass der geoutete schwule Schulsprecher auf einmal doch so etwas wie Interesse an dem kleinen Emilio hegt, dem je alle nachsagen, er wäre selbst vom anderen Ufer.Elena Losian hat einen unglaublich schönen Schreibstil, der einen mitnimmt und berührt. Ich fing an das Buch zu lesen und konnte es kaum aus der Hand legen. Die Geschichte der beiden Hauptcharaktere ist schwer, sie müssen viel ertragen, was mit ihrem Umfeld zusammenhängt und langsam verändern sowohl Emilio als auch Nicholas sich, denn auf einmal ist da noch jemand da, der einen sieht und vielleicht sogar versteht. Jemand, der zu einem hält, ganz gleich, was da passiert.Neben diesem Hauptstrang erfährt man durch die Sicht entweder von Emilio oder von Nicholas, was um sie beide herum geschieht, die sich die Menschen geben, sich benehmen und welche Päckchen sie zu tragen haben.Es geht bei Elena Losian nicht nur um Nicholas und Emilio, sondern genauso um Etienne, um Julian und Phil - Emilios Väter - und diese Geschichten sind so gekonnt mit einander verwoben, dass man Herzklopfen bekommt und sich wünscht, dass das Happy End doch bitte eintritt. Eine Wandlung der Charaktere ist zu sehen, eine Liebe, die sich zart entfaltet und zu mehr wird und zwei Herzen, die im Gleichklang schlagen. Hach, ich bin hin und weg und würde am liebsten noch sehr viel länger in diesem zuckrigen Buch verweilen, denn neben ernsten Themen, an die man herangeführt wird, konnte ich auch sehr oft bei "Eisprinz und Herzbube" grinsen und lachen. Eine wirklich gute Mischung!Fazit:Aussagekräftige, liebenswerte Charaktere mit Ecken und Kanten, viele Probleme und noch viel mehr Gefühl. 5 Sterne für ein geniales Buch über die gleichgeschlechtliche Liebe und den Kampf um Akzeptanz nicht nur vor der Gesellschaft, sondern vor allem vor sich selbst! 

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  • Emotional aufwühlend

    Eisprinz und Herzbube

    JuliasBuecherallerlei

    20. February 2016 um 22:51

    Eisprinz und Herzbube von Elena Losian Zum Buch: Verlag: Main Verlag Seitenzahl:448 TB : 16,90€ Auch als Ebook erhältlich Hier kommt ihr direkt über Amazon zum Buch Klappentext: Es gibt drei Dinge, von denen Emilio überzeugt ist. Erstens: Der Lebensgefährte seines Vaters ist ein Sadist und Meister darin, ihn zum Explodieren zu bringen. Zweitens: Die Schule und ganz besonders seine Mitschüler sind einfach mal total für den Arsch. Und drittens: Der schwule Schulsprecher Nicholas ist der arroganteste Kerl unter der Sonne. Emilios ohnehin nicht allzu langer Geduldsfaden wird ein bisschen zu heftig strapaziert, als er durch ein Missverständnis mit Nicholas aneinandergerät – und ein ungewollter Kuss alles verändert ... Achtung: Nichts für Homophobiker, ebensowenig ungeeignet für alle, die mit Themen wie Coming-Out und erste Liebe nichts anzufangen wissen. Vorsicht: Dieses Buch hat ein Happy-End! Meine Meinung: Ich bin verliebt.... Emotional aufgewühlt... Ein unglaubliches Buch das mich auch zum nachdenken angeregt hat... es ist bewegend und greift ein Thema auf das selbst heute noch sehr schwierig ist... bringt es aber mit Witz, Charme und Gefühl rüber und macht so das Buch spannend und nicht zu ernst damit man Spaß an der Geschichte hat... Ich War richtig überrascht und hoffe sehr wieder mal etwas von dieser großartigen Schriftstellerin zu lesen

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  • erste Liebe und großes Chaos - süße Geschichte, die zum Nachdenken anregt/4,5 Sterne

    Eisprinz und Herzbube

    hexe2408

    11. February 2016 um 13:26

    Emilio steckt mit 15 Jahren mitten in der Pubertät – die Zeit, in der die Eltern anfangen schwierig zu werden und es auch mit den Gleichaltrigen nicht unbedingt leichter wird. Die Schule würde man gern mal links liegen lassen, die Lehrer nerven, die Mitschüler erst recht. Mangelnde Toleranz, Gerüchte, dumme Sprüche – das gehört zum ganz normalen Schulalltag bei Emilio. Kein Wunder, dass sein Geduldsfaden da das eine oder andere Mal kurz vorm Reißen steht. Seine testosterongeladene Familie sorgt für Gesprächsstoff und auch zu Hause ist es nicht immer ganz so einfach. Dazu dann noch die ersten, zarten Erfahrungen in Sachen Liebe und das Chaos ist einfach perfekt. Doch als wäre das alles nicht schon genug, gibt es noch einige Offenbarungen, Herausforderungen, Gründe zum Zweifeln und Unsicher werden und einen arroganten Schulsprecher, der plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheint.   Im Buch gibt es zwei Ich-Perspektiven, die es möglich machen, sowohl Emilio, als auch Nicholas zu begleiten und viel über sie zu erfahren. Man taucht in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten ein, ist immer hautnah mit dabei und kann alle Veränderungen und Zweifel miterleben. Als Leser weiß man dadurch oft mehr, als die anderen Figuren und kann einige Situationen dadurch besser einschätzen. Emilio hat es aufgrund seiner zwei Väter schon länger nicht besonders leicht in der Schule. Immer wieder muss er dumme Sprüche ertragen, wird geärgert, provoziert und in Schubladen gesteckt, in die er nicht gehört oder nicht gehören möchte. Das führt immer wieder zu Problemen und Auseinandersetzungen. Emilio ist temperamentvoll und aufbrausend, kann aber auch sehr einfühlsam, gefühlvoll und zurückhaltend sein. Im Verlauf der Geschichte lernt er viel über sich selbst, findet Dinge heraus, die er niemals für möglich gehalten hätte und muss sich über einiges klar werden. Nicholas ist Schulsprecher und sehr beliebt. Sowohl die Jungs, als auch die Mädchen stehen bei ihm Schlange, obwohl diese nach seinem Outing wissen müssten, dass sie keine Chance haben. Er verschafft sich Respekt, wirkt manchmal unnahbar und kaltherzig. Doch wenn man hinter seine Mauern schaut, entdeckt man einen jungen Mann, in dem so viel vorgeht, den so viel beschäftigt und bewegt, dass man irgendwie verstehen kann, wieso er sich diesen Schutzpanzer angelegt hat. Umso schöner ist es dann aber zu verfolgen, wie er es zulässt, dass man ihm nah kommt und kennen lernt, wie er wirklich ist – mit allen Ecken, Kanten, Macken und Schicksalsschlägen.   Der Schreibstil von Elena Losian ist angenehm und flüssig. Durch die klare, direkte Sprache und die umgangssprachlichen Floskeln, die mit eingebunden sind, passt es sehr gut zu den jungen Protagonisten. Es wirkt nichts aufgesetzt oder gestellt. Besonders gut gefällt mir, wie facettenreich die Geschichte ist. Es gibt witzige Passagen, die alle Probleme mal vergessen lassen, Abschnitte in denen man am liebsten mit den Figuren weinen möchte, gefühlvolle, zärtliche Situationen und auch Momente, in denen Wut, Verzweiflung und Angst spürbar sind.  Im Buch spielen verschiedene Themen eine wichtige Rolle. Es geht unter anderem um Selbstfindung, Coming Out, die ersten Erfahrungen in der Liebe, Vertrauen, ehrliche Freundschaft und Familie. Die Geschichte zeigt, wie komplex das Leben ist und dass es niemals nur schwarz und weiß gibt. Es gibt so viele Zwischenstufen, es gibt Dinge, die man nicht beachtet oder nicht bedenkt, die man falsch einschätzt, wenn man die Hintergründe nicht kennt und Situationen, die einem so große Angst machen, dass man sie abblockt, davor wegläuft oder auch mal über reagiert.   „Eisprinz und Herzbube“ lässt den Leser in eine Geschichte eintauchen, die den ganz alltäglichen Wahnsinn eines Heranwachsenden mit nicht ganz gewöhnlichen Problemen, Sorgen und Entwicklungen gelungen kombiniert.

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