Elenor Avelle

 4.6 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Infiziert und Gefesselt.

Alle Bücher von Elenor Avelle

Infiziert

Infiziert

 (7)
Erschienen am 02.07.2018
Gefesselt

Gefesselt

 (1)
Erschienen am 02.07.2018

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buchstabentraeumerins avatar

Rezension zu "Gefesselt" von Elenor Avelle

Beklemmend realistische und spannende Geschichte
buchstabentraeumerinvor 8 Tagen

Geister nannten sie sie. Sie waren nur noch Hüllen ohne Seele. Man hatte ihnen ihre Persönlichkeit genommen. (Seite 9)

Elenor Avelle hat mit „Gefesselt – Der Anfang“ einen beklemmenden Roman mit einem erschreckend realistischen Szenario geschrieben. Ich war begeistert von der Kreativität der Autorin. So viele Ideen, so viele ungeahnte Wendungen! Gleichzeitig lässt sie sich für ihre Erzählung Zeit, nichts wirkt überstürzt abgehandelt, alles folgt einem beständigen Rhythmus. Worum geht es: Rebecca und ihre Zwillingsschwester Gabriella sind hochintelligent und zahlreiche Unternehmen buhlen darum, sie als Mitarbeiter zu gewinnen. So auch Genetics. Gabriella genießt den vermeintlichen Ruhm und beginnt, für Genetics zu arbeiten, doch es dauert nicht lange, ehe sie spurlos verschwindet. Was kann bloß passiert sein? Rebecca beginnt mit der verzweifelten Spurensuche.

„Gefesselt – Der Anfang“ hat zwei parallel verlaufende Handlungsstränge. In einem begleiten wir Rebecca bei ihrer Suche nach Gabriella, im anderen lernen wir Gill kennen, der eine militärische Laufbahn einschlägt, um der Übermacht seines kontrollsüchtigen Vaters zu entkommen. Beide Handlungsstränge bewegen sich unaufhaltsam aufeinander zu und sind gleichermaßen spannend und unterhaltsam. Wer nun mit einer aufkeimenden Romanze rechnet, wird enttäuscht – für mich ein klarer Pluspunkt. Im gesamten ersten Teil des Prequel Spin-Offs zu „Infiziert“ sind schwärmerische Gefühle absolut nebensächlich. Im Mittelpunkt stehen stattdessen die Zuneigung zwischen Geschwistern, Genetik, Forschung, illegale Machenschaften innerhalb eines Unternehmens und die schrecklichen Folgen.

Besonders überzeugt hat mich, wie bereits angedeutet, der Einfallsreichtum von Elenor Avelle. Die Protagonistin einen geradlinigen Weg nach Schema F laufen lassen? Nicht mit ihr. Rebecca muss einige Hürden überwinden, ehe sie den Gründen für das Verschwinden von Gabriella auf die Spur kommt. Sie zweifelt an der Welt und sie zweifelt an sich, denn die Tragweite der Beeinflussung und Einmischung von Genetics ist immens. Ich war erstaunt, was alles im Bereich des Möglichen ist, wenn Menschen mit Geld und Einfluss es darauf anlegen. Trotzdem gelingt es der Autorin, niemals den Bogen ins Unglaubwürdige zu überspannen. Jedes Szenario ist so ungeheuer realistisch, dass es mir eine Gänsehaut den Rücken hinunter jagte.

„Was ist mit den Leuten dahinten?“, fragte Gill.
Fletcher schnitt eine Grimasse, die Gill nicht deuten konnte und schüttelte den Kopf. Bell schluckte schwer und sah Gill mit weit aufgerissenen Augen an. (Seite 376)

Die schlüssige Darstellung wird zudem dadurch verstärkt, dass die Autorin nichts übereilt. Wir erleben Rebecca und Gill über den Verlauf mehrerer Jahre hinweg in verschiedenen Stationen ihres Lebens und ihrer Karriere. Sie lernen, sie wachsen an Herausforderungen, sie scheitern, und das macht sie zu greifbaren und authentischen Charakteren mit individuellen Zielen.

Das Tüpfelchen auf dem I ist der Schreibstil der Autorin, der hervorragend zum Inhalt der Geschichte passt. Keine übertriebenen Ausschmückungen, sondern eine klare Sprache, die einen Seite um Seite umblättern lässt, um endlich schlau zu werden aus den Heimlichkeiten von Genetics. Und eines kann ich versprechen: Was dann kommt, macht definitiv Lust auf Teil 2!

Fazit
Eine beklemmende Geschichte, die mit Ideenreichtum, glaubwürdigen Charakteren und einem durchweg angenehmen Schreibstil punktet. Genetische Forschung trifft auf skrupellose Wissenschaftler und schon nimmt das Drama seinen Lauf. Doch trotz des brisanten Themas entwickelt sich die Story glaubwürdig: Alles in „Gefesselt – Der Anfang“ ist im Bereich des Möglichen. Von mir eine absolute Leseempfehlung für alle, die Dystopien, post-apokalyptische Romane und Thriller gerne lesen.

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TillyJonesbloggts avatar

Rezension zu "Infiziert" von Elenor Avelle

Wahnsinnig gut!
TillyJonesbloggtvor einem Monat

Inhalt/Meinung

Mal ehrlich, ich kann es nicht oft genug sagen: ich steh auf Endzeit-Zombie-Apokalypse-Geschichte, egal ob in Kombination oder getrennt. Wie konnte ich also dieses Buch nicht lesen? Eben, gar nicht. Und deswegen musste ich bei der Wanderbuchaktion mitmachen.

Die Geschichte fängt an, sobald man die erste Seite aufgeschlagen hat. Kein langsames ranführen oder kennenlernen, sondern ZACK sofort ist da Charlie und man kämpft mit ihr ums Überleben, 8 Jahre nach dem Ausbruch einer Krankheit. Mir gefiel dieser Einstieg richtig gut, denn augenblicklich war da diese Spannung, Anspannung und Angst, die mich die ganze Geschichte über nicht verließ. Das war schon fast unheimlich, denn obwohl Charlie meistens sehr abgebrüht wirkte, empfand sie eben doch Angst und Anspannung. Und die kam ungefiltert bei mir an.

Charlie ist wirklich eigen, den entweder mag und versteht man sie oder findet sie wahrscheinlich recht unterkühlt bis hin zu arrogant. Aber im Laufe der Geschichte lernt man sie näher kennen und erfährt auch einiges aus ihrem Leben vor dem Ausbruch und ich finde, dass das ihr Verhalten sehr gut erklärt. Ich mochte ihre Art sehr, denn Charlie ist niemand, der gerettet werden muss, denn sie packt an, greift zu oder haut auch mal um sich, wenn es sein muss. Sie will sich nicht unbedingt an Lebende hängen, denn so realistisch, wie sie ist, weiß sie, dass auch diese sterben (können). Aber irgendwie ist Charlie doch in das Gefüge einer Gruppe gerutscht und es fällt ihr schwer, sich daraus zu befreien. Sie spürt die Verantwortung und gleichzeitig die Last, die andere Menschen mit sich bringen und schwankt oftmals zwischen gehen und bleiben. Charlie war für mich eine Figur, die ihrem Umfeld, ihrem Leben und der Welt, in der sie lebt, entsprach. Sie ist zu der Person geworden, die aus ihr gemacht wurde und hat sich an die zerstörte und wilde Welt angepasst. Sie war für mich perfekt, mit all ihren Ecken, Kanten und Problemen, einfach weil sie die lebendig gewordene, zerstörte Welt war.

Die Geschichte packte mich sofort, denn obwohl der Einstieg wirklich rasant beginnt, fragte ich mich mit jeder neuen Seite, was da los war und um was es ging. Es dauert seine Zeit, bis mehr passiert, als Nahrungssuche oder die Suche nach einem sicheren Unterschlupf. Aber gerade in dieser Zeit lernt man Charlie und die Gruppenmitglieder kennen, sowie die Zusammenhänge untereinander. Es ist eigentlich sogar ein recht ruhiger Anfang, wenn man bedenkt, wie kaputt die Welt ist, wie lange die Menschen in, und mit ihr, schon leben und womit ich als Leserin die ganze Zeit rechnete. Es war ein Betrachten des Alltags in einer Welt, in der man jeden Augenblick sterben könnte, weil Infizierte einen fressen oder man von anderen Lebenden getötet wird. Es war ein gefährlicher Alltag, der zwar ruhig anmutete, aber durchweg geprägt war von unterschwelligen Spannungen und Anspannungen der Figuren.

Ab dem Augenblick, an dem Charlie endlich wissen will, was wirklich los ist und die richtigen Fragen stellt, nimmt die Geschichte nochmal fahrt auf und offenbarte mir Dinge, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Als Leser erfährt man, wer hinter dem Ausbruch steckte und was Charlie mit alldem zu tun hat. Außerdem kommt noch eine dritte Gruppe ins Spiel und die Sorgen dafür, dass Charlie sich entscheiden muss, ob sie lieber eine Einzelgängerin ist oder tief in ihrem Herzen vielleicht doch den Lebenden angehört.

Ich fand den Schreibstil der Autorin und die Art des Erzählens ganz fantastisch, denn die wirklich bildhaften Beschreibungen trugen zusammen mit der Spannung dazu bei, dass ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte. Die Endzeit-Stimmung prägte das gesamte Bild, und war neben Verzweiflung, Hoffnung und Freundschaft einer der stärksten Emotionen, die bei mir ankamen. Endzeit-Stimmung als Emotion? Ja! Denn apokalyptische Settings haben meiner Meinung nach eine ganz eigene Stimmung und die kommt oftmals aufgrund der vielen anderen Gefühle der Figuren nicht rüber. Aber hier war sie immer da und machte die Geschichte noch authentischer und die einzelnen Figuren für mich realer.

Das Ende war nicht überraschend, aber auch wieder stark geprägt durch die Endzeit-Atmosphäre. Vertrauen ist eine Sache, die man sich verdienen muss und Charlie weiß, dass es ein langer Weg ist, um wieder vertrauensvoll leben zu können.

Fazit

„Infiziert – Geheime Sehnsucht“ ist ein Endzeit-Roman, der für mich vor allem durch die endzeitliche Atmosphäre hervorsticht. Die Figuren sind geprägt durch eine zerstörte, tödliche Welt und handeln immer passend zu ihrer Umgebung oder jeweiligen Situation. Sollte ich jemals so einen Ausbruch erleben, wünsche ich mir auch eine Charlie an meiner Seite. Kühl, einzelgängerisch, latent misanthropisch, aber in der Tiefe ihres Herzens ein Mensch, der loyal und ehrlich ist. Auf den man sich verlassen kann, egal wie schlimm es aussieht. Vielleicht brauchen wir alle ein kleines bisschen eine Charlie in unserem Leben. Eine Charlie, die uns zeigt, das Aufgeben keine Option ist!

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Janna_KeJasBlogs avatar

Rezension zu "Infiziert" von Elenor Avelle

Zombies, Gentechnik & ein wenig Knistern
Janna_KeJasBlogvor 10 Monaten

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |


Wo fange ich an und wo höre ich auf? Da das Buch eigentlich in zwei Teile gegliedert werden könnte, habe ich wirklich Befürchtung Euch bei einem Wort zu viel, etwas von der Neugierde beim Lesen im Vorfeld zu nehmen!


Bei diesem Buch – Reihenauftakt – handelt es sich um das Debüt der Autorin Elena Avelle. Die Geschichte brauchte somit auch ein paar Seiten um mich gänzlich zu packen, denn so manche Beschreibung war mir etwas zu ausführlich. Man liest zu Beginn heraus, dass es das erste Buch aus ihrer Feder ist, dies jedoch vergeht auf den kommenden Seiten!


Wundervolle Um- und Beschreibungen inmitten einer zerstörten Welt. Acht Jahre sind seit dem Ausbruch vergangen, die Welt ist belagert von Infizierten. Mitten unter ihnen schlägt sich Charlie durch. Eine taffe Protagonistin die bei ihrer aktuellen Gruppe bereits länger verweilt, als bei allen zuvor. Denn es verschlägt sie immer wieder hinaus in die Welt und ins alleine-sein.


"[…] dann war es  eines alles verzehrende Pein, die im engen Brustkorb lauerte. Manchmal stieg sie sanft wie Nebel auf und drückte einen nieder. Ein anderes Mal tauchte sie wie aus dem Nichts auf und schlug wild und roh ihre Klauen in einen.“
(Seite 237)


Der Drang, das Bedürfnis sich frei und unabhängig zu bewegen zeichnet Charlie aus. Was sie jedoch besonders macht, ist ihre Immunität. Und die Antwort nach dem -Warum- bleibt lange im Unklaren.


Das Buch kann sehr gut in zwei Abschnitte eingeteilt werden. Der Kampf ums Überleben und die Konfrontation mit der Wahrheit. Ersteres ist schon durch den Klappentext deutlich – das Leben in einer verfallenen Welt. Sich gegen die Infizierten zur Wehr setzen und noch mehr vor den Menschen. Neue Gesichter, neue Gruppen. Und die Angst. Wem kann man vertrauen, wie beschützt man die Schutzlosen?! Und eine allgegenwärtige Frage: wer g.o.t.t.v.e.r.d.a.m.m.t ist dieser Schatten?


"Er hatte das Gewehr im Anschlag und sah zu ihr hinüber. Wie schwer sie verletzt war konnte er nicht sagen, doch das machte auch keinen Unterschied. Er konnte nicht zu ihr hinübergehen, um ihr zu helfen. Das Risiko sie zu infizieren war viel zu groß."
(Seite 33)


Hier hat die Autorin einen gelungenen Spannungsbogen aufgebaut, denn die Antworten folgen erst zur Mitte des Buches. Womit der zweite Handlungsstrang beginnt – die Antworten auf einige Fragen und der Wechsel von Dystopie zu Science-Fiction. Natürlich, ‚Wechsel‘ ist eigentlich das falsche Wort, zeigt aber die Wendung innerhalb der Geschichte auf. Bei vielen solcher Geschichten bleibt eine Antwort aus oder der Virus, die lebenden Toten, war einfach da. Dies ist hier nicht der Fall. Die Antworten überzeugen, sind erschreckend und ja, wie ich finde, auch vorstellbar. Wer nun erfahren will warum Charlie immun ist und woher der Virus stammt – tja, da müsst Ihr Euch wohl nun das Buch kaufen!


Und ja, es knistert auch gewaltig! Wobei der Untertitel dennoch leicht irreführend ist, denn ich assoziierte damit zunächst einmal Liebe und solche Geschichten lese ich – egal welches Genre – grundlegend einfach nicht gerne. Bei diesem Buch jedoch (fast) weit gefehlt! Natürlich geht es um eine Sehnsucht, um Beziehung und Liebe und die mit voller Wucht. Es geht aber auch um die Sehnsucht nach Antworten und dem Sehnen nach Freiheit.


Aber ich habe auch ein wenig zu kritisieren, dies liegt wohl aber einfach an meinem persönlichen Interesse solcher Bücher. Die Kampfszenen, ob nun Mensch und Infizierter oder Mensch gegen Mensch (abgesehen vom Handlungsstrang am Ende), hätte die Autorin gerne langsamer abhandeln dürfen. Mir ging es zu schnell, denn kaum traf Charlie auf Infizierte, war die Bedrohung auch fast direkt gebannt und was Lazar angeht, das hätte gut etwas mehr Schmerz vertragen können. Das Ende war leider etwas absehbar und mir persönlich eine Spur zu viel, aber das liegt wie gesagt an mir und nicht an der Geschichte. Will heißen, für mich braucht es kein Knistern und mehr. Ich lese es aber gerne wenn es gut geschrieben ist, das ist es, nur eben in seinem Verlauf ein wenig sehr schnell. Aber wenn sich etwas über so eine lange Zeit aufbaut, dann In- oder Explodiert es schließlich auch irgendwann.


Und nun wird es tatsächlich schwer, Euch nicht ausversehen zu viel im Vorfeld von der Geschichte zu nehmen. Ich denke hier kommen viele Leser*innen auf den Lesegeschmack und ich selbst habe das Buch mehr als gerne gelesen – das Ende hätte aber gerne einen Cliffhanger haben dürfen! Aber auch ohne diesen werde ich definitiv zum Folgeband greifen, welcher voraussichtlich im Juli 2018 erscheint.


In meiner Rezension auf meinem Blog gibt es auch bildlich etwas zu sehen (=

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