Alte Geschichten

von Elfriede Hammerl 
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Alte Geschichten
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Wundervolle Geschichtensammlung über das Älterwerden. Meine Empfehlung.

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Die intensivsten Stories schreibt das banale Leben. Ein Buch über Alte Geschichten, die sich eben so überall, tagtäglich neu wiederholen.

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Inhaltsangabe zu "Alte Geschichten"

Zwischen Melancholie, Aufbegehren und Wut: Elfriede Hammerl sucht nach den verdrängten Ängsten, Nöten und Wünschen ihrer langsam in die Jahre kommenden Figuren. Wenn die Zeit, die noch bleibt, weniger wird, kommen Abgründe zum Vorschein: Ob Beate, Carola oder Kurt – sie alle kämpfen an gegen verpasste Chancen, Rollenbilder und die Erinnerung an die Verflossenen. Im Verborgenen werden die Säbel gewetzt und auf dem Parkett der schon lang erloschenen Zuneigung wird Stellung bezogen – Mann gegen Frau, Töchter gegen Mütter, Ehefrau gegen Ex-
Geliebte, Jung gegen Alt. Die Erzählungen in „Alte Geschichten“ widmen sich den unangepassten Alten, den Angepassten, die aus ihrer Rolle ausbrechen wollen, und den gerade noch Jüngeren, die sich fragen, wie sie mit dem Näherrücken des Alters umgehen sollen. Und natürlich geht es auch um die alten Geschichten, die irgendwann einmal die Soll- und Habenseite einer Lebensbilanz ausmachen. Elfriede Hammerls „Alte Geschichten“ betreiben literarische Feldforschung auf dem Territorium des Lebensabends.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783218011068
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Kremayr & Scheriau
Erscheinungsdatum:01.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    dieschmitts avatar
    dieschmittvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Wundervolle Geschichtensammlung über das Älterwerden. Meine Empfehlung.
    Wundervolle Geschichtensammlung über das Älterwerden. Meine Empfehlung.

    Zum Inhalt:

    Älter werden bringt verschiedenes mit sich. Es kommen Ängste und Nöte auf. Wünsche bleiben und kommen auf.

    Muss man angepasst werden, wenn man älter wird? Die Figuren der Kurzgeschichten in diesem Buch passen sich nicht an, sondern suchen ihren eigenen weg.

     

    Meine Meinung:
    Dies ist das mein erstes Buch der Autorin, das ich lesen durfte. Es hat mir sehr gut gefallen, ich fand es sehr außergewöhnlich, tiefgründig, aber auch sehr gut lesbar.

     

    Es sind sehr unterschiedliche Geschichten, die mir alle sehr gut gefallen haben. Jede Geschichte dreht sich um ein eigenes Thema. Es geht um Beziehungen, um Familie, um Ängste und natürlich ums älter werden, bzw. ums alt sein. Auf sehr einfühlsame und eindrucksvolle Art und Weise führt die Autorin die Leser in die Lebens- und Gefühlswelt der Figuren ihrer Geschichte. Das hat mir sehr gut gefallen, aber hat mich auch sehr mitfühlen lassen. So habe ich mich mit gefreut, habe mit getrauert und manchmal auch einfach die ein oder andere Geschichte in mir nachhallen gespürt. Ein sehr beeindruckendes Buch, das mich wirklich emotional mitgenommen hat.

     

    Fazit:

    Wundervolle Geschichtensammlung über das Älterwerden. Meine Empfehlung.

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    Gabi_Mihatsvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Die intensivsten Stories schreibt das banale Leben. Ein Buch über Alte Geschichten, die sich eben so überall, tagtäglich neu wiederholen.
    Neun Kurzgeschichten über Frauen, die zum langen Nachdenken anregen

    Zwischen dem naiven "Das kann MIR nie passieren" und dem resignierten "ist mir alles schon passiert" liegen oft nur ein paar Jahrzehnte, einige Lebensabschnittspartner, verschiedene Jobs und der Wechsel von der rosaroten zur Gleitsichtbrille.

    Wer ein bestens situiertes, immerschönes und -gesundes Leben mit perfektem Partner, tollem Job, erfolgreichen, glücklichen Kindern und stets entspannten Eltern hat, der mag in den Alten Geschichten von Elfriede Hammerl zu viel Schwarzmalerei sehen, zu viel Extremes trotz Banalem.

    Wer jedoch selbst in der Hochschaubahn des Lebens seine Runden zieht wird Sympathien oder Verständnislosigkeit, auf jeden Fall aber Emotionen spüren. Denn Elfriede Hammerl erzählt in ihren Geschichten über Momentaufnahmen von Frauen jenseits ihrer Lebensmitte. Angekommen im Bewusstsein, was es heißt Lebenszeit verplempert, sich immer arrangiert, den falschen Weg eingeschlagen oder den falschen Mann geheiratet zu haben. Tochter, Ehefrau, Geliebte, Mutter, Freundin, Nachbarin oder Rivalin. Das Rollenspiel dieser Frauen ist grandios erzählt.

    Man möchte mit keiner dieser Frauen tauschen und trotzdem fühlt man sich der einen oder anderen auf irritierende Art und Weise verbunden. Es sind deren Geschichten, die berühren und so manches Mal erst im letzten Satz zeigen, wie stark das schwache Geschlecht im Endeffekt agieren kann, wenn Schluss mit unlustig ist.


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    Vampir989s avatar
    Vampir989vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: sehr emotional und bewegend
    Sehr emotionales und berührendes Buch

    Klapptext:


    Zwischen Melancholie, Aufbegehren und Wut: Elfriede Hammerl sucht nach den verdrängten Ängsten, Nöten und Wünschen ihrer langsam in die Jahre kommenden Figuren. Wenn die Zeit, die noch bleibt, weniger wird, kommen Abgründe zum Vorschein: Ob Beate, Carola oder Kurt – sie alle kämpfen an gegen verpasste Chancen, Rollenbilder und die Erinnerung an die Verflossenen. Im Verborgenen werden die Säbel gewetzt und auf dem Parkett der schon lang erloschenen Zuneigung wird Stellung bezogen – Mann gegen Frau, Töchter gegen Mütter, Ehefrau gegen Ex-
    Geliebte, Jung gegen Alt. Die Erzählungen in „Alte Geschichten“ widmen sich den unangepassten Alten, den Angepassten, die aus ihrer Rolle ausbrechen wollen, und den gerade noch Jüngeren, die sich fragen, wie sie mit dem Näherrücken des Alters umgehen sollen. Und natürlich geht es auch um die alten Geschichten, die irgendwann einmal die Soll- und Habenseite einer Lebensbilanz ausmachen. Elfriede Hammerls „Alte Geschichten“ betreiben literarische Feldforschung auf dem Territorium des Lebensabends.



    Dieses Buch enthält wunderbare und emotionale Geschichten.In denen geht es um menschliche Beziehungen zwischen Familienangehörigen.Jede Geschichte hat seine eigene Handlung.Auch die Orte und Schauplätze sind unterschiedlich.Es sind Erzählungen die aus dem Leben gegriffen sind.Durch die sehr emotionale und beeindruckende Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichten hinein gezogen.Vieles hat mich sehr bewegt und berührt.Teilweise war ich auch den Tränen nahe.Besonders die teilweise unschönen Beziehungen zwischen Mann und Frau sind mir sehr nahe gegangen.
    Die Autorin hat es wirklich geschafft mich mit diesem Buch spachlos zu machen und mich zu beeindrucken.Ich hatte viele lesenswerte Momente und vergebe glatte 5 Sterne

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    camilla1303s avatar
    camilla1303vor 8 Monaten
    Geschichten vom Altern, von Wut und unterdrückten Gefühlen

    Die Sammlung von Erzählungen „Alte Geschichten“ von Elfriede Hammerl ist 2018 im Wiener Verlag Kremayr & Scheriau erschienen.

    „Alte Geschichten“ ist eine Sammlung von zehn unterschiedlichen Erzählungen. Böse, wehmütig und aufdringlich erzählt Elfriede Hammerl vom Leben ihrer Protagonistinnen. Ihre Figuren kämpfen an gegen vertane Chancen, nicht überwundene Kränkungen, gegen Rollenbilder und Klischees. Immer mit einem Hauch von Wut, Rache und Wehmut garniert. Im Mittelpunkt steht das Altern. Da geht es beispielsweise um die weißhaarige Nachbarin, die keine „Ersatz-Oma“ sein möchte, oder um Elisa im Pflegeheim, die auch nicht „Oma“ genannt werden möchte.

    Ich bin große Liebhaberin der Bücher aus dem Verlag Kremayr & Scheriau. Neben den vielen großartigen Sachbüchern, schafft es der Verlag auch immer wirklich gute, österreichische Literatur zu veröffentlichen. Ich habe dank der wundervollen Bücher schon viele neue AutorInnen kennengelernt und auch Elfriede Hammerls Schreibstil hat mich nahezu verzaubert. Eine Gesellschaftskritik mit Sarkasmus und jeder Menge Humor verpackt. Viele Geschichten gehen unter die Haut und regen zum Nachdenken an: Bin ich selbst eine Frau, die sich für andere aufopfert, oder aber kämpfe ich dagegen an? Fühle ich mich ohnmächtig oder befreit? Ein wirklich lesenswertes Buch von einer lesenswerten Autorin.

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    Doreen_Klauss avatar
    Doreen_Klausvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Tiefgründige Beziehungsstudien der besonderen Art.
    Wunderbar

    Das vorliegende Buch enthält neun wunderbare Erzählungen in denen es ums Älterwerden geht, um verpasste Chancen, um die Frage - Was wäre wenn?, um Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern, oder zwischen Mann und Frau. Neun Erzählungen die nachdenklich stimmen, melancholisch, die einen wütend machen oder traurig, die einen den Kopf schütteln lassen oder einen zum Schmunzeln bringen.


    Die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil Alltagssituationen vorm inneren Auge entstehen zu lassen, wie wir sie alle wahrscheinlich schon einmal erlebt haben. Sie erzählt ganze Lebensgeschichten auf wenigen Seiten so eindrucksvoll, dass man ganz bei den Figuren ist. Szenen aus der Partnerschaft zwischen Mann und Frau werden so nachvollziehbar dargestellt, dass man beim Lesen oft denkt - ja, genauso ist es doch. Das zeugt von einer guten Beobachtungsgabe und viel Einfühlungsvermögen der Autorin.


    Das Buch lädt zum Philosophieren ein, zum Nachdenken über die eigenen Lebensumstände. Es ist perfekt um mal selbst zu reflektieren über die Beziehungen innerhalb der Familie. 
    Ein Buch das man gut mit seiner Tochter zusammen lesen kann, mit dem Partner und mit der Mama. Jeder wird am Ende der Lektüre sicherlich etwas für sich mitnehmen.

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    Aischas avatar
    Aischavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Geschichten übers Älterwerden und das Altsein - bissig, auf den Punkt gebracht, unterhaltsam und mit viel Nachhall, klasse!
    Neue Geschichten über das Altern

    Bloß nicht vom Titel abschrecken lassen: Es geht nicht um alte Geschichten, nein, alt sind in den erstklassigen Kurzgeschichten von Elfriede Hammerl lediglich die Protagonisten.
    Und deren Leben sind mitnichten so schön und beschaulich wie das spiralförmige Treppenhaus auf dem Cover. Dennoch ist das Foto hervorragend gewählt: Es übt auf mich eine gewisse Sogwirkung aus, genauso wie mich die Geschichten schon nach wenigen Zeilen in ihren Bann gezogen haben.
    Die Autorin - geübt durch Kolumnen in diversen Zeitungen und Magazinen - versteht ihr Handwerk: Die Texte sind auf den Punkt gebracht, Momentaufnahmen eines Lebens zeichnen ein ausführliches Psychogramm, wozu andere Schriftsteller einen Roman benötigen reichen Hammerl wenige Seiten. Der Leser lernt unterschiedlichste Frauencharaktere kennen, allen gemein ist die Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben. Da ist die bissige Alte im Heim, die weder beim gemeinsamen Gärtnern mitmachen will, noch nach der Darbietung des Kinderchors zwangsapplaudieren möchte. Wir bekommen Einblick in den frustrierten Alltag einer jungen Mutter im Vorort, deren ältere Nachbarin einfach nicht die erhoffte Ersatz-Oma-Rolle übernehmen möchte. Wir sehen einer Frau dabei zu, wie ihr eigenes Leben an ihr vorbeifliegt, weil sie von ihren Töchter als ständig verfügbare kostenlose Haushaltskraft bzw. Babysitterin missbraucht wird. Es geht um Enttäuschungen, Rache, Hass und Missgunst, aber auch um Selbstbestimmung und Versöhnung.
    Elfriede Hammerl erzählt unterhaltsam, mit bissigem Humor und viel Tiefgang - die Geschichten regen zur Diskussion an und hallen noch lange nach. Literatur wie ich sie liebe!

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    ulrikerabevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Herrliche Erzählungen über das Leben, das Alter, Beziehungen. Oft bissig und präzise auf den Punkt gebracht.
    Aus dem Leben gegriffen

    Eine Ehefrau, die mit „Ich verlasse dich!“ herausplatzt, weil ihr Mann ihre Gedanken nicht lesen kann, eine andere Frau, die sich nicht in alte Muster pressen lässt, eine, die nie ihr eigenes Leben führen konnte, eine, die sich trotz Pensionsreife nicht als Oma gerieren will.
    Über diese Frauen und noch einige mehr erzählt Elfriede Hammerl ihre Geschichten. Es sind zu meist Frauen, nicht immer nur „Alte“, die sie in den Mittelpunkt ihrer Erzählungen stellt. Aus dem Leben gegriffene Szenen, in denen sich viele wahrscheinlich wieder finden können, schreibt sie bissig, scharfsinnig, präzise über Neuanfänge, verpasste Gelegenheiten, Resignation und Aufbegehren. Sie hält aber auch ein Plädoyer für ein Leben in Würde und Selbstbestimmung im Alter, dass Altsein nicht gleichbedeutend ist mit einem Leben ohne Freude, ohne Lust am Leben. Selbstgewähltes Alleinsein muss nicht mit Einsamkeit einhergehen.
    Neun Geschichten, die berühren, verärgern, nachdenklich stimmen aber auch amüsieren. Sprachlich perfekt, aktuell. Für mich, die ich mit Kurzgeschichten manchmal so meine Probleme habe, konnte jede Geschichte für sich genießen, häppchenweise, die man sich quasi auf der Zunge zergehen lassen kann. Davon hätte ich gerne mehr. Zum Glück gibt es ja das Profil, wo die Autorin regelmäßig eine Kolumne schreibt.

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    Sikals avatar
    Sikalvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Berührend, tiefgründig, lesenswert.
    Alte Geschichten erzählen vom Leben

    „Irgendwo da draußen flattert mein wirkliches Leben herum. Ich sollte es zu fassen kriegen, ehe es zu spät ist.“

     

    Die Autorin Elfriede Hammerl ist durch ihre Kolumnen in etlichen Magazinen bekannt, überzeugt mit einem pointierten Schreibstil ohne Ausschweifungen und hat mich mit ihren Kurzgeschichten beeindruckt.

     

    In ihren „Alten Geschichten“ kämpfen ihre Figuren gegen vertane Chancen, nicht überwundene Kränkungen, lehnen sich den Rollenbildern entgegen und legen Klischees ad acta. Die Autorin schafft ein vielfältiges Frauenbild, behandelt Konkurrenzdenken ebenso wie Kämpfe mit Gegenwart oder Vergangenheit. Manchmal voller Wehmut, enttäuscht oder verzweifelt – jede der Frauen hat ihre Sicht der Dinge, ihr eigenes Los zu tragen. Wir finden hier z.B. Paul, der seine Partnerin ständig mit der verstorbenen Ehefrau vergleicht und jedes gemeinsame Entdecken des neuen Lebens ausblendet. Oder Daisy, die sich ihr Leben fernab der Großstadt in Rosarot und Himmelblau ausmalte und plötzlich erkennen muss, dass die nette Nachbarin nicht als Ersatzomi zu gebrauchen ist. Ebenso findet man die Mutter, die sich selbst aufgibt und es ihrer Tochter doch nie recht machen kann und dann auch wieder die Tochter, deren Zeit kommt, wo sie sich an ihrer herzlosen Mutter rächen kann.

     

    Geschichten, die das Leben so schreibt, in denen in „Hamsterrad-Manier“ es schwierig geworden ist, Gewohnheiten abzuschütteln, auch wenn sie sich falsch anfühlen. Jede einzelne Geschichte ist etwas Besonderes, manche sind komisch, manche traurig, andere tiefgründig – doch alle haben etwas gemeinsam: Sie sind absolut lesenswert.

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    Buchstabenliebhaberins avatar
    Buchstabenliebhaberinvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Die andere Seite der Altersmedaille, die Gefühle, die weh tun und auf der Seele brennen. Alte Geschichten trifft mit jeder Story den Nerv!
    Gelebtes Leben

    Dieses Buch kommt so harmlos daher, das elegante Treppenhaus auf dem Cover, der neutrale Titel. Aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen, der Klappentext beschreibt es sehr treffend: die Figuren der Kurzgeschichten  kämpfen gegen vertane Chancen, nicht überwundene Kränkungen, sie sind verbittert, frustriert, hilflos und so vieles mehr.
    Ich habe diese Kurzgeschichten geliebt und hätte gern mehr davon!
    Sie sind keine leichte Kost, sie sind das Vollkornbrot der Literatur. Gehaltvoll, sättigend, sie rumoren im Bauch (und im Kopf), jeder Bissen, jeder Satz eine neue Entdeckung.

    Es geht um Frauen, um Mütter und Töchter. Frauen, die sich zu viel um andere kümmern, die furchtbare Männer ertragen, aus den verschiedensten Gründen, die sich manipulieren lassen und es eines Tages plötzlich nicht mehr wollen und können. Frauen, die im Alter lieber alleine bleiben, als sich einen Mann von der Resterampe ans Bein zu binden.

    Hier gibt es böse Frauen, deren Ansprüche einen nach Luft schnappen lassen. Ungnädige Töchter, die sich sobald sich die Rollen umkehren, an ihren einstmals ungnädigen Müttern rächen. Wer gewinnt, was bringt das? Diese Fragen wirft das Buch auf.
    Elfriede Hammerl zeigt auch glasklar, was es bedeutet, einst ein erfülltes, eigenständiges buntes Leben gehabt zu haben - und sich dann eines Tages im Altersheim wiederzufinden, von Therapiehunden und Kindergruppen zwangsbespaßt zu werden und Oma genannt zu werden. Horror ...

    Gute Kurzgeschichten sind schwer zu finden, oft triften sie in die Belanglosigkeit ab, oft können sie in der Kürze der Zeit keine Beziehung zum Leser aufbauen. 

    Hier sitzt jeder Satz, hier wird man sofort quasi förmlich in die Geschichte gesogen. Mehr wie ein bis zwei Geschichten habe ich meistens nicht geschafft, aufgrund der Tiefe. Ist wie mit guter Schokolade, die will auch genossen, und nicht einfach nur konsumiert  werden. 
    "Alte Geschichten" lässt sich nicht konsumieren. Es ist keine leichte Urlaubslektüre. 

    Meine absolute Leseempfehlung für Menschen, die sich Gedanken machen, über ihr bereits gelebtes Leben, und was da noch so kommen wird.

    Kommentare: 4
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    teilzeitbaeuerins avatar
    teilzeitbaeuerinvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Emotional, bewegend, berührend.
    Spieglein, Spieglein an der Wand

    Elfriede Hammerl vereint in diesem Buch viele verschiedene Charaktere, die uns im täglichen Leben wirklich genauso unterkommen. Von überschätzten Erwartungen über zerbrochene Träume bis hin zu verhassten Ehepartnern erleben die Leser die Schicksale und Gedanken der Protagonisten emotional und einfühlsam. Die Geschichten sind so geschrieben, dass die Identifizierung mit den Hauptpersonen einfach ein Muss ist und auch deren versteckte Botschaften, nicht spurlos am Leser vorbeigehen. Toller Sammelband. Toller Schreibstil.


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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Verlag_Kremayr-Scheriaus avatar

    Worum geht's?

    Zwischen Melancholie, Aufbegehren und Wut: Elfriede Hammerl sucht nach den verdrängten Ängsten, Nöten und Wünschen ihrer langsam in die Jahre kommenden Figuren. Wenn die Zeit, die noch bleibt, weniger wird, kommen Abgründe zum Vorschein: Ob Beate, Carola oder Kurt – sie alle kämpfen an gegen verpasste Chance, Rollenbilder und die Erinnerung an die Verflossenen. Im Verborgenen werden die Säbel gewetzt und auf dem Parkett der schon lang erloschenen Zuneigung wird Stellung bezogen – Mann gegen Frau, Töchter gegen Mütter, Ehefrau gegen Ex-Geliebte, Jung gegen Alt.

    Die Erzählungen in „Alte Geschichten“ widmen sich den unangepassten Alten, den Angepassten, die aus ihrer Rolle ausbrechen wollen, und den gerade noch Jüngeren, die sich fragen, wie sie mit dem Näherrücken des Alters umgehen sollen. Und natürlich geht es auch um die alten Geschichten, die irgendwann einmal die Soll- und Habenseite einer Lebensbilanz ausmachen. Elfriede Hammerls „Alte Geschichten“ betreiben literarische Feldforschung auf dem Territorium des Lebensabends.

    Elfriede Hammerl

    schreibt Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Drehbücher und seit vielen Jahren eine Kolumne für profil. In Deutschland wurde sie durch ihr Drehbuch für den Fernsehfilm „Probieren Sie’s mit einem Jüngeren“ (Hauptrolle Senta Berger) und durch ihre Kolumnen in stern, Vogue, Cosmopolitan und Marie Claire bekannt. Die Autorin erhielt für ihre Arbeit zahlreiche Preise, u.a. den Publizistikpreis der Stadt Wien, den Frauenpreis der Stadt Wien, den Concordiapreis (in der Kategorie Menschenrechte), die Johanna-Dohnal- Anerkennung und den Kurt-Vorhofer-Preis.

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