Der Tod und das Mädchen

von Elfriede Jelinek 
4,3 Sterne bei4 Bewertungen
Der Tod und das Mädchen
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Inhaltsangabe zu "Der Tod und das Mädchen"

In diesem Band sind erstmals fünf Dramolette vereinigt, in denen Elfriede Jelinek die Mythen der Märchen und Medienwelt um- und überschreibt. «Der Tod und das Mädchen I» ist der Dialog eines Jägers mit Schneewittchen. Dornröschen im zweiten Text ist auch das kleine, dicke, hübsche, unschuldige, harmlose Land, das vom Prinzen Haider wachgeküsst wird. In «Der Tod und das Mädchen III» versucht Elfriede Jelinek mit Rosamunde die Existenz der Schriftstellerin zu fassen, und im vierten Stück Jackie zieht Jackie Kennedy laut Regieanweisung all ihre Toten, Jack, Bobby, Ari und die anderen, hinter sich her. Im fünften Drama schlachten zwei Dichterinnen, Inge (Bachmann) und Sylvia (Plath), einen Widder und ziehen ihn eine (unsichtbare) Wand empor.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783833302336
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:154 Seiten
Verlag:Berlin Verlag Taschenbuch
Erscheinungsdatum:29.01.2004

Rezensionen und Bewertungen

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    TinaGers avatar
    TinaGervor 5 Jahren
    Elfriede Jelinek - Der Tod und das Mädchen

    Frauen haben die Wahl zwischen Schönheit und Wahrheit, schreibt Elfriede Jelinek und eröffnet damit eine völlig neue Interpretation Schneewittchens Dilemmas. Dornröschen fragt sich, warum sie sich ihren Mr. Right nicht selber suchen kann. Das ist doch scheiße, oder? Das Monieren und Fluchen dieser herrlich fetten Sprache, derer sich Jelinek bedient, ist immer ein Quell von Freude. Ich liebe diese Autorin. Die neuen Deutungen alter Märchen, sind schlicht grandios. Für Jackie Kennedy und Marilyn Monroe lässt Jelinek Kleider und Frisuren sprechen. Das ist so traurig wie treffend, so unterhaltsam wie erdrückend. Ingeborg Bachmann und Sylvia Plath versuchen sich in einer unsichtbaren Wand zu spiegeln. Das ist armselig und doch sinnstiftend. Jelinek schafft es – wie immer – zu sagen, was immer schon mal gesagt werden musste. Die Macht der Geschlechter ist so alt wie die Welt. Zumindest so alt wie die Märchen, die wir uns erzählen.

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    Lilitus avatar
    Lilituvor 7 Jahren
    Rezension zu "Der Tod und das Mädchen I-V" von Elfriede Jelinek

    Zum INHALT:
    »Elfride Jelineks Prinzessinnen und Vorzeigedramen moderner Zeit begegnen uns als Wiedergängerinnen, die kein Prinz erlösen kann. Die Shakespeareschen Königsdramen haben in den Prinzessinnendramen ihr parodistisches Pendant gefunden.« (Klapptext)

    Das Buch enthält sechs Geschichten:
    - Der Tod und das Mädchen I (Schneewittchen)
    - Der Tod und das Mädchen II (Dornröschen)
    - Der Tod und das Mädchen III (Rosamunde)
    - Der Tod und das Mädchen IV (Jackie)
    - Der Tod und das Mädchen V (Die Wand)
    - Die Prinzessin in der Unterwelt (Statt eines Nachworts)

    Wie die Titel es schon direkt ansprechen, geht es in jeder Geschichte um eine weibliche Hauptprotagonistin und immer spielt der Tod eine Rolle. Der Aufbau der Geschichten erinnert an Theaterstücke, denn sie sind unterteilt in (eher kurze) Regieanweisungen und bestehen sonst nur aus Dia- bzw. Monologen.

    Aus »Der Tod und das Mädchen I (Schneewittchen)«:
    »Schneewittchen: Jetzt gehe ich durch die Krümmungen und Biegungen des Waldes schon seit Ewigkeiten, und was finde ich nicht? Zwerge!«

    Meine MEINUNG:
    Die ersten beiden Geschichten geben einen etwas anderen Blick auf die bekannten Märchen um Schneewittchen und Dornröschen wieder. Obwohl ich in meiner Kindheit sehr gern Märchen erst vorgelesen bekam und dann später selbst las und ich mich auch heute noch hin und wieder mit den verschiedensten Märchen und Sagen befasse, auch in adaptierten Fassungen, bin ich nie über eine derartige Deutung gestolpert. Diese beiden Geschichten haben mir einen ganz neuen Blickwinkel auf diese Märchen gegeben.
    In der vierten Geschichte, geht es um Jackie (Kennedy), die hier ebenso wie Dornröschen und Schneewittchen in einem ganz neuen Licht dargestellt wird, wie ich sie nie zuvor gesehen habe.
    Zwar sind die Geschichten mit ihren Regieanweisungen zur Inszenierung und den Dia- bzw. Monologen für die Theaterbühne geschrieben, aber auch so zum Lesen sind sie sehr ansprechend, wenn man sich erst mal auf dieses Format eingestellt hat. Wortschöpfungen und -spiele, Hinterfragungen des Grundthemas (Märchen wie bei Schneewittchen und Dornröschen, real existierende Personen wie Jackie Kennedy) und gleichzeitig dem realen Leben sorgen für eine anspruchsvolle, aber dennoch unterhaltsame Lektüre.
    Meine anfängliche Skepsis gegenüber der »Theaterform« hat sich schnell verflüchtigt, nachdem ich mich darauf eingestellt hatte und mich die Geschichten regelrecht gefangen haben.

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    Ein LovelyBooks-Nutzer
    Rosenrots avatar
    Rosenrotvor 4 Jahren

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