Die Klavierspielerin

von Elfriede Jelinek 
3,6 Sterne bei207 Bewertungen
Die Klavierspielerin
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Positiv (129):
DiagramLajards avatar

Was erst recht lustig anfängt, steigert sich zu einer Anhäufung menschlicher und zwischenmenschlicher Katastrophen. Tief schwarz, ganz groß.

Kritisch (38):
SicaUees avatar

Das vielleicht furchtbarste und verstörendste Buch, das ich je gelesen habe. Wer denkt sich so etwas bloß aus? Absolut nicht mein Fall!

Alle 207 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Klavierspielerin"

'Eine literarische Glanzleistung.' (Süddeutsche Zeitung)
Von ihrer Mutter wurde sie unerbittlich zur Pianistin gedrillt. Und nun findet die Klavierlehrerin Erika Kohut nicht mehr aus der Isolation heraus. Unfähig, sich auf das Leben einzulassen, wird sie zur Voyeurin. Als einer ihrer Schüler ein Liebesverhältnis mit ihr anstrebt, erkennt sie, dass sie nur noch im Leiden und in der Bestrafung Lust empfindet.
'Die Klavierspielerin' brachte Elfriede Jelinek den endgültigen Durchbruch. Michael Hanekes Verfilmung triumphierte auf dem Filmfestival 2001 in Cannes: Grand Prix der Jury und Darstellerpreise für Isabelle Huppert und Benoît Magimel. Die Autorin wurde für ihr Werk im Jahr 2004 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499158124
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.10.1986
Das aktuelle Hörbuch ist bei Hörsturz erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    JensvanderKreets avatar
    JensvanderKreetvor 9 Monaten
    Schwere Kost

    Das Buch ist vom Sprachstil her sehr komplex. Der Roman verfügt über eine eigene Satzmelodie, die sehr rhythmisch ist, aber das Lesen erschwert. Die Handlung ist - obgleich das Buch in den 1980er Jahren geschrieben wurde - durchaus sehr aktuell. Themen wie BDSM werden ja nach wie vor gerne nachgefragt.Ich würde nicht behaupten, dass Frau Jelinek meinen Unterhaltungsgeschmack trifft, aber es war sicherlich nicht verkehrt, diesen Roman mal gelesen zu haben.

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    awogflis avatar
    awogflivor 3 Jahren
    Ein Blick in die Untiefen der österreichischen Seele

    “Ein Heuriger am Wochenende spukt bereits in ihren Köpfen herum und vernichtet mehrere Kilo Gedankenmaterial. Der Alkohol wird den Rest besorgen. Land der Alkoholiker. Stadt der Musik.”

    Dieser wenig schmeichelhafte Blick ist nur der harmlose Auftakt ins böse Österreich, ein Blick hinter die Fassaden des Mozartkugeldreherlandes. Der imperiale touristische Zuckerguss, der alles überdeckt und erstickt wird abgekratzt und offenbart Furchterregendes. Lasst uns eintauchen ins Land der Gestörten, der Fritzls, der ewig Besoffenen – so wie Elfriede J. es sieht.

    Wie eine hundsgemeine forensische Pathologin seziert die Jelinek die Untiefen der österreichischen Seele, holt all die Boshaftigkeit, die Maden und den Eiter hervor, der unter der bürgerlichen Oberfläche brodelt. Aber auch Gastarbeiter, Ausländer, Männer im Allgemeinen, Männer im Speziellen, Mütter, Bobo-Mütter, junge Mädchen, StudentInnen, SchülerInnen, Musikliebhaber, Straßenbahnfahrer ….. alle kriegen sie ihr Fett ab, im Prinzip ist niemand vor ihr sicher, keiner ist harmlos.

    Alle bis in die letzten Details beschriebenen Sexszenen sind teilweise grotesk bis massiv gewalttätig – das ist wie bei einem Verkehrsunfall – man muss einfach hinschauen. Auch in der sehr ungesunden Mutter-Tochterbeziehung wird nicht mit Intrige, Manipulation, Perfidie, Drohung, Gewalttätigkeit und unangemessener sexualisierter Intimität gespart. So abartig!

    Diesen sprachlich perfekten, zynischen Rundumschlag der literaturpreisgekrönten Autorin habe ich durchaus erwartet, doch plötzlich blitzt in sehr vielen Szenen durch die clownesk-groteskte Konzeption der Situationen so etwas wie böser schwarzer Humor auf – die Frau ist doch tatsächlich irgendwie auch witzig – auf eine Monty-Python-Art nur wesentlich gruseliger, weil sie einfach zuviele Tabus gleichzeitig bricht. Das war irgendwie das Letzte, das ich bezüglich der Klavierspielerin erwartet hätte.

    Wenn die Jelinek als externe Beobachterin irgendwas beschreiben soll, ist sie spitzenklasse – böse, aber saugut. Soll jedoch in Szenen von den Hauptprotagonisten aus innerem Drang und Gefühlen die Handlung vorangetrieben werden, so bleibt die Autorin bei der Beschreibung dieser Innenansichten plötzlich unglaublich sprachlos und wirkt wirr, zerrissen, sprunghaft und inkonsistent bei der Konzeption einer durchgängigen Dramaturgie. Fast könnte man vermuten, die guten Szenen hat sie recherchiert und gesehen, die schlechten, die sie möglicherweise erlebt hat, fühlt sie aber leider nicht. Dies ist mein größter Kritikpunkt am Buch auf den letzten 80 Seiten.

    Es gibt viele Leute, die den Roman als furchtbar bezeichnen und ihn sogar hassen – sie haben alle Recht. Zwischen den Buchdeckeln offenbart sich ein Monstrositätenkabinett vollgespickt mit allen menschlichen Grausamkeiten & Abgründen, die man sich vorstellen kann und die nur schwer zu ertragen sind.
    Bereitet es mir igendwie Vergnügen hinter diesen dunklen Vorhang zu schauen? Ehrlich gesagt JA.

    Fazit: Ein sprachgewaltiges, gewaltiges, gewalttätiges Buch, das den Leser bei der Kehle packt und würgt, mit einem flachen letzten Viertel.

    Meine deutschen Buchklubfreunde, mit denen ich Die Klavierspielerin in einer Lesegruppe disktuierte, meinten, die beschriebenen Personen wären völlig irreal. Aus diesem Anlass habe ich eine Wien-Exkursion zu den sehr ungewöhnlichen Schauplätzen irgendwann im Sommer geplant, an denen man solche menschlichen Exemplare garantiert antreffen kann – anbei ein virtueller Rundgang zu den Locations des Buches:

    Kommentare: 6
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    dominonas avatar
    dominonavor 4 Jahren
    Komplexe

    Klavierlehrerin kann ein wundervoller Beruf sein, aber nicht, wenn man sein Leben lang den Frust über die eigene missglückte Karriere vor sich herschiebt und es nicht schafft, sich von der eigenen Mutter zu lösen. Dann kommt da dieser Jungspund, der unbedingt bei ihr Unterricht nehmen will und zwischen ihnen ist eine Anspannung, die eigentlich nur auf eine ganz spezielle Weise aus der Welt geschafft werden kann. Endlich hat sie mal das Sagen, endlich kommt sie los von der Vergangenheit, aber zu welchem Preis.
    Ein psychisch-sexuell sehr interessanter Roman, der einen gefangen nimmt, wenn man den Zugang erstmal gefunden hat.

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    SonnenBlumes avatar
    SonnenBlumevor 4 Jahren
    Die Klavierspielerin - Elfriede Jelinek

    Erika Kohut ist eine strenge Klavierlehrerin, die mit Ende 30 noch immer bei ihrer herrschsüchtigen Mutter wohnt. Ihre Mutter wollte sie immer zu einer großen Pianistin machen, aber geworden ist Erika „nur“ eine Lehrerin, die ihre Schüler genauso erniedrigt, wie sie es immer von ihrer Mutter wird. Zuhause hat sie keine Privatsphäre, da es in der Wohnung keine Schlüssel zu den Zimmern mehr gibt. Alle Freiheiten, die sich Erika nimmt, seien es der Besuch eines Pornokinos oder das längere Ausbleiben am Abend, werden von der Mutter mit Gewalt geahndet. Harre werden ausgerissen, Schläger verteilt. Später folgt die Versöhnung.
    Durch die Kontrolle, die ihre Mutter auf sie ausübt, entwickelt Erika den Hang zur Selbstverletzung, wird kleptomanisch und versucht durch harte Pornos zumindest etwas Gefühl in sich zu erzeugen, scheitert jedoch jedes Mal daran.
    Plötzlich tritt der Schüler Walter Klemmer in Erikas Leben, für den eigentlich nicht der Klavierunterricht im Mittelpunkt steht, sondern die Nähe zu Erika, die diese jedoch verweigert. Er möchte seine Professorin erobern, Erika ist damit aber vollkommen überfordert.
    In der nächsten Klavierstunde überreicht sie ihm einen Brief mit ihren geheimsten Wünschen, die extrem sadomasochistisch geprägt sind. Nach der Stunde folgt Walter ihr nach Hause und geht zusammen mit ihr in die Wohnung. Erika lügt ihrer Mutter vor, sie müsse noch etwas mit dem Schüler besprechen. In ihrem Zimmer schieben sie eine Kredenz vor die Tür. Die Mutter betrinkt sich aus Verzweiflung selbst, weil sie denkt, der junge Mann sei nur hinter Erikas Geld her.
    Erika bittet Walter, den Brief sofort zu lesen. Auf die Wünsche, die dort geschrieben stehen, reagiert er wütend und stürmt aus der Wohnung. Nach diesem Abend erscheint Werner nicht mehr zu den Klavierstunden und Erika wartet nach seinem Klarinettenunterricht auf ihn. In einer Putzkammer möchte Erika Walter durch Oralsex befriedigen, es kommt jedoch zu keiner Erektion. Aus Frust über sein sexuelles Versagen stürmt er aus der Kammer und ruft Erika in der Nacht an, sie solle ihm die Wohnungstüre öffnen.
    Als sie ihm aufschließt, stürmt er in die Wohnung, sperrt die aufgeregte Mutter, die mit der Polizei droht, in ein Zimmer ein und vergewaltigt Erika im Flur der Wohnung. Anschließend verlässt er ohne ein Wort die Wohnung.
    Am nächsten Tag bewaffnet sich Erika mit einem Küchenmesser und fährt in die Technische Hochschule, an der Walter studiert. Als sie ihn in einer Gruppe junger Leute mit einem Mädchen flirten sieht, nimmt sie das Messer aus ihrer Tasche und stößt es sich leidenschaftslos und ohne irgendeine Regung in die Schulter. Blutend geht sie nach Hause.

    Die Klavierspielerin ist ein extrem schwieriges Buch. Oft gestaltet es sich schwer, die Kernaussage der Geschichte herauszulesen, weil die Autorin gerne ausschweift und eine unglaubliche Menge an Information auf eine einzelne Seite packt.
    Ich habe weder einen Doktortitel der Psychiatrie, noch ein abgeschlossene Psychologiestudium, aber ich vermute, die Protagonistin hätte ganz dringend Hilfe gebraucht. So unter dem Kontrollzwang der Mutter zu stehen, kann nicht gesund für die menschliche Psyche sein. Das Problem äußert sich in Selbstverletzung und dem mehr als fragwürdigen Umgang mit Sexualität und Erregung.
    Auf der anderen Seite beschreibt das Buch aber mit Sicherheit auch ein weit verbreitetes Phänomen der Musikszene: Eltern, nicht ausschließlich Mütter, setzten ihre Kinder unter enormen Druck, um diese auf Erfolg zu drillen. Aber oft, so wie in Erikas Fall, geht dieses Vorhaben schief und herauskommt eine verkorkste Persönlichkeit, die in der Gesellschaft keinen richtigen Platz hat und mit so alltäglichen Dingen wie Liebe und Sexualität nichts anzufangen weiß.

    Es geht aber nicht nur um den Zwang zum Erfolg, sondern auch um eine Mutter-Tochter-Beziehung, die stellenweise mehr als kaputt ist. Die Mutter sieht in ihrer Tochter nicht mehr als ein Anlagemittel, das das Geld für eine Eigentumswohnung beschafft. Nachdem sie den Vater schon verjagt hat, ist das die einzige Möglichkeit, aus der Bruchbude, in der im Moment gehaust wird, heraus zu kommen.

    Das Buch ist wirklich alles andere als einfach und es wirkt noch lange nach. Zusätzlich und als Vergleichsmittel habe ich mir den Film angeschaut, der sehr gut umgesetzt ist und das Gelesene unglaublich eindringlich wiedergibt.

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    Brentinis avatar
    Brentinivor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek

    Pervers ist sie, Voyeurin, Besucherin des schmuddeligen Pornokinos am
    Bahnhof, wo türkische und jugoslawische Gastarbeiter verkehren, oder
    eine, die den Paaren im Stadtpark hinterher spioniert. Doch am Ende ist
    sie nur die kleine, devote Tochter ihrer alten Über-Mutter in einer
    spießigen Wiener Wohnung, wo es nach Bodenwachs und Stärke riecht. Am
    neuen Tag schlüpft Erika Kohut, Ende 30, aber wieder in ihre Rolle als Klavierspielerin
    bzw. als strenge und gnadenlose Klavierlehrerin am bekannten Wiener
    Konservatorium. Sie entscheidet über die Schicksale der (un)talentierten
    Schüler, deren Tränen sie gar nicht berühren. Doch da ist auch ein
    junger Mann, ihr Student Walter Klemmer, der ihr – in Sachen der Gefühle
    – möglicherweise gefährlich werden kann und ihr altes Leben, aus dem
    sie sich eigentlich nicht befreien will, durcheinander bringen kann. Die
    Klavierspielerin der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek gehört zu den
    umschtrittensten Romanen der neueren deutschsprachigen Literatur.
    Jelinek scheut sich nicht vor dem Tabubruch, den sie mehrmals in ihrem
    Roman aus dem Jahr 1983 begeht. Sie macht es allerdings auch so
    erfolgreich, dass ich als Leser (teilweise auch beeinflußt durch den
    gleichnamigen Film mit Isabelle Hupert) bei der Lektüre das Gefühl
    hatte, die Jelinek ist eigentlich die Kohut selbst. Die Autorin verkörpert
    sie literarisch so perfekt und beschreibt pedantisch nicht nur ihre
    dunkle Sicht der Sexualität, in der es um Macht und Gnade geht, sondern
    fühlt mit Leben auch ihre Ängste vor der dominanten Mutter, deren
    Beziehung manche Literaturkritiker auch unter den psychoanalytischen
    Gesichtspunkten deuten wollten. Allerdings gibt es auch Kritiker wie
    Marlies Janz, die sagen, dass: “Die psychoanalytische Deutung dieser
    Mutter-Tochter-Beziehung also nicht erst in der Interpretation geleistet
    werden muss, sondern vom Text selbst explizit gemacht wird”.

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    Sokratess avatar
    Sokratesvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek

    Ein faszinierendes und gleichermaßen verstörendes Buch! - Einerseits faszinierend, da ein unglaublich schwieriger menschlicher Charakter Gegenstand des Buches ist, ebendieser Charakter wird aufgrund seiner Fremdheit jedoch auch enorm verstörend. Dennoch verschlingt man das Buch; will das Ende wissen, liest abgestoßen und fasziniert zugleich weiter. Eine einprägsame Lektüre und auch nicht nur den ebenso guten französischen Film mit Isabelle Huppert ersetzbar!

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    MellepoPelles avatar
    MellepoPellevor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek

    Ich habe nun zum zweiten Mal versucht dieses Buch zu lesen und bin wieder gescheitert. Obwohl ich nun länger durchgehalten habe als beim letzten Versuch vor circa zwei Jahren, ist dieses Buch für mich ein absoluter Krampf!
    Nach knapp der Hälfte musste ich es wieder weg legen. Ich werde es, vorerst, nicht noch einmal probieren. Schade eigentlich - denn das Thema interessiert mich sehr!

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    MartinaBookaholics avatar
    MartinaBookaholicvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek

    Handlung:
    Eine Klavierlehrerin, deren Kindheit durch den harten Drill ihrer Mutter zur Pianistin brutal verlief, entdeckt dass sie unfähig ist, aus ihrer eigenen Isolation, die sich selber geschaffen hat, auszubrechen. Erste Versuche aus ihr auszubrechen bestehen darin ihre sexuelle Lust als Voyeurin neu zu entdecken. Später findet sie ihre Lust, mit der Hilfe einer ihrer Schüler und mit der Kunst der Bestrafung und des „lustvollen Leidens“, wieder.
    .
    Meine Gedanken:
    Ich habe dieses Buch selber nie zu Ende gelesen, da mich schon der Anfang nicht gepackt hat und es meiner Meinung nach auch immer schlechter geworden ist. Irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich einfach nicht mehr weiterlesen wollte, weil dies eine Geschichte ist, aus der ich einfach nichts Positives ziehen kann. Die Charaktere sind verschroben und leiden und können mir absolut keinen Funken Sympathie abringen. Für viele mag dieses Buch ein Meisterwerk darstellen und finden es positiv, dass Jelinek sich mit einem problematischen Charakter und einem Tabuthema beschäftigt, aber ich finde, man kann es auch anders angehen und muss den Schreibstil dann nicht auch noch anpassen und vulgäre Wörter benutzen oder detailliertest die ekligsten Szenen beschreiben.
    .
    Cover:
    Auch das Cover spricht mich überhaupt nicht an, was aber dafür passend zu der Geschichte ist, die mich ebenfalls nicht im Geringsten begeistert hat.
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    Fazit:
    Ein Buch das ich keinem weiter empfehlen würde und ich mit Sicherheit nicht noch einmal anrühren werde… egal was ansonsten meine Prinzipien sagen „jedes Buch zu Ende lesen zu wollen“.
    .
    .
    Plot:
    A female piano teacher, whose childhood was brutal because of her mother’s stern drill to a pianist, explores that she is unable to free herself of her isolation, which she has created all by herself. First attempts, to break free and to gain some sexual feelings again, bring her to be a voyeur. Later she also experiences with one of her students that she only capable of feeling lust, if she uses uncommon methods which are painful.
    .
    My thoughts :
    I never finished this book till the end because I didn’t like the beginning and afterwards in my opinion it only got worse. At some point I just couldn’t keep reading and had to put the book away, because the story hadn’t one good thing in it. Even the characters were weird and suffered all the time and I couldn’t gain one inspiring spark or any sympathy. Maybe this book was for some readers a good book or the even liked it or they appreciate the work which Jelinek has done, to write about problematic and haunted characters and about a taboo topic. But I think that if you write about such problematic things you don’t have to use such a vulgar language all the time and don’t have to describe in the tiniest detail the most disgusting things… and that throughout the book. I didn’t see the sense in it- I think there would be better ways.
    .
    Cover:
    I even don’t like the cover, it was boring – but it isn’t a surprise for me, because I can’t feel any sympathy for the whole book, at the in- &outside.
    .
    All in all:
    This is a book I would never recommend to anyone and I won’t try to read it again in the future, although I’ve to disregard my principle ‘to finish every book I start”.

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    Schumi_HBs avatar
    Schumi_HBvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek

    Die Hauptperson des Romans, Erika Kohlhut, ist Klavierlehrerin am Wiener Konservatorium. Sie lebt mit Ende 30 immer noch mit ihrer Mutter zusammen und teilt mit ihr Tisch und Bett. Die Mutter sieht die Tochter als ihren Besitz an und treibt sie an zu einer Karriere als Pianistin. Diese erdrückende Enge und penible Kontrolle durch die Mutter lässt Erika emotional verwahrlosen. Heimlich flüchtet sie in selbstverletzendes Verhalten und Voyeurismus. Völlig unerfahren mit dem anderen Geschlecht und unfähig zu menschlicher Nähe, geht sie eine Beziehung mit einem ihrer Schüler ein. Das krasse Beziehungsmuster zu ihrer Mutter wiederholt sich und mündet letztlich in einem Desaster.

    Dieses Buch dient in keiner Weise als leichte Unterhaltungsliteratur, sondern es zeigt mit drastischen bildreichen Worten das gestörte und eskalierende Verhältnis von Mutter zu Tochter. Die Tatsache, dass der Roman autobiografische Züge trägt, lässt vielleicht andeutungsweise erklären, was in einem Geist vorgehen muss, der ein solches Werk schreiben kann. Mit Sätzen die so geschliffen sind, wie die Rasierklingen, die Erikas Selbstverletzung dienen, fährt die Autorin ein schweres Geschütz in Richtung ehrgeiziger Eltern auf, die ihrem Nachwuchs Kindheit und Jugend nehmen, um ihre eigene Eitelkeit zu befriedigen. Die mit drastischen Worten beschriebenen Szenen der Autoagression und Voyeurismus ließen mir die Kehle zuschnüren. Jelineks ausgefeilte Kunst, mit der sie ihr Können als Autorin darstellt, war für mich allerdings faszinierend und für mich ein Grund, das Buch nicht mit Entsetzen beiseite zu legen, sondern eisern bis zum Ende zu lesen. Obwohl sie im Text weitestgehend auf die sonst übliche gekennzeichnete wörtliche Rede verzichtet, gelingt es der Autorin bildhaft, mit reichhaltig Metaphern verstärkt und teilweise mit vulgären Worten, diese düstere Geschichte am inneren Auge des Lesers vorbei ziehen zu lassen.

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    Asaviels avatar
    Asavielvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek

    Inhalt: Erika Kohut darf schon als Mädchen kaum, am besten gar nicht, mit den anderen Kindern spielen. Sie soll eine bekannte Pianistin werden, wird von der Mutter nicht nur gedrillt, sondern auch ständig überwacht.
    Mit Ende 30 lebt sie weiterhin mit ihrer Mutter zusammen, schläft mit ihr im Ehebett. Weiterhin wird sie ständig überwacht. Aus dem Pianistin-Traum ist nichts geworden. Stattdessen ist sie nun Lehrerin. Nur mit Lügengeschichten kann sie ihrer Mutter immer kurzzeitig entfliehen. Sie entflieht, um zur Voyeurin zu werden, überwacht nicht nur ihre Schüler, sondern sucht auch Plätze der käuflichen Liebe auf, um ins Innere der Menschen zu schauen.
    Als ein Schüler sich in sie verliebt und sich vornimmt sie zu erobern, ist Erika völlig überfordert. Doch dann teilt sie ihm ihre geheimsten Wünsche mit, was wiederum ihn scheinbar vor unlösbare Herausforderungen stellt.
    Meine Meinung: Am Ende bleibt Entsetzen. Dieses Buch ist keine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, sondern es zeigt eine Beziehung zwischen Mutter und Tochter auf, die sich keiner wünscht. Erika flüchtet vor sich selbst und verliert sich dabei beinahe. Wenn sie zur Voyeurin wird, wird es der Leser ebenso. Die Abscheu des Lesers deckt sich dabei wohl mit der der Protagonistin.
    Einige Szenen sind keineswegs jugendfrei, schon nicht mehr erotisch, eher pornographisch. Dies sollte jedem Leser vorher bewusst sein. Dabei lässt die klare, deutliche Sprache dem Leser einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
    Fazit: Wie gesagt, zur Unterhaltung dient dieser Roman sicherlich nicht. Er sollte nur gelesen werden, wenn man sich selbst gerade in guter Tagesverfassung befindet. Die Möglichkeiten zur Interpretation sind aber herausragend und mit Erschrecken muss hier die Leistung der Autorin gewürdigt werden. Es bietet die Möglichkeit für "ein besseres Verstehen über perverse Formen 'abweichenden' Verhaltens" (Norbert Schachtsiek-Freitag, "Frankfurter Rundschau").
    Ich vergebe 2,5 von 5 Punkten.

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