Elia Barceló Das Rätsel der Masken

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Inhaltsangabe zu „Das Rätsel der Masken“ von Elia Barceló

Was Amelia und Raúl verband, scheint unzerstörbar und hinter einer Mauer des Schweigens verborgen. Bis ein anderer Mann in Amelias Leben tritt und die Schatten der Vergangenheit heraufbeschwört. Ein Roman wie ein tödlicher Maskenball mit wechselnden Verkleidungen und unvorhersehbarem Ausgang – die Geschichte eines diabolischen Spiels namens Liebe.

Die beiden Erzählzeiten verschmelzen zu einer ebenso spannenden wie grandios geschriebenen Geschichte mit einem genialen Ausgang.

— Barbara62
Barbara62

Spannendes Polit-Drama mit gut verzweigten Geschichten der Charaktere. Für Schriftsteller gut geeignet!

— Bella_Marina
Bella_Marina

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  • Wer war Raúl de la Torre?

    Das Rätsel der Masken
    Barbara62

    Barbara62

    05. January 2016 um 21:04

    Thematisch hat mich dieser Roman an Der Schatten des Windes oder Nachtzug nach Lissabon erinnert, denn auch hier geht es um die Suche nach einem Autor. Trotzdem sind alle drei Romane natürlich einmalige Leuchttürme in der Literatur. Ariel Lenormand, 42 Jahre alt, Hispanist an der Universität Heidelberg, geschieden und kinderlos, ist ein bedingungsloser Bewunderer des (fikitiven) argentinischen Autors Raúl de la Torre. Um für eine Biografie über ihn zu recherchieren, kommt er nach Paris. De la Torre wurde 1922 in Buenos Aires geboren, lebte ab 1951 in Paris und war Verfasser zweier Romane und zahlreicher Gedichtbände und Kurzgeschichten. 1959 ging er eine Ehe mit Amelia Gayarre ein. Nach der Scheidung 1976 heiratete er völlig überraschend eine polnische Verlegerin, die er allem Anschein nach nicht liebte und die ihn zu einem politischen Schriftsteller machte. Die zweite Ehefrau starb 1979 durch einen Autounfall aufgrund manipulierter Bremsen. 1985 outete er sich als Homosexueller, 1991 nahm er sich das Leben. Für Ariel Lenormand stellen sich viele Fragen: Warum hat de la Torre nach seiner ersten Ehe keinen Roman mehr geschrieben? Warum ließ er sich scheiden und vor allem: Warum ging er die zweite Ehe ein? Wer manipulierte er das Auto seiner zweiten Frau? Und warum hat er sich geoutet? Mit Hilfe des Verlegers und der ersten Ehefrau de la Torres versucht Lenormand, Antworten auf diese Fragen zu finden. Dabei kommt er Amelia immer näher und das Bild des verehrten Schriftstellers bekommt immer mehr Risse... Der über 500 Seiten lange Roman der Spanierin Elia Barceló hat mich ungemein gefesselt, insbesondere die Schilderungen des Pariser Intellektuellenmilieus der 1950er- bis 1970er-Jahre. Die beiden Erzählzeiten verschmelzen zu einer ebenso spannenden wie grandios geschriebenen Geschichte mit einem genialen Ausgang.

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  • ~ Ist die Welt auch nicht die Liebe... ~

    Das Rätsel der Masken
    ShadowOfBlue

    ShadowOfBlue

    16. August 2013 um 09:19

    ~ ..., die Liebe ist die Welt. ~ (Dr. phil. Manfred Hinrich)Ein beliebtes Weihnachtsgeschnk für mich ist ein Buch - ich lese gerne und hier bin ich auch eigentlich nicht sehr wählerisch. Nur um Liebesromane und historische Romane mache ich gerne einen Bogen, wenn es sich vermeiden lässt. Unter anderem konnte ich dieses Jahr unter dem Tannenbaum "Das Rätsel der Masken" von Elia Barceló finden - auf den ersten Blick riss es mich allerdings nicht vom Hocker. Meine ersten Assoziationen zu Titel und Aufmachung waren "Venedig" - vermutlich durch die Masken - und "Mittelalter" (wieso auch immer), sowie Liebesgeschichte - durch das Cover bedingt. Wie man sich doch täuschen kann, aber dazu später mehr.Elia Barceló ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine gebürtige Spanierin. Nachdem sie in halb Europa Anglistik, Amerikanistik und Hispanistik studierte, unterrichtet Barceló heute selber an der Universität in Innsbruck. Aus ihrer Feder sind bisher bereits jeweils 6 Romane sowie Jugendbücher entsprungen, "Das Rätsel der Masken" ist nun ihr 7. Roman. (Quelle, wikipedia.de) Wie man schon merkte, nahm ich das Buch mit mehr oder weniger gemischten Gefühlen entgegen. Auch der Klappentext hält sich eher bedeckt, auf Anhieb weiß man nicht genau, womit man es zu tun haben wird. Doch als das Buch an der Reihe war, habe ich mich "wagemutig" draufgestürzt und bin mit den Seiten immer tiefer in die Geschichte von Ariel, Amelia, André und Raul versunken.Ariel Lenormand, genannt Ari, ist Dozent an der Uni Heidelberg. Sein Ziel - eine lückenlose Biografie über den argentinischen Schriftsteller Raul de la Torre zu verfassen. Aus diesem Grund vermittelt André, ein alter Freund aus Paris, der auch Verleger von Raul war, ein Treffen mit Rauls Ex-Frau Amelia. Doch Amelia gibt sich verschlossen über Raul, der sich damals von ihr hat scheiden lassen, um die Polin Amanda zu heiraten, sich nach deren Tod zur Homosexualität bekannt hat und später mit dem jungen Hervé sein Leben verbrachte. Ein paar Jahre nachdem dieser dann an Aids starb, nahm sich Raul selber das Leben. Aris Ziel ist es, mehr über die Gründe zu erfahren, aber auch mehr über Rauls Persönlichkeit. Von Gespräch zu Gespräch werden jedoch Erinnerungen in Amelia wach, die sie lieber im Verborgenen gelassen hätte. Dennoch schöpft sie im Laufe der Zeit immer mehr Vertrauen zu Ari, der sich auf eine unerklärliche Weise zu Amelia hingezogen fühlt. Teils durch Zufall, teils durch Amelia gelangen immer mehr dunkle Geheimnisse der Vergangenheit ans Tageslicht, die für alle Beteiligten zwar Fragen klären, aber auch wieder neue stellen. Nur, wer alles weiß, wird am Ende das Puzzle zusammenfügen können, es ist aber nicht jeder bereit, sämtliches Wissen zu teilen. Wird Aris Biographie ein Erfolg? Werden alle Fragen geklärt? Was wird aus Ari und Amelia? Dies alles möchte ich vorab nicht verraten, auch weil ich ansonsten zu sehr ins Detail gehen müsste. Doch ich kann sagen, es bleibt bis zur letzten Seite spannend.Wie anfangs schon angedeutet, habe ich keine zu hohen Erwartungen in dieses Buch gesetzt. Letztendlich wurde ich jedoch mehr als positiv überrascht. Was unspektakulär beginnt, steigert sich immer mehr in ein Versteckspiel der einzelnen Charaktere. Keiner ist bereit, all seine Informationen preiszugeben - nicht mal Ari teilt all seine Rechercheergebnisse mit Amelia. Der Leser allerdings ist allen immer einen Schritt voraus, denn keine der Figuren steht im Mittelpunkt. Man erlebt das Jetzt im Zuge von Aris Recherchen, aber auch die Vergangenheit durch Rückblenden aus Amelias Erinnerung, die sie in Briefen an Ari niederschreibt - diese bleiben allerdings vorerst noch in ihrem Besitz, ob Ari diese jemals zu Gesicht bekommen wird ist, wie sie immer wieder schreibt, noch nicht klar. So kann man als Leser das Puzzle wesentlich besser zusammenfügen, kennt man doch die Zusammenhänge. Geht dadurch die Spannung verloren? Nein, definitiv nicht, denn auch mit den einzelnen Informationen fehlen immer noch ein paar Puzzleteile zur Auflösung aller Fragen, die Rauls Leben offen ließ. Auch dadurch, dass nur Stück für Stück weitere Informationen preisgegeben werden, formt sich das Gesamtbild nur langsam. Und wie heisst es so schön? Es kommt immer anders, als man denkt. Auch in "Das Rätsel der Masken" ist dies der Fall, denn die Geschichte nimmt immer wieder überraschende Wenden an. Mit neuen Erkenntnissen werden alte Fragen geklärt, jedoch meist neue wieder aufkommen. War der Tod von Amanda kein Unfall? Wenn nein, wer steckt dahinter? Wenn nicht Liebe der Grund für Rauls Scheidung war, was dann? Letztendlich gibt sich jeder Charakter des Buches nur aus einem Grund so verschlossen - jeder hat sein dunkles Geheimnis, das nicht ans Tageslicht gelangen soll. Amelia hat ihres, André hat seins, selbst Andrés Lebensgefährte Yves weiß mehr, als er jemals erzählt hat. Dieses Versteckspiel ist aber nur ein Teil des Buches. Neben der detektivischen Aufklärungsarbeit Aris, die dem Buch einen Hauch von Krimi verleiht, finden wir alle möglichen Genres wieder. Auch die Liebe darf natürlich nicht zu kurz kommen, nimmt gegen Ende sogar einen immer wichtigeren Platz ein. Doch ein Liebesroman wird es dadurch noch lange nicht. Dramatik sowie Komik findet man auch oft genug in der Geschichte wieder - teilweise sogar ineinander verknüpft. Ist es schlimm, wenn man an traurigen Stellen schmunzeln muss? Nein, ich denke nicht - und dies scheint auch Elia Barcelo so zu sehen, denn komplett Ernst bleibt dieses Buch nicht überall. Gerade die sehr komplizierte Beziehung zwischen der kühlen Amelia und dem neugierigen Ari bietet einige Vorlagen für ein Lächeln - jedoch ohne das Buch ins Lächerliche abdriften zu lassen.Sprachlich ist "Das Rätsel der Masken" sicherlich eher im anspruchsvolleren Bereich eingeordnet, passt dadurch aber wunderbar zur Geschichte. Auch diese ist nicht ganz einfach hier geht es ja auch nicht um Otto Normalverbraucher aus dem Ruhrgebiet, nein, es geht um die Ex-Frau eines gefeierten Schriftstellers, die neben ihrer Liebe zu Raul auch eine Liebe für's Schreiben hatte - um einen Professor der Literatur, der Fakten für die Biografie sucht und um die Liebe im allgemeinen, die sich immer wieder, wie ein roter Faden zwischen den einzelnen Schicksalen und Erinnerungen hindurchzieht. Die Liebe zwischen Frau und Mann, zwischen Mann und Mann, zwischen jung und alt - in vielen Variationen findet sie sich in Barcelos Werk wieder, doch genauso vielseitig wie die Liebe ist auch dieses Buch. Fantasie trifft Realismus, Erinnerung trifft Gegenwart, Freude weicht Trauer und wird wieder zu Freude - innerhalb von 2 Zeilen kann sich alles wieder ändern, und gerade dies macht die Spannung aus, die den Leser an dieses Buch fesselt. Nach der Lektüre von Andrea Maria Schenkels "Kalteis" hat mich der ausschmückende Stil Barcelos zwar ein wenig erschlagen - dennoch liest es sich erstaunlich leicht. Auf keinen Fall ist es die leichte Lektüre für zwischendurch, man sollte sich schon ein wenig Zeit nehmen - nicht zuletzt, weil man das Buch nicht sofort wieder weglegen mag, auch dadurch, dass man die Geschichte von Amelia, Ari & Co. meist ein wenig sacken lassen muss. Mir persönlich spukte die Geschichte auch noch Stunden, nachdem ich das Buch zur Seite legen musste, im Kopf herum. Man liest sicher, dass ich aus dem Schwärmen kaum noch herauskomme, doch auch die euphorischste Lobeshymne muss irgendwann zu einem Ende kommen, genau wie jedes Buch. Für mich war es ein unvergleichbares Erlebnis, dieses Werk gelesen zu haben - vergleichen mit einem anderen Buch könnte ich es auf keinen Fall. Dies mag aber auch daran liegen, dass ich bisher eher zu anderen Genres gegriffen habe. Autoren wie Stephen King fesseln den Leser durch extreme Spannung, Wladimir Kaminer fesselt durch seinen trockenen Humor, aber Elia Barcelo hat ein Buch geschaffen, dass sowohl durch die Charactere, durch die Handlung als auch durch den Stil den Leser verleitet, dieses Buch nicht mehr so schnell aus der Hand zu legen.Für mich bleibt hier nur ein Fazit übrig - Kaufen, sofort. Ohne die geringste Einschränkung kann ich dieses Buch empfehlen, denn sogar das Ende hat etwas für sich. Nicht ganz abgeschlossen, aber auch nicht komplett offen bildet es einen guten Abschluss für die Geschichte. Man quält sich nicht mit der Frage "Wie geht es wohl weiter", nein, man kann dieses Ende auch als Ende akzeptieren. Von alleine wäre ich sicherlich nie auf die Idee gekommen, bei diesem Roman zuzugreifen, damit keinem anderen dieser Fehler passieren könnte, entstand dieser Bericht. 5 Sterne, leider stehen nicht mehr zur Verfügung, und eine uneingeschränkte Empfehlung von meiner Seite aus - die nächsten Bücher, die ich lese, werden wohl alle im Schatten von Elia Barcelo stehen und eine harte Probe vor sich haben.

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  • Maskenball in Paris

    Das Rätsel der Masken
    Stefan83

    Stefan83

    06. October 2011 um 15:34

    Selbst Buchhändler brauchen hin und wieder mal einen Tipp für ihre nächste Lektüre. Auch ich bin da keine Ausnahme. Nachdem mich "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón derart begeistert hatte, suchte ich im Belletristikregal unserer Buchhandlung nach ähnlichen Titeln, wenn möglich spanischer Herkunft. Auf die Empfehlung meiner Kollegin hin, fiel mein Blick dann auf Elia Barcelós "Das Rätsel der Masken", das mich trotz eher abschreckenden Covers aufgrund des Klappentexts ansprach. Und das obwohl ich eigentlich mit Romanen nichts anfangen kann, in denen der Plot nur auf dem Hin und Her von Beziehungen fußt. Meine Besorgnis hinsichtlich zuviel Kitsch und billiger Liebesthematik ward aber bereits nach wenigen Seiten wie weggeweht, denn auch Barcelós Werk vermag auf Anhieb in den Bann zu ziehen. Im Mittelpunkt des Romans steht der junge Philologe Ariel Lenormand, der nach Paris reist, um dort eine Biographie über den von ihm sehr verehrten argentinischen Schriftsteller Raul de la Torre zu schreiben, der sich im Jahre 1991 in der Stadt der Liebe das Leben genommen hat. Sein eigener Verleger Andre, ein alter und sehr enger Freund de la Torres, öffnet ihm dabei Türen und macht ihn unter anderem mit dessen Witwe Amelia bekannt, welche Ari auf seiner Suche nach der Wahrheit immer wieder auf falsche Fährten schickt. Was als wissenschaftliche Studie begonnen hat, entwickelt sich allzu bald zu einer detektivischen Ermittlung. Das Leben von Raul und viele seine Handlungen werfen Fragen auf: Was für ein Geheimnis verbirgt sich hinter den Werken des Schriftstellers? Wie sahen die wahren Umstände des Todes seiner zweiten Frau aus? Warum sein spätes Bekenntnis zur Homosexualität? Und was trieb ihn eigentlich zum Selbstmord? Nur sehr langsam und durch Zufall setzt Ari dieses Mosaik von Rauls Leben zusammen und rührt dabei an Lebensgeheimnissen- und lügen, was es ihm immer schwieriger macht, zwischen Wahrheit und vermeintlicher Wahrheit zu unterscheiden. Dabei gerät er stetig tiefer in den Bannkreis der schönen Amelia... und scheint damit selbst ein Teil der Biografie Rauls zu werden. Elia Barcelós Roman thematisiert die Subjektivität der Wahrheit ebenso wie das verwirrende Geflecht menschlicher Beziehungen und spielt auf geschickte Art und Weise mit verschiedenen Zeitebenen. In Rückblicken erhellt die Autorin die Vergangenheit, lässt dabei aber immer noch genug Spielraum für eigene Überlegungen seitens des Lesers. Die Wirkung ist eine enorme Sogkraft, die der Roman trotz eigentlicher unspektakulärer Schreibweise auf den Leser ausübt. Krimi, Beziehungsdrama, Liebesgeschichte, psychologische Fallstudie. Barceló wirft all diese Genreelemente in einen Mixer. Das Ergebnis ist eine kunstvolle Geschichte voll Tragik, die man nur schwer aus der Hand legen kann. Allein der Schluss mit dem leider zu offensichtlich konzipierten Ende nimmt dem Roman etwas von seiner Faszination und verhindert eine höhere Wertung. Insgesamt ist "Das Rätsel der Masken" aber eine wunderschöne zeit- und alterslose Liebesgeschichte, die auf elegante und leichte Art bestens unterhält. Zutiefst menschlich, anrührend und nur schwer aus der Hand zu legen.

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  • Rezension zu "Das Rätsel der Masken" von Elia Barceló

    Das Rätsel der Masken
    walli007

    walli007

    23. June 2011 um 21:03

    Ein genialer Schriftsteller? Die große Liebe von Raul und Amelie vergeht mit der Zeit. Trotzdem bleiben die beiden für den anderen die Menschen des Lebens. Zwar finden sie andere Partner und führen ein eigenes Leben, dennoch sind sie aneinander gekettet. Erst nachdem Raul, der einst so bekannte Schriftsteller, schon lange gestorben ist, versucht Ari seine Biographie zu schreiben. Dazu fährt er nach Paris, um die Menschen kennen zu lernen, die damals mit Raul in Verbindung standen. Hier habe ich lange überlegt, ob ich überhaupt eine Rezi schreiben soll. Nachdem ich "Töchter des Schweigens" gelesen hatte, mit dem mich die Autorin sehr erfreut hatte, habe ich mich sehr auf diese Lektüre gefreut. Doch diesmal wurde ich enttäuscht. Diese Geschichte gefiel mir einfach nicht. Die Idee des geheimnisumwitterten Autors und seines Biographen fand ich eigentlich sehr ansprechend. Da hatte ich mir tolle Geheimnisse ausgemalt, Dinge, die der Autor zu verbergen hatte. Dramen, die sich der Protagonist aus kleinen Informationsfetzen zusammenreimen muss. Das kam auch alles in dem Buch vor, aber seltsamerweise hat es mich überhaupt nicht gepackt. Die Handlung besteht aus so vielen verschiedenen Perspektiven, die ich erfassen musste und auch erfassen konnte, die mich im Grunde jedoch letztlich genervt und gelangweilt haben. Ich könnte mir vorstellen, dass mir das Buch besser gefallen hätte, hätte ich mich nur mit den Ansichten einer oder zweier Personen befassen müssen. Doch vielleicht hätte auch das nicht geholfen. Die Geschichte des Raul mit seinen Brüchen kam für mich einfach nicht authentisch rüber, ich konnte nicht mit- oder nachfühlen, mich nicht in das Geschehen hineinversetzen. Schade eigentlich, lag aber sicherlich an mir.

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  • Rezension zu "Das Rätsel der Masken" von Elia Barceló

    Das Rätsel der Masken
    charlot

    charlot

    24. February 2011 um 09:37

    Ein wunderbares Spiel um Liebe, Verrat, Täuschung und Veränderung. Alles verändert sich, die Liebe zwischen dem vestorbenen Schriftsteller Raul und seiner Frau Amelia, die Beziehung seines Biographen Ari zu seinem Werk - alles ist im Fluss. DIe Handlung ergreift den Leser mit all seinen Sinnen und er begleitet die zentralen Figuren Raul, Amelia und Ari auf ihrer Reise durch ihr Selbst. Die Sprache ist wunderschön und die teliweise surreale Handlung entführt den Leser in eine Welt, in der alle menschlichen Neigungen ausgelebt werden. Sehr zu empfehlen für Leser, die sich gerne mit einem puzzleähnlichen Zusammenspiel der Handelnden auseinandersetzen und dabei ihre eigenen Vermutungen anstellen.

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  • Rezension zu "Das Rätsel der Masken" von Elia Barceló

    Das Rätsel der Masken
    Ailis

    Ailis

    03. April 2010 um 16:25

    Dieses Buch war ein wahrer Lesegenuss und das, obwohl es seine Leser ganz schön aufzuwühlen vermag! Nichts ist so, wie es scheint und nichts ist letztlich sicher - das ist die Botschaft, die ich mir als Quintessenz aus dieser Lektüre gezogen habe. "Das Rätsel der Masken" handelt von Ariel "Ari" Lenormand, einem jungen Akademiker aus dem Elsaß, der eine Biographie schreiben möchte über den bereits verstorbenen Autor Raúl de la Torre. Raúls bester Freund und ehemaliger Verleger André steht ihm dabei hilfreich zur Seite und vermittelt ihm den Kontakt zu Amelia Gayarre, der Ex-Frau de la Torres, die auch sein Vermächtnis verwaltet. In vielen Gesprächen und Briefen erfährt Aris Bild seines Idols Raúl einige schwerwiegende Korrekturen und es scheint ihm unmöglich, sein Buch zu schreiben, wenn es noch so viele Lücken und Ungewissheiten im Leben des Schriftstellers gibt. Amelia behält vieles aus ihrem gemeinsamen Leben mit Raúl für sich, manches kann sie sich nach all den Jahren auch selbst immer noch nicht erklären. Warum hatte er sie nach 20 Jahren Ehe für eine Frau verlassen, über die sich beide eigentlich immer lustig machten? Warum sah Raúl nach dem Tod seiner zweiten Frau Amelia mit anderen Augen, woher kam sein leiser Groll gegen sie? Und warum fügte er kurz vor seinem Tod den vielen Verletzungen, die er Amelia angetan hatte, die schlimmste noch hinzu? Der Leser muss in diesem Roman vielen Spuren und Hinweisen folgen. Dabei ist es manchmal schwer auseinanderzuhalten, welche Informationen nun jeder der einzelnen Protagonisten für sich genommen kennt. Es gibt Briefe, die Amelia an Ari schreibt, die sie jedoch nicht abschickt. Es gibt Briefe und Hinweise, die Ari findet, sie aber nicht mit allen teilt. Es gibt die Gedanken Amelias und Andrés, in die der Leser einen Blick werfen darf, die anderen jedoch nicht. Es gibt auch seltene Einblicke in Raúls Gedanken, von denen niemand weiß außer ihm. Am Ende ergeben all diese Fragmente, die Perspektiv- und Zeitsprünge ein großes Ganzes, doch nach der Lektüre dieses Buches dürfte niemand mehr daran glauben, nun endlich alles zu wissen und ein vollständiges Bild zu haben. Elia Barceló zeigt in ihrem Roman, dass es schier unmöglich ist, ein Leben zwischen zwei Buchdeckel zu pressen, es werden immer wichtige Details fehlen, ganz zu schweigen von Gefühlen und Eindrücken, die mit Worten nicht transportiert und ausgedrückt werden können, die schon nicht verbailisiert werden konnten, als sie aktuell waren. Raúl de la Torre war ein großer Manipulator, der in allem, was er tat, sich immer an erster Stelle sah und seine Freunde, die Menschen, die ihn liebten, zu seinen Zwecken instrumentalisierte. Und dennoch war auch er ein Opfer, nicht fähig, sich zu wehren. Durch Aris Forschungen kommen immer mehr solcher Brüche im Leben des Schriftstellers ans Tageslicht und es ist erstaunlich zu sehen, wie sehr seine alten Freunde immer noch an ihn glauben, ihn lieben. Was am Ende bleibt, ist die Gewissheit, dass man das Leben eines anderen nie wirklich wird verstehen können. Ein Mensch trägt in seinem Leben viele Masken: das sind die Gesichter, die er selber sich gibt, aber auch die, die andere an ihm sehen. Was bleibt, ist das Rätsel dieser Masken - ein Rätsel, das man nie wird lösen können.

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  • Rezension zu "Das Rätsel der Masken" von Elia Barceló

    Das Rätsel der Masken
    greenamazone

    greenamazone

    04. January 2010 um 10:52

    Der junge Ariel Lenormand schreibt an einer Biographie über den großen spanischen Schriftsteller Raúl de la Torre, der 1991 in Paris Selbstmord gegangen hat. Er nimmt Kontakt zu der ersten Ehefrau Raúls, Amelia, auf, um mehr über seinen Charakter und sein Leben zu erfahren. Im Laufe der Zeit stößt er auf große Rätsel um den Schriftsteller, immer mehr ist er gafangen von seiner Persönlichkeit. "Raúl hat unentwegt geredet, sogar im Schlaf. Aber er hat die ganze Zeit gelogen oder, besser gesagt, er hat zwischen Lüge und Wahrheit nicht so genau unterschieden. Man konnte ihm nicht trauen." Elia Barceló beschreibt in ihrem Roman von bedingungsloser Liebe, Obsession zwischen den Freunden Raúls, die bis zu seinem Ende seinen wahren Charakter nicht wirkklich gekannt haben, bis Ari diesen ans Licht bringt. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen des Romans sind genial, die einzelnen Personen so real erzählt, dass das Buch einen ganz gefangen nimmt. Und zum Ende so spannend wie ein Krimi, dass man es nicht mehr aus der Hand legt. Genial!

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  • Rezension zu "Das Rätsel der Masken" von Elia Barceló

    Das Rätsel der Masken
    Ajatar

    Ajatar

    27. July 2007 um 15:33

    Der deutsche Ari begibt sich in Paris auf die Spur des berühmten Autors Raul de la Torre um über ihn eine Biografie zu schreiben. Er trifft dessen Witwe Amelia und ist der um einiges Älteren Frau bald vollkommen verfallen, durch ihre Hilfe deckt er die Lebensgeschichte von Raul nach und nach auf und erfährt Details, die noch niemand vor ihn wussten und die verheilte Wunden wieder aufbrechen lassen. Er deckt das Karussel um eine diabolische Liebe auf...

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  • Rezension zu "Das Rätsel der Masken" von Elia Barceló

    Das Rätsel der Masken
    mufti

    mufti

    25. July 2007 um 07:46

    "Das Rätsel der Masken" spielt im Frankreich der heutigen Zeit, in das der junge Biograf Ari reist, um die Lebensgeschichte des in den 6oer Jahren berühmten und begehrten Literaten Raul de la Torre niederzuschreiben. Dabei lernt er nicht nur dessen damalige Frau Amelia und gute Freunde des hochgefeierten Schriftstellers kennen. Er trifft durch seine Recherche auch auf Personen, die ihm aus dem Nachlass ehemaliger enger Vertrauter Informationen zuspielen, die ein völlig neues Licht in das Dunkel von de la Torres Biografie bringen. Eine faszinierende Geschichte, die sich im Großen und Ganzen um das Thema Liebe rankt, aber doch so viel mehr umfasst. Man kann sich wunderbar verlieren in den Beschreibungen der großen Metropolen Europas in den 6oer und 7oer Jahren aus der leidenschaftliche Sicht der jungen Amelia, und vorallem in der häppchenweise aufgetischten Schnitzeljagd nach heiklen Details in Rauls Leben. Denn warum er schließlich Selbstmord begang, konnte sich nie jemand erklären. Auch nicht, warum er aus heiterem Himmel seine große Liebe, seine Muße, Amelia, verlassen und eine andere geheiratet hat, die er zudem gar nicht liebte. Und besonders, wie es passieren konnte, dass Raul ein absolut pikantes und großes Geheimnis vor seiner Frau verheimlichen konnte, das wirklich jeden hat aus allen Wolken fallen lassen. Die Erzählzeit wechselt zwischen der heutigen Zeit um die Jahrtausendwende und der Jugendzeit des Literatenehepaares de la Torre. Man kan dem aber wunderbar folgen, ein -in diesem Fall- gekonnt eingesetztes Stilmittel. Die Rückblicke sind dann besonders spannend, wenn Ari Neues entdeckt hat und der Leser kurz darauf erfährt, was damals wirklich geschehen ist. Der Klappentext sagt: "Ein eleganter Gesellschaftskrimi über die Grenzen zwischen Liebe und Besessenheit und über die Kunst, sein wahres Gesicht zu verbergen." Das trifft es sehr gut. LESENSWERT!!! Die gebundene Ausgabe gibt es seit 2006, das Taschenbuch erscheint diesen August!!

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