Elias Canetti Die gerettete Zunge, Sonderausg.

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Inhaltsangabe zu „Die gerettete Zunge, Sonderausg.“ von Elias Canetti

In diesem Band erzählt Canetti die Geschichte seiner Kindheit in Bulgarien, in England, Österreich und in der Schweiz und erforscht mit unerbittlicher Konsequenz die Herkunft und die Voraussetzungen seiner menschlichen und geistigen Existenz. Ohne jede Abschweifung ins Atmosphärische oder Anekdotische und mit den klarsten sprachlichen Mitteln versichert sich Canetti seines eigenen Werdegangs. (Quelle:'Fester Einband/01.01.1994')

Um Europa zu verstehen, muss man das Buch lesen!

— HorKar

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  • Was für ein Leben wird hier beschrieben!

    Die gerettete Zunge, Sonderausg.

    HorKar

    01. March 2017 um 11:14

    Dieses Buch zu lesen lohnt sich unbedingt. Wer das 20. Jahrhundert und alles was sich daraus entwickelt hat, verstehen will, sollte dieses Buch lesen. Wie vielschichtig ist Europa und die Welt. Was kann man alles erleben? Was muss man erdulden?

  • Elias Canetti "Die gerettete Zunge" Die Geschichte einer Jugend

    Die gerettete Zunge, Sonderausg.

    glasperlenspiel13

    11. July 2013 um 09:01

    Seit längerem hatte ich mir vorgenommen mich Elias Canetti weiter zu nähern. Mit "Der Blendung" hatte er mich vor zwei Jahren überzeugt und nun wollte ich seine dreibändige Autobiografie im Rahmen des hiesigen Literaturkreises in Angriff nehmen. Den ersten Teil "Die gerettete Zunge" habe ich nun erfolgreich gemeistert und ich möchte meine Eindrücke sehr gern mit euch teilen. Elias Canetti wurde 1905 in Rutschuk (Bulgarien) als Sohn einer Spaniolen-Familie (sephardisch-jüdischen Familie) geboren. Schon mit sechs Jahren erlebte er den ersten prägenden geografischen Wechsel als seine Eltern beschlossen sich vom dominanten Großvater zu lösen und nach Großbritannien zu ziehen. Seine starke Bindung zum Vater, der schon früh verstarb, und die Dominanz der Mutter prägten seine ersten Lebensjahre und somit auch den ersten Teil seiner Autobiografie. Zu Hause wurde Spanisch und Bulgarisch gesprochen, die deutsche Sprache, die Sprache seiner Eltern, die sich in Wien kennen und lieben gelernt haben, erlernte er erst mit circa acht Jahren unter unwahrscheinlichen Druck der Mutter. "So zwang sie mich in kürzester Zeit zu einer Leistung, die über die Kräfte jedes Kindes ging, und daß es ihr gelang, hat die tiefere Natur meines Deutsch bestimmt, es war eine spät und unter wahrhaftigen Schmerzen eingepflanzte Muttersprache." Hingegen er die Liebe zur englischen Sprache vor allem dem Vater zu verdanken hatte. Nach dessen Tod 1912 siedelte die Mutter mit den drei Söhnen nach Wien um. Doch schon vier Jahre später ging es weiter Richtung Schweiz, die Mutter die meiste Zeit dort zur Kur aufgrund von gesundheitlichen Problemen, die beiden jüngeren Brüder wurden im Internat untergebracht. Canetti selbst wohnte ebenfalls in einem Art Internat mit der Besonderheit, dass er ausschließlich von Frauen und Mädchen umgeben war. Der erste Teil endet 1921 mit dem Umzug nach Deutschland, genauer nach Frankfurt am Main, der von seiner Mutter vorangetrieben wurde. Und wieder die Mutter! Selten habe ich so eine starke Bindung zwischen Mutter und Sohn erlebt, die sich in Liebe aber auch in Abneigung äußerte. Elias war auf jeden männlichen Begleiter an der Seite seiner Mutter eifersüchtig und achtete strengstens darauf, dass es zu keinem körperlichen Kontakt kam. Die Mutter wiederum opferte ihr noch sehr junges Leben für die drei Kinder. Sie behandelte ihren ältesten Sohn Elias schon sehr früh als Gleichgesinnten und weckte in ihm das Interesse für Literatur und Theater. Besonders blieben ihm die gemeinsamen Leseabende mit der Mutter in Erinnerung. Wie viel Respekt und Hochachtung er dieser entgegen brachte, äußert sich an vielen Stellen im Buch. Exemplarisch dafür ein Auszug: "Eine zweite Wohltat, die mir meine Mutter während dieser gemeinsamer Züricher Jahre erwies, hatte noch größere Bedeutung: sie erließ mir die Berechnung. Ich bekam nie zu hören, daß man etwas aus praktischen Gründen tue. Es wurde nichts betrieben, was nützlich für einen werden konnte. Alle Dinge, die ich anfassen mochte, waren gleichberechtigt. Ich bewegte mich auf hundert Wegen zugleich, ohne hören zu müssen, daß dieser oder jener bequemer, ergiebiger, einträglicher zu befahren sei. Es kam auf die Dinge selber an und nicht auf ihren Nutzen. Genau und gründlich musste man sein und eine Meinung ohne Schwindeleien vertreten können, aber diese Gründlichkeit galt der Sache selbst und nicht irgendeinen Nutzen, den sie für einen haben könnte." Schlichtweg eine wunderschöne Liebeserklärung, eine Huldigung an die mütterliche Liebe, die ihm besondere Freiheiten gewährte. Besonders angetan bin ich aber von seiner Sprache, die Komplexes auf den Punkt bringt und für den Leser anschaulich macht. Wie genau er seine Gefühle und Gedanken in Worte fassen kann, ohne dabei ins Abstrakte abzurutschen oder in einen philosophischen Plauderton zu verfallen. Seine Beschreibungen sind insgesamt sehr bildhaft, detailverliebt aber auch interessant und einnehmend. Die ersten sechs Lebensjahre Canettis in Bulgarien erinnern mich ein bisschen an die farbige bunte Welt der Rada Biller in "Melonenschale". Erstaunlich wie klar und deutlich er mit 74 Jahren dies alles aufs Papier bringt. Beeindruckt war ich auch von dem starken Einfluss der Schule, den Lehrern. Wie lebhaft er die einzelnen Facetten der Charakter noch schildern und beurteilen kann - nach all den Jahren. Fazit: Eine vielschichtige Autobiografie eines Schriftstellers mit Eindrücken aus einem vergangenen Jahrhundert, einem Bekenntnis zur Literatur und Schriftstellerei und ausgeprägter Menschenkenntnis. Lesenswert für all jene, die sich einfühlen können und nicht vor einer sehr beschreibenden Darstellung des Lebens zurückschrecken.

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  • Rezension zu "Die gerettete Zunge, Sonderausg." von Elias Canetti

    Die gerettete Zunge, Sonderausg.

    DrGordon

    30. December 2012 um 10:05

    Elias Canetti gehört zu den Klassikern der österreichischen Literatur, selbst wenn er nie die österreichische Staatsbürgerschaft hatte und nur ein paar Jahre in Wien lebte. In Bulgarien in Rustschuk an der Donau geboren. Als Spaniole wie so viele Juden vom östlichen Balkan, besaß er die türkische Staatsbürgerschaft, dann später die britische. Beschrieben wir sehr angenehm das Leben der Familie Canetti, durchaus wohlhabend und gut situiert. Die Eltern sprechen deutsch miteinander, mit den Kindern aber spanisch. Der Vater kommt aus Wien, wollte eigentlich Schauspieler werden und die Mutter aus einer ebenfalls gut betuchten jüdischen Familie aus Italien. Das Ehepaar teilt die Liebe zum Theater und speziell zum Wiener Burgtheater. Das Anwesen in Rustschuk ist recht gross und die Großfamilie Canetti lebt dort gemeinsam in verschiedenen Häusern des gesamten Komplexes. Patriach ist Großvater Canetti, der mit strenger Hand regiert. Die Schwiegertochter wird geachtet aber nicht geliebt, zu seinem Sohn ist er streng, den namensgleichen Enkel liebt er über alles. Auch um den gestrengen Grossvater zu entfliehen entscheiden sich Canettis Eltern nach Manchester zu ziehen um in die Firma des reichen Bruders von Canettis Mutter und Kaufmannes mit zu arbeiten. Elias Canetti lernt englisch. DIe Mutter wird krank, kommt in ein Sanatorium in Bad Reichenhall und bleibt dort einige Monate. Kurz vor Kriegsbeginn stirbt überraschend Canettis Vater und die 27 jährige Witwe entschliesst sich über Luzern in der die Schweiz bei Verwandten nach Wien zu siedeln. In Luzern beginnt die Mutter mit didaktisch sehr unkonventionellen Methoden Ihren Sohn deutsch beizubringen. Ständiges Wiederholen ein und des selben Satzes zum Beispiel. Das Mutter-Sohn Verhältnis wird besser und Canetti fängt an, die deutsche Sprache als seine (literarische) Sprache zu entdecken und zu lieben. In Wien angekommen, spricht er zur Überraschung der dortigen Lehrer schon sehr gut deutsch und fällt als sehr intelligenter und gelehriger Schüler auf. Die Mutter macht ihren Kindern klar, dass es nicht sehr angebracht ist, in der Öffentlichkeit untereinander englisch zu sprechen um keinen unnötigen Ärger zu bekommen. Immerhin ist Österreich mit dem britischen Königreich im Krieg. Die Canettis leben in der Leopoldstadt in der Nähe des Praters. In Wien während des 1. Weltkrieges bemerkt Canetti die ersten Anzeichen von Antisemitismus, fühlt sich aber als Spaniole nicht wirklch betroffen. Die Mutter beginnt eine Art Liebes-Beziehung zu einem Wiener Arzt, der ihr auch hilft über Deutschland nach Zürich zu ziehen. Ärzte, speziell die Wiener Ärzte sind für Canettis Mutter das Maß der Dinge wenn es zu medizinischen Fragen kommt. In Zürich verlebt Canettti den Rest seiner Schulzeit, lernt Schwyzerdütsch und hat das erste Mal das Gefühl daheim bzw. "angekommen" zu sein. Nach dem Ende des Krieges zieht die Mutter mit den jüngeren Geschwistern nach Luzern, Elias Canetti bleibt in Zürich. Das Buch endet mit der Beschreibung seines Verhältnisses zu verschiedenen Lehrern und die Wechselbeziehung zu seiner Mutter mit der beginnenden Entfremdung. Fazit: Besonders wertvoll!!

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  • Rezension zu "Die gerettete Zunge" von Elias Canetti

    Die gerettete Zunge, Sonderausg.

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. June 2011 um 22:53

    Als junger Mann habe ich es verschlungen. Sprache, Stil und Handlung sind sehr eindrücklich und haben mich damals sehr berührt.

  • Rezension zu "Die gerettete Zunge" von Elias Canetti

    Die gerettete Zunge, Sonderausg.

    FlorianTietgen

    04. February 2008 um 22:44

    Das Buch ist der erste Teil der dreibändigen Autobiografie Canettis. Es beschreibt lebendig die Kindheit in Bulgarien, später, bis der Vater starb, in England, danach in Wien. Es beschreibt die quälend die Nähe zwischen Mutter und Sohn, die zugleich Fluch und Glück bedeutete, beschreibt den Weg zum Künstler und vermittelt vor allem wunderbar lebendig die Lebenstationen. Ich habe das Buch sehr genossen.

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