Elias Canetti Komödie der Eitelkeit

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Inhaltsangabe zu „Komödie der Eitelkeit“ von Elias Canetti

In seiner rhetorischen Lebendigkeit sowie der Vorführung verschiedenster Gesellschaftsschichten ist Canettis 'Komödie der Eitelkeit' von 1933/34 den 'großen Welttheatern' verpflichtet. Die Kritik an Störungen und Zerstörung der Individualität, an willkürlich waltenden Staatsapparaten inszeniert als ihren Ausgangspunkt die Anordnung einer autoritären Macht, alle Spiegel und Bilder im Land zu vernichten.

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  • Rezension zu "Komödie der Eitelkeit" von Elias Canetti

    Komödie der Eitelkeit
    couchpotatogirl

    couchpotatogirl

    11. July 2007 um 09:31

    Komödie der Eitelkeit wurde 1933 in Wien, unter dem Eindruck der Bücherverbrennung begonnen, jedoch hatte sich Canetti schon einige Jahre zuvor mit der Idee des Spiegelverbots beschäftigt. Nachdem er bei einem Friseurbesuch die anderen Kunden beobachtete, wie sich diese gebannt im Spiegel betrachtete, fragte er sich, „was die Folge wäre, wenn Menschen dieser teuerste aller Augenblicke plötzlich verboten würde. Gab es überhaupt ein Verbot, das stark genug war, den Menschen von seinem Ebenbild abzulenken? Und auf welche Abwege verfiel die Eitelkeit, wenn man ihr gewaltsam auf den Leib rückte?“ (Elias Canetti, Das Augenspiel. Lebensgeschichte 1931-1937.) Mir hat das Stück sehr gut gefallen. Die Idee, also das Spiegelverbot bzw. die Abschaffung der Eitelkeit, klingt zwar zunächst nicht sonderlich spannend, ist jedoch sehr interessant umgesetzt. Ein wichtiger Aspekt sind sicher die massenpsychologischen Überlegungen. Canettis „Lebenswerk“ ist ja der erst viel später fertiggestellte Text Masse und Macht, und merkt wirklich, dass sich Canetti schon 1933 sehr mit dem Phänomen der Masse auseinander gesetzt hat. An jeder der ca. 30 Figuren des Stücks wird eine andere Entwicklung beschrieben, und meiner Meinung nach sehr gut vermittelt, obwohl den einzelnen Figuren nur sehr wenig „Zeit“ gewidmet wird. Ein zweiter Aspekt ist die Sprache. Canetti verwendet in seinen Dramen das Mittel der „Akustischen Maske“, um die Figuren sprachlich voneinander abzugrenzen. Dies geschieht nicht nur durch einen bestimmten Dialekt, sondern auch durch Wortwahl, Sprachrythmus, betimmte Floskeln, oder andere sprachliche Besonderheiten. Auch wird die Veränderung eines Charakters durch eine Veränderung der Sprache ausgedrückt. Im letzten Akt wird das Spiel mit den Akustischen Masken auf die Spitze getrieben, da die Figurennamen weggelassen werden, und nur noch „dicker Mann, Frau mit Hut, etc.“ da steht. Trotzdem kann man diesen Figuren, anhand der Ausdrucksweise, die entsprechenden Namen zuordnen. Der letzte wichtige Punkt, ist meiner Meinung nach die Verwendung des Grotesken. Canetti war sehr von Gogol beeinflusst, und so gibt es in dem Stück sehr viele Momente, die absurd-komisch sind und über die man einfach lachen muss, obwohl sie eigentlich erschreckend sind. Zumindest ich hätte nie gedacht, dass ich es lustig finde, wenn eine Figur verlangt, dass den Frauen als Strafe die Augen ausgestochen werden. (Die Art, wie Canetti diese Figur die Forderung aussprechen lässt!) Also auf jeden Fall sehr empfehlswert, wenn auch ein bisschen verstörend.

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