Charlie fühlt sich dick, steckt in xieren Gefühlen fest die zwischen Liebe und Glück und überbordenden Selbsthass hin und herschwanken und verletzt sich aus dem Zwiespalt der sich daraus ergibt selbst. Diana würde gerne eine Hormontherapie machen um endlich aus ihrem falschen Körper heraus zu kommen doch ihr Vater erlaubt es nicht. "Sie solle doch erstmal abwarten, solche Entscheidungen sollten nicht übereilt getroffen werden." - dumm nur, dass sie immer schon weiß, dass sie den Körper einer Frau haben möchte. Die beiden Freundinnen geben sich gegenseitig Halt, gehen zusammen auf Partys und berauschen sich mit Alkohol bis sie sich selbst nicht mehr spüren.
Irgendwann jedoch hat Diana das Gefühl ständig für Charlie verantwortlich zu sein. Außerdem gibt es da noch diese literarische Rockerin, die sie so faszinierend findet..
Ein Graphic Novel mit heiterem Zeichenstil der sehr schnell ins düstere schwankt. Das steht ihm gut, denn die Zeichnung passen sehr zum Geschehen und den Figuren. Lustig niedlich bis hin zu gruftig kühl - alles ist hier vertreten. Nur mit den Augen die aussehen wie kleine Wimperntierchen hatte ich so meine Probleme, irgendwie konnte ich denen nicht so viel abgewinnen.
Diana und Charlie sind nachvollziehbar. Ich würde nicht soweit gehen und sagen, dass ich sie selbst gerne als Freundinnen hätte, doch sie wirken sehr lebensecht und authentisch. Auch ihre Probleme sind sehr realitätsnah und wirken nicht über dramatisiert - selbst die Suche nach einem Therapieplatz könnte ebenso gut in Deutschland spielen (die Geschichte von den beiden spielt in Schweden).
Irgendetwas hat mir letzten Endes gefehlt um dem Novel eine 5 Sterne Bewertung zu geben. Der Plot braucht lange um voran zu kommen, die Wechsel zwischen den Perspektiven von Charlie & Diana sind anfangs etwas überraschend und nicht deutlich genug markiert. Vielleicht ist es auch einfach der so ganz andere Lebensstil der beiden (ich konnte nie viel mit Alkohol und schon gar nicht mit Parties anfangen), ich weiß nicht, der Funke sprang nicht ganz über. Dennoch freue ich mich die beiden auf ihrem Weg im Buch begleitet zu haben.
Eine kleine Kritik habe ich dennoch: Dem Cover entnehme ich, dass Charlie farbig ist, das wird auch im durchwegs schwarz weiß gehaltenen Comic mal erwähnt. Dennoch fände ich es aus Repräsentationsgründen schöner, wenn das im Graphic Novel selbst deutlicher gemacht worden wäre. Einfach alle Hauttöne gleich zu zeichnen obwohl es ja innerhalb der Story wichtig für ihren Charakter ist, finde ich etwas doof.
Fazit: Toller Graphic Novel mit schwerem Thema, gut umgesetzt aber an einigen Stellen ein bisschen zäh und wiederholend.
Traurig schöne Geschichte 2er Jugendlicher


